Ausgabe 
25.10.1930
 
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Rundfunkprogramm

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der Elektrizi -

Wieseck, ist die wegen Reparaturarbeiten ver­hängte Straßensperre jetzt wieder aufgehoben

Aufgehobene Straßensperre. Auf der Provinzialstrahenstrecke, Ortsdurchfahrt

Sie wollen sparen ?

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In der Diskussion über die Notwendigkeit der 1 Senkung der Arbeitslöhne hat der Z u s a in m e n° j hang von Lohnniveau und Kaufkraft der Arbeiter eine hervorragende Rolle gespielt. Man hat geltend machen wollen, daß eine Sen­kung der Arbeitslöhne eine derartige Senkung der gesamten Kaufkraft Hervorrufen müßte, daß der Ab- ( satz der Produktion erschwert und die Arbeitslosig­keit noch weiter verschlimmert wurde. In den Ver­einigten Staaten ist dies Argument besonders in der von höchster Stelle geleiteten Propaganda für Wohlstand (prosperity) ausgenutzt worden. Es ist als eine besonders patriotische Tat bezeichnet wor­den, trotz des Falls der Warenpreise, die Arbeits­löhne aufrechtzuerhalten, um damit eine Senkung der Kaufkraft der Nation zu verhindern. Es ist bedauerlich, sagen zu muffen, daß diese Lehre ebenso zweifelhaft ist wie die übrigen Bestandteile der Politik, die ein boshafter amerikanischer Kritiker alspresidential prosperity bezeichnet hat. Eine Steigerung der Arbeitslöhne, die auf Kosten der Unternehmergewinne gewonnen wird, muß ja d i e Gesamtkäufkraft des Landes ebenso viel senken, wie sie dieselbe steigert. In einer Depressionsperiode wie der gegenroärtigen muß eine Steigerung der Arbeitslöhne in großem Umfang gleichbedeutend mit Verlusten für die Un­ternehmer sein. Daß dadurch die Gesamtkaufkraft der Bevölkerung nicht vermehrt werden kann, ist offenbar. Selbstverständlich ist es an und für sich in hohem Grade wünschenswert, daß die Ar­beiterklasse eine so hohe Lebenshaltung erreicht, als die Verhältnisse es ermöglichen. Dies ist wünschens- wert in erster Linie im Interesse der Arbeiter selbst, ober auch die Gesamtheit einer Nation hat ein Interesse daran, über eine hochstehende Arbeiter­klasse zu verfügen, chohe Löhne sollten unter diesem Gesichtspunkt verteidigt werden, nicht aber mit sol­chen Ouacksalberargumenten wie dem Bedürfnis einer Stärkung der Kaufkraft.

Die Unternehmergewinne werden selbstverständ­lich zum Teil für den eigenen Verbrauch der Unter­nehmer verwendet und stellen insofern Kaufkraft für Konsumentenwaren dar. Zum großen Teil geht aber der Unternehmergewinn für die Ver­besserung und Ausdehnung der Pro­duktion drauf. Die Erziehung von Gewinn ist eine unerläßliche Bedingung dafür, daß die Unternehmungen Kredit von außen erhalten und sich somit weiter entwickeln können. Alle Er­fahrung lehrt, daß der Uebergang von einer De­pression zu einer aufsteigenden Konjunktur nur da­durch möglich ist, daß Mittel für eine Der­rn e 6 rt e Produktion von Realkapital zur Verfügung gestellt werden. Die Kon- junkturverbesserung muh von den Unter­nehmungen selb st ausgehen und ist nur mög­lich, wenn diese lohnend werden.

Die alles beherrschende Angelegenheit der Welt ist gegenwärtig, Beschäftigung für die Mil­lionen von guten Arbeitern bereiten zu können, die besonders während des letzten Jahres in das Elend der Arbeitslosigkeit hinausgetrieben wurden. Dies kann nur bu rdi eine Stärkung des I n - teresses für Unternehmertätigkeit ge­schehen, und eine solche Stärkung ist nur möglich, wenn jedes Bestreben, das Lohnniveau über dem wirtschaftlich Möglichen zu halten, auf- gegeben wird.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 25. Oktober 1930.

Ausschußsihung der Allgemeinen Orts­krankenkasse Gießen (Stadt).

Der Ausschuß derAllgemeinenOrts- krankenkasseG ichen (Stadt) war gestern abend im Gewertschaftshaus zu.einer Sitzung zu­sammengetreten. um Stellung zu nehmen zu den durch die Notverordnung des Reichspräsidenten abgeänderten Bestimmungen hinsichtlich der Kran­kenversicherung. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Bin de Wald, leitete die Verhandlungen.

Geschäftsführer Fourier erläuterte die ein­zelnen Bestimmungen der Notverordnung und wies darauf hin, daß es für die Kassenverwaltung unbedingt erforderlich gewesen sei, vor der end­gültigen Festsetzung des Beitragssatzes einwand­freies Material über die finanzielle Auswirkung der neuen Bestimmungen zu sammeln, um so mehr, als das Geschäftsjahr 1929 mit einem Fehlbetrag von rund 15 000 Mark abgeschlossen habe und trotzdem weder eine Beitragserhöhung, noch eine Leistungsminderung eingeführt worden sei. Die Wirtlichkeit habe aber auch an den für den Monat September 1930 ausgestellten ziffernmäßigen Un­terlagen bereits im Oktober starke Veränderungen vorgenommen, so daß die Auswirkungen sich im Oktober für die Kass, ungünstiger gestalteten. Die vom Reichsarbeitsminister angenommene Beitragssenkung von 10 v.H. lasse sich

"Fremdenvorstellung im Gieße­ner Stadttheater. Aus d?m Stadttheater­bureau teilt man mit: Am Sonntag, 26.Oktober, findet um 18 Uhr wieder eine Fremdenvorstellung statt. Zur Aufführung gelangt die Posse mit Ge­sang und Tanz von Nestroy:Einen Iux todl er sich machen. Dieses Stück eignet sich besonders für eine Sonntagsvorstellung, da sein humorvoller Inhalt, der durch Musik volkstümlich untermalt ist, das Haus in bester Stimmung erhält. Einige Stunden ungetrübter Unterhaltung stehen dem Besucher bevor. Die Intendanz macht darauf auf­merksam, daß dies die letzte Vorstellung von Einen Iux will er sich machen sein wird. Beginn der Vorstellung 18 Uhr, Ende.15 Uhr.

"SonntagsrückfahrkartenzumNe- formationsfest. Aus Anlaß des in diesem Iahre auf einen Freitag fallenden Reformations­festes hat die Reichsbahn die Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten ausnahmsweise auf die Zeit vom 30. Oktober 12 Uhr bis zum 3. November 9 Uhr festgesetzt. Die Sonntagsrückfahrkarten können daher benutzt werden zur Hinfahrt vom 30. Oktober 12 Uhr bis 2. November und zur Rück­fahrt vom 30. Oktober 12 Uhr bis 3. November 9 Uhr. m ..

** Landwirts chaftliche Schulen G r u n- b e r g undLich. Der Unterricht in diesem Winter- balbjahr an den beiden Anstalten beginnt am Mon­tag, 3. November. Jeder Landwirt, auch wenn er nur einen kleinbäuerlichen Betrieb bewirtschaftet, sollte seinen Söhnen den Besuch einer landwirt­schaftlichen Schule ermöglichen, damit sie die Grund­lagen für richtiges und sparsames Wirtschaften bei­zeiten erhalten und dem Kampfe ums Dasein ge­wappnet gegenüberstehen. (Siehe heutige Anzeige.)

Oderheffen.

Landkreis Gießen.

# Aus dem Lumdatal, 24. Okt. Die dies­jährige Kartoffelernte ist auch hier zur Zu­friedenheit der Landwirte ausgefallen. Die Preise für Speisekartoffeln sind in unserer Gegend sehr unterschiedlich und differieren oft um eine Mark. Das Angebot ist trotz niedriger Preise sehr groß. IndustrieI'artoffeln kosten durchschnittlich 2 bis 2,60 Mark pro Zentner. Die Aussaat des IDintergetreides konnte noch nicht in vol­lem Maße durchgeführt werden, da die zahlreich auftretenden Mäuse das Saatgut schwer schädigen würden. Einen merklichen Rückgang haben die Preise für fette Schweine zu ver­zeichnen. Metzger und Händler bieten 58 Pf. und weniger für das Pfund Lebendgewicht. Die Preise für Ferkel sind ebenfalls zurückgegangen. Für sechs Wochen alte Tiere werden 18 bis 20 Mk. für siebenwöchige 20 bis 23 Akk., für acht Wochen alte Tiere bis zu 27 Mk. geboten und bezahlt: Läuferschweine kosten je nach Gewicht und Qua­lität bis zu 50 Mk.

+ ® r ü n b e r g, 24. Okt. Der Motorsport- Elub Grünberg-Laubach, Ortsgruppe des ADAC., veranstaltete am vorigen Sonntag seine Iahrcsschlußfahrt. Bei einer Beteiligung

Die beiden Vorsitzenden, Herr Ottilie und Herr Direktor Bergen, bestätigten die Aus­führungen des Geschäftsführers und bekundeten, daß der Vorstand e i n st i m m i g den Beschluß gefaßt habe, den Beitragssatz von 6,5 v. H. dem Ausschuß zur Annahme zu empfehlen. Iedoch solle von der Kafsenverwaltung weiteres Material ge­sammelt werden, um zu der Deitrogsfrage nach Ablauf des Iahres 1930 zwecks evtl, weiterer Senkung erneut Stellung nehmen zu können.

Die Aussprache war sehr rege. Ein Antrag, die Durchführung der Notverordnung abzulehnen, fand keine Unterstützung.

Darauf wurde der Beitrag auf 6,5 v. H. gegen eine Stimme der Arbeitnehmer und von den Arbeitgebern, einstimmig festgesetzt. Die Ab­stimmung über die Satzungsänderung fand gegen zwei Stimmen Annahme. Ebenso fanden die Vor­schläge des Vorstandes über die Dienstordnung die Zustimmung des Ausschusses.

Nach Erledigung einer Reihe interner Ange­legenheiten wurde noch darauf hingewiesen, daß die Versicherten, um sich vor Schaden zu bewah­ren, gesetzlich verpflichtet sind, bei Erwerbs­unfähigkeit den Krankenschein sogleich nach Emp­fang vom Arzt der Kasse vorzulegen.

Bäckerhandwerk und Broigeseh.

DDZ. Der Vorsitzende der Wirtschaftspartei, Neichstagsabgeordneter Drewitz, hatte gestern Mittag eine Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Brüning. Entsprechend den Beschlüssen des Gesamtvorstandes des Germania-Verbandes teilte Abg. Drewitz dem Reichskanzler mit, daß das Bäckerhandwerk jede zwangsweise Bei­mischung von Kartoffel - und Roggen- mehl, oder eines von beiden zum Wei­zenmehl energisch ablehne. Der Germania- Verband erkläre sich trotz der vielfachen Schwierig­keiten zur Durchführung des B r o t g e s e tz e s be­reit, sofern es allgemein] ür alle ijer ft ei­let von Roggen- und Mischbrot gelte und das Ausmahlungsmaß des Roggenmehls auf bis zu 70 Prozent erhöht werde. Das Bäckerhandwerk ist weiter damit einverstanden, daß Weizengroh- b r o t über 500 Gramm nur bei Verwendung von 20 bis 40 Prozent Roggenmehl gestattet wird. Es ist auch bereit, freiwillig eine deklarationsfreie Ver­wendung von Kartoffelstärkemehl zur 5)erfteUung von Weizengebäck und Kuchenwaren zu empfehlen. Schließlich verlangt das Bäckerhandwerk Einfuhr­verbote für Auslandroggen und Roggenmehl, für Futtermittel und für Brot und Mehl im kleinen Grenzverkehr.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 120 an; Butter 150 bis 160; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Rosenkohl 30 bis 35; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 25 bis 50; Zwiebeln 10 bis 12; Meer­rettich 40 bis 60; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3,5 bis 4: Aepfel 25 bis 50; Dirnen 15 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 110; Gänse 100 bis 110; Nüsse 40 bis 60; das Stück: Tauben 50 bis 70; Eier 15 bis 16; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 20 bis 30; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; baä Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,20 bis 2,50; Weißkraut 3,00; Rot­kraut 5,00; Wirsing 4,00 Mark.

rücksichtigt werden, daß die Einnahme im Monat September gegenüber den drei Vorjahren infolge der schlechten Wirtschaftslage ganz bedeutend x\ rückgegangen sei. Er schlug dem Ausschuß dah vor, den Beitrag auf 6,5 v. H. festzusehen

* Büdingen, 24. Okt. Bei dem Einbruch in die hiesige Villa des Freiherrn von Berlepsch ( cgi. unsere gestrige DNeldung. D.Red.) sind oem oder den Einbrechern 105 Mark Bargeld in die Hände gefallen. Der oder die Diebe hatten eine Fensterscheibe ein- geschlagen, dann das Fenster von innen geöffnet und sich auf diese Weise Eingang in das Haus verschafft. Sie durchsuchten alle Räume und erbrachen den Schreibtisch, aus dem sie den er­wähnten Betrag entwendeten. Weitere Sachen anden ihr Interesse nicht. Auf dem gleichen Wege, wie sie gekommen waren, verließen sie das Haus wiek^r, ohne dah die Bewohner von dem unerwünschten nächtlichen Besuch etwas gemerkt hatten. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange.

* Ortenberg, 24. Okt. Die Vorbereitungen - zumKalten Markt sind hier in vollem Gange. Auf dem erweiterten Marktplatz werden Buden und Zelte mannigfacher Schaustellungen aufgeschlagen. Auf der Straße nach Lißberg häuft sich die Zahl der aneinandergereihten Wohn­wagen. Groh ist der Güterverkehr auf dem Bahnhof. Bis jetzt sind über 400 Pferde zum Pferdemarkt am Montag gemeldet. Die Gast­stätten sind aufs beste gerichtet zum Empfang der Marktkesucher. Trotz der schlechten Wirtschafts­lage ist mit einem günstigen Besuche des Marktes, der einer der wichtigsten Mitteldeutschlands ist, zu rechnen. Den Benutzern der Bahn sei im eigenen Interesse empfohlen, sich auf ihrer Ab­fahrtstation gleich mit Fahrkarten für die Rück­fahrt zu versehen, da auf dem kleinen Bahnhof Ortenberg bei einem solchen Massenandrang tote an diesen Markttagen sonst mit einer erheblichen Stockung bei der Abfertigung am Fahrkarten­schalter zu rechnen ist.

Kreis Schotten.

* Schotten, 22. Okt. Der geringe Ausfall der Obsternte läht den sonst lebhaften O b st h a n - del unseres Tales nur zu örtlicher Bedeutung kommen. Die kaum nennenswerten Mengen von Tafelobst werden zu a n se h n l ich e n P reisen gehandelt. Schöner von Doskoop kosten 30 Mk., Goldparmänen 28 Mark; Wirtschaftsäpfel (Schaf­nasen) werden mit 18 Mk., haltbare Winterbirnen mit 15Mk. je Zentner bezahlt. Auch der Heu- Ha n d e i zeigt flaues Geschäft. Bei geringer Nachfrage werden 2,20 Mark für den Zentner süßes Wiesenheu geboten. Das sehr gute Er­gebnis der Hackfruchternte (Kartoffeln und Dickwurz) hat viele Landwirte gezwungen, große Mengen Dickwurz im Felde einzugraben, eine Maßnahme, die im Vogelsberg in den meisten Iahren kaum durchgeführt wird.

* Cichelsdorf, 22. Okt. Am 1. April d.I. wurde die hiesige Gemeindeschäserei auf­gehoben, nachdem die Zahl der Schafhalter sehr stark zurückgegangen war. Die seither als Schafweide dienenden Oedländereien unserer Ge­markung wurden an Kleinbauern als Viehweide verpachtet. Die wenigen Schafbesitzer mußten ihre Tiere in fremde Herden ein treiben (Rainrod, Ein- artshausen, Kaulstoß). Nunmehr hat der ehe­malige Gemeindeschäfer Heinrich Link II. die Winterweide in unserer Gemarkung gegen Lieberlassung der Pserchgeldeinnahmen an die Ge­meinde e r w o r b e n , so daß die im Sommer Hei­mat osen Schase wieder zurückgekehrt sind. Da in den meisten Iahren unsere Oedländereien als Viehweide kaum in Frage kommen, dürfte sich hier die Gründung einer Gesellschafts­schäferei empfehlen, die das Gemeindeödland als Grundlage ihrer Schafhaltung ausnuhen könnte, zumal die wirtschaftliche Lage des Bauern die Wolleerzeugung für den eigenen Bedarf drin­gend fordert.

ch Glashütten, 24. Okt. Während der letzten Zeit konnte hier eine Milderung der Ar­beitslosigkeit sestgestellt werden. Die Firma Heinrich Luft, die den Gemeindesteinbruch in Pacht hat, konnte einige Arbeitskräfte einstellen. Der Pslastererberuf, der in unserem Orte heimisch ist, hat in Anbetracht der bisherigen guten Wit­terung mehrfach Arbeitsgelegenheit.

auf die Dauer als völlig falsch erweisen muß. Wenn in Deutschland seit 1925 die Steigerung der tarifmäßigen Arbeitslöhne um reichlich 50 Prozent, | und diejenige der sozialen Ausgaben der Arbeit- gehör pro Arbeiter ungefähr auf das Doppelte ge­schätzt werden, und wenn die Armee der Arbeits­losen von einem Durchschnitt im Jahre 1927 von 1,5 Millionen auf rund 3 Millionen für 1930 ge­wachsen ist und im bevorstehenden Winter weiter zu wachsen droht, dann hat Deutschland gleich dem Inhaber eines Monopols gehandelt, der den Preis seiner Ware ahne Rücksicht auf die wirk­liche Marktlage herauszuschrauben sucht. Der Stevensonsche Plan für die Aufrechterhaltung eines hohen Gummipreises und die brasilianische Kaffee- Valorisation haben uns gelehrt, daß solche Experi­mente auf dem Gebiet des Warenmarktes in einer Katastrophe enden müssen. Muß denn nicht die unnatürliche Arbeitsvalorisation, die seit einigen Jahren in den Industrieländern Euro­pas stattgesunden hat und die in außerordentlichem Grad durch die Forderung nach gleichbleibenden Arbeitslöhnen trotz starken Warenpreisfalls ver­schärft worden ist, zu einer ähnlichen Katastrophe

bei der Ortskrankenkasse Gießen fStabt), ohne den Bestand der Kasse ernstlich zu gefährden, nicht durchführen. Zudem seien die Verhältnisse noch nicht genügend geklärt. Nach den für September als Stichmonat angegebenen Ziffern würden in einem Iahre die Ersparnisse etwa 75 338 Mark, die Nkehrbelastung 31 000 Mark betragen, so daß als Wenigerausgabe 44 338 Mark zu verzeichnen seien. Bei einer Beitragseinnahme von rund 840 000 Mark würde die Herabsetzung des Bei­trags um 1 v. H. einen Einnahmeausfall von 120 000 Mark, bei 0,5 v. H. einen solchen von 63COO Mark bedeuten. Hierbei müsse außerdem noch be-

7.30 bis 8.30: Frühkonzert des Rundfunk- guintetts. 12.20: Schallplattenkonzert. 15: Vor- tragszvk us des Frauenverbandes Hessen-Rassau und Waldeck:Die sachliche Beratung der Land­frauen. 16: Brasilianisches Konzert. 17: Von Gießen: Militär-Konzrrt des Musikkorps des 1. Hess. Gren.°Datls. 15. Inf.-Regts. Gießen. 18.05:Eine Sprechstunde in der Rechtsaus­kunftsstelle der Gewerkschaften. 18.35:Die Stadt Prag", Vortrag von Kirchenrat Profeßor Dr. Dr. Robert Zilchert, Prag. 19.05:Künstlerisch-orga­nisatorische und wirtschaftliche Fragen der Oper, Gespräch zwischen den Intendanten Paul Belker, Edgar Klitsch und Professor Ioscs Turnau. 19.30: Lieder- und Arienabend Mariano Stabile. 21: Der Tyrann. Ein Akt von Heinrich Mann. 22: Sinfoniekonzert des Frankfurter Rundfunk- Orchesters. 23.10: Tanzuntcrricht. 23.40 bis 24: Tanzmusik.

Dienstag, 28. Oktober.

7.30 bis 8.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.20: Echallplaltenkonzer;: Volkstümliche Opern- Arien. 15: Hausfrauen-Nachmittag. 16: Nach- miitagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Südwestdeutschland als Wirtschaftseinheit', Vortrag von Professor Dr. Hans Trumpler. 18.35: Vom alten Danzig, Vortrag von Professor Dr. Erich Wunderlich. 19.05: Von Freiburg:Musik und Publikum", Vortrag von Dr. Heinz Edel­stein. 19.30: Mildner-Quartett, Wien. 20.30: Mamselle Nitouche, Poss- mit Gesang in 3 Akten. 22: Scherz und Humor

Mittwoch, 29. Oktober.

7.30 bis 8.30: Frühkonzert auf der Kino-Orgel. 10.20 bis 10.50: Vom 600-Iahrfest der deutschen Sprachinsel Gottschee in Südslawien, Vortrag von Dr. Hermann Rüdiger, Stuttgart. 12.20: Schall­plattenkonzert. 15: Stunde der Iugend. 16: Nach­mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Be­sucherorganisation der deutschen Bühnen, Gespräch.

Sonntag, 26. Oktober.

7: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 9.30 bis 10.15: Orgel- konz.rt, Konz.rtante Orgelmus'.k von Vorläufern Ioh. Seb. Dachs. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Stunde der Bühne.Das Winterprogramm der Frankfurter Oper. 12: Don Königsberg: Konzert. 14: Stunde der Iugend. 15: Stunde des Landes. 16: Von München: Konzert. 17.30: Vortragsstunde von Hans Reimann. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbil­dung:Vorstoß des Theaters". 18.25:Kirchen- musikalischer Aufbrach". 19.30: Konzert anläßlich der ersten internationalen Arbeits- und Fest­woche für katholische Kirchenmusik. 22:Hofthea- terstil und Dühnensprache". 23.20: Von Berlin: Tanzmusik.

Montag, 27. Oktober.

von 15 Motorrädern und 5 Autos fuhr man über Schotten nach Nidda, wo längere Rast gehalten wurde. Heber Hungen trat man den Rückweg an. An der Gesellenprüfung des hiesigen Ortsgewerbevereins sind beteiligt: fünf Schreiner, drei Schlosser, ein Zimmerer und ein Weißbinder. Die praktische Prüfung wurde in dieser Woche abgelegt, während die theoretische Abschlußprüfung und die Überreichung der Ge­sellenbriefe anfangs November stattfinden wird.

s. Aus der nördlichen Wetterau, 24. Okt. Untere Landwirte sind zur Zeit haupt­sächlich mit dem Ernten und Verfrachten dev Zuckerrüben beschäftigt. Die Aktien- z u ck e r f a b r i kW e 11 e r a u" in Friedberg hat: den Versand in der Weise organisiert, daß an vorgeschriebenen sog. Abnahmestellen, wie Ber­stadt, Echzell und Wölfersheim, die Ortschaften ihre Rüben waggonweise direkt vom Acker aus an festgesetzten Wochentagen anfahren können. Dane­ben ist es aber auch zulässig, daß größere Land­wirte ihre gesamte Rübenernte in einen beson­deren Waggon an jeder beliebigen Station ver­laden, in welchem Fall die Fabrik ebenfalls die Frachtkosten trägt. Die Ortschaften der näheren Umgebung Friedbergs fahren die Zuckerrüben per Achse in die Fabrik und erhalten in-lÜLiem Falle als Fuhrlohn die entsprechenden Frachtkosten ver­gütet. Durch genaue Einteilung wird einer ilcber- füllung des Betriebs vorgebeugt. Die prozentualen Gewichtsabzüge für anhaftende Ackererde, die im vorigen trockenen Herbst meist nur 7 bis 10 vom Hundert betrugen, belaufen sich in diesem Iahre infolge der Nässe bis auf 20 v. H. und dar­über, soweit die Rüben unmittelbar vom Acker aus angeliefert werden. Die Ernte kann als sehr gut bezeichnet werden. Der Anbau, der schon im vorigen Iahre in den meisten Gemar­kungen zugenommen hatte, hat sich in diesem Iahre noch bedeutend ausgedehnt, was auf die sinkenden Getreidepreise zurückzuführen ist. Außerdem sind die anfallende große Dlättermasse, tote die von der Fabrik zurückgelieferten Grünschnitzel bzto. Trockenschnihel als Futter sehr geschäht.

Kreis Büdingen.

18.35: Elisabeth Barret-Browning, Vortrag von Anna Bfos mit Rezitationen. 19.05: Die Züch­tung der genialen Begabung, Vortrag von Pro­fessor Dr. Kretschmer, Mannheim. 19.30 nach Ber­lin. Zeitbericht: Politischer Auftakt in Frankreich - Tardieu in Älens^on. 20: Hugo-Wolf-Lieder. 20.30: Der G'wissenswurin, Gastspiel der Gang- hofer-Thoma-Dühne.

Donnerstag. 30. Oktober.

7.30 bis 8.30: Frühkonzert des Rundfunkquin- tetts. 12.20: Schallplattenkonzert. 15: Stunde der Iugend. 16: Nachmillagskon^ert des Rundfunk­orchesters. 18.05: Gesellschaftliche und wirtschaft­liche Fragen des Schauspielhauses, Gespräch. 18.35: Theaterwoche des Südwestdeutschen Rundfunks: Wanderbühne und bodenständiges Theater, Ge­spräch zwischen Intendant Dr. P r a s ch, Gießen und Dr. Deigel vom Bühnenvolksbund. 19.05: Die Instrumente des Orchesters, 9. Vortrag von Hans Rosbaud: Die Trompete. 19.30: Das flä­mische Volkslied. 20: Klassisches Konzert. 21.30: SagtIa" zum Leben, heitere Vorträge von Gustav Iacoby. 22.15 bis 23.45 von Karlsruhe: Konzert.

Freitag, 31. Oktober.

7.30 bis 8.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.20: Leichte Unterhaltungsmusik. 15: Persön­liches Leben und Gruppenleben der Iugend, Vor­trag. 15.25: Was die Eltern von der wirtschaft­lichen und sozialen Bedeutung der Alkoholfrage wissen sollten, Vortrag. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Szenische Oper und Rundfunkoper, Gespräch. 18.35 von Mannheim: Aerztevorirag über Krebskrankheit. 19.05: Ein- führungsvortrag zum 3. Vor- und Montagskon- zert: G. Mahler: Zwei nachgelassene Sätze aus der X. Sinfonie; Lied von der Erde, von Hans Rosbaud. 1930: Unbekannte Arbeiter-Dichter. 20 aus dem Stadttheater Saarbrücken: Die beiden Schützen, komische Oper in 3 Akten. 22.45: Schall- plattenrevue berühmter Schauspieler.

Samstag, 1. November.

7.30 bis 8.30 von Gießen: Militär-Konzert, Musikkorps des I. (Hessischen) Grenadier-Batail­lons, 15. Infanterie-Regiments aus Gießen; Lei­tung: Obermusikmeister Wilhelm Löber. 10.20 bis 10.50: Schulfunk Französisch. 12.20 Schall­plattenkonzert: Missa solemnis, D-Dur, op. 123. 14 30: Stunde der Iugend. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Stunde des Frank- für ter Bundes für Volksbildung: Meine Erleb­nisse unter Zigeunern, Vortrag von Dr. M. Block, Köln. 18.35: Spaziergang durch die Theater­geschichte, Vortrag von Dr. Franz Wallner. 19.05: Das Privattheater, Vortrag von Direktor Arthur Hellmer. 19.30: Aus klassischen Operetten. 20.45: Falschgeld im Umlauf von M. Dey. 22.30: Duette. 23 bis 24: Opernmusik auf Schallplatten.

worden.

Viehinärkte in Gießen. Am kom­menden Dienstag findet in Gießen Rindvieh- (Nuhvieh-)Markt statt, dem am Mittwoch Schweinemarkt folgen wird.

** Unterbrechung tätsversorgung. Wie die Direktion städtischen Elektrizitätswerks im heutigen Anzei­genteil bekanntgibt, wird die Lieferung von elek­trischem Strom am morgigen Sonntag von 9 bis 12 Uhr wegen dringender Betriebsarbeiten in der Schulstraße, Marktstraße, Marktplatz, Mäusburg, Maigasse und Wagengasse unterbrochen werden.