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sich

Die hohen waren

Arbeit, nicht bloß eine wirtschaftliche, son­dern auch eine seelische Rotwendig- leit ist, daß schöpferische Betätigung, wenn auch vielleicht oft nur im kleinsten Aus­maß, an sich ein Bedürfnis ist, nicht weniger elementar als Essen und Trinken. Eine kommende Wirtschaftswissenschast wird die biologischen und psychologischen Rotwendigkeiten des Menschen als gleichwertige Faktoren neben dieökonomischen Tatsachen" stellen müssen.

D r Mechanisierung unseres Wirtschaftslebens läuft parallel eine Mechanisierung unseres see­lischen und geistigen Lebens, dank der wir aus den Gebrauch wirklicher Kulturgüter verzichten zu können glauben. Ganz sicher fühlen wir uns allerdings in diesem Glauben nicht: sonst wür­den wir es nicht notwendig haben, ihn durch Hinweise auf die wirtschaftliche Rot zu stützen. Wie faul diese Ausrede aber ist, beweist schon der unerhörte Luxus, der aus zivilisatorischem, d. h. mechanischem Wege befriedigt wird. Ein Luxus, den wir ohne wirtschaftliche Katastrophen nicht einmal beseitigen könnten! Da nun aber ein Bedürfnis nach Erzeugnissen schöpfe-

Hafter Lebensbejahung anschaut und dem wir heute zu seinem 80. Geburtstage noch viele frohe Lebensjahre wünschen.

Meyer°Pyritz, jetzt der erste Tierbildhauer. Ma­lerisch steht Heinrich von Zügel noch immer obenan. Meyerheim war mehr der Humorist der Zoologie, als solcher ausgezeichnet. Der Künder der Raturseele im Tier aber ist Zügel, der heute 80jährige Meister. 3m Künstlerhaus in Berlin ist zu Ehren des Münchener Altmeisters eine größere Sammlung seiner hervorragendsten Werke ausgestellt. Seine weidenden Kühe im Berliner Kronprinzenpalais sind eine lebendige Borstel­lung. Was man im Künstlerhause sieht, ist Offenbarung der Gesamtpersönlichkeit. Mit keu- chenden Mäulern ziehen diese Rinder breitstirnig und großäugig im Morgendunst den Pflug über die dampfende Scholle. Ein heidnischer, pan­theistischer Zug lagert über dieser hellgrauen Rebelwelt, aus der die Wiederkäuer machtvoll

Er sieht einem welk und unscheinbar gewordenen Blatt ähnlich, das sich beim Riederfall aufrecht zwischen die Strahlenblütchen der Aster einge­klemmt hat. Kaum streift aber die Sonne das Fenster, ist auch er dort. Mit den winzigen Kol­ben seiner Fühler betastet er die Kühle der Schei­ben und trommelt sich mit heftigen Flügelschlägen warm, so lange bis ihn der Goldstrom des auf» geheiterten Himmels ganz umspült. Dann gibt er Ruhe und läßt sich s behagen. Daß di ' wär­menden Strahlen bie letzten sind, schiert ihn nicht. Auch die Rähe der langen Rebelnächte biaiigfttgt ihn nicht. Er hat für den Augenblick ein sonniges Quartier, meine Stube, die wie umgewandelt stille Heiterkeit leuchtet und heimlichen Jubel.

Kleiner, glücklicher Falter am Fenster, der sich in einem melancholischen Blumenbukett bei mir einschlich, du sollst mein lieber Gast sein, so lange es dir bei mir gefällt. Essen wirst du wohl nichts mehr Du und deinesgleichen, ihr versteht es a als vortreffliche Hungerkünstler den Winter zu verschlafen und zu verträumen. Du follst Wärme haben und immer ein weiches Blumenbett Und wenn die Sonne scheint, wie heute, will ich dich stets behutsam an dem F«.n?tcr^lätzchen se en

Dafür schenkst ou mir die Freude Demes wun­dervollen Flügelspiels und das lei e Getrommel an die Scheiben, holde Erinnerungen an den ver­gangenen Frühling und frohe Hoffnungsz^i den für feine Wiederkehr.

Oer neueGchienenzeppelin"

Beglückender Besuch.

Don Peter Bauer

Die Sonne lächelt in diese Rachmittage wie em liebes Wädchengesicht, das zum Abschied stumm aus dem Abieilsenster eines Eisenbahnzuges grüßt. Dieses lächelnde Antlitz, diese großen leuchten­den Augen, hinter denen locker die Tränen sitzen, ist voll Wehmut. Aber der. dem sie ihren holden Schein schenken, fühlt sein Herz heißer schlagen, und der graue, rauchige Ba^ngeig wird ihm se­kundenlang zu einer goldenen Straße des Glückes Bis der vorwärtsstohende Zug ihn des lieblichen Lächelns allzu rasch beraubt, und ihn der Verlust um so schmerzlicher feine Dcrlassenheit fühlen läßt.

So stürzen uns die sonnigen Stunden der späten Rachmittage nur um so tiefer in die Melancholie der frühen Abende voll liebel und Dunkelheit

Auch der Strauß Spätherbstblumen, der vor mir auf dem Schreibtisch sich entfaltet, hat den leisen Klang gedämpfter Schwermut. Cs sind braunrote und dunkelviolette Dahlien zwischen weihen Astern. Das Rot ist zu stark nach Erd­farbe hin getönt, als daß es frohmachen könnte, und das Diolett stimmt zu Demut und Einkehr Kann zwischen diesen ernsten Klängen das Weih anderes sagen als. Schneeverwehte Landschaft, Einsamkeit und Ende? Dergebens versuche ich, frohere Stimmung aus den Farbentönen heraus­zuhören der Dreiklang, der in meinem Zim­mer schwebt, bleibt ein wehmütiger Mollakkord .

Plötzlich aber entfladert der braunroten Dah- lienblüte wie eine züngelnde Flamme aus schlasen- der Glut, das Feuer und Gold sprühende Flügel­paar eines Falters ein kleiner Fuchs hat sich durch die Wärme des Zimmers aus feinem schlecht gewählten Versteck aufstöbern lassen. 3ch knipse Licht, um seinem planlosen Umherirren ein Ziel zu geben. Und sofort fliegt er herbei und landet nach etlichen Kreisen auf der Innenfläche des Lampenschirms Lichtselig klaftert er seine Schwin­gen breit und tief, mit ihren Wundern an Zeich­nungen und Farbe. Doch die Rächt über soll er weicher ruhen. Ich rücke den Strauß näher und bette den Flatternden behutsam auf eine Astern- blüte, die nun mit einem Male festlich strahlt wie weihe Mädchen unter feierndem Volk. Bald haben sich die zuckenden Flügel beruhigt. _ Sie llappen nur noch langsam aus und zu wie Hände, die abwechselnd ihre Handflächen zeigen und sie wieder gegeneinanderpreffen. Oder wie ein Buch, das ein Kind spielerisch öffnet und schließt.

Am Morgen sitzt der Schmetterling noch wie ich ihn verlassen habe. Er scheint zu schlafen.

hervordringen.Axie Taure" (Würdiger Stier), dieser altgriechischer Fest- und Tempelruf hallt uns ins Ohr bei diesem Anblick, und mit natur­philosophischer Ehrfurcht schauen wir uns in das Bild hinein, von seiner Lebensgröße und -Wahr­heit ergriffen. Und so überall in der herrlichen Ausstellung, die alles Wesentlichste aus diesem Schaffenskreis vereint.

Heinrich Zügel ist Schwabe. Seine Wiege stand in Murrhard in Württemberg, wo sein Vater ein ziemlich begüterter Schafhändler war. Wie Corinth den väterlichen Schlächterladen, Dalu- schek den Eisenbahner usw. nie verleugnete, so blieb Zügel den heimischen Schafställen treu und stellte diese Welt immer wieder dar. Er wuchs einfach als Bauernjunge auf, und Freunde ver­sichern, er habe diese Schlichtheit und Geradheit immer bewahrt. Im Iahre 1869 bezog er die Kunstschule zu Stuttgart, wo er Genre- und Tier­malerei studierte. Er kam 1873 nach Wien und landete dann in dem Hafen aller damaligen Kunst, in München, wo er den fröhlichen Geist jener leichtlebigen, wundersamen Zeit tief einfog Der klassifch-mythensreu^ige Zug J'ar-Athens die fabulierende Red.eligkeit ihrer Bekenner, die romantische Verwobenheit aller Kulturen, die sich zwischen Maximilianeum und Bavaria be­wegte und regte, kommen in feinen Werken zu baldigem Ausdruck. Im Iahre 1888 erringt er die Goldene Medaille. Er wird königlicher Professor an der Münchener Akademie, wird ge­adelt und zieht eine Generation von wohl­beratenen Schülern heran.

Das Schaf, das Rind, das Schwein stellt er immer wieder, erst genremähig mit viel Humor, später mehr in großer Einsamkeit dar. Die Farbengebung, anfangs zeitgemäß gedeckt, wird mit dem eindringenden Impressionismus immer entfalteter, immer umgreifender, selbstherrlicher, selbstzwecklicher. Tier und Umwelt verwachsen zu machtvoller Einheit. Berühmt sind unter anderem sein Ochsengespann, seine Schafherde, fein Esel am Strande, feine Schafherde im Erlen- bain, feine vor dem Gewitter fliehende Herde. Ein Erfolg war der Verkauf seines .,Ausschirren" nach Amerika, fein vor der Strecke trotzig wachen­derBecah". seine Frühlingssonne usw. Er unternahm auch manche Reisen, vor allem in die Heimat seiner Tierwelt Holland und Belgien. Auch Paris und London gaben ihm viel. Gange und gern weilte er in dem badischen Dörfchen Wörth, nicht zu verwechseln mit dem Schlachtort von 1870. In Wörth lebte er 1894 mit seinen Schülern und sand hier ein zweites Barbizon. Im Jahre 1901 sah er die Lüneburger Heide, die ihn auch bereicherte. Der liebenswürdige, reine Mensch Heinrich von Zügel ist es, der uns aus seinen Werken hell und freudig, mit herz-

6er duftigen Waldflur ab, in der das Tier urweltlich-dämonifch ausnimmt und den Ratur­geist symbolisiert. Es sind besondere Begabungen die diese Einfühlung haben. Plastisch zeigen es bei uns Gaul und sein kongenialer Schüler

Kutturnok und Wirlschasfsttisis.

Don Or. Karl Gustav Bittner.

Allmählich beginnt es nun auch in breiteren Schichten zu dämmern, daß der Thron des bis­her allmächtigen GötzenFortschritt" bedenklwy zu wanken beginnt. Der Manchester-Liberalis­mus hat diesen Götzendienst zum alleinjelig- machenden Dogma erhoben, der Marxismus hat ihn von dort übernommen. Uber auch das sogenannte konservative Bürgertum krankt an der irrigen Vorstellung, daß die Rotatwn un­serer Zivilisation ein D o r war t ssch r e i te n sei. In Wahrheit aber drehen wir uns im Kreis. Und die scheinbare (Steigerung un­serer kulturellen Intensität ähnelt bedenklich der Steigerung unseres nominellen^ Danknotenwer­tes in der Inflation: Ie höher die Ztsfer, desto geringer die Kaufkraft.

Die Mechanisierung des Produk­tionsprozesses, d. h. die Umwandlung des Handwerks in Industrie, könnte ein Segen für die Menschheit sein, wenn sie auf die Gebiete beschränkt geblieben wäre, denen diese Um­wandlung wesensgemäh ist. Diese Be­schränkung auf solche Massenprodukte, die wirk­lichen Rotwendigkeiten entspricht, ist aber nicht eingetreten. Eine unselige Vermischung der BegriffeKultur" undZivilisa­tion" hat dazu geführt, dah Dinge, die in ihrem Wesen Kulturgüter sind, auf mechani­schem. d. h. zivilisatorischem Weg hergestellt wur­den. So ist die Vernunft, die uns lehrte, Huf- eilen und Rähnadeln maschinell herzustellen, zu dem Unsinn entartet, der Bilder, Plastiken unO Stickereien gleichfalls der mechanischen Massen­produktion überantwortet hat.

Die neue Zeit hat nun allerdings mit den Zivilisationsgreueln aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts gründlich aufgeräumt; allzu­gründlich: denn sie Hai wohl unter dem Schlag­wortneue Sachlichkeit" den zivilisatori­schen Ersatz der Gründerzeit hinweggefegt, nicht aber das, was ersetzt werden sollte, wieder an seine Stelle gesetzt: K u 11 u r ü> e r.t c. Der sachliche" Zug der Zeit trifft in der Auswahl dessen, was von der Maschine hergestellt wer­den kann, das Richtige. Fehlt nur noch die Feststellung dessen, was die Maschine nicht leisten kann. Und auf das zu verzichten, ist ein verhängnisvoller Irrtum unserer Zeit.

Die moderne Berufsberatung geht von dem Standpunkt aus, daß in Zeiten übergroßen An­gebotes von Arbeitskräften nur die Tüchtigsten Aussicht aus Erfolg Habern Und sie prüft die jungen Menschen, die alljährlich auf den Ar­beitsmarkt geworfen werden, mit klug ersonne­nen psychologischen Methoden auf ihre speziel­len Fähigkeiten Man hat dabei die Erfah­rung machen können, daß es viele Menschen gibt, die für mechanische Tätigkeit sich beson­ders eignen. Andere aber eignen sich dafür nicht - und die find es, die unter der Mechani­sierung des Arbeitsprozesses seelisch verküm­mern, deren innerste Unzufriedenheit Spannun­gen erzeugt, die sich nicht zuletzt politisch aus­wirken. Von dorther kommen die radikalen Agi­tatoren, die ihr psychologisch verständliches Welt­bild verallgemeinernd, die seelische Rot in ma­terielle umbeuten und demagogisch auswerten. Ihre innere Zerrissenheit steigert sich zur Hy­sterie und wirkt ansteckend, wächst sich zur Massenpsychose aus.

Müßte man nicht diese Erkenntnis als Faktor in das wirtschastliche, politische und geistige Sanierungsprogramm einsehen7 Cs ist zu wissen, daß nicht der Verbrauch allein, son­dern auch öie Produktion an f i ch, zu den menschlichen Rotwendigkeiten gehört. Daß die Arbeit, und zwar die produktive

O er Anfänger.

Der Polizist hatte den Chaufseur des Last­autos, das langsam durch die abendlichen Stra­ßen rahelte, verbellt.

Kennen Sie die Vorschriften nicht? Wo ist Ihr Schlußlicht?"

Langsam stieg der Chauffeur von seinem hohen Sih. schritt, von dem Polizisten gefolgt, bedäch- dig dem Hinterteil des Wagens zu. blickte sich nach allen Seiten um und kratzte sich verwundert auf dem Kopfe.

Was sagen Sie fetzt?" zog der Polizist lein Rotizbuch hervor.Also, was ist mit dem Schluß­licht?"

.Keine Ahnung", sagte der Chauffeurwie ich weggefahren bin "

haben Sie es noch gehabt? Das kennen wir. Da hätten Sie es eben besser befestigen müssen."

Aber. ", versuchte der Chauffeur einzuwenden.

Keine Widerreden. Sie haben einfach kein Schlußlicht."

Der Teufel hole Ihr Schlußlicht", brachte jetzt der Chauffeur hervor.Wollen Sie mir nicht lieber sagen, wo mein Anhänger hingekommen ist?" J.H.R.

Auf der Strecke Burgwedel-Celle bei Hannover, wo seinerzeit die aussehenerregenden Probefahrten des Opelfchen Raketenwagens stattfanden, wurde in den letzten Tagen ein von Franz Krücken- b c r g erfundener und erbauter Propeller- Triebwagen, ein sog. Schienenzeppelin, vor- gesührt. Das Ziel dieser Versuche ist die Schaffung eines außerordentlich schnellen und dabei möglichst betriebssicheren Verkehrsmittels für Post- und Personenbeförderung auf große Ueberlandentfer- nungen. Der im wesentlichen aus Stahl in der sog. Stromlinienform erbaute Wagen, der einen beson­ders tief liegenden Schwerpunkt aufweist, hat bei früheren Versuchen bereits eine Geschwindig­keit von über 1 80 Stundenkilometer

Oie Ursachen deutscher Ostnot.

Die internationale Erörterung der Ostnot, welche die Hauptursache der politischen Spannun­gen und der mißlichen Wirtschaftslage Europas und damit der Weltwirtschaft ist, hat noch nicht annähernd ihren Höhepuntt erreicht. Das Euro­paproblem ist in Diskufsion, die internationale Handelskammer bespricht die Pläne zur Beseiti­gung der Folgen atomistischer Wirtschaftspolitik. Rumänien und Jugoslawien berieten mit Un­garn in Bukarest ihre Agrarnöte, ein Vorgang von wegweisender Bedeutung, den die Warschauer Agrarkonferenz der Oststaaten nicht ungeschehen machen konnte. Zahlreiche Engländer, Franzosen und Italiener untersuchen das Korridor- und das oberschlesische Problem und empfehlen Löfungen, die in Polen heute noch mit Entrüstung zurück- gewiesen werden, die aber zum mindesten an­zeigen, daß auch die nichtdeutsche Welt dieRe- visionsbedürftigkeit der O st b e ft im­mun gen des D e r f a i l ler D e r t r a g e s zu erkennen beginnt.

Private und amtliche Untersuchungen von deut­scher Seite haben neuerdings die Ausmerksamkeit des Reiches auf die Ursachen der Ostnot gelenkt und praktische Besserungsvorschläge gebracht. Für die tiefere Erkenntnis der Ursachen der jetzigen Verhältnisse im Osten ist das neueste Heft der Süddeutschen Monatshefte", Mün­chenDie Ursachen deutscher Ostnot" unentbehr­lich. Wohl der erschütterndste Beitrag der Schrift ist derjenige von dem Direktor des Statistifchen Reichsamts, Berlin, Dr. Burgdorfer, über die Gefährdung des ostdeutschen V oll» - tum«. Weist das deutsche Volk feit dem Welt­krieg die geringste Fortpflanzungsquote Europas auf fo bewegt sich der Osten Europas noch in kräftigem Aufstieg: Polen, das gegenwärtig 30 Millionen Einwohner zählt, wird bei Zugrunde­legung der heutigen Verhältnisse im Laufe der nächsten drei Jahrzehnte feine Volkszahl um rund 12 Millionen, also auf 42 Millionen, erhöhen. Polen hat bei halber Einwohnerzahl einen größe­ren Geburtenüberschuß als das Deutsche Reich. Ist an sich im Osten die deutsche Geburtenziffer fast um die Hälfte geringer als die der Polen^ fo wird das Rachdrängen des Slawentums auf deutscher Seite noch erleichtert durch die unver­mindert andauernde Landflucht der deut­schen Grenzbevölkerung. Sv hat allein die Provinz Ostpreußen in den 70 Jahren von 1840 bis 1910 730 000 Menschen, d. h. 52 Prozent ihres Geburtenüberschusses jener Zeit, durch Ab- und Auswanderung verloren. Bis 1925 erhöht sich diese Ziffer um weitere 112 000 Menschen. Burgdorfer sieht nur ein wirksames Mittel ge­gen die slawische Flut, nämlich ein kräf­tige« deutsche« Bauerntum. Siedlung tut not, Ansiedlung der nachgeborenen Bauern­söhne und aufstrebenden Handarbeitern und da­durch Seßhaftmachung tüchtiger Kräfte des Grenz­volks. Die durch die Regierung Brüning-Schiele eingeleitete Osthilfe kann als ein Anfang hier­zu gelten. Man darf aber von der fo notwen­digen Reichshilfe nicht alles erwarten, tote Karl von Loefch, der Präsident des Deutschen Schutz­bundes, in seiner bedeutsamen Einleitung des Heftes betont:Denn einerseits liegen die Ur­sachen der Oft not des deutschen Volkes zum Teil auch in inneren Strukturwandlungen der deutschen Gesellschaft. Diese können nur durch grundsätz­liche Erneuerung des Volkstums von innen he" beseitigt werden. Zum anderen aber können auch die stärksten Erneuerungsbemühunpen des deut­schen Volkes und die besten gesehgcbe Zechen Akte des Reiches die Hauptursache der Oft not nicht beseitigen: die Zerstückelung des deutschen Ostens. Grenzrevision ist daher die Hauptforderung. Cs gilt, neuartige Lösungen zu finden."

Tiermalerei hat in unserer Zeit einen Aufschwung genommen. Die Holländer die ersten, die die Poesie der Tierwelt in der Landschaft sahen und empsanden. Spätere. Constable Corot, Rousseau usw., tarnen hinzu und lasen den idyllisch-theokritischen Ton aus

rischer Kultur geleugnet wird, kann auch das Be­dürfnis nach schöpferischer kultureller Leistung nicht befriedigt werden. Tausende von schöpferisch veranlagten Menschen sind daher gezwungen, in mechanischen Betrieben ihr Brot zu verdienen; sie verkümmern in ihrer Seele bei einer unbe­friedigenden Arbeit, verfallen als ungeeignet als erste der Arbeitslosigkeit und natürlich der agitatorischen Verhetzung. Ist es wirklich die Wirtschaftskrise, die uns die kul­turelle Rot gebracht hat, oder ist nicht vielmehr in der K u 11 u r n o t unserer übermechanisierten Zeit eine der Ursachen unserer Wirtschaftskrise zu suchen?

Man müßte darüber nachdenken. Auch wenn die hochgehenden Wogen des politischen Partei- kampfes anscheinend über solcheUtopien" Hin­weggehen. Man mühte darüber Nachdenken, daß der hochragende gotische Dom, erwachsen aus innerster Rotwendigkeit deutscher Schöpferkraft, Jahrhunderte überdauert und über allem Wechsel und Wandel der Wirtschastssysteme und Staats- formen von der Ewigleit der deutfchen Seele zeugt. __

DerTiermalerHeinrichvonZügel 3u seinem 80. Geburtstage. Don Professor Or. (5. Fries

erreicht. Bei den letzten Versuchen, die durchaus zufriedenstellend verliefen, erzielte man mit einer Defatzung von 12 Personen eine Durchschnitts­geschwindigkeit von 150 Kilometer pro Stunde. Der Rutzraum des etwa 24 Meter langen Wagenkor- pers beträgt - 3 der Gesamtlänge und ist für den Aufenthalt von Fahrgästen und die Unterbrin­gung von Gepäck vorgesehen. Der bei Burgwedel- Celle vorgeführte Probewagen ist in den Werk­stätten der Gesellschaft für Verkehrstechnik in Han­nover-Leinhaufen erbaut worden, ilnfer Bild zeigt die neueste Aufnahme des ..Schienenzeppelins", die in besonders schöner und eindrucksvoller Weise die Bauart des neuartigen Fahrzeugs zeigt.