greitag. 21 März 1930
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Nr. (8 Zweites Blatt
Schnelldampfer „Europa".
Bon Erich Mehenthin, ehem. Korvettenkapitän, M. b. pr. L
Am 19. März trat der neue Lloyd-Schnell- dampf er „Europa" seine erste Ausreise an. Nach seiner Indienststellung werden von den sechs größten Schissen der Welt zwei die deutsche Flagge tragen. Aus deutschen Wersten gebaut sind fünf, nämlich außer den Neubauten „'Bremen*' und „Europa" die früheren Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie .Imperator". „Baterlanb“ und „Bismarck", die nach Friedensschluh an England bzw. Horb- amerita ausgeliesert werden muhten.
Mit „Bremen" und „Europa" hat Deutschland den Kamps um das Blaue Band des Ozcans wieder ausgenommen. Abgesehen von früheren kürzeren Episoden ist es von 1897 bis 1907 in seinem Besitz gewesen -England nahm es uns mit der „Mauretania", die die für damalige Zeiten unerhörte Geschwindigkeit von 26 Seemeilen erzielte. Infolge des Krieges ist die schifsbauliche Entwicklung nicht so schnell vor- wärtsgegangen, wie es wohl sonst der Fall gewesen wäre. So hat „M a u ve t a n i a" 22 Jahre den Ruhm des schnellsten Passagier- schisfes behaupten können. Erst die „Breme n" hat 1929 mit einer Reisedauer von vier Tagen, 17 Stunden und 42 Minuten zwischen Nantucket Feuerschifi und Cddystone-Leuchtturm ihre Leistung übertroffen.
Als 1907 die „Mauretania" in Dienst kam, verzichtete die deutsche Handelsschiffahrt bewußt daraus, einen gleich schnellen Konkurrenten zu schassen, weil es bei dem damaligen Stande der Technik ausgeschlossen war, ein solches Schiss wirtschaftlich zu betreiben. Die Engländer kamen über derartige Erwägungen hinweg. weil ihre Regierung den Bau und Betrieb finanziell stark unterstützte. In der Folge gab die Hamourg-Amerika-Ginie die Jmperatorklasse in Dau. die zwar um einige Meilen langsamer, dafür aber sehr viel größer und für die Passagiere bequemer und angenehmer war. Cs ist nun interessant, durch Bergleich dieser Schiffe mit den Neubauten sich einmal klarzumachen, welche Fortschritte der Schiffbau in 15 Jahren gemacht hat.
Die „Europa" ist etwas kleiner als der „Imperator" Sie wird 27 Sm. = 50 km gegen 23 Sm. des „Imperator" laufen. Während dieser 60 000 PS hatte, verfügt „Europa" über 100 000. Trotzdem ist es möglich gewesen, Maschinen- und Kesselräume aus einen sehr viel geringeren Daum zusammenzudrängen. Das hat seine Ursache hauptsächlich darin, daß man in der Zwischenzeit gelernt hat, Kessel zu bauen, die nicht mit 17, sondern mit 25 Atmosphären ileberbrud arbeiten. Jeder Kessel erzeugt Damps für 5500 PS, während die Jmperator- kessel nur für je 1500 PS lieferten „Imperator" hatte 38 Kessel, „Europa" besitzt nur 18, so daß der Kesselraum sehr viel kleiner geworden ist.
Ein anderer grundsätzlicher Fortschritt besteht darin, daß man es gelernt hat, Ueberset- zungsgetriebe von außerordentlicher Leistungsfähigkeit zu bauen Dadurch wird die Verwendung hochtouriger Turbinen von geringstem Gewicht und mit bester Wärmeausnuhung möglich, wobei man trotzdem die Drehzahl der Propeller im Bereich günstiger Wirkungsmöglichkeiten halten kann Schließlich spielt noch eine Rolle, daß nur noch Oel zum Antrieb gebraucht wird, das einen wesentlich größeren Heizwert hat und in Doppelbodentanks untergebracht werden kann, so daß es keinen nutzbaren Raum fortnimmt Die Folge davon ist, daß die „Bremen" Platz für 2200 Passagiere hat.
Cs ist selbstverständlich, daß die Sicherheitseinrichtungen auf das Beste ausgebildet sind. Das Schiss hat 15 wasserdichte Abteilungen Es bleibt noch schwimmfähig, wenn Sie zwei größten voll Wasser gelaufen sind Für den schlimmsten Fall sind 22 Motorrettungsboote für je 145 Personen vorhanden.
Wenn man „Mauretania" mit der „Europa", die nur um etwa eine Seemeile schneller sein dürfte, vergleicht, so wird man sagen können, daß eine Schussgeschwindigkeit, die vor 15 Jahren nur technisch möglich war, jetzt auch wirt- schastlich möglich geworden ist Es ist selbstverständlich, daß der Norddeutsche Lloyd die ' neuen Schnelldampfer nicht gebaut hat, um Geld daran zuzusehen Es ist ebenso selbstverständlich, daß eine Subvention des Reiches nicht in Frage
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Der neue Lloyddampfer „Europa"
kommt. Die Schiffe müssen sich au8 eigener Kraft erhalten und amortisieren.
In dieser Feststellung liegt auch eine andere Tatsache begründet. Zweifellos ist es technisch möglich, Dampfer zu bauen, die Deutschland das Blaue Band des Ozeans wieder entreißen. Es wird seit Jahren davon gesprochen, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika 30-Seemeilen- dampser, daß auch England gleichschnelle Schisse auf Stapel legen wolle. Dies ist lediglich eine Frage der Opfer, die man dem nationalen Prestige in Form von Subventionen zu bringen bereit ist. Immerhin ist festzustellen, daß, nachdem die Whitc-Stare-Line den Bau der „Oceanic" wieder eingestellt hat, „weil die Frage des Antriebs noch nicht geklärt ist", zur 3eit_ kein Konkurrent gebaut wird Das bedeutet für Deutschland einen Vorsprung von mindestens drei Jahren. Hossentlich wird es in dieser Zeit gelingen, recht viel zahlungskrästiges ausländisches Stammpublikum auf unsere Schiffe zu ziehen, Dollars zu ernten und unsere Zahlungsbilanz zu verbessern. Bei guter Besetzung der „Europa bringt jede Reise eine Bruttoeinnahme von etwa 2 Millionen Mark.
Möglicherweise wird mit der „Europa" die h ö ch st e Stufe der Entwickelung, die mit der Dampfmaschine zu erzielen ist, erreicht sein Wenn andere Nationen sich bisher nicht zu ähnlichen Bauten entschlossen haben, so liegt dies zum Teil daran, daß man glaubt, z u einer anderen A r t des Antriebes übergehen zu sollen. Es ist nicht möglich, hier auf diese Dinge näher einzugehen Immerhin mag angedeutet werden, daß vielleicht schon die nächste Serie großer Schnellschiffe dieselmotorischen Antrieb erhalten wird.
Tagung hessischer evangelischer Fürsoraeverbände.
tz Frankfurt a. M.. l9. März. Am Montag fand hier die alljährliche Tagung der evangelischen Sürforgeorganifationen und Crziehungsvereine in He ssen statt
Der stellvertretende Vorsitzende, Dekan Mahr «Eppelsheim) eröffnete die Tagung mit herzlicher Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Vertreter der Kreisämter und städt Wohlfahrts-
hat sich vom Kai gelöst uni) sticht zur ersten
ämter, der Kreisfürsorgeschwestern, der Geschäftsführer der Erziehungsvereine und insbesondere des Vertreters des hessischen Innenministeriums, Oberreg.-Rat Dr. Krebs und des Landeskirchenamtes, Vizepräsident Dr. Dahlem. Einleitend gab Dekan Mahr die einstimmig erfolgte Wahl des Gründers und langjährigen Vorsitzenden des Verbandes der Erziehungsvereine, Dekan Röschen (Wixhausen) zum Ehrenvorsitzenden und die Wahl von Pfarrer Grein (Arheilgen) zum Vorsitzenden bekannt. Einem Wunsch der staatlichen und städtischen Behörden folgend, ist dem Vorsitzenden nunmehr ein Hauptgeschäftsführer beigegeben, als solcher fungiert seit einigen Monaten Landesjugendpfarrer Lic. von Ser 21 u.
Pferrer Grein übernahm nun den Vorsitz. Nunmehr erstattete Pfarrer Lic. v. d. A u den Jahresbericht über das Jahr 1 929. Der Bericht entwarf ein anschauliches Bild der Arbeit, die im letzten Jahr wieder erheblich an- gewachsen jst Die Zahl der betreuten Kinder ist um einige Hundert gestiegen und beträgt jetzt etwas mehr als 1200 Die Erziehungserfolge sind fast überall als gut zu bezeichnen.
Den Höhepunkt der Tagung bildete der folgende Vortrag des leitenden Arztes der kur- hessischen Anstalt Hephata bei Treysa, Dr. W i 11- neben, über „Vorbeugende Fürsorge für anormale Jugendliche". In lehrreichen, fesselnden Ausführungen ging der Vortragende zunächst auf die verschiedenen Arten von Anormalität Jugendlicher ein und betonte die Notwendigkeit, die Anormalen frühzeitig in geeignete Behandlung (Anstalt oder dgl.) zu nehmen. Da die Minderwertigkeit Jugendlicher sich oft Jahre lang nicht durch äußere Kennzeichen verrät, konnte man früher oft erst viel zu spät mit der richtigen Behandlung eingreifen. Heute hat man ein sicheres Mittel in der Untersuchung der Kapillarröhren gefunden, deren anormale Form unfehlbar auf psychische Störungen und Minderwertigkeitskomplexe hinweist, so daß man die betreffenden Jugendlichen unverzüglich der richtigen Behandlung unterziehen und so in den meisten Fällen noch brauchbare Menschen aus ihnen machen kann Dem Staat werden durch rechtzeitige Behandlung sehr bedeutende Summen gespart Redner wies auf die guten Erfolge einer großzügigen Untersuchung der Schulkinder im angegebenen Sinne im Regierungsbezirk Mer-
Amerikafahrt in See.
feburg hin. Dank der mitreißenden Art des Vortragenden, der aus langjähriger praktischer Erfahrung heraus sprach und sich auch in der wissenschaftlichen Erforschung seines Arbeitsgebietes bereits einen Namen gemacht hat, war der Eindruck des Vortrages auf die Hörer sehr stark. Trefflich unterstützt wurde das gesprochene Wort noch durch zahlreiche Lichtbilder.
Lebhafter Beifall brachte Dr. Wi t tnebeü am Schluß des Vortrages den Dank der Versammlung zum Ausdruck, beit der Vorsitzende noch in herzliche Worte kleidete, woraus die Tagung nach Erledigung einiger Anfragen ihr Ende fand.
0er Opelpu'sch vor dem Arbeitsgericht.
WSN. Rüsselsheim, 18. März. Nach dem Gewaltstreich am 12. Februar hatte die Leitung der O p e 1 w e r k e sämtliche kommunistischen Mitglieder des Betriebsrats fristlos entlassen, ebenso diejenigen Personen, die zwecks gewaltsamer Stillegung des Werkes die Arbeiter und Arbeiterinnen zur Niederlegung der Arbeit nötigten, oder Maschinenteile entfernten. Eines der entlassenen kommunistischen Detriebsratsmitglieder erhob als Kriegsbeschädigter gegen die fristlose Entlassung beim Arbeitsger ich! Einspruch, weil vor seiner Entlassung weder die Zustimmung des Betriebsrats, noch der Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte eingeholt worden sei. Nach umfangreicher Verhandlung wie das Arbeitsgericht den Einspruch als unbegründet zurück und erkannte die fristlose Entlassung als berechtigt an, weil sich der Kläger an den Gewalttätigkeiten führend beteiligt, Lohnerhöhung unter Androhung- der Anwendung eines wilden Streiks gefordert und die gewaltsame Betriebsstillegung führend mit veranlaßt habe.
Arbeitsamts-Neubau in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 19 März. (WSN.) Dio Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung hat in der Nähe des Zoo ein Grundstück erworben, auf dem ein Gebäude für das Frankfurter Arbeitsamt errichtet werden soll Möglicherweise wird auch das Landesarbeitsaml darin untergebracht werden Mit dem Bau wird voraussichtlich im Jahre 1931 begonnen werden
Bulgarische Lammfleischrösterei.
Don Alice Müller-Neudorf.
Mit dem Atanaß-Den. dem Lage, an dem alten Vol erlauben gemäß Der W nier von dannen zieht, verändert sich auch das während der Winterkälte verschlafene Gesicht Sofias Nicht allein, daß wieder die weißen und bunten Gestalten der Bauern mit ihren Ochsenwagen Die Hauptstadt bevölkern, daß die eis-- und schnee- starrenden Bürgersteige, auf denen man sich nur mit Lebensgefahr ausbalancierte, wieder spiegelblank zum Vorschein kommen und einem die Sonne schon wieder auf den Rücken brennt.
Das alles merkt der Sofianer Bürger gar nicht Er sieht als erstes Zeichen neuerwachenden Lebens nur die noch erbärmlich schwachen, aber für ihn unendlich lieblich anzusehenden jungen Lämmer vor den Schlächterläden gerade den oorüberflutenden Passanten aus die Rase baumeln, während er wohlgefällig stehen bleibt und zärtlich mit der Zunge schnalzt Er sieht auf dem Markt die Wagenladungen weißer Porree- Hangen, roter Möhren, schneeiger Rettichknollen aus dem Winterschlafe wiederauserstehen, während es an den Häuserwänden vor den kleinen eingebauten Holzlohlenbratöfen klappert und Dutzende von Lammfleischrouladen, eben gehackl und geknetet, das Licht der Welt erblicken. Ein scharfer, von Pfesferschoten und Paprika durchsetzter Geruch steigt von ihnen aus, mischt sich mit der Beize des beliebten Zwiebelsalates und lagert über der ganzen unteren Stadt Aus den Gedärmebratereien, den Magenkochereien und ähnlichen bulgarischen Schlemmerstuben schallt der Lärm des Saisonhochbetriebes. Zwischen den schmausenden Gästen hindurch werden die abge- häuteten, mageren Lämmer hineingetragen und vor den Augen des Publikums zerlegt unb„ zubereitet« man geht hin, sucht sich das schönste Stück aus, berät sich mit diesem und jenem und
läßt sich endlich Die Leber. Die Niere, Die zarten, süßen Keimdrüsen rösten und genießt als Beilage dazu einen mit mazedonischem Psesfer geschärften Tomatenbrei, der wie ein Höllenfeuer auf der Zunge brennt, zugleich aber im Magen ein angenehm wohliges Gefühl und einen Bärenhunger auslöst.
Und schon betrachtet man mit ganz anderen Augen die aufgestapelten Herrlichkeiten, die verschiedenen Blätter- und Wiederkäumagen, die zu Zöpfen geflochtenen Gedärme, die Gekröse die Fettstrippen, die, gekocht und dann auf dem Rost gedünstet, so appetitlich glänzen wie saftigste Bratenstücke. Ein wenig mißtrauisch noch mit einer gewissen Ueberwindung geht man an den Genuß. — ein kleiner scharfer Geruch, wie er jedem «Schafpelzträger eigen ist und dann zerschmilzt alles wie ein Hauch auf der Zunge Und schon ist man im Bann all dieser Dinge die einem bisher unglaublich erschienen Nur zu der gebratenen Milz, den gebratenen großen und Heinen Drüsen, so verlockend sie auch aussehen kann man sich doch noch nicht entschließen. Um so vertrauenerweckender sind die kleinen Gamm- fleischstücke, Die, aus Nadeln ausgespieht direkt über der Holzkohlenasche gedünstet werden Man trinkt den berauschenden hochgradigen Landwein dazu während Rufe und Bestellungen durch den von Dunst verschwommenen Raum schwirren denn die Leckerbissen müssen ganz heiß direkt vom Rost gegessen werden. Nebenher werden große Schüsseln sauer eingelegter Pfeffer- und Eierfrüchte mit gehacktem Kohl- und Möhrensalat gefüllt aufgetragen Bor den Türen drängen sich Men- 'chen, die die Leckerbissen bestaunen Der Umsatz steigt ins Riesenhafte. Ganz Sofia defiliert in dieser Zeit durch die Lammsleischröstereien Denn der Winter ist vorbei, die Lämmer sind da. und mit ihnen die schönsten aller bulgarischen Dell- katessen.
Georges Fayards sonderbare Wette.
Die würdigen Herren der medizinischen Fakultät fühlten sich geehrt, einen so interessanten Besuch bekommen zu haben, konnten sich aber nicht recht vorstellen, was eigentlich der berühmte Pariser Bildhauer Georges Fayard von ihnen und der alma mater wollte „Ich bin zu Ihnen gekommen, meine Herren." lüftete der Künstler ohne viel Umstände des Rätsels Losung, „um Ihnen eine kleine — Wette vorzuschlagen!" Die Professoren stutzten Eine Wette? Nanu? Hielt denn Prinz Karneval auch schon in die geheiligten Hallen der Hochschule seinen Einzug? „Das ist wohl ein Scherz, verehrter Meister?" „Nicht doch meine Herren." beruhigte der Besucher seine verdutzten Zuhörer, „es handelt sich keineswegs um einen Ulk. Ich weiß, daß die ärztliche Hochschule in der Regel keine Wetten abzu- schliehen pflegt Die ich Ihnen anbiete, muß Sie jedoch aus wissenschaftlichem Gesichtspunkte eminent interessieren. Sie riskieren nichts bei der Sache und können unter Umständen ein famoses Geschäft machen. Vorausgesetzt natürlich, daß Sie Die Wette gewinnen, was ich allerdings bezweifeln mochte." — „Um was geht denn Ihre Wette. Meister?", fragte endlich der Rektor skeptisch Er hatte Angst bekommen, daß bei Fayard nicht alles „in Ordnung" fei. Konnte sich aber im weiteren Verlaus der Unterhaltung davon überzeugen, daß der Vorschlag des Künstlers gar nicht von der Hand zu weisen wäre. Ein Risiko für die Hochschule bestand in Der Tat nicht sollte der Meister des Meißels vor seinem zweihundertsten Geburtstag sterben, erbt die Fakultät sein Gesamtver- mögen ja sogar seine Werke mit. Fayard sprach über seine Theorie so systematisch, daß die Wissenschaftler einsehen muhten, es handele sich keineswegs um Hirngespinste eines übergeschnapp- ten Künstlers, sondern um beachtenswerte Erfahrungen eines Lebenslünstlers, der seinen Mit
menschen das „Geheimnis" des langen Lebens beibringen mochte und fest entschlossen ist, seinen zweihundertsten Geburtstag in aller „Jugend- frische" zu feiern. Nach langwierigen ‘Beratungen nahm nun die Pariser Universität den Vorschlag des Künstlers an und unterzog ihn einer eingehenden Untersuchung. Die Aerzte waren sich Darüber einig, noch niemals einen so kerngesunden zweiundsünszigjährigen Mann gesehen zu haben, sämtliche Organe funktionieren vorbildlich. die Blutkreisung ist einwandfrei. Die Muskulatur elastisch wie bei einem sporttreibenden Jüngling von zwanzig Jahren, von Arterienverkalkung keine Spur. Der Mann hat kein einziges graues Haar und schreibt seine strotzende Gesundheit neben einer rationalisierten Ernährung einem selbsterfundenen Turnsystem zu. Die Wette wurde rechtskräftig abgeschlossen Es wäre schon lohnend, mit zu erleben, ob sie Fayard. der Unverwüstliche, in 148 Jahren gewinnen wirdl ...
Hochschulnachrichten.
Zur Wiederbefetzung des Lehrstuhles der mittelalterlichen Geschichte an der Universität Berlin (an Stelle von Pros. 21. Bradmann) sind Berufungen an Professor Dr. Erich Caspar in Freiburg L B. und Professor Dr Robert Holtzmann in Halle a. S. er* gangen. - Der Erlanger Privatdozent Dr. jur • et rer. pol. Hellmuth Mayer hat einen Ruf als ordentlicher Professor für Strafrecht und Strafprozeß an die Universität Rostock erhalten. Der Privatdozent für Anatomie und Histologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Oberasfistent am Anatomischen Institut. Dr med. vet. Wilhelm Krüger ist zum Ordinarius für Anatomie und Gewebelehre an der Tierärztlichen Hochschule in Berlin als Nachfolger von Prof. H. Bittner berufen worden.


