Ausgabe 
16.5.1930
 
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! im jetzigen Park des Rittergutsbesitzers Opper­mann stehen, wurde im Fahre 1633, wie das Salbuch berichtet, gründlich erneuert und mit einem neuen Turm versehen. Ein Jahr spater hat man dann auch einen neuen Taufstein in dis renovierte Kirche angeschafft. Es ist nicht ausge- schlossen, dah das erste Kindlein des damaligen Lehrbacher Pfarrers Joh. Christoph Welcker, Margaretha Lucretia, auch als erstes Kind am 20.3uli 1684 über dem neuen Taufstein Taufe und Hamen erhielt. Vielleicht ist gerade aus diesem Anlaß der Stein von der Familie in dis neuhergerichtete Kirche gestiftet worden.

Einbruch in das Amtsgericht.

Mainz, 15. Mai. (WSN.) In der vergangenen Nacht wurde in einem Gebäudeteil des Amtsge - r i ch t s für Zivilsachen eingebrochen. Der Ein« bruch ist auf ganz raffinierte Weise verübt worden, da die Räume mit den wichtigen Zwilakten besam ders gut geschützt waren. Den Einbrechern gelang es, nicht nur in das Erdgeschoß, sondern auch in das erste Stockwerk zu gelangen. Die dort aufgestellten K a s s e n s ch r ä n k e, die auch wichtige Akten ent­hielten, widerstanden aber den Sprengversu- ch e n. Die Diebe konnten nur mit einem kleineren Geldbetrag und einer Anzahl Briefmarken als Beute abziehen. Eine Spur von den Tätern fehlt. Die Kri­minalpolizei ist eifrig mit der Untersuchung be- schäftigt.

Preußen.

Kreis Marburg.

][ Marburg, 15. Mai. Auf dem heuttgen Schweinemarkt waren 600 Ferkel undlOLäu­fer zugefahren. Vier bis sechs Wochen alte kosteten 35 bis 40 Mk., sechs bis acht Wochen alte 40 bis 46 Mk., acht bis dreizehn Wochen alte 46 bis 57 Mk. und Läufer je nach Qualitäh 57 bis 75 Äik. Der Handel war anfangs flau, später belebter.

Briefkasten der Kebattion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ] Schriftleitung.)

<&. R., Gießen. Reichssparkommissar Staatsminister a. D. Dr. h. c. Saemisch, Berlin W 9, Pots­damerstraße 10.

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Milchkontrolle entstehenden Kosten erseht wird. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß im Kreis- rinderzuchtverein Gießen die -Zahl der zur Milchkontrolle angemeldeten Tiere unbedingt stei­gen müsse, wenn er mit anderen Rotviehzüchter- vereinigungen Schritt halten wolle, welche die Wichtigkeit dieser Maßnahme im letzten Jahre zusehends erkannt hätten. Sodann wurde die 'Beschickung der D. L. G.-Ausstellung in Köln be­sprochen. 3m Anschluß cm die Geschäftsbericht­erstattung des vergangenen Jahres beschloß die Versammlung, daß in diesem Sommer ein D e r e i n s a u sf l u g nach dem Versuchs­gut Selgenhof unternommen werden soll, um die dort vorhandene mustergültige Rotviehzucht zu besichtigen. Ferner wurde beschlossen, in den nächsten Jahren in den einzelnen Vereinsbezirken die in früheren Jahren durchgeführten Stall- schauen wieder zu veranstalten. Sodann er­stattete der Geschäftsführer und Rechner Phi­lipp Bericht über die Kassenverhältnisse des Vereins: die Rechnungsablage wurde geprüft und dem Rechner unter Dank Entlastung er­teilt. Hierauf hielt Tierarzt Schmitz (Grünberg) einen lehrreichen Vortrag überdie Rinder­tuberkulose und ihre Bekämpfung". Er erwähnte besonders die verschiedenen Arten der Tuberku­lose, die Entstehung dieser Krankheit ^und die wichtigsten Vorbeugungs- und Bekämpfungsmah- nahmen. Der Vorsitzende dankte dem Referenten im Ramen der Versammlung. Von dem Vor­tragenden wurden zahlreiche Fragen aus dem Zuhörerkreise in leicht verständlicher Weise be- wortet, und von dem aus Grünberg anwesenden Veterinärrat Dr. Fuchs wurden noch manche für den praktischen Diehhandel wertvolle Maß­nahmen besprochen. Zum Schluß der Veranstal­tung wies der Vorsitzende dringend auf die Beschickung der 3 u n g v i ehwe iden hin, da gerade diese im Kampf gegen die Tuber­kulose ein noch zu wenig gewürdigtes Mittel seien.

+ Grünberg, 15. Mai. Der heutige Schweiuemarkt war mit Ferkeln sehr gut befahren. Es waren aufgetrieben: 696 Ferkel und 37 Läufer. Folgende Preise wurden notiert: Fer­kel bis 6 Wochen alt 33 bis 38 Mk., 6 bis 8 Wo­chen alt 40 bis 48 Mk., 8 bis 13 Wochen alt 48 bis 55 Mk., Läufer 55 bis 65 Mk. Die Preise waren etwa dieselben wie auf dem Markt zehn Tage vor Ostern. Tendenz: gut; es blieb ge­ringer lieberstand.

Kreis Büdingen.

# Ober-Widdersheim, 14. Mai. In dem hiesigen Hartbasaltwerk 3. Rickel ereignete sich heute ein 11 n g l ü ck s f a l l. Der Arbeiter Otto Pebler wurde bei der Arbeit durch eine vom Regen aufgeweichte^ niederstürzende Erdschicht überrascht und am Kopfe leicht, an beiden Händen erheblich verletzt, so dah er in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte.

h. Echzell, 15. Mai. Der Gesangverein Frohsinn hier feierte am letzten Sonntag sein 60jähriges Bestehen. Mit Rücksicht auf die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse sollte die Feier in einfachem Rahmen stattfinden. Trotz- dem nahmen außer den hiesigen weiteren zwei

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Oberhessen.

Befreiung sfeier an den hessischen e Schulen am 1. Juli.

Der hessische Minister für Kultus- und Dildungswesen hat soeben folgendes angeordnet: Mit dem 30. Juni werden die letzten Desatzungs­truppen das seither besetzte Gebiet verlassen haben, so daß mit dem 1. 3uli 1930 auch unser gesamtes Hessenland frei sein wird. Dieser höchst bedeutsame Tag soll der hessischen Jugend An­laß zu einer frohen und eindrucksvollen Feier werden. Es wird daher angeordnet, den dies­jährigen Jugendtag nicht wie üblich am 24. 3uni, sondern am 1. Juli stattfinden zu lassen und ihn unter den Gesichtspunkt der Rheinlandräumung zu stellen.

Landkreis Gießen.

* Garbenteich, 16. Mai. Unsere Hand- und Faustballmannschaften, die in letzter Zeit wieder­holt mit gutem Erfolg auch gegen größere Ver­eine spielten (Eintracht, Frankfurt), werden am kommenden Sonntag in Gießen um die Verbands­meisterschaften im ADT. kämpfen. Mit Erwar­tung sieht man hier dem Kampf entgegen. (Siehe Anzeige.)

4 Lich, 13. Mai. Fräulein Katz, die einige Jahre an unserer Stadtschule als Lehrerin gewirkt hat, wurde mit Beginn des Schuljahres nach Gie­ßen versetzt, da infolge des Abbaus eine der hiesigen Lehrerstellen eingegangen ist. Mit großem Bedauern steht man Frl. Katz von hier scheiden; hat sie sich doch in den Jahren ihrer hiesigen Wirksamkeit die Sympathien weiter Volkskreise und die Liebe der ihr anvertrauten Jugend in besonderm Maße er­worben. Seit einigen Wochen tritt in unserer Stadt der Keuchhusten auf. Es werden nament­lich schulpflichtige und jüngere Kinder davon betrof­fen. Die Krankheit verläuft im allgemeinen nicht bösartig.

Rieder-Bessingen, 15. Mai. Am 20. dieses Monats feiert der Gastwirt Wilhelm Lotz sein 2 5. Geschäftsjubiläum.

* Grünberg, 12. Mai. Am gestrigen Sonntagnachmittog fand in Grünberg in der Wirtschaft von Hermann Don-Eiff die dies­jährige Generalversammlung def Kreisrind ea:zuchtvereinsGiehenfür Vogelsberger Vieh statt, welche einen recht guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Vor­sitzende, Direktor Trautmann (Grünberg), be­grüßte die Erschienenen und gedachte mit warmen Worten des verstorbenen Vereinsmitglieds Karl Velten (Göbelnrod), dessen Angedenken in üb­licher Weise geehrt wurde. Sodann erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht über das verflossene 3ahr. Bei dieser Gelegenheit wur­den der Verlauf der Zuchtviehauktionen, der Prämiierungsmärkte, der Körungen und die im letzten Jahre durchgeführte Leistungskontrolle er­wähnt. In letzterem Punkte war leider ein nennenswerter Fortschritt gegenüber dem Vor­jahre nicht aufzuweisen, trotzdem von feiten des Vereins den Mitgliedern die Hälfte der bei der

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Gesangvereinen noch die Rachbarvereine von Bingenheim, Bisses, Leidhecken, Reichelsheimund Bruchenbrücken an dem Jubelfeste teil und tru­gen zusammen vor dem Bahnhof einen Massen­chorWeihe des Gesanges" unter Leitung des Dirigenten Heinrich Groth von hier vor. Di« Festrede hielt der Vorsitzende des festgebenden Vereins, Wilhelm Grothl. Wegen des ein­setzenden Regens mutzten dann die Liedervorträge der Gastvereine in einem Zelte erfolgen. Sie ernteten mit ihren guten Darbietungen vollen Beifall der Festteilnehmer, die trotz des un­freundlichen Wetters doch einen recht fröhlichen und genußreichen Tag verlebten. Von den Grün­dern des VereinsFrohsinn" sind noch mehrere am Leben.

Kreis Schotten.

§ Vom Vogelsberg, 13. Mai. Dieser Tage hat man Überall in unseren Dörfern begonnen, das Vieh wieder auf die Weide zu treiben. Mancher Landwirt ist freilich bei der kühlen Witte­rung damit noch zurückhaltend, obwohl die Wiesen jetzt in saftigerem Grün stehen, als sonst um diese Jahreszeit, eine freudig begrüßte Folge des ver­flossenen milden Winters. Den langersehnten kräf­tigen Regen brachten die letzten Tage, nun hofft man für das Wachstum in Feld und Garten darauf, daß sich die nötige Wärme bald einfteUen möge.

§ Ulrichstein, 13. Mai. Am Wege von hier nach Kölzenhain, im Langwässerer Grund, sind in den letzten Wochen umfangreiche Meliorationsarbeiten vorgenommen worden. Die zahllosen großen Steine, die auf den dortigen Wiesen Herumlagen, wurden ent­fernt und zu einem großen Steinwall aufge­schichtet. Das fragliche Stück Land dient seit langem .als Weideland und hat durch diese Meliorierung sehr an Wert gewonnen, zumal auch Drainageröhren gelegt wurden und damit für bessere Entwässerung gesorgt sein dürfte. Mehrere Rotten Arbeiter von hier, sowie von Feldkrücken und Kölzenhain fanden längere Zeit Beschäftigung bei diesem so notwendigen Werk. Dieser Tage fand im Grohschen Saal eine Monatsversammlung der hiesigen Orts­gruppe des VHC. statt, die zweite feit der Wiedereinführung regelmäßiger Monatsver- fammlungen. Sie wies einen erfreulich guten Besuch auf. Dr. Bruchhäufer, der Vor­sitzende des Gefamtvereins, hielt einen sehr bei­fällig aufgenommenen Vortrag über eine Alpen­reise, die durch eine Reihe von Lichtbildern ver­anschaulicht wurde.

Kreis Alsfeld.

I Lehrbach, 13. Mai. Zufällig fand Lehrer Loos in seinem Keller ein wohl längere Zeit vergessenes altes Inventar st ück der früheren Lehrbacher Kirche: einen noch sehr gut erhaltenen Taufstein. Das runde Taufbecken ruht auf einem Säulenschaft mit vier­eckigem Fuß. Auf der Säule ist die Jahreszahl 1684 eingemeitzelt, und der Fuß trägt auf drei Seiten die lateinische Inschrift: Hic baptizantur infantes (Hier werden die Kinder getauft.) Die alte Lehrbacher Kirche, deren teilweise llebertefte noch

Sonntag, den 18. Mai auf dem Universitäts-Sportplatz zu Giefoen SiMweslöeiMer Tiuwband (im Allgemeinen Deutschen Turnerbund) Band- lud FiisliilltiaNe