Ausgabe 
20.9.1930
 
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Nr. 220 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 20. September 1950

Wirtschaft.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

Schon mehrere Wochen vor den Wahlen hatten vorsichtige Kreise ihren Aktienbesitz reali­siert. um aus alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Hierauf war zum nicht geringen Teil die anhaltende Schwäche der Torsen zu- rückzusühlcn. Einige Tage vor der Entscherdung setzte sich ein gewisser Optimismus durch, der von dem Wahlausgang eine Wiederbelebung von Börse und Wirtschast nach dem langen Darnieder» liegen erhofsen zu können glaubte. Das über­raschende Ergebnis der Rcichstagswahlen mit seinem starkenWochstumder radikalen Parteien verletzte der Börse dann einen schweren Schlag. Spekulation und private Kreise schritten zu größeren Verkäufen. die das Kursnivcau erschütterten. Es griff eine all­gemeine Uns icherhei t und Rervof- t 3 t Platz, die ihre Haupturfache nicht in der vollkommenen Ungewißheit über die weitere in* nerpolitifche Entwicklung hatten wenn auch alle KoalitionSmöglichkciten von der Börse lebhaft diskutiert wurden. man befürchtete vielmehr, daß dds Ausland unter dem niederdrückendcn Eindruck des Wahlausganges an den deutschen Märkten Aktienverkäufc vornehmen und zu Krc- ditrückziehungcn schreiten werde, was bei der hohen kurzsristigen Auslandvcrschuldung Deutsch­lands sich nicht ohne Komplikationen vollziehen könnte. Diese Befürchtungen erfüllten sich jedoch bisher nicht. Zwar wurde daS Wahlergebnis vom Ausland mit Unbehagen ausgenommen, doch begnügte man sich in der Londoner City, in Reuyork, in Amsterdam und in Paris mit einer abwartenden Haltung. Seitens des Auslan­des dürsten Abgaben in deutschen A k - tien bisher nur in bescheidenem Aus­maße crsolgt sein, auch wurden fast durchweg die ausländischen Kredite prolongiert. Diese ru­hige Betrachtung der neuen Loge durch das Aus­land verfehlte naturgemäß ihre Wirkung aus die deutsche Börse nicht.

Unter dem ersten Eindruck des Wahlergeb­nisses erfuhren am Montag die meisten Werte Kursrückgänge von 7 bis 8 Prozent. Einige Papiere verzeichneten Kurseinbrüche von 10 bis 20 Prozent. Stark angeboten waren vor allem Kaliwerte, von denen Salzdetfurth 10 Prozent, Aschersleben 15 Prozent und Westeregeln 16 Pro­zent einbüßtcn. Am Glektromarkt traten Sie­mens mit minus 14 Prozent hervor, während von Bankwerten Reichsbankanteile 17 Prozent nachgaben Auch deutsche Anleihen waren stär­ker abgeschwächt. Die Ruhe des Auslandes über­trug sich dann bis zu einem gewissen Grade auf die deutschen Börsen. Als man sah. daß größere Auslandverkäuse ausblieben, schritt die Kulisse zu Deckungen, und die K u r s v e r l u st e konnten zum Teil wieder aufgeholt werden. Man führte als beruhigendes Mo­ment die bereits erwähnte Tatsache an. daß vielfach schon vor den Wahlen Esfcktenbestände realisiert worden sind und die Banken umfang­reiche Dorbercitungen gegenüber etwaigen Geld­abziehungen des Auslandes getroffen haben. Raturgemäß blieb aber allgemein* eine st a r k e Zurückhaltung bestehen, und gegen Ende der Woche bewirkten neue Verkäufe von Publi­kumsseite wieder nicht unbeträchtliche Kursrück­gänge.

Am Devisenmarkt führten die Vorgänge er­wartungsgemäß zu starker Devisennach- f rage. Die Reichsbank mußte größere Devisen­abgaben vornehmen, um den Marklurs zu halten. Infolge der Zurückhaltung des Auslandes war die Situation jedoch bald wieder ausgeglichen.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Die Getreide-Weltmarktlage nahm in dieser Woche unter Schwankungen einen überwiegend schwächeren Verlauf, wobei neue Tiefstände er­reicht wurden. Der Frankfurter Markt wurde von den Vorgängen am Weltmärkte nur wenig berührt, trotzdem neigten aber auch hier die Preise weiter stark zur Schwäche. Die reguläre Marktlage wurde in dieser Woche wiederum durch die Stützungsaktion fast unterbunden, so daß

der freie Handel fast völlig lahmgelegt wurde, zumal die Mühlen angesichts des schleppenden Mehlabsatzes nur in sehr spärlichem Umfange Material auS dem Markte nahmen. Die Ermäßi­gung des Futtergerstenzolles unter der Bedin­gung einer stärkeren Roggenvcrfütterung ist nun­mehr erfolgt, hat jedoch bis jetzt eine Erleichte­rung des Roggenmarktes noch nicht gebracht.

DaS Angebot von Weizen war weiterhin sehr groß, und nur zu stark ermäßigten Forde­rungen waren die Mühlen bereit, etwas Ware aufzunehmen. Die Preise für Weizen lagen biS 10 Mark niedriger.

Am Roggenmarkt war das Angebot zwar auch ziemlich stark, doch wurde das heraus- kommende Material von der Stühungsstelle zu unveränderten Preisen ziemlich ausgenommen. Sonst war daS Geschäft sehr eng, da man in Händlerkreisen die weiteren Maßnahmen der Stützungsaktion abwarten will. Am Lieferungs­markt hielten sich die Andienungen in engen Grenzen, verschiedentlich erfolgten Beanstandun­gen wegen unzureichender Qualitäten.

Hafer stand im Zeichen der schlechten Quali­täten neuer Ernte und unbefriedigender Absatz­möglichkeiten. zumal auch das Erportgeschäft sehr schlecht ist. Der Konsum ist ausreichend versorgt und kaust nur den notwendigsten Bedarf, wobei nur beste Qualitäten Bevorzugung fanden. Der Preis für Reuhafer gab bis 7,50 Mark nach, während Althafer nicht mehr zur Rotiz kam.

Am Weizenmehl markt war das Geschäft nur schleppend. Wenn ein Abschluß getätigt wurde, so war die Bedingung damit verbunden, daß gleichzeitig, gewissermaßen als Ausgleich, Getreide gekauft werden mußte. Trotz der er­mäßigten Preise war auch zum Wochenschluß kaum Geschäft zu verzeichnen. Abschlüsse auf fpä- tcre Lieferung kamen angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung nicht zustande. Roggenmehl hatte ebenfalls nur sehr kleines Geschäft, wobei die Preise erst gegen Ende der Woche leicht nachgaben.

Futtermittel sehr ruhig und gleichfalls schwächer.

Hülsenfrüchte und Rauhfuttermittel un­verändert ruhig. Kartoffeln bei ruhigem Ge­schäft weiter etwas niedriger.

Tie Woche schloß zu folgenden Votierungen: Weizen 242,50 bis 245, Roggen 170, Hafer 162,50 bis 165, Weizenkleie 6,50 bis 6,75, Weizenmehl, füdd. 40 bis 40,75, niederrhein. 39,75 bis 40,50, Roggenmehl 27,50 bis 28.50, Roggenkleie 6,50, Kartoffeln per Ztr. 2,30 Mk.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Wenn auch der Auftrieb am Frankfurter Schlachtviehmarkt in dieser Woche wieder ziemlich groß war, so waren doch kaum Preisnachlässe festzustellen. Das Geschäft bewegte sich wieder in sehr engen Grenzen, lediglich der Export nahm weiter größere Kaufe vor. Für die nächsten Wochen rechnet man für Großvieh weiter­hin mit ziemlich beständigen Preisen. Die Kälber preise versprechen weiterhin gut zu bleiben. Während an anderen Märkten die Zu­fuhren an Schafen schon stärker eingesetzt ha­ben. waren sie in Frankfurt immer noch relativ klein, fo daß über die weitere Entwicklung schwer etwas zu tagen ist. Am Schweine markt werden die Preise wohl weiter leicht rückgängig sein, da Ferkel und Läufer verhältnismäßig billig zu haben find. Auf dem Rinder markt war der Auftrieb etwas stärker als in der Vorwoche. Bei geringem Geschäft verblieb Lieberstand. Die Preise blieben bei Färsen unverändert, zogen bei Ochsen, Bullen und Kühen um je 1 Mk. per Zentner an. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Etwa 50 Prozent des Auf­triebs wurden wieder nach den bekannten Der- sorgungsgebieten ausgeführt. Auf dem Schweine­markt war die Beschickung erheblich geringer, als in der Vorwoche. Das Geschäft verlief rege, und bei bis zu 2 Mk. höheren Preisen wurde ausverkauft. Kälber und Schafe batten anfangs reges, zum Schluß aber stark abflauendes Ge­schäft. Die Märkte wurden jedoch geräumt. Bei Kälbern gaben die Preise etwas nach, während Schafe behauptet blieben.

Der Gefarntauftrieb bestand aus 1636 (plus 46)

Rindern, darunter befanden sich 376 Ochsen, 131 Bullen, 547 Kühe und 445 Färsen, ferner aus 1608 «plus 315) Kälbern. 433 ipluS 8) Schafen und 5219 (minus 1248) Schweinen.

Bezahlt wurden pro x3entncr Lebendgewicht in Mark Ochfen al) 58 bis 61. .12) 53 bis 57, bl) 48 biS 52: Bullen a) 54 bis 57, b) 49 bis 53; Kühe a) 48 bis 51. b) 43 bis 47. c) 38 bis 42. d) 32 bis 37; Färsen a) 59 bis 62. b) 55 bi- 58. c) 50 bis 54. Kälber b) 79 bis 83. c) 74 biS 78. d) 68 bis 73. Schafe al) 48 bis 52. h) 43 bis 47 Schweine b) 63 bis 65, c) 64 biS 66, d) 64 bis 66. e) 63 bis 65.

Der Eisenerzbergbau im 21 u g u ft. lieber die Lage deS Eifenerzbergbaues im August wird berichtet: Siegerland: Bei den Sicger- länder Gruben hat sich die Lage nicht gebessert; eine größere Grube mußte ihren Betrieb wegen Absatzmangels auf mehrere Monate cinstellen. Der Versand bleibt noch immer hinter der För­derung zurück. Die Verlängerung der Reichs­und Staatsbeihilfe ist inzwischen auf ein wei­teres Jahr erfolgt Der zur Auszahlung getan- gende Betrag stellt sich jedoch fast auf ein Viertel niedriger als der vorjährige, trägt also der größer gewordenen Votlage der Gruben nicht Rechnung. Lahn- und Di 11gebiet einschl. Oberhessen: Die Lage der Gruben ist unverändert schwierig. Der Abruf auf lau­fende Abschlüsse ist äußerst beschränkt worden. In Verfolg der Verhandlungen über die Weiter- gowährung der Staatsbeihilfe wurde die Bei­hilfe nach den alten Bedingungen vorerst nur für Avril, Mai und Juni ausgezahlt, und zwar nur für Preußen, während die hessischen Gru­ben noch auf die Auszahlung warten, da die Genehmigung der Hessischen Regierung noch aus- steht.

* Robert Bosch in Frankrei ch. Die Robert Bosch AG.. Stuttgart, hatte End.' 1928 mit der französischen Firma Lavalette. Paris, einen Intereflenverlrog abgeschlossen, demzufolge die Bosch-Apparate künftig in Frankreich herge­stellt und durch Lavalette vertrieben werden. Aus Grund dieses Abkommens ist jetzt ein Fabrika­tionsbetrieb zur Herstellung von Bosch-Apparaten in dem Pariser Vorort St. Ouen eingerichtet worden, der in diesen Tagen die Produktion aufnimmt.

Frankfurter Börse.

tiranffurt a. M., 20. Sept. Tendenz weiter schwach. Die durch sinnlose Gerüchte hervor- gerufene vorübergehe ndeBeunruhigung in Neuyork und London über die politische Situa­tion in Deutschland und die daraus resultierende Schwäche der deutschen Werte beeinflußte natur­gemäß die Börse zum Wochenschluß sehr ungünstig. Die Haltung war weiter schwach, da von Publi­kums- und von Auslandseite wieder Material an den Markt kam. Die Verkäufe des Auslandes nah­men jedoch nicht das vielfach befürchtete starke Aus­maß an. Anderseits war aber die Aufnahmefähigkeit des Marktes wieder denkbar gering, so daß sich meist neue Kursrückgänge von 1 bis 3 u. Sy er­gaben. Größere Einbußen erlitten Reichsbank- a n t c i l e mit minus 4,5 ü. Sy, Deutsche Lino­leum minus 6,5 v. Sy IG.-Farben eröffneten 2,25 v. Sy schwächer. Am Elektromarkt logen AEG., Licht & Kraft, Schuckert und Siemens 2 bis 2,5 o. H. niedriger. Am Montanmarkt gingen die Kurs­verluste bis zu 3 v. H. B a n k e n logen durchschnitt- lid) zirka 1 o. Sy. Schiffahrtswerte bis zu 1,5 v. Sy abgefchwächt. Der Markt der K a l i o k t i e n war ebenfalls schwächer; Westeregeln gaben er­neut 1,25 d. Sy, Salzdetfurth 2,5 v. H. noch. Zellstoffwerte verloren bis 2,5 d. Sy Gold­schmidt konnten sich dagegen in Reaktion auf die letzttägigen Kursrückgänge 1,5 v. H. erholen. Ze­ment Heidelberg und Iunghans blieben behauptet. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche; ausländische Renten still. Im Verlaufe konnte sich eine beruhigtere Stimmung durchsetzen, wobei man darauf hinwies, daß die gestrige Beunruhigung an der Reuyorker Börse durch Baissemonöver hervorgerufen worden sei. Fer ner befriedigte es, daß fällige Auslondkredite ohne Schwierigkeit verlängert worden sein sollen. Deckun­gen der Kulisse, daneben aber auch, vermutlich, kleine Interventionskäufe von Bankseite bewirkten meist Kurserholungen von 1 bis 2 v. Sy Am Geldmarkt war Togesgeld zu 3 v. Sy wieder etwas leichter. Am Devisenmarkt war das Pfund etwas schwächer. Man nannte sonst Mark gegen Dollar 4,1960, gegen Pfund 20,3960, London gegen Kabel 4,8605,' gegen

Paris 123.68, gegen Mailand 92,38, gegen Madrid 45,35, gegen Schweiz 25,0450, gegen Holland 12,0613. Die Reichsbonk dürfte wieder in nicht unerheblichem Maße Devisen abgegeben haben.

Berliner Börse.

B e r I i n , 20. Sept. Wie noch den Rückgängen bei? deutschen Werte gestern im Ausland nicht ander» zu erwarten war, eröffnete die heutige Bors« in schwächerer Haltung. Vormittags und im vor­börslichen Freioerkehr war man mit dem Rennen von ersten Kursen sehr vorsichtig, da man nicht wußte, ob größeres Angebot aus dem Auslande vor- lag, noch die Absicht der Banken kannte und nicht wußte, ob diese jeweils durch Interventionen ein« greifen wurden. Im allgemeinen scheint man gegen all zustarke Stützungen zu sein und vertritt die An­sicht, daß, solange die Krisenbewegung sich nicht aus­gelaufen habe, jeder Eingriff ziemlich zwecklos sei. Trotzdem haben auch heute die Großbanken Material in sich ausgenommen, konnten aber nicht vermeiden, daß die ersten '.Kotierungen, wenn auch nicht ganz so schwach wie befürchtet, so doch immerhin 1 bi» 3 v. Sy unter gestern lagen. Zahlreiche Werte er­öffneten auch mit Minus Minus Zeiä^n und waren dann bis zu 7 v. Sy gedrückt. Bei diesen Werten, die besonders stark gedruckt waren, wie Polyphon, Schubert ft Salzer und Schultheis, sprad) man von Exekutionen. Der Kurs der V) o u n g A n leihe soll fich heute in Holland, Zürich und London auf 77 bis 77,5 v. Sy stellen Momente aus der Wirt- schäft lagen kaum vor, wären aber auch fonft wohl nur wenig beachtet worden. D e u t s ch e A n l e i h e n gaben leicht im Kurse nach Von A u s I ä n b e r n waren Bosnier bis 1,25 v. H schwächer. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich stärkeres An­gebot. Besonders in 78-v.H Werten wirkte sich dies Angebot aus; man rechnet mit Kursverlusten von 1 bis 2 v. Sy Auch in Reichsschulbbiichforbe- rungen wurden weitere Entlastungskäufe vor­genommen, so daß der Kurs zirka 0,5 bis 1,5 v H. verloren hatte. Am Geldmarkt war ein An­ziehen der Sätze sestzustellen. lager-gelb nannte man mit 3,5 bis 5,5 d. Sy ; Monatsgeld mit 4,25 bis 5,5 v. H. und Warenwechsel mit 3,75 v. Sy Rach den ersten Kursen gab es zumeist 12 v. H.-Kursrück­gänge. Später war aber ein Umschwung in der Stimmung festzustellen; die Verluste wurden zum Teil wieder aufgeholt, und manche Kurse zogen dar­über hinaus hoch über Ansang an. Zur Beruhigung trugen zwei Meldungen derB. Z." bei, die eine aus Neuyork, die die gestrige Börsenunsicherheit als reines Baissemonöver bezeichnet, und die andere, nach der aus Großbankkreisen mitgeteilt wird, daß heute fällige Kredite ohne ;cbe Einschränkung zu durchaus günstigen Bedingungen verlängert worden sind.

Berliner Pror lktcuinarkt.

Berlin 19. Sept. Mit dem Vachlassen der Stühungskäufe ist das Geschäft am Produkten­markt wieder in ruhigere Bahnen gekommen. Die Auslandmeldungen bleiben weiterhin ohne Eindruck auf die Tendenzgestaltung. Am Weizen­markt matte sich eine erneute Aufwärtsbewegung der Preise bemerkbar, wovon insbesondere der Lieferungsmarkt in den späteren Sichten profi­tieren konnte, da hier Kaufaufträze der Provinz vorlagen. Die Gewinne betrugen 2,50 bis 5 Mark. Im Promptgeschäft Hot sich das Angebot ver­ringert, und bei einer leichten Belebung der Vachfrage für Weizenmehl zahlten die Mühlen etwa 2 bis 3 Mark mehr als gestern. In Roggen bleibt das Angebot in bahnstchendem Material weiter reichlich, und sind die Verkäufer nach den gestrigen scharfen Preisrückgängen etwas zurück­haltender. Kahnmaterial ist zu gestrigen Prei­sen offeriert und findet bei den Mühlen vereinzelt Unterkunft. Der Lieferungsmarkt fetzte in den vorderen Sichten unverändert, für spätere Liefe­rung 1,50 bis 3 Mark fester ein, da fich Deckungs­begehr zeigt. Für Weizenmehle find die Forde­rungen um 25 Pfennig erhöht, Reygenmehl hat bei wenig veränderten Preisen weiter ruhiges Geschäft. Am Hafer- und Grstenmarkt hat sich die Situation nicht verändert.

Aus dem Amtsvei-kündigungsblall.

* Das Amtsverkündigungsblatt Vr. 71 vom 19. September enthält: Die Wah­len zum Gesellenausschuß. Die Wahl der Kreistagsmitglieder. Das Einhalten der Tau­ben während der Saatzeit. Steigenlassen von Drachen in der Umgebung des VerkehrSlande- plahes der Provinzialhauptstadt Gießen Her­barien. Dienstnachrichten.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. Sy, Lombarbzinsfuß 5 o. H.

Frankfurt a. Di

Berlin

Schluß.! kure |

1-Uhr. flnr#

Echluß- kure

Anfang. Aut«

Datum

19. 9.

20. 9

19. 9

20. 9

teunajc Ätiajeauieux von 1927 .........

7% Dri-tich? Relch«attlethe

88

88.5

von 1929 ..........

Deutsche Rnl..«blS|.-Schuld mit

100,5

-

101

»u«lo«.-Rechten.......

60.4

60.1

60.75

60.25

Detg! ohne SluNol.-Rechte . . 8% (teil. Boittstaat von 1929

7.2

7.05

7.275

7,1

irückzahlb 102%)......

0berbellen Provin, - Anleihe mt

-

92

>u«lol -Rechten......

Deutsche flamm. Sammelabl

59

~~

Anleihe Serie 1......

8% tzranks. Hvv.-Bank Goldpse XIII unlünBbar bti 1931 . .

59,5

59.75

101

7% Fran«. Hyp.-Bank »oldpse unkündbar bU 1932 .....

4H% Rdetntlche Hvp.-Bank

96

88,75

8% Br. eanbetplantbriefanfialt.

Pfandbriefe R. 17......

8% Pr. eanbrtpfantbriefanflali

102

102

flomm.-Cbl.9i. 90......

7% Pr. Landeeplandbriesanstalt

98

98

Pfandbriefe R. 10......

97.5

97.1

e <rbg. Borkrieg». Obligatio

Ben. rückzahlbar 1932 ....

93

-

-

-

4% Cefienetd)t|(f>e (golbmtte .

28

28

3,25

4,20% Oeslerrrichiiche Stlberrentr 4% LeNerreichilche Cinheillich.

-

Rente..........

«% Ungarische dolbrente ....

2,025

24.5

2,05

24.75

19,5

4% Ungarilche 5'aatltente v. 1910

19,5

_

4H% detzgi. von 1913 ....

_

20.75

4% Ungarische flroneneente . .

2,05

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4% Diirkische Zollanlethe von 1911

4% lürkische Bagdadbabn-Anl

5,2

5,25

5,13

Serie 1..........

5,25

5 25

5,25 5,2

4% desgl. Serie II......

b% Rumänische vrreinh. Rente

5.25

5,25

von 1903 .........

Rumänische verrrnh. Rente

9,4

Nm 1913..........

4% Rumänische vereinh. Reute

15,65

7.35

15,7

7,3

15,6

7.3

Frankfurt a. M

Berlin

Schluß» für«

t-Uhr- Rur«

Schluß- kur«

Anfang­flur«

Datum

19. 9

20. 9

19 9

20. 9

vampurß.viinenta tiatei . .

. t

85

83.5

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('ambutfl-Sübam. Dampfschiff

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163

Hansa Dampfschiff.....

10

129,5

128.5

Norddeutscher Lloyd ....

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85

84

85.5

84.25

Allgemeine DeutscheTrebÜanü.

10

106

106.25

105.5

Barmer Bankverein ....

10

113

112.25

113

112.25

Berliner HandelSgesellschast .

12

135

136

139.5

Commerz- und Privat-Bank .

11

123,75

123

123.25

123

Darmstädter und Narionalbanl

12

171.25

171,5

170,5

Deutsche Bank und

Ditconto-GefeUjchaft, . . .

10

120

119.5

118.5

Dreldner Bank......

10

120

119

120

119

Retchrbanl ........

12

230,5

235

231

0.8 9...........

. 8

129,5

127,75

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129

Bergmann........

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162

161

Elekrr. Lieserung«gelelllchaft.

10

124

122

Licht und flraft......

10

132

129.9

131,5

129

[reiten & öuUleaume . . .

7H

104

104,75

102.6

®eleU|d>ah für Clektrilche

Unternehmungen ....

10

133

131.65

127

Hamburger Elektrizität«.Werke

10

-

-

130

128

«idetnifche Elektrizität . . .

. 9

130

Schlesische Elektrizität. . . .

10

125

124

cdtuden & Co..... .

11

141.5

144

140.75

Sternen« & £'al«te .....

15

180

178

182.5

179.5

iranerabio .......

. 8

125

124,5

Labmeyer L Co.......

10

154

152,5

55

_

Deutsche Erdöl......

. 6

65,75

67,25

66.25

Essener Steinkohle.....

. b

Geilenkirchener......

. t

102.5

101.5

103.25

102

tarpenei.........

. 0

95

- 95,5

94

6V,

81 ,5

Ilse Bergbau.......

10

219

218

76.25

75,6

flöltuNeuellen.......

«

82.5

80

Mannesmann-Röhren . . .

78,9

79.25

78

Man«selder Bergbau ....

. 7

50,25

49,9

Cbericf)lc1. Eilendedars . . .

. 6

Cberitfjlel. flokSwerke....

79.5

77,5

Phontr Bergbau......

6V,

74

72,25

74

73

Rheinische Braunkohlen . .

10

195.4

194.25

«be-.nftahl........

. 6

75.25

78

76,25

Stiebet! Montan ......

7,2

Arankfuri a. Ml.

Berlin

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Datum

19. 9

20 9

19. 9

20. 9

Bereinigte Stahtwerte .

74,5

74,5

73.5

L tavl Minen.....

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32.65

32.25

Raltroerle Alchetsleben .

in

193

195

192.75

flaliroerfe Westeregeln .

1(

197

195,75

198.75

195.5

Kaliwerke Salzdetfurth .

-

15

300

297,5

303,5

300

I. ®. flarden-Industrie .

-

-

12

142,75

140,5

143.9

141.13

Tvnamit Nobel ....

. 6

k.65.25

Gdieibeanftalt.....

. f

136.5

(Goldschmidt.....

. 6

43

44,5

45

44

Kütflcrtrorrfe.....

. 6

53

50,5

53

51

Metallgelelllchasi. . . .

. 8

100

100.5

100

Philipp Holzmann . . .

e

78.5

78,5

76,5

Zementwerk Heidelberg

e

10

103

103

Kementroerl Rarlfiatt. .

10

Wavb & ssregtag . . .

. f

57

56

56

Schultheis Pa-enhofer .

-

15

222,5

216

Cftroede.......

12

175,5

«ku.........

12

74,5

72,75

74,5

73.5

Bemberg.......

14

83.5

85

82

Zellstoff WaldKos . . .

e

3*/.

122.5

124.65

122.5

Zellstoff aidtaflrnburg .

12

87.5

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Charlottenburger Wasser

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88,5

87

Teslauer <8as.....

. 0

125

123,6

Daimler Motoren . . .

. 0

27

26,25

Deutsche oleum . .

160

153,5

162

154

Maschinenbau Ä.-<8, .

. o

38

Rat. Nuto mobil ...»

. 0

12.9

12.6

Crenfteln & floppet . .

e

e

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55

52,5

Leonhard Tietz ....

10

128

Sventka..... .

-

302

iVranffurtei Malchmeo .

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22

22

Sritznet .......

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30

28.5

Hevligenstaedt . . . .

e

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Äunflüan«.......

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32

32

32

Lechwerke.......

. 8

97

96,5

Mamkrattwerke Höchst a. M..

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78.5

Mtag........

10

79

80

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Gebt. Roeder.....

10

98.5

Boigt & Haessner . . .

-

. 9

150

_

150

Süddeutsche Zucker . .

10

135,25

138,25

Banknoten.

»Berlin, 19- September

(Reib

Ärles

lllrnerikanilche Noten . .

4,196

4.216

Belgische Noten. ...

58,23

58,47

Dänische Noten ....

111,88

112,32

Englifche Noten ....

e e e

20,345

20,425

ssranzoftsche Noten ...

. . ,

16,445

16,505

Holländische Noten ...

168,68

169.36

Italienische Noten....

22,02

22.10

Aiorwegilche Noten . . .

111,88

112,32

Leutsch-Lesterreich, i 100 Schilling

59,165

59.405

Rumänische Noten . . .

2,485

2.505

Schwedische Noten ...

e

112.33

112,77

Schwerer Noten ....

.

81,59

81.91

Spanische Noten ....

* * *

44.71

44.89

Tichechoilowaktsche Noten.

12.40

12,46

Ungarische Noten ....

73.22

73,52

Deel

enmarft Berlin

- Aronkfurl

a. m.

19 September

20 September

tklmtNche

)<o ierung

Amtliche

Notierung

Seid

Mr

®elb

»riet

tUnft.-iNott.

168,89

169.23

168.95

169.29

Buen.-AtreS

1,523

1,527

1,512

1.516

Brss.-Ankw

58.435

58.555

58.435

58,455

Cbrisiiania.

112,13

112,35

112,13

112,35

flopenbagen

112,17

112.39

112,18

112,40

Stockholm .

112,59

112,81

112.60

112.82

HelsingsorS.

10,547

10,567

10.547

10.567

Italien. . .

21,945

21,985

21,955

21.995

London. . .

20,371

20.411

20.372

20.412

Wennort - .

4.1915

4,1995

4.9115

4,9950

Paris....

16,465

16.505

16,465

16.505

Schwei; . .

81,35

81,51

81.355

81.515

Svanion .

44,81

44.89

45.20

45.30

Japan . . -

2,071

2,075

2,071

2,075

Kto de Ian

0,423

0.425

0,422

0,427

Dien in D--

Ceft obaeft

59,185

59,305

59.195

59,315

$rag . - . .

12.442

12,462

12,443

12 463

Belgrad . .

7,429

7.443

7.431

7.465

Dudavest. .

73,38

73,52

73.40

73.44

Bnloarien .

3,037

3,043

3.039

3,055

L'stabon .

18,82

18,86

18.83

18,47

Tanjig. . .

81,47

81.63

81.49

81,85

ÄontL-ntm.

1.784

1,789

1.784

1,789

Atben. . .

5.445

5,455

5.445

5,455

Canada . .

4.196

2,204

4,196

4,204

UrnauaU . .

3,482

3,483

3.447

3.453

Tcüro . . .

20,895

20,935

20,885

20,925