Nr. 214 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 15. September 1950
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Außenpolitische Umschau.
Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin.
Einen merkwürdigen Auftakt -u den ®enfer Paneuropavcrhandlungen geben die Nachrichten von den groben französischen Di ano - vern. Bei ihnen fällt einem das Wort von Otto Erich Hartleben ein, als er irgendwo grobe Befestigungen iah: ..Weh, Europa rüstet den Frieden!" Die französische Armee hat erst im Alpengcdiet, dann in Lochringen Manöver ab- gehalten, so kriegsmäßig wie möglich, mit den modernsten Kampfmitteln und in Verbänden, die größtenteils durch eingezogen« Reserven auf Kriegsstärke gebracht worden waren. Die Desamtanlage aber war: die Ide« des Zwei- itontenkriegs für Frankreich nach Südosten und Osten, mit Italien und mit Deutschland! Und daS angesichts der entmilitarisierten Aheinlandzone und des entwaffneten Deutschlands. daS in irgendeinen Aufmarsch oder Angriff schlechterdings nicht denken kann! So fällt ein eigentümliches Licht auf Vriands „europäische" Besprechungen in Genf. Das andere, ebenso merkwürdig, kommt auS dem Osten.
Der Schweizer E a l o n d e r , Präsident der VbUerbundskommission (sie soll bis 15. 3uü 1937 im Amt bleiben) zur Durchführung des sogen. Genfer Statut- von 1922 über Ob er sch le- sien, wird von diesem Amt zurücktreten. Er hat sich vorzüglich bewährt in der Arbeit um den Frieden und die Rechte der Minderheiten in Obcrschlesien. Aber die Polen haben ihm mit ihrer Sabotage, Verschleppung und Zeitungshetzc die Arbeit unmöglich gemacht, und in Gens hat er keine Unterstützung gesunden. Welche Reihe von deutschen Beschwerden auS Oberschlesien sind in Genf vorzubringen gewesen! Meist mußte Mr. Calonder sie als be- Srünbct anerkennen. Polen aber folgt« seiner ntscheidung nicht, und in Gens wurden die Sachen verschleppt. Dies Spiel hat der Mann jetzt satt bekommen. Sein Rachfolger kann nur durch Deutschland, Polen und den Völkerbund gemeinsam ernannt werden. Wann und wie wird diese Einigung, die Polen durchaus nicht wünscht, zustande kommen? Zeit dazu ist bis 1. Juli 1931 — das ist der Termin, zu dem Talonder sein Amt verläßt.
Die Vehandlung unserer oberschlesischen Beschwerden ist nur ein Stück in der Minder- Heiten-Politik. oder besser Minderheiten- Richtpolitik überhaupt, die man in Genf betreibt. Die Statistik im Bericht des Völkerbundssekretariats über die Behandlung von Petitionen der Minderheiten ist ganze 17 (!) Zeilen lang: so gut wie keine dieser Petitionen und Klagen ist an den Dölkerbundsrat gelangt. 3n Madrid waren ja letztes Jahr Verbesserungen im Der- fahren Der Minderheiten beschlossen worden. Was ist daraus geworden? Die Verhandlungen des sogen. Drcierkomitees aus dem Völkerbundsrat für Minderheitenfragen sind geheim. Die Minderheiten klagen mit Rocht, daß sie keine Möglichkeit, selbst beteiligt zu sein, haben, daß keine Gewähr für Objektivität und Sachkenntnis der Mitglieder des Dreierkomitees gegeben ist, daß das Dölkerbundssekretariat ihre Sache nicht fördere.
Alt diese Fragen hat soeben der (6.) Rationalitätenkongreß, der, wie üblich, kurz vor der Völkerbundsversammlung wieder in Genf stattfand, erörtert. Er bietet ein nahezu vollständiges Material zu dieser hochwichtigen Minderheitensrage: nicht weniger als 40 Millionen Menschen in Europa (Rußland noch nicht eingerechnet) fallen unter sie, fast alle europäischen Staaten Europas kommen dafür in Frage. 3mmcr tiefer und gründlicher wird auch daS so verwickelte Problem von Männern wie Dr. Wilsan, der dem Kongreß präsidierte, oder dem Generalsekretär Dr. Ammende angefaßt, daS Prdblem von Volksgemeinschaft und Staat, wenn jene nämlich nicht alle Glieder in einem Staat vereint und wenn eine Dolksgemeinschasr in Minderheit einer Mehrheits-Staatsnation gegenübersteht. Das ist nicht leicht zu lösen, aber es ist eine der wesentlichsten Fragen des europäischen Friedens. Um ihm näherzukommen, muß
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Die Sitzverteilung der Parteien im letzten Reichstag (1928—1930).
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Das Straßenbahnunglück in Zürich: Zn einem Straßenbahndepot kamen Drei aneinander- gekoppelte Wagen in Bewegung, rollten die abschüssige Straße hinab und stießen mit großer Wucht an eine bergausfahrende vollbesetzte Straßenbahn. Die Bahn entgleiste, prallte gegen eine Mauer und zerschellte fast völlig. Drei Menschen wurden getötet, sieben schwer verletzt.
man guten Willen haben, der bei den meisten europäischen Staaten und in Gens dazu ganz fehlt.
Die Paneuropa-Jdee Vriands nehmen als reinen Gedanken die Minderheiten auf. Um so nachdrücklicher wies der Nationalitäten- kongreß darauf hin, daß Vriands Vorschlag, über den jetzt die Außenminister in Gens reden, die Minderheitenfrage überhaupt und geflissentlich übersieht. Mit Recht sagte er — 30 nationale Minderheiten waren dabei vertreten — daß eine derartige Union nicht nur auf der Grundlage der Staaten, sondern auch der Völker aus- gebaut werden müsse, und der Weg zur Verständigung von Volk zu Volk nur möglich sei, wenn jeder europäische Mensch für sich und im engsten Zusammenhang mit seinen Volksgenossen seinem' Volkstum leben darf. Auf Vriand wird das keinen Eindruck machen: am eigenen Leibe spürt Frankreich das Minderheitenproblem kaum, und gerade seine nächsten Freunde, insonderheit Polen, wollen es gar nicht lösen. Und doch muß es sicb durchsetzen, weil diese For
derungen zu elementar und zu berechtigt sind. Auch diese Frage, obgleich im Augenblick nicht im Vordergrund der Genfer Besprechungen, gehört zu den zentralen Ausgaben, um deretwillen der Völkerbund überhaupt da ist und mit deren Nichtlösung er sich einfach selbst aufgibt.
Während Henderson in Gens England vertritt, gehen in London die Vorbereitungen für die in nächster Zeit zusammentretende britische Reichskonferenz in London zu Ende. Sie ist wichtig nicht nur für das englische Weltreich, sondern auch für die Weltwirtschaftskrise, in der England so gut leidet wie Deutschland. Zunächst die Lage im 3nselreich selbst. Wie bei uns: Arbeitslosigkeit (über zwei Millionen bei 40 Millionen Einwohnern), schwere Absatzstockung des Handels gerade in den alten Absatzgebieten Indien und China, Kampf um Lohnabbau, Arbeitslosenversicherung mit allen Kosten, Klagen und Mißbräuchen, wie bei uns (Iahreskosten 100 Millionen Pfund), Forderung, die Industrie zu rationalisieren (was dem Problem nicht ab
Hilst, da dadurch noch mehr Arbeit-kräsw sreigeseyt werden), ArbeitSle'chafsungS- programme, im großen Ratlollgkeit gegenüber dem ungeheuren Notstanh. Es ist bekannt, daß darüber die Idee immer" mehr Boden gewinnt, im sog. Reichsfreihandel ein gewaltiges abge'chlossenes Wirtschaftsgebiet des britischen Reichs zu schaffen, das m sich leicht die Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise überwinden könne. Sogar der letzte Kongreß der Gewerkschaften hat sich in gewissem Sinne in der Richtung eines Reichs'chuyzolles ausgesprochen. Trotzdem wird immer klarer, daß der Gedanke eine Utopie ist. Von England aus: seine Industrie ist und bleibt Darauf angewiesen, dort zu kaufen, wo es am billigsten ist. Ein Zoll um daS britisch« Weltreich auf Rohstoffe und Fabrikate würde die verarbeitende Industrie zu noch größeren Arbeiterentlassungen zwingen: ihr Bedarf ist in nichtenglischen Ursprungsländern billiger zu decken.
Und die großen Kolonien? Seit 30 Jahren und dann vor allem unter dem Anreiz im Kriege haben sie ihre wirtschaftliche Struktur sehr verändert Die alte Formel für den Reichszollverein: ..englisches Industrieprodukt gegen koloniale- Agrarprodukt" paßt längst nicht mehr. Die Kolonien sind Industrieländer geworden, oder streben rücksichtslos danach, es zu werden. Aber sie sind immer noch überwiegend Agrarländer, die diesen Produktionszweig ungeheuer gefördert haben. Sie haben ja überhaupt einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufstieg erlebt, den England mit Geld und Menschen ungemein gefördert hat. Das kehrt sich nun gegen England. Wie soll dieses den Kolonien aus der schweren Agrarkrise heraushelfen, in der sie heute tief drin sind? Was die Dominions tun, um sich wirtschaftlich zu helfen (das gilt z. B. auch für die aus England kommende Einwanderung), richtet sich gegen das Mutterland, das gar nicht in der Lage ist, die GesamtauSsuhr der Kolonien auszunehmen.
Das ist die wirtschaftliche Seite. Wir glauben nicht, daß es möglich fein wird, diese widerstreitenden Interessen im Weltreich so miteinander zu versöhnen, daß man damit, gemeinsam und 'gegen die andere Welt sich abschließend, aus der Weltwirtschaftskrise herauSkäme. Wirtschaftlich gehen die einzelnen Teile der englischen „Commonwealth“ auseinander. Die große Flottenverständigung aber zwischen England und Amerika (1921 in Washington und 1930 in London), sie verändert für Die Dominion- auch sehr den alten Gesichtspunkt: festhalten am Mutterland, weil dies allein mit seiner Flott« die Kolonien verteidigen könne, di« aus eigener Kraft dazu nicht fähig seien. Die Sorge vor Amerika oder vor Iapan ist nicht mehr in voller Stärke vorhanden.
Mit dieser Lage hat die Reichskonserenz zu rechnen. Sie wird sicher mit traditioneller politischer Weisheit zu'ammenzuhalten suchen, was und wieviel zusammenzuhalten ist. Aber einen fefteren Staatsverband oder einen Reichszollverein wird sie aus dem britischen Weltreich nicht schassen können. Dann aber muß, gerade von der wirtschaftlichen Seite, England selbst wieder stärker zu Bewußtsein kommen, wie sehr «s doch mit Europa verbunden ist. Man kann nur wünschen, daß sich das etwas schneller zugunsten einer internationalen Zusammenarbeit auswirkt (denken wir z. D. an die Kohlenproduktion, die deutsche und englische in ihrer heutigen Absatzlage u. ä.). Für sie sind an gar manchen Stellen auch im Verhältnis Englands zu Europa die Voraussetzungen Da. Ohne sie wird Europa schwerlich Die gegenwärtige Wirtschaftskrise schnell überwinden. AuS eigener Kraft allein kann das kaum ein Staat. D i e Zeit drängt aber wegen der großen sozialen Gefahren, Die die Krise im kommenden Winter nur noch steigern wird. Darum kann man auch nicht einfach abwarten, bis einmal die Konjunktur von selbst wieder sich bessere, wofür heute noch nicht die geringsten Anzeichen da sind. Diese Gedanken durchzudenken, erschiene uns dringlicher und notwendiger für Europa, als die Diskussion über Vriands Projekt, da- Europa für die dringendsten Friedensproblem« das Gegenteil dessen bietet, was ihm nötig wäre!
Schlagworte in der Wahlzeit.
Woher sie kommen und wie alt sie sind.
Don Hans Heßler.
Don den Anschlagsäulen, aus den Leitartikeln, Wahlreden und Flugblättern wird sie uns wieder einmal ins Ohr geblasen, die liebliche Schlagwortmelodie der Wahlzellen, und es ist merkwürdig genug, daß ihre Formulierungen immer wie neue Schälle erscheinen können, obwohl die meisten von ihnen schon ihre ansehnliche Geschichte haben: die Sprache ist ein geduldiges und willsähriges Instrument, das seine Geräte an alle leiht, an die Gerechten und Ungerechten. Aber solle „n a t i o n a 1 s o z i a 1" nicht wenigstens ganz neuen Ursprungs fein? Auch dieses Wort, das erst aus den Stürmen der letzten Vergangenheit hervorgegangen zu sein scheint, stammt schon aus Dem Jahre 1896, als es sich eine aus Den Christlich-Sozialen hervorgegangene politische Vereinigung als offiziellen Parteinamen beilegte; auch damals wurde für die „Nationalsozialisten" eine lebhafte Propaganda entwickelt. Das Wort ist geblieben, aber es wird jetzt von einer gänzlich anders gearteten Partei beansprucht.
Jeder Wähler erwartet von seiner Partei die »rettende Tat". Er bedient sich damit eines Ausdrucks, der zuerst von Dahlmann im Frankfurter Parlament von 1848 gebraucht wurde, als dieser das Veto der Reichsregierung als eine in die Verfassung aufzunehmende Bestimmung befürwortete: „Damit dieses Recht Der rettenden Tat auch in Der Ferne als gesetzlich erscheine, ist es ratsam und staatsgemäß, es in Den Staat einzuführen durch das entscheidende Veto. Es handelte sich also damals lediglich um eine Verfassungsfrage, zu der sich auch gegenwärtig eine Analogie finden ließe, aber solche Degrisse, Deren Schlagkraft sich einprägt, die aufgegriffen und weitergegeben werden, sprengen bekanntlich bald ihren ursprünglichen Rahmen und lassen ihren Ursprung vergessen.
So ähnlich steht es auch mit der „Realpolitik". Dieses Wort erhielt um die Mitte des vergangenen Iahrhunderts fein ganzes Licht eigentlich von Dem Bkgriff der Idealpolitik, Deren
stärksten Gegensatz es damals bildete. Gustav D u e z e l s Schrift ..Grundsätze Der Realpolitik, angewandt auf Die staatlichen ZustänDe Deutschlands" machte den neuen Begriff rasch populär, der später von Den Bismarckgegnern, auch von Nietzsche, gegen Den Kanzler ausgespielt tourDe.
Auch „D a s Recht auf die Straße", das zu allen Wahlzeiten besonders heftig gefordert wird, ist eine Formel mit Vergangenheil. Cs ist einer Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidenten von Iagow entsprungen. Der im Februar 1910 anläßlich einer sozialdemokratischen Demonstration eine vielglossierte Verfügung erließ. in der sich neben diesem damals geprägten Begriff auch die berühmten Worte fanden: „Die Straße Dient dem Verkehr" und „Ich warne Neugierige".
Iede Partei weiß von Den „Errungenschaften" des Systems zu rühmen, das sie gerne an der Führung sähe. Niemand ahnt Die Ehrwürdigkeit dieses Wortes. Denn es scheint wie kaum eines aus Der Sphäre des hitzigen politischen Kampfes zu stammen. Dagegen belehrt uns Kluges Etymologisches Wörterbuch Der Deutschen Sprache. Daß es „ursprünglich ein Wort Des juristischen Kurialstils zur Bezeichnung Der von Den Ehegatten währenD Der Ehe erworbenen Güter" bilDet. Genauer: dieses Wort tritt schon 1582 in einem pfälzischen Landrecht auf. Es hat sich unbeachtet durch die Jahrhunderte weitergeschleppt. bis es. wieder im Jahre 1848, zu einem weithin sichtbaren Ausdruck wurde, Der die durch die Revolution den Regierungen abgenötigten Zugeständnisse bezeichnen sollte. Es gab damals „März-Errungenschaften", und es bildeten sich als deren Seitenstück Die „November- Errungenschaften" heraus, die sich aber ursprünglich nicht auf den November 1918 beziehen sollten: sie erinnern vielmehr an Die vergessene Tatsache, daß am 9. November 1848 — siebzig Jahre vor dem Ausbruch Des Weltkriegsumsturzes — Der General W r a n g e 1 mit seinen Truppen in Berlin einrückte, Den Belagerungs- zustanD über Berlin verhängte und Die Autorität Der Regierung wiederherstellle.
Auch Der Wortschatz der Radikalen, der immer wieder aufreizend unter die Massen geschleudert
wird, ist schon recht alt. Die „Propaganda der Tat" stammt aus der russischen nihilisti- scheu Bewegung, wo sie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts aufkam; die „soziale Frage" kommt aus dem Französischen, wo sie seit Mitte Der Dreißiger Jahre Di« Geister erregte; Der „Z u k u n f t s st a a t" spielt schon seit Den siebziger Jahren in den sozialdemokratischen Programmen die gleiche Rolle wie heute Das „Dritte Reich" in Den nationalsozialistischen, als ein GebilDe, von Dem Bismarck 1878 sagte, er würde sich mit Herrn Bebel gerne über Diese Einrichtung unterhalten, in Der Hoffnung, „Daß ich endlich auch erführe, wie Herr Bebel und Genossen sich den Zukunftsstaat, auf den sie uns durch Niederreißung alles Dessen, was besteht, was uns teuer ist unD schützt, vorbereiten wollen, eigentlich Denken". — Auch Die „Steuerschraube" ist ein Bild, das seit Den sechziger Jahren immer unD besonders in Den Wahlkämpfen von Der linken Seite gern gebraucht wird.
Zu Der gleichen Zeit kam von Amerika ein anDeres, augenblicklich sehr aktuelles Schlagwort nach DeutschlanD: „Stimmvieh". Mit voting cattle wurde drüben die Masse Der eingetoan» Dertcn Deutschen und Iren bezeichnet, Die ihre Stimme ohne eigenes Verständnis und selbst- gefaßte Lieberzeugung abgab. — So alt im allgemeinen Der Wortschatz Der Wahlkämpfe ist, Die neue Zeit hat doch auch einige neue hervvr- gebracht, von Denen eine Formulierung sich unmittelbar aus Der Lässigkeit des Deutschen Bürgertums ergeben mußte: „W ahlrechti st Wahlpf lich t!“
Sie werden lachen!
Grammatik.
Fritzchen: „Vater, ich fahr nach Blumenau!"
Vater, lehrreich: ,Lch fahr!"
Fritzchen: „Du fährst aueß?"
Vater: „Du fährst!"
Fritzchen: „3a, Vati, i ch führ!"
Beide Hände.
Es fährt einer im Kleinauw Durch Die Straßen.
Die rechte HanD nachlässig am Steuer, Die linke zärtlich um Die Braut cn seiner Seite.
Ein Schutzmann winkt und ruft:
„Beide Hände nehmen!"
Der andere grinst:
„Gern, aber mit was soll ich bann lenke n?“
Skat.
Beim Ohrenarzt.
Der Professor, flüsternd: „Sieben!"
Der Patient, unwillkürlich zurückflüsterndk „Sieben".
Der Professor: „Elf".
Der Patient: „Els".
Der Professor: „Achtzehn!"
Der Patient, ganz laut: .Halt i ch!"
Richt zu glauben?
Sommerselig wandelt Der Deutsche Dichter Herbert E u l e n b e r g durch seinen Garten, der am Rhein gelegen ist. Eine Turmuhr schlägt drei. Und während der Dichter noch zusammenzuckend nach einem Versteck sich umsicht, ertönt schon aus einem Fenster Der Villa Der Rus Der teuren Gattin: „Drei U hrl Komm rauf!! Dichten!!!"
Oer Magen Neuyorlö.
Nach einer statistischen Berechnung toerDen der Bevölkerung von Neuyork jährlich 540 000 Waggons Lebensrnittel zugeführt, d. h. pro Tag 1370 Waggons. Mehr als die Hälfte dieser Menge entfällt auf Gemüse und O b st. Die Anbaufläche der jährlich in Neuyork verzehrten Kartoffeln beträgt 34 000 Hektar. Auf Den Kopf der Bevölkerung entfällt ein jährlicher Gemüseverbrauch von 149,1 Kilogramm; ein bedeutender Anteil entfällt auf die Kartoffel (47,7 Kilogramm); auf die Zwieb el entfallen 14,3 Kilogramm, auf Paradiesäpfel 9,5 Kilogramm, auf Salat 8,7 Kilogramm. Ganz enorm find die Obst mengen, die in Neuyork konsumiert werden. Jeder Neu- Yorker verzehrt im Iahr durchschnittlich 32 Kilogramm Trauben, 27,5 Kilogramm Orangen, 22 Kilogramm Aepfel, ebensoviel Bananen, bann folgen Grapefruits (eine süßsäuerliche Riesenzitrone), Dirnen und Melonen. Der Fleischkonsum beträgt burchschnittlich 62,1 Kilogramm Pro Kopf und Iahr. Die Stadt verbraucht jährlich 3,8 Millionen Liter Milch, wozu 1 500 000 Milchkühe zur Verfügung stehen.


