von je 3 566 210,20 Mk. und ein Vermögen in Höhe von 9 515 499,59 Mk. aufweist.
Der gleichfalls genehmigte Voranschlag für 1 930 schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 4 500 000 Mk. ab. Es entspann sich vor der Abstimmung eine längere Aussprache, als deren Abschluß ein Antrag der Deutschen Volks- Partei, der Wirt-chaftspartei, des Zentrums und der Demokraten wie folgt Annahme fand: „IDir beantragen, der Provinzialausschuß wolle nach Einführung des Grund- und ArbeitSge» bühren-Tarifs Äe Strompreise für den Verbrauch der Straßenlampen angemessen senken." Ferner wurde noch ein Antrag des LandbundeS dem Provinzialausschuß überwiesen, in dem gefordert wird, daß die Gemeinden bei der Durchführung von Stromleitungen durch ihre Orte nicht mehr zu den Ko st en der Masten - Au f st e l l u n g beizutragen haben.
Oir Gasfernversorgung.
Der Provinzialausschuß beantragte: „Der außerordentliche Provinzialtag hat in der Sitzung vom 25. Januar 1930 folgenden Beschluß gefaßt:
„1. Dem Ferngasbezug von der Hekoga- Ruhr-Saar wird grundsätzlich zuge» st i m m t. Für die Provinz Oberhessen wird eine eigene Kokerei oder der Bezug von an- deren Erzeugern abgelehnt.
2. Die Vertreter der Provinz Oberhessen in der Generalversammlung werden beauftragt, den Borstand der Hekoga zu veranlassen, a) in weiteren Verhandlungen mit der Ruhr- Saar die erhobenen und begründeten Einwände zu beseitigen und Zweifelsfragen zu klären,
b) die Verträge alsdann einer erneut einzuberufenden Generalversammlung vorzulegcn.
3. Die neuen Verträge sind, bevor sie der Generalversammlung unterbreitet werden, dem Prooinzialtag zur endgültigen Beschlußfassung vorzulegen."
Es ist in der Tat gelungen, durch neue und langwierige Verhandlunaen mit der Ruhr den er- hobenen Einwänden durch entsprechende Abänderungen von Vertragsbestimmungen Rechnung zu tragen und aufgetretene Zweifels- fragen entweder durch eine klarere Fassung der Vertragsbestimmungen, oder durch protokollarische Erklärunaen zu klären. Besonders schwierig ge- Safteten sich noch die Verhandlungen mit der Stadt iainz über den Pachtvertrag, der ebenfalls einer eingehenden Revision unterzogen worden ist. Schwierigkeiten, die zur Zeit der Abfassung dieses Antrages noch nicht behoben waren, haben sich ergeben durch neue Wünsche der Saar, die. sich auf das Belieferungsrecht des Mannheimer Gebiets beziehen. Hierüber war eine Einigung noch nicht zu erzielen, da diese Wünsche wiederum Verhandlungen mit den Städten dieses Gebiets selbst notwendig gemacht haben. Es bleibt also noch offen die Frage, in welcher Weise die Saar sich an der Belieferung des Südgebiets beteil gt. Daß sie beteiligt wird, ist schon durch frühere Verhandlungen festgelegt worden. Die noch offenstehende Frage ist jedoch von untergeordneter Bedeutung für das Zustandekommen des Vertragswerts an sich. Dieses ist neu redigiert und wird den Mitgliedern des Provinzialtags vor der Sitzuna noch zugehen.
Nachdem die grundsätzliche Zustimmung des Provinzialtags für den Bezug durch die Ruhr und Saar bereits erteilt ist, bleibt lediglich noch die Zustimmung zu dem Vertragswert als solchem einzuholen.
Ls wird beantragt: „der Provinzialtag wolle beschließen, dem Vertragswert in seiner vorliegenden Form seine Zustlm- mung zu geben. Diese Zustimmung gilt selbstverständlich nur für den Falt, daß das Vertragswerk als Ganzes und die besonderen Verhandlungen zwischen Ruhr und der Stabt Mainz über die Pachtung des
Die gefiederle Schlange.
Vornan von Edgar Wallace.
25 tfortiefiuna •Jlad)örud verbuken
„Gucumatzl" wiederholte er mechanisch und sah Peter an. Dann zogen sich seine Lippen zu einem spöttischen Luchem zusammen. „Was bin ich doch für ein Narr! Natürlich haben Sie das Wort in der Börse gefunden. Zoe Farmer trug sie ja immer bei sich. Das war eine seiner verrückten Ideen!"
Peter lachte.
Wrs.
fühlte
„Das ist genau dieselbe Erklärung, die Staines mir gab, und sie stimmt. Sie sich sogar durch meine Mitteilung erleichtert,
„Nun, bis —“ fragte Crewe, als Peter eine Pause machte.
„Dis ich ihr erzählte, daß Gucumah ein aztekisches Wort für gefiederte Schlange ist."
Crewe schwieg eine Sekunde lang.
«Sehen Sie mal, wie interessant!" sagte er dann gedehnt.
Er hatte sich wieder vollständig in der Gewalt, und seine Haltung war bewunderungswürdig. And doch wußte Petcr, wie sehr ihn seine Mit- teüung getroffen hatte.
„Die Sache ist nicht weiter ausregend," fuhr Crrwe fort. Ein schwaches Lächeln spielte um seme blutleeren Lippen. „Die gefiederte Schlange ... also das ist die Dedeutung. Der Kerl lebt also noch?"
Peter nickte.
„William Lane ist noch sehr lebendig — daran ist gar nicht zu zweifeln."
Crewe setzte sich langsam hin und spielte nervös den Schrkftstücken, die auf dem Tisch lagen.
baS früher wissen sollen, dann hätte ich ihn beobachten lassen können —"
„Was hat Lane eigentlich gegen Sie?" Crewe schüttelte den Kopf
„Fragen Sie ihn lieber selbst, wenn Sie ihm begegnen. W.i§ bte Polizei, daß er den armen, guten Zoe ermordet hat? Zch vermute doch, daß m diesem Lande sich nicht jeder selbst seine Gesetze machen kann? So ein Kerl kann doch nicht im Lande Herumlaufen und Leute erschießen weil weil ... er einen Haß gegen sie hat?"'
Er begann in den Papieren zu wühlen, und sein Gesicht zeigte einen Ausdruck vollständiger Hilflosigkeit.
„Zch danke Ihnen für die Angaben, Dewin. Zch kann Zhnen aber nichts dazu mitieilen. Wenn Sie sensationelle Veröffentlichungen in 3hrer Zeitung bringen wollen, so tun Sie es meinetwegen. Zch kümmere mich nicht darum. — Also deswegen ist Paula fort? Zch dachte,
Mainzer Gaswerks zustande kommen. Sollten im Laufe der Verhandlungen noch Aenderungen nicht grundsätzlicher Art als notwendig oder zweckmäßig sich Herausstellen, so wird der Provinzialausschuß ermächtigt, die Genehmigung zu erteilen."
Nach kurzer Begründung des Antrages durch Prooinzialrat Wolf und nachdem Abg. Lux- Nieder-Florstadt (Soz.) namens seiner Fraktion erklärt hatte, daß sie sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten werde, da sie das Vertragswert erst am Donnerstag, 10. April, erhalten
habe und es mithin heute noch nicht in allen Einzelheiten beurteilen könne, kam man zur
Abstimmung.
Für den vorstehenden Antrag stimmten die 20 Vertreter der bürgerlichen Parteien, dagegen stimmte der kommunistische Abg. Dietz-Klein- karben, S t i m m e n t h a l t u n g übten aus die 13 Sozialdemokraten und der nationalsozialistische Abg. Klostermann. Vockenrode. Die Vorlage wurde also mit Mehrheit angenommen.
Schluß der Sitzung.
Die Wormser Muhen vor Gericht.
0er erste Ve-Hand ungsiag
WSN. Darmstadt, 11. April. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmidt begann heute vormittag vor dem Erweiterten Schöffengericht in Darmstadt die Verhandlung gegen die wegen der Wormser Unruhen Anfang Zanuar angeklagten Personen, von denen acht aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurden. Die von Oberstaatsanwalt May und Staatsanwalt Meusezahl vertretene Anklage lautet auf Widerstand gegen die Staatsgewalt, Zusammenrottung usw. Die Verteidigung haben die Rechtsanwälte Mannheimer und Steinschneider aus Frankfurt a. M. übernommen.
Oie Vernehmung der Angeklagten.
Bei der Vernehmung der meist schon oft vorbestraften Angeklagten, bei denen die Polizei seinerzeit verschiedentlich Steine und Werkzeuge gefunden hatte, ergab sich, daß die meisten Angeklagten eine aktive Beteiligung bestreiten.
Der Angeklagte D e h o f f erklärte, die bei ihm gefundenen Steine wegen privater Streitigkeiten bei fich getragen zu haben, eine Erklärung, der sich auch andere Angeklagte anschlossen.
Der Angeklagte Tri es will am Oberschenkel angeschossen worden sein, als er von einer Besorgung wegen seiner toten Mutter heimkehrte. _ Der Angeklagte Gräf erklärte sich ebenfalls für unschuldig, öemt er habe von einem Demonstrationsverbot nichts gewußt. Seine abfälligen Bemerkungen seien auf die Schläge zurückzuführen, die er von der Polizei mit dem Gummiknüppel erhalten habe.
Der Angeklagte M Y l l, der nervenleidend ist, will die Hand gegen die Polizisten nur erhoben haben, um sich gegen die Schläge zu schützen.
Der ebenfalls nervenleidende Angeklagte Rossi beteuerte, zu der fraglichen Seit gar nicht in dem Revier der Unruhe gewesen zu sein.
Bei der Vernehmung des Angetlagten W i h l e wurde derselbe so erregt und ausfällig, daß die Vernehmung abgebrochen werden mußte.
Sein Bruder Wilhelm Wihle leugnete, daß die Absicht bestand, Krawall zu machen. Man habe lediglich die allgemeine Not der Erwerbslosen besprechen wollen.
Auch die Angeklagten Zimmermann und Bayerbach beteuerten, unschuldig zu sein. Der bei Bayerbach gefundene Schraubenschlüssel sei zu Handwerkszwecken benötigt worden.
Auch der Angeklagte Fay wußte keine besonderen Aufschlüsse zu geben.
Der Wormser kommunistische Stadtrat Haas gab eine ausführliche Darstellung der Vorgänge. Nach seiner Meinung habe nur ein Demonstrationszugsverbot bestanden, nicht aber für die auf dem Marktplatz vorgesehene Kundgebung, die ohne weiteres von der Polizei mit dem Gummiknüppel und dem blanken Säbel gesprengt worden sei.
daß Sie nicht die Wahrheit sagten, als Sie mir das eben mitteilten. Und doch hatte ich ein Gefühl, daß es wahr sein könnte. Sie nannte mich einen feigen Ausreißer — und nun ist sie zuerst geflohen, und Lane weiß nichts davonl"
„Wollen Sie nicht Zhr Gewissen erleichtern und mir einmal sagen, wie die ganze Geschichte anfing?" fragte Peter.
Mr. Crewe lachte hart.
„Zch will nicht auf der Anklagebank von Old Bailey sitzen und den alten Richter sagen Horen: »Sie sind zu zehn Zähren verurteilt/ Zch beabsichtige nicht, den Rest meines Lebens so zuzubringen. Brauchen Sie irgendwie Geld?" fragte er dann brutal.
„Za, ich brauche alles Geld der Welt", sagte Deier schnell. „Aber ich will es nicht von Zhnen, Crewe. Sie würden mir und sich selbst eine Menge Arbeit und Mühe sparen, wenn Sie mir die Geschichte von Gucumatz berichten wollten. Sind Sie jemals in Südamerika gewesen?"
Zum erstenmal während ihrer Unterredung schien Crewe wirklich belustigt zu sein.
»Zch würde nicht wissen, daß Südamerika existiert, wenn ich nicht ein Paket Trambahnaktien von Buenos Aires besäße. Wissen Sie vielleicht jemand, der sie mir schnell unter der Hand abkauft?"
Peter kam plötzlich ein Gedanke.
„Warum gehen Sie nicht zu Mr. Deale — Mr. Gregory Deale? Es ist mir neulich gesagt worden, daß er sein ganzes Vermögen in südamerikanischen Unternehmungen investiert hat."
Leicester runzelte die Stirn.
„Deale...? Ist das nicht der Mann, der Daphne engagiert hat?"
»Ganz recht — er hat Miß Olrohd angestellt." „Zch kenne ihn nicht — hat er denn so viel Geld? Geben Sie mir seine Adresse."
Er notierte sie schnell auf einen Block.
„Wenn Sie ein paar hundert Pfund brauchen, Dewin —"
„Lassen Sie mich damit in Ruhe", sagte Peter. Als er in der Tür stand, drehte er sich noch einmal um „Hören Sie, Crewe, wenn sich Zhr Gewissen meldet und Sie es gerne einem verschwiegenen Menschen gegenüber erleichtern möchten, dann finden Sie meine Nummer jederzeit im Telephonbuch."
Peter besaß ein eigenes kleines Auto, das er aus dritter Hand gekauft hatte. Es sah gerade nicht sehr elegant aus, aber der Motor war in Ordnung, und der Wagen hatte ihn noch im Stich gelassen. Er hätte auch mit der Eisenbahn nach Newbury fahren und dort ein -auto nehmen können, aber er zog die offene Landstraße und die Einsamkeit vor, die ihm Ge- legenheit gab, nachzudenken.
®cJn Weg führte durch Thatcham, und er lugte Warf nach dem Hau« aus, das Hugg in der
Stadtverordneter Hohberger erklärte, man fei in Ruhe und Disziplin und mit Sprechchören aufmarschiert. Das von einem Kriminalbeamten übergebene Verbot habe gelautet: „Hiermit verbiete ich die im Anschluß an die heutige Versammlung vorgesehene Demonstration." Daraus gehe hervor, daß nur ein Demonstrationszug unterlagt gewesen sei. Don Rusen: „Nieder mit der sozialistischen Regierung! Nieder mit der Polizei!" wollen Haas und Hohberger nichts gehört haben.
Nach verschiedenen weiteren Angeklagten kam am Nachmittag der kommunistische preußische Landtagsabgeordnete OskarMüllerz r Vernehmung, der mitteilte, daß der kommunistische Stadtrat Haas (Worms) nur von einem Demonstrationsverbot gesprochen hüt e. Das Verbot der Polizei sei nicht so bestimmt gewesen, daß man daraus auch das Verbot der Versammlung auf dem Marktplatz hätte verstehen müssen. Der Polizeidireltor hätte noch auf dem Marktplatz die Möglichkeit gehabt, das Verbot auszusprechen, und ihn, Müller, von der Treppe heruntergerissen, wo er hätte sprechen wollen.
Oberstaatsanwalt May erklärte, daß Stadtrat Habermehl die Unwahrheit gesagt und fälschlich behauptet habe, das Verbotschreiben fei verschwunden. Das Verbot habe mit Rücksicht auf wiederholt vorgekommene Ausschreitungen jede Demonstration verboten.
Angeklagter Neubauer erklärte, seine Verhaftung sei von Polizeidirektor Klapproth selbst als ein Mißgriff bezeichnet worden.
Der, Angeklagte Taraschewski bestreitet, den bei ihm gefundenen Stein zum Werfen auf die Polizei aufgehoben zu haben.
Oie Zeugenvernehmung.
Beim Beginn der Zeugenvernehmung wies der Leiter der Wormser Kriminalpolizei, Oberinspektor Kreihe, darauf hin, daß durch die kommunistische Presse schon vor den Vorgängen eine große Erregung in die Arbeiterschaft hineingetragen worden sei. Die Sprechchordrohungen hätten bei dem zweiten Vorbeimarsch am Polizeiamt am 10. Zanuar den Befehl zur Auflösung veranlaßt.
Die Verteidigung bezweifelte die Glaubwürdigkeit des Zeugen, der jedoch vereidigt wurde. Von der Verteidigung war u. a. behauptet worden, in dem Disziplinarverfahren gegen den Polizeidirektor Klapproth sei festgestellt'worden, daß dieser zu Polizeibeamten gesagt habe, die Beamten müßten unter ihrem Eid auch falsch aussagen, um Kollegen zu stützen.
Der Zeuge Pollzeihaupimann Zennewein erklärte, daß er auch ohne besonderes Demonstrationsverbot im Znteresse der öffentlichen Sicherheit die Versammlung am 13. Zanuar auf dem Marktplatz aufgelöst hätte, weil sie einen zu bedrohlichen Charakter annahm. Bei seiner Aufforderung, auseinanderzugehen, habe der Abg. Müller sofort gerufen: „Nieder mit der Polizei, stehen bleiben!" Die Menge habe daraufhin die Polizei angegriffen, mit Pflastersteinen ge»
Nacht vor William Lanes Tod berauben wollte.
Es waren viele Häuser da, die der Schauplatz der Tat gewesen sein konnten. Klugerweise hielt Peter einen Schuhmannn an, der auf einem Motorrad vorbeifuhr, und fragte ihn aus.
„O ja, ich erinnere mich gut an den Fall", sagte der Beamte. „Es wurde ein Vagabund getötet — ein Bursche, namens Lane. Mr. Bonnys Haus ist das dritte rechts von hier, ungefähr eineinhalb Meilen weiter."
Mr. Bonny war ein lauter, aufgeregter Mann, Desiher einer Anzahl von Kolonialwarenläden in Berkshire. Er schwätzte viel über bas Verbrechen. Ein Reporter muß gut zuhören und geschickt die Unterhaltung in die richtigen Kanäle leiten können. Aber es dauerte eine Viertelstunde, ehe Peter etwas Neues erfuhr.
...... ich sah die beiden Burschen in der Eingangshalle. Von dem Podest außerhalb meines Schlafzimmers konnte ich das Licht in der Halle andrehen und brauchte mich nur über das Geländer zu lehnen, um sie zu sehen. Der kurze, kahlköpfige Mann hatte das Silber in einem Sack unter dem Arm. (Peter erinnerte sich, daß Mr. Hugg bescheiden vermieden hatte, von Silber zu sprechen und seinen Einbruch damit entschuldigte, daß er bei der Kälte Kleider suchte.) Zch sah den Mann, der getötet wurde — er war groß und häßlich —"
„Aber der Mann, der getötet wurde, brach doch nicht ein, nicht wahr?" fragte Peter schnell.
„Natürlich brach er ein!" brummte Mr. Bonny. „Er war der Kerl, der mich zu ermorden drohte, wenn ich herunterkäme!"
Er fuhr fort, feine Flucht in der Dunkelheit zu beschreiben, aber Peter hörte nicht zu. Die Lösung des Rätsels war gefunden. Der getötete Einbrecher war nicht William Lane, sondern Harry. William Lane stand abseits und war der einzige, der unverletzt blieb, als Mr. Bonnys schnelles Auto sie auf der Straße niederwarf.
Es hatte keinen Zweck, noch weitere Nachforschungen anzustellen. Aber um ganz sicher zu sein, ging Peter noch nach Thatcham und nach Newbury, und es wurde ihm alles bestätigt, was Mr. Bonny erzählt hatte.
Dann fuhr er in der zunehmenden Dunkelheit nach London zurück. Das Geheimnis des geisterhaften Chauffeurs war enthüllt. Harry, der Vagabund, war getötet worden, und William Lane, der Dritte, steckte feine Papiere in die Tasche des Toten, während Mr. Bonny die Polizei benachrichtigte. Scheinbar hatte man keinen Versuch gemacht, über die Zbeniität des Toten Nachforschungen anzustellen, sondern war mit Öen Papieren, die in der Tasche steckten, zufrieden gewesen. Hätte man die Fingerabdrücke des Toten genommen, so wäre seine Persönlichkeit sofort erkannt worden.
worfen, und ein Kampf Mann gegen Mann fei entbrannt, wie er ihn selbst im Kriege nicht erlebt habe. Die Beamten seien sogar gebissen worden. Nach Säuberung und Abriegelung sei ein zweiter Angriff erfolgt, wobei von den Demonstranten geschossen wurde. Trotzdem habe die Polizei noch keinen Gebrauch von der Schußwaffe gemacht. Gegen vordringende Frauen und Kinder wurde nicht mit dem Gummiknüppel, sondern mit Hydranten vorgegangen. Bei einem dritten Angriff gegen 9 älhr abends seien fünf Schaufenster eingefchlagen worden. Als Stadtrat Haas am 14. Zanuar auf dem Polizeiamt nach dem Verbleib Müllers gefragt wurde, sei er stark angetrunken gewesen und habe' sich aufreizend benommen, wohl um als Märtyrer festgenommen zu werden. Die Darmstädter Bereitschaftspolizei fei am 14. Zanuar mit Zohlen und Schreckschüssen empfangen worden. Aus Häusern in der Zudengasse seien Schüsse gefallen, worauf zwei Bereitschaften das Feuer erwiderten. Um Verluste beiderseitig zu vermeiden, habe man trotzdem die Zudengasse nicht gestürmt. Daß Zivilisten als Spitzel bei der Wormser Polizei beschäftigt wären, ist dem Zeugen nicht bekannt.
Die Aussagen des Polizeibeamten Bauer und des Polizeihauptmanns Z a n s, des Führers der Darmstädter Bereitschaft, ergaben nichts Neues.
Als letzter Zeuge wurde der Kriminalbeamte Fing er le vernommen, der das damalige Verbotsschreiben vorlegte. Es heißt darin, daß zur Vermeidung von Ausschreitungen eine Demonstration der Erwerbslosen nach der Versammlung verboten wird.
Am Schlüsse der Sitzung teilte der Vorsitzende die Haftentlassung des Angeklagten Rossi mit 0er zweite Derhandlungsiag.
Fortsetzung der Zeugenvernehmung.
WSN. Darmstadt, 12. April. Der Zeuge Kriminalpolizei meister Bechtold gab QhtfHä- rung über das Verhalten einiger Angeklagter bei den Zusammenstößen.
Oberwachtmeister W a m b o l d (Darmstadt) schilderte den Einsatz der Darmstädter Bereit* schaftspollzei, die zunächst nur Schreckschuss? abgegeben habe, um Blutvergießen zu vermeiden. Die Menge habe darauf mit wahren Stelnscrlven Erwidert. Die Polizei habe nunmehr Einzelfeuer über die Menge weg eröffnet, die darauf zurückwich. Ein Beamter hat durch die Schüsse au- de« Zudengasse eine Verletzung am Dein erhalten.
Kaufmann R a f o r, der ein Geschäft am Markt hat, schildert die Ülnruhe in der Geschäftswelt. Er habe die Ruse: „Nieder mit der Polizei!", „Bluthunde!" gehört. Die Schüsse bei der DorbÄsahrt der Darmstädter Polizei auf dem Markt wollt? er nicht vernommen haben.
Gastwirt Schaub war der Meinung, daß di? Menge auf dem Markt der polizeilichen Aufforderung, auseinanderzugehen, deshalb nicht gleich hätte folgen können, weil sie zu groß gewesen sei. Der Zeuge will erst abends Schüsse gehört haben.
Die Behauptung der Verteidigung de« Angeklagten, Hauptmann Zennewein habe einen Meineid geleistet, wurde zu Protokoll genommen.
Kaufmann Gräber erklärte, von Schüssen beim Eintreffen der Darmstädter Schutzpolizei nichts gehvSt zu haben. Die Geschäftsläden seien am 13. Zanuar bereits mittags geschlossen worden.
Von der Verteidigung wurden dann Zeugen dafür benannt, daß Abgeordneter Müller und Stadlrat Haas nicht zum Widerstand gegen die Polizei aufgefordert hätten und die Aussage über den Widerstand der Menge mit Steinen und Flaschen unwahr sei. Außerdem wurde ein Lokaltermin am Montag in Worms beantragt.
Kaufmann Wehr bekundete, er habe von Steinwürfen beim ersten Vorgehen der Polizei nichts wahrgenommen. Er habe gehört, wie
Warum hatte William Lane diesen ungewöhnlichen Schritt unternommen? Aus welchem Grunde wollte er sich verbergen? Peter legte sich diese Frage nicht einmal vor, denn die Lösung war ihm klar.
16.
Peter konnte aus Daphnes Verhalten nicht erkennen/ ob sie seinen Besuch erwartete oder nicht. Zn Wirklichkeit wäre sie ihm gern dankbar um den Hals gefallen, denn die Aussicht, den Abend allein berbringen zu müssen, war fürchterlich. Zhre Nerven waren am Ende, sie horte Geräusche, seltsame Töne und Fensterklappen, das in Wirklichkeit gar nicht existierte. Sie hatte einen Entschluß gefaßt und wollte ihn eben ausführen, als Peter kam. Er war überrascht, daß sie seinen Vorschlag, zusammen zu speisen, sofort annahm: er hatte geglaubt, daß sie seine Einladung ablehnen würde.
Er sah ihren kleinen gepackten Koffer auf einem Stuhl im Speisezimmer stehen.
„Waren Sie fort oder gehen Sie fort?“
„3cb will fortgeben", sagte sie ruhig. „Wären Sie eine halbe Stunde später gekommen, so hätten Sie mich nicht mehr hier angetroffen — ich habe für eine Woche ein Zimmer im Rid- leh-Hotel genommen. Es liegt in Bloomsbury und ist billig, aber sehr angenehm — und ich kenne eine Dame, die dort wohnt."
„Warum, in aller Welt, machen Sie das? Haben Sie Zhre Wohnung vermietet, oder ist das Dach defekt?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Sie haben Furcht?"
Sie errötete.
„Warum sollte ich Furcht haben?" fragte sie entrüstet.
Peter sah sie lange und nachdenklich an.
-,Gs ist kein Grund dafür vorhanden, und ich wünschte, es wäre nicht so — ich nehme an, daß dieser Mord Sie so aus der Fassung gebracht hat. Wre einfältig bin ich doch! Daran dachte ich ja gar nicht mehr!"
Sie machte den Versuch, die Sache als belanglos hinzustellen, aber er ließ sich nicht täuschen.
„Zch weiß nicht, warum ich mich entschlossen vQbe, in ein Hotel du gehen", sagte sie verlegen. -AH hier und wußte nicht, was ich ant Abend anfangen sollte und - die Wohnung fiel mir auf die Nerven - ich rief das Hotel an und fragte, ob ich ein Zimmer haben könnte. Sie denken wohl, ich bin verrückt?"
„Zch denke, Sie sind klug", sagte sie ruhig. „Nicht, daß Zhnen irgendeine Gefahr drohen könnte —"
Zn diesem Augenblick klingelte daS Telephon.
(Fortsetzung folgt.)
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Ä her Internat! DnAusweis erslrAprilwoch Uebetsmiung des Seldmill eine rela geigt M 25 Proz bereits abgeöerft tc auf die turjfriftige . ansprüche zurückzusi Hat bet starke ® 48,5 Millionen Mai Dislontsenlun politisch gesehen, r gehabt hat.
Infolge der do Frage einer neue; hin akut, aber di toarfenbe Haltung Men, unb zwar; im Hutfanb. Ss international
minationspunkt em hängt nicht zuletzt nungen des Aeuho ES ist bereits dara die amerikanischen Furcht vor lern 1 spekulation zu dem steisung des Teldm von vornherein eine rikanischen Konjunkt Nbe Arsenhaulse schalten zu verbinde Mt ist bisher gewissen tvorden, al Äse Dersteisu Rottet Teldma Ä °en internati, Wirkung bleiben Zeit verfehlt, wer drehen wollte, daß onziehen der inte nen ist.
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