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Oberheffen.

Gemeinderat in Schotten.

Schotten. 20. Febr. AuS dem

Dedekhen eines Staates wichtig ist. gibt es noch ein anderes Problem der Gewaltenteilung a u f dem Gebiet der Finanzpolitik, das für Deutschland nicht minder wichtig ist. Diese Dewaltenteilung ist gestört: sie funktioniert nicht mehr wie in der Vorkriegszeit. Wir haben in unserem politischen System kein Organ, das traditionell und berufsmäßig gegen Steuern und Ausgaben eingestellt ist und sowohl befähigt, wie interessiert ist. den Etat eingehend zu kri­tisieren. Der Fall Schacht wirft ein scharfes Licht auf diesen Mangel.

Kreditzenosienschasten und Mtelstand

Von Wilhelm Mattern, Direktor der Handels- und Gewerbebank, Gießen.

Große Strafkammer Gießen.

- Gießen. 18. Febr. Ein hiesiger Kaufmann wurde vor mehreren Monaten vom Bezirks- fchöffengericht Gießen wegen umfangreicher K r e - ditschwindeleien zu zwei Jahren Gefäng­nis verurteilt. Er nahm die Strafe sofort an, während zwei wegen H e h l e r e i zu je fünf Monaten Gefängnis verurteilte Mitangeklagte, ebenfalls Hiesige Kaufleute, Berufung verfolgten. Sie verlangten heute ihre Freisprechung. Die Be­weisaufnahme ergab, daß die beiden Angeklagten allerdings mit dem Hauptangeklagten in näheren Beziehungen standen, z.D. von ihm Waren zwecks Weiterverkaufs abnahmen: aber ein schlüssiger Beweis dafür, daß sie wußten, die

Die deutsche Genos'enschaftsbcw gung hat eine achtzigjährige Geschichte hinter sich. Unö doch wundert man sich ost, wie vielen das Genoffen- schastswesen eine unbekannte Welt ist. Einen Eindruck von der Gröhe und dem Umfang der genofsenf christlichen Dew:gung g:tonnt man erst, wenn man weiß, daß Deutschland eine Ge­samtzahl von ungefähr 53 000 Genossenschaften aller Gruppen aufzuweisen hat. 3n diesen Ge­nossenschaften sind etwa 10 Millionen Men­schen organisiert, so daß also jeder sechste biö siebente Deutsche irgendwie genofsenfchaft.ich er­faßt ist. Rechnet man gar die Angehörigen dieser Mitglieder hinzu, so kann man getrost sagen, daß säst 50 Prozent aller Deutschen in Erwerb und Wirtschaft grnossenschaft ich verbunden sind. Das sind Ziffern, die die Bedeutung des Ge- nossenschaftswcsens für Staat und Wirtschaft genügend kennzeichnen.

Der weitaus größte Teil der Genossenschaften ist in Verbänden zusammengeschlossen. Als haupt­sächlichste Spitzenorgane kommen in Betracht: der Deutsche Genossenschaftsverband, Berlin, der die gewerblichen Kredit- und Warer.grnosienschaf- ten Schulze-Teiihscher Dichtung umfaßt und dem auch die Edeka-Genossenschaften angehören, der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Raiffeisen e. D., Berlin, der sich erst vor wenigen Tagen durch den Zusammen­schluß der beiden großen landwirtschaftlichen Ver­bände, des Generalverbandes der deutschen Raiff- eisengenosscnschasten und des Reichsverbandes der deutschen landwirischa t ichen Genossenschaften, neu gebildet hat, dann der Zentralverband deut­scher Konsumvereine, Hamburg, deren Mitg"ieder und Leiter wohl zum größten Teil in ihrer weltanschaulichen und wirtschaftZpolit schon Ein­stellung den freien Gewerlschaften nahestehen, und schließlich dcr Reichsvcrband deutscher Kon­sumvereine Köln, deren Mitglieder in ihrer Mehrzahl den christlichen Gew:r.schäften nah.- stehen und mehr ihre bürgerliche Einstellung hervorlehren. Die Verschied nhsiten der Welt­anschauungen sind jedoch auf die genosenschaft- liche Betätigung ohne Einfluß. Alle Genossen­schaften lehnen jede politische Betätigung oder Bindung entschieden ab.

Was ist nun eigentlich eine Genossenschaft und was will die Genossenschaft? Wenn wir das Genossenschaftsgesetz fragen, so heißt es dort: ^Gri .l.schaften von nicht gefchlosfener Mitglieder­zahl, welche die Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemein­schaftlichen Geschäft.b:t:iebs bezwecken (G nossen- schasten), erwerben die Rechte einer eingetra­genen Genossenschaft nach Maßgabe d'eses Ge­setzes." Personen bilden also die Grundlage der eingetragenen Genofsenscha t, nicht Kavitali n. Die Genossenschaft ist eine Prrsonmvereinigung. Sie benötigt wie jedes andere Geschaftsunter- nehmen zwar ebenfalls Kapital, das Kapital ist jedoch nicht der beherrschende Faktor. Jedes Mitglied hat in der Generalversammlung mir eine Stimme,..ohne Rücksicht auf die Höhe seiner Beteiligung: eine Ma'orisi rung durch einige wenige ist also ausgeschlo sen. Die Ge­nossenschaften, vor 80 Jahren aus der Rot geboren, sind aufgebaut auf den Grundsätzen der Selbsthilfe, D.lbstvcrwaliung und Selbstverant­wortung. Sie wollen durch wirtschaftlichen Zu- sammensch' der Einzel:xisten^en die wirtschaft­liche Lage und die wirtschaftliche Macht des einzelnen Mitglieds und damit des ganzen Mittelstandes heben. Was der einzelne nicht vermag, weil seine Kräfte nicht ausreichen, das soll durch die Zusammenfassung der Kräfte er­reicht werden. Bei aller sozialen Einstellung ist jede Genossenscha't ein Geschäftöunternehmen, das nach kaufmännischen Grundsätzen geleitet werden muh. Verdienen ist aber nicht Selbstzweck der Genossenschaft. Wohl muh sie darauf sehen, neben der Deckung ihrer Unfoften einen Gewinn für Rückstellungen und eine angemessene Dividende zu erzielen, aber da die lleberschüsie wieder in Form der Dividende an die Mitglieder, die selbst Träger und Teilhaber der Genossenschaft sind, zurücksließen, hat sie kein Interesse an hohen Gewinnen.

Was über Aufbau und Struktur der Genossen­schaften im allgemeinen zu sagen ist, soll in der nachfolgenden Betrachtung über die Kreditge» nossenschaften noch behandelt werden. Welche Stellung diese im gesamten Genossenschaftswesen einnehmen, erhellt aus dec Tatsache, daß von den 53 000 Genossenschaften aller Arten ungefähr 22000 Kreditgenossenschaften sind. Als auch die deutschen Kreditgenossenschaften nach Beendigung der Inflation fast ihr ganzes Vermögen ver­loren hatten, ahnte niemand, wie verhältnis­mäßig schnell sich der Wiederaufbau vollziehen würde. Die Entwicklung ist um so überraschender gewesen, als die Kreditgenossenschaften als Mit­telstandsbanken naturgemäß von dem Zufluß ausländischen Kapitals, daS für die Grohunter- nehmungen von erheblicher Bedeutung ist, un­berührt blieben. Trotz der Ungunst der Ver- HÄtnisse ist eS beispielsweise den Im Deutschen Genossenschaftsverband zusammengeschlossenen

. Wie gesund das genos'enfchafkliche System ist, geht daraus hervor, daß die Genos.enfchaften von allen älnternehmungsfonnen die geringste Zahl von Konkursen aufzuweisen haben. Man kann ruhig sagen, daß sich die Kreditgenofsen- schaften auch in der Vertrauenskrise, die im ver­gangenen Jahr selbst vor Bankinstituten an vielen Plätzen des Reichs nicht Halt ge­macht hat, durchaus bewährt haben, auch da, wo stärkste Anforderungen an ihre Zahlungsbereit­schaft gestellt wurden.

Wir erleben heute tagtäglich, wie das Groß­kapital in Handel, Industrie und der Dankwelt sich immer mehr zusammenballt. Wir sehen, wie seitens der öffentlichen Hand vielfach eine weit­gehende Sozialisierung oder Kommunali, ierung der Wirtschaft angestrebt wird. Das Heer der Lohnarbeiter hat die Lage längst richtig erkannt und sich organisiert. Rur der Mittelstand steht vielfach innerlich zerrißen und uneinheitlich da und kämpft hart um seine Existenz. Sein Zu­sammenschluß ist einfach ein Gebot der Selbst- erhaltung. In der Richtung dieser Abwehr­bestrebungen liegt auch die Arbeit der Kredit- genosfen chaften, die das einzelne Mitglied wirt­schaftlich unterstützen und bewußt auf, eine Stär­kung der Einzelexistenz hinarbeiten. Der bewährte Führer des Deutschen Genossenschaftsverbandes Professor Dr. Stein hat diefen Gedanken- gängen auf einem der letzten Derbandstage mit folgenden Worten Ausdruck verliehen:Qllit dem Mittelstand steht und fällt der wesentliche Teil unseres Genas enschaftswesenS in Stadt und Land. Aber daraus ergibt sich auch der andere Schluß, den sich die Angehörigen des Mittel­standes Immer wieder vor Augen halten müs'en: Mit dem Genosfen'chaftswesen steht und fällt auch der Mittelstand!"

meinderat: Große Verdienste um die Stadt Schotten hat sich der im vergangenen Sommer hier verstorbene frühere Landforstmeister, Staats­rat Dr.Karl Weber, erworben. Er hatte sich dafür eingesetzt, daß die Försterschule ihren Sitz in Schotten erhielt. Bei der Errichtung des Krankenhauses hatte er mitgebolfen. Den Helden­hain für die Gefallenen der Stadt an der Warte hat er angelegt. Don jeher galt fein besonderes Interesse unserer Stadt. 3m Hinblick auf alle diese Verdienste des Verstorbenen beschloß der Gemeinderat. die an der Warte neu angelegte Straße, an der auch die Försterschule und das Krankenhaus liegen, »Karl-Weber- Str a h e" zu benennen. Ein bleibendes Gedenken ist dem verdienstvollen Manne in den Herzen der Cchottener gesichert. In den D ahn - Hofsanlagen am Eingang der Stadt wird ein Raturbrunnen angelegt. Der Gemeinde­rat bewilligte hierzu einen namhaften Deitrag. Die Wege und Rasenbeete werden gärtnerisch kunstvoll hergerichtet. Für die Volksschule wurde zur Pflege des Gesanges der Schulkinder die Anschaffung eines Harmoniums genehmigt. Der Ankauf eines für die Errich­tung einer Postkraftwagenhalle geeig­neten Grundstücks wurde beschlossen. Da dem Zweckverband Schotten-Hungen durch größere Reparaturen einige Unfoften entstanden sind, wurde die Aufnahme eines kleineren Kapi­tals zur Abtragung dieser Schuld genehmigt.

Landkreis Gietzyn.

00 Klein-Linden, 21. Febr. Aus der öffent­lichen Gemeinderatssitzung vom Don­nerstagabend ist u. a. zu berichten: Als Aus­schlag der Gemeindeumlagen für das Rj. 1929 wurden fallende Sätze angenommen: die Grundsteuer auf je 100 Mk. Steuerwert der Gebäude und Dauplätze beträgt 25 Pfennig 1928: 32 Pf.), auf je 100 Mark Steuerwert des land- und srrstwirtschaftlich genutzten Grund­besitzes 60 Pfennig (1928: 71,5 Pf.). An Ge- Werbesteuer werden auf je 100 Mark des ge­werblichen Anlage- und Betriebskapitals 80 Pf. (1928: 80 Pf.), auf 1 Ml. staatlichen Gewerbe- ertragssteuersrlls der Betrag von 300 Pfennig zu erheben. Die Sondergebäudesteuer beträgt bei je 1 Mark dcs staatlichen Steuersolls 39,93 Pf. In der Sitzung vom 19. Dezember v. 3. hatte der Gemeinderat bereits einen Beschluß gefaßt, wonach der Geschäftsraum der Ge­rn e i n d e k a s s e in die freigewordene Lehrer­dienstwohnung verlegt werden sollte. Der Ge­meinderat beharrt auf diesem Beschluß: es soll versucht werden, nach Rücksprache mit dem Schul­vorstand und dem Kreisschulamt Gießen den Be­schluß zur Durchführung zu bringen. Der An­trag der Mädchenfortbildungsschule um Gewährung eines Zuschusses von 30 bis 40 Mark zur Deckung der Unkosten für eine Ab­schlußfeier wurde mit Rücksicht auf die derzeitigen Verhältnisse einstimmig abgelehnt. Die Ar­beiten am neuen Schulhaus, Instand­setzung der Waschküche u. bgL, wurden an die Wen'gstfrrdernden vergeben: die Maurerarbeiten an Hch. M a g o l d , die elektrischen Installati­onsarbeiten an Friedr. Schimmel, die Weih­binderarbeiten an Wilh. Volk, die Lieferung eines Kessels an Hch. Fischer. Der Antrag des Gesangvereins »Arion" um Ueberlaffung eines Festplatzes fand Genehmigung. Dem Ver­ein wird unter den üblichen Bedingungen für fein am 28., 29. und 30. Juni stattfindendes 40. Jubelfest ein Teil der Pfingstweide als Fest- plah überlassen.

X SUeln-£lnbenf 21. Febr. Am Samstag, 22. Februar, feiert die hier Wichelinstraße 5 woh­nende Frau Elisabethe Lang Wwe. in verhältnismäßiger Rüstigkeit ihren 7 0. Ge­burtstag.

Großen-Linden. 19. Febr. Veranlaßt du ch den Aufruf Artur Mahrauns, dcs Führers deL ^ungdeutschen Ordens, zur Gründung einer Volksnationalen R e i ch s v e r e i n i - gung hat auch die Gefolgschaft Großen-Linden durch tätiges Arbeiten eine Reche von Männern geworben, die sich bereit erklärten, im Sinne des Aufrufes ihre Kraft zur Verfügung zu stellen. Ein Ortsausschuß wurde gebildet, der feine Tätig­keit bereits ausgenommen und auch schon schöne Erfolge zu verzeichnen hat. Ferner wird beab­sichtigt, am Montag einen Vortrag über Zweck und Ziele der Reichsvereinigung zu halten, wo­durch jedem die Möglichkeit geboten wird, sich eingehend zu unterrichten.

X W i e s e ck, 21. Febr. 3m Auftrag des Hessi­schen HauptvereinL der Gustav-Adolf-Stiftung sprach gestern In unserer Kirche Pfarrer Becker, Gießen, zu den Schulkindern und abends zu den Erwachsenen über daS zeitgemäße Thema .Hessische Dauern in Süd-Ruhland". Eine ftatt-

ettoa 1350 städtischen Kreditgenossenschaften ge­lungen, ihr Gesamtbetriebskapital wieder auf über 2 Milliarden Mark zu bringen. Das Ge­heimnis ihres Erfolges liegt in ihrer gesunden Struktur.

Zum besseren Verständnis fei zunächst der rechtliche Aufbau der Genossenschaften kurz skiz- ziert. Das eigene Vermögen der Genossenschaft besteht aus den Geschäftsanteilen der Mitglieder und den Rücklagen. Die Geschäftsanteile der Mitglieder stellen die Beteiligung an der Ge­nossenschaft dar. 3edes Mitglied kann einen, oder wenn es das Statut zuläßt, mehrere Ge­schäftsanteile erwerben. Um jedem den Erwerb eines Anteiles zu ermöglichen, muh der Anteil nicht sofort vollgezahlt werden, sondern die Zah­lung kann in Raten, deren Höhe das Statut festsetzt, oft auf viele Jahre verteilt, geleistet werden. Die Geschäftsanteile, die an der Divi­dende teilnehmen, sind eine allgemein beliebte Kapitalanlage. Auf eine reichliche Bemessung rfrer Rücklagen wird in der heutigen Zeit be­sonderer Wert gelegt. Zu dem eigen m Vermögen treten jedoch als weitere ©arantivmittel die Haft­summen der Mitglieder. Fast alle Schulze-Delitz­sch en Genossenschaften führen heute die beschränkte Haftpflicht. Das Gesetz bestimmt, dah die Haft­pflicht mindestens die Höhe des Geschäftsanteils erreicht, sie kann aber auch durch das Statut auf ein Mehrfaches des Anteils festgesetzt wer­den. Die Haftsummen können aber nur im Falle eines Konkurses, nicht bei Bestehen der Genossen­schaft, auch nicht etwa im Vergleichsverfahren herangezogen werden. Eigenvermögen und Haft­summen erreichen bei den meisten Kreditgenossen­schaften eine stattliche Ziffer und bieten eine weitgehende Sicherhrit für die Einlagen der Gläubiger.

Die Kontrollbestimmungen, denen die Genossen- schäften teils durch Gesetz unterworfen sind, und die sie teils freiwillig eingeführt haben, bilden einen weiteren Rückhalt, sowohl für die Gläu­biger, als auch für die Mitglieder. So schreibt das Gesetz eine regelmäßige zweijährige Revision vor, die bei den in Revisionsverbänöen zusam- mengeschllssenen Kreditgenossenschaften von sach­kundigen Derbandsrevisoren vorgenommen wird. Die meisten Verbände sind jedoch von sich aus schon dazu übergegangen, jährliche Revisionen vornehmen zu lassen. Hinzu tritt noch die Kon- trollfunlaon des Aufsichtsrates, der die Tätigkeit des Vorstandes, besonders aber die Kreditgewäh­rung fortlaufend zu überwachen hat. Auch der Vorstand muß mindestens aus zwei oder mehr Personen bestehen, so daß auch hier Eigenmächtig­keiten einzelner vermieden werden. Die Jahres­bilanzen sind stets zu veröffentlichen und der Generalversammlung vorzulegen, der auch im übrigen das Recht zufteht, Fragen zum Jahres­bericht zu stellen. Ferner sind die Schulze-Delitz- schen Kreditgenossenschaften verpflichtet, dem Sta­tistischen Reichsamt und ihrem Verband Zwei- monatsbilanzen einzurcichen. Eine Kontrolle der Geschäftsführung ist also jedermann in weit­gehendem Maße möglich. Es gibt Wohl kaum noch Kreditinstitute, die ihren Status so erschöpfend barlegen, wie gerade die Kreditgenossenschaften.

Der ganze Geschäftsverkehr ist auf die per­sönlichen Bcdürsnisse der Mitglieder und Kunden zugeschnitten. Das Verhältnis zwischen Verwal­tung und Kundschaft ist enger als bei jedem an­deren Kreditinstitut, da das Mitglied nicht als Gegenpartei der Dank, sondern als Teilhaber auftritt. 3edes Kreditgesuch, auch da; kleinste, wird vom Vorstand gewis enhast geprüft: gerade auf die Pflege des Kleinkredits wird auch im Interesse der Risikoverteilung das größte Gewicht gelegt. Die Kreditgenos.enschasten betrachten die Kreditgewährung nicht vom Standpunkt ihres Verdienstes, sondern sie stellen daZ Moment der Kredithilfe in den Vordergrund, wobei in erster Linie zu prüfen ist, ob das kreditsuchende Mit­glied kreditwürdig erscheint und die Unterlagen ausreichend sind. Das genosfenschastliche Geschäft bringt eine Fülle von Kleinarbeit mit sich, denn es verursacht beispielswei e mehr Arbeit und ilnfeften, an 10 Kunden 5000 Mark oder gar an 50 Kunden 1000 Mark auszuleihen, als an einen Kunden 50 000 Mark zu geben. Gewiß können auch die Kreditgenos.en'chaften in der heutigen Zeit der allgemeinen Kapital- astnut nicht alle Kreditansprüche voll befriedigen. Sie können In der Hauptsache nur Betriebs- Irebite einräumen, denn da auch sie nur mit verhältnismäßig kurzfristigen Einlagen arbeiten, verbieten sich langfristige Kredite von selbst. Ader ein Vorteil der Kreditgenossenschaften liegt darin, daß sie in ihren Entschließungen beweglich sind und individuell vorgehen können: sie müssen wohl nach ihren Satzungen verfahren, sind aber sonst an keine Schablone gebunden Für das heimische Wirtschaftsgebiet ist es auch von großer Bedeutung, daß die der Kreditgenossenschaft an­vertrauten Gelder restlos der heimischen Wirt­schaft wieder zusließen und nicht den 'Weg in fremde Sammelbecken finden, eine Erkenntnis, die schon zu allen Zeiten viele Einleger zu den Kreditgenossenschaften hingeführt hat.

fraglichen Waren seien im Wege des Kredit- schwindels erlangt worden, konnte in der Be­rufungsinstanz nicht geführt werden Der aus der Strafhaft vorgeführte frühere Hauptange- llagte konnte teilweise keine bestimmten belastenden Angaben 'machen, teilweise entlastete er seine Mitangeklagten direkt. Der Staatsanwalt führte aus, das frühere verurteilende Erkenntnis könne heute nicht mehr aufrechterhalten werden Das Gericht erkannte auf Freisprechung bezüg­lich beider Angeklagten

Eine weitere, recht umfangreiche Verhandlung führte in der Berufungsinstanz ebenfalls zur Freisprechung. Ein auswärt'ger Kohlen­händler hatte im Sommer vorigen Jahres durch seinen Chauffeur mit seinem Lastkraftwagen Per­sonen befördern lassen An einer abschüssigen Stelle und scharfen Kurve der Landstraße fiel der Wagen um; dabei wurde eine Person getötet und mehrere verletzt. In erster Instanz wurde der Eigentümer, der heutige Angeklagte, wie der Führer des Wagens wegen fahrlässiger Tötung zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Letz­terer hat nachträglich das Urteil anerkannt. Der erstere hatte Berufung eingelegt. In der heutigen Verhandlung ergaben sich hinsichtlich des früher verurteilten Kohlenhändlers starke Zweifel an seiner Schuld. Der Angeklagte wurde frei- gesprochen.

liche Reihe sehr.schöner, zum Teil kolorierten Lichtbllder veranschaulich e dir Ausführungen des Redners. Wort und Bild, eingerahmt mit Ge- meinöegefang, hinterließen bei der dankbaren Zu­hörerschaft einen tiefen Eindruck.

* Alten-Duseck. 20. Febr. Der Ge. sangvereinGermania" veranstalte.« dieser Tage feinen diesjährigen Familienabend, der sehr gut besucht war. Rach der Degrüßung-- ansprache des Vcreinsvorsitzenden R i k o l a t brachte der Sängerchor unter Leitung seines Siri* genten Meyer, Wieseck. einige Chöre zmn Dor- trag, die wohlgelungen waren und mit lebhaftem Deisall auf genommen wurden. Bei mancherlei geselligen Darbietungen und Tanz verlebten die Besucher einige vergnügte Stunden.

* Beuern. 21. Febr. Einen sehr inter­essanten Abend bot dieser Tage der Vater- ländische Film- u n d D o r t r a g s d i e n st der Deutschen Dolkspartei. In guter AufMrung wurden eine Rheinreise von Köln nach Mainz und die Bilder von der Weltfahrt des Luftschiffes®raf Zeppelin" gezeigt. Vor­zügliche Aufnahmen von Heer unb Flotte, so­wie ein Lustspiel im Film vervollständigten den Abend. Die Vorführung wurde von einem zahl­reichen Publikum dankbar ausgenommen.

cf Allendorf a. d. Lumda, 17.Febr. Die­ser Tage fand im Saale der Gastwirtscyasi Eber­hard Ranft Wwe. die diesjährige Jahres­hauptversammlung des hiesigen Krie­gervereins statt. Aus dem Jahresbericht, ben der erste Vorsitzende, Lehrer Strack, er­stattete, ging hervor, daß im abgelaufenen Jahre bie Zahl der Mitglieder wieder beträchtlich ge- stiegen ist, so daß der Mitgliederstand zur Zeit 75 aufweist; gestorben sind drei Mitglieder, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Die Iahresrechnung, von dem Kassierer, Weißbindermeister Christ. Ranft, vorgetragen, zeigte ein erfreuliches Dlld. Trotzdem der Verein im abgelaufenen Jahre größere Ausgaben zu bestreiten hatte, verblleb noch ein ansehnlicher Lieberschuß. Sa die Rechnung zu Beanstandungen keinen Anlaß bot, wurde dem Rechner Ent­lastung erteilt und ihm durch den Vorsitzenden Dank für seine mühevolle und überaus gewissen- hgste Tätigkeit ausgesprochen. Bei der Vorstan.s- wahl wurde der alte Vorstand wiedergewählt; zur Zeit gehören dem Vorstände an: 1. Vor­sitzender: Lehrer Strack, 2. Vorsitzender: Wag- nermeifter Karl Wallenfels L, Rechner: Weißbindermeister Christian Ranft, Schrift­führer: Landwirt Ehr. Wallenfels, Beisitzer: Maurermeister Heinrich Käs II., Maurermeister Ehr. Paulus II., Schuhmachermeister Ludwig K r i e b und Rechner Chr. F o r m h a l s. So­dann wurde beschlossen, von der Instandsetzung des alten Schießstandes im Kinnwald wegen der hohen Kosten Abstand zu nehmen und vor­läufig den neuen Schießstand des hiesigen Schühenvereins gegen eine entsprechende Abgabe mitzubenutzen. Am Samstagabend fand im Saale der Gastwirtschaft .Zur Eisenbahn" die diesjährige Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins statt. Rach Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzen­den, Sparkassenrechner Soll, erstattete dieser den Jahresbericht. Aus diesem war zu ent­nehmen, daß die Mitgliederzahl einschließlich 33 passiver Mitglieder auf 104 angewachsen ist. Gestorben sind im verflossenen Jahre drei Mit­glieder, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Die Iahresrechnung muß.e, da der Rechner Krieb zur Zeit erkrankt, von dem Vorsitzenden vorgetragen werden. Die Ein­nahme betrug 1807,10 Mk., die Ausgabe l9c,C0 Mark, so daß ein Vorrat von 113,50 Mk. ver­blieb. Außerdem sind noch 325 OHL verzinslich bei der hiesigen Sparkasse angelegt. Rachdem die Rechnung für richtig befunden, wurde dem Rechner Entlastung erteilt Der 1. Schriftführer, Kaufmann Max Rosengarten, verlas hier­aus die verschiedenen Protokolle und Vorstands­beschlüsse, sowie den sehr umfangreichen Rechen­schaftsbericht Bei der Vorstandswahl wurden iie seitherigen Vorstände sämtlich durch Zuruf wie­dergewählt. Zur Zeit gehören dem Vorstände an: Chormeister: Lehrer Schmidt, Kesielbach, 1. Vorsitzender: Rechner Söll, 2. Vorsitzender: Bauunternehmer I. Denner, 1. Schriftführer: Kaufmann W. Rosengarten, 2. Schrift­führer: Wcißb.ndermeister 3. DennerV., Rech­ner: Schreinermeister Ld. K r i e b , Kontrolleur: Schuhmachermeister Chr. Hch. Reinhardt. Deisitzer: Maurerparlier P^ill Keil, Fuhr­unternehmer Ld. Stoos und Landwirt Lud­wig Decker. Zum Fahnenträger wurde Heinrich Keil und zu Begleitern Wich. Käs und Ld. Ranft bestimmt Zum Tücherwart tourLe Stadt- kassegehllfe Karl Fritzges berufen. Sodann wurde noch beschlossen, bie Auswahl unter den Entwürfen für eine Gedenktafel für die im Weltkrieg 1914'1918 gefallenen Mitglieder dem Vorstande zu überlassen. Rachdcm der Ehrenvorsitzende dem Chormeister für seine un­ermüdliche und ersprießliche Tätigkeit ün ver­flossenen Jahre und den Sangesbrüdern, bie beim letzten Theaterabend mitgewirkt haben, den Dank dcS Vereins ausgesprochen, wurde die Versammlung geschloffen.

~r Grünberg, 20. Febr. Am Mittwoch fand die drllte Drennholzversteigerung im hiesigen Stadtwald statt Sie dabei erzielten Preise waren ungefähr die gleichen, wie bei Der zweiten Versteigerung. Cs kosteten im Durch­schnitt je 2 Raummeter Schcicholz: Buche 28 Mk.. Kiefer 16 Mk., Fichte 14 Mk. Knüppel: Buche 18 Mk., Kiefern 12 Mk.. Fichte 10 bis 12 Mt Stöcke: Buche 16 Mk. Qiftreifer waren billig, der Raummeter kostete 1 Mk., teilweise noch weniger. Die Versteigerung konnte nicht zu Ende geführt werden, sämtliches im Distrikt Raubichlotz schände Brennholz soll bei einer demnächst statt­findenden RuhholzversteiHerung verkauft werden. Im Gegensatz zu den immerhin hohen Holz- preisen, welche im städtischen Walde ersieht wer­den, liegen die Preise bei den Versteigerungen in den ringsum gelegenen fiskalischen Waldun­gen durchschnittlich niedriger. So kostete z. B. in der fiskalischen Forstwartei ReinhardShain der Raummeter Duchenscheit 9 Mk., auch im benach­barten Laubach konnte der Raumeter Duchen- scheil nur etwa 9 Mk. erzielen. Ser seit Ostern 1929 an der hiesigen Oberrealschule wir­kende Assessor Karl Roth aus Darmstadt - schied dieser Tage auS dem Lehrkörper der An­stalt aus. Er übernimmt eine Oberlehrer stelle an der deutschen Realschule in La Concepcion tu Chile.

-n- Aieder-Desstngen, 18. Febr. Am vorigen Sonntag veranstaltete der hiesige Krle­ger oerein im Saale von W. Hotz eine Abend­unterhaltung. Rach den DegrüßungLworten beS Vorsitzenden W. Lotz III. wurde ein breiaftigei

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