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Die Bauernkundgebungen in Germersheim

Warum der Anbau der Hybridenrebe verboten wurde.

München. 14. Mai. (WTD.) Sn einer amt­lichen Erklärung zu den gestrigen Kundgebungen der Hybriden-Pflanzer in Germersheim heißt es u. a.: Es ist mit Nachdruck daräuf hinzuweifen, daß der Anbau von Hybriden in Bayern auf GrunddesReblausgesehes vom 6. Suli 1904, eines Aeichsge'ehes, verboten ist. Sn Deutschland ist im Sommer 1927 zum ersten Male die Blattreblaus ausgetreten, die eine außerordentliche Verbreitung und Verschlep­pung der Reblaus ermöglicht. Da die Dlattreb- laus mehr an Hybriden au tritt, während europäischen Reben gegen die Blattreblaus un­anfällig sind, war es notwendig, weitere ver­schärfte Maßnahmen gegen den Anbau von Hy­briden zu ergreifen und ein ausnahmsloses Verbot jeLen weiteren Reuanbaues von Hybriden zu erlassen. Sn der Bekannt­machung vom 31. Suli 1929 hat das bayerische Landwirtschaftsministerium die Winzer ausdrück­lich darauf Hinweisen lassen, daß es notwendig sei, den ferneren Anbau von Hybriden zu unter­drücken. Trotz dieses ausdrücklichen Verbots sind in der Psalz auch in diesem Frühjahr Hybriden neu angepflanzt worden. Soweit solche ^le^ertretungen sestgestel.lt werden konnten, wurde Strafanzeige er­stattet.

Die Ratifikation der Haager Abkommen.

Wann verschwindet die Ne^arations- kommijsion?

Brüssel, 14. Mai. (WTB.) Der französi­sche Minister des Auswärtigen D r i a n d hat den Ministerpräsidenten S a s p a r davon in Kenntnis gesetzt, daß die Vertreter Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens und Staliens die Urkunden zur Ratifikation der Haager Vereinbarungen am Quai d'Orsay niedergelegt haben. Da der deutsche Botschafter schon am 26. März am Quai d'Orsay die Urkunden über die Ratifikation Deutschlands niedergelegt hat, hat mit dieser Formalität die Reihe der zur endgül­tigen Regelung des Reparations­problems vorgesehenen Maßnah­men ihren Abschluß gefunden. Sobald die Reparationskommission und die Kriegslasten­kommission die Ausführung aller erforderlichen Maßnahmen konstatiert haben werden, wird der Voungplan in Kraft treten. Minister- Präsident Saspar in seiner Eigenschaft als Präsi­dent der Haager Konferenz war beauftragt wor­den, über die Anwendung der zahlreichen Maß­regeln zu wachen, die die Ausführung der Ver­einbarungen mit sich brachte. Seit Sanuar ist er zu diesem Zweck mit den Führern der Dele­gationen der verschiedenen im Haag vertreten ge­wesenen Länder in dauernder Fühlung geblieben.

Weiter gespannte Lage in 3 Oien.

Der Angriff auf dac Lalzlager von Dttarasana.

London, 15. Mai. (WTB. Funkspruch) Lieber die Lage in Sndien liegen hier folgende Meldungen vor: Sn Karachi wurden gestern vier hervorragende Snder, darunter ein Profes­sor, zu neun bis achtzehn Monaten schweren Kerkers verurteilt. Die bei dem Angriff auf das Salzlager von Shiroda verhafteten 90 Freiwilligen sind wieder frei- gelassen worden. Der Angriff auf das Salzwerk von Dharasana soll heute früh um 6 Llhr beginnen. 230 Freiwillige sind in Llntandi zusammgezogen worden. Sie werden in Abteilungen von ungefähr je 50 Mann eingeteilt werden. Die erste Abteilung wird, wie es jetzt heißt, von Frau Rai du, der gegenwärtigeir Führerin der Gandhibewegung, persönlich ge­leitet werden. Frau Raidu wurde gestern abend in Llntandi erwartet. Die Stadtverwal­tung von Kalkutta nahm gestern eine Ent­schließung an, in der sie Mahatma Gandhi als dem Apostel der Gewaltlosigkeit huldigt und ihn zu seiner Einkerkerung und zu den Fortschrit- ten seines Feldzuges beglückwünscht. Die Entschließung wurde von den mohamedanischen Mitgliedern bekämpft, die Europäer waren ab­wesend. Sn Vedaranyam wurde die Frau eines indischen Arztes wegen Verstoßes gegen das Salzmonopol verhaftet und zu einem Sahre Gefängnis verurteilt. Dies ist der ttste Fall, daß während der gegenwärtigen Bewegung eine Frau abgeurteilt worden ist.

Aus aller Welt.

Hochwasser am Ammersee.

Snfolge der fortdauernden Regengüsse ist der Wasserspiegel des Ammersecs stark gestiegen. Seit Mittwoch ist Eching und das Aordufer des Sees bedroht. Sn Eching haben die Wassermassen der ebenfalls Hochwasser führen­den Windach schon den Eingang in die Häuser gefunden, da und dort dringen sie bereits bei den Fenstern ein. Von den Zäunen blicken nut die Spitzen hervor. Die Scheunen aus Holz und Ziegeln geben langsam ihren Widerstand gegen öie Gewalt des Wassers auf und werden davon- getragen. Die Bevölkerung hat seit 20 Sahren feine derartige Lleberflutung erlebt.

Wolkenbruch im südlichen Schwarzwald.

Sm Simonswälder Tal und im anschließenden Elztal ging ein heftiger, einstündiger Wolken­bruch uieder. dem ein mehrstündiger Dauerregen folgte. Die Elz fuhrt infolgedessen riesige Wasser­mengen, die das etwa ein Kilometer breite Tal vollkommen unter Wasser gesetzt ha­ben. Teilweise steht das Wasser über einen Me­ter hoch. Die Felder und Wiesen sind vollkom­men verwüstet. Zahlreiche Bäume sind enttour-

OMe Häuser haben Schaden gelitten. Kleine Gebäude sind eingesturzt Die Elztalbahn konnte nur bis Waldkirch verkehren. Zwischen zwei Dammrutschstellen wurde der Personenzug ein- E'hlossen, der Freiburg um 4.13 Llhr verlassen te. Die Passagiere können nicht weiterbeför- t werden, da auch auf den überschwemmten uandstraßen kein Verkehr möglich ist

Auch der Telegrpahenverkehr ist vollkommen un­terbrochen. Man hofft, daß das Wasser in dem verhältnismäßig steilen Tal rasch in die Ebene gelangt und bald abläuft.

Schacht III in Vienenburg endgültig verloren.

Das Laugenwasser in den Schächten II und III ist weiter so angestiegen, daß der Sicherungs­mauerklotz in Schacht Ill etwa hundert Meter höher in der vierten Sole eingesetzt werden mußte. Man muh Schachtln als endgültig ver­loren aufgeben. Sn dem großen Krater an der Grauhöfer Güterzugsstrecke dauern die erheblichen Erdnachstürze an. Hierdurch ist jetzt der Krater nach unten fast verstopft und es bildet sich ein immer höher steigender See. Es ist be­absichtigt, Schachtln bis zur vierten Sole zuzu­schütten und mit einem etwa 30 Meter Achen Detonkloh abzuschließen.

Berlinerinnen hilflos in Spanien.

Der Abteilung II des Berliner Polizeipräsidiums ist eine Anzeige zugegangen, die schwere Beschuldi­gungen gegen einen spanischen Impresario namens Maragliano bzw. gegen die Berliner Agenten sei­nes Unternehmens enthält. Zu den Tanzgruppen Maraglianos gehören 79 Mädchen, die alle a l s Tänzerinnen in Berlin engagiert wor­den sind. Eine der Gruppen, die in Berlin von einem gewissen Tanaroff vor mehreren Monaten zusammengestellt worden ist, hat ein furchtbares Schicksal erlitten. Die Mädchen wurden unter dem NamenThe Sunshine Dancing Girls" zu einem Ballett zusammengestellt und traten geschlossen die Reise nach Spanien an, die sie zunächst nach Barcelona führte. Nachdem sie dort in den elendsten Lokalen auftreten mußten, verlangte man von ihnen, sie sollten ein Etablisse­ment beziehen, das eine Art von geschlossenem Haus war und von ihnen nicht ohne Genehmigung des Inhabers verlassen werden konnte. Die Mädchen weigerten sich zum größten Teil, sich auf diese Weise zu durchsichtigen Zwecken ihrer Freiheit be­rauben zu lassen. Sie trennten sich von dem Chef

der Truppe und befanden sich nun ohne Mittel für die Rückreise hilflos in fremdem Lande. Wie ihre Verhandlungen mit dem deut­schen Konsulat ausgefallen sind, und wie es ihnen weiter ergangen ist, konnte bisher nicht festgestellt werden.

Großer (Erfolg Furtwänglers in Paris.

Das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Dr. Wilhelm Furtwängler ist zum drit­ten Male vor das Pariser Publikum getreten. Dies­mal finden die beiden Konzerte in der Großen Oper statt. Das Programm des ersten Konzertes, das in Anwesenheit mehrerer Minister, des deut­schen Botschafters, vieler Diplomaten.und der Pa­riser Musikwelt gegeben wurde, wurde beherrscht von Beethoven, Haydn und Brahms. Furtwängle hatte auch «in modernes Werk von Paul Hindemith op. 38 auf das Programm gesetzt. Das Publikum zollte der ausgezeichneten Leistung der Philharmo- niker starke Anerkennung.

Eine neue Mordtat im fireife Kaliber.

Roch haben sich die Gemüter über die letzten Mordtaten im Kreise Ratibor nicht beruhigt, als schon wieder eine neue Mordtat bekannt wird. Der Auszügler S e d l a tz e k aus Silberkopf (Kreis Rati­bor) wurde durch den Gemeindevorsteher von Sil­berkopf auf dem Wege nach Mosurau im Straßen­graben unter einer Karre Heu blutüber­strömt tot aufgefunben. Die Brüder Mel­chior und Leo Rzodeczko aus der Kolonie Sil­berkopf sind unter dringendem Tatverdacht fest- genommen worden. Die beiden Brüder hatten von dem Getöteten vor mehreren Jahren das Haus samt Wirtschaft gekauft und wohnten mit ihm un­ter einem Dach, lieber die Sedkatzek geschuldeten größeren Beträge in bar und Naturalien kam es wiederholt zu Streitigkeiten und schließlich zu offener Feindschaft zwischen den Parteien. Den letzten Grund zu der Tat dürfte der Umstand abgegeben haben, daß Sedlatzek in einem Meineids­prozeß gegen die Gebrüder Rzodeczko als Zeuge auftreten sollte. Mit den Morden in Ratibor selbst hat die neue Bluttat anscheinend nichts zu tun.

Vor Dem Abschluß der Genfer Ratstagung

Der Rest der Tagesordnung.

Genf, 14. Mai. Die Dispositionen für den Ab­schluß der Ratstagung sind bereits getroffen. Es ist beabsichtigt, wenn irgend möglich, morgen vormittag die Schlußsitzung abzuhalten. Auf der Tagesord­nung stehen noch die oberschlesischen Min­derheitenbeschwerden, deren wichtigst« die Klage des Deutschen Volksbundes wegen Nichter­neuerung der Anstellung von 32 deutschen Knapp­schaftsärzten betrifft. Ferner steht auf der Tages­ordnung der Antrag der Freien Stadt Danzig um Aufnahme in die interna­tionale Arbeitsorganisation. Hier wird der Rat dem Ersuchen des Derwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes um Einholung eines Rechtsgutachtens beim Ständigen Gerichtshof im Haag stattgeben. Ein letzter intereffanter Punkt der Tagesordnung betrifft die Ergebnisse des Sicherheitskomitees zur Finanzhilfe für angegriffene und bedrohte Staaten und die Auf­stellung eines allgemeinen Kriegsverhütungspaktes, der sich bekanntlich vorerst als unmöglich er­wiesen hat.

Das Gicherhestskomstee.

Zweifelhafte Ergebniise der Genfer Konferenz.

Berlin, 14. Mai. (CNB.) lieber den Ausgang der Tagung des Sicherheitskomitees hören wir aus beteiligten deutschen Kreisen, daß das praktische Ergebnis der Tagung nicht sehr be­deutend sei. Immerhin sei es vom deutschen Standpunkt aus wesentlich, daß der Gedanke der Kriegsverhütung auf fruchtbaren Boden gefallen sei und im Rahmen des Völkerbundes wei­ter behandelt werde. Auch sei zu begrüßen, daß die Absicht Frankreichs auch hier wieder durch Ueberspannung der Kontrolle

Darmstadt, 14. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die 62. Sitzung um 10.30 älhr. Anträge der Volksrechtpartei auf Erhöhung des Zinssatzes für die Aufwertungs­guthaben bei Sparkassen und Ersah der 1. Verordnung zur Durchführung der Aufwertung von Sparguthaben vom 27. Oktober 1926 sowie ein volksparteilicher Antrag auf weitereAus- schüttung von Liquidations-Gold- Pfandbriefen und Goldkommunalobligatio­nen durch die Landeshypothekenbank werden ent­sprechend der Ausschußentschließung abgelehnt bzw. für erledigt erklärt.

Abg. Dr. Best (Vrp.) plädiert nochmals für Annahme seiner Anträge.

Abg. Böhm (Dn.): Wir stehen an sich den Anträgen sympathisch gegenüber, bitten aber um Aufklärung, ob die in den Anträgen enthaltenen Angaben zutresfen.

Ministerialdirektor Reitz weist die Angriffe gegen den § 1 der hessischen Ausführungsver­ordnung zurück, der die Anordnung eines Einheitssatzes enthält, woran alle Aus- legungsvcrsuche nichts ändern könnten. Die Ver­ordnung ist rechtsgültig und entspricht allen reichsgesehlichen Gesichtspunkten, über die wir nicht herumkommen. Auf die Finanzlage der Gemeinden muß ebenfalls Rücksicht ge­nommen werden. Die meisten hessischen Gemein­den sind über den 12,5prozentigen Durchschnitts- sah hinausgeaangen. Gerade aus den Schutzmaß­nahmen der hessischen Verordnung für die Spar­kassengläubiger leite Abgeordneter Best seine An- gri.fe ab.

Es geht ein Antrag der Deutschen Volkspartei und der Volksrechtpartei ein, die Regierung möge au die Landeshypothelenbank einwirken, sie solle Mittel bereitstellen, umjedenüber65Sahre altenBefitzer vonPfandbriefen oder K o m munal-Obligationen der Bank auf Eintrag eine angemessene Darabfindung zu gewahren. Die Regierung erklärt sich ein­verstanden.

Dr. Riepoth (D.Vp.) erklärt, die Erhöhung des Auswertungszinssahes solle gerade den noch lebenden Snflationsgeschädigten zugute kommen. Erfreulich sei die hessische Regelung, di« einen Mindestsatz der Aufwertung festlegt, aber den Sparkassen ermöglicht, wie z. D. in Darm­

und Einführung eines automatisch einsetzenden Sanktionsverfahrens den weiteren Aus­bau der Friedensordnung in die Richtung erstarrten Systems zu lenken, nur Unterstützung bei feinen Verbündeten gefunden habe. Es sei zu hoffen, daß in künftigen Verhandlungen auf der Grundlage der von Deutschland angenommenen Kompromißformel, die vielleicht noch einer Verbesse­rung fähig sei, eine allgemeine Uebereinftimmung über die Schaffung eines wirksamen Derhütungs- Mechanismus des Rates erzielt werde. Die Erhöhung der Sicherheit der Staaten würde auf diese Weise besser erreicht, als durch den Ausbau eines starren Sanktionsoerfahrens, das doch nur einsetzen könnte, wenn es bereits zur Katastrophe gekom- men wäre. Auch das Abkommen über Finanz­hilfe würde schon durch seine bloße Existenz eine gewisse kriegsverhütende Wirkung haben.

Ergeb lslvse Flott nbesprechung

Die Afrika Probleme im Vordergrund.

Paris. 15. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter desPetit Parisien" in Genf erklärt, daß die gestrige älnterre- dung zwischen Driand und Grand! insofern ein Äovum gebracht habe, als das Flottenproblem vorläufig wieder in den Hintergrund treten oder vielmehr inner­halb des gesamten italienisch-französischen Fra­genkomplexes behandelt werden solle. Die Grenzberichtigung in Tr i p v l i t an i e n ünd die Regelung der rechtlichen Stellung der Staliener in Tunis seien die beiden Fra­gen, die zunächst einmal auf diplomatischem Wege erörtert werden würden. Briand wird übrigens, wie aus Gens gemeldet wird, schon morgen ab­reisen, um am Samstag, wenn sein Fragebogen über die europäische Wirtschaftsföderation ver­öffentlicht wird, in Paris anwesend zu sein.

stadt 28 Prozent, in Mainz 30 Prozent auszu­schütten. Angenommen wird eine Entschlie­ßung: Um dem Rechtsempfinden Genüge zu tun, sollten die hessischen genossenschaftlichen Spar­kassen und die zur Auswertung nicht verpflich­teten Kreditinstitute eine Ausschüttung aus einer zu bildenden Masse vornehmen.

Der Landbundantrag auf

Stundung von Landessteuern bei landwirtschaftlichen Steuerpflichtigen wird durch die entgegenkommende Regierungs­antwort für erledigt erklärt. Das gleiche geschieht mit _ einem kommunistischen Antrag betreffend Pfändung kleinbürgerlicher Be­triebe. Auf die Dorwürfe der Kommunisten Hammann und Angermeier erklärt Minister Ko- rell, daß im Einvernehmen mit dem Finanz­minister die Finanzämter angewiesen seien, bei Landwirten Pfändungen und Zwangsversteige­rungen wegen rückständiger Landessteuern b i s zum Oktober nicht vorzunehmen.

Ein Zentrumsantrag, bei der Reichslegierung auf zahlreiche Aenderungen beim Tarifvertrags-, Arbeitsvertrags- und Betriebsrätegesetz hinzu­weisen, wird nochmals vom Abg. W e s p (Zentr.) begründet. Er setzt sich dabei mit den Verfassern verschiedener sozialpolitischer Schriften, insbeson­dere mit Professor Horneffer, Gießen, aus­einander, die Sozialreaktionäre schlimmster Art seien.

Abg. Dr. Werner (RS.) stellt fest, daß Pro­fessor Horneffer kein Mitglied der deutschnatio­nalen Partei ist. Professor Horneffer ist als Ge­lehrter eine anerkannte Gröhe, seine Kritik an der Sozialpolitik ist auch von anderer Seite und durch die offenkundige Krise her Sozialpolitik bestätigt worden.

Minister K o r e l l weist zurück, daß Horneffer Mitglied der Demokratischen Partei fei. Wenn er Mitglied gewesen wäre, hätte ich seinen Ausschluß beantragt. Sch bedauere sehr, daß ein Mann an der hessischen Universität in Gießen lehren kann, der zu solchen Verzerrungen einer berechtigten Kritik an der Sozialpolitik greift, der sich nicht scheut, in ausgesprochenen Scharf­macher verbänden schwerste Beleidigungen gegen die deutsche Arbeiterschaft zu gebrauchen.

Von der Regierung wird auf kommunistischen Antrag erklärt, daß in Wölfersheim streng

auf die Einhaltung der Tlnfallver- Hütungsvorschriften geachtet werde. Die Unfälle größerer Art seien nicht zahlreicher als in anderen Ländern. Die beiden tödlichen lln- fäUe sind durch die Unachtsamkeit eines Arbeiters beim Aufstellen eines großen Gittermastes ent­standen.

Auf die kommunistische Kleine Anfrage wegen der

ttnruhen in Worms

erklärt Minister Leu sch ner u. a.: Die Dar­stellung, die von den Wormser Vorgängen ge­geben wird, widerspricht dem Ergebnis der in­zwischen vor dem Bezirksschöffengericht in Darm­stadt stattgehabten Hauptverhandlung, auf Gründ deren der preußische kommunistische Abgeordnete Oskar Müller wegen Aufforderung zum Un­gehorsam gegen das Gesetz sowie wegen Auf­ruhrs als Rädelsführer zu eine-r Gesamt- st r afevon 1 Sahrund3MonaTen Ge - f äng nis, das Wormser kommunistische Stadt- ratsmitglied Haas wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen das Gesetz zu neun Mo­naten Gefängnis und eine Anzahl anderer Teilnehmer an den Unruhen zu Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu einem Sahre verurteilt worden sind. Bei den von den kommunistischen Führern verschuldeten Wormser Unruhen hat die Polizei nur ihre Pflicht erfüllt, für Aufrechterhaltung der aufs äußerste bedrohten öffentlichen Ordnung und Sicherheit Sorge zu tragen. Die Maßnahmen, die sie nach eigenem pflichtgemäßen Ermessen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung getroffen hat, hielten sich nach der Feststellung des Urteils des De- zirksschöffengerichts Darmstadt im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeit. Die in grobverlehender Form gegen die Polizei er­hobenen Vorwürfe werden entschieden zurückge- wiesen. Die Regierung wird Abgeordnete in der rechtmäßigen Ausübung ihrer Abgeordneten­rechte jederzeit schützen.

Auf eine Kleine Anfrage betreffend Sleuerhinlerziehung in Hessen wird vorn Finanzminister Kirnberger erwidert: In den Jahren 1927 und 1928 sind in Hessen auf dem Gebiete der direkten Reichs- und Landessteuern an Geldstrafen rund 208 000 bzw. 242 000 Mark rechtskräftig festgesetzt worden. Auf dem Gebiete der Zölle und Verbrauchsabgaben wurden 1927 rund 84 Millionen, 1928 rund 2 Millionen Geldstrafen erkannt, von dem letztgenannten Betrag mußte al­lerdings die Hälfte wieder erlassen werden. Nach der Ergebnisübersicht betragen die Mehrsteuern im Sahre 1927 rund V/t Millionen Mark Reichs- und rund 85 000 Mark Landessteuern, im Jahre 1928 rund 5 Millionen Mark Reichs- und 135 000 Mark Landessteuern. Diese Zahlen enthalten nicht nur die hinterzogenen, sondern alle Steuerbeträge, deren Nacherhebung durch die Tätigkeit der Buch- und Betriebsprüfungsstellen aus irgend welchen Grün­den erforderlich wurden. Ich hab« aber jetzt beson­dere Anschreibungen über hinterzogene Mehrsteuern in Berlin angeregt. Für das Jahr 1929 sind die gewünschten Angaben leider unmöglich, weil über dieses Rechnungsjahr noch keine Abschlüsse vorliegen. Auf Grund des § 10 der R. A. O. ist die Angabe der Namen derjenigen Steuerpflichtigen, die sich einer Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben und der gegen sie verhängten Strafen u n m ö g l i ch. Der auffallend hohe Betrag der Strafen auf dem Gebiet der Zölle und Verbrauchsabgaben im Rechnungsjahr 1927 ist darauf zurückzuführen, daß sich darunter der Fall Nödling-Oppen- heim befindet, in dem allein auf Strafen in Höhe von rund 83 % Millionen Mark durch das Gericht erkannt wurde. Mit dem Ein­gang dieser Summe ist selbstverständlich nicht zu rechnen.

Donnerstag: Beginn der Etatsberatung.

Die Weiterlaae.

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Obwohl der hohe Druck im Südosten zu Baro- meteranftieg geführt hat, so dürste durch ihn unsere Wetterlage keine Beständigkeit erhalten. Vielmehr wird der Druckfall im Raume zwischen den britischen Inseln und Island eine weitere Westwetterlage djaffen. Das Wetter bleibt infolgedessen noch ver­änderlich, wobei zeitweise Niederschläge auftreten.

, Temperaturen erfahren vorläufig kein« merk­liche Aenderung.

Wettervorhersage f Ür F rei ta g: Zeit- weise Eintrübung mit Riederschlägen, aber auch aul^terHo; keine stärkere Temperaturänderung.

Wettervorhersage für Samstag: Roch kein beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 14. Mai: mittags 13,8 Grad Q-elfius, abends 11,8 Grad; am 15. Mai: morgens 11,7 Grad. Maximum 16,6 Grad, Minimum 7,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Mai: abends 13,4 Grad; am 15. Mai: morgens 9,4 Grad. Niederschläge 1,3 mm. Sonnenschein« dauer zwei Stunden.

Anfragen iind Anträge im Hessischen Landtag.

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