Ausgabe 
14.7.1930
 
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Sie Mersuchuna des Lübecker Kinderflerbens.

Oer Bericht des Lübecker Bürgerschastsausschusses. Schwere Dorwürfe gegen die leitenden Aerzte.

ß ü b e d , 12. 3uli. (WLB.) Der mit der Un­tersuchung te« Kindersterbens beauftragte Qlu«- schuh der Lübecker Bürgerschaft hat seinen sinter- suchungsbericht oorgelcgt. 3m einzelnen legte der Ausschuh in seiner Mehrheit Obermedizinol- rat Dr. Altstädt u. a. xur Last, dah er seiner­seits das ReichSgesundheit-amt weder von der beabsichtigten allgemeinen Einführung de- Lalmette-VerfayrenS benachrichtigte, noch Er­kundigungen über den Verlauf der dort ange­ordneten experimentellen Prüfung eingeholt, dah er, am 26. April von dem eingetretenen Unglück benachrichtigt, zwei Tage lang sich nicht im mindesten um die Angelegenheit kümmerte, den bereit- an Hebammen ausgegebenen und noch nicht verfütterten Impfstoff nicht zurück­zog und fast drei Wochen lang Aerzte und Eltern über die den gefütterten Kindern drohenden Gefahren vollständig im Un­klaren lieh. Schließlich ist festgestellt, dah Obermedizinalrat Dr. Altstadt der Oeffentlich* feit gegenüber bezüglich der Tierversuche un­richtige Angaben gemacht hat.

Professor Dr. D e h ck e wird u. a. zur Last ge­legt, dah er die Herstellung der Calmette-Dafzine übernahm, ohne in seinem Laboratorium ent­sprechende Vorsichtsmaßnahmen zu tref­fen, ja, sogar Galmette-Kulturen in demsel­ben Brutschrank wie menschliche Tbc-Äultuten aufbewahrte, dah er in Erkenntnis der Gefährlichkeit deS Mittels die

Aufschwemmungen vernichtete, statt sie für eine schleunige Untersuchung sicherzustellen, dah er nichts unternahm, um weiter zur Derfütterung an Kinder herauSgegebeneS, aber noch nicht versütterteS BLQ-Material nach dem 26. April zurückzuziehen.

Professor Dr. Kl oh wird zur Last gelegt, dah er am 19. April, alS im Kinderhospital ein Todesfall vorlag, den er selbst mit grober Wahr­scheinlichkeit auf die öLQ-Fütterung zurückführte, keine Mitteilung davon machte und nichts unternahm, um die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen. Die Mehrheit de« Ausschusses sieht sich daher zu der Feststellung gezwungen, dah die verantwortlichen Aerzte die ihnen durch ihr Amt auferlegte besondere Sorg­falt in ernster Weise verleht und mit einer Fahrlässigkeit gehandelt haben, für die sie disziplinarisch und strafrechtlich zur Rechen­schaft zu ziehen sind. Der Bericht der Minderheit ist in seinem Urteil nicht so scharf wie der Bericht der Mehrheit.

Zwei neue Todesopfer.

Lübeck, 14.3uli. (WTB. Funkspruch.) Don den mit dem Tuberkulosepräparat gefütterten schon erkrankten Säuglingen sind seit SamStag wieder zwei gestorben, so dah die Gesamtzahl der Opfer nunmehr auf 5 7 sich erhöht hat. Krank sind noch 62, gebelfert 73, gesund bzw. in ärztlicher Beobachtung 59 Kinder.

waren, sind dadurch in jüngster Zeit auf ein ge­ringe- Maß eingeschränkt worden.

Der Ausbruch auf dem kurkschacht in Hausdorf am 9. Juli d. 3., dem etwa 150 brave Bergleute jum Opfer gefallen find, Hal sich nicht beim Schießen, sondern während der Arbeitszeit er­eignet. wodurch dieser Ausbruch auvgelösl wor­den ist, ist zur Zeit noch unbekannt und wird vielleicht nie ganz aufgeklärt werden können.

Die Erfahrungen, die durch lange erfolgreiche Hebung bestätigt waren, scheinen zunächst über den Hausen geworfen zu fein. Gs tft zu hoffen, daß es den Arbeiten des Ständigen Ausschusses zur Erforschung der Kohlensäureausbrüche Rie- derschlesiens gelingt, auch dieses schmerzliche Rätsel zu lösen.

Es ist verständlich, dah di« vorstehend geschil­derten Sicherheitsmaßnahmen außerordent­liche Erschwernisse für den Betrieb mit sich bringen. Schon allein der durch die Schieh- zeiten bedingte Verlust an Arbeitszeit bedeu­tet eine schwere Belastung für die davon be­troffenen Gruben. Dazu kommt die Rotwendig­keit eine- fast gänzlichen Verzichts auf alle Hilfsmittel und Maßnahmen der modernen Berg­bautechnik. Man kann sich In anderen Stein­kohlenrevieren wohl kaum noch den Abbau ohne die Verwendung von Schrämmaschinen und Ab­bauhämmern denken. Während anderwärts die Schießarbeit auf daS äußerste eingeschränkt wird, muh sie im Reuroder Revier künstlich gestei­gert werden. Während man schließ.ich auf modernen Dteinkohlengruben fast überall zum schnellen Verhieb mit langen Abbaufronten über­gegangen ist muh im Reuroder Bezirk der Ver­hieb langsam erfolgen, um der Kohlensäure Gelegenheit zum Ausgasen zu geben. Damit ist auch eine Konzentration des Betriebes auf eine beschränkte Anzahl von GewinnungSpu: kien, zu der man heute im 3nteresse der Wirtschaftlich­keit allgemein übergegangen ist, unmöglich ge­worden. Mit der verhältnismäßig großen An­zahl von schwach belegten Abbaubetrieben, wie sie daS Reuroder Revier aufweist, steigt aber auch die Zahl der zu unterhaltenden Abbau­strecken, Wetterstrecken, Förderstrecken usw. ES liegt auf der Hand, dah diese Art der DetcieoS- füprung zu einer außerordentlichen ffir- Höhung der Selbstkosten führt und dah daher die von Kohlensäure bedrohten Gruben des niederschlesischen Stcinkoh enbergbaus seit 3ahren mit großen Verlusten arbeiten. Die berechtigten Klagen deS notleidenden nie­derschlesischen Steinkohlenreviers werden daher auch unter diesen Gesichtspunkten vielen unserer Leser besser verständlich werden.

Aus aller Well

6 neßarn ase.er derS riinerLlnwkrsM

Auf Einladung der theologischen Fa -illät fand eine Gedächtnisse.ec der Berliner Un versität zu Ehren Jibol i >cnacU statt Inmitten einer großen Schar akademischer 3ugend sah man Pro essoren aller FakullS en, Vertreter des Kultusministeriums, des evangelischen Ober» Konsistoriums und der Berliner Geistlichkeit. Geleitet von dem Rektor der llni- Wrliiat imt» dem Dekan der theologischrn Fakul- tat erschienen die Angehörigen des Verstorbenen, Z? - ? * u' ? unter der umflorten Fahne der Fakultät ausgestellt war. Der Rektor, Prosessor Schmidt, gedachie der führenden Stellung HamackS im baltischen Geistesleben und der Treue, mit der er an seiner baltischen Heimat hing. Professor Dr. Erich See berg würdigte Harnacks geistige Gestalt und sein Lesenswert. Der Grund seines Denkens sei ein HniversaliS- wuS Goelhescher Prägung gewesen, verbunden mit einem Humanismus, der weit über die libe­rale Haltung der wilhelminischen Aera hinaus» ^.chle. Man könne Hamack vielleicht den letzten christlichen Humanisten großen Stils nennen. Hu­manistisch feien fein« Gedanken von dem einfachen Wesen des Christentums, humanistisch der Ver­such, dieses Wesen d«Z Christentum-, und damit seine etoige Wahrheit auf historischem Wege zu ermitteln.

0er französische Nationalfeiertag in Straßburg.

3u Straßburg hat der Beschluß des kommu- mstischen Bürgermeisters Huber, gelegentlich des Rattonalfeiertages am 14. Juli nur zu Slawen, aber nicht wie üblich, die öffentlichen Gebäude zu illuminieren, zu Protestkundge­bungen eines Teiles der Bevölkerung geführt, ter nach einem Fackelzug vor das Rathaus zog, die Marseillaise sang und den Rücktritt des Bürgermeisters forderte. In der Rächt soll das Türschild der kommunistischen Straßburger Zetiung .HumanitS- mit blau-weiß-roter Farbe

übermalt worden sein, wofür sich die Kommu­nisten rächten, indem sie am Denkmal der Mar­seillaise einen roten Tuchstreifen mit ter Auf­schrift niederlegten:Rieder mit der Feier des 14. 3ulll Ss lebe die Feier des I.Mall"

Ein vollbesetzter Straßenbahnwagen in einen Zluß gestürzt.

3n Buenos Aires entgleiste ein vollbesetzter Straßenbahnwagen auf einer über den RIachuelo führenden Brücke, durchbrach das Geländer und stürzte in den Fluß, von den 70 3nfaffen de» Straßenbahnwagens wurden bis zum Mittag 5 3 tot geborgen, darunter fünf Frauen. Die Mehrzahl der Todesopfer waren Arbeiter, die z u ihrer Arbeitsstätte fuhren. Der verunglückte wagen war Im Begriff, über die kantUeoer-vrücke über den Rlachuclo-Fluh zu fahren, der Buenos Aires von der Ortfchaft Avallaneda trennt. Der A u f z n g war hochgezogen, vermutlich infolge des dichten Rebels bemerkte der Führer des Wagens nicht, dah die Brücke geöffnet war, und fuhr so in den Fluß hinein. Alle Passagiere im 3nncrn des wagen sind, wie man befürchtet hatte, ertrunken. Rur drei Personen, die in der Rähe der Hinteren Plattform saßen, konnten sich retten. Der wagen war vollkommen vom Wasser bedeckt, nur die kontaktstange ragte heraus. Polizei und Feuer­wehr organisierten das Rettungswerk. Bei der Identifizierung der Leichen durch die Angehörigen spielten sich erschütternde Szenen ab. Die Fabriken erlaubten ihren Angestellten, die Arbeit zu ver­lassen, da alle wegen des Schicksals von Angehörigen in Unruhe waren.

Der oldenburgische Ministerpräsident von Finckh f.

Der oltenburfliftte Ministerpräsident Finckh ist am Samstag in St. Blasien einem Lungenlciten er­legen. Der Verstorbene stand im 7 7. Lebens- jähre und war seit 7 Jahren oldenburgischer Ministerpräsident. Das Staatsbegräbnis findet (Ente bkfer Woche In Oldenburg statt. Dag Rumpfkabinett wird durch ein Dekret den Landtag elnrufen, damit dieser eine neue Regierung wählen kann.

Aus der Promtwafbaupfftobt

Gießen, den 14. Juli 1930.

Oie Antwort.

Bor einiger Zeit wandte ich mich an einen mir fremden, aber doch durch verschiedene B.-ziehun« gen verbundenen Herrn. Sine kleine geschäftliche Angelegenheit, die mir, wenn sie nach meinem Wunsch« ausgegangen wäre, Freude bereitet hätte, dem aber, der eS in der Hand hatte, mir eine Freute zu bereiten, weder Mühe, noch Kosten, noch irgendeine Verpflichtung aufcrlegt hätte. 3m Gegenteil, eS ist any.inejmen, daß er tem Unternehmen, tem er als Mitarbeiter zu dienen hat, damit gedient hätte. Ganz sicher rechnete ich damit, daß diese- klein« Geschäft | zustande kommen würde. Aber es kam anders: ich erhielt eine Absage, sogar in einer alles andere alS höflichen Form.

Daraufhin wandte ich mich erneut dorthin mit ter Bitte, d.e Angelegenheit nachprüsen zu wol­len, da ich ein Versehen vermute und mir nicht einleuchtend erscheinen wolle, daß mein An­erbieten nicht annehmbar sei, denn eS enthalt« für den Partner unverkennbare Vorteile. Der Erfolg Mcfcr höflichen Ditte war nicht vorauszu­sehen. Ich erhielt einen Brief von solch imper­tinenter Ünhöflichkllt, solcher Anmaßung, solcher Geringschätzung, wie ich noch keinen dieser Art erhalten hatte und vielleicht.auch keinen mehr bekommen werd«. Ich ärgerte mich im Augen­blick darüber, lachte aber bann, legte ihn zu den Akten und dachte mir im übrigen mein Teil über diesen Driesschreiber.

Langst war die Lach« vergessen. Gestern führte sie ein Brief aus ter Vergessenheit wieder her- uuf. Eben dieser Marrn, ter mir den sehr un­höflichen Brief geschrieben hat, wendet sich nun an mich mit einer sehr höflichen Bitte. DaS rlnternehmen, das ihm bisher Verdienst gab und t mit den Mitmenschen so un­

höflich au verfahren, hat ihn auf die Straße gefcöt. Vielleicht ist es dazu gezwungen, well die wirtschaftlichen Verhältnisse Einschränkungen auferlegen; vielleicht hat man auch erkannt, dah ein so selbstbewußter und wenig umgänglicher Mitarbeiter nicht am richtigen Platze ist. Gleich- viel. Die Bitt« dieses Brieses lautet nun dahin, durch eine kleine Annahme, durch ein kleines Geschäft dazu beizutragen, daß seine Lage er­leichtert wird. Statt des einflußreichen Postens mußte er mit einem ganz geringen und schlecht bezahlten zufrieden sein, und jede Beihilfe dient ihm. Ich kann bequem ja dazu sagen. Sein An­gebot ist annehmbar, bedeutet wenig Gewinn.

aber auch keinen Schaden. Hundert andere An­gebote sind nicht vorteilhafter und nicht schlechter. DaS Angebot annehmen, bedeutet so gut wie nichts für mich und ich kann dem Manne die Freute bereiten, ohne ein Opfer bringen zu müssen. Ich kann fein frühere» Verhalten ver­gessen, wenn ich will. Ich kann mich aber auch oiese» Verhaltens erinnern und nun mit gleicher oder doch ähnlicher Münze zahlen. Ich hätte dann eine Genugtuung, die ich sobald zu er­langen nicht erwartet hatte. Lind ich denke mir, wie schnell es doch manchmal geht, daß man recht bekommt, wie rasch der Aufgeblasene und Roh« von seiner Höh« herunterfällt und klein­laut wird. Man muh nur ein wenig warten können, man darf nur nicht ungeduldig werten.

Wenn ich nun aber eine Art Vergeltung übe, was habe ich davon? Handle ich dann im Grund« besser als ter, dessen Handlung mir mißfiel? Ich hätte allerdings einige Entschuldi­gungen dafür, aber wäre ich ganz gerechtfertigt, wenn ich tem Gedanken, Vergeltung zu üben, nachgäbe? Wenn Ich aber alle» vergessen sein lasse, ist e» dann nicht auch wieder schwächlich und charakterlos? Denn eine Art Fußtritt war eS, den ich damals erhielt, und ich will nun mit einer Gefälligkeit antworten ? Es ist eine Ge­fälligkeit, wenn ich den Brief von damals be­denke. Wenn ich nun aber einen vom Schicksal und von seinen eigenen Mängeln Gedemütigten weiter demütige, well Ich jetzt da- Heft in ter Hand habe, ist da- groß und schön gehandelt? Auch nicht. WaS also? S.

Taten tür Dienstag 15. Juli.

Sonnenaufgang 4 älhr, Sonnenuntergang 23.11 illbr. Mondaufgang 22.29 Uhr, Mondunter- gang 8.33 Uhr.

1606; ter Maler Rembrandt Harmensz van Ryn In Leiden geboren; 1831; der Bildhauer Reinhold Begas in Berlin geboren: 1929: der Dichter Hugo von HofmannSthal in Wien gestorben.

Hornotizcn.

TageskalenderfürMontag. Schützen­verein Gießen. Mitgliederversammlung, 20.30 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die verschwun- dene Frau" undVater, ich klage dich an".

Stadttheater Gießen. Man schreibt und: Morgen wird das Stadttheater Sascha Guitry« oleraftige Komödie »Wir wollen träu­men aufführen. Sascha Guitrh, ter selbst Schau­spieler ist, hat mit feinen Kammerluft- spielen »Mein Vater hat Recht gehabt". Schwarz und Weiß",Ich liebe Sieb'* undWir wollen träumen", auf den vornehmsten Bühnen Deutschlands zahlreiche Erfolge erzielt. Di« Vor­stellung beginnt um 20 Uhr. Mitwirkente: Maria Koch, Hans HaiS, HanS Tannert. Spielleitung führt HanS Hais, der sich mit dieser Inszenierung zum ersten Mal« dem Gießener Publikum alS Regisseur vorstellt. Aus die Vergünstigung durch daS Sommerabonnement wird nochmals aufmerk­sam gemacht.

**Neue philosophische Forschung." Morgen, Dienstag, 20 Uhr, wird Frau Auguste Eiders (Krefeld) im Hörsaal 44 der Universität für Freunde der Philosophie und Religion einen Vortrag halten über das ThemaSchauen des ewigen Seins des Urgrundes aller Dinge". Inter- essenten seien auf di« Einladung Im heutigen An­zeigenteil hingewiesen.

** Don der städtischen Straßenbahn. Wie in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigen- teil festgesetzt wird, verkehren an Sonn- und Feier- tagen die Wagen der Linie BahnhofMarktplatz Wikfecker Weg von vormittags 10 Uhr bis 13 Uhr bis zur Ausweiche am Friedhofsweg.

** Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oterhesslschcn Automobllclub S. D. (QL v. D.) Gießen. Die Frankfurter Straße zwischen Cölbe und Marburg wird ab 21. Juli bi« 15. August 1930 für sämtlichen Verkehr gesperrt, .Umleitung erfolgt über Cölbe-WehrdaMarburg Gleich­zeitig wird die Frankfurter Straße zwischen der Lahn- und Eisenbahnbrücke bei Cölbe wegen Aus­führung von Arbeiten halbseitig gesperrt. Sperr- und Umleitungstafeln sind aufgestellt. Wegen te£ Reubaues ter Landwegebrücke in km 0,2 -s- 50 wird der Landwegezug RonhausenRehbrücke ab 15. Juli bis voraussichtlich 28. August für den Kraftfahrzeugverkehr gänzlich gesperrt. Umleitung auö Richtung Marburg erfolgt über: Marburg Rehbrücke bzw. über RonhausenGbsdors -Hach­bornDellnhausen und aus Richtung Giesen über Gisselberg-Marburg bzw. über Dellnhausen Ha-chornEbsdorf-Ronhausen. Die Sperre auf ter Provinzialstraßenstrecke Heuchelheim- Windyof wird ab 14. Juli aufgehoben.

Tagung der hessischen Klein- gar t enbauvereine. Dcr LandcSv.rdand der hcs!cs3en Ä.c.ngartenbaub.r Ine hielt am Sonn­tag in Darmstadt seinen 5. V-rbanbstag ab, der sehr zahlreich besucht war. Die I.ll :.es ungemein» schast ter K.eingartenoautreiben en Darmstadt- Qlord und Mau.veeraliee a s die veranstalten- ten Vereine hatten ter Tagung einen sehr ichönen Rahmen gegeben. Ramentlich die Dlurnen- und Rosenschau erfreuten sich eine- ausgezeichneten Besuch-. Die geschäftlichen Punkte des Ver- bcnu6tage» wurden wie stets in voller Harmonie erledigt.

Reich^faahnperfonalien. (Ernannt wurden Hilfsrcservelokomotioführer Lemp in Gie­ßen und Reu sch in Dillenburg zu Rcseroelokomo- tioführern. Versetzt wurden Reichsbahnamtmann (öetriebdingenieur) Eberts oom Reichsbahn Be- triebsamt Wetzlar zum Reichsbahn-Betrlebsamt in w>eßen für den wegen Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand getretenen Reiche bahnamtmann (Betriebsingenieur) E n tz e r o t h, Weichenwärter Schlienbeckcr von Lohra nach Niederwalgern, Reichsbahnbaumeister B e r n d t von Gießen zum Reichsbahn-Betriebsamt Limburg. Die Prüfung zum Reichsbahnobersekretär (Laufbahn für Oberbahnhofsvorfteher, Oberinspektoren usw.) haben bestanden die Reichsbahnassistenten Wilh. Schnei- der und Wilhelm W e fa e r II. in Gießen.

Die Darmstädter Paratyphusepidemie überwunden.

WSD. Darmstadt. 12. Juli. Lieber den Dtand der ParatyphuSerkrankungen im eiifatetbcnftift wird von zuständiger Stelle nut geteilt daß sich in ten letzten 24 Stunden ke i n e r. e i Veränderungen ergeben haben. Die Kranken, die sämtlich seit einigen Tagen [iebecfxel sind, befinden sich auf dem Wege Besserung. Reue Erkrankungen sind nicht erfolgt Auch in dem Befinden der älteren Pa­tienten ist eine Wendung zum Besseren einge­treten. Man glaubt die Epidemie nunmehr alS überwunden an sehen zu können.

Historische Kommission für Hessen und Waldeck.

ff Marburg, 13. Juli. Wie mitgeteilt wird, fand dieser Tage im Senatsfaal ter Universität die diesjährige Hauptversammlung der Historischen Kon, Mission für Hessen und Waldeck statt. Der Vorsitzende, Pros. Dr. Stengel, Marburg, gedachte ter im letzten Jahre verstorbenen Herren und gab bekannt, daß Prof. Dr. M o m m s e n, Marburg, in ten Vor­stand eingetreten sei. Zu Mitgliedern wurden ge­wählt: Präsident des Lanteskirchenamts Dr. Bähr, Kassel, Prof. Dr. L. Berthold, Mar­burg, Pros. Dr. Jung, Marburg, Studiendirek­tor Dr. K l i b a n s k Y, Köln. Prof. Dr. Th. Mayer, Gießen, Studienrat Dr. Schmt11, Kassel, Direktor ter LandeSbibliotbek Dr. Theele, Fulda, Archivafsistent Dr. Wrede, Marburg. An den Bericht deS Schatzmeisters, Staatsarchivrats Dr. Knet sch, Marburg, über die Kassenlage, die als nicht sehr günstig be­zeichnet wurde, schlossen sich Mitteilungen te« Vorsiyenden über die zahlreichen lausenden wissen­schaftlichen Arbeiten, an denen eine ganze Reihe von Gelehrten beteiligt find und die neuen Unternehmungen, von denen eine geplante Edi­tion von Akten zur Politik Hessen-Kassel- unter ter Landgräfin Amalie Elisabeth erwähnt sei, fand die Versammlung ihren Abschluß mit einem gemeinsamen Mahl Im .Ritter".

5. Oberhessischer Turnerschaftertag.

]( Marburg, 13.3ulL Die oberhessischen Tumerschasten im V.-C.-Derband aus Marburg und Gießen hielten gestern hier ihren dies­jährigen Turnerschaftertag ab. zu dem sich auch Vertreter ter V.-C.-Turnerschasten auS Göttingen und Darmstadt sowie viel« Alt« Herren auS allen Turnerschasten eingefunden hatten. Ein Einpsangsabend vereinte die bereit« am Freitag elngetrolfencn Teilnehmer auf dem Daxonenhaus. Der SamStagvormittag wurde durch sportliche Wettkämpfe im ilnl- versitätsstadion auSgefüllt, die durch allgemeine Freiübungen sämtlicher anwesender Turner­schasten cingeleltet wurden. An der 4X100-M«» ter-Stasfel beteiligten sich vier Mannschaften. Den ersten Sieg errang Schaumburgia Marburg, den zweiten Arminia Gießen. Die Schwe­den-Staffel gewann Schaumburgia Marburg, 2. TuiSkonia Marburg. Ein Handballspiel zwi­schen V. C. Marburg und D. C. Gießen endete mit einem Ergebnis von 7:4 zugunsten Mar­burgs. Bei strömendem Regen durchzog nach­mittag« ein stattlicher, über 300 Teilnehmer zäh­lender Festzug, bei dem Chargierte zu Pferd die Spitze bildeten, die Straßen der Stadt. Der auf dem Marktplatz vorgesehene Dämmerschoppen muhte wegen des anhaltenden Regen- in den Stadtsaal verlegt werten, wo der 1. Chargierte der Turnerschaft Saxonia, stud. Schrader, die Erschienenen begrüßte. Cr betonte dabei ins­besondere, daß ter Turnerschaftertag ein kraft­volle« Bekenntnis zu dem V.-C.-Verbande und zu dessen Grundsätzen bedeute: mens sana in

Die Wetterlage.

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LLettervoraussagc.

3nso.ge kräftigen Luftdruckanstieges ging im Lause de- gestrigen ^iachmittags in unserem Bezirk di« Dewo.kung zurück und zeitweise war vol.kommen heitcrer Hm.mel. Durch die neue über den britischen Inseln liegende Störung w.rd jedoch die Zufuhr feuchter ozeanischer Luft wieder gefördert, was sich heute morgen schon durch erneute Eintrübung bemerkbar machte. Barometerfall deutet darauf hin, daß das Tief bei seinem Weiterzug unser Geoiet nicht ganz verschont lassen wird. Der Himmel dürfte also noch vielfach bewölkt sein, wobei allerdings auch Aufheiterung eintritt. Zeitweise können sogar Riederschläg« auftreten.

Wettervoraussage für DienStag: Teils wolkig, teil- heiter, Temperaturen wenig verändert, einzelne Riederschläge.

Witterungsaussichten für Mitt­woch: Roch fein beständiges Wetter.

RciferoetteröienfL

Swinemünde. 21 Grad, warme Rächt, Süd- Westwind: heute morgen: halb bi- ganz bedeckt, gestern: teils heiter, teils wolkig.

Westerland auf Sylt. 16 Grad, gestern: warmer Tag, Westwiird; heute morgen: halb bi« ganz bedeckt; gestern: teils heiter, teils wolkig.

Garmisch-Partenkirchen. 9 Grad, gestern: vorherrschend kühl, Südwestwind; heute morgen: heiter bi« halb bedeckt: regnerisch.

Baden-Baden. 13 Grad, gestern: vor­herrschend kalt und unfreundlich, Südwestwind; te ite morgen: heiter bi« halb bedeckt; geftenu regnerisch.