Nr. 220 viertes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 20. September 1950
Wirtschaft.
Wochenbericht
vom Frankfurter Effektenmarkt.
Schon mehrere Wochen vor den Wahlen hatten vorsichtige Kreise ihren Aktienbesitz realisiert. um aus alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Hierauf war zum nicht geringen Teil die anhaltende Schwäche der Torsen zu- rückzusühlcn. Einige Tage vor der Entscherdung setzte sich ein gewisser Optimismus durch, der von dem Wahlausgang eine Wiederbelebung von Börse und Wirtschast nach dem langen Darnieder» liegen erhofsen zu können glaubte. Das überraschende Ergebnis der Rcichstagswahlen mit seinem starkenWochstumder radikalen Parteien verletzte der Börse dann einen schweren Schlag. Spekulation und private Kreise schritten zu größeren Verkäufen. die das Kursnivcau erschütterten. Es griff eine allgemeine Uns icherhei t und Rervof- t 3 t Platz, die ihre Haupturfache nicht in der vollkommenen Ungewißheit über die weitere in* nerpolitifche Entwicklung hatten — wenn auch alle KoalitionSmöglichkciten von der Börse lebhaft diskutiert wurden —. man befürchtete vielmehr, daß dds Ausland unter dem niederdrückendcn Eindruck des Wahlausganges an den deutschen Märkten Aktienverkäufc vornehmen und zu Krc- ditrückziehungcn schreiten werde, was bei der hohen kurzsristigen Auslandvcrschuldung Deutschlands sich nicht ohne Komplikationen vollziehen könnte. Diese Befürchtungen erfüllten sich jedoch bisher nicht. Zwar wurde daS Wahlergebnis vom Ausland mit Unbehagen ausgenommen, doch begnügte man sich in der Londoner City, in Reuyork, in Amsterdam und in Paris mit einer abwartenden Haltung. Seitens des Auslandes dürsten Abgaben in deutschen A k - tien bisher nur in bescheidenem Ausmaße crsolgt sein, auch wurden fast durchweg die ausländischen Kredite prolongiert. Diese ruhige Betrachtung der neuen Loge durch das Ausland verfehlte naturgemäß ihre Wirkung aus die deutsche Börse nicht.
Unter dem ersten Eindruck des Wahlergebnisses erfuhren am Montag die meisten Werte Kursrückgänge von 7 bis 8 Prozent. Einige Papiere verzeichneten Kurseinbrüche von 10 bis 20 Prozent. Stark angeboten waren vor allem Kaliwerte, von denen Salzdetfurth 10 Prozent, Aschersleben 15 Prozent und Westeregeln 16 Prozent einbüßtcn. Am Glektromarkt traten Siemens mit minus 14 Prozent hervor, während von Bankwerten Reichsbankanteile 17 Prozent nachgaben Auch deutsche Anleihen waren stärker abgeschwächt. Die Ruhe des Auslandes übertrug sich dann bis zu einem gewissen Grade auf die deutschen Börsen. Als man sah. daß größere Auslandverkäuse ausblieben, schritt die Kulisse zu Deckungen, und die K u r s v e r l u st e konnten zum Teil wieder aufgeholt werden. Man führte als beruhigendes Moment die bereits erwähnte Tatsache an. daß vielfach schon vor den Wahlen Esfcktenbestände realisiert worden sind und die Banken umfangreiche Dorbercitungen gegenüber etwaigen Geldabziehungen des Auslandes getroffen haben. Raturgemäß blieb aber allgemein* eine st a r k e Zurückhaltung bestehen, und gegen Ende der Woche bewirkten neue Verkäufe von Publikumsseite wieder nicht unbeträchtliche Kursrückgänge.
Am Devisenmarkt führten die Vorgänge erwartungsgemäß zu starker Devisennach- f rage. Die Reichsbank mußte größere Devisenabgaben vornehmen, um den Marklurs zu halten. Infolge der Zurückhaltung des Auslandes war die Situation jedoch bald wieder ausgeglichen.
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Die Getreide-Weltmarktlage nahm in dieser Woche unter Schwankungen einen überwiegend schwächeren Verlauf, wobei neue Tiefstände erreicht wurden. Der Frankfurter Markt wurde von den Vorgängen am Weltmärkte nur wenig berührt, trotzdem neigten aber auch hier die Preise weiter stark zur Schwäche. Die reguläre Marktlage wurde in dieser Woche wiederum durch die Stützungsaktion fast unterbunden, so daß
der freie Handel fast völlig lahmgelegt wurde, zumal die Mühlen angesichts des schleppenden Mehlabsatzes nur in sehr spärlichem Umfange Material auS dem Markte nahmen. Die Ermäßigung des Futtergerstenzolles unter der Bedingung einer stärkeren Roggenvcrfütterung ist nunmehr erfolgt, hat jedoch bis jetzt eine Erleichterung des Roggenmarktes noch nicht gebracht.
DaS Angebot von Weizen war weiterhin sehr groß, und nur zu stark ermäßigten Forderungen waren die Mühlen bereit, etwas Ware aufzunehmen. Die Preise für Weizen lagen biS 10 Mark niedriger.
Am Roggenmarkt war das Angebot zwar auch ziemlich stark, doch wurde das heraus- kommende Material von der Stühungsstelle zu unveränderten Preisen ziemlich ausgenommen. Sonst war daS Geschäft sehr eng, da man in Händlerkreisen die weiteren Maßnahmen der Stützungsaktion abwarten will. Am Lieferungsmarkt hielten sich die Andienungen in engen Grenzen, verschiedentlich erfolgten Beanstandungen wegen unzureichender Qualitäten.
Hafer stand im Zeichen der schlechten Qualitäten neuer Ernte und unbefriedigender Absatzmöglichkeiten. zumal auch das Erportgeschäft sehr schlecht ist. Der Konsum ist ausreichend versorgt und kaust nur den notwendigsten Bedarf, wobei nur beste Qualitäten Bevorzugung fanden. Der Preis für Reuhafer gab bis 7,50 Mark nach, während Althafer nicht mehr zur Rotiz kam.
Am Weizenmehl markt war das Geschäft nur schleppend. Wenn ein Abschluß getätigt wurde, so war die Bedingung damit verbunden, daß gleichzeitig, gewissermaßen als Ausgleich, Getreide gekauft werden mußte. Trotz der ermäßigten Preise war auch zum Wochenschluß kaum Geschäft zu verzeichnen. Abschlüsse auf fpä- tcre Lieferung kamen angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung nicht zustande. Roggenmehl hatte ebenfalls nur sehr kleines Geschäft, wobei die Preise erst gegen Ende der Woche leicht nachgaben.
Futtermittel sehr ruhig und gleichfalls schwächer.
Hülsenfrüchte und Rauhfuttermittel unverändert ruhig. Kartoffeln bei ruhigem Geschäft weiter etwas niedriger.
Tie Woche schloß zu folgenden Votierungen: Weizen 242,50 bis 245, Roggen 170, Hafer 162,50 bis 165, Weizenkleie 6,50 bis 6,75, Weizenmehl, füdd. 40 bis 40,75, niederrhein. 39,75 bis 40,50, Roggenmehl 27,50 bis 28.50, Roggenkleie 6,50, Kartoffeln per Ztr. 2,30 Mk.
Wochenbericht
vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Wenn auch der Auftrieb am Frankfurter Schlachtviehmarkt in dieser Woche wieder ziemlich groß war, so waren doch kaum Preisnachlässe festzustellen. Das Geschäft bewegte sich wieder in sehr engen Grenzen, lediglich der Export nahm weiter größere Kaufe vor. Für die nächsten Wochen rechnet man für Großvieh weiterhin mit ziemlich beständigen Preisen. Die Kälber preise versprechen weiterhin gut zu bleiben. Während an anderen Märkten die Zufuhren an Schafen schon stärker eingesetzt haben. waren sie in Frankfurt immer noch relativ klein, fo daß über die weitere Entwicklung schwer etwas zu tagen ist. Am Schweine markt werden die Preise wohl weiter leicht rückgängig sein, da Ferkel und Läufer verhältnismäßig billig zu haben find. Auf dem Rinder markt war der Auftrieb etwas stärker als in der Vorwoche. Bei geringem Geschäft verblieb Lieberstand. Die Preise blieben bei Färsen unverändert, zogen bei Ochsen, Bullen und Kühen um je 1 Mk. per Zentner an. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Etwa 50 Prozent des Auftriebs wurden wieder nach den bekannten Der- sorgungsgebieten ausgeführt. Auf dem Schweinemarkt war die Beschickung erheblich geringer, als in der Vorwoche. Das Geschäft verlief rege, und bei bis zu 2 Mk. höheren Preisen wurde ausverkauft. Kälber und Schafe batten anfangs reges, zum Schluß aber stark abflauendes Geschäft. Die Märkte wurden jedoch geräumt. Bei Kälbern gaben die Preise etwas nach, während Schafe behauptet blieben.
Der Gefarntauftrieb bestand aus 1636 (plus 46)
Rindern, darunter befanden sich 376 Ochsen, 131 Bullen, 547 Kühe und 445 Färsen, ferner aus 1608 «plus 315) Kälbern. 433 ipluS 8) Schafen und 5219 (minus 1248) Schweinen.
Bezahlt wurden pro x3entncr Lebendgewicht in Mark Ochfen al) 58 bis 61. .12) 53 bis 57, bl) 48 biS 52: Bullen a) 54 bis 57, b) 49 bis 53; Kühe a) 48 bis 51. b) 43 bis 47. c) 38 bis 42. d) 32 bis 37; Färsen a) 59 bis 62. b) 55 bi- 58. c) 50 bis 54. — Kälber b) 79 bis 83. c) 74 biS 78. d) 68 bis 73. — Schafe al) 48 bis 52. h) 43 bis 47 — Schweine b) 63 bis 65, c) 64 biS 66, d) 64 bis 66. e) 63 bis 65.
■ Der Eisenerzbergbau im 21 u g u ft. lieber die Lage deS Eifenerzbergbaues im August wird berichtet: Siegerland: Bei den Sicger- länder Gruben hat sich die Lage nicht gebessert; eine größere Grube mußte ihren Betrieb wegen Absatzmangels auf mehrere Monate cinstellen. Der Versand bleibt noch immer hinter der Förderung zurück. Die Verlängerung der Reichsund Staatsbeihilfe ist inzwischen auf ein weiteres Jahr erfolgt Der zur Auszahlung getan- gende Betrag stellt sich jedoch fast auf ein Viertel niedriger als der vorjährige, trägt also der größer gewordenen Votlage der Gruben nicht Rechnung. — Lahn- und Di 11gebiet einschl. Oberhessen: Die Lage der Gruben ist unverändert schwierig. Der Abruf auf laufende Abschlüsse ist äußerst beschränkt worden. In Verfolg der Verhandlungen über die Weiter- gowährung der Staatsbeihilfe wurde die Beihilfe nach den alten Bedingungen vorerst nur für Avril, Mai und Juni ausgezahlt, und zwar nur für Preußen, während die hessischen Gruben noch auf die Auszahlung warten, da die Genehmigung der Hessischen Regierung noch aus- steht.
* Robert Bosch in Frankrei ch. Die Robert Bosch AG.. Stuttgart, hatte End.' 1928 mit der französischen Firma Lavalette. Paris, einen Intereflenverlrog abgeschlossen, demzufolge die Bosch-Apparate künftig in Frankreich hergestellt und durch Lavalette vertrieben werden. Aus Grund dieses Abkommens ist jetzt ein Fabrikationsbetrieb zur Herstellung von Bosch-Apparaten in dem Pariser Vorort St. Ouen eingerichtet worden, der in diesen Tagen die Produktion aufnimmt.
Frankfurter Börse.
tiranffurt a. M., 20. Sept. Tendenz weiter schwach. — Die durch sinnlose Gerüchte hervor- gerufene vorübergehe ndeBeunruhigung in Neuyork und London über die politische Situation in Deutschland und die daraus resultierende Schwäche der deutschen Werte beeinflußte naturgemäß die Börse zum Wochenschluß sehr ungünstig. Die Haltung war weiter schwach, da von Publikums- und von Auslandseite wieder Material an den Markt kam. Die Verkäufe des Auslandes nahmen jedoch nicht das vielfach befürchtete starke Ausmaß an. Anderseits war aber die Aufnahmefähigkeit des Marktes wieder denkbar gering, so daß sich meist neue Kursrückgänge von 1 bis 3 u. Sy ergaben. Größere Einbußen erlitten Reichsbank- a n t c i l e mit minus 4,5 ü. Sy, Deutsche Linoleum minus 6,5 v. Sy IG.-Farben eröffneten 2,25 v. Sy schwächer. Am Elektromarkt logen AEG., Licht & Kraft, Schuckert und Siemens 2 bis 2,5 o. H. niedriger. Am Montanmarkt gingen die Kursverluste bis zu 3 v. H. B a n k e n logen durchschnitt- lid) zirka 1 o. Sy. Schiffahrtswerte bis zu 1,5 v. Sy abgefchwächt. Der Markt der K a l i o k t i e n war ebenfalls schwächer; Westeregeln gaben erneut 1,25 d. Sy, Salzdetfurth 2,5 v. H. noch. Zellstoffwerte verloren bis 2,5 d. Sy Goldschmidt konnten sich dagegen in Reaktion auf die letzttägigen Kursrückgänge 1,5 v. H. erholen. Zement Heidelberg und Iunghans blieben behauptet. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche; ausländische Renten still. Im Verlaufe konnte sich eine beruhigtere Stimmung durchsetzen, wobei man darauf hinwies, daß die gestrige Beunruhigung an der Reuyorker Börse durch Baissemonöver hervorgerufen worden sei. Fer ner befriedigte es, daß fällige Auslondkredite ohne Schwierigkeit verlängert worden sein sollen. Deckungen der Kulisse, daneben aber auch, vermutlich, kleine Interventionskäufe von Bankseite bewirkten meist Kurserholungen von 1 bis 2 v. Sy Am Geldmarkt war Togesgeld zu 3 v. Sy wieder etwas leichter. Am Devisenmarkt war das Pfund etwas schwächer. Man nannte sonst Mark gegen Dollar 4,1960, gegen Pfund 20,3960, London gegen Kabel 4,8605,' gegen
Paris 123.68, gegen Mailand 92,38, gegen Madrid 45,35, gegen Schweiz 25,0450, gegen Holland 12,0613. Die Reichsbonk dürfte wieder in nicht unerheblichem Maße Devisen abgegeben haben.
Berliner Börse.
B e r I i n , 20. Sept. Wie noch den Rückgängen bei? deutschen Werte gestern im Ausland nicht ander» zu erwarten war, eröffnete die heutige Bors« in schwächerer Haltung. Vormittags und im vorbörslichen Freioerkehr war man mit dem Rennen von ersten Kursen sehr vorsichtig, da man nicht wußte, ob größeres Angebot aus dem Auslande vor- lag, noch die Absicht der Banken kannte und nicht wußte, ob diese jeweils durch Interventionen ein« greifen wurden. Im allgemeinen scheint man gegen all zustarke Stützungen zu sein und vertritt die Ansicht, daß, solange die Krisenbewegung sich nicht ausgelaufen habe, jeder Eingriff ziemlich zwecklos sei. Trotzdem haben auch heute die Großbanken Material in sich ausgenommen, konnten aber nicht vermeiden, daß die ersten '.Kotierungen, wenn auch nicht ganz so schwach wie befürchtet, so doch immerhin 1 bi» 3 v. Sy unter gestern lagen. Zahlreiche Werte eröffneten auch mit Minus Minus Zeiä^n und waren dann bis zu 7 v. Sy gedrückt. Bei diesen Werten, die besonders stark gedruckt waren, wie Polyphon, Schubert ft Salzer und Schultheis, sprad) man von Exekutionen. Der Kurs der V) o u n g ■ A n • leihe soll fich heute in Holland, Zürich und London auf 77 bis 77,5 v. Sy stellen Momente aus der Wirt- schäft lagen kaum vor, wären aber auch fonft wohl nur wenig beachtet worden. D e u t s ch e A n l e i h e n gaben leicht im Kurse nach Von A u s I ä n b e r n waren Bosnier bis 1,25 v. H schwächer. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich stärkeres Angebot. Besonders in 7—8-v.H Werten wirkte sich dies Angebot aus; man rechnet mit Kursverlusten von 1 bis 2 v. Sy Auch in Reichsschulbbiichforbe- rungen wurden weitere Entlastungskäufe vorgenommen, so daß der Kurs zirka 0,5 bis 1,5 v H. verloren hatte. Am Geldmarkt war ein Anziehen der Sätze sestzustellen. lager-gelb nannte man mit 3,5 bis 5,5 d. Sy ; Monatsgeld mit 4,25 bis 5,5 v. H. und Warenwechsel mit 3,75 v. Sy Rach den ersten Kursen gab es zumeist 1—2 v. H.-Kursrückgänge. Später war aber ein Umschwung in der Stimmung festzustellen; die Verluste wurden zum Teil wieder aufgeholt, und manche Kurse zogen darüber hinaus hoch über Ansang an. Zur Beruhigung trugen zwei Meldungen der „B. Z." bei, die eine aus Neuyork, die die gestrige Börsenunsicherheit als reines Baissemonöver bezeichnet, und die andere, nach der aus Großbankkreisen mitgeteilt wird, daß heute fällige Kredite ohne ;cbe Einschränkung zu durchaus günstigen Bedingungen verlängert worden sind.
Berliner Pror lktcuinarkt.
Berlin 19. Sept. Mit dem Vachlassen der Stühungskäufe ist das Geschäft am Produktenmarkt wieder in ruhigere Bahnen gekommen. Die Auslandmeldungen bleiben weiterhin ohne Eindruck auf die Tendenzgestaltung. Am Weizenmarkt matte sich eine erneute Aufwärtsbewegung der Preise bemerkbar, wovon insbesondere der Lieferungsmarkt in den späteren Sichten profitieren konnte, da hier Kaufaufträze der Provinz vorlagen. Die Gewinne betrugen 2,50 bis 5 Mark. Im Promptgeschäft Hot sich das Angebot verringert, und bei einer leichten Belebung der Vachfrage für Weizenmehl zahlten die Mühlen etwa 2 bis 3 Mark mehr als gestern. In Roggen bleibt das Angebot in bahnstchendem Material weiter reichlich, und sind die Verkäufer nach den gestrigen scharfen Preisrückgängen etwas zurückhaltender. Kahnmaterial ist zu gestrigen Preisen offeriert und findet bei den Mühlen vereinzelt Unterkunft. Der Lieferungsmarkt fetzte in den vorderen Sichten unverändert, für spätere Lieferung 1,50 bis 3 Mark fester ein, da fich Deckungsbegehr zeigt. Für Weizenmehle find die Forderungen um 25 Pfennig erhöht, Reygenmehl hat bei wenig veränderten Preisen weiter ruhiges Geschäft. Am Hafer- und Grstenmarkt hat sich die Situation nicht verändert.
Aus dem Amtsvei-kündigungsblall.
* Das Amtsverkündigungsblatt Vr. 71 vom 19. September enthält: Die Wahlen zum Gesellenausschuß. — Die Wahl der Kreistagsmitglieder. — Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. — Steigenlassen von Drachen in der Umgebung des VerkehrSlande- plahes der Provinzialhauptstadt Gießen — Herbarien. — Dienstnachrichten.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. Sy, Lombarbzinsfuß 5 o. H.
Frankfurt a. Di
Berlin
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Datum
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Lechwerke.......
. 8
97
96,5
—
Mamkrattwerke Höchst a. M..
. 8
78.5
—
—
Mtag........
10
79
—
80
_
Gebt. Roeder.....
10
98.5
—
—
—
Boigt & Haessner . . .
■
-
. 9
150
_
150
—
Süddeutsche Zucker . .
•
•
10
135,25
138,25
—
Banknoten.
»Berlin, 19- September
(Reib
Ärles
lllrnerikanilche Noten . .
4,196
4.216
Belgische Noten. ...
58,23
58,47
Dänische Noten ....
111,88
112,32
Englifche Noten ....
e e e
20,345
20,425
ssranzoftsche Noten ...
. . ,
16,445
16,505
Holländische Noten ...
168,68
169.36
Italienische Noten....
22,02
22.10
Aiorwegilche Noten . . .
111,88
112,32
Leutsch-Lesterreich, i 100 Schilling
59,165
59.405
Rumänische Noten . . .
2,485
2.505
Schwedische Noten ...
• • e
112.33
112,77
Schwerer Noten ....
• ■ .
81,59
81.91
Spanische Noten ....
* * *
44.71
44.89
Tichechoilowaktsche Noten.
12.40
12,46
Ungarische Noten ....
73.22
73,52
Deel
enmarft Berlin
- Aronkfurl
a. m.
19 September
20 September
tklmtNche
)<o ierung
Amtliche
Notierung
Seid
Mr
®elb
»riet
tUnft.-iNott.
168,89
169.23
168.95
169.29
Buen.-AtreS
1,523
1,527
1,512
1.516
Brss.-Ankw
58.435
58.555
58.435
58,455
Cbrisiiania.
112,13
112,35
112,13
112,35
flopenbagen
112,17
112.39
112,18
112,40
Stockholm .
112,59
112,81
112.60
112.82
HelsingsorS.
10,547
10,567
10.547
10.567
Italien. . .
21,945
21,985
21,955
21.995
London. . .
20,371
20.411
20.372
20.412
Wennort - .
4.1915
4,1995
4.9115
4,9950
Paris....
16,465
16.505
16,465
16.505
Schwei; . .
81,35
81,51
81.355
81.515
Svanion .
44,81
44.89
45.20
45.30
Japan . . -
2,071
2,075
2,071
2,075
Kto de Ian
0,423
0.425
0,422
0,427
Dien in D--
Ceft obaeft
59,185
59,305
59.195
59,315
$rag . - . .
12.442
12,462
12,443
12 463
Belgrad . .
7,429
7.443
7.431
7.465
Dudavest. .
73,38
73,52
73.40
73.44
Bnloarien .
3,037
3,043
3.039
3,055
L'stabon .
18,82
18,86
18.83
18,47
Tanjig. . .
81,47
81.63
81.49
81,85
ÄontL-ntm.
1.784
1,789
1.784
1,789
Atben. . .
5.445
5,455
5.445
5,455
Canada . .
4.196
2,204
4,196
4,204
UrnauaU . .
3,482
3,483
3.447
3.453
Tcüro . . .
20,895
20,935
20,885
20,925


