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Nr. 224 Erstes Blatt

180. Jahrgang

Donnerstag, 25. September 1930

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Heimat im Bild Die Scholle

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Dietzen.

Wie steht die Volkspartei zum Kabinett Brüning?

Scholz zum Frakiionsvorsihenden einstimmig wiedergewählt. Völlige Entschlußfreiheit der Partei gegenüber Politik und Programm der Regierung. Die Partei wünscht Verhandlungen auch nach rechts.

Hinrichtung von 48 Konterrevolutionären in Rußland.

Moskau, 24. Sept. (WTB ) Das Kollegium der staatlich en politilchen Verwaltung prüfte im Auftrag des Aentralexekutivkomitees und des Dolkskommifsarcnratcs der Sowjetunion die An« gelegenheil der konterrevolutionären Schädlings­organisation auf dem Gebiete der Lebens­mittelversorgung der Bevölkerung. Die Führer der

Berlin, 24. Sept. (VDZ.) Die Ralionalllbe- rale Korrespondenz teilt mit: Die Reichstagsfrak­tion der Deutschen volksparlei trat zu einer Sitzung zusammen Geheimrat Dr. Kahl mochte den Vorschlag, den bisherigen Partei- und Frak- kionsoorsitzenden Reichsminifter a. D. Dr. Scholz wieder zum Vorsitzenden der Fraktion zu wählen. Der Antrag wurde einstimmig durch Z u - ruf angenommen. Dr. Scholz übernahm den Vorsitz mH Worten des Dankes und bat die Fraktion um vertrauensvolle Unterstützung, um Einigkeit und Geschlossenheit Die Reichstagsfrak­tion darf keine Gruppen kennen, sondern muh stets

D r. Scholz, der Führer der Deutschen Volksparlei.

rin schlagfertiges Ganzes dorstellen. Die Fraktion stimmte diesen Ausführungen lebhaft zu. Die einstimmige Wiederwahl des Frak- tionsvorsihenden wurde allgemein als die beste Antwort auf alle Ausstreuungen oon gegneri­scher Seite über angebliche Differenzen in der Deutschen volksparlei bezeichnet. Parteivorstand und Reichstogssraktion fahlen einmütig folgenden Beschluß: 3m Einverständnis mit dem Partei­vorstand behält sich die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei völlige Freiheit der Enlschliehung gegenüber den Maß - nahmen der Regierung vor. Die Fraktion wird die Vorlagen des angekündigten Regierungs­programms abroarten und das Programm daraufhin prüfen, ob es mit den oon der Fraktion seit langer Zeit vertretenen Grundsätzen vereinbar ist. Die Fraktion ist der Ansicht, dah dabei irgendwelche Kompromisse mit so­zialistischen Gedankengängen für sie untragbar sind Die Fraktion hält an ihrem bisherigen Ziel der Zusammenfassung aller staatsbejahenden bürgerlichen Parteien fest.

Die Entschließung wird in unterrichteten poli­tischen Kreisen dahin interpretiert, dah sie in erster Linie den Sinn habe, die DVP. von der Reichsregierung zu distanzieren. Die Fraktion ist nicht so weit gegangen, ihren Ver­treter aus der Regierung zurückzuziehen, wie ver­mutet wurde, sie wünscht aber, dah ihre Ent- schliehung von der Reichsregierung als ein deutlicher Wink ausgesaht würde. GS wird aber in der Entschließung nachdrücklich jede- Kompromiß mit ,sozialistisches Gedanken­gängen" abgelehnt. Dabei ist zu beachten, dah nicht von .sozialdemokratischen Gedan­kengängen" gesprochen wird. Mit der gewählten Formulierung sind vielmehr auch Ideen ge­meint, die bei etwaigen Verhandlungen nach rechts von den Rationalsozialisten vorgebracht werden könnten. Immerhin scheint die Stimmung in der Fraktion doch heute dahin zum Ausdruck gekommen zu sein, dah die Verhandlungen des Kanzlers nicht nur nach links, sondern auch nach rechts geführt werden mühten. Eine Klärung der politischen Lage ist aber vorläufig nicht zu erwarten, da der Kanzler seine Verhandlungen erst in der nächsten Woche auf nehmen kann.

Inzwischen ist das Kabinett heute um 20 U&r wieder zusammengetreten, um seine Vor­igen in einer Rachtsiyung weiter zu beraten. Kleber die Sitzung werden keine Mitteilungen gemacht werden, da die Veratungen, die zweifel­los bis in die Morgenstunden dauern werden, morgen und in den nächsten Tagen iwch fort- geführt werden. Soweit über die Deckungspläne des Kabinetts in politischen Kreisen etwas ver­lautet. scheint es sich zu bestätigen, dah die Erhöhung des Beitrages für die Ar­beitslosenversicherung aus 6.5 Pro­zent beabsichtigt ist. 3m übrigen denkt man offenbar an weitere Sparmaßnahmen und für den Rest des Defizits an eine schwe­bende Schuld, die im nächsten Jahre abzu- decken wäre. Man seht dabei in Rechnung, daß

Süddeutsche Jucker AG., Frankenthal, von 7 auf 5.5 Prozent. Es bedarf keiner näheren Darlegung, welche große finanzielle Er­leichterung diese Deitragsherabsetzungen ge­rade jetzt, wo mit einer Erhöhung der Arbeits­losenbeiträge zu rechnen ist, sowohl für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer bedeuten.

Organisation Alexander Rjasanzew, Eugen Karatygin und 46 andere Organisatoren und Teil« nehmer an der Schädlingstätigkeit in den oerschie« denen Lebensmittelversorgungsorganen wurden zum Tode verurteilt. Das Urteil ist d o 11 ft r e (f L

Sturm gegen das Deutschtum in Prag.

Oer tschechische Pöbel demoliert deutsche Kinos. Deutschfeindliche Demonstrationen vor dem Deutschen Theater. Die Polizei sieht zu.

Prag, 24. Sept. (TU.) 3n präg spielen sich große Demonstrationen gegen b i e deutsche Bevölkerung ab. Die Menge, an­geführt von nationalistifchen Rädelsführern und verhetzt durch die Schreibweise der tschechischen Tagespresse, der sich auch die den Regierungspar­teien nahestehenden tschechischen Organe nicht ent­gegenstellen, demolierte unter Schmährusen auf das Deutschtum d i e Kinos, in denen deutsche Tonfilme laufen, indem sie die Fensterscheiben einwarf, in einzelne Kinos eindrang und die Einrichtung beschädigte. 3m KinoAvion", wo um 18 Uhr der deutsche TonfilmDer unsterb­liche Lump" oorgeführt wurde, versammelten sich gegen 20 Uhr einige hundert junge Leute m i f Knüppeln bewaffnet und zwangen die Kinoleitung, die Vorstellung a b ; u s a g e n 3n- zwischen hatten sich gegen 2500 Personen angesam­melt, die unter Absingen tschechischer Rationallieber über den Wenzelplatz zum Kinopassage". wo feit 17 Wochen ber beutsche TonfilmZwei Herzen im Dreivierteltakt" gespielt wirb hier kam es zu wüsten Ausschreitungen Einige Rebner forberlen bie Masse aus, In bas Kino ein­zubringen unb bie Lin^chtung kur; unb klein zu schlagen Deutschsprechenbe Passanten, barunter auch Frauen, würben aus b e n Wen- zelpIah hinausgeschleift unb ber Polizei, bie bort salutierend die tschechische Rationalhymne anhörte. In die Arme geworfen Schließlich wurden die Anschlagstafeln samt den Brettern herausge­rissen und unter großem Geschrei an der ruhig zusehenden Polizei vorbei übet ben Graben vor bas Deutsche Haus getragen. Die Kerntruppe ber fiunbgebet versuchte, bas Deutsche Haus zu stürmen. Lin starkes Polizeiauf­gebot bemühte sich, bie rafenbe Menge zurückzu- tjalten. 3nzwischen würben Flugblätter ver­teilt, bie bie Menge aufforbern. enblidj gegen bie beutfche Provokation im flaroi scheu präg energisch einzuschreiten Die Schilber vom Deutschen Haus würben heruntergerissen; bie Menge zog bann zu ben einzelnen Kinos, wo beutsche Tonfilme gespielt werben, riß bie Plakate herunter unb versuchte, in bie Kinos einzubringen. Gegen 21 Uhr wurde da« jüdische L a f k 21 ( d) e r m a n n* oon der Menge demo­liert. Die Rampe des Renen Deutschen Theaters wurde oon der Menge gestürmt und ein Steinhagel gegen bie Fensterscheiben eröffnet. 3m Theater, wo gerade ein Gastspiel der

Wiener Reinhardt-Bühnen ftattfanb, drohte eine panif auszubrechen, die nur durch das geistesgegenwärtige Eingreifen des Direktors unb des Oberregisseurs verhindert wurde, so daß das Publikum eine besonnene Haltung bewahrte. Rach Ablauf der Vorstellung mußte das deutsche Publi­kum ein dichtes Spalier tschechischer Demonstranten passieren, bie unaufhörlich brohenbe Rufe gegen bie Deutschen, gegen Deutsch- lanb unb bas Deutschtum, ausstiehen. Damen in Jlbenbtoilclten muhten burch bie Menge Spieß­ruten laufen unb würben mit Steinen be­worfen 3n biefem Augenblick erschien bie Polizei, bie sich bis bahin völlig un­tätig verhalten hatte unb räumte bie Iheatec- rampe. Der Rest ber oon ber Polizei zerstreuten Menge zog bann vor bas beutsche Kasfeetzaus Lontinental", wo sie versuchte, bas Kaffeehaus zu stürmen.

Die Miltwochousgabe des tschechischen fascht- st i s ch e u Organs bringt einen Bericht, aus bene hervorgeht, bah bie Ausschreitungen in präg gegen bie deutschen Tonfilme oon ben tschechischen Fa­schisten angeftiftel werben unb bah bet Rebaf« I e u r bes Blattes persönlich bie Lei­tung der Unruhen übernommen hat. Das Blatt erklärt, in einem längerem, teilweise be­schlagnahmten Artikel, dah man der deutschen Frechheit in Prag endlich ein Ende machen müsse. Das Blatt beschwert sich heftig über die Polizei, weil sie gegen die Ruhestörer ein­geschritten ist Zahlreiche Zustimmungserklärungen seien In der Redaktion eingelaufen. Das Faschisten­blatt erklärt ausdrücklich, dah man mit den Kra­wallen solange fortfahren werde, bis der deutsche Tonfilm aus den Prager Kinos vollständig verschwunden ist

3m verlaus der Demonstrationen wollte die Menge auch vor die deutsche Gesandt­schaft ziehen. Da die Rädelsführer sich aber i n der Hausnummer irrten, sammelten sich die Demonstranten ooreinemprioathausinder Rähe der deutschen Gesandtschaft, das sie für das Gesandtschaftsgebäude hielten, und fliehen dort Schmährufe gegen Deutschland aus. Die erstaunten tschechischen Bewohner des Hauses blieben über den Grund der Störung ihrer Rachtruhe im unklaren. Der versuch der Menge, später a u ch v o r ber italienischen Gesandtschaft wegen ber Hinrichtung slowenischer Rationalisten in Triest zu bemonftrieren, würbe von ber Polizei vereitelt.

Lord Mermere fordert eine polilik ber verminst.

Oie Reichstagswahlen als Antrieb für eine Revision der Verträge. Nationalsozialismus und Westeuropa.

ber Schuldentilgungsfonds von 450 Millionen (lex Schacht) im nächsten Jahre fort- fällt unb glaubt, daß unter diesen Umständen der oben gekennzeichnete Weg zur Behebung der Desizitschwierigkeiten möglich wird.

Die Volkspartei treibt die Sammlungsbewegung weiter

Berlin, 24. Sept. (Tel.-Un.) Am Dienstag hat in Berlin eine Zusammenkunft nam­hafter Abgeordneter und anderer Persönlichkeiten der Deutschen Volksparlei stattgefunden, die auf eine Einladung des Ortsgruppensübrer^ der DVP. Halle zurückging. Entgegen der Darstellung eines Berliner Mrttagsblattes, das von einetBer- schw örung gegen Scholz" zu berichten weiß, war, wie von zuständiger Seite der Partei mitgeteilt wird, diese Sitzung keineswegs geheim, sondern mit Wissen des Parte i- sührers Scholz erfolgt, an den der ge­nannte Ortsgruppenvorsihende Dr. Schnell vor mehreren Tagen ein ausführliches Schreiben ge­richtet hatte und mit dem Schnell auch mündlich des längeren beraten hatte. Daß es sich bei dieser Zusammenkunft nicht um einenFlügel" der Partei handele, gehe schon aus der Zusam­mensetzung der Versammlung hervor. Genannt werden u. a. die Abgeordneten D i n g e l d e y, Eremer, Albrecht, Schmid. Morath, Pfeffer, Hintzmann, Thiel, Glatze! und Dr. v. Stauß. vom Preußischen Landtag die Herren Stendel, Schwarzhaupt, Leidig und v. Campe. In der Versammlung herrschte Einigkeit darüber, dah die Aktion zur Sammlung der bürgerlichen Mitte energisch weiter­betrieben werden müsse. Zu diesem Zweck wurde ein besonderer Sammlunasausschuh eingesetzt, der die Ausgabe hat-jich mit der Or­ganisation der Partei im Lande in Verbindung zu setzen, um den Zusammenschluß mit anderen Parteien der Mitte und der gemäßigten Rechten gewissermaßen von unten he r In Fluß zu bringen, nachdem die Bemühungen an der Zentralstelle ergebnislos ge­blieben find. Dem Ausschuß gehören an Dr. Schnell (Halle), Dr. Jänicke (Hannover), Hembeck (Lüdenscheid), Dr. Croll (Berlin) und Oberregierungsrat Ziegler von der Reichs­zentrale für Heimatdienst.

Sparmaßnahmen und Beamtengehalter.

V)ird eine (Hctzaltsiürzunq erwogen'/

Berlin, 25. Sept. (OB.) 3n polnischen Krei­sen erzählte man sich gestern, daß zu ben Spar­plänen ber Reichsregierung auch eine Kürzung ber Beamtengehäller gehöre Da bieses Gerücht nicht nachzuprüfen war, haben wir von ihm nicht Roti; genommen. Rachbern bie Berliner Mor­genblätter nun aber bavon sprechen, sei es mH allem Vorbehalt registriert. Ls heißt, bah bie Gehälter ber unteren Beamtenfalegorien u m 5 Prozent gekürzt werben sollen, die Gehälter vorn Ministerialrat auswärts um 10 Prozent unb bann weiter nach oben gestasfelt bis zu ben Ministergehältern, bie um 3 0 p r o j e n 1 verringert werben sollen. Auch ber Lokalanzeiger versieht biefe 3nformationen mit einer vorsichtig einschränkenden Bemerkung. Er fügt hinzu, es müsse noch dahingestellt bleiben, ob ein derartiger plan in dieser Form vom Kabinett verabschiedet werde. Es würde auch die Frage zu klären sein, inwieweit es sich dabei um eine Fortsetzung des R o t o p f e r s der Beamten handele. Die Deutsche Allgem Ztg. berichtet, zur Zeit hoffe man noch, die Sanierung ohne eine Herabsetzung der Beamtengehälter durchführen zu können. Der Bör­senzeitung ist oon zuständiger Stelle erklärt worden, dah von solchen Absichten einet Gehaltsminderung nichts bekannt fei.

Weitere Herabsetzung der Krankenkaffenbeitrage.

Berlin. 24. Sept. (TU.) Amtlich wird mitgetei.lt: Die neuen Vorschriften über die Krankenversicherung wirken sich weiter gün- st i g aus. Immer zahlreicher werden die Mel­dungen der Krankenkassen über die Herab­setzung der Krankenkasfenbeiträge. So hat z. B. die Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin die Beiträge mit Wirkung vom 1. Oktober 1930 ab von 7 auf 6 Prozent herabgesetzt, die AOK. Düren von 6 auf 5.4 Prozent, die AOK. Bonn von 6,5 auf 5,5. Von Betriebskrankenkassen haben beispiels­weise folgende ihre Beiträge herabgesetzt Rhein-Metall, Düsseldorf, von 6 auf 4.2 Prozent, Krupp, Essen, von 5.6 auf 4.8 Prozent, Preß- und Walzwerk AG.. Reis- holz von 6 auf 4.8 Prozent, Demag AG.. Denrath, von 6 auf 4.5 Prozent. Dortmunder Union, Dortmund, von 4,5 auf 3,9 Prozent, Motoren-Fabrik Deutz AG. von 6,9 auf 6 Proz..

Berlin, 24. Sept. Der englische Zeitungs- kvnig Lord Rothermere hat in seiner Zeitung »Daily Mail" einen langen Artikel über die deutschen Wahlen verösfentlicht, der auch in Eng­land als Sensation gewirkt hat. Denn Lord Ro­thermere drückt sein volles Vertrauen zu der künftigen deutschen Entwick­lung aus. In dem Anwachsen der Ra - tionalfoxialiften sieht er den Beginn der Wiedergeburt Deutschlands als Ra­tion. Er weist darauf hin, daß die junge Gene­ration in Deutschland nichts als Enttäu­schungen erlebt habe. Reparationsschulden, verlorene Gebiete und erzwungene Abrüstung seien die einzigsten Gesprächsthemen dieser Men­schen, die entdeckt hätten, daß man den alten Politikern nicht trauen könnte. Rach Rothermeres Ansicht wird Deutschlands Zukunft in den Händen dieser Partei liegen. Man könne diese Bewegung nicht eindämmen, und es wäre falsch, wenn England ihr gegenüber eine feindliche Haltung einnähme. Bisher habe man sich Deutschland a l s eine A r t von Kriegs­gefangenen vorgestellt, das müsse jetzt an­ders werden. Es sei nichtklug, auf der re st - losen Erfüllung der Tributverpflichtungen zu bestehen. Rothermere wirft die Frage auf, ob England es nötig habe, sich diese junge Genera­

tion zu Feinden zu machen. Wenn es dies dennoch täte, würde es früher oder später ein schreck­liches Erwachen für Europa geben.

Rothermere macht ferner darauf aufmerksam, daß Deutschland in Europa einen Damm gegen den Bolschewismus baue. Wenn nicht der Rationalsozialismus den Energien der deutschen Jugend ein neues Ziel gewiesen hätte, dann wäre wahrscheinlich der Kommunismus die stärkste Partei in Deutschland geworden. Deshalb solle man in Eng­land und Frankreich die Verdienste des Rational­sozialismus um Westeuropa würdigen. Für das Wohlergehen der westlichen Zivilisation wäre es das beste Zeichen, wenn in Deutschland eine Regierung an die Macht käme, die von den­selben Grundsätzen wie die Musso­linis erfüllt wäre. Rothermere verweist bann auf die Rüstungsbeschränkungen, die man Deutschland auserlegt habe, und die in die­ser Form nicht aufrechtzuerhalten seien weil früher oder später eine Explo­sion erfolgen müsse. Rach seiner Auffassung läßt sich die deutsch-polnische Frage dadurch lösen, daß Deutschland für Zugeständ­nisse in der Korridorfrage die polnische Ost­grenze gegen Rußland garantiert

Weder England noch Frankreich hätten Grunds