Einzelbild herunterladen

18 '* *«n*

llÄSERN "j' Di«P-nk. Inde,bo'e B64. 8S.miOl=i«d,r

T-gen, elten Strehlen

^«vgen»

äUSCH A.-G, he ,ndu$tri6 N Akk fntüti: K'dkrn, Eiickkn, yf« öom Vinin. 2i «n- 122791)

«> Warj 1930, r d's nachm, 5 Ub, Mejc, iSHi (v. H. c.)

Igwela Biehn, 'S- den 22. MS«. 'm Kalt üt» im»

Mt zliedskarte notAetr ge foroie eingflni*

, Start I klag, abends s Ubt IK» ff Mein nui Vei ln. Innelaben. [0I90H

lieicri

'AW

S'SI»

m Einkauf von llül r- und kükenfutüi trbe voll hier nndg nde, moniere KfiU sielt man ersi dort; aftfutter fluskate

lOOOkgTaeesvery weisen Wirkungc eisniirdigkeiL biet auf zugcnib1' :ke.

ster und .Verkbuc* rationelle Geflügel itil kostenlos.

» Hirt

0.o.b.B.

igseldorf-Hafe« ite and billig für Muskator: für Oberbessen und

-Nassau: irmDi,lma' hon f»56 _____

laGeißb^ iini> MaE and) °uf verladet

r. xch«1,h' TaubrinsL-

'5urA^|e^d)nl"<E,,

mooeoöfl$: jwgK MA

WA

bei

Oer Patriot."

Lichtspielhaus Bahnhofstraße.

Lies ist, um es vorweg zu sagen, einer der Wollen und künstlerisch wesentlichsten Filme der Pihnprcn Produktion, einer der nicht sehr zahl- nrichsn Werke, die ihre Stellung neben dem Aühnenspiel wie neben dem Tonfilm zu behaup- Ithi vermögen.

Dir haben im Jahre 1928 hier im Theater das S raina von Alfred Neumann gesehen, aus Wen der Film ausgebaut ist, und da der Film hi einen Grundzügen dem Schauspiel folgt, bca.dxn wir nur andeutungsweise an die seiner» jidi ausführlich besprochenen historischen 33or- flGätqe zu erinnern, welche für den Dramatiker ICtJinonn anregend waren, ohne im Sinne einer mncu tastbaren geschichtlichen Tatsachenübcrliefe- raup maßgebend zu sein.

Ci handelt sich also um eine Darstellung des rmf!! d)cn Staatsstreiches im Jahre 1801; eine Gnpoc von Verschwörern, an deren Spitze (ne- bstp andern) der Minister Gras Pahlen stand, luÄ den Zaren Paul 1. den Sohn der crseüaad großen Katharina ermorden und er- hi«k Een jungen Zarewitsch Alexander, den spä° trM' Begründer der Heiligen Allianz, auf den rrchchen Thron.

gilt Neumann bestand nun nicht so sehr die -ü&abe, diese (entschieden wirksame, weil Oktralisch und dramatisch scharf akzentuierte) iMNl in seinem Schauspiel sinnfällig abrollen 5uu fallen als vielmehr sie aus innerer, zwin» cirnber Begründung als einen notwendigen Pro- zs'tz aufzuzeigen dergestalt, daß die Vorgänge, ifar geschichtlichen Zufälligkeit entrückt, eine bei» s-Nchoste Gültigkeit gewannen. Aus den Haupt- ül:taicen hebt sich für den Dramatiker neben dsrn Zaren und über ihn hinweg die Gestalt des Qircl'o Pahlen: in ihm verkörpert sich ein an feste Zeit, kein Kostüm und keine Nationalität gsibmbener Typ des politischen Menschen.

1

Wir sagten, daß in diesem (seltenen) Falle die Bühnengestaltung und die Filmfassung eben­bürtig nebeneinander ihre Geltung behaupten; wir deuteten ferner an, daß der Film, in großen Zügen, durchaus der dramatischen - nicht der geschichtlichen - Vorlage folgt.

Es muß nun auch erklärt werden, worin die Unterschiede bestehen. Zunächst gibt das Schau­spiel, seiner Natur und seinen Mitteln ent­sprechend, die geistige Formulierung des Themas stärker und klarer als der Film; es ist ent­schiedener auf die hinter den Vorgängen zeit­los sich erhebende Idee hin stilisiert.

Der Film, demgegenüber, ist realistischer, mehr in den Stoss verfangen, von ihm getragen und ausgefüllt; er stellt vor die Idee das Vild, die Bilderflucht, das phantastische, unheimliche, balladeske und blutige Staatsabenteuer mit der blitzschnell wechselnden Vielfalt seiner großen und kleinen Handlungselemente. Er ist von einer pri­mitiveren Dramatik als das Schauspiel, erzielt aber eine noch sinnfälliger arbeitende, theater- mäßige Wirksamkeit aus den Beschauer. Dies erweist sich besonders gegen Ende hin, in der eigentlichen Revolte und den Mordszenen, die der Regisseur auf seine Weise gestaltet.

Hier bewährt sich das große Können des Spielleiters Ernst L u b i t s ch am überzeugend­sten, hier zeigt er, daß er noch immer zu den führenden Filmregisseuren der alten und der neuen Welt gehört, phantasievoll, sehr groß­zügig. absolut sicher in seinen Grenzen und mit unbestechlichem Blick für die Möglichkeiten der Kamera.

Das Schauspiel heißt mit Recht:Der Patriot". Der Film trägt den gleichen Namen; aber der flüchtig vorüberhuschende Untertitel entspricht seinem Wesen besser:Der wahnsinnige Zar" damit ist die Akzentverschiebung angedeutet, die sich bei der Verfilmung, absichtlich oder un­gewollt, vollzogen hat kraft der überragenden Leistung eines Schauspielers Emil Jannings spielt den Zaren, und er spielt ihn so. daß

Ir. 66 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Heneral von Letiow-Dorbeck zum 60. Geburtstag.

?Cm Donnerstag, dem 20. März, begeht Ge - ca l von Lettow-Vorbeck seinen 60. Ge- bvdrtag. Lettow-Dorbeck wurde in Saarlouis Sohn eines preußischen Generals geboren.

ergriff die Ofsizierslaufbahn und machte nach Isjährigem Dienst im 4. Garderegiment zu Fuß Lgi im Großen Generalstab den Chinafeld- z 1900 01 beim Ostasiatischen Expeditionskorps

3m Jahre 1904 kam er nach Deutsch- E j d w e st zur Schuhtruppe, wo er sich während Aufstandes 1904 06, der ihm auch eine schwere ! rtounDung brachte, außerordentlich auszeich- >. 1907 wurde er als Adjutant beim General-

x.

MF

»,

itominanDo des 11. Armeekorps Major und 1909 5etcit8 Kommandeur des 2. Seebataillons. 1913 wurde er wieder zur Schuhtruppe verseht und libernahm mH der Beförderung zum Oberst- Ucuhiont den Oberbefehl in Kamerun. *2Ini 20. April 1914 wurde er dann zum Kom- raoitb c p r der O st afrikanischen Schuh- tiruppe ernannt.

keine Taten in Deutsch-Ostafrika während des ^Krieges haben seinen Namen in der ganzen ?Sklt berühmt gemacht. Vollkommen aus sich üelbfi gestellt, organisierte er mit den wenigen TDcißcn und seiner Askaritruppe den Widerstand gtßi-3 die entgegen allen Abmachungen den Krieg aud) in die Kolonien hineintragenden Engländer, Bencn er zunächst sogar mehrere Niederlagen Iro? ihrer Ueberlegenheit beibrachte. Als die CSnglänDer durch belgische und französische Trup-

Verstärkung erhielten, ging er nur ganz lang- Hoti zurück und beunruhigte die Gegner, denen ai icd) großen Materialschaden zufügte, wo er nur tonnte. Als schließlich ganz Deutsch-Ost- ah la in feindlichen Händen war, zog er sich au' portugiesisches Gebiet zurück und entschloß iM erst zur Uebergabe, als in der Heimat der iÄrcg verloren war. Seine 155 Europäer, unter i©n?;i 30 Offiziere, dursten ihre Waffen behalten. Mir 2. März 1919 zog Lettow-Vorbeck wieder in 23t:lln ein. 3n der Unruhezeit bildete er ein Mikorps, mit dem er am 1. 3uli 1919 Hamburg Tdchic. Nach einer kurzen Zeit, in der er die Mtd>swehrbrigade 9 in Schwerin befehligte, nahm ei'1920 seinen - Abschied 1928 wurde er als

deutschnationaler Spitzenkandidat für den Wahl­kreis Oberbayern-Echwaben als Nachfolger des Großadmirals v. Tirpitz in den Reichstag ge­wählt.

Die Neichsversicherungs- anflalf für Angeslellie.

Tao Äcschästsjaßr 1929.

Wie man uns mitteilt, liefen am 31. Dezember 1929 98 621, 1928: 72 751 Ruhegelder mit 15 858 (10 245) Kinderzuschüssen, 55 036 (46 459) Witwen- und Witwerrenten und 34 238 (30 513) Waisenrenten. Insgesamt waren im Berichts­jahre 96 542 (65 067) Leistungsanträge zu be­arbeiten. Der Gesamtaufwand für die Rentenlei st ungen, Abfindungen und Bei­tragserstattungen betrug im Jahre 1929 145,3 Millionen (105 Mill.) Mark. Die starke Stei­gerung ist hauptsächlich zurückzuführen auf das Gesetz vom 7. März 1929, das die Wartezeit verkürzte und bis zum Ablauf des Jahres 1933 die Möglichkeit schuf, Ruhegeld auch solchen Ver­sicherten zu gewähren, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens einem Jahre arbeitslos sind. Die Zahl der Anträge von Versicherten auf He i l ve r f a h re n stieg auf 117 131 (106 788). Die Zahl der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfah­ren für tuberkulöse, tuberkulosgefährdete und rachitische Kinder von Versicherten und für Waisenrentner betrug 7366 (6082). Zuschüsse wur­

den in 5164 (3894) Fällen bewilligt. Für die Gesundheitsfürsorge wurden insgesamt 23,4 Mil­lionen Mark (18,9 Mill. Mark) aus gewendet.

Die Gesamtbeitragseinnahme belief sich auf rund 372 Millionen Mark (317 Millionen Mark). Die Beiträge betragen etwa 5 vom Hun­dert des durchschnittlichen Monatsverdienstes ge­gen 7 vom Hundert in der Vorkriegszeit. Die Zahl der Versicherten wird für das Jahr 1929 auf 3,4 Millionen geschäht. Die Vermögens- Verwaltung strebte an, die verfügbaren Mittel sicher und zu volkswirtschaftlich und sozial nütz­lichen Zwecken anzulegen und sie möglichst gleich­mäßig den Kreisen und Wirtschaftszweigen wie­der zuzuführen, aus denen sie kamen. Ganz be­sonders wurde der Wohnungsbau geför­dert. An Mitteln hierfür wurden rund 154 Mil­lionen Mark (100 Millionen Mark) langfristig zur Verfügung gestellt. An versicherte Angestellte wurden 1721 hypothekarische Darlehen für neu­erstellte Eigenheime mit 11 023 345 Mark aus­gezahlt. Die persönlichen Verwaltungs­kost e n beliefen sich auf rund 7,7 Millionen Mark (7,5 Millionen Mark), die sachlichen auf rund 4,3 Millionen Mark (3,8 Millionen Mark). Der Gesamtaufwand an Derwaltungskosten ein­schließlich der Kosten des Beitrags» und Ueber- wachungsverfahrens, der an die Reichspost zu zahlenden Vergütung für den Markenverkauf und der Kosten der gesamten Rechtsprechung sowie aller Abschreibungen auf das Dienstgebäude und Inventur betrug 3,2 (3,5) vom Hundert der reinen Beitragseinnahme. \

Volksschule und Lehrerabbau.

Dom Gießener Lehrerverein werden wir um Veröffentlichung der folgenden Aus­führungen gebeten:

Rach der Reichsschulstatistik vorn November 1926 gab es nach dem letzten Abbau von 200 Lehrerstellen im Frühjahr 1926 in He sen schon über 4 0 0 Schulklassen von 51 und mehr Schülern, also mit mehr als der gesetzlichen Stärke. (Diese ist im Volksschulgeseh vom Ok­tober 1921 auf 50 Schüler festgesetzt.) Das trübe ' Bild von überfüllten Volksschulklassen hat sich seitdem zweifellos noch verschlechtert, denn auch im Laufe der Jahre 1926 und 1927 wurden weitere 42 freigewordene Volksschulstellen nicht wieder beseht. Auch hat die Schülerzahl der hessischen Volksschulen seit 1926 um rund 5 0 0 0 zugenommen, was ebenfalls da und dort eine Vermehrung der Klassen mit mehr als der gesetzlichen Stärke herbeigeführt hat. Da aber in den nächsten drei Jahren nach der Ge­burtenstatistik der Hessischen Zentralstelle für Statistik jedes Jahr etwa 10 00-0 Schul­kinder die Sterblichkeitsziffer von etwa 8,5 Prozent ist hierbei nicht berücksichtigt mehr in die Volksschule eintreten als zur Ent­lassung kommen, so kann sich jedermann vorstellen, daß damit eine weitere Vermehrung der Klassen mit mehr als der gesetzlichen Stärke eintreten muß. Welche gesundheitlichen, unter­richtlichen und erzieherischen Nach­teile für das besonders sorgsam zu behandelnde Kind der Nachkriegszeit damit verbunden sein werden, kann sich auch der Laie ausdenken.

Nun beabsichtigt aber die Hessische Regierung, mit Beginn des Schuljahres 1930/31 weitere 205 Volks s.chullehr er st eilen einzu- sparen. Dadurch würde die Zahl der weit überfüllten Klassen noch weiter steigen und auch die Klassenstärke in den übrigen Klassen ihre Besetzung kann aus den verschiedensten Gründen im Lande nicht überall gleich sein eine Höhe erreichen, die mit all ihren gesundheitlichen und unterrichtlichen Schädigungen weder dem Kinde gegenüber zu verantworten noch mit einem neu­zeitlichen Unterrichtsbetriebe zu vereinbaren wäre. Sinkende Leistungen, größere Hast im Unterricht, vergröberte Unterrichtsmethoden, Vernachlässi­gung einzelner Kinder, die vielleicht einer Be­treuung bedürfen, die nur in kleinen Klassen möglich ist, Vermehrung der Sitzenbleiber, nervöse Lehrer usw. werden die unausbleiblichen Folgen sein. Aerzte und Lehrer haben sich daher i m wohlverstandenen Interesse unse­

rer Dolksschulkinder gegen den wei­teren Abbau von 205 Lehrerstellen gewandt, wie es scheint, ohne Erfolg, denn im Voranschlag für 1930 sind diese 205 Stellen bereits abge­lebt. Der Finanzausschuß des Hessischen Land- tags wird voraussichtlich am 18. März erst­malig darüber zu entscheiden haben.

Nun ist es an euch, ihr Väter und Mütter unserer Dolksschuljugend, eure Kinder vor dem oben angedeuteten Schicksal zu bewahren und euch gegen Verschlechterung der Unterrichtsver­hältnisse eurer Kinder zu wehren! Hessen hat von seinen Dolksschullehrerstellen seit 1921 wegen sinkender Schülerzahl bereits 572 aufgegeben und damit Wohl als einziges deutsches Land die Zahl seiner Lehrerstellen an der Volksschule um 249 unter die Vorkriegszifser gesenkt. Ein weiterer Abbau von Lehrerstellen bei wachsender Schüler­zahl wäre eine Versündigung an der hessischen Dolksschuljugend, zu der man auch in Not­zeiten nicht die Hand bieten sollte. O. R.

Gchulautoritäi.

Don einem Schulmann wird uns geschrieben: Durch die Presse geht die Meldung von einer Maßnahme der bayrischen Regierung, die das Interesse nicht nur aller im Lehrerberuf stehen­den Personen, sondern des ganzen Volkes für sich in Anspruch nimmt. Es handelt sich Dabei um Schutz der Schule gegen Untergrabung ihrer Autorität durch Außenstehende. Zu diesem Zweck schlägt die bayrische Regierung im Gesetzentwurf zur Aenderung des Polizeistrasgesetzbuches dem Landtag einen Artikel vor, der mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft jeden bedroht, der vorsätzlich Schulpflichtige gegen die Schule oder gegen die Lehrer aufhetzt, die Achtung Schulpflichtiger vor der Schule oder den Lehrern untergräbt, oder die Erziehungsarbeit der Schule an den Schulpflichtigen in sonstiger Weise ent­gegenarbeitet. Der Antrag aus Bestrafung ist durch die zuständige Schulbehörde zu stellen. In eigenartiger Weise beleuchtet dieses Vorgehen einer deutschen Regierung die Lage, in der wir uns befinden, ohne jedoch denjenigen zu über­raschen, der diese Lage wirklich kennt. Ganz ge­wiß ist über mangelnde Achtung des Schülevs vor dem Lehrer schon geklagt worden, seitdem es überhaupt Schulen gibt, und ebenso gewiß wird kein moderner Pädagoge die Methoden billigen, Die einst dazu Dienen sollten, diese Ach­tung zu fördern und nötigenfalls zu erzwingen.

vorsichtig ausgedrückt die Figur des Gegen­spielers Pahlen am Ende nicht mehr so im Mittelpunkt steht, wie das ursprünglich ganz zweifellos beabsichtigt war.

Jannings beherrscht vermöge seines schauspie­lerischen Formats den Film jederzeit so sehr, daß die Gestalt Pahlens und die in ihm ver­körperte Idee fast überall aus ihrer ursprüng­lich zentralen Stellung im Spiel verdrängt wer­den. (Wobei man zugeben muß, daß für Pahlen wie für die übrigen wichtigen Aufgaben weit über den Durchschnitt befähigte Darsteller ein­gesetzt wurden.)

Wir erinnern uns Jannings nur zweimal in. gleicher schauspielerischer Vollkommenheit erlebt zu haben: imLetzten Befehl" und imWeg alles Fleisches". Sein Zar Paul wirkt wie eine beklemmende Wiedergeburt Iwans des Schreck­lichen, ein aus allen Fugen geratener Mensch, ein Unmensch oder Halbtier; Jannings schafft ein Krankheitsbild des geistesgestörten Monarchen, das erschreckend ist in seiner Realistik ... und erschütternd in den vielen Zügen einer ganz menschlichen, fast kindlichen Hilflosigkeit.

Von den amerikanischen Partnern steht ihm Lewis S t 0 n e, als Graf Pahlen, nicht nur auf Grund seiner Rolle, sondern auch vermöge seiner dar­stellerischen Leistung am nächsten; er betont weniger Den Gewaltmenschen und Den Fanatiker in Pahlen als Den Diplomaten und Den geistigen Urheber Der Staatsaktion.

Florence ViD 0 r, eine elegante unD pikante Erscheinung, wirkt bestechenD in Der Zwischenspiel­figur Der Gräfin Ostermann; ein wenig blaß, wie im Schauspiel, Der Kronprinz (Neil H a m i l - ton); außerDem: Vera Voronina (Lopuchin) und Harry CorDing (Stephan).

Der FUm verDient einen weit besseren Besuch, als er am ersten Abend zu verzeichnen war; übrigens sieht man außerdem noch ein hübsches Beiprogramm. .r.

> 9 *

Mittwoch, 19. März 1950

Professor Marcell Salzer, der populäre Humorist, ist im Alter von 56 Jahren in Berlin gestorben.

Denn das Der L ,.ni8 zwischen Lehrern und Schülern ist ein anderes geworden als cs früher war. Der moderne Pädagoge will dem Schiller nicht als unnahbarer Herr und Gebieter ge­genüberstehen, sondern als Freund und Führer, der sich bemüht, der persönlichen Eigenart seines Zöglings Rechnung zu tragen, ihm dabei per­sönlich nahezukommen und ein Verhältnis gegen­seitigen Vertrauens herzustellen. Darauf soll wie Die ganze neuere Unterrichtsmethode, so auch der persönliche Verkehr des Lehrers mit Dem Schüler eingestellt sein, und darauf auch die Strafmittel, wo sie etwa angewandt werden müssen. Aber welche Früchte erntet der Lehrer? Er muh es immer wieder erleben, daß unreife Knaben ihm mit einer Anmaßung und Respekt- Widrigkeit begegnen, mit der er selbst als Schiller es niemals gewagt hätte, seinem' Lehrer gegen» überzutreten. Wirkt er an einer höheren Schule, so kann et es erleben, daß wie es letzthin wieder an höheren Lehranstalten vorkam Schüler, Die eben Das Zeugnis Der ..Reife" be­kamen, nicht nur einzelne Lehrer, sonDern Das ganze Lehrerkollegium verächtlich machen, kränken unD beschimpfen. UnD Das leisten sich beim Ab­gang von Der Schule junge Menschen, Die selbst einmalFührer" werben wollen!

Wo bleibt Da Die Achtung vor der Schule und den Lehrern? So müssen in den weiten Kreis derer, die, um die Zukunft unseres Volkes be­sorgt, über das Geba ren der Jugend beweg­liche Klagen anstimmen, leider auch viele von denen eintreten, denen Die Erziehung dieser Ju­gend in Der Schule anvertraut ist. Aber wer trägt Die Schuld? Vielleicht Die Schule selbst mit ihrem neuzeitlichen Betrieb, den viele, Die noch in Der Erinnerung an Die strenge Schulzucht vergangener Zeiten leben, für alles verantwort­lich machen wollen? Nun, Der Verfasser dieser Zeilen ist weit davon entfernt, alle Schuld von der Schule abzuwälzen. Er kennt die Vorzüge, aber auch die Nachteile Der neueren Unter­richts- unD ErziehungsmethoDe. Er gibt auch zu, daß es nicht ieDem Lehrer unDjcDer Lehrerin gegeben sein mag, ihre Autorität Schülern und Schülerinnen gegenüber jeDerzeit in gebührender Weise zu wahren. Er will auch gerne Den Vor­wurf zur Notiz nehmen, daß heutzutage Die Schüler viel zu vielhofiert" toürDen, und Daß viel zu viel mit ihnengemacht" werde, was nicht dazu beitrage, den Respekt vor ihren Er­ziehern unD ihr Pflichtgefühl bei Erfüllung der nächstliegenden Aufgaben zu fördern. Er gibt endlich zu, daß Die Autorität der Schule un­bedingt Darunter leiden muß, wenn, wie es in einem kleinen deutschen Lande in letzter Zeit vorkam, Der Direktor einer Schule heute Den Schülern etwas streng verbietet, was ihnen mor­gen Durch Die oberste BehörDe erlaubt wird. Soll also nicht ieDe SchulD Der Schule selbst ohne weiteres abgeleugnet toerDcn, so weist Doch jenes Vorgehen Der bayerischen Regierung an­dererseits auf Einflüsse hin, Die noch viel we­niger geleugnet toerDcn können, auf Einflüsse von außen her, Die, wie es heißt. Dazu Dienen sollen, eine Den Erziehunas-ielen Der Schule noch-

Wiffen Sie schon?

Als Der Policeman George Bein in Evanston vor runD einem Jahr Der Automobilistin Flo­rence Steiger eine Strafe wegen Uebertretung Der Fahrregeln aufDonnerte, sagte sie zu ihm: Ich werde Sie auch reinlegen. Und wenn es mein ganzes Leben kosten feilte I Jetzt wird Die Heirat Der beiDen aus Evanston gemelDct

21m VvrabenD Der großen Feierlichkeiten zu Ehren Des lateinischen Dichters Virgil ist in 2tom ein KolossalgemälDe Virgils entdeckt wor­den. Es befindet sich auf einer Mauer Des Augustus- Forums Virgil trägt übrigens darauf einen Spihbart. Daß es sich wirklich um den Dichter handelt, ergibt sich aus einer großen Unterschrift unter Dem GemälDe.

Die im Jahre 1929 zur Miß Europa gewählte Miß Ungaria hat Die diesjährige Schönheits­königin von Europa Miß Griechenland zu einem Wettstreit herausgefordert, Da sie Dec Meinung ist, daß sie schöner sei als Die dies­jährige Miß von Europa. Achtung! Achtung: Miß Europa kämpft gegen Miß Europa. Kampf­platz Cannes an Der Riviera.

*

Der Zusammenbruch, Der in den letzten Wochen Das Elektrizitätswerk in Peking bedrohte, konnte in letzter Minute abgewendet werden. Man ent­deckte nämlich, daß die Mehrzahl aller Strom- bezieher Durch eine Verbrecherbande mittels Ge­he i m l e i t u n g e n an das Stromnetz angeschlos­sen worden war natürlich ohne zu zahlen. Aus den ungefähr errechneten Verbrauchsziffem konnte sich Der Betrieb glatt sanieren.

*

3n Detroit sollte eine Schadenersatzverhand- lung ftattfinDen, die ein Fräulein G. beantragt hatte. Sie behauptete. Durch einen Unfall so Kteper verletzt xu sein, Daß sie nur noch auf Krücken gehen könne. Bei ihrem Erscheinen int Gerichtssaal teilte Der Vertreter Der Gegenpartei mit, Daß es ihm gelungen sei, eine Filmauf­nahme Der Same herzustellen, auf der sie sich auch ohne Krücken bewege. Sie Klage brach daraufhin ohne weiteres zusammen.