Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 14. Juni 1930.
fünfer der blühenden Lindes
3m Wald, an einer Wegkreuzung, schaute ich unwillkürlich in die Höhe: Der süß« Duft der Lindenblüte kam durch die Luft. Richtig, da stand an der Öde, einsam und verlassen, ein lunger Lindenbaum. Wie der wohl hierher kam, verirrt in den großen Wald? ilnb da- Lied fiel mir ein: Es steht eine Lind' im tiefen Tal, ach Gott, waS tut sie da?
3a, die ßinbe ist kein Waldbaum, sie braucht keine große Gesellschaft, sie wächst am liebsten allein, denn sie will '.yre schöne Krone nach allen Seiten entfalten. Sie braucht Luft und Licht. Unb boch strebt auch sie zur Höhe. Wie ost sehen wir Linden, die eine Kapelle oder gar eine Kirche überschatten.
Ich hielt kurze Rast unter dem cinfamen Lindenbaum und schaute hinauf nach den Blüten, die in ihrem unscheinbaren. Kleid kaum bemerkt werden, dafür aber einen herrlichen Duft auS- strömen, der Tausende von Bienen anlodt. So war^eS auch hier. Wie weit mochten die kleinen Honigsammler wohl fliegen, um hier ihre Schätze zu holen? Sie summten zusriedcn, summten und ftedten den Rüssel in die süße Speise. Und sie erzählten mir von den alten, schönen Liedern vom Lindenbaum. ...
Die Linde ist der LieblmaLbaum der Deutschen. Fast in jedem Dorf, an jeder Landstraße, finden wir sie. In unzähligen Ramen lebt sie weiter, Dörfer und Städte heißen nach ihr, Mädchennamen erinnern an sie. Straßen und Plätze, Apotheken und Gasthäuser führen ihren Ramen. Den alten Deutschen war sie heilig. Unter ihrem Schatten wurde daS Dolksgericht gehalten.
Und welches Alter mögen manche Dorslinden haben, die oft gestützt mit starken Pfeilern, immer wieder austreiben, wenn auch der Stamm schon halb zerfallen und mit Mörtel auSgefüllt iftl Was könnten sie erzählen! Wieviel Menschen saßen schon in ihrem Schatten, hielten Zwiesprache oder schwuren sich ewige Liebe. In zahlreichen Bolksliedern lebt der Lindenbaum. SS steht eine Lind' in jenem Tal. ... Drei Caulx' auf einer Linde. ... Ein Vöglein fang im Lindenbaum. ... ES stand eine Lind' im tiefen Tal...
Die Dichter fingen von ihr: Am Brunnen vor dem Tore. ... Die Lindenwirtin. ..
Der Drache hauste unter einer Linde, ein Lindenblatt fiel dem jungen Siegfried auf die Schulter und schuf die einzige Stelle, an der er verwundbar war. Der finstere Hagen erschlug Siegfried unter einer Linde. ... So erzählen unS gar viele Sagen vom Lindenbaum. —
ES ist schön, daß unsere Straßen nicht immer nur mit Obstbäumcn bepslanzt werden. Der reine RützlichkeitSstandpunkt tut eS nicht. Dafür erfreuen uns die schattigen Linden mit den weit ausbolcnden Kronen. Gar manche Brücke wird geschuht und überschattet von Linden- bäumen. Wie treue Wächter stehen sie hüben und drüben, schon von weitem erkennbar an der schönen Form ihrer Krone. Im Dorfe aber ist eS der Platz vor dem Rathaus, oder vor der Kirche, wo die Linden wachsen, wo die Kinder ihren Ringelreihen tanzen, wo an warmen Som- merabenben alt und jung zusammenkommt, wo Scherze und Redereien durch die Lust fliegen... 3a, die Sommerabende auf dem Lande! Und erst die Rächte! Da rauscht gar oft der Sornrner- wind durch daS Laub der Linden (sind die Blätter nicht herzförmig?), und drunter steht ein Paar und flüstert leise „unter der blühenden Linde".
Bon einer Wanderung durch den Odenwald ist "Thir ein Sonntagnachmittag unvergeßlich geblieben. Ss war in einem ganz kleinen Dorfe. Schon von weitern hörten wir eine Stimme und glaubten, es wäre ein Gottesdienst im Freien. Als wir näher tarnen, sahen wir saft daS ganze Dorf unter einer großen Linde versammelt. Die Frauen hatten ihre Kinder auf dem Arm, die Männer rauchten ihr Pfeifchen. Es war kein Gottesdienst, sondern die Sonntagnachmittags- fufammcnhmft, und die Stimme, die zu allen prach, war die deS alten LehrerS. Er hatte wohl eben einen Bienenschwarm eingefangen, denn die Bienenkappe und ein Korb lagen neben ihm. Er erzählte den lauschenden Zuhörern vom Leben und Treiben der Bienen. Es war nicht wie in der Schule, nein, ganz anders. GS war wohl doch ein Gottesdienst. Die Linde rauschte leise, alS ob sie sagen wollte: So muh eS sein, hier kannst du rasten, hier unter meinem Schuh.
Wie alte Freunde sehen die Linden auf der Landstraße mich an. Hier bin ich vor vielen, vielen Iahren tagein, tagaus, zu jeder Stunde, vorbeigefchritten. um mir in der nahen Stadt die nötige Bildung zu holen. Sie find etwas bider geworben, die alten Freunde, und etwa- rissiger ist die Rinde. Die starken Aeste hat man ihnen abgenommen, aber unverdrossen treiben sie neue Schößlinge. Welche Stürme haben sie schon auSgcbalten, Wasserfluten umbrausten sie und wollten sie entwurzeln, aber unentwegt, troöig, haben sic dem Sturm die Stirn gezeigt, dem Wanderer kühlen Schatten gespendet, den Dienen aber süße Rahrung.
Lind nun blühen sie! Sollen wir ihrer vergessen? O. P.
Modernisierung im Gießener Hauptpostamt.
In mehrmonatiger Umbauarbeit ist eine gründliche Umänderung und Modernisierung der Schalterhalle unseres Hauptpostgebäudes in der Bahnhofstraße vorgenommen worden. Die neu hergerichiete Halle befindet sich feit einigen Sagen in Benutzung. 21n Stelle der früheren dunklen und verbauten Einrichtung ist jetzt eine helle, in lichten Farben gehaltene und mit bankmäßigen Schaltern ver- sehene Anlage getreten, in der man durch zweckmäßige Raumausnutzung dem Verkehr eine bessere Abwicklungsmöglichkeit und den Postbeamten vorteilhaftere technische Arbeitsbedingungen geschaffen hat. Am Eingang der Halle befinden sich die automatischen Fernsprechanlagen für den Ortsverkehr, während die Fern- sprechapparate für den Fernverkehr in der Halle selbst untergebracht sind. Ein großer Schreib- tisch für das Publikum befindet sich mitten in der Halle und ift für die Benutzung am Abend auch mit moderner und helleuchtender Beleuchtungsanlage versehen. Die Halle wird in ihrer Gesamtgestaltung den Anforderungen gerecht, die schon seit einer Reihe von Iahren dringend waren, und sie gereicht in ihrer jetzigen Art nicht nur der Abwicklung des Postverkehrs mit dem Publikum, sondern auch der Bedeutung unserer
Die evang. Gemeinde Gießen im Me 1020.
In ber jüngsten Sitzung der Gesamtgemeinde» Vertretung ber evangelischen Kirchengemeinbe Gießen erstattete ber Vorsitzende, Pfarrer Bechkols» Heimer, ben Bericht be s Gesamtkirchen. oor ft anbet über bas Jahr 1929. Den Darlegungen dieses Jahresberichtes entnehmen wir folgendes: Am 10. Juni 1929 würben zum erstenmal roieber nach sieden Jahren bie Zinsen ber
Toben wart- Stiftung
ausgeteilt. Gemäß ber Bestimmung des Stifters, bes Kanzlers Antonius Wolfs von Tobenwart, mürben bie Zinsen in ber Tobcsstunbe seiner Ehefrau, morgens zwischen 5 unb 6 Uhr, in ber Stabtkirche ausgeteilt. Da es sich um bie Zinsen von sieben Iahren hanbelte, so würben biejenigen, bie sich ge- meldet hatten, — ihre Zahl war nicht sehr groß — reichlich bebacht. — Im Jahre 1929 sanden im ganzen
78 Kirchenaustritte
aus ber Landeskirche statt, ber größte Teil hiervon, ohne daß sich die Austretenden einer besonderen religiösen Gemeinschaft anschlossen, ber andere Teil ist zu ben Sekten gegangen. Unterbessen scheint ber Zulauf au ben Sekten seinen Höhepunkt üderschrit» ten zu haben. Dazu hat auch bie Einrichtung von Bibelstundcn beigetragen, bie erfreulicherweise sehr gut besucht waren. In ben Einzelgemeinden unb in kirchlichen Vereinen fanben sehr viele Vcransial» tungen statt, bie hier nicht einzeln aufgesührt wer- ben können. Vorträge wurden gehalten, sowie musikalische Abenbfeiern veranstaltet und Lichtbilder vorgeführt.
Nach ben Neuwahlen, bie im Spätjahre 1928 ftattfanben, wurden bie
kirchlichen Körperschaften
neu organisiert. Bauunternehmer Georg Becker würbe AUM mitausführenben weltlichen Mitglied des Gefamtkirchenvorstanbes bestimmt, zu seinem Vertreter Juwelier Karl Noll. Mit der Kontrolle ber Einnahmen würbe Rechnungsrat i R. Ebuarb Schiffnie beauftragt. Auch die Ausschüsse wurden neu geordnet. Dem juristischen Ausschuß gehören an: Pfarrer Mahr als Vorsitzender, die Kirchenvorstandsmitglieder Neue nj)a gen, Koch, Schmäht, Schneider, Dr. Weimar und Psarrer Lenz, Hum Bauausschuß gehören: Pfarrer Becker als Vorsitzender, sowie Pfarrer Lic. Waas, Dr. Schüz, Rentner Winn, Bauunternehmer Becker unb Bauoberassistent Weller. Dem Finanzausschuß gehörten an: Pfarrer Aus- selb als Vorsitzender, bie Mitglieder Noll, Schiffnie unb Malkomesius. Nachbem bdr Letztere aus bem Gesamtkirchenvorstand ausgetreten ist, muß für ihn eine Neuwahl erfolgen. Der Vor- sitzende des Gesamtkirchenvorstandes hat Sitz unb Stimme in allen Kommissionen Der Gesamtkirchen» oorftanb hielt 13 Sitzungen, die Gesamtgemeinbe- Vertretung 3 Sitzungen ob. Don bem Umfang des Geschäftsverkehrs des Gesamtkirchenvorstandes kann man sich ein Bild machen, wenn man erfährt, daß das Tagebuch, bas bie ausgehenben Dienstschreiben verzeichnet, im Jahre 1929 3644 Nummern enthält.
Am Sonntag Jubilate, 21. April, wurde Pfarrer Lic. ©aas, seither in Dberramftabt, burch Dekan Gußmann in sein Amt als Pfarrer ber Petrus- gemeinbe eingeführt. Die Beschaffung einer Wohnung für ben neuernannten Pfarrer hatte vorher einige Schwierigkeiten bereitet Nachdem sich ver- schiebene Verhandlungen zerschlagen hatte, erwarb die Kirchengemeinde von Profeisor Dr. Pridram das Haus Gnauthstraße 17 für den Kaufpreis von 23 000 Mark als Wohnung für ben Pfarrer der Petrusgemeinbe. Für die Petrus- und Luther» gemeinbe wurden neue Abendmahls- und lauf- gefäfje angekauft. Für bie Luthergemeinde bzw. für ben Gottesdienst in ber Kapelle auf bem Alten Friedhof wurde eine Orgel angeschafst, bie 10 000 Mark kostete.
Zur evangelischen Kirche ein getreten sind im ganzen 11 Personen, davon von der alt-lutherischen Freikirche 3, von der
katholischen Kirche 4, von den Freireligiösen 3 und von einer sonstigen religiösen Gemeinschaft 1.
Der Gottesbicnstbesuch
am ersten Ostertag betrug 2199 Erwachsene unb 380 Kinder, die Zahl der Kinder ift deshalb verhältnismäßig gering, weit an den Festtagen viele Kinder verreisen. Am 12. Sonntag nach Trinitatis betrug der GotteSdienstbefuch 1177 Erwachsene und 342 Kinder, am 3. Adventsonntag 1292 Erwachsene und 465 Kinder. Im ganzen wurden veranstaltet: 234 Haupt- unb 162 Re- bengotteSbienste. Durchschnittlich wurden die Gottesdienste von 953 Erwachsenen und 232 Kindern besucht. Im allgemeinen bat ber Besuch der Gottesdienste in den beidew Kirchen etwas abgenommen. DaS mag daran liegen, daß jetzt vier Predigtstätten anstatt früher zwei in Gießen vorhanden find. Es liegt auch Dicl^baran, daß in ber Stadt zu viele Veranstaltungen aller Art ftattfinben, die entweder mit dem Gottesdienst zusammenfallen oder kurz nach dem Gottesdienst anberaumt werben unb viele Gemeinbe- glieder anziehen. An ber Feier beS heiligen Abendmahls nahmen im ganzen 4268 Gemeindeglieder teil, und zwar aus ber Mat- thäuSgemeinbe 680, Markusgemeinde 709, LukaS- gemeinbe 1049, IohanneSgemeinbe 903, Luthcr- gemcinbe 555, PetruSgemeinbe 317, Militärgemeinde 9. Trauungen fanden im ganzen 178 statt, und zwar: Matthäusgemeinde 35, Markusgemeinbe 38, LukaSgemeinde 42, Iohan- neSgcmeinde 23, Luthergemeinbe 10, PetrnSae- meinde 15, Militärgemeinde 15. Die Zahl der Taufen betrug im ganzen 297, und zwar: Matthäusgemeinde 49, Markusgemeinde 38, LukaSgemeinde 76. Iohannesgemeinde 38, Luthergemeinde 37, Petrusgemeinbe 56, Militärgemeinde 13. Die Zahl der Konfirmanden betrug im ganzen 399. ES entfallen auf die Matthäusgemeinde 77, Markusgemeinde 65, LukaSgemeinde 109, IohanneSgemeinbe 62, Lu» thergemeinde 37, Petrusgemeinbe 48, Militär- gemclnbc 1. Beerdig t wurden im ganzen 299 Gemeindeglieder, und zwar: Matthäusgemeinde 65. MarkuSgemeinde 41, LukaSgemeinde 71, Iohannesgemeinde 56, Luther- gemeinde 39, PetruSgemeinde 25, Militärgemeinde 2. Die Zahlen der 'Taufen und Beerdigun- g<m geben kein zutreffendes Bild, da viele Kinder auswärtiger Eltern hier getauft und viele auswärtigen Gemeinden angehörenden Personen hier beerdigt bzw. eingeaschert werden.
Die Kirchengebäude
besinden sich in leidlichem Zustande. Die Innen- herrichtung der Iohanneskirche kann auch in diesem Iahre aus Mangel an Mitteln noch nicht erfolgen. Viele Kosten verursachten bie Glocken» stühle in den beiden Kirchen: hier versagt manchmal der Apparat. Es liegt daran, daß diese Einrichtungen veraltet sind. Ebenfalls aus Mangel an Mitteln kann eine Reuherrichtung nicht in die Wege geleitet werden. — Insgesamt gingen an
freiwilligen Gaben
für kirchliche Zwecke und für die Pflege der Wohlfahrtseinrichtungen 45 547 Mark ein, darunter für die Heidenmission 1852 Mark, für Innere Mission 17 305 Mark: hier ist die Zahl so hoch, weil in diesem Betrag die Gaben für den Allgemeinen Verein für Armen- unb Krankenpflege verrechnet werden. An Kirchenkollekten für verschiedene Zwecke gingen 2174 Mark ein. Die ReujahrSkollekte betrug 124 Mark, bie Büchsen gelber insgesamt 1447 Mark. An freiwilligen Gaben für bie Armen gingen 3138 Mark ein. Die Kirchenopser, die für Arme und Kranke verwendet werden, betrugen 3009 Mark. Für Hebung deS Gottesdienstes für kirchliche Stiftungen und Aut Förderung deS Gemeindelebens gingen insgesamt 16 309 Mark ein.
Stadt zum Vorteil. Weitere Umbauarbciten, die eine Vergrößerung des Gepäckraumes und der dazugehörigen Einrichtungen zum Gegenstände haben, sind zur Helt in dem Gebäude noch im Gange. Auf dem Hose des Grundstückes wird ferner eifrig an der Fertigstellung der großen Krastwagenhallen gearbeitet, in denen die Kraftomnibusse der von hier aus verkehrenden Om- nibuSlinien eine zweckmäßige Untcrfunft finden sollen.
Meder kein Tagesbesuch des r<9rof Zeppelin".
Veranlaßt durch die Pressemeldung vor einigen Tagen, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" bei feinem Fluge nach Münster (Westfalen) am morgigen Sonntag auf der Hinfahrt auch die Städte Friedberg, Bad-Rauheim, Gießen und Marburg überfliegen werde, hat sich der Verkehrsverein Gießen, der ichon feit einiger Zeit mit dem Luftschiffbau Zeppelin wegen eines Besuches deS Luftschiffes in Ober- Hessen in Verbindung steht, telegraphisch an die Luftschiffleitung gewandt mit der Anfrage, wann man daS Luftschiff voraussichtlich hier erwarten könne. Auf diese Anfrage ist dem Der- kehrsverein Gießen die folgende telegraphische Antwort zugegangen: „Uebcrfliegen Gießen auf Rückfahrt nachts möglich. Luftschiffba u." Hiernach ift also bedauerlicherweife wieder ein Besuch deS Luftschiffes in Gießen bei Tage ausgeschlossen. Auf das nächtliche lieberfliegen unterer Stadt, bei dem man von dem Luftschiff doch so gut wie nichts sehen kann, dürften unsere Mitbürger wohl nicht aäzu großen Wert legen.
Gictzencr Wochcnrnarktpreise.
ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 biS 150, Matte 30 bis 35. Wirsing 15 bis 20, Spinat 10 biS 15, Römischkohl 10 bis 15, grüne Dohnen 40 bis 50. Spargel 40 bis 70, Erbsen 30 bis 35, Mifchgemüse 10, Tomaten 40 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12. Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 biS 15, Kartoffeln, alte 4,5 biS 5. Kartoffeln, neue 10 bis 12. Kirschen 40 biS 50, Stachelbeeren 25 bis 30. Erdbeeren 50 bis 80. Düsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 biS 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Sier 10 bis 11. Blumenkohl 30 biS 70, Salat 8 biS 10, Salatgurken 25 bis 60, Ober-Kohlrabi 10 bis 15„ Lauch 5 bis 10. Rettich 10 biS 20. Sellerie 10 bis 40, Tauben 70 bis 80 Pf. daS Stück: gelbe Rüben 10 bis 20, Radieschen 10 bis 15 Pf. daS Bund: Kartoffeln 3,80 bis 4 QHL der Zentner.
Taten für Sonntag. 15. Juni.
Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.17 Uhr. — Mondaufgang 23.41 Ubr, Monduntergang 7.11 Uhr.
1520: Luther von Leo X. in Dann getan; — 1843: der Komponist Edvard Grieg in "Sergen geboren; — 1888: Kaiser Friedrich III. in Potsdam gestorben.
Taten für Montag, 16. Juni.
1851: Der StaatSrechtSlehrer Georg Iellinek in Leipzig geboren.
Bornotizen.
— Tageskalender für SamStag. ReichSkurzschrislverein GabelSberger: Dereins- abend. 20.30 11 br. auf der KarlSruh. —. Erste ReichSkurzschriftgeselllchast .Gabelsberger"': Dcr- einSabend. 20.30 Uhr. in der .Stadt Lich". — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversammlung. 21 Uhr. .Stadt Lich". — D H. B. Monatsversammlung. Hardt terra sse, Abmarsch 20.15 Ahr an der Lahnbrücke. — Verein Rudersport Gießen 1913 und Akad. Ruderabtei- lung e. D.. Monatsversammlung, 8 30 Uhr — Fuhr- und Transportgewerbe. Gesamtverband Gießen: Versammlung. 20 Uhr. im Gewerk- schaftShauS. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße »Man schenkt sich Rosen, wenn man verliebt ist", auf der Bühne: EiSballett Rose und Honey with Morrison.
— Tageskalen der für Sonntag. Evangelische Dtadtinission: Wald-MiflionSsest. 15 Uhr, Waldbühne. Sicher Straße. — Gießener Ruder-Klub Hassia: Dootstause, 16 Uhr — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eagiiostro" und „Raketen-Omnibus" (mit Pat und Patachon).
— Etadttheater Gießen. Man schreibt unS: AIS zweite Vorstellung tm Sommerabonnement Hal die Intendanz das amerikanische Detektivstück .Ter Eeisterzug" von Arnold Rid- ley für Diestag angefetjt. Den großen Beifall, den diefeS spannende und äußerst geschickt ausgemachte Werk in der Winterspielzeit gefunden hat. veranlaßte eine einmalige Wiederholung. Die großen technischen Schwierigkeiten des Slük- kes (eS wird unter anderem ein fahrender Eisenbahnzug dargestellt) ließen nur wenige Ausführungen zu. Zu bemerken ist, daß dieses Detektiv- stuck auch der Komik nicht entbehrt und so dem Eharakter der Sommerspielzeit durchaus entspricht. Regie führt Heinrich Hub.
— Vom Konzertverein wird unS geschrieben: Das diesjährige sommerliche Dolks- konzert des Konzertvereins findet am Donnerstag, 26. Iuni, in der Stadtkirche unter Leitung von Dr. Stefan TemeSväry statt. Zur Auf
führung gelangt I. SBachS letztes Werk ..Dis Kun ft der Fuge" in der Bearbeitung von Wolfgang G r a c f e r für Coloinfirumente. großes Orchester und Orgel. Der hiesige Orchesterverein, da- Collegium musicum, zwei Sologruppen, sowie der Organist Herr Rebeling werden sich in bie Ausführung teilen und an den Höhepunkten zu einem Klangkörper von imposanter Klangfülle zufammenfinden. .Die Kunst der Fuge, vom Bearbeiter als das gewaltigste Derk der abendländischen Mnlik" bezeichnet, wurde erstmalig 1927 in Leipzig und danach nur in größeren Städten zur Aufführung gebracht, unb so dürste die Gießener Veranstaltung geeignet sein. daS besondere Interesse unteren Musik- sreunde zu erwecken. Marburger und Wetzlarer Kreise haben bereits aus die erste Kunde von dem Unternehmen ihr Erscheinen angekündigt.
*• Der Zutri tt zu den Stadtratssitzungen. Im heutigen Anzeigenteil veröllent* licht die Stadtverwaltuirg eine Delainuinachuna. in der daraus aufmerksam gemacht wird, daß der Zutritt zum Zuhörerraum der öffentlichen Sitzungen deS StadtratS nur gegen Vorzeigen und Abgabe einer Einlaßkarte gestattet ift. Ins» getarnt werben nach Maßgabe des vorhandenen Raume» 60 Einlaßkarten auSgegeben. Die Ausgabe erfolgt am Tage vor jeder öffentlichen Sitzung durch die Vorsitzenden der MitgUederver- cinigung des Stadtrates ober deren Beauftragte; außerdem werden Einlaßkarten durch die Stadtverwaltung au-gegeben. Die Karten find nicht übertragbar. An jeden Gesuchsteller wird nur eine Einlaßkarte verabsolgt.
" Witterungsumschlag. Rachdem bereit- in den gestrigen RachmittagSstunden bei ztmehmender Bewölkung und Windstärke ein Gewitter über unsere Stabt niederzugehen drohte, welche» jedoch im Vogelsberg zum Ausbruch kam. setzten in ben heutigen Morgenstunden krästige Riederschläge ein, die nach der Trockenheit der letzten Tage von ber Lanbwirtschast sicher sehr angenehm empsunden werden dürsten. Ss bleibt abzuwarten, ob bie Regensälle von längerer Dauer finb und für die notwendige Durchfeuchtung de- Boden- und der Vegetation au-reichen.
"ViehMärkte in Gießen. Am Dienstag, 17. d M.. findet Rinbviep-(Rutzvieh-)markt statt, am Mittwoch, 18. d. M , findet Schtz>eine- marft statt. Aus dem Rindviehmarkt wird sämtliche- Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutz- geimpst.
•• Die Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet.
** E i n Gießener Komponist i in Rundfunk. Die Ausführung der Ouvertüre „Sonnwcnd- feier“ bes hiesigen Komponisten Paul Buchwald, welche für be n30. Mai vorgesehen war und au» technischen Gründen verschoben wurde, findet wie man uns mlttellt, nun endgültig am 17. Juni im Mittagskonzert des Kölner Rundfunks statt.
*• Zur Richtigstellung. In unserem gestrigen Bericht über die Elektro-Koch- und Bratveranstaltungen wurde versehentlich Herr Dr. GoereS als Vorsitzender der Elektrogemeinschaft bezeichnet: die- entspricht nicht den Tatsachen: vielmehr hieß Ingenieur Maße im alS Vertreter der Elektrogemelnschaft und der HauSfrauenberatungSstelle die Erschienenen willkommen.
•• Sommerfest deS Gleiberg-Verein S Am Sonntag, 22. d. Rk., nachmittag- ab 15 Uhr, veranstaltet der Gleiberg-Verein auf der Burg Gleiberg fein diesjährige- Sommerfest, verbunden mit Konzert, Äinberbeluftigung, Kasperltheater, Tanz usw. Von 14 Uhr ab findet an diesem Tage verstärkter AutobuSverkehr nach Gleiberg statt. (RähereS in der heutigen Anzeige.)
*• OeffentNche Bausparkassen. Man schreibt unS: Die durch den Krieg und seine Folgen hervorgerusene Wohnungsnot hat bewirkt, daß man in Deutschland mit zunehmender Aus- merksPitkelt einem System sich zuwendet, welche« in England, Amerika und anderen Staaten schon vor bem Kriege gehandhabt wurde. ES sind die- die öffentlichen Bausparkassen. In diesen Ländern ist da- Eigenheim fein Heuling, sondern fast Allgemeingut, bewirkt durch die öffentlichen Baufparkafsen. Seit einigen Iahren find in Deutschland ebenfalls eine große Anzahl derartiger Bausparkaffett gegründet worden, die teils recht Gute- geleistet haben, zum großen Teil aber durch ihr nicht einwandfreies System unb Geschäftsgebaren die Hoffnungen der ihnen angc- fchloffenen Baufparer nicht erfüllten. Au- Metern Grunde haben die öffentlichen Sparkaffen, fo auch die im Hessischen Sparkassen- und Giroverband vereinigten Sparkassen, sich entschlossen, eine öffentliche Bausparkasse in« Leben zu rufen und denjenigen Teil der Bevölkerung, der auf solider Grundlage sich ein Eigenheim erwerben will, zum sicheren Ziele zu sühren. Eine am-18. Iuni, 20 Uhr, im früheren .Hotel Einhorn" in Gießen stattfindende Versammlung wird ben Interessenten die nötige Ausklarung geben. Man beachte die heutige Anzeige
,e Vol k-tümkiche Rheinfabrt. Man schreibt unS: Am 27. Iuli veranstaltet da- Hapag-Reisebüro, Gießen, seine zweite volkstümliche Rheinfahrt wieder über Mainz-Kastel — Büdesheim — Riederwald — AßmannSha'^n — Koblenz — Gießen ES ist die- bie erste Tour, die kurz nach bet ‘Befreiung de- Rheinlande- vor sich geht, unb die in die Tage der BefreiungSfeiern, sowie des Vefuches des Reich-Präsidenten im Rheinland fällt. Schon jetzt hat bei bem Reisebüro eine lebhafte Rachsrage nach dieser Rßeln- lour eingesetzt Ein. Salondompfer der Koln- Düsseldorser Rheindampfschisschrt.Gesellschaft mit zwei Musikkapellen an Bord wird die Reifege- fellfchaft von Mainz auS rheinabwärtS führen. In Koblenz ist diesmal ein Aufenthalt von übet zwei Stunden zur Vefichtigung der Stadt vorgesehen. Die Fahrt ift von dem Hapag-Reifebüro wieder in bester Weise organisiert. Umgehende Anmeldung ist zu empfehlen. RähereS im heutigen Anzeigenteil.
(weitere Cofalnadjrldjlcti Im 3. Blatt.)
SHELL AUTOOELE
$HELLAUTOOELEau»dem SHELL KABINETI Zuvtrlätolg, preiswert, wirtöchafUidil


