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8. Fortsetzung.

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* und hl. N*. L'

Erdmute hatte nur einen -warmen Blick als Antwort

Weiter!

Die dunklen Baumkronen waren jetzt wie mit Blattgold überkrustet. In breitem Band goh die Lonne ihr erstes Licht über den Wald. Der Weg wurde immer rauher. Auf dem blanken Stein klirrten die Zwingen der Stöcke.

Und dann war nach zweistündigem Anstieg ine Waldgrenze erreicht So weit das Auge aus­wärts sehen konnte, breitete sich das Minfeld. Aus den Schornsteinen der Sennhütten kräuselte dünner Rauch senkrecht zum blauen Firmament aus. In einer Senke weideten die Binder. Ihr *>eläut war schon auf eine Viertelstunde zu i hören. Weiter oben, auf den Klippen und Zacken, ! breitete sich das Paradies der Ziegen, die dort von den dürftigen Kräutern naschten, zu denen sie nur in halsbrecherischen Sprüngen gelangen 'konnten.

»Da ist die Falknerhütte I" Tutenberg wies mit gestreckter Hand zur Höbe.

Aach zehn Minuten hatten sie die Alm-Wirt­schaft erreicht. Ä,

Zuerst einen Enzian!" entschied der Schrift­steller.

;Und dann Milch", bestellte die Malerin.

Aach den Strapazen der beschwerlichen Wan­derung mundete das einfache Frühstück besser als ein Galadiner im vornehmsten Hotel.

Man wird uns nicht wiedererkennen, wenn vir nach Hause kommen", lachte Erdmute nach einem Blick auf ihren Begleiter.

Der nickte bestätigend.

Die Höhensonne hat uns geröstet. Ich fühlte mich noch nie so gesund und widerstandsfähig wie in diesen Tagen."

Kunststück, wenn ich dabei bin." neckte die Malerin,

Er haschte nach ihrer Hand, die sie ihm willig überliest

Mute, liebe, kleine Mute..."

Sie erschrak über die Färbung seiner Worte und entzog ihm ihre Hand. Aoch ein trunkener Blick von der primitiven Holzterrasse über das Sol, über das Firn- und Felsenhaupt des Ander- kogels zur Linken und das gewaltige Massiv der : Schwarzen Schneide sowie des Grieskosels ien» 1 feit« de« Tales - dann erhob sich Erdmute.

?Aun wird es aber Zeit zur Arbeit."

>n.

1*1 ' den Arg

Ich gehe hinauf zum Falkner. Was wün­schen Sie. Mute?"

Bitte, Heinz, Limonade, und recht kühl.

Gehorsam wie ein Page stieg er über die Matte hinauf zur Falknerhütte. Und als Ge­schenk nahm er einen warmen Blick aus Mute« Blau-Augen mit auf den Weg.

Drüben aber, im Schatten des Waldrandes, lag der auf der Lauer, von dem die Aede war: Ludwig Schwaihofer. Iedes Wort hatte er ge­hört. Das Lob Erdmutes und die Aeferenz Gutenbergs. Für einen Moment schwankte er in seinen Entschlüssen. Sollte er letzt, wo der andere fort war. hinüber springen zu dem hübschen Kind?

Aber gleich besann er sich anders. Erst die Pflicht, bann daS Vergnügen. Morgen begann die Iagd auf den roten Bock. Da galt es, Vor­bereitungen mit dem Iäger zu treffen. Er hatte fich ohnedies schon verspätet. Tiefer in den Wald zurückweichend, eilte Schwaihofer hinüber zur Iagdhütte. v .

Aber auf dem ganzen Weg dahin kam ihm die Malerin nicht aus dem Sinn. Auch er hatte gestern abend beim Postwirt sowohl, als auch in der Leutstube des Gasthofes Erkundigung über Erdmute Hänfen und ihren täglichen Be­gleiter eingezogen.

Sie ist die Tochter des Dresdener Motoren­fabrikanten Peter Hansen", hatte Aiml gesagt.

Und Heinrich Gstrein, bei dem Gutenberg im Quartier war, hatte sich gegen eine HalbeVo­ten" nicht lange nötigen lassen, zu offenbaren: Schriftsetzer oder Schriftsteller hat er auf den Meldezettel geschrieben. Das ist einer, der für die Zeitungen schreibt. Aber ich meine, es ist beiläufig dasselbe, ob er die Schrift stellt oder

Das war für Schwaihofer Aebensache. Ihn interessierte nur: Gutenberg war verheiratet und das Fräulein Hansen ledig!

Der Weg zu dem lieben Kind ist frei!" dachte er mit Genugtuung. Und wenn sie zehnmal die Tochter des Konkurrenten war deswegen blieb sic doch ein allerliebstes Schlanker!!

An Fusionen dachte er nicht, weil für den windbeuteligen Ludwig Schwaihofer Liebe keines­wegs einen Beigeschmack von Heirat hatte.

Von morgen an geht es auf zwiefache Pirsch: Früh auf den Hirsch, abend« auf da« Mädel", lachte er leise für sich hin.

Und da schimmerte auch schon der kleine Vlock- hausbau der Schwaihoferschen Iagdhütte durch die Stämme. Aus der Bank neben der Tür' sah Sepp ©meiner, der Jäger in Schwaihofer- schen Diensten. Er war ein lang aufgeschossener Bursch von vielleicht fünfundzwanzig Jahren. Sein Gesicht zeigte Blatternarben. Der lange Schnurrbart, der ihm schwarz und ungepflegt auf der Oberlippe wuchs, machte ihn auch nicht

Auch Gutenberg rekelte sich auf.

Sie sind immerfort fleißig, während ich die Zeit verbummle."

Dieser Unterschied liegt in der Verschieden­artigkeit unserer Künste begründet", sagte Mute tröstendIch muh Formen und Farben nach dem Original., nach den ersten frischen Eindrücken gestalten Sie hingegen können erst schaffen, wenn Sie die nötige Distanz zu den Ereignissen ge­wonnen haben."

Unterhalb vom Falkner stellten sie die Feld­staffelei auf. Die Arbeit ging Mute heute flinker denn je aus den Händen. Die Oelfkizze erstand in saftigen Farben für den Vordergrund, und ganz zart, in feinen Konturen schimmerte der Röder» kvge! über der zackigen Linie des gemalten Waldes

Wenn das der Schwaihofer sieht, wird er es kaufen für seine Jagdhütte, die gar nicht so fern von hier liegen muh."

Während Gutenberg diese Worte sprach, sah er mit einem geheimen Lauern auf das Mädchen.

Erdmute fühlte seinen brennenden Blick, ohne aufzufchauen. Ein kleiner Teufel reute sie, ihren Begleiter ein wenig in Hämisch, zu bringen.

O, der Ludwig Schwaihofer das ist ein hübscher Kerl! Ich will ihn bitten, mir zu fitzen. Ich muh feinen dunklen Charakterkopf auf die Leinwand bekommen."

Gutenberg fah auf einem Stein und besah seine Hände. An der Rechten blitzte der schmale Goldreif in der Sonne. Mit diesem Ring war er an Gertrud gebunden...

Ja, der Münchner ist ein Adonis pflich­tete Gutenberg nach einer Weile kleinlaut bei.

Ob er auch reich ist? Er hat gesagt, dah ihm die Jagd auf dieser Talseite gehört... stichelte die Malerin weiter. Und dabei schwammen ihre Augen in einem merkwürdigen Glanz Vielleicht war es ihr doch Ernst mit diesem Lob auf die Mannesschönheit des neuen Bekannten

Gutenberg stand auf und verschränkte die Hände auf dem Rücken, als er sagte.Ich habe gestern abend vorsichtig bei Riml geforscht Schwaihofer ist der Sohn des Generaldirektors der MMW. Das besagt genug/4

Der Münchener Motoren-Werke?" Es war ein leichtes Tremolo in de« Mädchen« Organ, das Gutenberg stutzig machte.

So ist es . pflichtete er bei. Und plötzlich die Zusammenhänge merkend, fügte er laut hin­zuMute - die Verbindung ist glänzend! Ich sehe Visionen am wirtschaftlichen Himmel..."

Jetzt wurde sie ärgerlich.

Quatsch'" .

Sie trat einige Schritte zurück, um die Wir­kung des Bildes zu prüfen. Und dann, sich nach Gutenberg umwendend:Tinen Höllendurst hab ich schon wieder."

Er nickte ihr zu. _________

ihn nm 19.10 30 Engclovoihrke. er. lD

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taubiich. IOj ehre unb 8m iflt; 20: $on samt mit Pre» Predigt.

mit Segen.

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schöner, aber bestimmt um zehn Iahre älter.

Als der Jagdherr auf die Hütte zutrat, erhob sich der Jäger und nahm den verwitterten Hut ab.

Grüh Gott. Herr Schwaihofer!"

Grüh Gott, Sepp!"

Sie traten in die Hütte und besprachen dort lange und eingehend das Programm für bie nächsten Tage. . , ,

Drüben im Zwieselsteiner Revier spurt sich einer, wie ich ihn hier meiner Lebtag noch net geschaut hab. Stangen wie meine Arme! Und sechzehn Enden!"

Schwaihofer« Augen funkelten in der Vor­freude auf diesen Kapitalhirsch.

Dem flick ich eins auf6 Blatt I" getobte er. Und jetzt war das malendeSchlankerl" drüben bei der Falknerhütte wirklich vergessen. Die Iagd hatte den Schwaihofer nun ganz und gar. Da war kein Platz für Weibergefchichten in fei­nem Hirn. Es wäre anders auch gar nicht gut möglich gewesen; denn einen verliebten Jäger sieht das Wild gern.

Aber am Abend war er dafür um so tüchtiger. 3m Gasthof spielte ein Sommergast ein paar Märsche und Walzer auf dem Klavier Da griffen flinke Hände zu, räumten Tische und Stuhle au« der Mitte des Speisesaals, und schon drehte fich jung und alt im Tanze. Schwaihofer. der erst fpät von den Bergen gekommen war und noch beim Mahle fast, als die Musiker be­gannen, liest seinen Braten stehen und schätz wie ein flöhender Adler auf die seitlich vom Fenster sitzende Malerin zu.

Von dieser Minute an gab er sie nicht mehr frei. Während des ganzen Abends kam Guten­berg kaum zweimal dazu, mit Erdmute zu tan­zen. Er sah beim Biere und muhte zusehen, wie der Münchner das Dresdener Mädel um­garnte.

Die ist ihm sicher, auch wenn er sich nut halb anstrengt!" dachte er in unangebrachtet Resignation.Was konnte ihm Erdmute sein? Aie mehr als Freundin. Und dabei stellte eil fich gleich selbst zur Rede. Du dummer Kerl, hast daheim das hübscheste Weib, die beste Ka­meradin. die sich in jeder Hinsicht für deine Aufwärtsentwicklung einsetzt, und Du bist im­stande, sie zu vergessen schäm dich. Heinz Gutenberg!"

Jawohl, er erteilte sich einen Ordnungsruf! Und damit wurde für ihn auch die Situation erträglicher. Mochte Schwaihofer bis morgen früh mit Mute tanzen was ging ihn das an? Die beiden hübschen Menschen pahten zu­einander und hatten das freie DerfügungsrechL über fich. In dieser Stunde brachte es Guten­berg sogar fertig, dem anderen da« liebe Mädel zu gönnen. /

(Fortsetzung folgt)_______________

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Roman von Hans Friedrich.

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