Neue, daß die Äugend mit Recht größere wirtschaftliche Freiheiten besitzt und dadurch vom Elternhaus öfter unabhängiger ist, wie früher. Vernünftige Eltern sind sehr damit einverstanden! Aber eins verlangen sie: Wir wollen der Äugend Achtung, Verständnis und Hilfe entgegenbringen und verlangen nur dafür dasselbe von der Äugend uns gegenüber. Bei aller Achtung für die Äugend müssen wir es aber ablehnen, daß die Äugend etwas besser kann als wir, weil sie jung ist und tcine Erfahrung hat. Äungsein allein berechtigt ebensowenig zu Ansprüchen, wie Altsein nur dann Achtung erwarten kann, wenn cs mit Tüchtigkeit gepaart ist.
Hedwrg Mangel,
Leiterin des „Tor der Hoffnung" für entlassene weibliche Strafgefangene:
Man darf alles von der Äugend erwarten, nur nichts Anmögliches. Wir befinden uns im Ärrtum, wenn wir die Entwicklungslinie der Menschheit in aufsteigender Kurve sehen. Wohin sind wir denn gekommen? Wir von der gestrigen Generation! Wir vererben unseren Rachkommen nicht nur das Körperliche! Erwarten wir also nicht Unmögliches von der Äugend! Wir würden sie nur damit belasten, Zumutungen an sie stellen, die sie mit besserem Recht an uns stellen könnte, denn wir haben die Erfahrungen gemacht und sollten mehr gelernt haben daraus.
Ministerialrat Helene Weber,
M. d. X lWohlfahrtöministerium Berlin):
2ch möchte die Frage uniformen und sagen: Die Oslerbotschaft mutz von unserer Äugend kommen! Nachdem der Poungplan angenommen wurde, hängt unsere Zukunft davon ab, datz die Äugend gewillt ist, den wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands mit unermüdlicher Zielhaftigkeit. mit Sachkunde und Energie zu leisten. Sie wird den sachlichen Ernst beflügeln müssen durch den Glauben an Deutschlands Zukunft, durch das „Wagnis" der Hingabe des eigenen Lebens und durch die Liebe, „die nicht das Ähre sucht". Aus Oer Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 19. April 1930.
Verband der he fischen Kreise und Provinzen.
Dieser Tage fand die diesjährige Tagung des Verbandes der hessischen Kreise und Provinzen int Rathaus in Darmstadt statt. Die Tagung war außergewöhnlich zahlreich besucht. Dir drei Ministerien waren unter Führung der Minister L e u s ch n e r und K i r n b e r - g e r stattlich vertreten, ebenso der Hess. Städte- und der Landgemeindetag. Für den Deutschen Landkreistag war sein Präsident, Baron von Stempel, erschienen.
Rach Vornahme von Wahlen, gemäß denen sich der D o r st a n d künftig zusammenseht aus Provinzialdirektor Graes (Gießen), Kreisdirektor von Werner (Erbach), Kreisdirektor Schön (Worms) und den Kreisausschuhmitgliedern Bürgermeister Dr. A n g e r m e i e r (Bensheim), Fabrikant Eckhardt (Ober-Ingelheim) und Oberamtsrichter Dr. Andrae (Ortenberg), fand der geschäftliche Teil in Rechnungsablage, Voranschlag und Beratung des Geschäftsberichts 'seine Erledigung. Bei dieser Gelegenheit wurde Lie Regierungsvorlage zur Aenderung des .Versicherungsgesetzes fükr gemeindliche Beamte einer besonders eingehenden Erörterung und Kritik unterzogen. Der Verband, der für seine Mitglieder Befreiung von der Der- sicherungspflicht verlangt, wird sich mit allem Nachdruck für diese Forderung einsehen. Nachdem der Präsident des Deutschen Landkrcistags noch kurz über das Ergebnis der letzten Reichstagsbeschlüsse hinsichtlich der Steuergesetzgebung, soweit hierdurch kommunale Interessen berührt werden, berichtet hatte, nahmen Oberregierungsrat Falk (Mainz) und Regierungsrat Dr. W i n k e l m a n n (Offenbach a M.) das Wort zu dem ihnen gestellten Thema: Sparprogramm und Verwaltungsreform. Die Redner verstanden es, die Versammlung einige Stunden mit ihren grohangelegten Ausführungen zu fesseln, die überdies zu den Vorschlägen des Reichssparkommissars, soweit sie eine Aenderung der hessischen Verwaltung bezwecken, kritisch Stellung nahmen. An die Vorträge schloß sich eine angeregte Aussprache.
Gießener Wou-enmarkt^ .rise.
Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 30 Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Anter-Kohl- robl 6 bis 8, Grünkohl 10 bis 15, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 20. April.
7 bis 8.15: Hasenkonzert. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 9.30 bis 10: Don Rom: Glockengeläute von St. Peter. 11 bis 12: Cello- Konzert. 12: Erziehung und Bildung. 12.30: Elternstunde. 13: Zehnminutendienst 6cr Land- wirtschastskammer Wiesbaden. 13.10: Vortrags- stunde von Norbert Schiller. 14: Die Myrtenprinzessin, ein Märchenspiel von H. Durhenne. 15: „Natur im Frühling, ein Osterspaziergang." 15.30- Mcndolinenkonzert. 17: Stunde des Landes. 18 bis 19: Don Neapel: Volksleben in Neapel. 19.30: Orgelkonzert:, Werke von Äoh. Seb. Dach. 20.30: Preciosa, von Carl Maria v. Weber. 22.30: Nachrichten. 22.45 bis 24: Aeltere Tänze.
Montag. 21. April.
9.30: Festgottesdienst. 11 bis 12: Don Rom: Konzert des Chors der Sixtinischen Kapelle. 12: Schallplattenkonzert: Lieder. 14 bis 15: Jugendstunde. 16: Rachmittagskonzert. 17.30: Cuy Desch liest aus seinem Roman „Menschen im ersten Quartal". 18: Soloquartett „Sängerlust", Pforzheim. 19: Blasmusik. 20: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen, von Goethe. 21.45: Berühmte Lieder in zweierlei Gestalt. 23: Rachrichten. 23,20. Zigeunermusik.
Dienstag. 22. April.
6.15: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 13.10: Werbekonzert. 13,30: Schallplattenkonzert. 16: Hausfrauen-Rach- mittag. 17: Rachmittagskonzert. 18.05: Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel. 18.35: „Zur Frage des Heimdeutschtums in Rord-Schleswig". 19.05: „Reporter im Feuer". 19.30: Zum 50. Geburtstag von Paul Cnderling. 21: Klavier-Konzert Michael Zadora. 21.40: Zu Djörnsons zwanzigstem Todestag: „Eine Bauern-Rovelle". 22: Vortrag. 23: Rachrichten.
Mittwoch. 23. April.
6.15: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 11.15 bis 11.45: Schul
funk. 12.30: Schallplattenkonzert. 13.30: Werbekonzert. 15: Stunde der Äugend. 16 bis 17.45: Rachmittagskonzert. 17.55: „Bedeutung der genossenschaftlichen Geldwirtschaft". 18.20: „Die Zukunft des Landpostwesens". 18.35: Esperanto- Anterricht. 19.05: „Auf Tierfang für Hagenbeck in Senegambien". 19.30: Ständchen und Serenaden. 20: Gläubiger, Tragikomödie von August Strindberg. 21.15: Violinkonzert MarianneThei- ner. 22.15: Rachrichten.
Donnerstag, 24. April.
6.15: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 12.30: Aus Operetten von Emmerich Kalman. 15 bis 15.50: Jugendstunde. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05: Zeitfragen. 18.35: „Studenten aller Länder beim sozialen Hilfsdienst". 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Eine Stunde Musik und Gesang aus der schönen Schweiz. 20.05: 3. Populäres Konzert: Ätalienisch-Russischer Abend. 22: Zeitberichte. 23: Tanzmusik.
Freitag, 25. April.
6.15: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 12.15: Schallplattenkonzert. 13.15: Werbekonzert. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05: „Buch und Film". 18.35: „Aeber Trichinose". 19.05: „Der moderne europäische Roman", Vortrag von Professor Dr. H. Raumann, Frankfurt: „Deutschland". 19.30: „Musik der Straße", eine musikhistorische Hörfolge. 20.30: „Das Meer". 22: Alte Klavierstücke.
Samstag, 26. April.
6.15: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 11.15 bis 11.45: Schulfunk. 12.40: Werbekonzert. 13: Aus der Wunsch- Mappe. 14 bis 14.50: Jugendstunde. 15 bis 17: Rachmittagskonzert. 17 bis 17.45: Tanztee. 18.05: „Streiftzüge durch die Gefilde unserer kosmischen Heimat'. 18.35: „Arbeit und Ernährung". 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Der schwarze Schatten von Reuyork, eine Hörfolge von Alice Flieget. 20.30: Bunter Abend. 22.30: Tanzmusik.
60, Rhabarber 30 bis 40, Kartoffeln 4Va bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 50 bis 70 Pf. dos Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 10 bis 11, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 20 bis 25, Salatgurken 75 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Dd. 15 bis 20 Pf.: rote Rüben 10 bis 12 Pf. das Pfund.
Taten für Lonntag, 20. April
1808: Rapolevn III. in Paris geboren: — 1832: der Mediziner Ernst von Lehden in Danzig geboren: — 1858: der dänische Schriftsteller H. Bang auf Seeland geboren: — 1869: der Komponist Karl Löwe in Kiel gestorben.
Daten für Montag, 21. April.
1488: Ellrich v. Hutten auf Burg Steckelberg bei Fulda geboren: — 1736: Prinz Eugen von Savoyen in Wien gestorben: — 1782: der Pädagoge Fr. Fröbel zu Oberweihbach in Thüringen geboren: — 1828: der Philosoph und Geschichtsschreiber Hippolyte Taine in Douziers geboren: — 1924: die italienische Schauspielerin Eleonore Düse in Pittsburg gestorben.
*
** Aus dem Gießener Standesamts r e g i st e r. In der Zeit vom 1. bis 15. Ll^ril verstärken in Gießen: 2. Marie Klein, geb. Spamer, Witwe, 78 Jahre, Bismarckstr. 32. 4. Alex Goldschmidt, Kaufmann, 79 Jahre, Schul- strahe 6. 7. August Peter Weil, Bäckermeister, 33 Lahre, Steinstratze 70. Ernestine Pabst, geb. Hebstreit, 48 Jahre, Glaubrechtstratze 14. 9. Marie Odel, berufslos, 88 Jahre, Rovdanlage 9. 9. Willy Otto Georg Rühl, ohne Beruf, 34 Jahre, Krofdorfer Straße 32. 10. Magdalene Huth, geb. Köhler, ohne Beruf, 72 Jahre, Bahnhofstraße 53/55. 11. Daniel Harmann, ohne Beruf, 81 Jahre, Liebigstraße 103. 11. Gertrud Zimmermann, berufslos, 51 Jahre, Schützenstraße 3. 11. Josefine Schneider, geb. Pfeiffer, Witwe, 63 Jahre, An der Margaretenhütte, Block 8.
** Ein Siebzigjähriger. Am ersten Osterfeiertag vollendet der Lokomotivführer und WerkstättLn-Dorsteher i.R.. Karl Ohr, Weserstrahe 4, das verdiente Ehrenmitglied des hiesigen Marine-Derems, in körperlicher und geistiger Frische sein siebzigstes Lebensjahr.
*' Anterrichtskurfe in der Einheitskurzschrift. Die I. Reichskurzfchrift- gesellschaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. D. Giehen eröffnet am Dienstag, 29. d. M., 19 Ahr, in der Pestalozzischule, Rordanlage 8, für Damen und Herren einen neuen Anfänger- Lehrgang in der Cinheitskurzschrift unter Leitung
eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie. Auch gibt der Verein in seinen neu beginnenden Fortbildungs-, Redeschrift-, Praktiker- und Diktatkursen zur weiteren Ausbildung reichlich Gelegenheit. Auch die letztgenannten Kurse werden von Praktikern geleitet. (Siehe heutige Anzeige.)
** DäuerlicheWest- O st - Siedlung. Für unsere dichtbesiedelten landwirtschaftlichen Besitzgröhen haben die Bestrebungen zur Ansiedlung von hiesigen jüngeren Landwirten auf Sied-
Eßt mehr Roggenbrot!
lungsstellen im Rorden und Osten unseres Vaterlandes besondere Bedeutung, zumal bei den jetzigen Landpreisen in den dortigen Gegenden der Erwerb freiwerdender Güter durch Siedlungsgesellschaften ermöglicht und die Ansiedlung außerordentlich erleichtert wird. Da diese Ansiedlungen von feiten des Reichs und der Landesregierungen jegliche Anterstützung erhalten, ist den siedlungsfreudigen Landwirten zu empfehlen, den am 22. April in Giehen stattfindenden Vortrag über dieses Thema zu besuchen. Räheres in der heutigen Anzeige.
** Verbandstag der hessischen Ge- schichts- und Altertumsvereine. Der Verbandstag 1930 der hessischen Geschichts- und Altertumsoereine findet am 24. und 25. Mai zu Alsfeld statt. Aus dem Programm sei hervorgehoben der Vortrag des Professors Dr. E. E. Becker (Darmstadt) über „Aus der kirchlichen Geschichte von Alsfeld im Mittelalter". Am 25. Mai findet die Geschäftssitzung der Vereinsvcrtreter statt. Am gleichen Tage spricht Prälat D Dr. Diehl (Darmstadt) über „Aus der Geschichte des deutschen Schulmeisterstandes in Oberhessen".
Einbruchsdiebstahl in Grünberg.
-f- Grünberg. 18. April. In der Rächt auf Karfreitag wurde im hiesigen Manusakturwaren- geschäft von Justus Hellwig ein Einbruchsdiebstahl verübt. Don dem Hofe aus, der auch dem angrenzenden Gasthaus „Zum Wilden Mann" als Hof dient, sind die Diebe, nachdem sie mit einer Axt ein Gefach eingeschla- gen hatten, in das Lager und den Laden einaedrungen. Entwendet haben sie außer dem Inhalt der Ladenkasse von über 30 Mark einige Mäntel und dem Besitzer des „Wilden Mannes" ein Fahrrad. Die im oberen Stockwerk schlafenden Bewohner haben nichts gemerkt. Der Der- such, mit einem am Morgen herbeigeholten Polizeispürhund eine Fährte zu entdecken, war erfolglos.
Spiclplan der Frankfurter Theater.
Frankfurter Schauspielhaus: Sonntag, 20.>April, von 15,30 bis gegen 17,45 Ahr: Katharina Knie, Seiltänzerstück von Zuckmayer. Von 20 bis nach 22,30Ahr: Der Londoner verlorene Sohn. Montag, 21. April, von 16 bis gegen 18,15 Ahr: Marius ahoi! Von 20 bis gegen 22 Ahr: Die neue Sachlichkeit. Dienstag, 22. April, von 20 bis-mach 22,15 Ahr: Julius Caesar. Mittwoch, 23. April, von 20 bis nach 22,30 Ahr: Der Londoner verlorene Sohn. Donnerstag, 24. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 1. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Freitag, 25. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 2. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und di« Rönne. Samstag, 26. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 3. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Sonntag, 27. April, von 16 bis gegen 18,15 Ahr: 4. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die-Rönne. Von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 5. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Montag, 28. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 6. und letztes Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne.
Frankfurter Opernhaus. Sonntag, 20. April, von 17 bis gegen 22 Ahr: Parsifal. Montag, 21. April, von 15,30 bis 18 Ahr: Mignon. Don 19,30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Dienstag, 22. April, von 20 bis gegen 22,30 Ahr: Belsazar. Mittwoch, 23. April, von 19,30 bis gegen 22.30 Ahr: Die Afrikanerin. Donnerstag, 24 April von 19,30 bis 22 Ahr: Ma t a. Freitag, 25. April, von 20 bis gegen 22 Ahr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose: Schwingen über Europa. Samstag, 26. April, von 20 bis gegen 22,30 Ahr: Belsazar. Sonntag, 27. April, von 15,30 bis nach 17,30 Ahr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose: Der getreue Musikmeister: hierauf: Petrouschka. Von 19,30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Montag, 28. April, von 19,30 bis 22,15 Ahr: Fidelio.
Briefkasten der Redaktion.
A. L. in £. Wie wir von zuständiger wissenschaftlicher Seite erfahren, Handels es sich bei dem Vogelruf „Spitz die Schar" nicht um die Bachstelze, sondern um die Kohlmeise.
Letzte Nachrichten.
Gtaatsstreichpläne in Polen?
Warschau, 19.April. (WTv. Funkspruch.) 3n der im südlichen kongreßpolen gelegenen Jndustrie- sladl Zawiercie kam es, dem „Robotnik" zufolge, gestern zu ernsten Ausschreitungen von Arbeitslosen, die bei einer Demonstration gegen die geringe Unterstützung in das Rathaus eindrangen und die Einrichtungen zerstörten. Zwischen den Demonstranten und der poli- 3 e i kam es zu einem regelrechten Kampf, wobei die Schuhmannschaft von der Schußwaffe Gebrauch machte. Rach den vorläufigen Meldungen wurden zwei Personen get ötet und 19 verletzt.
Das Organ der Sozialisten, der „Robotnik", verzeichnet das Gerücht, daß die Regierung die Absicht habe, nach den Feiertagen das Parlament aufzulöscn, ohne Neuwahlen auszuschreiben. Angeblich bestehe auch der Plan, mittels Dekrets die Wahlordnung zu ändern. Die Gerüchte seien nach den letzten Konferenzen des Ministerpräsidenten Obersten S l a w e k mit Marschall P i l s u d s k i, dem Staatspräsidenten und dem Juslizminisler enfftanden. Das sozialistische Blatt warnt die Regierung vor einem solchen abenteuerlichen Schritt; es sagt, daß eine Parlamentsauflösung ohne Festsetzung eines Wahltermins und eine Aenderung der Wahlordnung auf dem Verordnungswege einer Vergewaltigung der Verfassung glcichkäme.
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Wnkel


