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und den Tilgungsfonds von 450 Millionen Mark gegeben fei. Ls besiehe vielmehr die Absicht, eine innere Anleihe in höhe von 4 0 0 6is 500 Millionen Mark aufzunehmen, die in vier Jahren getilgt werden falle. Dieser Plan sei bereits mit Dr. Schacht besprochen worden. Trotz aller Schwierigkeiten sei sich Dr. Moldenhauer bewußt, dah baldigst Steuersenkungen erfolgen mühten. Vor allem sei an den Ab­bau der Gewerbesteuer gedacht. Zahlreiche Vorschläge zu einer radikalen Finan ; re - form würden von Dr. Moldenhauer und seinem Staatssekretär einer eingehenden Prüfung unter­zogen werden.

Das Baulandgeseh.

Entwürfe des Reichsarbeitsministeriums.

Berlin. 13. Jan. (Priv.-Tel.) Bei den Be­ratungen der .Richtlinien für den Woh­nungsbau" im Reichstag im Laufe des De­zember hat der Reichsarbeitsminister Wissell das Versprechen abgegeben, sobald wie möglich das Wohnheim st ättengeseh dem Reichs­tag vorzulegen. Wie nunmehr verlautet, liegt im Arbeitsministerium auch bereits ein Referenten­entwurf für dieses Gesetz vor, der unter dem Titel Daulandgesetz" geht. Die Ressorts und das Reichskabinett haben sich aber bisher mit dem Vorschlag noch nicht beschäftigt. Wissell scheint also Ernst zu machen, und sein Versprechen einlösen zu wollen, obgleich mit sehr erbitterten Kämpfen um dieses Gesetz im Parlament, aber auch schon im Kabinett zu rechnen ist. Hm dieses Gesetz spielt sich bereits ein zehnjähriger Kampf ab, der schon lm Artikel 155 der Reichsver­fassung seinen ersten Riederschlag gefunden hat. Im Mai 1920 hat man dann als erste Etappe der Durchführungsgesetze das Reichsheim- st ättengeseh veröffentlicht, das den Be­griff der Heimstätte definiert, die An­spruchsberechtigung festlegt, und zu dem fast alle deutschen Länder Ausführung^bestimmungen erlassen haben. Im April desselben Jahres stellten die Deutsche Volkspartei und die Demo­kraten einen mit großer Mehrheit angenom­menen Antrag, der von der Reichöregigrung tun­lichst bald einen Gesetzentwurf zur Bekämp­fung der Bodenspekulation und zur sozialen Ausgestaltung des Ent­eignungsrechts verlangte, worauf der .Ständige Beirat für das Heim­st ättenwesen" beim Reichsarbeitsministe­rium gebildet wurde. Der Reichstag hat sich dann verschiedentlich mit dieser Frage beschäftigt, und am 4. Mai 1926 einen ähnlichen Antrag wie 1920 angenommen, aber erst jetzt scheint das Ministerium auf Grund der Vorarbe't:n des Bei­rates wirklich Ernst zu machen. Der neue Ent­wurf soll den Gemeinden rechtliche Unterlagen geben, die Besiedlung ihres Gebiet"s plan­mäßig vorzunehmen, und unter Umständen ühcr solche Planungsgebiete die Bausperre aus­sprechen zu können. In diesem Rahmen können für Klein- und M i ttelwohnun ge n Enteignüngen borg nommen w rdm, ebnfo für öffentliche Verkehrsplätze. Aus­nahmen sind vorgesehen.

Oie Regierungsbildung in Thüringen.

Bürgerliche Rechte und Nationalsozialisten.

Wei mar, 13. Jan. (WTB.) Heute abend kamen die Verhandlungen der bürger­lich en Parteien und der Rational­sozialisten über die Regierungsbildung in Thüringen zum Abschluß. Dem Landtag soll fol­gendes Kabinett, das sich aus acht Mitgliedern, und zwar drei Ministern und fünf Staatsräten zusammensehen wird, vorgeschlagen werden: Mi­nisterium des Innern und Volksbildungsministe­rium Dr. Frick-München (Rat.-Soz.), Finanz­ministerium Baum (Landvolkpartei), Wirt­schaftsministerium und Justizministerium Dr. K ä st n e r (WP.). Dazu treten folgende Staats­räte: Marsch! er (Rat.-Soz.) für Weimar, Port (Landvolkpartei) für Reuh, Kien (Dn.) für Meiningen, Fürth (WP.) für Rudolstadt und Bauer (D. Vp.) für Sondershausen.

Verhaftung eines Denunzianten.

Aufklärung der Verhaftungen bei den Reichsvermögensämtern in -Rainz und

Koblenz.

Mainz, 13. Jan. (Wolff.) Wie erinnerlich, wurden im Rovember 1928 mehrere Beamte und Arbeiter der Reichsvermögensämter Mainz und Koblenz unter Spionageverdacht von den Franzosen verhaftet. Zwei der Verhafteten, darunter der Hauswart Heinrich Schilling aus Mainz, wurden nach kurzer Zeit w i e d e r a u s d e r H a f t e n t l a s s e n. Die anderen neun Verhafteten wurden nahezu Neben Monate in Antersuchungs- haft gehalten. Sämtliche Verhafteten be­stritten, sich irgendwie der Spionage schuldig gemacht zu haben, und schließlich mußten sie, da keine Beweise gegen sie gefunden werden konnten a u s d e t Haft entlassen werden. ?lc^r.vc.mIa"btommi'fion ließ aber den Wunsch durchblicken, daß man die Entlassenen im un- b e s e tz t e n G e b i e t b e s ch ä f t i g e ; dem wurde auch entsprochen. Kurz nach seiner Entlassung begab sich dec obengenannte Schilling ins unbesetzte Gebiet, um angeblich einer neuen Verhaftung durch die Franzosen aus dem Wege zu gehen, und wurde von deutschen Behörden in Cannstatt bei Stuttgart beschäftigt. Runmebr wurde festgestellt, daß Schilling derjenige war der die anderen Personen den gran- Zosen gegen Bezahlung als Spione denunziert hatte. Seine damalige Verhaftung durch die Franzosen geschah auf eigenen Wunsch, damit jeder Verdacht von ihm ge­nommen werde. Schilling wurde nun i n S t u t t - gart verhaftet.

Mussolinis Parole für die Zlottenkonferenz. Auf die Flotlcngleichheit mit Frankreich darf nicht verzichtet werden.

Rom, 14.Jan. (Tel.-Un.) Das hochoffiziöse Be- fehlsblatt der Faschistischen Partei vom Montag er­klärt, «ine Einigung auf der Londoner Konferenz wäre sehr wünschenswert, aber es feien große

Oer DSlkerbundörat ehrt das Andenken Stresemanns.

Oer Ratspräsident Zaleski widmet dem

Genf, 13. Jan. (WTB.) Die öffentliche Sitzung wurde mit einer Gedenkrede für das verstorbene deutsche Ratsmltg.ied Dr. Strese- m ann eingeleitet, die der neue R a tspra - si d en t, der polnische Außenminister Za leskr seinem verstorbenen Ratskollegen widmete Die Persönlichkeit Gustav Stresemanns ist, so führte er u. a. aus, gekennzeichnet durch die psycholo­gische Entwicklung, die die Menschheit nach bem Kriege durchgemacht hat. Dieser große deutsche Vaterlandsfreund, der in seiner langen politi­schen Laufbahn unermüdlich das Wohl seines Landes im Auge hatte, hat dank seiner tiefen Einsicht und seines bedeutenden politischen Ver­standes erkannt, dah das Wohl seines Landes auf der Solidarität und auf dem Wohlergehen der Gesamtheit der Völker beruhen muh. Dor seinem Tode hatte er die Genugtuung, bei ver­schiedenen Gelegenheiten die Politik der Ver­ständigung und der internationalen Zusammen­arbeit bestätigt zu sehen, für die er als einer der überzeugtesten Vorkämpfer eingetreten ist. Sein Rame wird in der Geschichte weiterleben. Zaleski umrih dann die große internationale Rolle Dr. Stresemanns, der Deutschland in den Völkerbund einführte und durch die damit ge­gebene Verbreiterung seiner Basis sowohl dem Völkerbund als seinem Daterlande einen ge­waltigen Dienst leistete. Zum Schluß würdigte Zaleski in seiner Eigenschaft als Vertreter Polens die Bedeutung des verstorbenen deutschen Staats­mannes, mit dem ihm das Gefühl der Rotwen- digkeit guten deutsch-polnischen Einvernehn^ns zur Gewährleistung des Friedens in Europa verbunden habe.

Das deutsche Raiekmiigl'ed

Staatssekretär Dr. v. Schubert antwortete:Ich bedauere aufrichtig, dah der Aeichsminister des Auswärtigen, Dr. Curtrus, seinen lebhaften Wunsch, dieser Ratssitzung per­sönlich beizuwohnen, infolge dringender Pflichten als Führer der deutschen Abordnung im Haag in

deutschen Ratsmitglied einen Nachruf.

letzter Stunde aufgeben muhte, und dah er daher dieser Kundgebung des Völkerbundsrats nicht beiwohnen konnte. So ist es meine Aufgabe als Vertreter des Deutschen Reiches im Rate, Ihnen den aufrichtigsten Dank für die Worte zu sagen, mit denen Sie soeben das Andenken des Reichsministers Dr. Stresemann geehrt haben und die ich meiner Regierung und der Familie, des Verstorbenen mitteilen werde. And ich glaube, dah viele der schönen Worte, die Sie, Herr Präsident, als Präsident des Rates, aber auch im Hinblick auf die besonderen Beziehungen Ihres Landes zu Deutsch.and der auswärtigen Politik Dr. Stresemanns gewidmet Haven, bei uns in Deutschland in weitesten Kreisen die Er­innerung wieder wachrufen werden an das unermüdliche und unbeirrbare Streben des Ver­storbenen, Deutschlands Stellung in der Welt durch aufrichtige Verständigung mit anderen Ra­tionen durch freundschaftliche Zusammenarbeit zu sichern und vorurteilslos mit allen, die guten Willens sind, die gemeinsamen Dahnen des Frie­dens zu gehen.

Dr. Stresemann ist hier int Rate wie in der Versammlung stets für eine Politik der Verstän­digung und stets für eine Politik der fortschrei­tenden Verwirklichung des Völkerbundsgedankens eingetreten, wobei er sich nicht scheute, offen und mit Bestimmtheit auf die Hindernisse hinzuweisen, die dieser Politik entgegenstehen. Er war der Ansicht, dah nureine ganz frei­mütige, klare Darlegung der wirk­lichen Tatsachen dem «Jrieöen dienen könne. Weil er an den Völkerbund glaubte und an feine hohe Aufgabe, hielt er es für .richtig, uner­schrocken öie Wahrheit zu sagen. Dem Gedächtnis des Verstorbenen kann kein besserer Gedenkstein gesetzt werden als dadurch, dah auch wir hier unsere Arbeit mit demselben Glauben, aberauchmitdemselben Freimut fort- führen, um die Hoffnungen und die Erwartun­gen zu erfüllen, die mit Dr. Stresemann und so vielen anderen hervorragenden Staatsmän­nern alle Rationen an den Völkerbund knüpfen.

Schwierigkeiten zu überwinden. (Eine von diesen sei die Frage der Flottengleichheit mit Frankreich, auf die unmöglich oerzich- t e t werden könne. Wesentlich sei, daß das Recht auf Gleichheit auch in dem neuen Protokoll enthalt- ten sei, das die Arbeiten der Londoner Konferenz abschließen werde. Italien halte nicht nur seine For­derung auf die Flottengleichheit mit Frankreich voll und ganz aufrecht, sondern beanspruche die­ses Recht auch gegenüber de r stärksten Seemacht der Welt. Rur wegen seiner be­scheidenen wirtschaftlich-finanziellen Möglichkeiten verzichtet Italien darauf, sein Recht auf die Flottengleichheit mit England möglich zu machen. Die Lage Italiens im Mittelmeer sei ernst, ja sogar tragisch. Das Leben einer Ration von 42 Millionen hänge von der Durchfahrt durch die wenige Kilo­meter breite Enge von Gibraltar ab. Für Frankreich sei die Mittelmeerfrage eine Frage des sicheren Militärtransports farbiger Truppen nach oem Hauptlande, für Italien fei es eine Frage des Lebens oder des Todes für das ganze Volk. (Es kann fein, so schließt die Er­klärung, daß die Klippe der französisch-italienischen Gleichheit das Schisflein der Londoner Argonaulen, die sich auf der Suche nach dem Frieden befinden, zum Sinken bringt. Diese Möglichkeit läßt uns völlig ruhig.

Kleine politische Nachrichten.

Die deutschnationale Landtagsabgevrdnete Frau Albrich hat im Zusammenhang mit den be­kannten Vorgängen bei den Deutschnationalen ihren Austritt aus der Partei und da­mit aus der Fraktion erklärt.

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Der Papst empfing am Montag den Prin­zen Louis Rapoleon mit seiner Mutter, der Prinzessin Clementine und Prinzessen Clo- thilde mit den entsprechenden Ehren. Die päpst­liche Audienz dauerte 20 Minuten. Anschließend statteten die Fürstlichkeiten dem Kardinal-Staais- sekretär einer Besuch ab. Ferner empfing der Papst den Y e s s i s ch e n I u st i z m i n i st e r D r. K i r n b e r g e r und den Generalsekretär Münch.

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Dem deutschen Gesandten in Rio de Ja- neiro, Knipping, ist vom Jbero-Amerikani- schen Institut in Hamburg für seine Verdienste um die deutsch-südamerikanischen, insbe andere die deutsch-brasilianischen Beziehungen, die gol­dene Medaille des Instituts verliehen worden.

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Der n orwegische Storthing wurde durch den König eröffnet, In der Thronrede wird ge- sagt, daß ein Antrag auf Herabsetzung der Rustungsausgaben dem Storthing zu- geleitet werde, daß Oie steigende Entwicklung des Wirtschaftslebens und der Industrie an- gehalten, die Arbeits.o.izkeit abgrnommen habe.

Oeuisch-Güd-West vor dem Völkerbundsrai.

Tas südafrikanische Mandat.

Genf, 13.Jan. (WB.) Im Dölkerbundsrat kam es heute nachmittag zu einer Aussprache über ver­gebene Mandatssragen. Bei der grundsätz- ichen Auseinandersetzung vom vergangenen Sep­tember über den Mandatsbegriss war auf Wunsch ber südafrikanischen Negierung die Austastung des Mandatsausschusses, wonach die S o u o e r ä n 11 ä t un traditionellen Sinne des Wortes n i ch t b e i d e r M a n d a t s m a ch t liegt, in bezug auf chre Anwen­dung auf das ehemalige Deutsch-Südwest- a.frita zurück gestellt worden. Die südafrika­nische Regierung hat nun vor Monatsfrist mitgeteilt, d° »sie auf eine Teilnahme an dieser Aussprache im Lolkerbundsrat verzichte, so daß die Übrigens auch °g der letzten Dolkerbundsversarnmlung einstimmig aebilligte Auffassung des Mandatsausschusles von an auch f u r d a S M a n d a t S g e b i e t der ® u b afrikanischen Union gilt. Diese (Ent- Reibung wurde ohne weitere Aussprache angenom­

(Eine bedeutsame Erklärung gab Staatssekretär v. Schubert zu einer zweiten südafrikanischen Ange­legenheit ab, der Staatsangehörigkeitsfrage in Südwestafrika. Gegen ihre Entwicklung sind wegen der zahlreichen dort ansässigen Staatsange­hörigen von deutscher Seite bereits wiederholt Be- denken geltend gemacht worden. Staatssekretär von Schubert erinnerte heute an einen Beschluß des Völkerbundsrats aus dem Jahre 1923, der ausdrücklich besagt, daß die Annahme der Staatsangehörigkeit der Mandatsmacht auf Grund freiwilliger Entscheidung zu erfolgen habe. Die jetzige Re­gelung in Südwestafrika bedeute dagegen einen Zwang. Alle, die sich diesem Zwang entziehen wollten, müßten ausroanbern. Hieraus folge, daß die gesamte im Besitz der bürgerlichen Rechte bef.ndliche nichteingeborene Bevölkerung des Man­datsgebietes zwangsweise die südafrika­nische Staatsangehörigkeit erwerbe. Bezüglich der Staatsangehörigkeit würde also der Unterschied zwischen Mandatsgebiet und Mandats­macht fast ganz verwischt. Da es sich hier um ein Problem handele, das die Grundfrage des Mandats­systems berühre, und noch nicht genügend geklärt sei, um schon jetzt dem Ständigen Internationalen Ge- richtshof im Haag unterbreitet zu werden, so müsse er betonen, daß dieses Problem noch nicht endgültig gelöst sei und die Frage also für eine erneute Prä- sung offenbleibe. Dieser Auffassung stimmte der Rat zu.

Aus aller Welt.

Sturmflut im Hamburger Hafen.

Im Hamburger Hafen ist eine Sturmflut aus­getreten. Die Flut erreichte am Montag gegen 14 Ahr bereits einen Stand von 17 Fuß über Rull, d. h. von 7,45 über dem Rormal- pegel stände. Im Hafen haben sich m e h r e r e Anfälle ereignet. Bei Reumühlen strandete infolge des schweren Seeganges die Fährdampfer- barkasse; erst nach längeren Bemühungen gelang es einem Lotsendampfer, die Besatzung in Sicher­heit zu bringen. Der griechische DampferAlafia" muhte Hamburg als Rothafen aufsuchen, da ein Teil seiner aus Holz bestehenden Deckladung überBord gespült war. Der Dampfer hat e Schlagseite von etwa 20 Grad und mußte von Cuxhaven mit Schlepperhilfe nach Hamburg bugsiert werden. Die Brücken bei Blankenese, Reumühle und Teufelsbrück können wegen der Aeberflutungen nicht benutzt werden. Das Hochwasser erreichte im Hamburger Hafen nach­mittags mit einem Pegelstand von 7,56 Meter seinen Höhepunkt. Die niedrig gelegenen Stra­ßen am Hafen wurden überflutet und unzählige Keller liefen voll Wasser. In den Abendstunden flaute der Sturm erheblich ab und das Wasser flutete schnell zurück, so daß die Straßen wieder frei wurden. Auf der Elbe sind durch Wind und Seegang und vor allem durch den hohen Wasserstaad fast sämtliche Leuchtbojen bis nach Cuxhafen abgetrieben, eine Erscheinung, die in den letzten Jahrzehnten überhaupt nicht vorgekommen und die für die Schwere des An- wetters kennzeichnend ist. Im ganzen sind zehn Leuchtbojen abgetrieben. In Cuxhaven sind im Amerikahafen eine Anzahl schwer havarierter Schiffe eingelaufen. Dem polnischen Dampfer Rewa" ist in dem schweren Seegang ein großer Teil seiner Decksaufbauten zertrümmert worden. Das Schiff, das eine Anzahl Pferde an Deck stehen hatte, hat eine furchtbare Reise hinter sich. Vier Pferde wurden über Bord ge­waschen. Der deutsche DampferCereal" ist mit großer Schlagseite durch Aebergehen seiner La­dung Getreide angekommen. Ein Mann der Besatzung istüberDordgespültworden.

Die Hungersnot In China.

Der Bericht des von der internationalen Hilss- oereinigung zur Antersuchung der Lage in den von der Hungersnot betroffenen Provinzen ein­gesetzten Ausschusses gibt ein erschütterndes Bild. Im Tale des Flusses W e e sind im letzten Jahre 2 Millionen Menschen verhungert. Weiteren 2 Millionen steht da« gleiche Los bis zum Juni bevor. Die Hauptursachen der Rot sind die schlechten Ernten feit 1927 und der

außergewöhnlich strenge Winter Hierzu kommt der Mangel anTransport- Mitteln, da die Wagen als Brennholz ver­wendet und die Zugtiere geschlachtet wurden. Auch die Anwesenheit der sich bekämpfenden Truppen hat zur Vergrößerung der Rot bei­getragen.

DieErdarbeiter" Saß aus der haft entlasten.

Die Gebrüder Satz sind nunmehr von der Kriminalpolizei entlassen worden. Der Bau des Anterstandes auf dem Friedhof ist als eine straflose vorbereitende Handlung anzuschcn. Ob Zusammenhänge zwischen dieser Sache und dem Eindringen in die Dis- conto-Dank bestehen, ist nach wie vor Gegen­stand eingehender Antersuchung.

Zwanzig britische Matrosen ertrunken.

Wie die Admiralität bekanntgibt, ist dreißig Mellen nordwestlich von Quessant ber Kriegsmarine, schlepperS t. Genny" im Sturm ge­sunken. Nur fünf Mann der Besatzung sind ge­rettet worden, während die übrigen 20 e r t r u n t e n sind.

Schneeballschlacht mit tragischen Folgen.

In Derlin-Riederschöneweide bewarfen sich mehrere Chauffeure mit Schneebällen. Dabei wurde der 22jährige Chauffeur Richard Theuer von einem Schneeball, der eine harte Eis- k r u st e hatte, so schwer im Gesicht getroffen, daß er an beiden Augen schwere Ver­letzungen erlitt. Er lief in bedenklichem Zu­stande über den Stratzendamm und wurde in die­sem Augenblick von einem Lastkraftwa- gen überfahren. Er erlitt so schwere Ver­letzungen, dah d e r T o d auf der Stelle eintrat.

Sprengstoffanschlag auf einen Geldtransport.

Der mit der Auszahlung der Löhne beauftragte Beamte eines in der Rähe von Wilkesbcrrre (Pennsylvanien) gelegenen Bergwerks, sowie zwei Grubenvorarbeiter wurden durch eine Ex­plosion in Stücke gerissen, die den Geld- Wagen des Bergwerkes völlig zerstörte und 30 000 Dollar in Fetzen nach allen Seiten zer­streute. Die Explosion war, wie man annimmt, das Werk von Banditen, die den Geld­wagen berauben wollten.

von Haifischen gefressen.

Wie aus Port Louis auf Mauritius ge­meldet wird, ist ein mit sechs Personen besetztes Motorboot, das sich auf dem Haifischfang be­fand, von einer schweren Sturzwelle zum Ken­tern gebracht worden. Die Jnsasten versuch­ten an Land zu schwimmen. Fünf von ihnen wurden dabei von Haifischen gefressen.

Opfer des Alkohols.

Sieben norwegische Studenten, die sich auf einer Studienreise nach Holland befinden und am Silvestertage mit dem norwe­gischen DampferZeta" aus Bergen in Rot­terdam eintrafen, sind mit schweren A l - koholvergiftungen in ein Rotterdamer Krankenhaus eingeliesert worden. Drei von ihnen sind gestorben. Die Rotterdamer Polizei be­absichtigt im Einvernehmen mit dem nortoegi- gischen Konsulat eine Antersuchung des Schiffes vorzunehmen.

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__Oie Wetterlage.________

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13. Januar. 1930, 7"

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Wettervoraussage.

Nachdem der Einfluß des nördlichen Teilwirbels beendet ist, hat das Hochdruckgebiet im Südosten auch bei uns zu Barometeranstieg geführt. In seinem Bereich wird wahrscheinlich mehr im südlichen Teile Deutschlands eine Besserung der Wetterlage eintreten. Dagegen herrscht im übrigen Teile wohl ruhiges Wetter, aber die weitere Warmluft, die von Süd- westen her vordringt, verursacht Bewölkung und mildes Wetter, so daß die Temperaturen zunächst noch etwas ansteigen.

W etteroorausfage für Mittwoch: Mildes, wolkiges Wetter, nur vereinzelt etwas Nie­derschlag.

Witterungsaussichten für Donners, t a g: Neblig-wolkiges Wetter, Temperaturen wieder zuruckgehend.

Lufttemperaturen am 13. Januar: mittags 8,7 Grad Celsius, abends 6 Grad Celsius; am 14. Ja- nuar: morgens 6,6 Grad. Maximum 9,1 Grad, Mini.

Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 13. Januar: abends 2,6 Grad; am 14. Januar: morgens 2,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer Dier Stunden. Niederschlag 0,2 mm.

Amtliche Wintersportnachrlchten.

9 ® a r l a n d. W i n t e r b e r g: Nebel, 3 Grad, r-^£ntime er Pappschnee, Ski und Rodel mäßig. Schwarzwald. Feldberg: Klar, 3 Grad, ^ Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski und Rodel gut. 11 oPfn* Berchtesgaden: Bewölkt, 4 Grad, 13 Zentimeter Schnee (verharscht), Ski und Rodel mäßig.

H a r z. S ch i e r k e: Nebel, 2 Grad, 15 Zentimeter ^^66 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee (Pappschnee), Ski und Rodel mäßig. r