Oer Haushalt der Evang. Kirchengemeinde Gießen.
Die Gefamtgemeindevertretung der Evangelischen Kirchengemeinde Gießen beschäftigte sich am Mittwoch in einer Sitzung unter der Leitung von Pfarrer Bech - t o l S h e i m e r mit dem Bericht bcÄ Gesamt- kirchcnvorstandeS für das Jahr 1929 und mit dem Voranschlag der Evangelischen Kirchengemeinde Gießen sür 1 9 30. lieber den Bericht für das Jahr 1929 werden wir noch besonders referieren. AuS der Dor- anfchlagsberatung ist folgendes mitzuteilen :
Der Vorsitzende bemerkte einleitend, daß die Kirchengemeinde durch die Vergrößerung der Psarrstellen und die Errichtung neuer GotteS- dienststätten in den letzten Jahren vor große Aufgaben gestellt worden ist und auch im Jahre 1930 gestellt sein wird, so daß
größte Sparsamkeit am Platze sei. Es dürfe nicht mehr vorkommen, daß die Gemeinde zur Deckung laufender Ausgaben ein Kassedarlehen ausnchmen müsse.
Der Voranschlag gliedert sich in einen ersten und zweiten Teil. 3m ersten Teil werden die Einnahmen und Ausgaben verrechnet, die sich aus die Lokalkirchengemeinde beziehen, im zweiten Teil sind Einnahmen und Ausgaben sür Verfehung des Psarrdicnstes. und zwar die Einnahmen aus Dcfoldungskapitalien und De- soldungsgrundstücken, die an die Landeskirchenkasse in Darmstadt abgeliefert werden, enthalten.
Zunächst wurden die Ausgaben des ersten Teils besprochen. Für öffentliche Abgaben sind vor- gesehen 8000 Mk., für Drandversicherung 1000 Mk., die Kirchengemeinde hat Kapitalschulden in Höhe von 62 627.84 Mk.. die sie mit 5244,21 Mk verzinsen muß. Zur Ausbesserung der kirchlichen Gebäude sind 7000 Mk. vorgesehen, für Orgeln, Uhren und Glocken 2400 Mk.; hier ist eine gründliche Reinigung und Jntonierung der Orgel der Stadtkirche vorgesehen. Die Unterhaltung der Güter erfordert 300 Mk. In dem kalten Winter 1928/29 waren 7821,67 Mk. nötig, man hofft, im kommenden Winter mit 7000 Mk. auszukommen. Für Brot und Wein zum heiligen Abendmahl sind vorgesehen 200 Mk.. für kirchliche Geräte und kirchliche Bücher 2500 Mk. Die Besoldungen der Organisten, Kirchendiener, Kirchenrechner und Putzfrauen erfordern mit den Desoldungsbeiträgen von 10 397,71 Mk., die für die sechs Pfarrstellen an die Landeskirchenkasse abzuführen sind, einen Aufwand von 28 979,13 Mk. Für Schreibmaterialien sind 100 Mk. bestimmt, für Gerichtskosten 200 Mk., für Porto und Verkündigungskosten 400 Mk., für Formularien und Drucksachen 450 Mk., zur Unterstützung der Armen und Kranken stehen voran» schlagsgemäh 3200 Mk. zur Verfügung, es ist aber zu hoffen, daß sich hierfür ein weitaus höherer Betrag ergeben wird. An andere Kassen, so für Verpflegung der Gemeindeschwestern, an die Dekanatskasse, Kirchengesangverein, Iugendvereine, Verein der Inneren Mission und andere Institutionen sind insgesamt 21 473,86 Mk. abzulie-
fem Da der Betrag an Lokalkirchensteucr weitaus nicht eingeht, wurden als uneinbringlich 14 500 Mk. eingesetzt Dsr Beitrag für die Land- und forstwirtschaftliche Verufsgenossenschast beträgt 25 Mark. An Schulden sollen 2000 Mk. abgetragen werden. Zu kapitalisieren sind im ganzen 888.65 Mk. S-s handelt sich hier um die Zinsen einiger kleiner Kapitalien, die zu Wohl- fahrtSzwecken bestimmt, aber noch nicht aufgewertet sind, sowie um die Gebühren für die Trauungen und Einäscherungen Auswärtiger; diese Gebühren werden bestimmungsgemäß einem bereits bestehenden Fonds zugeführt. Zur Bildung eines Fonds für die Erbauung eines Gemeindehauses, das im südlichen Stadtteil seine Stätte finden soll, wurden 5000 Mk. eingestellt. Das Betriebskapital wurde auf 4687,73 Mk. festgesetzt, der Reservefonds wurde auf 9728.73 Mk. bemessen
Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 134 477,31 Mark.
Diesen Ausgaben stehen an Einnahme n gegenüber: die Miete von Gebäuden 1481,30 Mk., Pacht von verliehenen Gütern 470,80 Mk., an Kapitalzinsen 888,63 Mk., an Opfer und Kollekten 3200 Mk., von verkauften Mobilien 30 Mk., von Kirchenbuchauszügen 15 Mk., an Schenkungen und Vermächtnissen 200 Mk., an Ersayposten 300 Mk., der Rest aus dem Jahre 1928 beträgt 2427,35 Mk. Die Tatsache, daß dieser Rest bei einer Gesamtausgabe von 174 349,29 Mk. so gering ist, beweist zur Genüge, daß die Kirchen- gemeinde vor große finanzielle Ausgaben gestellt ist und sparsam Wirtschaften muß. Die Hauptstaatskasse zahlt an die Kirchengemeinde für Or- gcmistenbesoldung 195,23 Mk., somit sind 124 869 Mark ungedeckt. Der Kirchenvorstand schlägt vor, diesen Betrag an Lokalkirchensteuer einzusetzen.
Die Lokalkirchensteuer betedjnct sich in folgender weise: 6,5 v. h. der Einkommensteuer in höhe von 1 748 000 Mark = 113 672 Mark, von dem unbebauten Grundbesitz mit 5 549 875 Mark 5 Pf. für 100 Mark Steuerwerk = 2774 Mark und von dem Gewerbekapital in höhe von 8 423 340 Mark 10 pf. für 100 Mark Steuer- wert - 8423 Mark. Sonach muß die vorjährige höhe der Lokalkirchensteuer beibehalten werden.
Der Kirchenvorstand ist sich wohl bewußt, daß eine Ermäßigung der Lokalkirchensteuer sehr wünschenswert wäre, er war aber in diesem Jahre noch nicht in der Lage, eine Ermäßigung vorzuschlagen. Hoffentlich wird daS in späteren Jahren möglich sein.
Die Einnahmen und Ausgaben deS zweiten Teils belaufen sich auf je 14 884,60 Mk.
Der Voranschlag wurde nach längerer Aussprache in der vorliegenden Fassung gemäß den Empfehlungen des GesamtkirchenvorstandeS ein- st i m m i g genehmigt.
Aus der provinzi'alhauptfiadi.
Gießen, den 24. Mai 1930.
Jungend von heute.
Wenn wir älter werden, merken wir da- am ersten an unfern Kindern. Mein Kleiner ist vor kurzem zehn Jahre alt geworden Was wußten wir einst in diesem Alter von der Welt? Wer las von uns die Zeitung? Heute finb die Junaen anders eingestellt. Da kommt er heim aus der Schule, wirst den Ranzen in die Ecke und stürzt sich auf die Zeitung, d. h. auf den Bericht über den letzten Fußballwettkamps. Die Mutter mahnt, das Essen wird kalb Erst muß er genau Bescheid wissen, wie das Spiel verliess Ist'S nun nicht so bei allen Jungen?
Da saß er am Samstag am Rundfunk, machte ein tiefernste- Gesicht, und wenn wir uns erlaubten, irgend etwas zu sprechen, bdnn rief er. Pstl Wir konnten den Verlauf des Spiele- auf feinem Gesicht ablesen, aus seinen Mienen. auS seinen Ausrufen. »Jetzt hat Deutschland ein Tori" »Hofmann hat es geschasstl" Die Halbzeit ist um Das Spiel steht für Deutschland 12. Ausgeregt legt er die Hörer hin, läuft zur Tür und schreit seinem Bruder, der in der Badewanne sitzt «Samstagabends) und der nicht weiß, daß die ilebertragung schon früher begonnen hatte, zu: Erich, das Spiel steht 1:21
Draußen aber auf der Straße wartet eine Korona von etwa zehn Knaben, die wissen, daß eben das Spiel übertragen wird, die aber zu Hause keinen Rundfunk haben. Sie unterhalten sich und sagen das Ergeonis wettend voraus. Die Spannung liegt auf allen Gesichterw Da reißt mein Jüngster das Fenster auf und ruft: Halbzeit 121 In diesem Augenblick schaute ich mir die Gesellschaft an. Was lag den Buben an ihrer «Schulausgabe, was tat eS, wenn die Mutter nach ihnen rief. Sie mußten wissen, wie das Spiel st and. wie es ausging I
Ich habe mit meinem Jungen am Morgen denselben Weg. Als vor etlichen Wochen das Spiel Italien gegen Deutschland ausgetragen wurde, und Deutschland verlor, machte ich am aridem morgen die Entdeckung, daß ich doch fürchterlich zurückgeblieben bin in meiner Entwicklung Mein Kleiner befprach nämlich mit ungemeiner Sachkenntnis den Verlaus des Spiele- und bewies mir haarscharf, warum es so gekommen war, aus welchen Gründen Deutschland unterliegen mußte Dabei warf er mit -Hamen um sich, die ich noch nie gehört hatte, ilnb erst die Fachausdrücke I 3a, da schwindelte es mir. Unö wenn ich mir eine bescheidene Frage erlaubte, blieb er staunend stehen, besann sich einen Augenblick und sagte bann: Bist du aber dumml 3a, man wird älter. Man kommt da nicht mehr mitl
Wenn aber erst ein Auto vorüberflitzt, dann sind diese Schlingel die emsthastesten Kritiker. Selbstverständlich Kennen sie jede Marke, jeden Typ, sie wissen ganz genau, welche Wagen die rassigsten (!) sind, welche die besten Motore haben, lieber die kleinen 'Wagen machen sie sich luftig, sagen sogar Spottverse darüber. Mir wird natürlich stets die Frage vorgelegt: Wenn wir einmal ein Auto laufen, welche Marke wählen wir dann? Doch die und diel (Ich sage natürlich: Ja, gewiß!)
Wir sammelten einst in diesem Alter Briefmarken, tauschten gegenseitig und waren glücklich, wenn wir einige Seltenheiten in unferm Album vorzeigen konnten. Auch heute sammelt die Jugend noch. Aber nicht nur Marken. Soviel ich bei den Kameraden meiner Kinder feststellen kann, werden in der Hauptsache Serienbilder aus Zigarettenschachteln usw. zusammen- gelragen. Natürlich spielen auch hierbei die Sportbilder die Hauptrolle. Ganze Rachmittage werden sie sortiert, gelesen und darüber gestritten, die Ramen zugehalten und gefragt, wer das ist. Auch hier muß ich mir des öfteren sagen lassen, daß ich merkwürdig weit zurückgeblieben bin Da sind die Weltmeister im Radfahren, im Tennisspiel, da die Läufer, die Werfer. Ja, wer behält all die Ramen? Frage deine Jungen I Sie wissen es, noch bevor sie das Einmaleins gelernt haben. Cs scheint auch in der Pause ihr Hauptgespräch zu fein. Was der eine nicht weth, sagt ihm der andere. Solche Unterhaltungen haben einen ungeheuren Reiz für mich: denn die Knirpse Wersen da mit Schlag- Wörtern um sich, daß man glaubt man wäre auf dem Sportplatz.
Was trieben wir denn seinerzeit in diesem Alter? Wir spielten Soldaten, Räuber und Gendarm, oder fingen Schmetterlinge. Das alles ist heute kaum noch an der Tagesordnung. Sport und Sportbegeisterung dringt bis zu den Kleinsten. Da können wir Alten nicht mehr mit
Eins aber ist geblieben: Das Lesen der 3 n - dianerbücher l Da steht in erster Reihe natürlich Karl May. Frage einen Jungen, was er sich zum Geburtstag wünscht! Ein Band Karl May ist fast immer dabei. Er scheint m seiner Wirkung, trotzdem er in literarischen Aufsätzen oft heruntergemacht wird, unübertroffen auf die 3ugenö zu sein, besonder- auf Die Knaben. Wir lasen früher auch noch die kleinen bunten Zehnpfenniaheftchen, je schauriger der Inhalt war. desto lieber war es uns Es waren noch schöne Zeiten, wenn wir auch nichts vom Fußballkampf und Höchstleistungen wußten. Wir hätten aber nie gewagt, unfern Eltern vorzu-
I
werfen, daß sie nichts verstünden. Heute müssen wir uns das von unfern Kindern gefallen lassen. So ändern sich die Zeiten I R. O.
Gießener Wochcninarttpreise
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Wirsing 25 bis 30, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15. grüne Bohnen 70 bis 80, Spargel 40 bis 90. Erbsen 35 bis 40. Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4,5 bis 5. Aepsel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 80 bis 100, Rüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig, Tauben 70 bis 80. Eier 10. Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 80, Ober-Kohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10 Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück. Radieschen 10 bis 15 Ps. das Bund: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. der Zentner.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Gleiberg-Verein: Generalversammlung, 16 Uhr, aus der Burg Gleiberg. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Sprech- und Tonfilm »Der unsterbliche Lump"; abends 11 Uhr: »Geißel der Menschheit". — Astoria-Lichtspiele: »Zwischen Vierzehn und Siebzehn".
— Tageskalender sür Sonntag. Oberhessische Viehveriicherungsanstalt: Mitgliederversammlung, 13,30 ilbr. im Caf6 Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Der unsterbliche Lump". — Astoria-Lichtspiele: »Zwischen Vierzehn und Siebzehn" und »Der Kampf um die Raysield-Mine .
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die Winterspielzeit, die mit Samstag. 31. Mai. abschlieht. bringt als letzte Vorstellung „Tlavigo". und zwar nachmittags 4 Uhr. als
«Schülervorstellung. Kleine Preise. Die letzte Abonnements-Vorstellung ist Dienstag, 27. Mai: „Meine liebe dumme Mama", Lustspiel. Diese Vorstellung sindet im Mittwoch-Abonnement statt.
•
* Die Studierenden der Landes- Universität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Nach vorläufiger Feststellung beträgt die Zahl der Studierenden im Sommersemester 1930: 1920, hierzu kommen noch 124 Gasthörer und .Hörerinnen, so daß die Gesamt- zahl 2044 beträgt. Im Wintersemester 1929/30 waren 1756 Studierende immatrikuliert.
•* Der Kreistag des Kreises Gießen ist auf Montag. 2. 3uni, vormittag- 9 Uhr, in den Sitzungssaal des Regierungsgcbäudes zu Gießen einberufen worden. Aus der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Dicnsteinwei- fung von Kreistagsmitgliedern. 2. Prüfung und Begutachtung der Rechnung der Kreiskasse und des Verwaltungsberichts des Kreisausschusses für Rj. 1928. 3. Feststellung des Voranschlags des Kreises Gießen für das Rj. 1930. In Verbindung damit: a) Anstellung eines Kreisrechnungsrevisors, b) Ausnahme eines Kapitals zur Gewährung von Baudarlehen, c) Festsetzung der vorläufigen Ausschlagsfätze sür die Kreisumlagen und die Kreissondergebäudesteuer für 1930. 4. Die endgültigen Ausschlagssätze für die KreiS- umlagen und Kreissondergebäudesteuer für 1929. 5. Vorübergehende Bestellung eines zweiten Kreisvouziehungsbeamten. 6. Reufestsehung der Tagegelder und Reisekosten der Mitglieder des Kreistags, des Kreisausschusses und der KreiS- kommissionen. 7. Wahl der Körkommissionen.
ee Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub e. V. (A. v. D.) Gießen: Die in der Gemeinde Winnen gelegene Straße im Zuge der Straße Grünberg—Ebsdorf—Marburg wird ab 25. Mai auf die Dauer von drei Tagen für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Kesselbach—RüddingS- haufen—Wermertsbaulen Roßberg
•• Die Museen finb am morgigen Sonntag au gewöhnlichen Preisen geöffnet. Im Oberhrssischen Museum nochmal» Ausstellung der neuen Wille- Stiche.
** Die energische Reich-baßn. Die ReichSbahnoerwaltung will in diesem Jahre im Interesse von nichtrauchenden Reisenden daS Rauchverbot besonder« streng burebfübren. Sie hat infolgedessen an da- Zugpersonal die Aufforderung gerichtet, die einschlägigen Beförde- rungSbestimmungen peinlichst zu überwachen. 3n Zukunft sollen alle Reisenden die gegen da« Verbot deS Rauchen» in den Richtraucher- Abteilen verstoßen, ohne vorherige Warnung mit einer Geldstrafe belegt werden Auch hinsichtlich des Verkehrs in den l>-Zügen soll in Zukunft eine strengere Ueberwachung der Bestimmungen ausgeübt werden. So ift in Zukunft der Aufenthalt vor fremden Abteilen den Reisenden nicht mehr gestattet, und auch daS Derweilen von Reisenden mit Fahrkarten 3. Klasse in den Seitengängen der Wagen höherer Klassen fällt in Zukunft unter das Verbot.
•• Der Gießener Wochenmarkt wird in der nächsten Woche am Mittwoch, 28. Mai, anstatt am Donnerstag, 29. Mai, stattsinden. Siehe heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung.
•• Johann-Str a'uß-Konzert. Am Himmelfahrtstag in der nächsten Woche (29. Mai) wird der weltberühmte srühere Hofballmusikdirektor Johann Strauß au- Wien mit seinem Wiener Orchester in der Volkshalle zu Gießen konzertieren. Wer sich an die glanzenden instrumentalen Darbietungen dieser Kapelle bei ihrem Konzert vor etwa einem Jahre in der Gießener Dolkshalle erinnert und dabei der damaligen Beifallsstürme von etwa 4000 Zuhörern gedenkt, wird sich sicherlich veranlaßt sehen, auch dem bevorstehenden Konzert beizuwohnen. Da- Strauß-Orchester feiert eben auf feiner Rund- reife durch die größten Städte Deutschlands und der angrenzenden Länder stärkste Erfolge, und eS ist als sicher anzusehen. daß auch daS Gießener Konzert dem Orchester und seinem Leiter wieder lebhaften Beifall und die rückhaltlose Anerkennung der Zuhörer eintragen wird. Man beachte die heutige Anzeige.
*’ Dom Flugplatz. Am Samstag und Sonntag findet auf dem Flugplatz ein Bollonwettbewerb für Erwachsene und Kinder statt. Die mit einer vor- gedruckten Karte versehenen Ballons werden zu verschiedenen Zeiten auf ein Signal in die Luft gelassen, der Absender des am weitesten vom Flugplatz aus geflogenen erhält einen Freiflug nach Frankfurt am Main oder nach Wahl ein Buch. Gleichzeitig findet an jedem der beiden Tage der Ausstieg einer Mont- golfifcre mit einem kleinen Fallschirm, der sich selbsttätig löst, statt. — Näheres in der heutigen Anzeige.
Nicht aus dem Fenster hinauslehnen!
Frankfurt a. TI., 23. Mai. (WSN.) Gestern nachmittag beugte sich aus einem auf der Mainbrücke haltenden Pcrfonenzug der 28jährig« JofefWeber aus Frankfurt a. M. weit aus dem Fenster hinaus. Er wurde habet von dem Wasserkasten der Lokomotive eines aus entgegengesetzter Richtung kommenden Zuges a n - gestoßen. Schwer verletzt wurde der Mann auf dem Bahnhof Louifa aus dem Zuge genommen und nach dem Städtischen Krankenhaus gebracht. Trotz sofort vorgenommener Operation ft a r b der Unglückliche.
Neuer Höhenrekord der Akademischen Zliegergruppe Darmstadt.
Darmstadt, 23.Mai. (WSN.) Das Flugzeug D 18 der Akademischen Flieger- gruppe Darmstadt erreichte heute morgen eine ^)öhe von ungefähr 8400 Meter. Pilot der Maschine war B o i g t. Diese Leistung wird als deutscher und internationaler Rekord angemeldet werden. Der bisherige Weltrekord für Leichtflugzeuge steht auf 7730 Meter.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
~ Hörnsheim, 20. Mai. Der bei einem hiesigen Landwirt beschäftigte Arbeiter Johann Reumann war damit beschäftigt, in der Scheune feines Arbeitgebers Stroh vom Gerüst herunterzuwerfen. Hierbei glitt er aus und stürzte ab, wobei er sich erhebliche Verletzungen am rechten Dein zuzog. Der bedauernswerte junge Mann mußte nach erster Hilfeleistung durch den Hiesigerz Arzt in die Klinik zu Gießen überführt werden.
Nestle, Hurr«l Wie steh' ld> d«? Stürmet Gebraut, Ich halt et eut.
Viele Tausende von glücklichen Müttern haben uns freiwillig bestätigt, daß ihren Kindern Nestle'sKindermehl hervorragend gut bekommen ist. Infolge Zugabe besonderer vitaminreicher Extrakte verhütet es audi die englische Krankheit.
Verlangen Sie bitte Probedose und BroechOre.Ratschiege eines Arztes- kostenlos durch die Deutsche A G. für NESTLE-Erzeugnisse, Berlin W 67, Reg. 52
HAMBU
M0NCI
BMW
Trotz Benzinpreiserhöhung unerreicht wirtschaftlich!
BMW
Fahrpreis für 1 Person v. Berlin n. Münch., Brln. n. Konigsbg., Brln. n. Dresden Schnellzug 3. Klasse - M 29.20 M 27.20 M 9.70
Mit dem dreisitzigen
BMW Wagen M 11.75 M 10.75 M 3.25
ind. aller sich für den km ergebenden Betriebskosten
der Wagen mit dem berühmten Motor der Alpensiege 1928 und 1929
BAYERISCHE MOTOREN WERKE • A.-G. - MÖNCHEN-EISENACH
Fabrikvertretung In GleOen: Otto Faber, Kraftfahrzeuge, Reparatur, Mühlatraße 22 - Fabrikvertretung in Ober-Ohmen: Eduard Kratz, Automobile, Telephon Mücke 65.


