Altarschmuck erhielt unsere Kirche durch eine Stiftung aus Anlaß der diesjährigen Konfirmation, bestehend aus zwei großen Altar- leuchtern und dazu passenden Altarvafen: beide wurden nach Entwürfen des jungen Architekten Herbert Sattler in der hiesigen Kunsttöpferei Kehler angefertigt.
ft) Lollar. 24. April. Unter großer Anteilnahme wurde gestern nachmittag der Altveteran Schneidermeister Friedrich Heibertshausen. geboren am 19. August 1846, zu Grabe getragen. Der Verstorbene war das älteste männliche Gemeindeglied und konnte sich bis zum vorigen Donnerstag der besten körperlichen und geistigen Frische erfreuen. In der Gedächtnisrede zeichnete Dekan G u ß m a n n ein Bild des Wirkens und Wesens des Verewigten. Mit ehrenden Worten legten Kränze nieder: für den Kirchenvorstand des Kirchspiels Kirchberg Spenglermeister Gerhard Fuchs, Lollar; für den Veteranen- und Kriegerverein Lollar Steuerinspektor Martin Taubert; für die Sängervereinigung Lollar Schuhmachermeister Georg Schnell; für die Freiwillige Feuerwehr Lollar der erste Kommandant Gerhard Rohrbach. — Aeltester männlicher Einwohner unserer Gemeinde ist jetzt der Portier i.R. Heinrich Vieraul., geboren am 6. September 1846. An Teilnehmern an dem Kriege 1870/71 ist nun nur noch ein Einwohner vorhanden. Christian Viehl, der kürzlich fein 83. Lebensjahr vollenden konnte.
y. Staufenberg, 23.April. Am 2. Dftertage wurden die Konfirmanden des Kirchspiels Kirchberg unter großer Teilnahme der Gemeinden in der Kirche zu Kirchberg konfirmiert. Wie überall, so war der Kriegsjahrgang Konfirmanden viel schwächer als sonst, nämlich nur 67. Davon entfielen auf die hiesige Gemeinde 12, auf Lollar 33, auf Mainzlar 5, auf Saubringen 16, auf Ruttershausen 1.
O Holzheim, 23. April. Am ersten Oster- feiertag wurde der Altveteran von 1870/71, Zimmermann Heinrich Jung IV., zu Grabe getragen. Der Kriegerverein, dessen Mitglied der Entschlafene jahrzehntelang war, beteiligte sich geschlossen an der Beerdigung. Leider war es dem Verstorbenen nicht vergönnt, den 24. April — seinen 8 3. Geburtstag — an dem ihm eine besondere Ehrung zuteil werden sollte, zu erleben. Er hinterläßt außer vier Kindern 20 Enkel und 29 Urenkel. Hier leben jetzt noch zwei Kriegsteilnehmer von 1870/71.
Kreis Friedberg.
pb. Butzb ach, 24. April. Der heutige Schweinemarkt war nicht so stark befahren, wie seither. Dies ist darauf zurückzuführen, daß infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Ossenheim die Zufuhr aus einem Teil des Kreises Friedberg gesperrt, sowie die Abhaltung des Marktes nicht rechtzeitig bekanntgemacht wurde. Aufgetrieben waren 174 Ferkel. Gezahlt wurden für Ferkel bis sechs Wochen 73 bis 41 Mark, von sechs bis acht Wochen 41 bis 45 Mark, von acht bis dreizehn Wochen 45 bis 52 Mark. Das Geschäft war rege, es blieb jedoch ein kleiner Ueberstand.
Kreis Schotten.
§ Ulrichstein, 24. April. Am Ostermontag wurden in der hiesigen Kirche neun Kinder konfirmiert, sieben Knaben und zwei Mädchen. Es ist dies der erste der an Zahl schwachen Kriegsjahrgänge, die nun in den folgenden Jahren zur Konfirmation kommen werden. 3m vorigen 3ahre wurden in unserer Gemeinde fünfzehn Kinder, sieben Knaben und acht Mädchen, konfirmiert. 3m Filialort Feldkrücken, wo die Konfirmation am kommenden Sonntag statt- finden wird, sind es diesmal nur drei Kinder, zwei Knaben und ein Mädchen, gegenüber zehn Konfirmanden, sechs Knaben und vier Mädchen, im Vorjahre. — Der gestern hier abgehaltene Ostermarkt brachte den zahlreichen Besuchern von hier und aus der Nachbarschaft eine schmerzliche Enttäuschung. Zum Ferkelmarkt, der sonst einen stattlichen Auftrieb aufzuweisen
Die gefiederte Schlange.
Vornan von Edgar Wallace.
33 Fortsetzung. *Jiad)brud verboten.
Peter unterdrückte mühsam einen Ausruf der Ueberraschung.
„Damals hat er weder Rechtsanwalt noch seinen Bankier um Rat gefragt, ob die Durchführung seiner Pläne möglich war. Er war sogar so empfindlich, daß er wegen einer Warnung seines Bankiers die Dank wechselte. Er hat Lion House gebaut, und niemand außer mir wußte, wer der Menschenfreund war, der sechzigtausend Pfund schenkte, damit die jungen Mädchen von Cast End eine Herberge fanden. Selbst sein Bankier hatte von seinen Wohltaten keine Ahnung —"
„Er hatte einen Freund, der Architekt war?" fragte Peter. Der Rechtsanwalt nickte.
„3a, Mr. Walber. Das war ein anderer sonderbarer Herr — ich möchte Mr. Deale nicht als exzentrisch bezeichnen, aber in jenen Tagen, als er sich noch mit Degeisterung in den verrufensten Gegenden herumtrieb, teilte er Geld aus wie Wasser. Wenn er nicht nach Amerika gegangen wäre, um dort Ausgrabungen zu machen, wäre er ruiniert gewesen!"
Deale kam zurück und beendete so das Gespräch, das für Peter so interessant gewesen war. Die Urkunden, die er vorbereitet hatte, waren in bester Ordnung. Es war nur noch ein Raum freigelassen für die Anzahl der Aktien und die Summe, die er dafür bezahlen wollte.
„Es scheint alles in Ordnung zu sein", sagte Mr. Holden und schaute über seine Drillengläser weg.
3n demselben Augenblick klopfte es draußen an der Haustür. Peter Dewin fühlte, wie ihn ein kalter Schauer überlies. Er war über sich selbst verwundert und suchte vergeblich, sich an trgenbem ähnliches Erlebnis zu erinnern.
Deale eilte aus dem Raum, und gleich darauf hörten sie Leicester Crewes Stimme. Der Finanz- mann sprach in sehr höflichem Ton.
„... es tut mir unendlich leid, daß ich Sie noch zu so später Stunde belästige, Mr. Deale, aber ich muß England plötzlich verlassen, und es ist möglich, daß ich viele Monate fort- bleibe..
Die Stimmen wurden schwächer, als Deale mit seinem Gast zu dem Arbeitszimmer ging
„Crewe ist tatsächlich gefommen , ' flüsterte Clarke. „Er ist es — großer Gott!"
Aus der Richtung des Arbeitszimmers kam plötzlich ein schriller Angstschrei, der in einem Röcheln endete. Dann hörte man einen Fall
pflegt, oft Hunderte von Tieren, waren nicht mehr als sage und schreibe sechs Dorsten- tic r e zur Stelle, so daß die vielen kauflustigen Landwirte, die zumeist aus den Nachbarorten gekommen waren, unverrichteter Dinge wieder umkehren muhten. Dieser ungewöhnlich geringe Auftrieb dürfte darauf zurückzuführen sein, daß tags zuvor in der weiteren Umgebung schon mehrere Märkte gehalten worden waren..
Kreis Lauterbach.
& Lauterbach, 24. April. Der gestrige Viehmarkt und die durch den Landwirtscyaftskammer- ausschuß abgehaltene Bullenauktion hatten unter den derzeit wirtschaftlich schlechten Zeiten zu leiden. Bei der B u l l e n a u k t i o n, die mit 65
von 79 gemeldeten Bullen beschickt war, machte sich die allgemeine Geldknappheit richtig fühlbar. Obwohl auf der Auktion durchweg nur erstklassiges Material war, konnten Preise wie auf den früheren Auktionen nicht erzielt werden. Von den 22 verkauften Tieren erbrachte das teuerste einen Ber- steigerungspreis von 800 Mark, während auf früheren Auktionen Preise bis zu 1500 Mark erzielt mürben. Die Preise bewegten sich allgemein zwischen 510 bis 780 Mark. Der Schweinemarkt war mit 87 Ferkeln befahren. Auch hier war die Kauflust infolge der hohen Preise gering. Es wurde gefordert und bezahlt pro Stück 40 bis 50 je nach Qualität und Alter.
Stirnen, Spor! und Spiel.
A.f.B. Leichtathletik.
Die Leichtathletik-Abteilung des D. f. D. tritt in diesem 3ahre mit verschiedenen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Uni das 3ntereffe am Lang- und Mittelstreckenlauf zu fördern, hat sie für kommenden Sonntag ein Lang- und Mittelstreckenlaufen arrangiert. Die Gegner sind V. f. L. und Sportverein Wetzlar sowie der Weilburger Fußballverein. Für die Aktiven sind folgende Strecken vorgesehen: 5000, 1500 und 800 Meter, für die 3ugendklassen 1000 Meter und für die Frauen 800 Meter. Ferner kommen verschiedene Staffeln, wie 3X1000 und 4X1500 Meter zum Austrag. Falls der Waldlaufsieger Heberling vom Wetzlarer Sportverein startet, was zu erwarten ist, sollte man ein spannendes Bahnrennen zwischen ihm und den V. f. Bern Heise, Büttner und Schneider zu sehen bekommen. Auch 'die übrigen Läufe versprechen recht interessant zu werden.
V. f. B.
„Alemannia" Worms am Samstag auf dem Waldsportplah.
Am kommenden Samstag findet das erste Wochentagabend-Spiel dieser Saison auf dem Waldsport- platz statt. Als Gegner oer V. f. B.-Liga ist die Ligamannschaft des bekannten Vereins für Rasensport „Alemannia" Worms verpflichtet worden. Die Gäste gehören der Süddeutschen Bezirksliga (oberste Spielklasse) an und haben sich in der verflossenen Saison einen sehr guten, über der Mitte liegenden Tabellenplatz erkämpft. „Alemannia" verfügt über eine körperlich sehr kräftige Mannschaft, die unter der Leitung des bekannten Nürnberger Huber steht. Sie pflegt das typisch süddeutsche Kombinatiopsspiel, engmaschig und flach, versteht sich aber gegebenenfalls auch glänzend auf weite Vorlagen und Flügelspiel. Ihr Spiel ist kraftvoll und schnell und ganz auf Erfolg eingestellt. V. f. B. wird diesem Gegner gegenüber einen schweren, Stand haben. Die Mannschaft muß mindestens das gleiche an spielerischer Leistung, Kampfgeist und Ausdauer aufbringen wie im Spiel gegen Hanau 93, wenn sie einigermaßen günstig abschneiden will. Ihre Ausstellung bleibt fast dieselbe wie bisher, nur wird im Sturm eine neue Kraft Verwendung finden, von deren Mitwirkung man eine größere Durchschlagskraft der Angriffsreihe erwartet. Die Platzelf wird mit einer Niederlage rechnen müssen.
Am Sonntag ist die Ligamannschaft spielfrei.
Die Ligareserve hat Sonntags auf eigenem Platz die erste des Fußballoereins Weilburg zu Gast, die damit eine Rückspielverpflichtung einlöst. Das Vorspiel in Weilburg endete 3:3, nachdem Gießen bis kurz vor Schluß mit 3:2 in Führung gelegen hatte. Die V. f. B.-Elf hat durch ihre letzten Resultate, besonders durch ihre 5:0- und 5:1-Siege gegen Dreihausen bzw. Nauborn gezeigt, daß sie wieder recht gut in Fahrt ist. Die Gäste werden nun alles daransetzen, sich durch ein günstiges Resultat zu rehabilitieren.
Die dritte Mannschaft trägt in Steinbach gegen die dortige erste ein fälliges Rückspiel aus. Das Vor-
unb Beales Hilferuf. 3m nächsten Augenblick sprangen Clarke und Peter auf und eilten über den Gang in die Bibliothek.
Deale lehnte an dem Kamin. Sein Dlick lag auf der Gestalt Leicester Crewes, der zu- farnmengekauert an der Wand gegenüber dem großen Fenster lehnte.
„Was ist geschehen?" fragte Clarke, als er sich über den Mann beugte.
„3ch weiß es nicht ... er schrie plötzlich auf und fiel hin ... ich sah und hörte sonst nichts ... es geschah gerade in dem Augenblick, als wir in das ArbÄtszimmer eintraten."
„Drehen Sie alle Lichter an", sagte Clarke. Peter gehorchte.
Der Distriktsinspektor legte den Mann lang aus den Doden und untersuchte ifyn.
,.Cr ist erschossen worden." Er hob seine Hand, die voll Dlut war. „Mitten durchs Herz!"
„Tot?" fragte der Advokat mit hohler Stimme.
Clarke nickte.
„3a, ich glaube. Telephonieren Sie schnell nach einem Arzt."'
Peter kannte einen Doktor in der Nachbarschaft und bekam sofort Verbindung mit ihm. Als er zurückkam, stand Clarke am Fenster und prüfte das Glas. Er zeigte auf ein glattes, rundes Loch mitten in der Scheibe.
„Der Schuß ging durch das Fenster", sagte er. „Dies ist nichtsplitterndes Glas."
Veale nickte.
„3a, ich ließ es einsehen, als einige 3ungen von der Straße aus mit Steinen warfen und mich beinahe im Gesicht verletzt hätten."
Er sah sich über die Schulter nach dem Mann um, der auf dem Fußboden lag.
„Also tot, sagte er dann langsam.
„Hörten Sie keine Explosion?'? fragte Clarke. Als Deale den Kopf schüttelte, öffnete der Beamte das große Fenster vorsichtig und kletterte in den Garten hinaus. Peter, der niemals ohne seine Taschenlampe ausgina, leuchtete ihm.
Ein Streifen unregelmäßiger Pflastersteine lief zu der Mauer im hinteren Hof. Von dem Mörder war nichts zu sehen. Die einzige Stelle, wo sich jemand hätte verbergen können, war ein kleiner Schuppen aus Mauerwerk, der von außen durch ein Vorhängeschloß gesichert war.
Auf einem Seitenpfad, der zu dem Hauptweg kührte, sah Clarke im Lampenlicht etwas blitzen. Er bückte sich und hob es auf. Es war die Hülse einer abgeschossenen Patrone, die von einer automatischen Pistole hcrrührte. Er nahm einen Bleistift aus der Tasche und machte ein großes Kreuz auf die Steine an der Stelle, wo er die Patronenhülse entdeckt hatte.
„Das stimmt also," sagte er mit Genugtuung. „Wir müssen warten, bi- wir Tageslicht haben.
spiel auf hiesigem Platz endete mit einem 4:3-Sieg Steinbachs. Die V. f. B.er sollten auch diesmal wenig Siegesaussichten haben.
Die Alte-Herren-Mannschaft empfängt zum Freundschaftsspiel die gleiche des Sportvereins Herborn.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. Die Ligamannschaft wird voraussichtlich am kommenden Sonntag auswärts spielen. Die Wahl ■bes Gegners steht bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht fest, er dürfte aber im süddeutschen Verbandsgebiet liegen.
Die Ligareserve ist spielfrei, da der vorgesehene Gegner von der Verpflichtung zurückgetreten ist.
Die dritte Mannschaft holt das am 13. d. M. ausgefallene Freundschaftsspiel in Ehringshausen, Kreis Wetzlar, nach. Die Spielstärke des Gegners ist hier nicht bekannt. Eine weitere dritte Mannschaft, bestehend aus neu eingetretenen Spielern, unterstützt von einigen Spielern der Reserve, trägt nachmittags in Gießen ein noch ausstehendes Rückspiel gegen die zweite Elf des Fußballvereins Weilburg aus. Auf Grund des eigenen Platzvorteils erwartet man die Blauweißen aus Gießen in Front.
In Heuchelheim tritt 1900s vierte Mannschaft der zweiten Elf Heuchelheims in einem Gesellschaftsspiel gegenüber. Die Gießener sollten auf dem tückischen Heuchelheimer Platz und bei der anerkannten Spielstärke des Gastgebers um eine knappe Niederlage nicht herumkommen.
3ugenbfpide.
1900s erste Jugendmannschaft erwartet vormittags die gleiche vom V. f. B. Kurhessen-Marburg. Dies dürfte die interessanteste Begegnung des Tages werden, da beide Mannschaften in kompletter Aufstellung zu vorzüglichen Leistungen befähigt sind. Die Gäste erzielten an den Dfterfeiertagen ausgezeichnete Leistungen. Sie schlugen den V.f. R. Fürth 3:2 und Viktoria Magdeburg 2:1, zwei Gegner, die in ihrer Heimat Meister sind.
Im Pflichtspiel stehen sich 1900 II. Jugend und V. f. B. II. Jugend, sowie 1900 I. Schüler gegen 1900 II. Schüler auf dem Sportplatz an der Lie- bigshöhe gegenüber. Der Ausgang ist offen.
Handball im T. V. Großen-Linden.
Die erste Mannschaft des Tv. Cölbe ist am kommenden Sonntag Gast der ersten Mannschaft des Tv. Großen-Linden. Cölbe spielt im Marburger Bezirk in der ^-Klasse und stellt eine recht spielstarke Elf. Es dürfte ein spannender Kampf zu erwarten fein, über dessen Ausgang man nichts Voraussagen kann.
Die 3ugendmannschaft der Grohen-Lin- dener trägt ein Freundschaftsspiel gegen die neugegründete Handballelf des Tv. Klein- Linden aus.
Turngau Lahn-Oünsberg.
Am kommenden Sonntag wird in Garbenteich die Faustball-Meisterschaft zum Austrag gebracht. Es treffen sich Tv. R o d h e i m (Bieber) und der bevor wir die Mauer genauer untersuchen können. Peter, telephonieren Sie doch eben einmal zur nächsten Polizeistation, damit wir ein paar Leute zur Hilfe hierher bekommen. Und dann fürchte ich, mein 3unge, Sie müssen uns jetzt verlassen."
„Wenn ich gehe, werden Sie niemals den Mann fangen, der Leicester Crewe getötet hat."
Es entstand ein tiefes Stillschweigen.
„Meinen Sie das im Ernst?" fragte Clarke. Er hatte einen ungeheuren Respekt vor dem Reporter und wußte, daß Peter noch niemals eine bestimmte Aeußerung getan hatte, ohne daß guter Grund dafür vorhanden war.
„3ch bin der am meisten ernst zu nehmende Mann, den Sie heute abend getroffen haben," sagte Peter. „3ch weiß ja nicht, welche Polizeibestimmungen über einen solchen Fall bestehen, aber ich glaube, Sie würden gut daran tun, heute ein Auge zuzudrücken. 3ch gehe natürlich, weil ich anderswo einige Fäden aufzufinden habe, aber ich brauche 3hre Erlaubnis, zurück- kommen zu dürfen, wenn Sie 3hre Untersuchung am nächsten Morgen beginnen. Sie werden es nicht bereuen.“
Der Distriktsinspektor zögerte. Er hatte sich noch nicht an die Funktionen seiner neuen Stellung gewöhnt; auch war es ihm noch nicht vollständig zum Bewußtsein gekommen, daß er jetzt das Recht hatte, frei zu verfügen, ohne einen Höheren zu fragen.
„Run wohl," sagte er schließlich, „telephonieren Sie nach Scotland Bard und an die Polizei- ftation."
Peter ging durch das Arbeitszimmer zurück. Leicester Crewe lag reglos da, und man brauchte nur einen Dlick auf fein kalkweißes Gesicht zu werfen, um zu sehen, daß Clarkes schnelle Diagnose richtig war. Leicester Crewe war dem Arm der irdischen Gerechtigkeit entgangen.
Der Reporter telephonierte von der Halle aus, als die beiden Diener zurückkehrten, die den ganzen Tag fortgewesen waren. Mr. Deale stand mit seinem Advokaten in dem Gmpfangsraum und hatte feine Ruhe wieder einigermaßen zurückgewonnen.
„3ch möchte nicht darüber sprechen," sagte er. „Es wird ja ein Bericht darüber in die Zeitungen kommen — natürlich — und es scheint keine Möglichkeit zu geben, daß mein Name nicht dabei erwähnt wird!"
„Haben Sie sich mit Mr. Crewe nicht unterhalten, Mr. Beale?"
Deale schüttelte den Kopf.
„Nein, er dankte mir noch, daß ich ihn so spät noch empfangen hatte, als er plötzlich umftcL 3dj kann nicht genau fagen, was überhaupt geschah," gab er offen zu.
Titelverteidiger Tv. Garbenteich. DaS Trchi fen muh offen gehalten werden.
3m Anschluß daran findet das rückständige Pflicht-Handballspiel der beiden Vereine statt. Hierbei dürfte der Platzverein und diesjährige Gaumeister einen sicheren Sieg davontragen.
Td. Launsbach — Tb. Lollar.
Kommenden Sonntag empfängt die erste Mann« schäft des Tv. Launsbach die erste Mannschaft des Tv Lollar zum Freundschaftsspiel. Das Vorspiel endete 1:1. Deide Mannschaften find gleichwertig; man kann auf ein spannendes Spiel rechnen.
Handball in Allendorf a. d. Lda.
Turn- u. Sportvereinigung e.D. Solingen-Wald 1. Mannsch. — Tb. Allendorf^Lda.) 1. Mannsch.
Das Vorspiel gegen die Bergischen zu Pfingsten v. 3. konnte die Allendorfer Mannschaft mit 2:3 für sich entscheiden. Am Ostersamstaa trat die 1. Mannschaft des Tv. Mendorf (Lda.) die Reise nach Solingen an. Svnntagnachmittag stellten sich beide Mannschaften trotz Regenwetter zum Freundschaftsspiel dem Darmer Schiedsrichter. Leider muhte Allen- dorf (Lda.) mit drei Ersatzleuten antreten. Die Walder fanden sich mit dem sehr schlüpfrigen Doden besser ab und zeigten ein sehr flottes Zusammenspiel. Desonders der Mittelläufer, welcher in bester Form war, schickte immer wieder durch schöne Vorlagen seinen Sturm vor daS Allendorfer Tor. Die Allendvrfer Hintermannschaft konnte auf dem schlüpfrigen Doden nicht alle Angriffe abstoppen. Dis zur Halbzeit mußte der Allendorfer Tormann drei Dälle aus dem Retz holen. Rach schöner Kombination erreichten die Allendorfer kurz vor Halbzeit das erste und damit das Ehrentor. Rach Halbzeit folgte ein verteiltes Spiel. Die Walder konnten nod> drei! unhaltbare Tore erzielen. Mit 6:1 für Wald wurde das Spiel beendet.
Arbeiier-Tnrn- und Gportbund.
Der kommende Sonntag sieht folgende Mannschaften im Kampf um die Punkte gegenüber«# stehen. Gießen I fährt nach Wetzlar und dürfte im Spiel gegen die dortige erste Mannschaft einen sicheren Sieg mit nach Hause nehmen.
Gießen Ib hat auf eigenem Platze Daubringen 1 zu Gast. Gießen, das wohl technisch reifer spielt, wird sich sehr anstrengen müssen, wenn eS geJ gen die flinken Gäste nicht unterliegen will.
3n Wies eck stehen sich Wieseck l und Großen- Linden I gegenüber. Hier dürften die Einheimischen Sieger bleiben.
Vorher hat die Ib-Mannschaft die erste Mannschaft Kinzenbachs zum Gegner. Zwei gleichwertige Gegner werden sich hier gegenüberstehen.
Lollar I hat auf eigenem Platze die erste Burkhardsfelden zum Gegner; es wird die Chancen des eigenen Platzes auszunützen wissen und Sieger bleiben.
Heuchelheim I geht nach Naunheim und wird im Spiel gegen die Ib-Mannschaft wohl sicherer Sieger bleiben.
Oppenrod I muß ebenfalls nach Naunheim und dürfte im Spiel gegen die dortige 1. Mannschaft wohl Sieg und Punkte in Naunheim lassen.
3n der zweiten Vezirksklasse hat Klein-Linden I Vödgen I zu Gast und wird auf eigenem Platze wohl die Punkte für sich behalten.
Beilstein I und Leun l werden sich in Beil- stein ein scharfes Spiel liefern, dessen Ausgang offen ist.
Heuchelheim II geht nach Wetzlar und dürfte wohl einen knappen Sieg mit nach Hause nehmen.
Waldgirmes I muß nach Bach und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn es nicht unterliegen will.
Lich l und Birklar I werden sich in Lich gegenüberstehen. Hier dürften die Einheimischen Sieger bleiben.
Watzenborn I hat Hungen I zu Gast. Zwei gleichwertige Mannschaften werden sich hier gegenüber- stehen, wovon die glücklichere Sieger bleiben wird.
-Haben Sie denn keinen Laut und keinen Schuß gehört?"
„Nichts. Wenn ich etwas gehört hätte, müßten Sie es doch auch gehört haben," sagte er. Dastimmte. Man hatte nicht das leiseste Geräusch einer Explosion vernommen, nur den markerschütternden Schrei und dann Beales Hilferuf. Das wa« das einzige, was man im Empfangszimmer von der Tragödie erlebt hatte.
Peter eilte aus dem Hause, mietete einen Wagen und fuhr zu Daphne Olroyds Hotel. Sie war schon zu Bett gegangen, aber auf seine dringende Nachricht hin kam sie nach zehn Minuten wieder vollständig angekleidet herunter. Glücklicherweise war die Halle zu dieser Stunde kaum belebt. Sie setzten sich in eine Ecke, und Peter erklärte in einigen Worten dem erschrockenen Mädchen, was sich am Abend in Beales Haus zugetragen hatte.
„Es ist mir so zuwider, dich auszuhorchen, mein Liebling, aber denke, bitte, einmal nach und erzähle mir auch das kleinste Vorkommnis, das du sonst vielleicht übersehen würdest. 3eder ungewöhnliche Besucher, der in das Haus gekommen ist, jeder Handwerker, der im Haus oder im Garten arbeitete, kann von Nutzen fein..
Daphne dachte eifrig nach. Ueber den Garten wußte sie nur, daß Mr. Beale die Gewohnheit hatte, des Morgens dort spazieren zu gehen und die vertrockneten Blätter von den Blumen abzupflücken.
„Gewöhnlich zündete er nachher ein kleine- Feuer von den vertrockneten Blättern an — aber das ist doch alles so furchtbar gleichgültig."
Peter schüttelte energisch den Kopf.
„Nichts ist zu nebensächlich und zu gleich- gültig. 3st Leicester Crewe früher schon einmal in dem Hause gewesen?"
„Nein, niemals."
„War von der anderen Gesellschaft jemand da — Ella Creed?"
„3a. Das wollte ich dir schon mitteilen. 3<H versuchte vergeblich, dich telephonisch zu erreichen."
„So — und was war denn mit Ella Creed?" fragte er, fiebernd vor Ungeduld.
Er horte ihrer Erzählung gespannt zu, ohne sie zu unterbrechen.
„Sie hatte das Tonbild einer gefiederten Schlange in der Hand?" fragte er langsam.
„Unö sie sah darauf — was für ein merkwürdiger Zufall!"
Daphne sah ihn erstaunt und mit großen Augen an.
(Fortsetzung folgt.J . i1 \
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