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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)

Mittwoch. 20. August 1050

Nr. (93 Zweiter Blatt

Turnen, Sport und Spiel.

Iubiläums-Sportwoche der Sp.-Dg. 1900 Gießen.

1900 Lieger im Fußbailpokatturnier.

b. Nachdem sich die S P i e l v e r e i n i g u n g durch chren Sieg über den OrtSrivalen DsB. für do« Schlußspiel qualifiziert hatte, stand fie tm Potalendspiel dem Sieger über AlSfeld. dem Sportverein Weylar, gegenüber. Das Spiel war jederzeit offen und zeigte abwechselnd beide Parteien im Angriff. 1900 hatte die weit­aus größere Anzahl und auch die belferen Tor­chancen. die nur durch die Langsamkeit der Innenstürmer ausgelassen wurden. Bi« zum Seitenwechsel waren die Gießener tonangebend, konnten aber die glänzende Wetzlarer Deckung nur einmal durch einen Strafstoß von bet 16- Meter-Linie schlagen. Adelberger war der Schütze. In der zweiten Spielhälfte war da« Spiel verteilt, da die Blauweißen jetzt mit dem Gegenwind zu schaffen hatten. Nach einer kurzen Drattgpcriode Wetzlars erkannte der Spielleiter auf Tor für die Gäste. Da in der kurzen Spiel­zeit keine Partei mehr zum Erfolg kam, muhte da- Spiel verlängert werden. Die erste Hälfte der Verlängerung verlief torlos. Auch die -weite war bald ergebnislos um. als da- Spiel ein, unerwartete- Ende nahm. 1900 bedrängte das Wetzlarer Tor, dabei wurde ein Viehener beim Start auf den Ball im Strafraum vom (Säfte- torwart scstgehalten. Der vorzüglich amtierende Schied-richter S p u r k. Butzbach, konnte nicht anders entscheiden, als Elfmeter gegen Wetzlar. Die erste Ausführung ging daneben, da ein Wetz­larer den Schutzen regelwidrig behinderte. Die Wiederholung verwandelte Adelberger (1900) sicher zum Siegestreffer. da kurz darauf die Spielzeit um war.

Durch diesen schönen zweiten Sieg kam der wertvolle PrerS (Pokal) in den Besitz der Spiel­vereinigung 1900 Gießen.

Den Absch'uh deS Jubiläum- bildete am Sams­tagabend eine interne Feier mit Siegerehrung und Überreichung der silbernen Ehrennadeln an verdiente Mitglieder.

Am Sonntag waren alle Aktiven wieder auf dem Plan.

Nefultate dvm 17. August.

1900 Liga - AlSfeld Liga 1:3 (0: 3).

1900 Neserve Schotten I 3:0.

1900 III - Grünberg I 0:1.

1900 IV Schotten ll 0:1.

1900 II Jugend Grohen-Buseck l. Igd. 1:2.

Sämtliche Spiele sanden auSwärtS statt. Unter diesen Umständen ist da- mit nur fünf Liga­spielern erzielte Resultat in AlSfeld ein recht ehrenvolle-. Man kann diese knappe Niederlage gegen einen guten, ausgeruhten Gegner auf fremdem Platz getrost al- Erfolg buchen, wenn man weiterhin in Betracht zieht, dah 1900'6 erste Elf innerhalb acht Tagen vier Spiele gegen sehr starke Gegner absolvierte.

Die Liaareferve gab ein sehr schöne- Debüt in Schotten, besonder- der Sturm zeigte prächtige Leistungen, während die Hintermann­schaft Dem Gegner ein gute- Bollwerk bildete, an dem alle Angriffe zerschellten.

Die knappe Niederlage der dritten Mann­schaft in Gründerg war nicht verdient. Di« Diehener trugen da- Spiel für die Ligareserve aus. Dreimal war die Latte Retter für Grünberg. Den erzielten Ausgleich annullierte leider der Schiedsrichter.

Was wissenSie von Ecuador?

Von per Schwenzen.

Allgemeinbildung! Da- ist auch einer jener herrlichen Begriffe, die an Dehnbarkeit mit einem Gummitier wetteifern. WaS eigentlich muh der gebildete Mensch wissen? Dah der Habicht Wolle speit, dah die Aegypter noch keine Druckknöpfe kannten, dah Insulaner keine Binnenländer sind und so fort... Unsere Zeit überfällt unS falfon- weife mit epochalen Erfindungen, mit der schon zur Gewohnheit gewordenen täglichen .Umwäl­zung" auf allen Gebieten, Sex appeal mit Ra­ketenantrieb und dergleichen Scherzen. Kein Wun­der, dah unser Wissen einem Sieb verzweifelt ähnlich sieht da- meiste läuft unten wieder hinaus!

Da habe ich mich nun entschlossen, zu unter­suchen. wie eS eigentlich um die Allgemein­bildung meiner Bekannten bestellt ist. Dabei habe ich ein System entdeckt, mir durch wenige Tele­phonate auS den Wissenssplittern meiner Freunde daS bunte Mosaik eines lückenlosen Weltbildes zusammenzusehen. Gestern z. B. seh« ich ein Stück ZeitungSpapier auf dem Tisch liegen. Mein Blick fällt zufällig auf das Wort: Ecuador. Richtig, daS ist doch dieser Staat da in Südamerika dieser Staat mit ja, was weih ich beim von Ecuador? Schulreminiszenzen, verkümmerte KeNerschöhlinge. blühen im Unterbewuhtsein auf: Ecuador Schim Sch im Schimpansen? Nein, Schimborazo! Der Ehimborazo liegt in Ecuador! Mehr weih ich nicht. Aber Onkel Erwin, daS gelehrte Haus, mit seiner komischen Archäo­logie Moment toartemal Olivia 1403: .Onkel Erwin, was weiht du von Ecuador?"

Onkel Erwin fragt, ob ich verrückt geworden sei und kramt folgende Bausteine zu meiner Allgemeinbildung aus: .Der Inka Inapac teilte fein an ungenütztem Dolde reiche- Land unter feine Söhne Huasoar und Atahualpa. Dieser erhielt da- Sonnenreich Suzco, jener Quito. Das Reich der Inka stand zur Zeit des spanischen Vordringens in höchster Blüte. Unter den Ecup- tivmassen des Berge- na, dieses Berges" des Ehimborazo-, Onkel Erwin!"

.Richtig, liegen noch heute Ruinen gleich denen von Herculaneum und Pompeji!"

»Fabelhaft, OnkelI Und wa- kann man über das heutige Ecuador sagen?"

.Ueber das heutige7 Gar nichts. GS gibt dort viele Mücken, aber keine Geschichte mehr. Grüß Tante Frieda." Soweit Onkel Erwin und die Inkas. Mer das heutige Ecuador? Seine Wirtschafts- und ähnliche kitzliche Fragen? Ich werde Dr. W. anrufen, Dr. rer. poL »Hallo, was wissen Sie von Ecuador?"

Vortrefflich hielt sich die vierte Els. Ihr Gegner war der Bessere. Gr hätte bei seinem überlegenen Spiel einen höheren Sieg verdient gehabt.

Don den Iugendmannschasten war nur die zweite tätig. Diese muhte sich im letzten Mo­ment durch einen Elfmeter knapp dem Gastgeber beugen. 1900 hatte aber nur zehn Spieler zur Stelle, wa- sich im Spiel allzusehr bemerkbar machte.

V. f. B.

Die Ligareserve batte für vorigen Sonn­tag die erste Mannschaft DaubringenS zu einem Gesellschattslp.cl nach hier verpflichtet. Anfänglich war VfB. seinem Gegner überlegen und vermochte mit 2:0 in Führung zu gehen. Die Gäste liehen sich aber nicht entmutigen und kämpsten um Verbesserung des Resultats Trotz­dem VfB. infolge Verletzung seines Mittel­stürmers längere Zeit nur mit zehn Mann spielte, gelang eS ihm, nach wechselvollem Spielverlauf mit 5: 4 den Sieg sicherzustellen.

Die dritte Mannschaft hatte die zweite Daubringens zu Gast und gewann dank ihrer technischen Lieberlegenheit glatt mit 4:1. Die Gäste konnten trotz ihres Eifer- den Sieg nie gefährden.

Faustball

im Turugau Hessen (O. T.)

Tie Spiele des S.BeurtS. Tv Holzheim Vezirksmeister.

bpw. Friedberg, 17. Aug. Auf der 6ee- wief« fanden unter Le'tung von Bezirksfpielwart L. Wcickhardt (Butzbach) heute bi« Mei­sterschaftsspiele des 5. Bezirks im Turngau Hessen im Faustball statt. Es wurde in drei Klassen gespielt. In der

Meisterklasse

standen sich Tgrn. Friedberg 11, T. u. Spv. Butzbach I und Tv. HolzheirnI als fast eben­bürtige Gegner gegenüber. So tarn e-, dah in der ersten Runde zunächst keine Entscheidung fiel. Jede der drei Mannschaften verlieh mit einem gewonnenen und einem verlorenen Spiel den Kampfplatz, und es wurde eine zweite Runde notwendig. In deren Verlauf schlug sich die Ho IzheimerMannschast (Hch. Grieb, Hch. Müller, Karl Buh, Wilh. Röhrig, Rud. Görlachi ausgezeichnet: eS gelang ihr, sich vor Butzbach und Friedberg an die Spitz« der Tabelle zu sehen und damit «inen für einen Landverein hoch an­zuerkennenden Erfolg zu erringen. Schon im ersten Spiel der Zweiten Run!^. in dem sich Holzheim und Friedberg gegenüberstan­den, lief Holzheim zu guter Form auf. Im Spiel Holzheims gegen Butzbach war in der ersten Halbzeit die Butzbacher Fünf noch über­legen. Rach Seitenwechsel strengte sich Holz­heim in sicherem Zusammenspiel bis zum äußer­lten an und konnte bis -um Schluß nicht nur Punkt für Punkt aufholen, sondern noch einen sicheren Vorsprung herausarbeiten. Holzheims Fünf er­warb sich damit verdient den Meistertitel und die Berechtigung, bei den demnächst in Diehen stattfindenden Gauspielen um den Aufstieg in die Gaufonderklasfe mitzukämpsen. Im Spiel Friedberg Butzbach ging es nur noch um den zweiten und dritten Platz. Bei völlig gleichwertigem Spiel holte sich Butzbach mit einem Gewinnpunkt den Sieg.

Di« Spielergebnisse der Meister- klasse lauten: 1. Runde. T. u. Spv. Butz­

bach I Tgrn Friedberg II 3528 (Halbzeit 13:17); Tv Holzheim I T u. Spv. Butzbach! 34:33 (1621); Tgrn. Friedberg II Tv Holz­heim i 39:33 (21:17); 2. Runde Tv Holz- heim I Tgrn. Friedberg II 3928 (22 15); Tv Holzheim I T. u Spv Butzbach I 41.33 (14 18-; T. u Spv. Butzbach I Tgrn. Friedberg 1132:31 (16:16).

Das ergibt folgendes Au-sehen der Tabelle:

Spiele gev.

Tv. Holzheim I 4 3

T. u. Spv. Butzbach I 4 2

Tgrn. Friedberg II 4 1

Jugendklasse

verl. Punkte

1 6

2 4

3 2

Hier zeigte di« Mannschast deS T. u. Spv. Butzbach die gröbere Spielerfahrung; sie schlug die Jugend Tgrn. Friedberg 70:38 (37 21) und die gleich« Mnanfchaft von Holzheim 62:38 ( 35:15) überlegen und sichert« sich die Teilnahmeberechti­gung an den Gauendspielen in Dieben. Aus den zweiten Platz kam Tgrn. Friedberg, da sie Holz­heim 52:44 (25:12) sicher schlug.

Tabelle:

Spiele gew. verl.

T. u. Spv. Butzbach 2 2 0

Tgrn. Friedberg 2 11

Tv. Holzheim 2 0 2

Das Treffen in der

Altersklasse

Punkte

4

2 0

entschied T. u. Spv. Butzbach für sich. Seine Mannschaft schlug den Friedberger Gegner über­legen 53:30 (23:16).

Handball-Pokalspiele berSp.'Dg/l 900

Bataillon I.-R. 15 Gießen Polizei Butzbach 4:4 (3:1).

ö. Wie in der Vorschau angedeutet, entwickelte sich das Handball - Endspiel zu einem Kampf gleichwertiger Mannschaften, den keine Partei innerhalb der regulären Spielzeit für sich entscheiden konnte. Das Tressen stand auf hohem Niveau und must unbedingt al- das sportlich Beste gewertet werden, was in der Pokalwoche gezeigt wurde. Es war nur schade, dah der Sieger nicht auf dem grünen Rasen ermittelt werden konnte. Die Polizisten lehnten nämlich Spielverlängerung ab. ES war daher die Bataillons-Mannschaft zur Erringung des Pokals zu beglückwünschen.

Nach 15 Minuten Spielzeit nahm man allge­mein die Reichswehr-Mannschaft, die sich einen 2:0-Dorsprung gesichert hatte, als Sieger an. Es stellte sich iedoch heraus, dah ihr. der Wind ein guter Bundesgenosse war und daß Butzbach Zeit brauchte, um sich zu finden. Bald hatten die Polizisten ein Tor aufgeholt; die forsch an­greifen Den Gießener stellten jedoch kurz vor der Pause die alte Tordifferenz wieder her. Nach Wiederanpfiff behielt das Spiel seinen spannen­den, wechselvollen Charakter bei. Allerdings hat­ten die Polizisten in taktischer Hinsicht ein merk­liches Plus und spielten auch flüssiger zusammen. Die Stürmer waren sehr schußfreudig und holten trotz prächtiger Paraden des Bataillons-Tor­hüters zwei Tore auf. Dessen Mitspieler wurden sich jetzt des Ernstes der Lage bewußt. Daß sie zunächst nichts Zählbares erreichten, lag an dem Butzbacher Schlußmann, der feinem Gegenüber nicht nachstand. Da passiert« ihm das Mißgeschick, einen an sich haltbaren Ball durchrutschen zu lassen. Doch kaum waren einige Minuten vergan­gen, als dem Gießener Torwart dasselbe Un­glück zustteß. In der Hitz« des Gefechts wurden

»Bei Ihnen piept s wohl?! Na also, Ecuador trat mit dem Jahre 1830 als selbständiger Staat in die Geschichte ein. Es verdankt seine Freiheit gleich den anderen lateinamerikanischen Staa­ten, dem genialen Soldaten und Staatsmann, dem Napoleon der Freiheit, demTater der fünf Nationen", Simon Bolivar, der 1809 den Kampf gegen Spanien eröffnete. Sein Unterfelb- Herr Euore, der die Kämpfe in Ecuador leitete, ist der Nationalheros des Landes. Am drei­zehnten Mai beging Ecuador die Jahrhundert­feier seiner Konstituierung. Ecuador wird wie alle amerikanischen Länder präsidential regiert. Brauchen Eie sonst noch was?"3a über die Vergangenheit die vorspanische Zeit?" Prähistorisch, Indianer, Urwald. Guten Morgen."

Ich begriff allmählich, daß der Fachmann ein Scheuklappengaul ist, der seine schnurgerade Gasse dahintrabt, mitten durch die Inkas oder die Spanier. Ein Weltbild gewinnen, bleibt Sache des glücklichen Laien.

Stephan 1342. Lieber Professor, wissen Sie, wo mich der Schuh drückt? Der Schuh drückt mich in Ecuador! Ich bitte um Ihren geologischen Segen."Ich glaube, Sie sind... (usw.). Jedes Kind weiß, daß Ecuador schon mit Rücksicht auf seinen Namen auf äquatorialer Breite am Stillen Ozean liegt. Ecuador hat dreierlei Klima. Die flache Küste ist sengend heiß und tropisch. In wilder Fülle gedeihen hier Apfelsinen, Bananen und Mango, Palmen und Lianen, eine verschwenderische Flora und Fauna. In dem Gebirgsland herrscht ewiger Frühling. Hier liegt, in über 2000 Meter Höhe, unter dem kühlenden Hauch der Gletscher und den senk­rechten, ultravioletten Strahlen der äquatoria­len Höhensonne die Hauptstadt Quito mit Uni­versität und Parlament. Rauchende Vulkane bis zu 6000 Meter Höhe liegen ringsum. In wenigen Stunden durchmißt man mit der Eisenbahn von der Hafenstadt Guayaquil bis Quito fast alle Klimata der Erde. Man beginnt in Hemdsärmeln und kommt im Paletot an Im Gebiet des Ama- zonenstroms herrscht tropisches Sumvsk.ima. Hier walten die berüchtigten Kopfjäger ihres Amtes. Gs sind friedliche Leute, die nach seltenen Kämpfen den Kopf des hochgeachteten Gegner- präparieren und als Talisman verbrauchen, da­mit die geschätzte Kraft des Toten auf den Träger übergehe. Diese Kopfamulette waren sehr ge­fragt von amerikanischen Snobs und europäi- fchen Museen. Die ausländischen Agenten boten den Indios gute Preise, und nur ein striktes Ausfuhrverbot und Eingreifen der Landesre­gierung bewahrte die Indios vor völliger Selbst- vemichtung. Ueber das Küstenland kann ich Ihnen nur sagen, daß es von gelben Fliegen wimmelt, die die Pest txrbreüen.

Sensationell: Pest und ewiger Frühling! Da rufe ich sofort den Zoologen Döldenstein an: Hören Sie, Bester, wie ist daS mit den gelben Pestfliegen in Ecuador?"

Wa-aaaa»? Sie scheinen bereits schwer angestochen, mein Lieber! Diese Fliegen heißen Mosquitos und verbreiten nicht die Pest, sondern das gelbe Fieber. Der letzte Fall kam in Ecuador im Jahre 1919 vor. Man goß Pe­troleum auf die Seen und rottete so die Mos­kitobrut aus Man hatte damals das ganxe Rockefeller-Institut nach Guayaquil geladen. Es rückte unter General Gorgos, dem Vorsitzenden derWeltsanierung", ab. Der Entdecker de- Moskitos als Bazillenträger war damals der japanische Arzt Hideyo Noguchi. Er starb später in Afrika an einem MoskitostichI Die Rache des Teufel-! Im übrigen gibt es in Ecuador Schlangen nach Wunsch und Maß. So erklären sich die vielen Verstümmelungen unter den dor­tigen Landarbeitern. Sie hacken sich einfach mit dem Duschmesser das gebissene Glied ab. Grüßen Eie Ihre Frau von mir!

Ich sitze feil drei Stunden am Apparat! Ich habe Hunger. Apropos Hunger, was ißt man eigentlich In Ecuador? Ich rufe den Koch in der Mollh-Dolly-Bar an. Ich erfahre, dah eine nicht süße Kochbanane dort die Rolle der Kar­toffel spielt. Platano heißt fie. Eharlie war ein­mal Mixer in GuayaquU. Da gab s alles von süß bis bitter aus Platano. Pommes srites, Pfannkuchen und Salate. Die Handelskammer teilt .mir mit, daß Ecuador jährlich für 40 Millionen Kakao ausführt. Mein Schneider weiß, daß die Panamahüte nicht aus Panama, son­dern auS Ecuador kommen. Mein Wissen schwillt wie der Amazonenstrom zur Regenzeit! Ob künf­tig die glorreiche Epoche des Huanaipac oder die häßliche Fieberfliege angeschnitten wird ich bin im Bilde.

Da kommt Frau Krause, unsere Reinmache­frau. Die weiß alles. »Frau Krause, was wissen Eie von Ecuador?" »Na wat denn! Det is doch der jroh« Kreis, wo von Nordpol nach Südpol um die Erde jeht!"

Pflaumenkuchen.

Ein Zwiegespräch aus Sachsen.

Ei« baden wohl die- Jahr gar feen Flaum- kuchen?

Warum tm?

Weilfe noch gar nich gefragt Hamm, ob Ee nich mal mei Kuchenblech geborgt kriegen kenn.

Das werd wohl freier voch nich neet'g sinn

21 tot Sie Hamm doch die ganten Jahre immer

nun auf beiden Seiten günstig« Gelegenheiten ausgelassen, so daß man lich beim Stand von 4.4 trennte

Schiedsrichter Mohr (Turnv. 1846) bot «ine recht gute Leistung

Handball im T. V. Großen-Linden.

Tv. Ervßen-Linbea I. Tv. Allendvrs (Lahn) I. 9:1 (6:1).

Mit dieser hohen Niederlage mußten di« Aliendörfer die Heimfahrt antreten. Die Gäste zeigten großen Eifer und tonnten sich manchmal schön durchkombinieren, jedoch fehlte eS den Stür­mern an dem entscheidenden Torschuß. Immer­hin machte sich die größere Spielersahrung der Einheimischen stet- bemerkbar, und eS war vor allem die Technik, wovon sich die Gäste viel ab» sehen konnten

Handball im T. V. Klein-Linden.

Für vorigen Sonntag hatte sich die 1. Mann­schaft der Svang I u g e n d v c r e i n i g u n g Klein-Llnden die 1.Jugend Garben­teich« zum fälligen Rückspiel verpflichtet Klein- Linden ging bald in Führung und sicherte sich einen Vorsprung, den tnc spiclersahrenen Gaste trotz größten Eifers nicht auSgleichen konnten. Mit dem Ergebnis 14:8 (9:7) trennten sich di« Gegner.

Handball in Daubringen.

Mio. Daubringen I Io. Collar 1 4:3 (1:2).

Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften in Daubringen. Bis zur Halbzeit stand das Resultat 2:1 für Lollar. Nach der Pause glich Daubringen durch einen 13-Meler auS und konnte durch zwei weitere Tore in Führung gehen, während Lollar nur noch einmal erfolgreich war.

Handball im Lahn-Oünsberg-Gau.

Tv. Nordeck komb. Tv. Londorf Igd. I 6:6 (5:1).

Dieses Spiel litt sehr unter den schlechten Platz- Verhältnissen. In der ersten Halbzeit war Nord­eck überlegen und konnte bi« Halbzeit 5:1 füh­ren. Nach der Pause kam Londorf auf und konnte bi« Schluß gleichziehen.

Aldach I - Sich I (DT.) 3:2 (0:0).

Am vorigen Sonntag trat Lich auf dem Al­bacher Platz zum fälligen Rückspiel an. DaS Spiel war lebhaft und bis zur Halbheit ausgeglichen. Kurz nach der Pause ging Lich in Führung. Albach glich kurz darauf aus und sandte noch zweimal ein, während Lich trotz größter Anstren­gung nur noch einmal erfolgreich fein konnte.

Leichtathletik der Ep.-Vg. 1900.

ö. Wie zu erwarten war, hatten die 3. Oranien- kampfspiele des D. f. D. Diez zahlenmäßig und sportlich ein hervorragendes MeldeergebniS ge­zeitigt. Die 4xl00-Meter-Stasfel der 1900er, in verstärkter Ausstellung, kam nach einem guten Vorlauf in 45,2 im Zwischenlauf mit dem ersten und zweiten Sieger des GndlausS, Eintracht, Frankfurt bzw. D. f. R. Mannheim, zusammen und mußte dadurch auSscheiden. Ebenso schied Starmanns im Hochfprung Klasse 2 mit 1,60 Meter aus, während seine Stichkampfkonkurrenten auch nicht höher kamen, aber einen 3. Sieg er­zielten. Paul kam im 3000-Meter-Lauf in 9.50,4 auf den 4. Platz, die 3xl000-Meter-Staffel (Mannschaft: Dlagow, Paul, Gerhardt) in 9:05 ebenfalls auf den ominösen Platz. Die Sprinter schieden in ihren Läusen in den Dor- und Zwi^

Ihm Flaumkuchen gebacken. Da denken doch de Leide glei sonstwas. Se wissen doch, wie se sinn.

Das kenn miet ator doch machen, wie miet Wolin.

Nu ja. Awr bereden däht ich mich von niemand lassen. Wissense, was die sagen wem: Sie sinn zu geiz'g drzu. Das sagen die nämlich jetzt schon.

Da meegn se! Mich kann das nisch schteern.

Awr wo'« freier sosiel Flaum gibbt. Ich däht een backen.

Da backense doch een! Meintwegen jeden Daag een!

Nee. Jeden Daag kann ich keen baden. Wissen­se, wegen Blech. Nachher ietorlegen Se sichs fiel- leicht doch noch, unn wolln eenes DaageS mei Kuchenblech geborgt Hamm, unn ich müßt s Ihn' schließlich abschlagen.

Da brauchense (eene Angst zu Hamm. Ich brauch freier Ihr Blech nich.

Ae, das werd doch nich Ihr letzte« Word sinn. Wo n Ihre Kinder so gerne essen. Denn däht ich doch die Freede machen.

Wegen denn back ch doch feen. Weil die sich for'ges Jahr do dran iewrsressen Hamm.

Awr da schtrasen Se doch ooch Ihm Mann mit. älnn der kann doch nich drfor. He, sinn Se nr nicht so! Backense doch een!

Jetzt nich erscht noch. Wo de Flaum schonn wieder teirer wem

Eehnse doch zum Fiewäg, der vrkooft se fr elf Feng s Fund

Is wahr?

Ja. unn zehn Fund ne Mark. Unn mit' zehn Fund kommfe weid. Da fennfe zwee Kuchen brferrt baden. Das schbamse doch nachher an' Demm', wennse Kuchen zum Kaffe« Hamm.

Da frömmle eegentlich recht. Wissense, ich wer doch noch een backen. Ich schick morgen frieh mal meine ßene nietor nachn Kuchenblech.

Hm, schicken kennse se. Awr gäfrm dufr ichs r nich. Dadroff frabb ich nämlich bloß getoarf, daß Se das sagen. Ich borg ihn mei Kuchenblech ietorfraubt nich mehr. Mei Mann hat sich d:e ganfen Jahre schonn immer so offgeregt. Der sagt, du dummes Luder, da lähte dir von frem­den Leiden dei Zeich runiem, fr wischt unn Wiede« nischt. Meegen fe sich doch ä Kuchenblech koofen, wennse Flaumkuchen baden wolln! De Borgerei leid ich eefacfr nich mehr! Die hau ich vrkehrt t* Drebbe nunder, wennse sich nochmal nachn Ku- cfrenblecfr blicken lassen. Die liederliche Bucht! De Fresserei Hamms« in Kobbe, unn Flaumkuchen muh sinn, awr zu enn Kuchenblech langt« nich... Cehnse. das frat mei Wann geagt Unn das wollt ich Ihn' bei der ©elegenfreet bloß sagen..

W.A.