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Festung Matanures, zum Präsidenten Republik gewählt.

wegung gesetzt, um durch sein Geräusch dte Schreie der mißhandelten Opfer zu über­tönen.

Der Gefänanislomrnandanl Oberst Biernackt erklärte Dr Liebermann, daß

da» Schicksal der Gefangenen oom Befehl Marschall Pilsudskis abhänge.

Stn anderer Offizier fügte hinzu .Wenn Marschall befiehlt, die Gefangenen zu töten, würden sie getötet werden, und wenn er fiehlt, sie zu verstümmeln, so würden sie ver­stümmelt werden."

von einem Monat Gefängnis zu 200Mk.Geld- strafe. Er hatte das Kind gesehen und mußte damit rechnen, daß es über die Straße lief. Dann muhte er aber mit Rücksicht hieraus seine Ge­schwindigkeit so verringern, daß er auf der Stelle halten konnte, wenn es nötig war. Das hatte er ober nicht getan; er konnte den Wagen erst 6 Meter stellen. Erheblich strafmi dernd kam Verhalten des Kindes selbst In Betracht.

lang das Präsidentschastsaebäude an­gegriffen hatten. Im Verlaufe des Angriffs sind der Ltriegsmlnister, sowie mehrere militärische Füh- rer getötet worden Das Parlament hat General Manuel O re Ilona, den Kommandanten

De'sammtungsverbot in Magdeburg.

Magdeburg. 17. Dez (WTD.) Dte

morgen geplante Kundgebung der Rational­sozia l i st c n , in der 2R>o3 Hitler spre­chen sollte, sowie die am gleichen Tage geplan­ten Cezenkundgeb ungen des Reichsbanners und der Kommunisten sind vom Polizei­präsidenten verboten worden. Das Verbot erstreckt stch sowohl auf Versammlungen unter fre em Hmmel. wie auch in geschlossenen Räu­men. Darüber hinaus sind zur Sicherung des öffentlichen Friedens alle Umzüge und Ver­sammlungen unter freiem Himmel vom 16. De­zember 1930 bis 5. Ianuar 1931 vom Polizei­präsidenten untersagt worden.

3n der Begründung des Verbotes weist der ?wl zeipräsidenf von Magdeburg, Dr. Bären- p r u n g . aus eine vor einigen Tagen abgehal-

Schöffengericht Gießen.

'Gießen, 17. Dez. Fünf junge Leute sollen in den letzten Jahren in einer ganzen Reih« von Fällen, teilweise allein, teilweise gemein­schaftlich Fahrräder und Zubehörteile von solchen gestohlen bzw. gehehlt hab.m. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend sprach daS Gericht einen Angeklagten mangels Beweises, und einen zweiten wegen Richtverant- wortlichkett (§ 51 StGB.) frei. Die anderen wurden zu Strafen von 10 Tagen btS drei Mo naten Gefängnis t>rrur:ei t. in einigen weiteren Fällen wurden sie mangels ausreichen­den Beweises freigesprochen.

Am 18. August 1930 lief ein siebenjähriges Mädchen schräg über die Ostanlage, um nach dem ins Manöver ausrückenden Bataillon zu sehen. Hierbei wurde es von einem von hinten kom­menden L a st a u t o erfaßt und getötet. Das Gericht verurteilte den Kraftfahrer an Stella

tene Konferenz hin. zu der er die Vertreter der Ratlonal,ozm.iften, des Reichsbanners und der Kommunisten ge.aden Hane. Die Kvmmunisten waren nicht er>chtenen Der Versuch, mit den Rational!vAia.isten und den Reichsbannerverrre- tera Witte» und Wege zu besprechen, auf welche Weile der friedliche Verkauf dieser Der- anstattungen gewähr.eistet werden könne, habe zu keinem Ergeonis geführt. Die Begrün­dung fährt dann wörtlich fort: ..Der behörd­liche Dor chlag, die Veranstaltungen örtlich und zeitlich zu trennen, wurde aogelehnt. Aus der Haltung der Führer war zu entnehmen, daß diele ihre Gefolgschaft nicht fest in der Hand haben, daß sogar mit der Möglich.eil zu rechnen ist. daß sie teilweise nicht einmal den Versuch Au unternehmen beabsichtigten, beruhigend aut chre Leute zu wirken. Rationalfvzialistcn, Mit­glieder des Reichsbanners und der Kommunisten wollten also zu gleicher Zeit aus einem engen Raum demonstrieren, nachdem lange vorher in bit Pres'e und in den Versammlungen zu gegen­seitigen Terrorakten aufgerufen war und die Er­

eignisse der letzten Zeit bewiesen haben, daß Ausschreitungen an der Tagesordnung sind." Italienischer Geschwaderflug

nach Brasilien.

Rom, 17. Dez (XU.) Das auS 12 Bomben- Wasserflugzeugen bestehende italienische- Flugzeuggeschwader ist unter Führung des Generals Balbo um 7.45 Uhr in Orbetello, nördlich von Rom, nach Eartagena in Spanien, dem ersten Ziel auf seinem Ueberfccflug Italien- Brasilien, abgctlogen.

Wie amtlich mitgeteilt wird, ist daS italienische Fluggeschwadcr nach fünfstündigem Flug bei den Balearen in schweren Sturm geraten. Acht Flugzeuae sind prvgrammäßig bet Eartagena eingetrofsen. die übrigen sechs, darunter die bei­den Reserveflugzeuge, haben in der Rio Bay aus der Insel Mallorca gewassert. Sie werden am Donnerstagfrüh den Flug nach Cartagena fort- setzen.

Weiter bestätigt die Interpellation die schon bekanntgewordenen Scheinhinrichtungen.

Die Unterzeichner ber Interpellation fragen schließlich, was der Minister^ s dent zu tun be­absichtige, um die Schuldigen der verdienten Strafe zuzuführen.

Die Interpellatton erregt natürlich unge­heures Aussehen, wirb aber nur in einem Teil ber heutigen Morgenpresse veröffentlicht.

Die nationaldemokratische ,Gazeta War- szawska" bezeichnet den Regierungsb ock als mo­ralisch mitschulbig. weil er in ber gestrigen Dejm- sitzung gegendieDringlichkeit der An­träge gestimmt habe, die eine Aufklärung bet Vorgänge von Brest-Litowsk herbeiführen sollten.

Oer Sejm geht in die Weihnachtsferien.

Warschau, 17. Dez. (WTB.) Der SSj m hat heute nacht seine Beratungen bcenbet. Die nächste Sitzung wird erst in ber er Ren Ja­nuar 1 f t e stattfinden.

Echo im englischen Unterhaus.

L o n bo n, 17. Dez. (WTB.) 2m Unterhaus wurde heute an bie Regierung eine An- frage gerichtet, die eine von 52 englischen Abgeordneten unterzeichnete Petition zugunsten der Freilassung der politischen Gefan­genen in Polen zum Gegenstand hatte. Staatssekretär Henderson erklärte in De- antwortung der Anfrage. .Ich kann mich nicht verpflichten, allgemeine Vorstellungen in diesem Sinne bei der polnischen Regierung zu erheben, denn ich habe keinen hinreichenden Anlaß, mich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen. Zur Frage der ukraini­schen Minderheit führte Henderson noch aus Soviel ich weiß, sind dem Völkerbund Petitionen zugegangen. Sie werden beim Völ­kerbund sorgfältig geprüft werden, ebenso wie die Darlegungen der polnischen Regierung Ich hoffe, daß die Frage bei der kommenden Tagung des Völkerbundsrates behandelt werden wird.

pilsudski in Paris.

Paris 17. Dez. (TU.) Marfchall Pilsubski, ber sich auf Anraten feiner Aerzte für einige Zeit zur Kur nach Madeira begibt, traf am Mittwoch in Paris ein. wo er jedoch in strengstem Inko­gnitonurkurze Zeit zu bleiben gedenkt.

Umsturz in Guatemala.

Reuyork. 17 Dez. (111. Funspruch.) Rach hef­tigen SIrahenkämpfen, bei denen der Krieg-Minister getötet wurde, ist die Re­gierung von Guatemala am Mittwoch ge- stürzt worden. Die neue vorläufige Regierung stehl unter der Führung de» General» 0 r c 11 a n a.

Oie Opfer des Umsturzes.

Neuyork, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der Associated Preß aus Guate­mala, der Hauptstadt der Republik gleichen Na­mens, wurden bei den Straßenkämpfen gegen 60 Personen getötet oder verwundet Die Truppen in den Garnisonen und die 3h)U- behörden im Lande unterstützten die neue Re­gie r u n 0 die offensichtlich dadurch an Stärke ge­wann, daß sie keine Beamten der Regierung Palma entlassen oder verhaftet hat

Zu dem Umsturz in Guatemala berichtet havas noch folgende Einzelheiten Militärische Ele­mente haben im Einvernehmen mit den Liberalen gestern den Präsidenten der Republik Palma abgesegt, nachdem sie eine Stunde

piifublt.s Sümckenshenschasl in Polen.

Furchtbare Grausamkeiten an den politischen Gefangenen.

pilsudski erllärfe: Oberschlesien eine uralte preußische Kolonie.

K a t t o w i tz, 17. Dez. (ERB. Eigene Meldung.) Anläßlich einet Versammlung bet Kattowttzer Ä_o rsanty-Partei in Apr.l b. IS hatte bet frühere Eisenl a mbcamte Fühl erklärt, baß P i l- fubski eS sich nicht havc träumen lassen, bah Ob erschienen jemals zu Polen kommen würbe. Als im Jahre 1919 eine polnisch ober- schlesische Delegation von Dil ubski eine finairz eile Beihilfe für die Bestrebungen zur Loslösung Oberschlesiens erbat, habe Pilsubski erklärt: .Allo euch gelüstet es nach Polen?

Aber Oberfchlesien ist eine uralte preußische Kolonie.

Infolge bielet Mittei.ung war Fühl wegen Ver­breitung fal cher Tatsachen in erster Instanz zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wor­den. In der Berufung-Verhandlung gelang es ihm aber, ben Wahrheitsbeweis für seine Behauptung zu erbringen. Der Scjmabgeordnede Sosinski, wie auch der polnische Musikbireltot Lewandowski erklärten unter ihrem Gib, bah Pilsubski tatsächlich biete Atu­st e r u n g getan habe Das Gericht sprach heute nach kurzer Beratung ben Angeklagten Fühl frei, ba ihm ber Wahrheitsbeweis geglückt sei. In bet Beweisaufnahme kamen einige sehr in­teressante Einzelheiten über den Enrpfang der schlesischen Delegation burch PiIsud - s k i zutage So beklagte sich Mustldircktor Lewan- bowski darüber, bah Pilsubski bie Delegation sehr geringschätzig behandelt habe. Der Marschall habe auf bem Sofa gelegen, als et bie Delegation empfing, unb wähtenb bet Un ter tebung zuweilen Dillarb ge­spielt.

Amtliche Dintersportnachrichten.

Hoherodskops. Witterung beute morgen Rebel, - 4G rab, 10 Zentimeter Schnee, Beschaf­fenheit: verharscht: Sportmöglichkeit für Ski unb Rodeln noch vorhanden - Herchenhainev Höhe: Witterung: Rebel, Temperaturen - 3 Grad, Schnee 5 Zentimeter. Beschaffenheit: ver­harscht; keine Sportmöglichkeit.

Wettervoraussage.

In Begleitung ber Kaltluft, welche an Rückseite ber flachen Störung über bet Ostsee und Polen nach dem Festlande Dorgebrungen ist, kamen im östlichen Deutschland bie Riebettchläge meist in Form von Schnee. Gleichzeitig hat Obe Kalt lüft über dem Festland« zum Ausbau des hohen Druckes geführt, der über Frankreich schon an 780 Millimeter grenzt. Von seinem Einfluß wird zunächst unsere Wetterlage mehr beherrscht unb bie in ihm absinkenden Luftmassen führen zeitweises Aufklaren herbei. Infolgedessen findet stärkere Einstrahlung statt, so bah mit verbreiteten Nachtfrösten zu rechnen ist.

Aussichten für Freitag: Neblig-bewölkt mit Aufklaren, Nachtfrost, trocken.

Schon im Jahre 1826 wurden bie diplomatischen Beziehungen zwischen Den neu entstandenen Län­dern Südamerikas und Hamburg ausgenommen Eingedenk dieser geschichtlichen Traditwn dürfte auch am heutigen Tage dem großen Befreier und Staatsmann eine Stunde weihevollen Gedenken- in vielen Städten Deutschlands und darüber hin­aus in der ganzen Welt gewidmet werden Wenn heute in Berlin, Hamburg. München und Dresden Tausende von Deutschen sich vereinigen, um Den großen Toten zu ehren, so bitte ich Sie, meine Herren Gesandten, die Sie al« berufene Vertreter der südamerlkanischen Länder unter unS weilen, dies al» Zeichen zu nehmen l>er tiefen und aufrichtigen Freundschaft, bie und mit Ihren Ländern, Ihrer Geschichte unb Ihren Ge­schicken verbindet

Rach der Rede Dr. Eurtius entwarf

Gtaaisminister a. O Or Boelih

ein Bild bet Persönlichkeit Simon Bolivars. Der Redner hob hervor, wie Bolivars Persönlichkeit in stärkstem Maße von eurvp.i chen Ideen geformt wurde, namentlich von den Gedanfengingen eure- päiicher Wissenlchackler, und wies in diesem Zu­sammenhänge auf die Begegnung Bo.ivars mit Alexander v. Humboldt in Pari- hin. Staat-- Minister Dr. Boelih gemachte auch d r Schar deut­scher Offiziere und Soldaten, die hinausgezogen seien, um an der Seite DolivarS zu kämpfen.

Zum Schluß seiner Rede gaj Staatsminister <L D. Dr. Boelih die Gründung einer

Volivar-Humbolbl-Slistuag bekannt, deren Aufgabe darin bestehen soll, die kulturellen und sreunds chaf t 1 i ch e n Beziehungen zwilchen Deutschland unb ben bollvarianischen Ländern zu pflegen

Warschau. 17.Dez (WTD.) Wenige Mi­nuten vor Schluß ber heutigen Nachtsitzung beS Sejm wurde von den Abgeordneten der Zentro- linken Partei eine Interpellation eingebracht, in der die furchtbare Behandlung ber im Mili­tärgefängnis von Drest-Litowsl ein­gekerkerten oppositionellen Politi- ker geschildert wirb. Die Interpellation betont, bah die appo'itionellen Führer, bie ohne Ge­richtsbeschluß auf Q3cr ügung des Innenministers General S k l a d k o w s k i verhaftet worben finb. in geschlossenem Wagen in unbekannter Richtung verschleppt wurden. Auf bet Fahrt wurden sie beschimpft unb bedroht. Der sozialistische Führer Dr. Liebermann wurde aus dem Wege nach Brest von ben begleitenden Polizisten

so lange geschlagen, bi» er ba» Bewußtsein verlor.

Etwas später blieb bas Auto in einem Walde stehen, und Liebermann wurde mit Kolbenstößen in den Wald getrieben Im Walde schlug ihn ein Polizeikommissar zweimal ins Gesicht, so daß er zu Boden stürzte Liebermann wurde dann entkleidet und nochmals derart geschlagen, daß er über 20 blutige Wunden daoontrug Gleichzeitig rief man ihm zu:Du hast es gewagt deine Stimme gegen den Herrn Marschall zu erheben!" Im Gefängnis wurden die Gefangenen von wachthabenden Offi­zieren und Gendarmen mit den gemeinsten Schimpf, warten belegt Man hielt sie zu den schwersten Ar­beiten an. Liebermann, Professor Prager und der ehemalige Ministerpräsident Witos muß­ten mit Lappen ober mit einem kurzen kleinen Besen,

alle fast mit bloßen Hauben Aborte reinigen unb Fußböden scheuern

Dr Liebermann erlitt bei biefer Arbeit einen Herzanfall.

Wenn die Abgeordneten die Gefängnisordnung irgendwie verletzten, sperrte man sie in fin­stere Zellen ein. in denen nicht einmal Kübel für die natürlichen Bedürfnisse standen. Das Lager bestand aus einer Bettstelle ohne Stroh- sack mit voneinanderabstehenden Holzleisten. Als Nahrung erhielten die Gefangenen nur etwas Brot und warmes Salzwasser.

Der Abgeordnete P o p i e l wurde eines Nachts aus Deiehl eines Hauptmanns in einen dunklen Raum gesperrt. Als er die Schwelle übertrat, wurde er von zwei Gendarmen auf einen Tisch geworfen. Dann legte man ihm ein nasses Tuch auf den Rücken und versetzte ihm

mit eisernen Stäben 30 hiebe.

Popie 1 verlor dabei die Besinnung.

Nach der Mißhandlung sperrte man Poptel einige Tage in den Keller ein Ebenso wie Po- piel wurden auch noch K o r s a n t y und der Bauernabgeordnete B a g i n s k i verprügelt. An­dere Abgeordnete wurden barbarischinsGe- sicht geschlagen, wie beispielsweise der Ukrainer K o h u t. Während des Prügelns wurde stets der Motor des Wasserwerks inBe-

Meine Damen !

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