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Verwirklichung zu geben, damit das Geld arbeiten tarnt

Da ist das Projekt einer Dahn durch die Sahara. Gewiß mat man sich sehr lange mit dem Plan beschäftigt, schon in Vorkriegszeiten, aber eigentlich doch nur von der theoretischen Seite her, tote man auch heute noch etwa mit dem Gedanken eines Tunnels durch den Atlantik spielt. Dank der regelmäßigen Reparationszah­lungen von Deutschland kann Frankreich jetzt aber wirklich Geld in die Sache stecken. Eine Eisenbahn quer durch die Sahara wird Fran­zösisch-Westafrika mit dem Mittelländischen Meer verbinden, die Studien zu dieser großen technischen Tat sind jetzt abgeschlossen. Besondere Schwierigkeiten sind jetzt nicht mehr zu über­winden, mitGeld läßt sich alles machen. Als Hauptausgangspunkte der Eisenbahn sind Oran und Algier vorgesehen. Der Weg geht zu­nächst südwestlich bis Jgli und dann südöstlich durch das Tuatgebiet, tief drinnen in der Sahara. Am Niger soll sich die Strecke teilen, ein Aus­läufer der Bahn wird vorsorglich in das Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonie Togo gebaut, und auf diese Weise ist dann gleich für spätere Zeiten einer Abrechnung ein Status quo geschaffen worden, mit dem sich dem Völkerbund gegenüber prunken läßt.

3n achtjähriger Arbeit wird der kühne Plan jetzt verwirllicht werden, die Gesamtkosten der Anlage sind auf eine halbe Milliarde Mark veranschlagt worden, für die Deutschland natür­lich sorgen wird. Daneben kann noch einige andere Hilfe von den Deutschen erwartet wer­den; wozu sind die Sachlieferungen über Repara- tionskonto eingerichtet worden! Als Triebkraft für die Saharabahn sollen aus Gründen der Wasserersparnis Dieselmotor-Lokomotiven zur Verwendung kommen, die ebenso wie die eisernen Schwellen der Bahn von Deutschland zu stellen sind. Auf diese einfache Weise bekommt Frank­reich eine gigantische Anlage fertig, die nicht allein große wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen hat, sondern auch noch von besonderer militärischer Bedeutung ist. Mit dieser Saharabahn sichern sich die Franzosen die Ober­herrschaft über den ganzen nördlichen Teil West­afrikas. Die Sahara ist französisch geworden, und Deutschland bezahlt alles.

Oberheffen.

Giadtrai in Alsfeld.

te* Alsfeld, 13. Aug. Nach längerer Pause fand jetzt wieder eine Sitzung des Stadtoor- st a n d e s statt. Man befaßte sich zunächst mit der Fürsorge für die ausgesteuerten Er­werbslosen, deren Zahl nach Mitteilung des Vorsitzenden inzwischen auf etwa 40 gestiegen ist und in den nächsten Wochen noch eine weitere Stei­gerung erfahren wird. Der Vorsitzende gab eine Uebersicht über die bis jetzt im Wege der Notstands- arbeiten mit den Notstandskrediten geleisteten Ar­beiten. Allgemein wurde der Grundsatz anerkannt, die ausgesteuerten Erwerbslosen mit produk­tiven Arbeiten zu beschäftigen, anstatt ihnen Unterstützung zu gewähren. Vom Arbeits- und Wirtschaftsministerium ist der Stadt aus der Not­standskredit-Aktion der hessischen Negierung eine Zinsverbilligung für einen Kredit von 50 000 Mark bewilligt worden zur Erbauung einer Klär­anlage. Mit den erforderlichen Vorarbeiten soll alsbald begonnen werden. Für die Zwischenzeit wurde beschlossen, einen weiteren Notstandskredit von 3000 Mark zu bewilligen. Gleichzeitig wurde her von der Baukommission am 29. Juli bewilligte Kredit von 1200 Mark genehmigt. Ferner wurde beschlossen, den Notstandsarbeitern, die an der Auf- i räumung des Bachlaufes der Schwalm tätig sind, eine Wassergeldzulage von 10 Pf. für die Stunde 7 zu gewähren. Mit der Beratung des Projekts der

Kläranlage soll alsbald begonnen werden.

Voranschlag der Oberrealschule für 1 9 30/3 1Der von der Direktion vorgelegte Voranschlag bewegt sich in demselben Rahmen wie der vorjährige Voranschlag. Der Gesamt­beitrag der Stadt für das Rechnungsjahr 1931 ist mit 35 036 Mk. vorgesehen. Gegenük^r dem Vorjahr ist der Zuschuß um 737 Mk. geringer. Die von der Stadt allein zu tragenden sachlichen Ausgaben sind mit 10 155 Mk. veranschlagt. Die gefamten persönlichen Ausgaben betragen 128 166 Mark. Der Voranschlag wurde ohne Aussprache genehmigt.

Verpachtung von Grundstücken: Für die neue Verpachtung der Grundstücke der Stadt und des Hospitalfonds wurde im Hinblick auf die gegenwärtigen ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse beschlossen, die Verpachtung nur auf sechs Jahre vorzunehmen.

Die Anbringung einer Blitzschuhanlage für das Nebengebäude der neuen Post, die nach den baulichen Vorschriften der Postverwaltung notwendig ist, wurde der Firma Hinderthür, G. m. b. H. in Siegen, zu der gefor­derten Pauschalsumme von 365 Mk. übertragen.

Der Anschluß des P o l i z e i w a ch t - lokalsan das Fernsprechnetz, dessen Notwendigkeit von dem Bürgermeister näher be­gründet wurde, fand Annahme.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 24. Aug. Heute nach­mittag feierte die K l e i n k i n d e r s ch u l e ihr dies­jähriges S o m m e r f e ft. Unter den Klängen des Posaunenchors marschierten die festlich geschmückten Kleinen zum Rinnschen Garten. Nach Gemeindege- & unter Begleitung des Posaunenchors trugen die er unter Leitung von Schwester Käthchen ihre Sprüche und Lieder vor. Pfarrer Bremmer wür­digte in seiner Ansprache die schwere Arbeit an den Kleinen. Spiele kindlicher Art erfreuten sich alt und iung. Eine große Brezel lohnte die Kleinen fitz: ihre schonen Darbietungen. Die am Schlüsse der Beran- staltung erhobene Kollekte erbrachte den stattlichen Betrag von rund 54 Mark.

V Londorf, 24. Aug. Am gestrigen Sams­tag feierte unser Gemeinderechner Berlin sein 2 5. D i e n st j u b i l ä u m. Aus diesem Anlaß ver­sammelten sich am Abend der Bürgermeister, der Ortsvorstand, die Gemeindebeamten und zahl- reiche Einwohner im Rathause, too dem Jubilar als Zeichen der Anerkennung für seine Dienste eine goldene Uhr überreicht wurde. 3n einer längeren Ansprache würdigte Bürgermeister A u - mann die großen Verdienste, die sich der Jubi­lar um das Aufblühen und die Weiterentwicklung unseres Ortes erworben hat. Besonders hat es der Jubilar verstanden, in der Inflationszeit die Finanzen unseres Ortes in mustergültiger Weise in Ordnung zu halten. Bewegt dankte der Jubilar für die Ehrüng, betonte aber, daß seine Arbeit von Erfolg gewesen sei, weil er bet Bürgermeister Aumann und der Gemeinde­vertretung stets große Sinterstützung gefunden

habe. Ferner brachte der Gesangverein Frohsinn" seinem passiven Mitglieds ein Ständchen, der Turnverein stellte dem Jubi­lar zu Ehren einige Pyramiden. Der Vorsitzende des Gesangvereins würdigte ebenfalls die Ver­dienste des Jubilars. Erwähnt sei noch, daß die Volkshalle die bald ihrer Vollendung entgegen­geht, der Initiative Berlins zu verdanken ist.

Starkenburg.

WSN. D a r m st a d t, 24. Aug. Der 45 Jahre alte Verwaltungs-Oberinspektor Georg S ch o e t t ist wegen Sinterschlagungen zum Nachteil des hessischen Odenwald!tu bs, die er als Kassierer im Lause der letzten Jahre ausgeführt haben soll, in Untersuchungshaft genommen wor­den. Bis jetzt find etwa 10000 Mk. Fehl­beträge festgestellt. Auch soll er als ver­antwortlicher Kontrollbeamter der Stadt sich un­berechtigte finanzielle Vorteile bei seiner Ge­haltsberechnung verschafft haben.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Lützel linden, 24. Aug. Hier hat sich eine Badegemeinschaft gebildet, die sich den Bau und die Unterhaltung einer Bade- und

geladen. Die Anklage vertritt Staatsanwall Dr. Orth, den Dorsch fuhrt Landgerichtsdirek­tor Schmidt. Die Verteidigung hat der Frank­furter Rechtsanwalt Dr. Frank übernommen. Man rechnet mit einer mehrtägigen Dauer des Prozesses.

Revision im Wormser Llnruhenprozeß.

2) a r m ft a b t, 24. Aua. (WSN.) Der im Prozeß wegen des Wormser Januarkrawalls ver­urteilte Angeklagte Jeck hat Revision eingelegt. Es ist bisher noch nicht bekanntgeworden, ob die bei der Urteilsverkündung nicht anwesenden Verurteil- ten ebenfalls Revision einlegen werden. Die Urteile gegen die übrigen Angeklagten sind rechtskräftig.

Schwerer Schiffszusammenstoß auf dem Ätzern, vier verletzte.

WSN. Bingen, 24. Aug. Der Deranü- gungsdampferGlück auf", der mit un­gefähr 300 Ausflüglern von Duisburg-Ruhrort nach Rüdesheim fuhr, stieß gestern abend bei Niederheimbach mit einem Diesel­motor-Schleppschiff zusammen. Das Schleppschiff, dessen Ruder offenbar versagte, fuhr mit dem Bugspriet in den Radkasten

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Schwimmanlage zur Aufgabe machen will. Sie führt den NamenDadcgemeinschaft Lützel­linden". Die Bade- und Schwimmanlage soll im Kleebach unterhalb der Luhmühle errichtet wer­den. Der Gemeinschaft sind bis jetzt 20 Mitglieder beigetreten. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Lehrer Goubeaud gewählt.

Maingau.

Frankfurt a. M., 24. Aug. (WSN.) Gestern abend erschoß der Arbeiter Ernst Juli seine Braut, die Hausangestellte Irma Dürr, Flei­schergasse 7 wohnhaft, beim fahrlässigen Han- tieren mit einem geladenen Jagd­gewehr. Juli wurde in das Polizeigefängnis ein­geliefert.

Heber 2 Millionen

Fehlbetrag der Stadt Mainz.

Mainz, 24. Aug. (WSN.) Auf Grund der jetzi­gen Ergebnisse, unter Berücksichtigung der zu er­wartenden Einnahme-Ausfälle und der Mehrausgaben, rechnet die städtische Ver­waltung im laufenden Rechnungsjahr mit einem Fehlbetrag von 2048000 Mark.

Oer Rüsselsheimer Kommunistenputsch vor Gericht.

WSN. Darmstadt, 23. Aug. Am Mon­tag, 25. August, beginnt vor dem hiesigen De- zirksschöffengericht die Verhandlung gegen die Teilnehmer an den Unruhen bet den Opelwerken am 12. Februar d. I. Ange-' klagt sind elf Unruhestifter, unter chnen der hessische Landtagsabgeordnete Sumpf und der preußische Landtagsabgeordnete Muller, der auch im Wormser Unruheprozeß eine we­sentliche Rolle spielte. Die Anklage lautet auf Hausfriedensbruch, Landfriedensbruch, und ge­gen Müller außerdem auf Aufreizung zum Widerstand. Zur Verhandlung sind 65 Zeugen

des Vergnügungsdampfers hinein und rasierte die Küche, die sich in dem Radkasten befand, vollkommen weg. Die vier in der Küche befindlichen Personen wurden durch Splitter mehr oder weniger erheblich verletzt. Mehrere Passagiere erlitten einen Nervenschock, einige wurden von Herzkrämpfen befallen. Aerztliche Hilfe war gleich zur Stelle. Sinter der Leitung des Bürgermeisters und der Polizei wurde die Ausbootung der Passagiere vorgenommen, die glatt vonstatten ging. Die Passagiere setzten per Schiff oder mit der Bahn die Reife fort, soweit sie es nicht vorzogen, heimzufahren. Der Dampfer, der kein Leck erlitten hat und dessen Maschine intakt $u sein scheint, wurde ans Slser gebracht. Die vier Verletzten wurden in das Binger Krankenhaus gebracht. Sie werden das Krankenhaus voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder verlassen können.

Kunde aus der Römerzeit.

Rüsselsheim, 23. Aug. (WSN.) Bei Aus­schachtungsarbeiten zur Fundamentierung einer neuen Stützmauer auf dem Gebiete der F e st u n g, im nördlichen Spitzgraben, wurde ein 13 Meter langes Stück einer von Süden nach Norden ziehen­den 2 Meter dicken und 1,30 Meter hohen Fun - bamentmauer aufgebe eft, bie römischen Ursprungs ist. Es hat sich somit bie Vermutung bes Heimatforschers Sturmfels bestätigt, daß ehedem an ber Stelle ber heutigen Festung ein größeres römisches Bauwerk gestanden haben muß. Frühere Funde haben ebenfalls bargetan, daß hier ein römif cher Stützpunkt mit Ansied- Iung gewesen fein muß, und zwar an der alten Römerstraße MainzAschaffenburg, der sog. Aschas- fenburger Straß«, von der die Frankfurter Straße ein Teilstück ist. An weiteren Funden wurden in dem Spitzgraben aufgedeckt: ein Bronzestück aus ber Römerzeit, sowie Fußangeln, Stücke von Handgra- naten unb Geschossen, Pfeilspitzen usw. aus ber Zeit bes Mittelalters. Die Funde wurden dem Heimat­museum übergeben.

Aufhebung einer Kalschmünzerwerkstätie.

WSN. Frankfurt a. M.. 23. Aug. In den letzten Monaten wurden in Frankfurt a. M. und auswärts sehr gut angefertigte falsche Fünf­mark st ü ck e in den Verkehr gebracht. Trotz eifrigster Bemühungen der Polizeibehörde war es bisher nicht gelungen, der Fälscher und Ver­breiter habhaft zu werden. Gestern teilte nun! die Kriminalpolizei Stuttgart hierher mit, daß bei der Verausgabung von falschen Fünf- markstücken der in Frage kommenden Fälschung dort ein gewisser Karl Döse, 1877 in Moskau geboren, in Höch st a. M. wohnhaft, und ein Jakoo Bender, 1898 in Frankfurt a.M. ge­boren, in Nied wohnhaft, fe st genommen worden seien. Der dritte Begleiter, der Ma­schinentechniker Adolf Engelhardt, 1889 in Höchst o. M. geboren und daselbst wohnhaft, fei in einem Kraftwagen geflüchtet. Die sofort von hier aus aufgenommenen Recherchen führten in der vergangenen Nacht zur Festnahme des Engelhardt. Die in verschiedenen Wohnun­gen und anderen Orten vorgenommenen Durch­suchungen erbrachten ein überraschendes Resul­tat. Das gesamte Herstellungsmate­rial, darunter eine etwa 20 Zentner schwere Stanze, mehrerePaketeausgestanzter Plättchen, sowie eine Aktenmappe mit fer­tigen Falsifikaten wurde gefunden. Die polizei­lichen Nachforschungen sind noch im Gange.

Ein Brikettlager in Klammen.

WSN. Frankfurt a. M., 24. Aug. In de» Ehsenstraße im Frankfurter Osthafen­gebiet war heute in den frühen Morgenstun­den aus bisher noch nicht aufgeklärter Slrsache ein großes Brikettlager in Brand ge­raten, das zirka 5000 Zentner Briketts umfaßte. Obwohl die Feuerwehr rechtzeitig alar­miert wurde und mit zahlreichen Hilfskräften an der Brandstelle tätig war, gelang es erst am Nachmittag, den Brand vollständig zu löschen.

Vermischtes.

Die Heilsarmee baut auf.

Die Heilsarmee hat besonders im vergangenen Jahre in Deutschland eine verstärkte Rüh­rigkeit gezeigt. Sinter der Leitung ihres neuen Kommandeurs Bruno Friedrich hat sie im Laufe des verflossenen Jahres den Stand ihrer Stationen und Sozialanstalten weiter be­trächtlich erhöhen können. Augenblicklich zählt sie 295 solcher Stationen und Sozialanstalten. Die letzten Veröffentlichungen im Jahre 1929 stellten vier Logierheime für alleinstehende Frauen und Mädchen, ein Wöchnerinnenheim, fünf Heime für gefährdete Mädchen, zwei Kinderheime, ein Frauenaltersheim, zwei Heime für entlassene männliche und weibliche Strafgefangene und 27 Männerheime für Arbeitslose und Obdach­lose fest. Zusammen wurden in diesen An­stalten 450 000 Personen ausgenommen und mehr als 2,25 Millionen Mahlzeiten verabreicht. Hinzu kommt ferner noch die große soziale Hilfe, die alljährlich bei verschiedenen Gelegenheiten von der Heilsarmee geleistet worden ist und die insbesondere zu den kirchlichen Festen einen großen Simfang einnimmt. Soeben ist im übri­gen auch in der Reichshauptstadt ein neue# Männerheim mit 430 Betten in Betrieb ge­nommen worden.

Schnelle Justiz in Sowjet-Rußland.

In Moskau mürben Donnerstag meun Personen, bie sich mit dem Aufkauf von Silbermünzen unb auslänbischen Devisen beschäftigten, unb bie gleich­zeitig konterrevolutionäre Gerüchte verbreiten, zum Tobe verurteilt. Das Urteil würbe voli­st re ck t.

Wirtschaft.

Oie Zahlen des Außenhandels.

Die letzte Mitteilung über den deutschen Außenhandel konnte feststellen, daß die Aus- suhr im Juli gegenüber dem Vormonat um 40 Millionen Mark gestiegen ist. Mithin schließt die Außenhandelsbilanz für Juli wiederum mit einem bemerkenswerten Ausfuhrüberschuß ab. Für die Zeit vom Januar bis Juli ergibt sich somit ein Gesamtausfuhrüberschuß in Höhe von 850 Millionen Mark.

Diese Feststellung ist an sich durchaus erfreulich. Anderseits wäre es aber verfehlt, daraus den Schluß zu ziehen, daß es der deutschen Wirtschaft besser gehe, als den andern Ländern. Der Aus­fuhrüberschuß, der bei uns zu verzeichnen ist, stellt doch im Grunde genommen ein negatives Sym­ptom dar insofern, als der R ü ck g a n g der Ei n- fuhr zum großen Teil auch an der rückgän­gigen Rohstoffeinfuhr liegt und ander­seits an den deutschen Agrarzöllen, die vor allem kein Getreide hereinlassen. Diese beiden Gesichts­punkte muh man berücksichtigen, wenn man der gegenwärtigen Lage gerecht werden will. Ander­seits erscheint es aber angebracht, einmal die Außenhandelszahlen der anderen Staaten zum Vergleich heranzuziehen. In Australien ist bis heute das Ergebnis des Außenhandels des letzten Halbjahres von 1929 noch nicht bekannt geworden. Dagegen kann aber schon jetzt fest- gestellt werden, daß ein starker Rückgang des Exportes und eine starke Zunahme des Importes zu verzeichnen ist, so daß die Außenhandelsbilanz passiv bleibt. In Amerika kommt in den Auhenhandelsziffern die katastrophale Wirt­schaftskrise zum Ausdruck insofern, als Export und Import den tiefsten Stand seit zehn Jahren aufweisen. Auch Brasilien ist nach dieser Richtung hin rückgängig, hat sein Export doch um 32,7 Prozent im ersten Viertel dieses Jahres gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres nachgelassen. Englands Außenhandelsziffern lassen ebenfalls ein unaufhaltsames Sinken er­kennen, dagegen ist die Zahlungsbilanz mit 151 Millionen Pfund Sterling aktiv. Was die Wirt­schaftslage in Frankreich betrifft, so ist die Außenhandelsbilanz ebenfalls passiv, und zwar wird für das erste Halbjcchr 1930 ein Import von 30 461 000 Tonnen, gegenüber einem Export von 18 533 000 Tonnen angegeben. Holland importiert zur Zeit auch weit mehr als es expor­tieren kann. Für das erste Halbjahr ist der Wert des Importes mit 1,3 Millionen hollän­dischen Gulden und der Export mit 0,9 Millio- nen holländischen Gulden angegeben. Das Defizit in der Außenhandelsbilanz Italiens hat sich