Ausgabe 
12.9.1930
 
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»en drohte Auch tn Paris selbst regnet es seit Donnerstogirüh fast ununterbrochen.

Sech» TUonak (Bdängni# wegen Verstoßes gegen die Ivasfenoerordnong.

Da- erweiterte Schöffengritzt in Köln fällte erstmalig ein Urteil auf Grund der Waffenver­ordnung de- Rechs Präsidenten Der Verurteilte ist ein mit der kommunistischen Partei sympathisierender junger Wann, der sich einer Klebekolonne an geschlossen hatte und dabei mit einem S ch u ste rmel ser be­waffnet war, da» er .für alle Fälle" im Vodärmcl trug. Da- Urteil ging über die 2Hin- beftftrafe von drei Monaten Geiängnis hinaus und verhängte gegen den Angeklagten eine Ge­fängnisstrafe von sechs Monaten.

Gestohlene Gemälde ermittelt.

Aeunzehn Gemälde im Werte von 700 000 Mk., die im vergangenen März au» den Earlton- House-Ga lenen im Westen London» gestohlen waren, sind in den Gepäckausbewah- rung-räumen der Untergrund- und Eisen­bahnstation Tannon-Straße wieder gesun­den worden. Unter ihnen befanden sich Werke von Rembrandt. Ruben» und Rey­nolds. SS war anscheinend die Absicht her Diebe, sie in den nächsten Tagen nach dem Kontinent zu verschiffen. Der Diebe konnte man noch nicht habhaft werden.

»Graf Zeppelin" nach Friedrichshafen zurückgekehrt.

Das-LuftschiffGraf 3eppelin" ist von seiner Fahrt nach Moskau Donnerstag vormittag 11 35 Uhr wieder nach Friedrichshafen zurückgekehtt und glatt gelandet. Cs hat die Strecke des Rückflugs mit 2500 Kilometern in ungefähr IS Stun­den bewältigt. An Bord befanden sich 22 Fahrgäste.

Aus der Provinzialhauptstadt.

G i e fj e n, den 12. September 1930.

Jebt Stimme ist wichtig!

Wir lesen es täglich und hören es beinahe allabendlich in den Wahlversammlungen: Wahl­recht ist Wahlpflicht! Und doch sind genug unter tuns, die schon heute die Absicht unverhohlen äufiern, sie. wollten am Wahltage kneifen. Tausend Vegrünbungcn führen sie für Ihr pflicht­widriges Verhalten an; aber nicht eine trifft davon. Denn es mag manches in den Ablehnun- Scn der Wahlpflicht noch so plausibel klingen: den tem der Sache trifft eS nicht. Am wenigsten die Meinung, das) man nicht wisse, welcher von den Parteien man seine Stimme geben solle; sie taug­ten ja alle nichts Es ist doch nicht so, daß wir nun mit einem Programm irgendeiner Partei wie heißt doch der schöne Gemeinplatz, der zu einem neuen Schlagwort geworden ist?, daß wir also mit einer Partei hundertprozen- 11 g zufrieden sein könnten. Das liegt uns Deutschen gar nicht; dafür sind wir alle, jeder von unS, viel zu sehr Sonderlinge, Sigenbrödler, Individualisten. Aber in den Drundzügen sind wir sehr wohl mit den zum Wahlkampf auf- marschierten Parteien einig. Richt das Welt­anschauliche trennt unS, sondern irgendeine Kleinigkeit, ein Londerwunsch. den wir gern erfüllt haben möchten, weil er uns persönlich nun einmal am Herzen liegt

Sollte eS möglich sein, daß eS Menschen gibt, die wegen dieser Geringfügigkeit ihres Begehren» angesichts der großen gemeinsamen Rot ihrer Wahlpflicht nicht nachkommen? Leider lehrte e» bisher jede Wahl, daß es genug derartiger pflichtvergessener Wähler gibt. Mindesten» ein Viertel aller Wahlberechtigten sprang bei den vielen RachkricgSwahlen aus, und wir können unS auf eine Reichstagswahl im Winter 1924 entsinnen, bei der 40 Prozent aller Berechtigten lieber zu Hause blieben. Bei den letzten Wahlen zum Reichstag im Mai 1928 blieben soviel Wähler fort von der Urne, daß mit ihren Stimmen 22 weitere Man­date hätten errungen werden kön­nen, und da eS sich dabei vor allem um An­gehörige des Vürgcrftanbe» handelt die An­gehörigen der Linksparteien und ihre Freunde erscheinen erfahrungsgemäß so gut wie vollzählig zur Wahl kann man sich leicht auSrechnen, um wieviel der letzte Reichstag arbeitsfähiger ge­wesen wäre, wenn ein ansehnlicher Teil der Wähler nicht lieber auf Wochenend gezogen wäre

Die Ausübung des Wahlrecht» ist unsere ernste st e staatsbürgerliche Auf­gabe. So ernsthaft, daß bereits erwogen wird, ob man den Richt Wählern nicht eine Strafe aufbrummen sollte, wenn sie auch diesmal wieder ihrer Pflicht nicht Nachkommen werden. Wir können un» mit derartigen Zwangsmaß­nahmen nicht befreunden, weil wir die freie, freudige Entschließung de» Menschen höher ein- schätzen. Daß aber über derartige Maßnahmen bereits nachgcdacht wird, ist ein bedrohliches Zeichen. Weil jede Stimme wichtig und ausschlaggebend ist, möge jeder zu denen gehören, die am 14. September bestimmt an der Wahlurne erscheinen. S. W.

Gictzencr Wochcnnrarktpreise.

Es kosteten auf dem gestrigen Wochenmarkt bas Pfund: Butter 160 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 6 bis 8; Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12: rote Rüben 10 bis 12; Spinat 15 bis 25; Römischkohl 8 bis 10; grüne Dohnen 15 bis 20; gelbe Bohnen 20 bis 25; Unter-Kohl­rabi 6 bis 8: Erbsen 20 bi» 25: Feldsalat 120; Tomaten 10 bis 20; Zwiebeln 10 bis 12; Meer­rettich 50 bi» 60; Kürbis 8 bis 10; Pilze 30 bis 35; Kartoffeln 5; Falläpfel 5 bis 6: Aepsel 20 bis 40; Dirnen 15 bis 30; Dörrobst 30 bi« 35; Zwetfchen 10 bis 15; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; -lüste 60 bis 70; Pfirsiche 40 biS 70; Brombeeren 40 bis 45; Preißelbeeren 30 bi« 35; da» Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 12 bi« 13, Blumenkohl 30 bi» 70; Salat 10 bi« 15; Salatgurken 10 bis 20; Sinmachaurken 2 bi« 4; Endivien 10 bi« 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 8: Lauch 5 bis 10; Ret- tich 10 bi» 15; Sellerie 10 bis 20; daS Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kar­toffeln 4,50 Mark.

Borrrotizeir.

Tageskalender für Freitag. Deutsche Staatspartei: Wahlversammlung. 20.15 Uhr. im .Safe Leib". Lichtspielhaus Dahn- hofftraße: .Der weihe Teufel." Astoria-Licht- spiele: .Der fliegende Teufel von Te?aS' und »Die Orchidecn-Tänzerin".

Oer Wahlkampf.

Zentrums-Versammlung.

Am Mittwochabend sprach im Katholischen Verein-Haus in einer Wahlversammlung der Zentrumspartei Rerchstagsabg Dr BockiuS. Mainz. Der Redner wie« zunächst daraus hin. daß dieser Wahlkampf nicht nur um die Erhal­tung des Staates, sondern auch um die Erhaltung der Kultur geführt werde. Sr erläuterte sodann die Stellung der Zentrumspartei bei der Be­handlung von Kulturfragen im letzten Reichstag, die teilweise zu Rechtsfragen geworden feien, um gleichzeitig ein Bild über die Haltung der übri­gen Parteien in dielen Fragen zu geben. Weiter schilderte der Vebner die Mitarbeit der Zen­trumspartei in der Reich«regierung 1919 und betonte, daß die Kulturpolitik über die Staats­politik gehen müsse. Sr wie» alSdann auf die Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie in außenpolitischen Fragen hin und zeigte die Er­folge der Zentrumspartei bei der Behandlung der Ehescheidungsreform. 5hc Zentrumspartei habe dafür gesorgt, daß die Kulturgesetzgebung bi» jetzt noch nicht verschwunden fei. Hierauf

tVabkeit von 8 bis IS Uhr.

Jedermann gehe am nächsten Sonntag bei­zeiten zur Wahl, möglichst schon vor mittags, oder am frühen Nachmittag! Um 12 Uhr (5 Uhr nachmittags) ist überall Wahlschluß! Deshalb:

rechtzeitig wählen!

behandelte der Redner die Stellung der Mittel- parteien, sowie der radikalen Parteien zur Kul- turfragc. Aber nicht nur die Kultur fei in Ge­fahr, sondern auch der Staat. Bei früheren Kata­strophen (1919 und 1923) habe sich da» Volk zusammengeschlossen, hoffentlich bringe die Rot von 1930 die Möglichkeit einer ersprießlichen Zusammenarbeit. Die Rot von 1930 sei von keiner Partei und auch von keinem Stand ver­anlaßt, sondern sie sei eine Folge der Weltwirt­schaftskrise, die sich besonder» in Deutschland auswirke. Ss sei nicht zu verstehen, daß Deutsch­land bei dieser Lage nutzt einig sei. Der Redner kam dann auf die Vertrauenskrise im letzten Reichstag zu sprechen, zeigte deren Entstehung und Auswirkung, um sich dann eingehend mit dem Kabinett Brüning und dessen Haltung zu be­schäftigen. Er sprach von der Rotwendigkeit der er­lassenen, vielfach angefeindeten Rvwerordnungen. wodurch die Aeich-regierung eS ermöglicht habe, die Oeiftungen der Arbeitslosenversicherung durchzuführen Der Redner kam dann auf die Aenderungen tn der Krankenversicherung zu sprechen und bemerkte, daß auch unpopuläre Maßnahmen durchgeführt werden müßten, wenn damit chcm deutfchcn Volke geholfen und Be­unruhigungen vermieden werden könnten 3m weiteren Verlaufe feiner Ausführungen vertei­digte der Redner die Mehrausgaben gegenüber der Vorkriegszeit, zeigte die Auswirkungen der Besteuerung deS Kapitals, um sich dann mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft und der Unrentabilität der Landwirtschaft zu beschäf­tigen Die Sanierung de» Reichshaushaltes fei vor allem auch um deswillen notwendig gewe­sen, um daS Ansehen deS Reiches im Ausland nicht völlig zu verlieren Anderseits fei eS un­möglich, die Reparationen bis zum Schluß zu bezahlen. Der Versailler Vertrag müffe revi­diert werden, darüber feien sich alle Parteien: einig, nur bezüglich der Methode, wie dieS ge­

schehen solle, gingen die Meinungen auseinan­der Der Redner erläuterte sodann die Haltung der Zentrumspartei bei der Annahme de» Voungplan» und vertrat dabei die Austastung^ daß, so lange eine Recht-verletzung <Kriegs- fchuldlüge) bestehe, kein Friede emtreten könne. Er sprach hierauf von der weiteren Entwicke­lung deS Deutschen Reiche» und betonte, daß die Hebung der deutschen Wirtschaft schon um deswillen notwendig sei, weil durch die Rot der DolschewiSmu» gestärkt werde. Er wandte sich zum Schluß an die zahlreichen Richtwähler, die es diesmal in der Hand hätten, zu erreichen, daß eine durchgreifende Gefunoung eintrete.

Eine Aussprache wurde von der Versammlung nicht gewünscht.

Nationalsozialistische Wahlkundgebung

3n einer überfüllten Versammlung in der Turn­halle am OSwalbsgarien sprach am Mittwoch­abend, wie gestern schon nülgctcilt, der hessische Spitzenkandidat der Rationalsozialisten Pastor außer Dienst Münchrneyer aus Borkum. Der Redner polemisierte von Anfang bis Ende in schärfster Weife gegen die Sozialdemokratie, wobei er häufig Kraftausdrücke gebrauchte, die wir in unseren Spalten nicht wiederzugeben ver­mögen. SeineRede hatte auch gegenüber den bürger­lichen Parteien einen scharfen polemischen Klang, liisbefondere gegen da- Zentrum. Daß Hitler am nächsten Sonntag siegen werde, unterliege für ihn (den Redner) nicht dem mindesten Zweifel. Hitler werde sicher mit rund 100 Mandaten in den Reichstag cinziehen. Der Redner wandte sich dann gegen die Deutsche Staat-Partei, die Deutsche Volk-Partei und da« Zentrum, ebenso auch gegen die Konservative Volkspartei, sprach dabei u. a. den Generalen Lettow-Vorbeck und Seeckt die militärische Befähigung zu, die posi- ttfche Zähigkeit aber ab, und warnte vor der Stimmabgabe für daS Zentrum, da dieses nur diefchwarze Sozialdemokratie" fei. 3n der deut­schen Außenpolitik fei unsere ganze Arbeit bi» heute nur ein einziger Mißerfolg gewesen. Es sei gar nicht wahr, daß der Rhein befreit wor­den sei. denn auf dem Rheinstrom sehe man noch viel mehr ausländische, besonders französische Dampfer, als deutsche, und außerdem bestehe die entmilitarisierte Zone unverändert fort. Daß der Reichspräsident v. Hindenburg die völlig über­flüssigen DesreiungSseiern mitgemacht habe, fei nur darauf zurückzuführen, daß er sich von seinen Ratgebern habe einwickeln lassen und von der wahren Sachlage überhaupt nicht» merke. Ebenso sei es bei dem Voungplan gewesen, wo Hinden­burg sich auch von denroten Machthabern" hätte täuschen und einwickeln lassen. Vergleichs­weise erklärte der Redner in diesem Zusammen­hänge. wenn ein Schiff auf hoher See sich in schwerer Seenot befinde, dann dürfe der Kapitän nicht 82 Jahre alt fein, sondern die Führung deS Schisse» müsse eine jüngere Kraft haben. Hierauf ging der Redner auf den DaweS- und den Voungplan ein, hielt dabei den Deutschnationalen mit ironischen Worten die Spaltung ihrer Frak­tion bei der Abstimmung über den DaweSplan vor und betonte, daß Hindenburg durch seine Unterfebrift unter den Voungplan. bei derder alte Herr" auchwieder nichts gemerkt" habe und sich hätte einwickeln lassen, der entschiedenste Gegner der Rattonalsozialisten geworden sei. Er erklärte, nachdem er sich mit den gegen ihn in persönlicher Hinsicht erhobenen Vorwürfen auS- einandergesetzt hatte, daß die Rattonalsozialisten nicht die StaatSsorm als da- Wichtigste ansähen, daß sie aber den Staat auf eine andere Grund­lage stellen würden. Der RationalsozialiSmuS wolle keine Stande»- und auch keine DerufS- standSpolitik, sondern alle sollten für alle ar­beiten. Wenn die Rationalsozialisten nach ihrem Einzug in den neuen Reichstag in eine Re­gierung gingen, dann wurden sie unter allen Umständen'den Posten deS Reichsinnenministers und den de» ReichSwehriyinisterS fordern, da» Reichswehrministerium werde dann mit dem na­tionalsozialistischen General von Epp al» Mi­nister besetzt werden. Mehr brauchten sie nicht. Zum Schlüsse seiner etwa zweistündigen Rede forderte der Referent zum Eintreten für den RationalfvzialiSmuS auf.

D i e Dienststunden de» Polizei­amt» für den Publikumsverkehr find, wie da» Polizeiamt un» mitteilt, ab 15. Sep­tember von 8 bis 12'/, Uhr und von 15 bi« 17'/, Uhr, Samstags von 8 biS 12V, Uhr. Für SamStagsnachmittagS ist in der Zeit von 16'/, biS 171/, Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, er­ledigt werden können.

Der .Zeppelin" über Gießen. Auf Anfrage eines hiesigen Mitbürger- bei dem Luftschiffbau Zeppelin nach der Höhe deS Luft­schiffes .Graf Zeppelin" bet dessen Flügen über Gießen wurde jetzt mitgeteilt, daß daS ßuft- schiss am 10. August in 540 Meter Höhe, und am 31. August in 440 Meter Höhe über unsere Stadt hinwegslog. Wenn man den Meeresspiegel der Berechnung zugrunde legt unb dabei die Höhenlage unserer Stadt über dem Meere in Betracht zieht, so ergibt sich eine Flughöhe des Luftschiffe» über Gießen am 10. August von 700 Meter und am 31. August von 600 Meter über dem Meere.

Vorboten be» WinterS. Am Mitt­woch zwischen 18.30 unb 18.35 Uhr überflog eine Schar Schneegänfe in ber Richtung Rord- norboft bi» Sübfübweft in ber bekannten Keilform unsere Stadt. Die Tiere haben diesmal ihre Reise fast vier Wochen früher an getreten, al» in den letzten 3ahren. Rach alter Bauernregel mühte man daraus auf einen frühen Beginn des Win­ter» schließen.

Vereinigung ehern. Realgymna- fiaften. In Ergänzung unserer Notiz vom Mitt­woch fei mitgeteilt, bah zu der gesellschaftlichen Ver­anstaltung der Bereinigung ehemaliger Realgymna­siasten am morgigen Samstagabend auf der Lie- bigsbohe auch die Hinterbliebenen ber gefallenen Angehörigen des Gießener Realgymnasiums, die Eltern ber jetzigen Schüler und alle ehemalige Giehener Realgymnasiasten herzlich eingeladen sind. Auf die Anzeige in unserer Mittwochsausgabe sei m diesem Zusamenhange nochmals hingewiesen.

* Vorträge über bie GaSindustrie. 3m Zusammenhang mit der Gießener Gaswoche sanden, wie man uns berichtet, auf Veranlassung des städtischen Gaswerkes tm Chemischen Uni- verlüätSlaboratormm zwei PH-[cklehrexiurje flau.

an denen sich 71 Lehrkräfte der hiesigen Schulen beteiligten. 3n den Vorträgen wurde über bie volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte ber Kohle unb ber Gaserzeugung und über die Bedeutung der GaSindustrie im heutigen Wirtschaftsleben ge­sprochen. Weiter wurden wärmctechnische Fragen erörtert unb dabei bie Bedeutung beS Gases ein­gehend gewürdigt, sowie die vielseitige Verwen­dung deS Gases in den verschiedensten Dewerbe- unb Industriezweigen aufschlußreich bargelegt. Die Vorträge wurden von Diplomingenieur Winterberg vom Gasverbrauch Berlin ge­halten, der seinen Hörern in klaren Ausführun­gen sehr instruktive, wer wolle Gesichtspunkte er­öffnete.

Drei Einbrüche wurden in der Rächt zum Donnerstag bei ber Deutfch-amerikanifchen Petroleumgefellfchaft, ber Derup- unb ber Olex- Gefellfchaft in deren Bureau» hinter der Mar­garethenhütte verübt. Die Täter brachen an den CBureauräumcn bie Türen auf, öffneten fo- bann mit Gewalt bie Schreibtische unb entwende­ten bzw. öffneten bei der Deutsch-amerikanischen Petroleumgesellschaft unb der Dermp bie Äaffet- ten. ES fielen ihnen hierbei an Vargelb und an Briefmarken etwa 100 Mark in bie Hände. 3n den Bureauräumen ber Olek-Defellfchaft konnten bie Einbrecher nicht» erbeuten, ba bort vor einigen Wochen schon einmal eingebrochen worden war unb bie Geschäftsleitung seitdem allabendlich Gelb unb GeldeSwert in Sicherheit bringt. Die Täter finb bis jetzt noch unbekannt, bie polizeilichen Rachsorfchungen finb im Gange.

"DerTanzclub Ro t-Weiß Gießen, Mitglied de- Reichs Verbandes zur Pflege "be» Gesellschaftstänze», veranstaltete wie man uns berichtet am vergangenen Sonntag im Hotel Hindenburg einen 4-llhr-Tanztee, ber sehr gut besucht war Außer ben Mitgliedern waren nur geladene Gäste anwesend. Der temperamenwolle Rhythmus der gutbesetzten unb fleißigen Musik­kapelle Seitz schalste schnell ben Kontakt unb bie zur Geselligkeit notwendige Harmonie. Mit viel Interesse folgte man den routinierten Tanz­einlagen de» Ehepaars Däulke. da- sich zu einer Zugabe entschließen muhte. Auch dieser -weite Tanztee war eine gutgelungene, ftim-

Landkreis Wirken.

U Großen-Vlnben. 11. Sept. Aus bet jüngsten öffentlichen GerneinderatSsitzung ist u a. zu berichten: Der Gemeindezufchuß zur Teerung ber Moltkestraße. Alte Heer­straße und Steinweg wurde, ber Forderung bet ProvifPalbehörde entsprechend, von 20C9 auf 2500 Mark erhöht Zu den für hiesige Hand­werker ausgeschriebenen Verputz- und 3n- ft re i (Verarbeiten in der neuen Schule betrug die Höchstsorderung 18 337 Mk. die Titln* beltforbcrung 18 106.50 Mk. Die Arbeiten wurden dem Weihbindermeister Heinrich Degen mit dem Angebot von 18106,50 Vit übertragen. Ein Antrag de» LandeSttrchenamt» auf lieber* nähme ber Bezahlung be» Organisten durch die politische Gemeinde wurde abgelehnt.

Mrcie Wetzlar

0 Dutenhofen, 11. Sept. Hier sies abend» ein Schuljunge au« einem Grundstück an der Provinzialstraße herau» unb bircft in ein vor* überfahrende» Auto hinein. Der be- dauernswerte Junge, der alle Vorsicht außer acht gclaHcn hatte, mußte mit einer schweren Schädelverletzung dem Krankenhaus in Wetzlar zugeführt werden.

$ Erda, 11. Sept. Gestern abend ging über unserer Gegend ein schweres Gewitter nie­der. ba« von wolkenbruchartigem Re* gen begleitet war. Die Kanalisation und ber Bach waren nicht in der Lage, die ungeheuren Wassermengen zu fassen, fo daß sich in dem un­teren Teile be» Dorfe» da» Wasfer staute und in Ställe und Scheunen eindrang. Bei einem Landwirt war der Dasierstand fo hoch, daß ba» Vieh au« bem Stalle geholt werden mußte. Die Lage verschlimmerte sich noch dadurch, daß der Blitz in die Eelektrizitätsleitung einsch ug unb da­durch da« ganze Dors in Dunkel gesetzt wurde. Erst nach längerer Zeit ließ ber Regen nach, so daß die Wassermengen allmählich zurückgingen. Der Schaden ist erheblich Heute morgen bängte sich das vierjährige Söhnchen de» Gastwirts Wilhelm Dörr an ein Auto, ba» es, nachdem der Wagen in Fahrt gekommen war, nicht mehr loSlassen konnte. Das Kind wurde etwa 10 0 Meter weit geschleift, bi» durch Zurufe von Strastenpafsanten der Kraft­wagenführer auf den Sachverhalt aufmerksam wurde und ba» Auto zum Stehen brachte. Da» Kind bat x H a u t a b s ch u r s u n -

acn an den Knien davongetragen. Der Vorfall sollte die Eltern veranlassen, ihre Kinder vor der­artigem Tun zu warnen.

®ett>lnnaue|ug

5. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preutz.) «lasien-Lotterie

Ohne Gewähr Nachdruck verhoten

28. Siebungstag 10. Septemder 1930

Auf

jede gezogene Nummer sind

zwei gleich

bebe

Gewinne gefallen, und zwar |e

einer

auf

bie Lose gleicher Nummer in Abteilungen I unb II

den

beiden

vn der heutigen Dormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

203512

ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne

i Nachmittags; über 150 M.

gezogen

2 13956 271267

04 330983

383261 391471

179806

214794

297859

183883

219729

301447

372739

186227

229236

310104

377566

112025 124307

140534 153299 165510 173433 194834 212362

226694 256629 283469 313854

828285 344929 360958 379130 398192

118832 130124 141042

158340 170552 176532

2 02'2 215167

239962 262131

295019 320054 329777

846896 866991

389541

285299

351230

119834 134329 146227 159035 170664 166638 207024 216378 249292 267787 297896 320986 331837

347567 867646 391052

108275 121922 140385 151449 161572 172331

191745 210219 225548 255420 279638 306736

326582 840406 356800 873632 396580

115209 127352 140540 155982 168787 174568 199613 214793 237795 256636 293650 319157 329162 345325 364570 386186

314304 338315 386820 399417

70 ettrinae ie 500 Ul- 8834 1 0272 25978 30773 36779 42031 70245 96913 131567 139620 148718 ------ ------ ------ 187339 187786 203512

2 »«teln«e je 25000 M- 136370

4 ettolw i» 10000 UL 176199 254996

2 e-einB« p 5000 M. 216814

2 «ttotiai n 3000 <01. 43166

18 eteinM m 2000 W. 5633 47161 72640 118096

169660 173621 186789 800728 394574

28 »«elnne n> 1000 M. 18638 36772 48384 66477 161785 169311 269305 272765 274076 304682

867392 ______ ______ ______ ------ ----

248 ®te>inn< ! 300 Ul. 5432 10472 21113 22000 31297 33990 41673 42342 61700 65991 56502

57736 69123 66267 67018 76746 84473 89777

93855 94969 95341 100226 100787 101922 105454 107965 121621 139499 149279 159324 171332 191261 209010 224091 250666 269127 306024 323303 337454 350522 373583 391761

355599

80003 81810 96673 97121 98102

116986 130250 165860 183308 226029 278216 808626 343162 862676 379904 396293

114440

199440

232498

305975

872882

112385 125891

154128 183008 211265 276771

805267

340236 860632 378917 395868

26615

99733

151242

214102

297725

109299

122730 146282 173925

198988

266387

288700

335960 358847

375595 389165

107392

152292

232343

298620

358134

110016

122806 149229

176556

204627

269226

289349

340044

860346

377861

390545

122038

202021

245189

340909

378946

119313 138231 172763 193612

247868 283142 329731

353799 370440

388136

118610 130560

166416 186580

232705 282122

317878 860829 867766

385856

128489

204366

254166

844279

380820

I 13914

4 9<toh»« n 10000 UL 82870 390702

4 »rertnee »° 6000 M. 194 0 39 2 01204

6 i« 3000 UL 230472 233076 279171

8 Mm n 2000 M. 4584 51032 237257 361290

143581 208328 287933 353816

_________________________899147

178 tu 300 UL 4758 6893 13914 15661 16422 20053 22133 24177 29772 36911 51744 62116 64246 66584 70947 73682 75790 77754 ----- ----- -------------- 102916 109182

34 OrtHnn. I« 1000 an. 3464 7529 1 0756 16992 90745 93276 99162 125065 125795 232106 255786 277196 281845 284462 309067 315611 377674

84 e«eHnn. |U 500 W. 531 1580 5592 12635 13633 ----- 43065 61258 73768 84734 85578 86097

Im Gewinnende verblieben: 2 Prämien ja je 500000, 2 Gewinne zu \t 25000, 2 zu je 10000, 4 za je 5000, 10 zu je 8000, 34 za je 2000, 40 ja je 1000, 140 zu je 500, 840 zu je 800.

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