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Wirtschaft.

Oie Deutsche Reichsbahn im Dezember 1929.

Dem amtlichen Bericht der Deutschen Reichs­bahngesellschaft über Verkehr und Betrieb zufolge war der Güterverkehr im Dezem­ber 1 9 29 erheblich schwächer, als im November. Die Wagenstellung blieb im Tagesdurchschnitt um 16 v. H. hinter der des Vormonats zurück. Der Expreßgutverkehr war sehr lebhaft, er­reichte aber vielfach nicht den erwarteten Umfang. Der Personenverkehr war im allgemeinen schwach. Der Berufsverkehr ging unter dem Ein­fluß der wachsenden Arbeitslosigkeit weiter zurück, der Ausflugsverkehr litt unter den ungünstigen Wit­terungsverhältnissen. Der Weihnachtsverkehr war nicht so stark, wie im Vorjahre.

Die Finanzlage im Monat November stellt sich folgendermaßen dar: Einnahmen aus Per­sonen- und Gepäckverkehr, Güterverkehr usw. zu­sammen 430122 000 Mark, Ausgaben zusammen 414 781 000 Mark, davon für Betrieb und Unter­haltung 326 011 000 Mark, für Erneuerung der An­lagen 53 068 000 Mark, für Dienst der Reparations­schuldverschreibungen 54 859 000 Mark, für Dienst der neuen Schuldverschreibungen und Anleihen 300 000 Mark und für feste Lasten 10 543 000 Mark. Die Gesamteinnahmen blieben hinter dem Ergeb­nis des Vormonats um rund 52 Millionen zurück. Seit Beginn des Geschäftsjahres beträgt dis Min- dereinnahin« im Personenverkehr ge­genüber den Erwartungen rund 50 Millionen Mark. Der Personalbestand betrug im Oktober 736 161 Köpfe, im November 706 343 Köpfe.

Reue Stickstoff-plane.

Kürzlich ist zwischen den Stickstoff erzeugenden Ruhrzochen und dem deutschen Stickstoff- Syndikat bzw. der I. - G. - F a r b e n i n d u - st r i e eine Verständigung erfolgt, die auf eine Festlegung der Stickstoff-Produktion hinausläuft. Durch die bekanntgcwordene 2lbsicht der Gelsen­kirchener Dergwerks-A-G., int Anschluß an ihre Großkokerei auf einer ihrer Schachtanlagen eine Anlage zur Bindung von Luftstickstoff zu errich­ten, ist unter den Stickstoff-Produzenten eine Be­unruhigung eingetreten, weil der deutsche Stick st ofsmarkt der Gefahr einer 11 e b e r* Produktion gegenübersteht, die zu vermeiden das 3iei der in der Stickstoffindustrie angestrebten allgemeinen Verständigung ist. Rechnet man die bereits bestehenden großen Außenseiter mit ihren Produktionsziffern zu der auf 20 000 bis 30 0000 Tonnen Remstickstosf geschätzten Kapazität- der Gelsenkirchener Bcrgwerks-A.-G. hinzu, so würde sich eine jährliche Leistungsfähigkeit von mehr als 100 000 Tonnen Reinstickstoss ergeben, die nicht gebunden ist. Das ist immerhin eine Menge, die die Preispolitik der gebundenen Stickstoff- Produzenten, vor allem aber der I.-G.-Farben- industrte, der größten Produzentin, in Deutsch­land und in der Welt erheblich beeinträchtigen könnte. Die Verständigungsbestrebungen der Stick­stoff-Industrie haben bisher Erfolge aufzuweisen: es lei an die Stickstoff-Verständigung mit Eng­land und Chile, an das Abkommen mit dem Ruhrbergbau, an dem allerdings die Gelsen­kirchener Bergwerks-A.-G. nicht beteiligt ist, und an die erst vor wenigen Tagen herbeigeführte Verständigung mit der belgischen Stickstoff-In­dustrie erinnert. Richt nur in Deutschland, son­dern auch in anderen Ländern ist der Kohlenberg­bau in stärkerem Maße zur Errichtung von Stick- stoff-Anlagen übergegangen, weil diese eine Ver­wendung der bisher ungenutzt gebliebenen Pro- bukte ermöglichen und dadurch den Gesamtertrag rentabler gestalten, freilich unter der Voraus­setzung, daß der auf diese Weise produzierte Stickstoff auch tatsächlich wie bisher ohne wei­teres Absatz findet. Schon die mehrfache Sen» kung der Stickstoffpreise, die vorgenommen wer­den mußte, beweist, daß die Aufnahmefähigkeit des Dtickstoffmarktes eine feste Grenze hat, deren Heberschreitung seitens der Stickstoff-Industrie unbedingt zu einer Ileberproduktion fuhren würde. Der deutsche Bergbau hat aber, gerade weil seine ausländische Konkurrenz neue Stickstoff-Anlagen errichtet und noch plant, besondere Veranlassung, dieser Entwicklung nachzugehen und mitzumachen, um nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Ange- sichts dieser Umstände ist wohl damit zu rechnen, daß auf der Grundlage der Abmachungen, die be­reits zwischen dem Ruhrbergbau und dem Stick­stoff-Syndikat getroffen worden sind, auch eine Verständigung mit dem neuen Stickstoff-Konkur­

renten erfolgt. Dies um so mehr, als eine solche Einigung die Führerstellung der deutschen Stia- stoff-Industrie, die vom Ausland anerkannt wird, festigen würde.

Gelsenkirchen. Neuerwerbungen. Tie Ltictstoffpläne.

Essen, 22. Ian. In der Aufsichtsratssitzung der Gelsenkirchener Dergwerks-AG. erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zum Erwerb der Aktienmehrheit der Essener Steinkohlenbergwerke AG-, Essen. Aus dem Besitz der HenschelL Sohn AG., Kassel werden von Gelsenkirchen 28 Mill. Mk. Aktien des insgesamt 52,5 Mill. Mk. betragenden Aktienkapitals der Essener Steinkohlenbergwerke erworben. Die Aktienübertragung erfolgt am 31. März 1930. Zur Durchführung des Erwerbs stehen noch Mittel aus der im Iahre 1928 von Gelsenkirchen ausgenommenen 15-Mill.-Dollar° Anleihe sowie ausreichende Kredite zur Verfü­gung, so daß man nicht beabsichtigt, an den öffentlichen Kapitalmarkt für die Finanzierung des Geschäftes heranzutreten. Im Zusamenhang mit einem Bericht über die Betriebsverhältnisse der Gesellschaft, insbesondere über die Zeche Monopol", deren Entwicklung als befriedigend bezeichnet wurde, ermächtigte der Aufsichtsrat den Vorstand, die seit längerer Zeit angestellten Untersuchungen über den Bau einer Anlage zur Herstellung von synthetischem Stickstoff weiter zu verfolgen.

*

* Umarünbung der Leih-Werke in ei.nc G. m. b. H. Die Optischen Werke Ernst Leih Kommanditgesellschaft in Wetzlar haben sich mit den Schwesterunternehmungen, der Hcn- sertorwerk für Optik und Mechanik AG., Wetzlar und der Ernst Leih Kinowerk G. m. b. H., Rastatt unter der neuen Firma Ernst Leih G. m. b. H. zusammengeschlossen. Zweck des Zusammen­schlusses ist die wirtschaftlichere Ausnutzung der Betriebsmittel der bisherigen drei Gesellschaften. Auch die neue Firma befindet sich bei gleicher finanzieller Grundlage im ausschließlichen Besitz der Familie Leih und wird im bisherigen Geiste weitergeführt. Geschäftsführer sind Dr. Ernst Leih, Henri Dumur und Ernst Leih jun.

* D i e .Subventionen für den Sieg-, Till- und Lahnbergbau. Der Hauptans- schuß des Preußischen Landtags hat dein Landtag einen Entschließungsantrag zur Annahme vorge­schlagen, in dem das Staatsministerium ersucht wird, dafür einzutreten, daß die dem Erzbergbau im Sieg-, Dill- und Lahngebiet gewährten Subventio­nen für eine längere Periode erhalten bleiben, um den dortigen Bergbau einer größeren Leistungs­fähigkeit im wirtschaftlichen und sozialen Interesse entgegenzuführen.

Leicht rückgängiges Geschäft in der elektrotechnischen I n d u st r i e. In der elektrotechnischen Industrie zeigt die Ge­schäftslage gegenwärtig eine rückläufige Tendenz, die vor allem für den inländischen Absatz zu- trifft. Rur in vereinzelten Fällen ist ein Aus­gleich durch Hereinholung von Auslandaufträgen erreicht worden, um wenigstens die Belegschaften aufrechtzuerhalten. Sowohl der Siemens-Konzern, als auch die AEG. weisen einen gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres verringerten Ge­samtauftragsbestand auf. Der Siemens-Konzern hat sogar bereits eine, wenn auch geringe Ver­minderung seiner Delegschaftsziffern in bestimmten Abteilungen vornehmen müssen und bezeichnet diese Entwicklung als noch nicht abgeschlossen. Es ist klar, daß die allgemeine Wirtschaftskonjunktur und der große Kapitalmangel die Hauptursache für den Rückgang des Geschäftes der elektrotech­nischen Industrie find. Die Glektrizitäts-Ver- sorgungsbetriebe halten mit dem erforderlichen Ausbau und der Ergänzung ihrer Anlagen zu­rück, desgleichen sieht sich die Industrie durch die Kapitalschwierigkeiten gezwungen, Elektrifizie­rungspläne zurückzustellen. Vor allem aber hält die Reichsbahn mit der Vergebung von Aufträgen zurück.

* Zusammenarbeit zwischen Daum- woll- und Kunstseideindustrie. Der Arbeitsausschuß der deut ch n Baumwol spinner- verbände, der Gesamtverband der deutschen Kunstseideindustrie und der Gesamtverband deut­scher Baumwollwcbereien erklären: Die von der deutschen Baumwollindustrie geplante Baum­wollpropaganda richtet sich in keiner Weise gegen

die Interessen der deutschen Kunstseideindustrie. Die deutsche Daumwollindustrie betrachtet viel­mehr die Kunstseide als einen Bundesgenossen bei ihren Bestrebungen, den Absatz ihrer Erzeug­nisse auszuweiten. Die deutsche Kunstseideindustrie kann daher in der Daumwollpropaganda keine für sic nachteilige Bestrebung erblicken und ist im Gegenteil der Ucberzeugung, daß auch in Zukunft ihre Interessen in enger Zusammenarbeit mit der Daumwollindustrie wie mit den übrigen Textilgruppen gewahrt bleiben.

* Gründung einer I. - G. der deut­schen Kaliindustrie. Rach längeren Ver­handlungen haben die Konzerne der deutschen Kaliindustrie die Interessengemeinschaft verdeut­schen Kaliindustrie gegründet. Die mit einem Ka­pital von 300 000 Mark in Form einer Gm.b.H. für fünf Iahre gegründete Gesellschaft bezweckt die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen der Gesellschafter an der Kali», Steinsalz-, Chlor- magnesium-, Dittersalz- und Tromindustrie. Für die spezielle Durchführung und den Verkauf der letztgenannten vier Rebenprodukte sind vier Untergeselllchaften gleichfalls in G.m.b.H.-Form für fünf Iahre gegründet tooAen, für die die Interessengemeinschaft als Holdinggesellschaft fungiert.

* Keine Kapitaltransaktionen der 3. - G. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, ent­behren die an der Börse verbreiteten Gerüchte über angeblich bevorstehende Kapitaltransaktionen der I.^J.-Farbenindustrie-A.-G. jeder Grund­lage. Irgendeine Kapitaltransaktion kommt nicht in Frage.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 23. Ian. Tendenz etwas freundlicher. An der heutigen Börse konnte man nach der gestrigen Ansicherheit, veranlaßt durch vage Gerüchte, eine allgemeineBes- f er ung feststellen, und in der Stimmung kam wieder eine freundlichere Haltung zum Ausdruck. Das Geschäft konnte aber trotzdem keine Belebung erfahren, da die Spekulation infolge des Auftrag.mangels nur vorsichtig zu Werke ging. Die Geldverhältnisse lagen unverändert günstig, aber eine Anregung konnte hiervon nicht ausgeyen. Die unsichere gestrige Reuyorker Börse machte wenig Eindruck, wurde jedoch eher als geschäftshemmender Faktor empfunden. Verschie­dentlich konnte man bemerken, daß die bevor­stehende Debatte im Reichstage ettcaS bellemmend wirkte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse tra­ten überwiegend Erholungen bis 2 v. H. ein. Das in letzter Zeit stärker auftretende Interesse für Kaliwerte hielt unvermindert an. Ausland­käufe sollen hier weiter an den Markt gekommen sein. Salzdetfurth hatten plus 6 v. H., Aschersleben und Westeregeln gewannen bis 2,5 v. H. Am Chemiemarkt eröffneten Farben um 1,5 v. H. er­holt. Don Elektroaktien gewannen Ehadeaktien 3 v. H., AEG. lagen 1 v H., Schuckert 1,5 v. H. und Siemens 2 v. H. höher. Die Montanwerte waren fast ohne Geschäft, doch konnten Phönix 1,75 v. H. und Gelsenkirchen 1 v. H. anziehen. Stahlverein und Buderus waren behauptet. Ban­ken kaum verändert. Karstadtaktien bis 2,5 v. H. erholt. Renten still, doch gut behauptet. Im Verlaufe kamen Umsätze kaum mehr zustande. Die Orderlosigkeit drückte auf die Stimmung. Bei der herrschenden Aufnahmeunlust traten Heinere Rückschläge ein. Eine Enttäu­schung ging von der Meldung aus, daß die. Dank von England ihren Diskont unverändert belassen hat, da man für heute mit Bestimmtheit auf eine Ermäßigung gerechnet hatte. Am Geld­markt war Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dol­lar 4,1860, gegen Pfund 20,377, London gegen Kabel 4,8665, gegen Paris 123,90, gegen Mailand 93,00, gegen Madrid 37,60, gegen Schweiz 25,18, gegen Holland 12,1060.

Berliner Börse.

Berlin, 23. Ian. Wieder einmal waren vor­mittags bei ganz minimalem Geschäft die Kurse heraufgesprochen worden. Die freundliche Stimmung war vor allem auf den unver­ändert leichten Geldmarkt zurückzuführen. Eine Diskontermähigung der Dank von England wird mit ziemlicher Bestimmtheit für heute erwartet, und man glaubt vielfach, daß auch in Reuyork der Diskontsatz herabgesetzt werden wird. Zu Be­ginn des offiziellen Verkehrs schien dann am Farbenmarkt doch noch Exekutionsware herauszu­kommen, und an den üblichen Märkten hatte wohl das noch immer ängstliche Publikum einige Ver­kaufslimite rückgelegt, so daß die Eröffnung gegen­über der Vorbörse auch heute als enttäuschend bezeichnet werden muh. Allerdings war das Geschäft sehr gering. Besondere Momente

Tagen kaum vor, doch wurde der feste Verkauf der Reuyorker Börse, sowie die Billigung der Haager Ergebnisse durch das Reichskabinett mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Im all­gemeinen bewegte sich das Kursniveau auf gestri­gem Schlußniveau. Rheinische Braunkohlen, Salz­detfurth, Siemens und Geffürel eröffneten etwa 2 bis 2,5 v. H. höher, wahrend Ho'z'.nann, Reichs­bank, Ilse Bergbau und Rheinstahl durch Ver­luste von 1 bis 2 v. H. auffielen. Deutsche An­leihen abbröckelnd. Von Ausländern ungarische Renten fest. Pfandbriefmarkt ruhig, aber zumeist freundlich, obwohl die Vermutung, daß die Hypo­thekenbanken eine gemeinsame lln.schul-ungsakiion vornehmen werden, wahrscheinlich noch keine Be­tätigung gefunden hat. Der Geldmarkt war un­verändert. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 v. H, Monats­geld 7,25 bis 8,50 v. H., Warenwechsel etwa 6.40 v. H. Für den am Samstag festzusehenden Reportgeldsah wird eine Ermäßigung um min­destens 1 v. H. erwartet. Soweit sich bis jetzt überleben läßt, haben sich die DörsenengagementS nicht vergrößert. Rach den ersten Kursen wurde es, ausgehend vom ftalimarft und Elektromarkt, lebhafter und fester. Die Spekulation nahm in größerem Umfange Deckungen' vor, so daß in kurzer Zeit Steigerungen um 1 bis 2 v. H. ein­traten. Durch 5- bis 6prozentige Gewinne fielen insbesondere Salzdetfurth und Berger auf.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.. 23. Ian. Auftrieb: 143 Rinder, 986 Kälber, 388 Schafe, 245 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saug­kälber 70 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 69; geringe Kälber 52 bis 63. Sch a f e: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide- mast) 48 bis 51; mittlere Mastlännner, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47. Marktverlauf: Kälber schleppend. Schafe rege, geräumt. Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert.

Kirche und Schule.

00 ft ( e i n ; ß i n b e n, 21. Jan. In unserer Kirche sand am Sonntagabend eine Volksmissi- onswoche ihren Abschluß. Missionar Iür- g e n s (Arheiligen), der die Evangelisations­arbeit übernommen hatte, führte in den Bibel­stunden an den Rachmittagen in die Offenbarung Johannes ein. Die an den Abenden gehaltenen Vorträge erfreuten sich, wie auch die Bibelstun­den, eines ganz außerordentlichen Besuches. Den Höhepunkt bildete die Schluhfeier am Sonntag­abend. Posaunenchor, Kirchengesangverein und Iugendvereinigung wirkten in derselben mit, um die Feier würdig auszugestalten. Frau Missionar I ü r g e n s fang mit klarer und weicher Stimme einige geistliche Lieder.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der' Synagoge (Südanlage). Samstag, 25. Januar. Vor­abend 5 Uhr; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 5.20 und 6 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 25. Januar. Freitag abend 4.45 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30; Predigt; nachmittags 3.30; Sabbat- ausgang 6. Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4.30 Uhr.

Letzte Nachrichten.

Ein Erdbeben im Lahngebiet.

Frankfurt a. 21L, 23. Jan. (WTB. Draht- bericht.) Gestern abend gegen 10 Uhr ist In der Rcihe der Lahn ein Erdbeben verspürt worden, das von einem donnerähnlichen Rollen be­gleitet war. Aus verschiedenen Lahnorlen wird ge­meldet, daß in den Wohnungen der Fußboden und die Wände zu beben anfingen. Die Bewohner wur­den aus dem ersten Schlaf geweckt und liefen viel­fach aus den Käufern. Anscheinend hat das Erdbeben nordöstliche Richtung gehabt. Die Ursache des Erd­bebens dürfte in Rutschungen im Gebirge zu suchen sein. 3m Taunusobservatorium hat der Seismograph das Beben so minimal verzeichnet, daß der Ausschlag auf dem Streifen kaum sichtbar ist. wie uns erklärt wird, hat das feine Ursache vielleicht darin, daß die Feldbergwarte in einer toten Zone gelegen hat. Dagegen verzeichnet der Seis­mograph auf dem Sönigstuhl in Heidelberg einen Ausschlag von 1 mm. Rach den Aufzeichnungen des Königstuhls fand das Erdbeben gestern abend 9.15 Uhr statt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlosjenen Dividende an. Reichsbankdiskont 6,5 o. h., Lombardzinsfuß 7,5 v. h.

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Berlin, 22- Januar

Geld

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Dänische Noten ....

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Englische Noten ....

* . -

20,345

20,425

.Iranzoiliche Noten . . .

6,425

16,485

Holländische Noten . . .

67,86

168,54

Italienische Noten....

21,87

21,95

Norwegische Roten . . .

11,53

111,97

Deutsch.Oeüerreich, 6 1OO Schilling

58,68

58,92

Numanilche Noten . . .

2,465

2,485

Schwedische Noten . . .

11,98

112,42

Schweizer Noten . . .

80,84

81,16

Svanilche Noten ....

54,14

54,36

rlchemoilowakiiche Noten.

2,325

12,385

Ungarische Roten

73,02

73,32

Devisenmarkt Berlin

Frankfurt a. ZIL

22 Ianuat

23

Januar

Amtlich- Notierung

Amtlich'

Not erung

Gelt

Brtes

Welt

Art 1

Atnll.. Non

168.13

168,47

168,03

168,37

Buen^Airetz

1,677

1.681

1,673

1,679

Brft-2lntw

58,235

58,355

58,245

58,365

ttbrifHanta

111,73

111,95

111,75

111,97

«ouenhafl.n

111,89

112,10

111,88

112,10

Stockholm

112,22

112,44

112,22

112,44

HelkingrorS.

10,507

10,527

10,512

10,532

Ikalien. .

21,89

21,93

21,89

21,93

London. . .

20,3 5

20,39-,

30,3-2

20,392

Neunork . .

4,183

4,191

4,182

4,190

Paris...

16,43

16,47

16.42

16,46

Srdwei, . .

80,81

80,97

80,785

80-945

Svo 'kn

54,4 >

'4,55

54,45

54,5

Jovan

2,0 5

2,059

2.04

2,058

Vito de Ion

0,4615

0,4633

0,4635

0,4655

Wien in D--

Ceft. abaeft

58,83

58,93

58,83

58,95

Prag .

12,377

12.395

12,374

12,394

Bell rod

7,371

7,392

7,380

7.394

Budav-'st

73,12

73,26

73,14

73,28

Buk arten

3,029

3,03

3,024

3,030

vifiabon

18.77

18,81

18,77

18,81

Tan;ig

81,34

81,

50

81,34

81,50

ftonft utut-

1,973

1,977

1,9

1,9

Alben

5,44

5.45

5,4

5,4

Eanoda

4,134

4,142

4,134

4,142

lltu aaq

3.856

3,864

3,856

3,864

tatro . .

20,875

20,915

20,875

20,915