zehn Fragen, die von russischer Seite, und un- gctahr e^ensoviele Fragen, die von deutscher Seit« aufgeworfen worden sind.
Die erste ^oungzahlung überwiesen.
Berlin, 17. Juni. END. (Eigene Meldung.) Die Reichsregierung hat, laut .Lokal-Anzeiger", gestern durch die Reichsbank der DIZ. in Basel die erste Rate nach dem Voungplan in Höhe von etwa 138 Millionen Mark überwiesen.
Die ArbeitSlosenfrage in England
Vorschläge Lloyd Georges.
London, 17. Juni. (WTB.-Funkspruch.) „Dailo Herold" veröffentlicht eine Unterredung mit Lloyd George. worin der liberale Führer der Regie« rung ein liberal.sozialistisches Bund« niszur Lösung der Arbeitslosenfraae oorschläat. Lloyd George erklärte u.a.: Da ich die Ansichten der liberalen Parlamentsmitglieder kenne, bin ich in der Lage, der Arbelterregierung unsere-, restlose Unterstützung anzubieten, um eine gesunde, zuverlässig« Mehrheit zu sichern, die die für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit notwendigen Notstandsmaßnahmen trifft. Es bedarf einer Notstandsscssion des Parlaments mit einer Rotftondsgefchastsordnung. Die Liberalen find bereit, als Gleichberechtigte an allen Untersuchungen, Erörterungen und Beschlüssen teihunehrnen. Auf die Frage, ob er Bedingungen für die liberale Hilfe stelle, erwiderte er: Solange die Arbeitslosigkeit so ernst und gefährlich ist, würde ist nicht im Traum daran denken, Bedingungen zu stellen. Ich muß allerdings hinzufügen, daß wir uns darauf verlassen, daß die Arbeiterpartei genügend Gerechtigkeitssinn haben wird, um den Beschwerden der liberalen Wähler abzuhelfen, die bei dem jetzigen Wahlrecht ihrer Stimmen nahezu beraubt find. Auf die Frage, welche Rolle er selbst zu spielen gedenke, erwiderte Lloyd George, er sei ein alter Mann und wünsche keine Stellung. Er sei der Arntsstellung und ihrer Sorge müde, aber er wünsche zu helfen.
Sozialistisches Mißtrauen gegen Lloyd Georges Neuorientierung.
London, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) In einem Leitartikel sagt ..Daily HeraHd", wenn Lloyd George an eine Koalition zwischen Sozialisten und Liberalen denke, dann müsse unverzüglich gesagt werden, daß davon keine Rede sein könne. Die Arbeiterpartei könne nicht umhin, Lloyd Georges Neuorientierung mit einem gewissen M i h- trauen zu beobachten. Indessen erforderten seine Ansichten mit Rücksicht auf die nationale Notlage ernste Beachtung. Wenn er praktische Vorschläge zu machen habe, würden sie zweifellos von der Regierung mit größtem Interesse und größter ^Parteilichkeit geprüft werden. Doch frage es sich, ob Lloyd George irgendwelche praktische Pläne vorbringen könne, die nicht bereits von der Regierung ausgearbeitet würden.
Aus aller Welt.
Tas Junker-Riesenflugzeug G 38 in Paris.
Dessau. 16. Juni. (WTB.) DaS Junkers- Riesenflugzeug O 3 8 ist heute früh um 5.43 Hbr zu einem Nonstop-Flug nach Paris gestartet. Die Führung haben die Kapitäne Zimmermann und Gathe. Wegen schlechter Wetternachrichten aus Frankreich erfolgte um 10.40.U(yr eine Zwischenlandung auf dem Kölner Flughafen, ilm 1 Ufjt mittags startete der Apparat jum Weiterflug nach Paris und landete nachmittags 6.40 älhr auf dem Flugplatz Le Dourget., Der Flug erfolgte auf Einladung des französischen Luftfahrtministers. An Bord befanden sich 18 Personen, darunter drei französische Fluggäste. Das Flugzeug wird voraussichtlich mehrere Tage in Paris bleiben. Bei der Landung wurde die G 38 von einem Vertreter der deutschen Botschaft und von Mitgliedern des französischen Luftfahrtministeriums empfangen. Anwesend waren außerdem Vertreter fast sämtlicher französischen Luftfahrtgesellschaften, sowie der englische Luftattache. Das Flugzeug ist in der Halle der Lufthansa untergebrackt und wird am DienStagnachmittag einige Prooeflüae unternehmen. Auch der französische Luftfahrtminister Laurent-Ehnac wird die Maschine besichtigen.
Transozeanprojelle der Zeppelin Company.
N e u y o r k, 16. Juni. Der Vizepräsident der Goodyear Zeppelin Company Fred Harp - h a m. der vorige Woche im „Graf Zcppelln“ von Amerika nach Europa geflogen ist, sagte heute abend in einem Interview mit der Preß-Associa- tion: Die Pacific Zeppelin Company plant einen Dien st über den Stillen Ozean nach dem Fernen Osten, während die International Zeppelin Transport Company einen Dienst zwischen den Vereinigten Staaten und Europa einrichten wird. Man werde drei bis vier Jahre gebrauchen, bis diese Dienste in Betrieb sind. Meine Gesellschaft baut gegenwärtig, so erwähnte er weiter, zwei Luftschiffe für die amerikanische Kriegsmarine, die die größten der Welt sein, werden, größer als der ..Graf Zeppelin" und die britischen Luftschiffe „R100“ und „R 101“. Das erste wird in einem Jahr fertig fein.
„Graf Zeppelln- auf einer Schweizer Fahrt.
Friedrichshafen, 17. Juni. (WTB. Funk- spruch.) Das Luftschiff .Graf Zeppelin" ist heute vormittag 8,05 Uhr bei schönem Wetter unter der Führung von Kapitän Flemming zu einer Schweizer-Fahrt aufgeftiegen. An Bord befinden sich 39 Passagiere. Die Rückkehr des Luftschiffes wird gegen 4 Uhr erwartet.
Pfingsttagung der Privathandelsschulen.
Der 28. Derbandstag des Verbandes Deutscher Privathandelsschulen e.V. fand dieser Tage aus Anlaß der HygreneauSstellung in Dresden statt. In der gut besuchten öffentlichen Versammlung bezeichneten die Vertreter des sächsischen Volks- bildungsministeriums, des Wirtschaftsministeriums, der Stadt Dresden, der Dresdner Industrie- und Handelskammer und des Deutschen Verbandes für das kaufmännische Bildungswesen es als wünschenswert, daß Staat und Gemeinde das Privatschulwesen als notwendige Ergänzung des öffentlichen Schulwesens unter
stützen und fördern. Prof. Dr. Penndorf. Leipzig, sprach über „Rationalisierung der Buchhaltung". Syndikus Dr. T e n h o s. Berlin, führte in seinem Vortrag „Privatschule im 20. Jahrhundert" auS, daß die deutsche Privatschule wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft die große Ausgabe zu erfüllen habe, stets für die Lebensnahheit des DildungSwescns zu sorgen. Die übrigen mehrtägigen Verhandlungen waren neben der Durchsprache standeSpolitischer Interessen den verschiedensten pädagogischen Gebieten gewidmet, so besonders der Frage der Durchführung des Arbeitskontors, der Einführung der Durchschreibebuchführung und der Auswirkungen der Sütterlinschrist auf den Kurzschriftunterricht.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 17. Juni 1930.
Die Enischäd gung der Beisitzer in Mieterschuhsachen.
Der bessifche FuftiAminifter hat Im Einvernehmen mit be* Minister für Arbeit und Wirtschaft an- geordnet, daß die Beisitzer des Mietsgerichts und ihre Stellvertreter, die nach § 7 des Mieterschutz- gcsetzes für ihre Tätigkeit eine Bergütung erhalten, und zwar in Heffen nach den für Schöffen jeweils geltenden Bestimmungen, auch hinsichtlich der etwa neben den zuständigen Tagegeldern und Reisekosten zu gewährenden weiteren Bergütung den Schössen gleichzuhalten sind. Die Beisitzer der Mietgcrichte haben daher regelmäßig nur dann eine solche weitere Bergütung au beanspruchen, wenn s i e einen Berdien ft ausfall z u oerAeich - nen haben. Lohn- und Gcschäftscmpfangern steht also neben den beim Borliegen der maßgebenden Voraussetzungen zu bewilligenden Tage- gelbem Und Reisekosten keine weitere Vergütung zu, wenn sie gleichzeitig für bie Zeit ihrer Tätig- leit als Beisitzer bes Mietgerichts auch ihre vertragsmäßige Bezahlung von ihrem Arbeitgeber erhalten.
Bei der Entfcheibung ber Frage, ob ein Der- bienftausfall infolge bei Tätigkeit am Mietgericht flattgefunben hat, sowie vei ber Festsetzung ber Entschädigung soll nicht kleinlich verfahren werben. Wenn also bie Lebensstellung bes Beisitzers und seine regelmäßige Erwerbstätigkeit die Vermutung rechtfertigen, daß er überhaupt eine Arbeitszeit versäumt hat, die ihm einen wirtschaftlichen Nutzen gebracht hätte, so soll in der Regel davon abgesehen werden, den Nachweis eines wirklich eingetretenen Derdienftausfalls zu fordern. Deshalb werden selbständige Gewerbetreibende, An- iiehörige freier Berufe und auch Hausrauen, die ohne Angestellte ihren Haushalt eldst führen, regelmäßig eine Entschädigung beanspruchen können.
Die Höhe dieser Entschädigung ist innerhalb des verordnungsmähig sestgelegten Rahmens unter Berücksichtigung der regelmäßigen Erwerbstätlgkeit nach billigem Ermeßen für jeden Einzelfall besonders festzusetzen.
Daten )»r Mittwoch, 18. Juni.
Sonnenaufgang 3.43 Uhr. Sonnenuntergang 20.19 Uhr; Monbausgang 0.10 Uhr, Monbunter- gang 10.46 Uhr.
1757: Schlacht bei Kolin: 1815: Schlacht bei Delle-Alliance: 1845: der Entdecker des Malaria-Erregers, Charles Alphonse Laveran, in Paris geboren: 1895: Eröffnung des Kaiser- Wilhelm-Kanals.
Gießener Wochcnmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150, Matte 30 bis 35, Wirsing 15 bis 20, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15, grüne Bohnen 40 bis 50, Spargel 40 bis 65, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 10, Tomaten 40 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 4.5 bis 5. neue Kartoffeln 10 bis 12. Dörrobst 30 bis 35. Kirschen 35 bis 50, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 40 bis 60, Aprikosen 70 bis 80, Nüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig: Tauben 70 bis 80, Gier 10 bis 11, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salat- gurken 25 bis 60, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: gelbe Rüben 10 bis 20, Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. der Zentner.
Bornotizcn.
— lagestafenber fürDienstag. Stadt- theater: „Der Geisterzug", 20 bis 22 Uhr. — Ka- tholischer Deutscher Frauenbund: Dortrag über den Wert des Obstes usw., 20 Uhr, im Katholischen 33er- einshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ca- glioftro* und „Raketen-Omnibus".
— Stadt theater Gießen. Man schreibt uns: Heute abend bringt das Stadtheater als zweite Vorstellung im Sommerabonnement das amerikanische Detektivstück „Der Eeisterzug" von Arnold Ridley. Der spannende Inhalt des geschickt gemachten Werkes läßt den Zuschauer bis zuletzt nicht mehr aus seinem Bann. Das Stück enthält keinen toten Punkt, keinen Moment wo Leere gähnt. Unter der Spielleitung Peter 5 affet t 6 wird mit den modernsten technischen Dühnenmitteln gearbeitet, die dem Geschehen des Stückes eine fast filmische Wiedergabe sichern. Die Vorstellung beginnt heute abend um 20 Uhr.
LU. Von der Landes-Universität. Dr. med. Oskar Eichler, der sich für das Fach der Pharmakologie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird Donnerstag. 19. Juni, 17 Uhr, in der kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema .Rauschmittel“.
•• Aus dem Gießener Standesamtsregister. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Juni in Gießen. 4. Wilhelm Moser, Gärtnereibesitzer. 53 Jahre. Wiefecker Weg 10. Heinrich Schmidt. Postasfistent. 59 Jahre. Buch- nerstrahe 1; 6. Klara Steinenböhmer. geb. Uhlmann, Witwe. 44 Jahre, Kaplaneigafse 5; 11. Heinrich Weber. Arbeiter. 65 Jahre, An der Kläranlage 6, Emma Haggenmüller, geb. Zimmer, 65 Jahre, Landgrasenstrahe 5; 12.
Lina Deck, geb. König, 50 Jahre, ©rünberger Straße 2.
•• Schülerzeichenwettbewerb. Der von der Hessischen Wanderausstellung Gesundheitspflege und soziale Fürsorge ht Verbindung mit dem Hessischen Ministerium für Kultus und Bildungswesen ausgeschriebene Zeichenwettbewerb für die hessische Schuljugend, zur Erlangung eines Entwurfes für ein Schülerdiplom, har überall großen Widerhall gefunden. Die Zahl
der eingesandten Entwürfe beträgt über ,600. Dem Preiskollegium fällt eine schwere Arbeit zu, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Arbeiten werden fpätet in Darmstadt, dann In anderen hessischen Städten zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Die Schulleitungen und Schüler erhalten eine schriftliche Mitteilung über den Ausgang des Wettbewerbs.
" Ern Trumpf-Flieger weilt seit gestern in Gießen und hot bereits mehrere Flüge über der Stadt auSgeführt. Die Veranstaltung, die heute und an den nächsten Tagen wiederholt wird, trägt einen interessanten sportlichen Charakter und sei der Ausmerllamkeit der Bevölkerung empfohlen. Insbesondere sei daraus hingewiesen, daß daS Flugzeug an einigen Tagen bei ein- brcchender Dunkelheit beleuchtet wird, sowie daß günstige Autobusverbindungen zu dieser Veranstaltung von der Stadt auS nach dem Flugplatz vorgesehen sind. Interessenten können Näheres auS der heutigen Anzeige ersehen.
*• Eine alte Gießener Handwerkerfamilie. In diesem Jahre sind 280 Jahre vergangen, seit der Gründer des Hauses Petri sich in Gießen niederließ und hier das Maler- und Weißbinderhandwerk ausübte, welches sich bann in der Folgezeit jeweils vorn Vater auf den Sohn vererbte. Ein Alexander Peter Petri oder dessen Sohn Anton Petri verfertigte im Jahre 1785 eine Weihnachtskrippe, in der Familie kurzwea Paradies genannt, da sie die ersten biblischen Gcfchichtshandlun- gen versinnbildlicht: sein Enkel Louis Petri III. übereignete sie später dem Museum, wo sie noch heute von den Besuchern viel bewundert wird. Das älteste noch vorhandene Geschäftsbuch stammt aus dem Jahre 1780 und zeigt neben vielen Merkwürdigkeiten auch, daß 1814 in Gießen preußische Artillerie gelegen haben muß, denn es sind darin Eintragungen vorhanden über Anstreicherarbeiten ber Kanonen unb Protzen mit bem Vermerk, baß bie Einwohnerschaft jetzt königlich preußisch sei. Der Vater bes gegenwärtigen Geschäftsinhabers, Louis Petri 111., übernahm von feinem Vater Louis Petri I. im Jahre 1873 bas Geschäft, nachbem er vorher bie übliche Wanberschaft zurückgelegt unb u. a. bas Ausmalen ber Burg Hohenzollern besorgt hatte, weiter auch in Basel, Zürich unb Bern gewesen war. Er nahm an ben siegreichen Schlachten in Frankreich teil. Bis zu seinem Tobe hat er 43 Fahre lang bas Malerhpnbwerk weiter betrieben.
" Arbeitsgemeinschaft Gießener Männergcfangvereinc. Anläßlich bes am 29. Juni ftattfinbenben Deutschen Liedertages veranstaltet bie vereinigte Gießener Sängerschar am gleichen Tage vormittags 11 Uhr auf dem Land- fras-Philipps-Platz eine gemeinsame Kunbgebung ür bas beutsche Lieb.
** Wiedersehenstag ber Lanbwehr- 116er. Am Sonntag, 13. Füll 1930, findet im Saalbau Cafs Leib zu Gießen ein Wiedersehenstag ber Kameraben vom Landwehr-Inf.-Regt. 116 statt.
** Sau tag bes Reichsbunbes ber Kriegsbeschädigten. Am 28. und 29. Funi findet ber Gautag bes Reichsbunbes ber Kriegsbe- schädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, (Bau Hessen, in Gießen statt. Am 28. Funi ist ein Begrüßungsabend durch bie Ortsgruppe Gießen im Cafs Leib vorgesehen. Auf ber Tagesordnung stehen u. a. bie Geschäftsberichte bes Gauleiters, bes (Baufaffierers unb der Gaureviforen, eine Beratung ber Satzung unb bie Wahl bes Gauoorftanbes.
*• Mittelrheinischer Verband evangelischer Arbeitervereine. Der Mittelrheinische Verband evangelischer Arbeitervereine wird am 13. und 14. September 1930 in Darmstadt seinen 40. Derbandstag abhalten. Mit dem Derbandstag wird zugleich die Feier des 40jährigen Jubiläums deS evangelischen Arbeitervereins Darmstadt verbunden werden.
'* Esn weiteres Opfer der Lahn. Gestern nachmittag gegen 16 Llhr ist der Monteur Hans Luch beim Baden in der Lahn (am Lounsbacher Dadeplah) ertrunken. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Der seit Sonntag vermißte Schneider Ludwig Hölscher, über dessen Verschwinden gestern berichtet wurde, konnte noch nicht gefunden werden.
** Einbruch. In bem Vereinshaus bes Vereins für Bewegungsspiele auf bem VsB.^Platz würbe in ber Nacht zum Montag ein Einbruch verübt. Der Täter ließ eine Anzahl Rauchwaren unb etwas Bargeld aus dem Bestände des Hauses mit sich gehen. Bis jetzt hat man von bem Einbrecher keine Spur.
' Im Lichtspielhaus läuft zur Zeit ein geschickt zusammengestelltes, neues Programm, das durchaus geeignet ist, auf die durch den Tonfilm in den Hintergrund gedrängten, qualitätvollen Leistungen der stummen Produktion neuerdings nachdrücklich hinzuweisen. Im Mittelpunkt des QlbenM steht der große historische Spielfilm „C a a l i o st r o". Ein sehr dankbarer Stoff, selbständig gestaltet, von Richard Oswald mit Geschmack, Phantasie und großzügigen Mitteln in Szene gesetzt. Ein Werk voller Spannung, Tempo und Farbe, mit einer abenteuerlichen, bewegten Handlung, in der die berühmte und berüchtigte Halsbandgeschichte bet Marie Antoinette einen breiten Raum einnimmt. Es wird vortrefflich gespielt. Hans S t ü w e gibt einen sehr sympathischen (obwohl sicher vom historischen Modell abweichenden) Cagllostro: neben ihm vor allem: Renee Heribel (Lorenza): Alfred Abel (Rohan), Nina de Li- guoro (Laura), Ila Meery (Ieanne de la Motte). — Vorher gibt es ein lustiges Abenteuer der ungleichen Drüder P a t und Pata - chon zu sehen, das den Leuten viel Vergnügen bereitet. Das gegenwärtig lausende Programm verdient jedenfalls einen besseren Besuch, als er gestern zu verzeichnen war. Es scheint an der Zeit, darauf hinzuweisen, daß es auch noch stumme Filme gibt, die man gesehen haben sollte.
•• Dootstaufe beim Ruderklub .Hassia". Arn Sonntagnachmittag sanden sich die Mitglieder des Ruderllubs .Hassia“, eine Anzahl Ehrengäste sowie zahlreiche Freunde des Rudersports zusammen, um an der Taufe von drei neuen Booten der .Halsia" teilzunehmen. Der Vorsitzende des Vereins, S ch ü ß l e r, begrüßte die Erschienenen und wies auf die Dedeu- tung des Rudersports für die Volksgesundheit hin. Er gedachte der zahlreichen Förderer der Bestrebungen des Vereins, wodurch es ermöglicht Wörden sei, trotz der Schwere der Zeit weitere größere Anschaffungen an Ruderbooten zu machen. Desonders erfreulich sei die Tatsache, daß der Ruderklub ,Hassia" nun auch über ein eigenes Motorboot verfüge, das allen neuzeitlichen Anforderungen entspreche. Sodann sand die Taufe der neuerworbenen Doote statt. Das Motorboot, das von der Firma H. Kraus, Mainz, geliefert ist, wurde von dem Vorsitzenden auf den Namen .Hessen“ getauft, während die Taufe der beiden übrigen Doote (Einer und Schulzweier), geliefert von der Westdeutschen
Boot- und Kanuwerst ln Limburg, von dem Schriftführer des Süddeutschen RudcrverbandeS, Henkel. Gießen, vorgenommcn wurde. Der Schulzweier erhielt den tarnen .Woog', der Einer den Namen .Felsen". Anschließend an die DootStaufe sand zunächst eine Rundfahrt der Ehrengäste und Pressevertreter statt, an die sich eine Auffahrt der gesamten Bootsflottille deS Vereins (mit insgesamt 54 Ruderern) anschloß, die ein prächtiges Bild bot. Leider wurde die Durchführung der sportlichen Darbietung durch die zahlreichen Privatboote und Schwimmer ungünstig beeinflußt. Es wurde daher im Interesse der Llnfallverhütung der berechtigte Wunsch laut, diese Strecke den Rudervcreincn zur ungehinderten Erfüllung ihrer Aufgaben zu überlassen. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein Mnter- haltungSkonzert.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
• Hungen, 16. Juni. Der heutige Schweine markt in unserer Stadt hatte nur mäßigen Austrieb zu verzeichnen. Insgesamt standen 241 Ferkel zum Berkaus. Der Verlaus des Handels war schwach, so daß am Marktschluß ileberftanb vorhanden war. Es kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen alt 33 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 34 bis 45 Mk., 8 bis 10 Wochen alte 46 bis 52 Mk. pro Stück, je nach Qualität
ÄrciS Friedberg.
2$. Bad-Nauheim, 16. Juni. In dem Kinderheim.Sonnen blick" in der Burg- allee entstand gestern in den Vormittagsstunden im Dach stock ein größeres Feuer, da- in dem dort aufgespeicherten Altmaterial reiche Nahrung fand. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und konnte verhindern, daß der Brand größere Ausdehnung annahm. Immerhin ist das Dachgeschoß des großen Gebäudes vollständig vernichtet worden. Die im Heim beflnblidxn Kinder wurden in einem anderen Kinderkurheim untergebracht. Die Drandursache ist noch nicht ermittelt.
Preußen.
Auto vom 3uci überrannt.
ss Marburg, 16. Juni. Gestern in den späten Abendstunden wurde am Bahnübergang südlich der Stadt bei Gisselberg ein mit vier Personen besetztes Auto vom Zuge angerannt und eine Strecke mitgeschleift. Sämtliche Insassen trugen Verletzungen davon. Das Auto wurde zertrümmert.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M., 16. Juni. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei veranstaltete heute abend auf dem Börsenplatz eine reibungslos verlaufene Demonstration gegen das Uniformverbot. Einige Redner ergriffen das Wort zu energischen Protesten gegen dieses Verbot, worauf die versammelten „ Wei sitz emden" (die Nationalsozialisten tragen als Ersah für die verbotene Uniform jetzt weiße Hemden) ein Trutzlied a^ftimmten. Darauf ging die Versammlung auseinander.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die Wetterlage steht weiter im Zeichen de- skandinavischen Hochs, das feine Lage wenig verändert hat, wohl aber beginnt, sich abzuschwächen. Deutschland, das im Bereich des südlichen Hochdruckteiles liegt, wird noch von kontinentaler Luft beeinflußt. Außer weiter ansteigenden Temperaturen und zeitweise etwas Bewölkung halt das seitherige Wetter an.
Wettervorhersage für Mittwoch: Zeitweise bewölkt, sonst aufkommende weitere Erwärmung, trocken.
Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 25.3 Grad Celsius, abends 19 Grad: am 17. Juni: morgen- 19 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum 13 Grad.
Reisewetterdienst.
Baden-Baden. 20 Grad, Ostwind, heiter.
Garmisch-Partenkirchen. 15 Grad, Nordwestwind, heiter.
Westerland auf Sylt: Südostwind, heiteres Wetter.
Schöne weiße Zahne. „Auch ich möchte nicht verfehlen. Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die „Chlorodont-Zahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche „Chlorodont^ schon leit Jahren und ich werde ob meiner schönen weißcn Zähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer „Chlorodont-Zahnpaste" erreicht habe." C. Reichest, Schwerz, Amt Niemburg, Saalkreis. — Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 Mk., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mk. bei höchster Qualität. Zn allen Chlorodonl- Veriaufsstellen zu haben.


