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hauS auf der Seewiese in Friedberg ob. Die Tagung nahm eingehend Stellung zu Standes- fragen und den Sparmaßnahmen der hessischen Regierung. Das Ergebnis wurde in folgender Entschließung zusammen- gefaht:

Wie beim Personalabbau 1924, so soll auch bei dem vom Reichssparkommissar vorgeschlage­nen Personalabbau bei den Angestellten und damit bei den Kanzlei- und Bureaugehilfen be­gonnen werden. Das Kanzlei- und Bu­re a u p e r s o n a l ist bei allen hessischen Staats­behörden und -anstalten vollauf beschäf­tigt. Eine Verminderung der Kanzleigehilfen ist nur bei tatsächlicher Verminde­rung der Arbeiten möglich. Die von dem Aeichssporkommissar vorgeschlagenen organisatori­schen Acndcrungen werden, allgemein betrachtet, das Kanzlei- und Vureaupcrsonal statt e n t - lasten noch stärker b e lasten, denn die höheren Beamten sollen doch noch mehr als seither vom Schreibwerk befreit werden. Der Verbandstag wendet sich entschieden gegen die Ansicht des Aeichssparkommissars, daß d'ie Kanzleige­hilfen in Zukunft nicht als Beamte angestellt werden sollen. Die Kanzlei­gehilfen verrichten zum allerwenigsten Teil nur schematische Arbeiten, sondern der Hauptteil der Arbeit ist wertvolle Bureau- und Aegistratur- arbeit für den Staat, die im Vergleich zu anderen Verwaltungen besser bezahlt werden sollte. Der hessische Staat hat durch Gesetz angeordnet, daß das gemeindliche Kanzlei- und Dureaupersonal durch die Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte bei hoher Beitragszahlung durch die Anstellungskörperschaft eine den Staatsbeamten gleichwertige Ruhegehalts- und Hinterbliebenen­versorgung erhält. Es wäre unverständlich, wenn derselbcStaatscineigenesKanzlei- und Bureaupersonal in Zukunft durch Vorenthaltung der definitiven Anstellung schlech­ter stellen würde. Der Verbandstag seht in die hessische Regierung und den Landtag das Ver­trauen, das) die Kanzlcigehilfen, die für die Staatsverwaltung ebenso notwendig sind und ebenso fleißig, ehrlich und treu dienen, wie alle Staatsbeamten, nicht das Opfer der schlechten Finanzlage des Staates werden. Die Ansicht des Aeichssparkommissars, das) Angestellte für den Staat billiger seien als Beamte, wird von Autoritäten als irrig bezeichnet. Der Verbands- tag wendet sich aber auch entschieden gegen die Kürzung des Grundgehalts, Wohnungsgeldes und der Kinderzuschläge. Das Kanzlei- und Vureau- personal hat die schlechte Finanzlage nicht ver­schuldet. Die Dienstbezüge reichen schon jetzt kaum zum Leben aus."

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 17. März. Am Sonntag sand in der gut besuchten Kirche eine vom Verein für christliche Musik Gießen unter Leitung seines Dirigenten L. Riebcrgall veranstal­tete 'kirchenmusikalische Abendfeier statt. Die Vortragsfolge war dem Charakter der PassionSzeit und der Stimmung des Tages an­gemessen und wurde von dem Gießener Orga­nisten R e b e I i n g unter geschickter Ausnutzung der Möglichkeiten unserer recht guten Kirchen­orgel künstlerisch eröffnet und geschlossen. Fräu­lein von der Hehd aus Gießen gewann sich mit zwei Passionsweisen von 3. W. Franks und einer Kirchenarie von Stradella in ihrem fein geschulten Sopran schnell die Herzen der andäch­tigen Zuhörer. Der junge Verein erfüllte nicht nur die Erwartungen, die man nach Gießener

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Berichten über sein Können legte, sondern über­traf sie noch. Bach war zweimal mit Sätzen zu Pasfionsltedern und einmal mit einem solchen zu einem Sterbelied vertreten, die dem Zuhörer vertraut waren, Ric. Deeius mitSchau hin nach Golgatha". Hier, wie in Walsers Trans- skription überO uamm Gottes", HeydensUnb es ward Finsternis", und Gehnyards Prälu­dium in b-Dur zeigte der Bläserchor, in har­monischem Zusammenspiel unter verständnisvoller Leitung seines Dirigenten, sich von der besten Seite. Dem Dank der Gemeinde an den Chor, der den Reinertrag des Abends unserem ört­lichen Fonds für Kricgerehrung zuführte, gab der Ortsgeistliche Ausdruck, und nach einem stil­len Vaterunser im Gedenken an die Kriegstoten verließ die Gemeinde das Gotteshaus.

: Beuern. 16. März. Gestern sand eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, in der als einziger Punkt der Tagesordnung die Vorlage des Voranschlags für 1 9 3 0 zur Beratung stand. Der Voranschlag, dessen End­summe in Einnahme und Ausgabe mit 76 943 Mark abschliehen, fand einstimmige Annahme. 3m Vorjahre waren die Abschluhsummen 10 bis 12 000 Mk. höher eingesetzt. Die allgemeine Sen­kung der Holzpreise und der damit verbundene Mindererlös aus Waldungen veranlaßten den LInterschied. Rachdem die Gemeinde die größe­ren Projekte der vergangenen 3ahre, wie Oe- fallcncnehrenmol. Badeweiher und Sportplatz, im 3ahre 1929 durchgeführt hat, sind in 1930 an größeren Arbeiten vorgesehen: Erweiterung des Kanalnehes im Bersröder Weg, Reu- Pflasterung der Rinnen in der Schcibengasse und die Kirchenheizung. Die Heizung unserer großen Kirche ist ein seit langem geplantes Ob- lekt. Schon lange vor dem Kriege, in den 90er 3ahren, wurde von Pfarrer Vogel durch Stif­tungen und Opfer ein Fonds für diesen Zweck gebildet. Dieser Fonds, der von den folgenden Ortspsarrern verstärkt und vermehrt wurde, ist allerdings der Inflation zum Opfer gefallen. Runmehr beschäftigt sich die Gemeindevertretung ernstlich mit der Lösung dieser zu einem außer­ordentlichen Bedürsnis gewordenen Frage. Für die Ausführung des Planes kommen hwei Ar­ten der Heizung in Frage: elektrische oder mit­tels Ofen. Gemeinde- und Kirchcnvorstand ha­ben die Vor- und Rachteile dieser beiden Ar­ten der Heizung durch Einsichtnahme an Ort und Stelle geprüft und sind nach reiflicher Lieber- legung zu dem Entschluß gekommen, daß eine Grubenheizungsanlage, ähnlich wie in Rudings­hain. Kreis Schotten, zur Zeit als diejenige er­scheint, die für die vollständige Erwärmung des großen Kircheninnerns am besten geeignet ist, auch in bezug auf Billigkeit der Anlage sowohl, wie des Brennstoffverbrauchs. Pläne für diese Anlage sind in Bearbeitung, so daß die Aus­führung im Laufe des Sommers geschehen kann. Vorgesehen sind dafür 4000 Mk.

Kreis Schotten.

Laubach . 18. März. 3n der vergangenen Rächt wurde in der an der Gonterskirchener Straße gelegenen VillaFriedensru h" ein Einbruch verübt. Die Diebe sind durch ein Fenster in das Erdaeschoß eingestiegen und haben sämtliche Schränke aufgebro­chen. Gestohlen wurde eine Anzahl Mäntel und Anzüge. Auffallenderweise haben die Diebe das Silberzeug nicht mitgenommen, was vermuten läßt, daß nach Bargeld gesucht worden ist. Die Suche nach den Tätern, die durch «inen 1 Polizeihund ausgenommen wurde, blieb ergeb-

Friedberg, 18.März. Der Verband hessischer Derwaltungsbeamten, der sitz mit den Verbänden hessischer Verwaltungs- Hetäre, hessischer Bausekcetäre und hessischer iDiftfelretäre zusammengeschlossen hat, hielt am b mtag seinen Verbands tag im Schützen-

nislos. Die Villa wird nur!m Sommer ständig bewohnt und gehört einem Gießener Fabrikanten.

Strafkammer Gießen.

Gießen, 14. März. Wegen f ahrläs­siger E i senbahntransportgefähr- düng war ein Dicnstknecht durch das Amts­gericht Ortenberg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Auf der Cisenbahnstrecke GedernWer- kensritz fuhr der Angeklagte mit einem Pferde­fuhrwerk an einer durch einen dichten Fichten­wald die Sicht sehr beeinträchtigenden Stelle, als er den ihm bekannten schrankenlosen Bahn­übergang überqueren wollte, auf den gerade diese Stelle passierenden Personenzug Lauter­bachVilbel, wodurch der Zug in Gefahr ge­riet. Der Angeklagte wurde durch den Zusam­menstoß nicht unerheblich verletzt, desgleichen ein Pferd, auch der Wagen wurde zertrümmert. Er bestritt jegliches Verschulden und behauptete, er habe die Pferde nicht mehr halten können, da diese, durch das grelle Pfeifen der Lokomotive scheu geworden, ihm durchgegangen seien. DaS Gericht konnte in dem Verhalten des Angeklag­ten keine Fahrlässigkeit erblicken und sprach ihn unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils» frei.

Ein typischer Fall von Hochstapelei, wie er in Bad-Rauheim nicht zu den Seltenheiten ge­hört, lag der Anklage gegen einen angeblichen Kaufmann wegen Betrugs zugrunde. Dieser hatte sich mit seiner Ehefrau unter dem Rainen eines anderen wirklichen Kaufmanns, den er gelegentlich zufällig einmal kennengelernt hatte, in Bad-Rauheim in einer Fremdenpension ein­logiert,um acht Wochen die Kur zu gebrau­chen". Die Pensionsinhaberin verstand er durch allerlei unwahre Angaben hinzuhalten. So ver­tröstete er diese einige Zeit damit, daß er vor­gab, er erwarte in den ersten Tagen mehrere tausend Mark aus einem Grundstücksverkauf Plötzlich verschwand er aber eines Tages heim­lich mit seiner Frau unter Hinterlassung einer größeren Zechfchuld. Das Amtsgericht Bao-Rau* heim hatte ihn deshalb wegen Betrugs zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Seine hier­gegen eingelegte Berufung wurde jetzt kosten- fällig verworfen. *

Ein Strafgefangener hatte in einer an den Generalstaatsanwalt gerichteten Eingabe mehrere Strafanstaltswachtmeister der Begehung straf­barer Handlungen beschuldigt. Rachdem die Un­wahrheit der Beschuldigungen sich ergeben hatte, wurde gegen den Strafgefangenen Anklage we­gen wissentlich falscher Anschuldi­gung erhoben, und er durch das Amtsgericht Butzbach zu der geringzulässigen Strafe von 1 Mo­nat Gefängnis verurteilt. Seine Berufung hatte jetzt insoweit Erfolg, als er mit Rücksicht auf seine geistige Minderwertigkeit an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Monat zu einer Geldstrafe von 90 Mark ver­urteilt wurde.

Meine Strafkammer Gießen.

* Gießen, 18. März. Freigesprochen wurde ein Viehhändler, der vom Amtsgericht Grünberg wegen Beleidigung zu einer Geld­strafe von zwanzig Mark verurterlt worden war und dagegen Berufung verfolgte. Er hatte in einer Verhandlung wegen Viehseuchenvergehens gegen ihn einem Gendarm den Vorwurf man­gelnder Unpartellichkeit gemacht. Die Strafkam­mer nahm an, er habe in Wahrnehmung berech­tigter 3nteressen gehandelt, und die Absicht, den Wachtmeister zu beleidigen, habe ihm gefehlt.

tt diese Lehrgänge in verschiedenen Kausmanns- tulen des D H V. und einigen Städten Süd- mtchlands mit großem Erfolg durchgeführt Ite, übernommen. Mit interessanten und wich- jeti Ausführungen über die Rotwendigkeit der JUntentoerbung, die Werbemittel und ihre Wir- BaK nXLf! k-g. den Derkaufsvorgang, das Taktgefühl des iK/Ä Käufers und andere verkaufspsychologtsche fragen gelang es dein Vortragenden, sich die icpeteUte Aufmerksamkeit der Teilnehmer bis jim Schlüsse des Lehrganges zu sickern. Mit 7?cht konnte der Vertrauensmann der Orts- g:.chpe Gießen, Herr Schaub, in seinem eiluf)toort von einer wohlgelungenen Deran- hlung sprechen. Er stattete den Rednern und llncbmcrn den Dank der Ortsgruppe ab und fc:c6 noch daraus hin, dah am 5. und 6. April fcr nächste Lehrgang überTextilien" stattfindet.

itjjourri ausGräfin Mariza" von Lehär d zum Schluß der Kaiserwalzer von Strauß, irrten unter der Leitung des Alterskameraden - r. b r o d t meisterhaft zum Vortrag gebracht. . nr Schluß erfreute Frl. Keller (Tochter des «rskameraden Amtsgerichtsdirektor Keller) mit i-gen Gesangsvorträgen, die den Beifall aller lecher fanden.

" Wochenendlehrgang über Ver » Ulfs tun st. Man berichtet uns: Die Orts- enmiul|(9la: tbe Gießen im Deutschnationalen Handlungs»

art Htzclfen-Verband veranstaltete am Samstag und

*d,e 3il citag einen Wvchenendlehrgang über Der- »Aron ' 18 b? fcFStunft. Der Bildungsobmann der Ortsgruppe,

aren Schwarz, konnte bei der Eröffnung btc

situativ l Iliche Zahl von 70 Teilnehmern begrüßen. Er i 7? «der eir- * t darauf hin, daß trotz der ungünstigen Lage te ILs dem kaufmännischen Stellenmarkt heute immer

. «flanilaiorif*; 1 d» ein Bedarf, ja ein Mangel an guten Der- iÄ 1929 lor straften zu verzeichnen sei. An die Der- -Mllgilcder | jfrr von heute würden bie größten Ansor- Her fübtoeftbeutfS I tun gen gestellt, Anforderungen, denen der Der- iamit vornehmlich der jüngere, nicht immer

> ichsen sei. Der D.H.D. stelle es sich zur fgabe, diese Lücken durch entsprechende Lehr- *ll6e auszusüllen, und er veranstaltete deshalb tr die verschiedenen Geschäftszweige Lehrgänge, den Angestellten die besonderen Eigenarten meei Berufes in diesem Geschäftszweige ver­mittln. 3m ersten Teil des Lehrganges wurden »n Kreisgeschästsführer Schröder, Gießen, 1? rechtlichen Grundlagen des Verkaufs behan- Itlt, io der Kaufvertrag, der Kauf aus dem 'htzcuifenster und der unlautere Wettbewerb. Pro- .......... tet|t Daums sprach über praktische Verkaufs- bereit aud) fiio hu . errungen. Die Hauvtreferate hatte Diplom» m füt bie\Titelslehrer Dr. W a i g a n d, Frankfurt a. M., geschaffene Lage *r diese Lehrgänge in verschiedenen Kaufmanns- >. «inet Entschii,-^ ifung unb bem «tu. F ^ßlich bet Vrohbi- fr1 «r Organifalion g>

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