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Kriegsgefahr in Vor-erafien.

Oer Kurdenausstand. Erregter Notenwechsel zwischen Persien und der Türkei.

Seit Wochen sind In Dorderasicn die Kur­den im Auf st and Auch dieser Stamm, der ungefähr zwei Millionen Seelen zählt, ist insofern ein Opfer der KrisiS geworden, als seine Angehörigen heute in vier Staaten zu leben gezwungen sind. An der Grenze zwi­schen der Türkei und Persien ist der neue Kur­denausstand aufgeflammt, und türkische

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Truppen haben bi« persischeGrenze bei det: Verfolgung der Aufständischen mehr- fach überschritten. Die Lage hat sich jetzt so stark zugcfeitzt, daß man unter Umständen mit dem Ausbruch bewaffneter Feindseligkeiten zwischen beiden Staaten rechnet. Ein Appell PersienS an den Völkerbund wäre insofern nicht von Bedeutung, als die Türkei bekanntlich der Genser Institution nicht angehört. Die Türken behaupten, dah die ausländischen Kurden von Persien auS unterstützt werden. Hier­aus hat sich ein gereizter diplomatischer No­tenwechsel ergeben, der jetzt offenbar bis unmittelbar vor eine bewaffnete Auseinander­

setzung geführt hat. Im Augenblick bemüht sich der russische Botschafter in Angora um eine letzte Vermüllung, die darin bestehen soll, dah Persien der Türkei einen Streifen Gebiete- abtritt. Wir nähern unS dem Weltfrieden augenscheinlich mit groben SchrittenI

Ein türkisches Ultimatum.

Die persische Note unbefriedigend

Angora. 11. Aug. (WTB.) Der türkische Minister deS Acuheren hatte gestern mit dem persischen Geschäftsträger und hierauf mit dem russischen Botschafter Unterredungen. Heute hielt das Kabinett eine Sitzung ab, an der der Generalstabschef teilnahm. Geaenstand der Er­örterungen war die persische Note, in der der Vorschlag eine- gemeinsamen mili­tärischen Vorgehens gegen die kur­dischen Stämme auf persischem Ge­biet für unannehmbar erklärt wird. Der Ministerrat befchlost. eine neue Aufforde­rung an die persische Negierung zu richten, ge­eignete Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Grenzüberschreitungen durch die Kurden zu tref­fen. Die neue türkische Note wird in außer- ordentlich deutlichen Worten abgefaßt sein und innerhalb 4 8 Stunden eine Antwort von Persien verlangen. Sie läuft praktisch auf ein Ultimatum hinaus. In politischen Kreisen Angoras verlautet noch nichts Näheres, ob und welche Maßnahmen der Mi­nisterrat für den Fall beschlossen hat, dah Persien auch dieser Forderung nicht nachkommen sollte. Die letzten hier eingegangenen Nachrichten be­sagen, dah der bekannte kurdische Häuptling Hatscho, der mit 600 Reitern von Syrien auS über die Grenze gekommen war und 16 türkische Dörfer besetzt hatte, von den Fran­zosen gefangen genommen worden sei.

Kampf um Grönland.

Eine norwegische Gesellschaftbesetzt" Dcilc Lstgrönlands.

Kopenhagen, S. Aug. (TU.) 2luS Oslo trifft die in Dänemark Aufsehen erregende Mel­dung ein, dah eine norwegische O st - Grönland-Fang-Expedition die drei Inseln vor der Ostgrönlandküste, Emersö, Geo- grasicat und Trallsö. in Besitz genommen habe. Auherdem habe diese Expedition auf dem Kap Stosch Kohlenvorkommen fest ge­lt eilt und sie ebenfalls für ihren Besitz er­klärt. Bei dieser Expedition handelt eS sich um die norwegische ArktiSk-Naeringsdrift-Gefellschaft, die im vorigen Jahr mit einem Aktienkapital von 37 500 Kronen gegründet und von dänischer Seite häufig angegriffen worden ist. Die Expedition hat im letzten Winter Fuchsfang getrieben und an zwei Stellen Hütten errichtet. Sie wurde während deS Winter- mehrfach von Polarwölfen bedroht.

Wie der dänische Direktor der Kolonie Grön­land zu dieser Meldung mitbeilt, sei es ganz ausgeschlossen, daß Norweger Teile Oft* grönlandS in Besitz nehmen könnten. Dieses widerspräche den bestehenden Verträgen, wohl aber dürften Norweger in Teilen Ostgrönlands, wo bisher dänischerseits kein Fang getrieben worden sei, mit Erlaubnis des dänischen Staates Fang betreiben. Eine Besitzergreifung grön­ländischen Gebietes durch Norwegen fei jedoch völkerrechtlich ausgeschlossen.

Aus aller Welt.

Der Wellflieger Freiherr von König in Neuyork bei einem Aulounsall verletzt.

Der bekannte deutsche Weltslieger Freiherr König von Warthausen ist bei einem Automobilzusammenstoß schwer verletzt worden. Der Wagen, in dem Warthausen mit noch meh­reren Herren sah, stieß im unteren Stadtteile Neuyorks mit einem Milchwagen zu­sammen. Warthausen mußte bewußtlos ins Hospital übersührt werden. Gr hat eine Rip - penquetschung erlitten, die starke Schmerzen verursacht. Nach Ansicht der Aerzte ist der Ver­unglückte jedoch außer Gefahr. Warthausen hält sich hier auf, um über die Finanzierung eines größeren Ostasienfluges zu verhandeln. Er war seinerzeit Gewinner des Hindenburgpokals.

hirth beabsichtigt Weiterflug nach Chikago.

Der deutsche Flieger Hirth ist zu Schiff mit seinem Flugzeug von Reykjavik in Montreal (Kanadas eingetroffen. Er erklärte, er habe den Grönlandflug aufgeben müssen, da 10 000 dänische Kronen für b i c Erlaubnis S u r Landung verlangt worden feien. Außerdem sei seine Drennstofsversorgung unge­nügend gewesen. Hirth hofft, den Flug nach Chicago fortfehen zu können, sowie die notwendigen Formalitäten durch das deutsche und daS amerikanische Konsulat geregelt seien.

Dritter deutscher Schüler-Rcdewettbewerb.

Am Sonntag, dem Vortage der Dersassungsfeier, wurde zum dritten Male der Deutsche Schüler-Rede- Wettbewerb in der Hochschule für Politik aus­gewogen. Schon am 9. August hatten sich 21 Bewer­ber, Primaner im Alter von 16 bis 20 Jahren und eine Primanerin, dem Prcisrichterkollegium gestellt. Die diesjährigen Themata lauteten: ^Deutschlands Stellung in der Well" undWas sagt uns Jungen die Geschichte?" Zehn Schüler kamen in die engere Wahl. Sie mußten einige Minuten über ein ihnen erst im Augenblick der Prüfung genanntes Thema freii sprechen, z. B.Mein erster Eindruck von Ber­lin" oderWarum nehme ich am Schüler-Redewettbe- werb teil?". Als Preise winkten wieder für den Besten eine sechswöchige Reise noch den Vereinigten Staaten zum Internationalen

Schüler-Redewettbewerb in Washington, Geldpreise, die das Reichsministerium des Innern gestellt hat, für die fünf nächsten und wertvolle Bücher für die übrigen. Im Romen des Preisrichterkollegiums ver­kündete Prof. Hoetzfch dos Ergebnis: Erster wurde Heinz Bockhacker aus Elberfeld, der also die Reise nach Amerika macht und an dem Redewettbewerb in Washington teilnimmt. 2. Werner Schmitt (Leip­zig)! 3. Hans Pitfch (Riederschlesien): 4. Gunther Do Iker (Pommern): 5. Rudolf Halfer (Schles- wig-Holstein): 6. Wilhelm Saal (Köln). Außerdem erhielt der junge Flied (Baden) einen Trostpreis. Prof. Hoctzsch gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß bei allen jugendlichen Bewerbern der Staat inmitten ihrer Ausführungen gestanden hätte, daß sich diese Jugend ihrer Verantwortung am Staate wohl bewußt sei.

Aus der provinzialbauptfiadt.

Gießen, den 12. Äugust 1930.

Graf Zeppelin" über Gießen.

Nach unserer Mitteilung vom Samstag »war nicht unerwartet, aber dennoch unverhofft schnell stattete das Luftschiff »Graf Zeppelin" am Sonntag um die Mittagszeit nun auch un­serer Stadt einen Besuch ab. Auf dem Fluge nach Dortmund mit der anschließenden Nachtfahrt über der Nordsee und zurück über Darmstadt nach Friedrichshafen, kam das Luft­schiff am Sonntag gegen 13 15 Uhr aus südlicher Richtung nach Gießen. Durch das starke Motoren­geräusch aufmerksam gemacht, konnten die Be­wohner der höher gelegenen Straßenzüge im Südviertel und im östlichen Stadtteil den An­marsch des Luftschiffes deutlich beobachten. Als sich dos Luftschiff etwa über dem Schisfenberger Wald befand, wurde die Sonne, die vorher von vorübergehenden Wolken verdeckt war, wieder frei, und in ihrem Strahlenschein erglänzte der gewaltige Luftriese in feiner vollen Pracht. Beim Annähern an das Weichbild der Stadt wurden mehrere Motoren abgestellt, so daß sich der »Graf Zeppelin" mit geringer Motorkraft langsam näherte und, als schließlich alle Motoren abge­stellt wurden, in ganz langsamer Fahrt und weit ausholender Linie über alle Stadtteile dahin- schwebte, so dah die Bevölkerung in allen Straßen einen prächtigen Anblick des Luftschiffes hatte. Heber dem Schwarzlachgebiet im Nordosten der Stadt wurden nach eleganter Wendung des Luft­schiffes die Motoren wieder in Gang gesetzt, und in eindrucksvoller Fahrt zog der während des ganzen Gießener Besuches sehr niedrig fliegende Luftriese seinen Weg weiter in nordwestticher Richtung über das Dünsberggebiet hinweg dem Fahrtziel Dortmund zu.

Aus allen Hausern waren die Bewohner beim Herannahen des lange ersehnten Besuches auf die Straße geeilt, andere waren auf die Dächer gestiegen, um von dort aus die Fahrt des »Graf Zeppelin" zu beobachten. Aus aller Munde konnte man heimliche Worte der Freude über den nun endlich wahrgewordenen Besuch des Luftschiffes hören, die Verstimmung der letzten Zeit war durch diese Sonntagsüberraschung mit einem Schlage beseitigt.

Am gestrigen Montagmorgen gegen 6.15 Uhr er- schien bas Luftschiff wiederum in nächster Nähe unserer Stadt. Es flog in der Richtung A Ibach Steinbach nach Süden. Das Motorengeräusch war vor hier aus nur schwach wahrnehmbar. Die Fahrt ging nach Darmstadt, wo das Luftschiff um 8.20 Uhr landete und dann zu einer mehrstündigen Rundfahrt über der Bergstraße bis nach Mainz und das Main- tat aufwärts bis Frankfurt wieder aufftieg. Nach nochmaliger Landung in Darmstadt fetzte es dann die Heimreise nach Friedrichshafen fort.

Nach dem Flugbesuch am Sonntag wäre cs sehr zu begrüßen, wenn das Luftschiff nun auch einmal

einen Canbungsflug nach Gießen unter­nehmen würde. Der Verkehrs- und Derschonerungs- verein hat dahinzielende Verhandlungen mit dem Luftschiffbau Zeppelin zwar schon im Mai und Juni geführt, leider konnte er aber von der Lustschift­leitung für dieses Jahr feine bestimmte Zusage wegen einer Landung des Luftschiffes in Gießen erhalten. Seit einigen Tagen sind nunmehr neue Bemühungen von anderer Seite nach dieser Richtung hin im Gange. Hoffentlich wird cs gelingen, doch noch zu einem erfreulichen Ergebnis, d. h. zu einer Landungsfahrt des Luftschiffes nach Gießen in den nächsten Wochen zu kommen. Aller- bings sind hierfür geldliche Aufwendungen erforder­lich die aber wohl zu bewältigen wären, wenn von vornherein eine gewisse Einnahmegarantie durch Kartenverkauf zum Betreten des Landungsplatzes geschaffen würde. Wenn der Preis dieser Karten nicht oll zuhoch bemessen würde, etwa auf 50 oder 60 Pf. pro Person, so dürfte wohl ein größerer Karten- absatz und damit eine größere Einnahme sicherzu- stellen sein. Daß unsere Gießener Bevölkerung und auch die Mitbürger auf dem Lande den Besuch des Lufischiffes in Gießen von Herzen willkommen heißen werden, steht natürlich außer Frage.

Dom £iebigmufeum.

Im analytischen Laboratorium deS Ciebigmu- seums ist feit einigen Tagen ein wchtiger neuer Apparat zur Aufstellung gelangt. Es ist gelun­gen, aus einzelnen Teilstücken, die im Besitz deS Museums waren, unter kachmäßiger Ergän­zung bas Modell einer organischen Ana­lyse, wie es im Liebigschen Laboratorium vor etwa 100 Jahren angetoanbt wurde, zu rekon­struieren. Man sieht einen mit Holzkohlen be­heizten Verbrennungsofen in feiner damaligen primitiven Form, ein Gasometer, in welchem der zur Verbrennung erforderliche Sauerstoft vor­rätig gehalten wurde, Glasröhrchen zum Rei­nigen und Auffangen der Gafe. Dabei kommt auch der von Liebig erfundene 5 Kugel- oder Kaliapparat zur Anwendung, der in diesem Jahre fein 100. Jubiläum feiern kann. Beson­ders interessant ist die Verbindung der einzel­nen Glasteile mittels umgewickelter Gutta­perchastreifen, die mit Schnur befestigt sind. Gummischläuche, wie wir sie heute als Verbin­dung benutzen, kannte man damals noch nicht. Noch im April 1849 ließ Liebig sich von A. W. Hofmann aus England die ersten Kauftchukröhren als etwas ganz Neues kommen.

Der Zweck einer solchen Verbrennungsanlage war die Ermittlung der Zusammensetzung orga­nischer Substanzen, insbesondere die Mengen­ermittlung des in den Substanzen enthaltenen Kohlenstoffe- und Wasserstoffes. Für die Durch­führung der Verbrennung wurde der zu unter­suchende organische Körper in dem Hvlzkohlen- ofen unter gewissen Bedingungen mittels ^ge­führtem Sauerstoft verbrannt, die dabei ent­stehenden Verbrennungsprodukte Wasser und Kohlensäure wurden gewogen unb burch Umrech­nung die Prozente ermittelt. Abgesehen von apparativer Vervollkommnung wird die organi­sche Analyse heute noch nach ben von Liebig an­gegebenen Methoden durchgeführt.

Der Aufbau des Modells geschah durch Herrn Dr. Hildebrandt, Hannover, wiftenschaft- licher Mitarbeiter am Museum.

Daten für Dienstag, 12 August.

Sonnenaufgang 4.40 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr. Mondaufgang 20.48 Uhr, Monduntergang 7.34 Uhr.

1848: der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson in Taptonhouse gestorben.

Daten für Mittwoch 13 August

Sonnenaufgang 4.41 Uhr, Sonnenuntergang 19.28 Uhr. Mondaufgang 20.58 Uhr, Monduntergang 8.44 Uhr.

1802: der Dichter Nikolaus Lenau (Niembsch von Strehlenau) in Csatad geboren; 1913: der So­zialist August Bebel in Passugg bei Chur gestorben.

Gießener Wochcnmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 130, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 12, Weiß­kraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grüne 20 bis 25, gelbe 25 bis 30. Anter-Kohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 5Vi (der Zentner 5 Mk.), Frühäpfel 15 bis 20, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannis­beeren 20 bis 25, Himbeeren 40 bis 45. Brom­beeren 40 bis 45, Pfirsiche 50 bis 80, Pflaumen 15 bis 20, Zwetschen 25 bis 30, Mirabellen 25 bis 30, Reineclauden 20 bis 25, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15. * alat- gurfen 15 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4. En­divien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Skadtthealer: »Die Füllfeder", 20 bis 22.15 Ahr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm »Der Tiger".

Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute 20 Ahr Premiere. Es geht ein Lustspiel des auch in Gießen schon gespielten Autors Ladislaus Fodor,Sie Füllfeder", in Szene. Das LustspielArm wie eine Kirchen­maus", das hier bei seiner Aufführung große Erfolge errang, ist von demselben Verfasser. Die vielen Aufführungen, die das Stück (außer Franfturt a. M. auch in München, Wiesbaden und Stuttgart) erlebt hat, fprechen für seine Bühnenwirksamkeit. Spielleitung Peter Saffet. Mitwirkende Damen: Doering, Jahn, Koch, Mewes, Schwend; Herren: Bruck, Hauer, Hub. Wesener. Zingel. Fräulein Schwend und die Herren Druck und Hauer tre­ten zum erstenmal in ihrem hiesigen neuen En­gagement auf.

Bureaudirektvr Albert Full» mann t. Am vergangenen Samstag ist hier der Dureaudirektor am Kulturbauamt Gießen, Albert Eullmann, nach längerem Leiden verstorben. Im Jahre 1867 zu Darmstadt ge­boren, besuchte er die vom Hess. Staat 1832 35 zu Darmstadt vorübergehend errichtete Wiesen- oauschule und hörte dabei Vorlesungen an der Technischen Hochschule. Rach Absolvierung der Wiesenbauschule war der Verstorbene rund vierzig Jahre lang im kulturtechnischen Dienst in Gießen tätig. Durch seine fast die ganze Zeit hindurch unverwüstliche Arbeitskraft, sein umfassendes Wissen und feine große Erfahrung in technischen und wasserrechtlichen Fragen, feinen gerechten und lauteren Eharakter war der Ver­storbene nicht nur feinen Kollegen ein führen­der Kamerad, sondern stand auch bei den Ver­waltung-- und Feldbereinigungsbehörden, bei den Vertretern der Gemeinden und einer großen Zahl Privaten in hohem Ansehen. Auch im Gießener Dereinslcben hat der Gnftchlafene ver­schiedentlich an führender Stelle gestanden. Im Weltkrieg mußte er zwei Söhne dem Vaterland opfern, den Schmerz darüber hat er nie recht verwunden. DaS Andenken an diesen ausgezeich­neten Beamten und vorbildlichen Menschen wird bei seinen Kollegen und allen, die ihm dienstlich und persönlich nahegestanden haben, in Ehren fortlcben.

Mit der Rettungsmedaille aus­gezeichnet. Der Minister des Innern hat Herrn cand. ing. Willy ßiebau, Gießen. auS Anlaß der mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter Einsatz deS eigenen Lebens bewirkten vier Rettungstaten (vom Tode deS Ertrinkens) die Rettungsmedaille nebst Ehrenurkunde verliehen.

Auszeichnung eines Gießener Schwimmers. Dem Badeverwalter I. Eduard Mertens vom Städt. Dolksbad wurde von der Deutschen Lebensvettungs-Gesellschast nach erfolgreicher Prüfung die goldene Nadel für den Lehrschein und die Arkunde überreicht.

Berliner Börte.

Berlin, 12. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach den Exekutionen und Abschwächungen der gestrigen Mit­tagsbörse konnte sich die Tendenz des Abendoerkchr» ziemlich behaupten. Heute früh war eine Tendenz dagegen noch nicht zu erkennen. Die Spekulation verhiett sich weiter abwartend. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,82, London gegen Mailand 93, London gegen Spanien 44,13 zu 44,25, London gegen Buenos 41,40, London gegen Kabel 4,8717 zu 4,8720. London gegen Berlin zirka 20,39, Kabel gegen Berlin 4,1855.

Die Wetterlage

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Wettervoraussage.

Die Warmluft an der Vorderseite des nördlichen Tiefs hat jetzt ganz Deutschland überflutet. Die Tem­peraturwerte lagen heute morgen durchweg über 15 Grad, in Süd- und Ostdeutschland annähernd an 20 Grad. Schon im Laufe des gestrigen Tages gin­gen allenthalben Ausgleichsregen nieder. Bei uns fielen in den gestrigen Abendstunden sehr starke Schauer, die innerhalb kurzer Zeit über 13 Milli­meter Niederschlag ergaben. An der Rückseite des Tiefs folgt jetzt etwas kühlere Luft nach, die beim Zusammentreffen mit der nunmehr über dem Fest­lande lagernden Warmluft erneut zu unbeständigem Wetter führt. Stärkere Bewölkung wird mit Auf­heiterung abwechseln, zeit weise treten Schauer auf, die teils von Gewitterstörungen begleitet sein können.

Aussichten für Mittwoch: Wechselnd be­wölkt und aufheiternd, etwas kühler, vereinzelte Regenschauer, teilweise gewitterhafter Art.

Aussichten für Donnerstag: Etwas ruhigeres, jedoch immer noch unbeständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 11. August: mittags 22,4 Grad Celsius, abends 18,2 Grad: am 12. August: morgens 17,1 Grad. Maximum 23,4 Grad, Mini- mum 15,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 11. August, abends 20,2 Grad: am 12. August: morgens 17,4 Grad. Niederschläge 14,1 mm. Sonnenscheindauer eine Stunde.

Reisewetterdienst.

Garmisch-Partenkirchen: 14 Grad, Südwestwind, Witterung heute morgen heiter

BüdoM

Weiße Zähne: Chlorodont :