dem Rathaus sprach Hölz mit verbundenem Kopfe zur Menge und forderte zur Rache auf. Gegen 20,45 Llhr war die Demonstration beendet. Heute früh 7 Llhr hat Hölz im Automobil Fallenstein mit unbekanntem -Ziel verlassen.
Münchmeyer.
Eine Erklärung der Kirchenbehörde.
Darmstadt. 11.Sept. (WTD.) Das evangelisch-lutherische Landeskirchenamt Hannover gibt folgendes bekannt: „Aus mehrfachen Anfragen, die von verschiedenen Seiten an uns gerichtet werden, sowie aus Zeitungsinseraten und Dersammlungsberichtcn ersehen wir, daß über den früheren Pastor in Borkum, ßuötoig Münchmeyer. augenscheinlich irreführende Darstellungen seines Ausscheidens aus seinem früheren Amte und über seine Befugnisse zur Vornahme von Amtshandlungen verbreitet werden. Wir sehen uns daher gezwungen, folgendes festzustellen:
Münchmeyer (zur Zeit Spitzenkandidat der RSDAP. in Hessen) hat, nachdem ein gegen ihn am 23. Oktober 1925 eröffnetes Disziplinarverfahren mit seiner Verurteilung zu einem Verweise am 28. Februar 1920 geendet hatte, auf Grund des für ihn ungünstigen Ausganges eines Deleidigungsprvzes- s e s, an dem er als Rebenkläger beteiligt war und in dem von dem ordentlichen Gericht den Pastor belastendes Material tatsächlich als erwiesen festgestellt wurde, sein Pfarramt am 19. Mai 1926 unter Verzicht auf die Rechte des geistlichen Standes n i e d e r g e l e g t. Münch- meher hat also damit den Titel. Anstellungsfähigkeit, Befähigung zur Vornahme geistlicher Amtshandlungen sowie den Anspruch auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung verloren. Mit diesem vollzähligen Verzicht, den wir angenommen haben, kam Münchmeyer der Einleitung eines sonst unvermeidlichen neuen Disziplinarverfahrens zuvor. Er ist damit nicht nur aus dem Dienste der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover ausgeschieden, sondern ist auch weder an stellungsfähig, noch befugt, irgendwelche geistlichen Amtshandlungen vorzunehmen. Sollte er Amtshandlungen vornehmen, so sind diese nichtig.
Wir haben ihm auf seinen Wunsch seinerzeit mit Verfügung vorn 19. Mai 1926 zunächst bis auf weiteres und gegen Widerruf gnadenweise d i« Befugnis zur Verwendung der Bezeichnung „Pfarrer a.D." belassen. Diese Befugnis haben wir ihm schon mit Verfügung vom 31.3uli 1926 wieder entziehen müssen, da Münchmeyer bei seinem Auftreten in der Öffentlichkeit den Voraussetzungen nicht entsprochen hat, von denen wir bei diesem Gnaden- erweis ausgingen. Wenn Münchmeyer jetzt also den Titel Pfarrer a. D. gebraucht, so macht er sich der unbefugten Titelführung j ch u l d i g."
polnische Wahlmanöver.
Berlin, 11. Sept. Daß Polen alle Anstren« gungen macht, um den Rachweis zu führen, daß die ehemals deutschen Gebiete von einer rein polnischen Bevölkerung bewohnt sind, ist eine Tatsache, die man schon des öfteren beobachten konnte. Trotzdem ist es Polen kaum geglückt, nach dieser Richtung hin irgendwie überzeugend zu wirken. Jetzt will der P o l e n b u n d, der ja bekanntlich eigene Kandidaten zur 'Reichstagswahl aufmarschieren läßt, erneut den gleichen Versuch unternehmen. Er hat Mah- ’ nahmen getroffen, um alle zur Zeit im w e st - - lichen Industrierevier ansässigen Polen am Wahltage nach Oberschlesien zu bringen, damit sie dort ihrer Wahlpflicht genügen tonn en und den Beweis führen, daß auch diese jetzt noch zu Deutschland gehörenden Gebiete polnischen Charakter haben. Selbstverständlich lassen sich diese Mahnahmen durchführen, da ja jeder mit einem Stimmschein überall seiner Wahlpflicht genügen kann. Aus diesem Grunde ist es jedoch notwendig, die Oeffentlich- keit auf dieses Wahlmanöder besonders auf-
Hannelore hat Geburtstag.
Don Harry (Schreck.
Hannelore findet es sehr hübsch, Geburtstag zu haben. Denn ihr vierjähriges Herz begreift ohne weiteres die Vorteile, die sich nach gutem Herkommen mit einem, solchen Tag verknüpfen: man wird unversehens zum unangezweifelten Mittelpunkt der ganzen Familie; man hat zu entscheiden, ob Hasenbraten auf dem Mittagstisch erscheinen soll; und man darf mit würdigem Anstand die liebenswürdigsten Glückwünsche nebst den zwangsläufig damit verbundenen Geschenken entgegennehmen. Das alles ist sicher sehr hübsch. Ueberdies lädt man sich zu dem Geburtstag Gäste ein. Weil ein Geburtstag ohne Gäste kein Geburtstag wäre.
Nun, Hannelore hat das ihrige mit eifrigstem Nachdruck getan. Wenngleich das mütterliche Bedenken bloß zehn Einladungen gestattet hat, zeigt es sich bald, daß zehn Kinder vortrefflich hinreichen, um eine Vierzimmerwohnung zum Feldlager zu verwandeln. Aber Hannelore hat schließlich nur einmal im Jahr Geburtstag; ein Nachmittag mit zehn Dreijährigen, Vierjährigen und Fünfjährigen läuft auch einmal herum; und wer wird Hannelore die Freude verderben?
Die Mutter findet sich mit Hannelores Geburtstag ab.
*
Hannelore, im roten Kittelchen, rennt alücklich umher. Sie rennt von Peter, der ihr ehrbar einen Affen aus samtig braunem Stoff mitgebracht hat, zu Herbert hinüber, der sich soeben mit fachmännischem Griff an den Ziehschnüren einer Gardine emporzuhangeln versucht. Mitten im Laufen stutzt sie indessen: wie kommt eigentlich Jutta Bolle dazu, ihre neuen Tiere zum Spielen aus der Schachtel zu packen; und was denkt sich Joachim, der ohne weiteres ihr Dreirad vom Geburtstagstisch wegnimmt, um darauf zu fahren?
„Das dürft ihr aber nicht", schreit Hannelore empört.
Sie stürzt erbittert auf Joachim und Jutta Bolle zu.
„Aber Hannelore ..äußert die Mutter, die sie im Vorüberstolpern gerade noch zu fassen bekommt, „aber Hannelore, wenn man fick Gäste einlädt, dann hat man auch nett zu ihnen zu sein." „Wenn er aber mein Dreirad nimmt —'", trotzt Hannelore. „Do mußt du eben höflich fein und ihn fahren lassen." „2M Loachüy tiaselgdeü ^-2", ettimirigt sich
Oie polnische Agrarreform als Waffe gegen die deutsche Minderheit.
„Manchester Guardian" veröffentlicht ein polnisches Geheimdokument.
London, 11. Sept (ÖIB.) „Manchester Guar- Man“ veröffentlicht an hervorragender Stelle ein in den Besitz des Blattes gelangtes Geheim- dokurnent, das, wie das Blatt hervorhebt, die von der deutschen Minderheit in polen an den Völkerbund gerichtete Beschwerde rechtfertigt, dah die polnischen Behörden in der Anwendung des Agrargesetzes durch politische und R a s s e n e r w ü g u n- gen beeinflußt werden und gegen Mt deutschen Landbesitzer diskriminieren
In dem vom „Manchester Guardian" veröffentlichten „streng vertraulichen“ Schreiben des IBoj- woden £ a tn o t von pommerellen an den Präsidenten des Vezirkslandamtes in Graudenz wird dieser angewiesen, wie er bei der Enteignung großer Güter in den verschiedenen Grenzgebieten im Jahre 1930 vorgehen soll.
Aus dem Schreiben geht hervor, dah das Be- zirkslandamt einen Plan der Enteignung i m Interesse der Agrarreform allein entworfen hatte, dah Me Sicherheitsbehörden damit jedoch nicht zufrieden waren und eine B e - Vision des planes verlangt hatten, damit er als Waffe gegen die deutsche Minderheit
merksam zu machen, um nicht den Anschein erwecken zu lassen, daß die Zahl der Polen in Oberschlesien, worauf man doch polnischerseits den größten Wert legt, in letzter Zeit zugenommen habe. Diese polnische Taktik ist zu durchsichtig, als dah sie wirksam sein könnte.
7115^antMafen.
Berlin, 11. Sept. Jetzt wissen wir es genau, dah sich am kommenden Sonntag insgesamt 7115 Kandidaten um die Stimmen der Wähler bewerben. Es sind 565 Kreiswahlvorschläge und 24 Reichswahlvorschläge $u- gelossen, was immerhin gegenüber 1928 eme gewisse Abnahme bedeutet. Bewerber sind auf den Kreiswahlvorschlägen 6651 (6051 männliche und 600 weibliche) enthalten, auf den Reichswahlvorschlägen 464 (427 männliche und 37 weibliche). Da bei der Reichstagswahl von 1928 „nur“ 6209 Bewerber vorhanden waren, so müssen bei gleichzeitiger Verminderung der Anzahl der Listen die einzelnen Listen erheblich länger geworden sein. Auch dies ist ein Beitrag zur Psychologie des Listenwahlsystems, dessen Ansinnigkeit durch die endlosen Wahlvorschläge am besten dokumentiert wird.
Oie Beilegung des Streiks in Nordfrankreich.
Paris, 11. Sept. (WTB.) Entgegen alarmieren- den Gerüchten haben die Arbeitgeber von Tour- coing-Roubaix sich heute für die Annahme des Vermittlungsvorschlags des Arbeitsministers ausgesprochen, der auch von den Arbeitnehmern angenommen worden ist. Die Arbeit wird am kommenden Montag wieder ausgenommen werden. Die Streikbewegung dauert nur noch in Hazebrouck an, wo jedoch Aussicht auf baldige Beilegung besteht.
Aus aller Well.
Der Reichspräsident nach Berlin zurückgekehrt.
Rach Abschluß seines Ferienaufenthaltes in Dietramszell hat Reichspräsident von Hindenburg am Donnerstagmittag mit dem fahrplanmäßigen O-Zug die Rückreise nach Berlin angetreten. Auf ausdrücklichen Wunsch des Reichspräsidenten wurde von einer offiziellen Verabschiedung auf dem Münchener Hauptbahnhof Abstand genommen. Es hatten sich aber u. a.
Hannelore. „Ja, sieh mal, er ist doch dein Gast..." „Ist Jutta denn auch ein Gast?" „Freilich", sagt die Mutter.
„Gäste, das ist Quatsch", bemerkt Hannelore ver- stimmt.
Zehn Kinder sitzen, Schokolade trinkend, um den Tisch.
Schwer und massig kreist die große bunte Kuchenplatte herum. Hannelore gewahrt mit leisem Ver- druß, daß die Schüssel nicht bei ihr, sondern bei Ursel Spieß ihren Weg beginnt. Obschon Ursel Spieß doch gar nicht Geburtstag hat. Wie leicht kann es sich da ereignen, daß Ursel Spieß das Kuchenstückchen aus der Mitte nimmt ... das Stück aus gelbem Marzipan mit den anziehenden kaffeebraunen Querstreifen. Man sollte Ursel Spieß doch schnell warnen.
Hannelore schurrt erzürnt auf ihrem Stühlchen herum.
„Das in der Mitte will aber ich —I" sagt sie scharf.
Zu ihrem Erstaunen ist die Mutter anderer Meinung.
„Aber du bist ja eine schöne Gastgeberin, Hannelore. Laß doch die Ursel nehmen, was sie mochte. Was würdest du denn sagen, wenn dich die Ursel einlüde und dich so behandelte?" „Aber Geburtstag hab doch ich", erläutert Hannelore mahnend. „Erst kommen doch aber die Gäste", erwidert die Mutter und hält Ursel Spieß lächelnd ihre Platte hin. Das Marzipan mit den braunen Streifen wandert zu Ursel.
Gastgeberinnen begnügen sich gerne mit Mohren- köpfen.
Zum Geburtstag gehört es sich, Verstecken zu spielen. „Suchen möchte aber ich", schlägt Hannelore vor. Es stellt sich leider heraus, daß auch Gerda suchen mochte. Aber warum sollte Gerda nicht ein wenig später an die Reihe kommen? „Du suchst dann nachher", erklärt Hannelore. Doch Gerda ist dumm: anstatt sich zu freuen, daß sie dann nachher doch ebenso gut suchen kann, dreht sie sich um und weint. Man wäre ja selber dumm, wenn man ein so dummes Mädel nicht ruhig heulen ließe... überlegt Hannelore.
„Aber warum weinst du denn, Gerda?" fragt die Mutter.
„Gerda ist ein Affe!" meint Hannelore ver- mittelnd.
Jedoch, obgleich Gerda zweifellos ein Affe ist, ixuj Ke juchen. Deny sie ist eben sicht nur ein Affe,
verwandt werden kann. Das Schreiben beweist, dah die polnische Landreform ganz und gar auf Grund politischer und militärischer Erwägungen erlassen worden ist. eine besonders große Rolle spielten strategische Erwägungen.
„Manchester Guardian" weist daraus hin, dah die polnische Regierung in ihren Antworten auf die Petitionen der deutschen Minderheit stets betont habe, daß sich die polnischen Behörden bei der Anwendung des in Frage kommenden Gesetzes nur durch wirtschaftliche Erwägungen leiten ließen und daß deutsche und polnische Land- besther gleichmäßig behandelt würden. Jede Diskriminierung gegen die deutsche Minderheit sei eine Verletzung des von Polen unterzeichneten Vertrages, der die Rechte der Minderheiten unter die Garantie des Völkerbundes stelle. Das amtliche polnische Dokument komme in einem geeigneten Augenblick. Es werde in Zukunft schwer sein, die polnischen Beteuerungen, dah die Agrarreform unparteiisch durchgeführt werde, hinzunehmen. hier sei eine Angelegenheit, die zu untersuchen der völker- bnndsrat nicht nur das Recht, sondern auch d i e Pflicht habe.
eingefunden der Münchener Reichsgesandte von Hantel, Polizeipräsident Koch, Generaloberst Graf Dothmer und General Hemmer. Auf dem Bahnsteig hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt. Rachdem sich der Reichspräsident mit den erschienenen Herren von seinem Salonwagen aus unterhalten hatte, brach bet der Abfahrt des Zuges dte Menge in lebhafte Hurrarufe ans. Der Reichspräsident dankte. Hindenburg machte einen gesunden und frischen Eindruck. Die Philologen sehen die Gleichberechtigung durch.
Seit Jahren schweben schon Verhandlungen zwischen dem Bureau International de l'Enseignement Secondaire und dem Deutschen Philologenoerband über den Eintritt des Verbandes. Die Deutschen stellten als Vorbedingung die Anerkennung des Deutschen als gleichberechtigter Verhandlungssprache, die Aufhebung der einseitigen Vorherrschaft der Franzosen in der Leitung und die Gewährleistung einer Stimmenzahl, die der Größe des deutschen Verbandes entsprach. Nunmehr hat die Gesamtoertretung des Bureau International auf dem Kongreß in Brüssel die Forderungen der Deutschen Philologen mit großer Mehrheit angenommen. Es stehen somit dem Eintritt keine Hindernisse mehr entgegen, und die Leitung des Deutschen Philologenverbandes wird ihrer Organisation den Beitritt zum Bureau International vorschlagen.
Gewaltiger Ausbruch des Stromboli.
Aus Messina wird berichtet, daß Donnerstagvormittag der Auswurfkegel des Vulkans Stromboli auf der gleichnamigen Insel der Liparischen Gruppe explodiert ist. Die Folge war ein heftiger Lavaausbruch und ein Regen von Steinen und glühender Asche. Die Lava hat sich bis in das Gebiet von St. ‘Barto I o ergossen und dort Verwüstungen angerichtet. Rach dem „Giornale d'Italia" sollen in der Ortschaft Stromboli und in der benachbarten Siedlung mehrere Verwundete zu beklagen sein. Gleichzeitig mit dem Ausbruch des Vulkans ist auf den Liparischen Inselü ein heftiger Erdstoß verspürt worden. Die bestürzte Bevölkerung der Insel Stromboli, die etwas über 2000 Köpfe zählt, hat sofort Hilfe aus Messing angefordert, von wo einige Torpedoboote mit Lebensmitteln, Betten und einer Abteilung Feuerwehr abgegangen sind. Rach amtlichen Meldungen hat sich der Stromboli im Laufe des Tages wieder beruhigt. Es konnten die durch
sondern auch ein Gast. Ein Gast wie Peter, Jutta Bolle und Herbert und Joachim. „Ich möchte auch ein Gast sein!" sagt Hannelore mit einem plotz- lichen Einfall, „dann kann ich auch tun, was ich will, und suchen dürfen. Kann ich nicht auch Gast spielen?" „Das nächste Mal wirst du bas bann. Wenn Peter dich zum Geburtstag einläbt", tröstet die Mutter.
„Ich möchte aber lieber Gast sein!" bockt Hannelore.
Hannelore freut der ganze Geburtstag nicht mehr.
Sie geht nachdenklich zu ihrem Geburtstagstisch, der zur Zeit von beinah allen Geschenken entblößt ist, weil die Gäste damit spielen. Eigentlich ist bloß noch die neue Holzschaufel da: und das ist doch ein bißchen wenig.
Hannelore nimmt die weiße Holzschaufel in die Hand.
Es ist nicht hübsch, aber es ist verständlich, baß sie Jutta Bolle rasch einmal damit über den Kopf haut. Denn Jutta Bolle ist ebenso wie Gerda oder Joachim ein Gast. (Und außerdem steht sie zufällig gerade am nächsten.)
Hannelore hört, daß sie ein abscheuliches Kind ist.
*
Nur mühsam läßt sich der Geburtstag zu Ende führen.
Als am Abend der Vater nach Hause kommt, muß er zu seinem lebhaften Bedauern vernehmen, daß Hannelore gar keine artige Gastgeberin gemeßen ist. Sein Bedauern ist noch lebhafter, weil er jetzt wohl tadelnd auftreten sollte.
„Warum ... bin ... ich ... kein ... Gast ..,?", schluchzt Hannelore
Es scheint dem Vater, daß bas eine Frage ist, bie eine gute Antwort verbient. Man konnte, benkt er, fast alle sozialen Probleme baran erörtern.
Aber das tut er bann lieber doch nicht.
Das Loch.
Don Hans JRie&au.
Das Großflugzeug ist startbereit. Die Passagiere fangen an, einzusteigen.
„Halt!" ruft da der Monteur. „Der Benzintank hat ein Loch und leckt. Wir werden eine Stunde Verspätung haben."
„Eine Stunde Verspätung?" fragt ein junger Mann. „Da bekomme ich den Anschluß in Köln um drei ilfjr nicht mehr, und um 4.30 Ahr Ist meine Hochseit."
den Regen glühender Asche entstandenen Brände gelöscht werden. Die Zahl der Toten und Verletzten sowie das Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt. Aus Tropea, der den Liparischen Inseln am nächsten gelegenen Stadt des italienischen Festlandes, wird gemeldet, daß kurz vor 10 Ahr ein vom Stromboli herrührendes lautes Rollen vernommen und glleich^itig e i n kurzer Erdstoß verspürt wurde. Bald darauf sah man vom Vulkan eine mächtige weiße R auchwolke aufsteigen. Bei der Implosion hat der Stromboli einen breiten Ring erhalten. Der letzte größere Ausbruch des Stromboli hat sich im Iahre 1919 ereignet.
Schweres Auweiler über Frankreich.
Lieber ganz Frankreich gehen zur Zeit wieder heftige Regen- und Hagelfälle nieder. Besonders stark wurde Südfrankreich heimgesucht, wo die Weinernte zum großen Teil vernichtet' wurde. In Montpellier wurden Gärten und Felder durch Hagelschlag verwüstet. In der Rächt zum Donnerstag ging über der Stadt ein schweres Gewitter nieder; durch wolkenbruchartigen Regen wurden die Straßen bald in reißende Sturzbäche verwandelt. Auch über Marseille entluden sich am Donnerstag schwere Gewitter. Eine große Landebrücke wurde durch Blitzschlag zum Teil zerstört. Ein Mietshaus muhte geräumt werden, da das Dach unter der Last der Wassermassen einzustür-
Oie Wetterlage.
lortf
lordoyai
a
o
14
f8 ©, .
1 » .Oslo
10
-----&
©wolienfoMJnene». (jnaiö oeaetni »vorxia ©oedecKt «Keges # Schnee a tiraupem « «tfiei K Gewitter.® Windstille. -O» sef» leichter Osi massiger "Südsüdwest Q stürmische» «orawes» Ole Pfeile fliegen mit dem winde 0le Deinen Stationen stenenden zahlen gehen die Temperatur an. Pie Limen verDindeo Ort« mit gleichet® eu» necruni#c«o umgerechneten Luftdruck
Wette rvo raussage.
Das skandinavische Hochdruckgebiet hat sich noch weiter verstärkt und die Ostluftzufuhr in Deutschland aufrechterhalten. Dagegen ist bas französische Tief, bas durch die Alpen in seinem Weiterzug gehindert wird, mehr nach Süddeutschland hin gewandert. Es haben sich also in Deutschland stärkere Luftdruckgegensätze herausgebildet, so daß die Luftbewegung etwas lebhafter wird. Da wir im Grenzbereich zwischen hohem und tiefem Druck liegen, so ist bei dem Austausch der verschiedenartigen Luftmassen vorerst noch keine wesentliche Besserung zu erhoffen, vielmehr bleibt die Wolkendecke zum großen Teil erhalten und zeitweise ist das Auftreten von Niederschlägen nicht ausgeschlossen.
Aussichten für Samstag: Neblig-wolkiges und kühles Wetter, zeitweise auch Rei- gung zu Riederschlägen.
Der Monteur guckt den jungen Mann an. Hören Sie", flüstert er, und seine Augen durchbohren ihn, „haben S i e vielleicht den Benzintank vngebohrt?"
Meines Robbenkind.
Don Paul Eipper.
Auch ein junger Seehund ist für Zärtlichkeiten empfänglich! Ich sah im Amsterdamer Zoo eine Robbenmutter, die ihr Kind mit einem bellenden Laut lockte, so oft es in unbeholfener Weise, katzbuckelnd und rutschend, allzu weit davon ging, ilnö wenn der Wärter mit den Fischen kam, hüpfte die Alte nicht, wie ihre Kameraden, frehgierig dem Futtereimer entgegen, brachte vielmehr ihr Kind in Sicherheit, drückte den Kleinen mit der linken Vorderflosse an die Brust und schob sich rückwärts an den llfcrranb, um auf jeden Fall dem Wasser nahe zu sein. Da saß sie, guckte mit neugierigem, sehnsüchtigen Blick aus den viereckigen Pupillen, und auch der Kleine beobachtete die Welt. Sie schien ihm nicht interessant zu sein, er rutschte mit dem dicken Kopf hin und her, wollte irgend etwas — und plötzlich legte sich die Mutter auf die Sette, das junge Meersäugetier fand schmatzend den Weg zum milchspendenden Quell.
Ich habe oft Seehunde im freien Meer beobachtet; sie sind sehr drollig, spielen, tauchen und Haschen sich, klettern auf die Klippen, legen sich rücklings, damit die Sonne ihren Bauch bestrahlt, und erstarren selber zu Stein. Doch bei der geringsten Anvorsühtigkeit mit dem Ruderblatt unseres Rachens fahren ihre Köpfe hoch, die Walzen der Leiber schnellen wie Spiralfedern, und schon springt die ganze Herde ins Meer. Während die Dullen wegtauchen, sehen sich die Mütter an der Oberfläche schwimmend um, warten, bis links und rechts von ihnen zwei schmale Kielspuren sichtbar werden, die Kinder, die doch nicht so schnell über den Steingrat rutschen konnten. Unb weil inzwischen unser Doot wieder ganz harmlos mit der Dünung treibt, weil wir Menschen flach im Doot liegen, kann ich viertelstundenlang dem zärtlich ausgelassenen Treiben von Mutter und Kind zusehen. Vielleicht dreißig Meter von mir entfernt, balgen sich zwei kleine Seehunde, schlagen,Purzelbäume im Wasser, und wenn der eine müde geworden ist, klettert er auf den Rücken seiner Mutter und verschnauft <,«


