Die Bauernkundgebungen in Germersheim
Warum der Anbau der Hybridenrebe verboten wurde.
München. 14. Mai. (WTD.) Sn einer amtlichen Erklärung zu den gestrigen Kundgebungen der Hybriden-Pflanzer in Germersheim heißt es u. a.: Es ist mit Nachdruck daräuf hinzuweifen, daß der Anbau von Hybriden in Bayern auf GrunddesReblausgesehes vom 6. Suli 1904, eines Aeichsge'ehes, verboten ist. Sn Deutschland ist im Sommer 1927 zum ersten Male die Blattreblaus ausgetreten, die eine außerordentliche Verbreitung und Verschleppung der Reblaus ermöglicht. Da die Dlattreb- laus mehr an Hybriden au tritt, während europäischen Reben gegen die Blattreblaus unanfällig sind, war es notwendig, weitere verschärfte Maßnahmen gegen den Anbau von Hybriden zu ergreifen und ein ausnahmsloses Verbot jeLen weiteren Reuanbaues von Hybriden zu erlassen. Sn der Bekanntmachung vom 31. Suli 1929 hat das bayerische Landwirtschaftsministerium die Winzer ausdrücklich darauf Hinweisen lassen, daß es notwendig sei, den ferneren Anbau von Hybriden zu unterdrücken. Trotz dieses ausdrücklichen Verbots sind in der Psalz auch in diesem Frühjahr Hybriden neu angepflanzt worden. Soweit solche ^le^ertretungen sestgestel.lt werden konnten, wurde Strafanzeige erstattet.
Die Ratifikation der Haager Abkommen.
Wann verschwindet die Ne^arations- kommijsion?
Brüssel, 14. Mai. (WTB.) Der französische Minister des Auswärtigen D r i a n d hat den Ministerpräsidenten S a s p a r davon in Kenntnis gesetzt, daß die Vertreter Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens und Staliens die Urkunden zur Ratifikation der Haager Vereinbarungen am Quai d'Orsay niedergelegt haben. Da der deutsche Botschafter schon am 26. März am Quai d'Orsay die Urkunden über die Ratifikation Deutschlands niedergelegt hat, hat mit dieser Formalität die Reihe der zur endgültigen Regelung des Reparationsproblems vorgesehenen Maßnahmen ihren Abschluß gefunden. Sobald die Reparationskommission und die Kriegslastenkommission die Ausführung aller erforderlichen Maßnahmen konstatiert haben werden, wird der Voungplan in Kraft treten. Minister- Präsident Saspar in seiner Eigenschaft als Präsident der Haager Konferenz war beauftragt worden, über die Anwendung der zahlreichen Maßregeln zu wachen, die die Ausführung der Vereinbarungen mit sich brachte. Seit Sanuar ist er zu diesem Zweck mit den Führern der Delegationen der verschiedenen im Haag vertreten gewesenen Länder in dauernder Fühlung geblieben.
Weiter gespannte Lage in 3 Oien.
Der Angriff auf dac Lalzlager von Dttarasana.
London, 15. Mai. (WTB. Funkspruch) Lieber die Lage in Sndien liegen hier folgende Meldungen vor: Sn Karachi wurden gestern vier hervorragende Snder, darunter ein Professor, zu neun bis achtzehn Monaten schweren Kerkers verurteilt. Die bei dem Angriff auf das Salzlager von Shiroda verhafteten 90 Freiwilligen sind wieder frei- gelassen worden. Der Angriff auf das Salzwerk von Dharasana soll heute früh um 6 Llhr beginnen. 230 Freiwillige sind in Llntandi zusammgezogen worden. Sie werden in Abteilungen von ungefähr je 50 Mann eingeteilt werden. Die erste Abteilung wird, wie es jetzt heißt, von Frau Rai du, der gegenwärtigeir Führerin der Gandhibewegung, persönlich geleitet werden. Frau Raidu wurde gestern abend in Llntandi erwartet. Die Stadtverwaltung von Kalkutta nahm gestern eine Entschließung an, in der sie Mahatma Gandhi als dem Apostel der Gewaltlosigkeit huldigt und ihn zu seiner Einkerkerung und zu den Fortschrit- ten seines Feldzuges beglückwünscht. Die Entschließung wurde von den mohamedanischen Mitgliedern bekämpft, die Europäer waren abwesend. Sn Vedaranyam wurde die Frau eines indischen Arztes wegen Verstoßes gegen das Salzmonopol verhaftet und zu einem Sahre Gefängnis verurteilt. Dies ist der ttste Fall, daß während der gegenwärtigen Bewegung eine Frau abgeurteilt worden ist.
Aus aller Welt.
Hochwasser am Ammersee.
Snfolge der fortdauernden Regengüsse ist der Wasserspiegel des Ammersecs stark gestiegen. Seit Mittwoch ist Eching und das Aordufer des Sees bedroht. Sn Eching haben die Wassermassen der ebenfalls Hochwasser führenden Windach schon den Eingang in die Häuser gefunden, da und dort dringen sie bereits bei den Fenstern ein. Von den Zäunen blicken nut die Spitzen hervor. Die Scheunen aus Holz und Ziegeln geben langsam ihren Widerstand gegen öie Gewalt des Wassers auf und werden davon- getragen. Die Bevölkerung hat seit 20 Sahren feine derartige Lleberflutung erlebt.
Wolkenbruch im südlichen Schwarzwald.
Sm Simonswälder Tal und im anschließenden Elztal ging ein heftiger, einstündiger Wolkenbruch uieder. dem ein mehrstündiger Dauerregen folgte. Die Elz fuhrt infolgedessen riesige Wassermengen, die das etwa ein Kilometer breite Tal vollkommen unter Wasser gesetzt haben. Teilweise steht das Wasser über einen Meter hoch. Die Felder und Wiesen sind vollkommen verwüstet. Zahlreiche Bäume sind enttour-
OMe Häuser haben Schaden gelitten. Kleine Gebäude sind eingesturzt Die Elztalbahn konnte nur bis Waldkirch verkehren. Zwischen zwei Dammrutschstellen wurde der Personenzug ein- E'hlossen, der Freiburg um 4.13 Llhr verlassen te. Die Passagiere können nicht weiterbeför- t werden, da auch auf den überschwemmten uandstraßen kein Verkehr möglich ist
Auch der Telegrpahenverkehr ist vollkommen unterbrochen. Man hofft, daß das Wasser in dem verhältnismäßig steilen Tal rasch in die Ebene gelangt und bald abläuft.
Schacht III in Vienenburg endgültig verloren.
Das Laugenwasser in den Schächten II und III ist weiter so angestiegen, daß der Sicherungsmauerklotz in Schacht Ill etwa hundert Meter höher in der vierten Sole eingesetzt werden mußte. Man muh Schachtln als endgültig verloren aufgeben. Sn dem großen Krater an der Grauhöfer Güterzugsstrecke dauern die erheblichen Erdnachstürze an. Hierdurch ist jetzt der Krater nach unten fast verstopft und es bildet sich ein immer höher steigender See. Es ist beabsichtigt, Schachtln bis zur vierten Sole zuzuschütten und mit einem etwa 30 Meter Achen Detonkloh abzuschließen.
Berlinerinnen hilflos in Spanien.
Der Abteilung II des Berliner Polizeipräsidiums ist eine Anzeige zugegangen, die schwere Beschuldigungen gegen einen spanischen Impresario namens Maragliano bzw. gegen die Berliner Agenten seines Unternehmens enthält. Zu den Tanzgruppen Maraglianos gehören 79 Mädchen, die alle a l s Tänzerinnen in Berlin engagiert worden sind. Eine der Gruppen, die in Berlin von einem gewissen Tanaroff vor mehreren Monaten zusammengestellt worden ist, hat ein furchtbares Schicksal erlitten. Die Mädchen wurden unter dem Namen „The Sunshine Dancing Girls" zu einem Ballett zusammengestellt und traten geschlossen die Reise nach Spanien an, die sie zunächst nach Barcelona führte. Nachdem sie dort in den elendsten Lokalen auftreten mußten, verlangte man von ihnen, sie sollten ein Etablissement beziehen, das eine Art von geschlossenem Haus war und von ihnen nicht ohne Genehmigung des Inhabers verlassen werden konnte. Die Mädchen weigerten sich zum größten Teil, sich auf diese Weise zu durchsichtigen Zwecken ihrer Freiheit berauben zu lassen. Sie trennten sich von dem Chef
der Truppe und befanden sich nun ohne Mittel für die Rückreise hilflos in fremdem Lande. Wie ihre Verhandlungen mit dem deutschen Konsulat ausgefallen sind, und wie es ihnen weiter ergangen ist, konnte bisher nicht festgestellt werden.
Großer (Erfolg Furtwänglers in Paris.
Das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Dr. Wilhelm Furtwängler ist zum dritten Male vor das Pariser Publikum getreten. Diesmal finden die beiden Konzerte in der Großen Oper statt. Das Programm des ersten Konzertes, das in Anwesenheit mehrerer Minister, des deutschen Botschafters, vieler Diplomaten.und der Pariser Musikwelt gegeben wurde, wurde beherrscht von Beethoven, Haydn und Brahms. Furtwängle hatte auch «in modernes Werk von Paul Hindemith op. 38 auf das Programm gesetzt. Das Publikum zollte der ausgezeichneten Leistung der Philharmo- niker starke Anerkennung.
Eine neue Mordtat im fireife Kaliber.
Roch haben sich die Gemüter über die letzten Mordtaten im Kreise Ratibor nicht beruhigt, als schon wieder eine neue Mordtat bekannt wird. Der Auszügler S e d l a tz e k aus Silberkopf (Kreis Ratibor) wurde durch den Gemeindevorsteher von Silberkopf auf dem Wege nach Mosurau im Straßengraben unter einer Karre Heu blutüberströmt tot aufgefunben. Die Brüder Melchior und Leo Rzodeczko aus der Kolonie Silberkopf sind unter dringendem Tatverdacht fest- genommen worden. Die beiden Brüder hatten von dem Getöteten vor mehreren Jahren das Haus samt Wirtschaft gekauft und wohnten mit ihm unter einem Dach, lieber die Sedkatzek geschuldeten größeren Beträge in bar und Naturalien kam es wiederholt zu Streitigkeiten und schließlich zu offener Feindschaft zwischen den Parteien. Den letzten Grund zu der Tat dürfte der Umstand abgegeben haben, daß Sedlatzek in einem Meineidsprozeß gegen die Gebrüder Rzodeczko als Zeuge auftreten sollte. Mit den Morden in Ratibor selbst hat die neue Bluttat anscheinend nichts zu tun.
Vor Dem Abschluß der Genfer Ratstagung
Der Rest der Tagesordnung.
Genf, 14. Mai. Die Dispositionen für den Abschluß der Ratstagung sind bereits getroffen. Es ist beabsichtigt, wenn irgend möglich, morgen vormittag die Schlußsitzung abzuhalten. Auf der Tagesordnung stehen noch die oberschlesischen Minderheitenbeschwerden, deren wichtigst« die Klage des Deutschen Volksbundes wegen Nichterneuerung der Anstellung von 32 deutschen Knappschaftsärzten betrifft. Ferner steht auf der Tagesordnung der Antrag der Freien Stadt Danzig um Aufnahme in die internationale Arbeitsorganisation. Hier wird der Rat dem Ersuchen des Derwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes um Einholung eines Rechtsgutachtens beim Ständigen Gerichtshof im Haag stattgeben. Ein letzter intereffanter Punkt der Tagesordnung betrifft die Ergebnisse des Sicherheitskomitees zur Finanzhilfe für angegriffene und bedrohte Staaten und die Aufstellung eines allgemeinen Kriegsverhütungspaktes, der sich bekanntlich vorerst als unmöglich erwiesen hat.
Das Gicherhestskomstee.
Zweifelhafte Ergebniise der Genfer Konferenz.
Berlin, 14. Mai. (CNB.) lieber den Ausgang der Tagung des Sicherheitskomitees hören wir aus beteiligten deutschen Kreisen, daß das praktische Ergebnis der Tagung nicht sehr bedeutend sei. Immerhin sei es vom deutschen Standpunkt aus wesentlich, daß der Gedanke der Kriegsverhütung auf fruchtbaren Boden gefallen sei und im Rahmen des Völkerbundes weiter behandelt werde. Auch sei zu begrüßen, daß die Absicht Frankreichs auch hier wieder durch Ueberspannung der Kontrolle
Darmstadt, 14. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die 62. Sitzung um 10.30 älhr. Anträge der Volksrechtpartei auf Erhöhung des Zinssatzes für die Aufwertungsguthaben bei Sparkassen und Ersah der 1. Verordnung zur Durchführung der Aufwertung von Sparguthaben vom 27. Oktober 1926 sowie ein volksparteilicher Antrag auf weitereAus- schüttung von Liquidations-Gold- Pfandbriefen und Goldkommunalobligationen durch die Landeshypothekenbank werden entsprechend der Ausschußentschließung abgelehnt bzw. für erledigt erklärt.
Abg. Dr. Best (Vrp.) plädiert nochmals für Annahme seiner Anträge.
Abg. Böhm (Dn.): Wir stehen an sich den Anträgen sympathisch gegenüber, bitten aber um Aufklärung, ob die in den Anträgen enthaltenen Angaben zutresfen.
Ministerialdirektor Reitz weist die Angriffe gegen den § 1 der hessischen Ausführungsverordnung zurück, der die Anordnung eines Einheitssatzes enthält, woran alle Aus- legungsvcrsuche nichts ändern könnten. Die Verordnung ist rechtsgültig und entspricht allen reichsgesehlichen Gesichtspunkten, über die wir nicht herumkommen. Auf die Finanzlage der Gemeinden muß ebenfalls Rücksicht genommen werden. Die meisten hessischen Gemeinden sind über den 12,5prozentigen Durchschnitts- sah hinausgeaangen. Gerade aus den Schutzmaßnahmen der hessischen Verordnung für die Sparkassengläubiger leite Abgeordneter Best seine An- gri.fe ab.
Es geht ein Antrag der Deutschen Volkspartei und der Volksrechtpartei ein, die Regierung möge au die Landeshypothelenbank einwirken, sie solle Mittel bereitstellen, umjedenüber65Sahre altenBefitzer vonPfandbriefen oder K o m munal-Obligationen der Bank auf Eintrag eine angemessene Darabfindung zu gewahren. — Die Regierung erklärt sich einverstanden.
Dr. Riepoth (D.Vp.) erklärt, die Erhöhung des Auswertungszinssahes solle gerade den noch lebenden Snflationsgeschädigten zugute kommen. Erfreulich sei die hessische Regelung, di« einen Mindestsatz der Aufwertung festlegt, aber den Sparkassen ermöglicht, wie z. D. in Darm
und Einführung eines automatisch einsetzenden Sanktionsverfahrens den weiteren Ausbau der Friedensordnung in die Richtung erstarrten Systems zu lenken, nur Unterstützung bei feinen Verbündeten gefunden habe. Es sei zu hoffen, daß in künftigen Verhandlungen auf der Grundlage der von Deutschland angenommenen Kompromißformel, die vielleicht noch einer Verbesserung fähig sei, eine allgemeine Uebereinftimmung über die Schaffung eines wirksamen Derhütungs- Mechanismus des Rates erzielt werde. Die Erhöhung der Sicherheit der Staaten würde auf diese Weise besser erreicht, als durch den Ausbau eines starren Sanktionsoerfahrens, das doch nur einsetzen könnte, wenn es bereits zur Katastrophe gekom- men wäre. Auch das Abkommen über Finanzhilfe würde schon durch seine bloße Existenz eine gewisse kriegsverhütende Wirkung haben.
Ergeb lslvse Flott nbesprechung
Die Afrika Probleme im Vordergrund.
Paris. 15. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" in Genf erklärt, daß die gestrige älnterre- dung zwischen Driand und Grand! insofern ein Äovum gebracht habe, als das Flottenproblem vorläufig wieder in den Hintergrund treten oder vielmehr innerhalb des gesamten italienisch-französischen Fragenkomplexes behandelt werden solle. Die Grenzberichtigung in Tr i p v l i t an i e n ünd die Regelung der rechtlichen Stellung der Staliener in Tunis seien die beiden Fragen, die zunächst einmal auf diplomatischem Wege erörtert werden würden. Briand wird übrigens, wie aus Gens gemeldet wird, schon morgen abreisen, um am Samstag, wenn sein Fragebogen über die europäische Wirtschaftsföderation veröffentlicht wird, in Paris anwesend zu sein.
stadt 28 Prozent, in Mainz 30 Prozent auszuschütten. — Angenommen wird eine Entschließung: Um dem Rechtsempfinden Genüge zu tun, sollten die hessischen genossenschaftlichen Sparkassen und die zur Auswertung nicht verpflichteten Kreditinstitute eine Ausschüttung aus einer zu bildenden Masse vornehmen.
Der Landbundantrag auf
Stundung von Landessteuern bei landwirtschaftlichen Steuerpflichtigen wird durch die entgegenkommende Regierungsantwort für erledigt erklärt. Das gleiche geschieht mit _ einem kommunistischen Antrag betreffend Pfändung kleinbürgerlicher Betriebe. Auf die Dorwürfe der Kommunisten Hammann und Angermeier erklärt Minister Ko- rell, daß im Einvernehmen mit dem Finanzminister die Finanzämter angewiesen seien, bei Landwirten Pfändungen und Zwangsversteigerungen wegen rückständiger Landessteuern b i s zum Oktober nicht vorzunehmen.
Ein Zentrumsantrag, bei der Reichslegierung auf zahlreiche Aenderungen beim Tarifvertrags-, Arbeitsvertrags- und Betriebsrätegesetz hinzuweisen, wird nochmals vom Abg. W e s p (Zentr.) begründet. Er setzt sich dabei mit den Verfassern verschiedener sozialpolitischer Schriften, insbesondere mit Professor Horneffer, Gießen, auseinander, die Sozialreaktionäre schlimmster Art seien.
Abg. Dr. Werner (RS.) stellt fest, daß Professor Horneffer kein Mitglied der deutschnationalen Partei ist. Professor Horneffer ist als Gelehrter eine anerkannte Gröhe, seine Kritik an der Sozialpolitik ist auch von anderer Seite und durch die offenkundige Krise her Sozialpolitik bestätigt worden.
Minister K o r e l l weist zurück, daß Horneffer Mitglied der Demokratischen Partei fei. Wenn er Mitglied gewesen wäre, hätte ich seinen Ausschluß beantragt. Sch bedauere sehr, daß ein Mann an der hessischen Universität in Gießen lehren kann, der zu solchen Verzerrungen einer berechtigten Kritik an der Sozialpolitik greift, der sich nicht scheut, in ausgesprochenen Scharfmacher verbänden schwerste Beleidigungen gegen die deutsche Arbeiterschaft zu gebrauchen.
Von der Regierung wird auf kommunistischen Antrag erklärt, daß in Wölfersheim streng
auf die Einhaltung der Tlnfallver- Hütungsvorschriften geachtet werde. Die ■Unfälle größerer Art seien nicht zahlreicher als in anderen Ländern. Die beiden tödlichen lln- fäUe sind durch die Unachtsamkeit eines Arbeiters beim Aufstellen eines großen Gittermastes entstanden.
Auf die kommunistische Kleine Anfrage wegen der
ttnruhen in Worms
erklärt Minister Leu sch ner u. a.: Die Darstellung, die von den Wormser Vorgängen gegeben wird, widerspricht dem Ergebnis der inzwischen vor dem Bezirksschöffengericht in Darmstadt stattgehabten Hauptverhandlung, auf Gründ deren der preußische kommunistische Abgeordnete Oskar Müller wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen das Gesetz sowie wegen Aufruhrs als Rädelsführer zu eine-r Gesamt- st r afevon 1 Sahrund3MonaTen Ge - f äng nis, das Wormser kommunistische Stadt- ratsmitglied Haas wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen das Gesetz zu neun Monaten Gefängnis und eine Anzahl anderer Teilnehmer an den Unruhen zu Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu einem Sahre verurteilt worden sind. Bei den von den kommunistischen Führern verschuldeten Wormser Unruhen hat die Polizei nur ihre Pflicht erfüllt, für Aufrechterhaltung der aufs äußerste bedrohten öffentlichen Ordnung und Sicherheit Sorge zu tragen. Die Maßnahmen, die sie nach eigenem pflichtgemäßen Ermessen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung getroffen hat, hielten sich nach der Feststellung des Urteils des De- zirksschöffengerichts Darmstadt im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeit. Die in grobverlehender Form gegen die Polizei erhobenen Vorwürfe werden entschieden zurückge- wiesen. Die Regierung wird Abgeordnete in der rechtmäßigen Ausübung ihrer Abgeordnetenrechte jederzeit schützen.
Auf eine Kleine Anfrage betreffend Sleuerhinlerziehung in Hessen wird vorn Finanzminister Kirnberger erwidert: In den Jahren 1927 und 1928 sind in Hessen auf dem Gebiete der direkten Reichs- und Landessteuern an Geldstrafen rund 208 000 bzw. 242 000 Mark rechtskräftig festgesetzt worden. Auf dem Gebiete der Zölle und Verbrauchsabgaben wurden 1927 rund 84 Millionen, 1928 rund 2 Millionen Geldstrafen erkannt, von dem letztgenannten Betrag mußte allerdings die Hälfte wieder erlassen werden. Nach der Ergebnisübersicht betragen die Mehrsteuern im Sahre 1927 rund V/t Millionen Mark Reichs- und rund 85 000 Mark Landessteuern, im Jahre 1928 rund 5 Millionen Mark Reichs- und 135 000 Mark Landessteuern. Diese Zahlen enthalten nicht nur die hinterzogenen, sondern alle Steuerbeträge, deren Nacherhebung durch die Tätigkeit der Buch- und Betriebsprüfungsstellen aus irgend welchen Gründen erforderlich wurden. Ich hab« aber jetzt besondere Anschreibungen über hinterzogene Mehrsteuern in Berlin angeregt. Für das Jahr 1929 sind die gewünschten Angaben leider unmöglich, weil über dieses Rechnungsjahr noch keine Abschlüsse vorliegen. Auf Grund des § 10 der R. A. O. ist die Angabe der Namen derjenigen Steuerpflichtigen, die sich einer Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben und der gegen sie verhängten Strafen u n m ö g • l i ch. Der auffallend hohe Betrag der Strafen auf dem Gebiet der Zölle und Verbrauchsabgaben im Rechnungsjahr 1927 ist darauf zurückzuführen, daß sich darunter der Fall Nödling-Oppen- heim befindet, in dem allein auf Strafen in Höhe von rund 83 % Millionen Mark durch das Gericht erkannt wurde. Mit dem Eingang dieser Summe ist selbstverständlich nicht zu rechnen.
Donnerstag: Beginn der Etatsberatung.
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Obwohl der hohe Druck im Südosten zu Baro- meteranftieg geführt hat, so dürste durch ihn unsere Wetterlage keine Beständigkeit erhalten. Vielmehr wird der Druckfall im Raume zwischen den britischen Inseln und Island eine weitere Westwetterlage djaffen. Das Wetter bleibt infolgedessen noch veränderlich, wobei zeitweise Niederschläge auftreten.
, Temperaturen erfahren vorläufig kein« merkliche Aenderung.
Wettervorhersage f Ür F rei ta g: Zeit- weise Eintrübung mit Riederschlägen, aber auch aul^terHo; keine stärkere Temperaturänderung.
Wettervorhersage für Samstag: Roch kein beständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 14. Mai: mittags 13,8 Grad Q-elfius, abends 11,8 Grad; am 15. Mai: morgens 11,7 Grad. Maximum 16,6 Grad, Minimum 7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Mai: abends 13,4 Grad; am 15. Mai: morgens 9,4 Grad. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenschein« dauer zwei Stunden.
Anfragen iind Anträge im Hessischen Landtag.
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Doch heute gilt im Jahre 1841 ci Le Blanc verso als grundlegende des Künstlers au finden, an denen hat. Die Kupferst Mg auch Will Um - nennt, I zielen heute aus trotzdem besah da Jahre 1926, tvie eir beweist, schon 81 ( aus Mitteln ertvoi Hand des Geheim flammten; er, der s wollte auch dein $ ein Denkmal sehen.
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