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Aus der Provinzialhaupistadi

Gießen, den 12. Mai 1930.

Provinzialausschuh-Sihung.

Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Dießen unter dem Dorsitz von Provlnzialdirek- tor Graes eine öffentliche Sitzung des Provin- ialausschusseS der Provinz Oberhessen statt, in «r verhandelt wurden:

1. Klage des Ferdinand Pfaff in Gießen, Kläranlage 98, gegen das Kreisamt Gießen wegen Dersagung des Wandergewerbescheins für 1930. . . v

2. Klag« der Regina Quenzer in Fried­berg gegen das Kreisamt Friedberg wegen Dersagung des Wandergeloerbescheins für 1930.

3. Klage der Gemeinde Höingen gegen den Beschluß des Kreisamts Alsfeld vom 12. Ro- vember 1929 beit.: Aufnahme der Katharine Scholl aus Höingen in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Gießen.

4. Klage des Sächsischen Dezirksfürsorgeverban- des der Amtshauptmannschaft Döbeln gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreise« Lauter­bach wegen Erstattung von Fursorgeaufwendun- gen für den Kleinrentner Wilhelm Sachse aus Raundors.

5. Gesuch des Bäckermeisters Matthäus Maier zu Bad-Rauheim um Erweiterung der Konzession für seinen Eafebetrieb in dem Hause Fürstenstrahe 19.

6. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Gießen gegen den Dezirksfürsorgever­band des Kreises Schotten wegen Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für Georgine Mai aus Frankfurt a. M.

Der Provinzialausschuß erkannte in diesen Sa­cken durch Urteile für Recht:

Zu 1. und 2. Die Klagen werden als unbe­gründet zurückgewiesen. Di« Kosten des Verfahrens fallen den Klägern zur Last. Streitwert je 500 Mark.

Zu 3. Der Klage wird ft att gegeben und der angefochtene Beschluß aufgehoben. Die Kosten des Verfahrens, einschließlich der Kosten der anwalt­lichen Vertretung der Klägerin, fallen der Staats- lasse zur Last Streitwert 1260,40 Mark.

Zu 4. Der Klage wird stattgegeben und der Beklagte verurteilt, an den Kläger 870 Mark zu zahlen. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Be­klagten zur Last.

Zu 5. Dem Bäckermeister Mathäus Maier zu Bad^Nauheim wird die Erlaubnis erteilt, die kon­zessionierten Wirtschaftsräume in dem Hause Für­stenstraße 19 zu Bad-Nauheim über 19 Uhr hinaus bis zur gesetzlich festgesetzten Polizeistunde offen zu halten, unter folgender Bedingung: Der Eingang zu den Wirtschaftsräumen durch den Laden ist nach 19 Uhr verboten. Die Kosten des Verfahrens falletz dem Gesuchsteller zur Last. Streitwert 500 Mark.

Zu 6. Die Klage gegen den Bezirksfürsorge­verband Kreis Schotten wird als unbegründet zurückgewiesen und der Landesfürsorgever- band Hessen verurteilt: 1. an Kläger 600,72 Mark zu zahlen: 2. 4 Proz. Prozehzinsen aus 600,72 Mark vom Tage der Klageerhebung ab zu zahlen: 3. die Georgine Mai in eigene Fürsorge zu übernehmen. Die Kosten des Derfahrens fallen dem Kläger zur Last.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Bund Haus und Schule": Familienabend, 20 ilfjr, im Iohannessaal. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Melodie des Herzens" (Ton- und Sprechfilm).

Dorträge über nordisches Gei­stesleben. Man schreibt uns: Zum Derständ- nis der modernen Zeitenlage ist es außerordent­lich wertvoll, aus diejenige Art hinzuschauen, wie nicht bloß im deutschen, sondern wie im nor­dischen Geistesleben die Zeitenfragen empfunden und dargestellt worden sind. Zwei öffentliche Dorträge in dieser und in der kommenden Woche sollen darüber orientieren. Auf Einladung der Bewegung für religiöse Erneuerung, der Christen- aemeinfchaft, spricht über jenes Thema Frau Dr. Ingeborg Ierk aus Kopenhagen. Dienstag, 13. Mai, wird das Thema behandelt:Götter­dämmerung und Auferstehung im nordischen Gei­stesleben" (Ibsen, Strindberg, Kierkegaard, Grundtvig u. a.); am Freitag, 23. Mai:Die Frauengestalten bei Ibsen und Strindberg. Ein Beitrag zur modernen Frauenfrage." Räheres in der heutigen Anzeige.

- Dortrag im Englischen Seminar. Am Mittwoch, 14. Mai, 20 Llhr, veranstaltet das Englische Seminar der Landesuniversität im Hör- saal des Kunstwissenschaftlichen Instituts einen Vortragsabend, an dem Prof. O. S. Lessing, der Germanist des Williams College, Williams­town. Mass., in deutscher Sprache überAmeri- konisch-deutsche Kulturbeziehungen" sprechen wird. Prof. Lessing, ein geborener Württem­berger, lebt seit etwa 30 Jahren in den ber­einigten Staaten und hat sich als Vermittler deutscher Kultur in Amerika große Verdienste erworben. Literarisch ist er als amerikanischer Be- richterstattcr des früherenßit. Echo", sowie als

einen Messerstich In den Unter­leib schwer verletzt. Da« Ueberfallkom- mando war rasch zur Stelle, konnte jedoch de« Täters nicht mehr habhaft werden. Der Kriminalpolizei scheint jedoch die Verhaf­tung des Ratiborcr Massenmörder« überraschend schnell geglückt zu sein. Am Sonntagabend wurde die Polizei von einem Gastwirt alarmiert, der angab. in dem Walde von Paulau ein ver­dächtige« Individuum bemerkt zu haben. Das Lieberfallkommando umzingelte den Wald. Man fand schließlich schlafend einen e t toa 40 jäh­rigen Mann, den man verhaftete. Er trug einen Dolch und einen geladenen Re­volver bei sich. Der Dolch scheint seinen Kon­turen nach in die Wunden der drei Opfer zu passen. Lieber die Person des Täters steht nnh nicht« fest. Die Vernehmung gestaltet sich sehr schwierig, da e« scheint, als ob der Mann der deutschen Sprache nicht mächtig ist. Man vermutet, daß es sich um einen Tschechen handelt, der über die Grenze nach Rgti- b o r gekommen ist.

Lin durchgehendes Auto verletzt sechs INenscken.

Eine an sich bedeutungslose Kleinigkeit führte auf dem sehr besuchten Kirmesplatz in Werl bei S 0-e st zu einem schweren Unfall Ein von dem Besitzer selbst gesteuertes Auto fuhr plötz­lich mit großer Geschwindigkeit in die Menge. Dabei wurde eine größere Gruppe von dem Auto gegen einen Schaustellerwagen gequetscht. Ins­gesamt wurden neun Personen verletzt, davon sechs so schwer, daß sie ins Kran k enhaus gebracht werden mußten. Das Auto konnte erst nach längerer Zeit zum Halten gebracht werden. Der Fahrer wurde in Hast genommen. Wie er angibt, ist er beim Ausweichen mit dem Aer- mel hinter dem Gashebel hängen ge­blieben, so daß der Wagen unvermutet Voll­gas bekam und ihm durchging.

700-3ahrfeier Walters von der Vogelweide in Würzburg.

Die Stadt Würzburg steht im Zeichen der 700-Iahrfeier Walters von der Voaelweide. Auf dem Residcnzplatz vor dem mit dem Denkmal Wal- ters geschmückten Frankonia-Brunnen fand eine große öffentliche Feier statt, zu der sich außer einer tausendköpfigen Menschenmenae zahlreiche Ehren­gäste eingesunden hatten. Reichsinnenminister Dr. Wirth, der bayerische Kultusminister Dr. Gol­denberger, der österreichische Bundeskanzler a. D. S t r e e r u w i tz, Reichstagspräsident L ö b e und Landtagspräsident Stang legten Kränze nie- der. Nach der öffentlichen Feier fand im Äaiferfaal des Residenzschlosses eine Morgenfeier statt Furchtbarer Kampf zwischen Pilot und Betrunkenem im Flugzeug.

In Amerika entspann sich in einem Flugzeug in 3000 Fuß Höhe ein wütender Kampf zwischen dem Piloten und einem Betrunkenen, der ihm die Steuerung entreißen wollte. Wah­rend die übrigen fünf Passagier« der Maschine angesichts der Schwankungen des zeitweise unge- steuertcn Flugzeuges in Panik gerieten, gelang es dem Piloten, den Betrunkenen nieder- z u s ch l a g e n und das Flugzeug wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Notlandung auf einer Platane.

Bei Chalons-für-Saone ereignete sich ein eigenartiger Flugunfall. Ein Flugzeug mußte infolge eines plötzlichen Geschwindigkeitsoerluftes niedergehen und schlug dabei auf eine Pla­ta n e a u f. Beide Tragflächen des Flugzeuges wur­den abgeriffen, doch blieb der Flugzeugkörper un­beschädigt in den Aesten hängen. Der Flugzeug- führet, der nur leicht im Gesicht verletzt wurde, klet­terte mit Hilfe einer Leiter auf den Erdboden nieder.

Das erste Abilurium am Berliner Abendgymnastum.

Am Freitagabend hat die erste Reifeprüfunc: am Berliner Abendgymnasium ihren Abschluß gefunden. Von 26Oberprimanern" undOber- primanerinnen" zur Hälfte Herren, zur Hälfte Samen haben 23 die Prüfung be- standen, davon sieben mit gut, einer mit Aus­zeichnung. Drei Herren sind durchgefallen. Das Berliner Abendgyrnnasium hat zur Zeit 240 Schüler. Der Eintritt erfolgt vorn 18. Jahre an. Die Schüler und Schülerinnen sind alle tags­über voll beruflich tätig. Der jüngste Abiturient war 20 Jahre, der älteste 35. Je­den Abend von 7 bis 10 Llhr ist Schulunterricht, mit Ausnahme des Samstags.

3m Verfolgungswahn zum Fenster hinausgesprungen.

In Berlin fcai ><ch Der bvjahrige Kaufmann Karl D e t h g e pus dem Fenster seiner Wohnung im vierten Stock auf den Hof hinabge- stürzt. Gr blieb tot liegen. Die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß Dethge schon seit einiger Zeit geistesgestört war und sich einbildete, einen Mord in Ruhleben begangen zu haben. Obwohl er sich zu der Zeit der Tat nachweislich zu Hause in der Obhut seiner An­gehörigen befunden hatte, lebte er in ständiger Furcht, daß die Polizei ihn verhaften wolle. Als nun der Briefträger an der Wohnungstür klingelte riß Bethgr das Fenster auf und sprang hinaus.

Verfasser eine« Buche« Über Arno Holz bekannt I geworden: auch veröffentlichte er viele wisten- | schastliche Beiträge zur modernen deutschen und amerikanischen Literatur, besonders zu Walt Whitmanproblemen. Rähere« über den Vortrag in der heutigen Anzeige.

Baumanpflanzungen sind von unserer städtischen Anlagenoerwaltung in den letzten lagen auf der neu hergerichteten Westanlage zwischen der Goetheschule und der Neustadt vorgenommen worden. Durch die jungen Bäumchen hat das Stra­ßenbild an dieser Stelle entschieden gewonnen. Es wurde aber noch viel schöner aussehen, wenn man nun endlich auch den westlichen Teil der Westanlage, am Bahnkörper entlang, in oer vorgesehenen Weise gärtnerisch Herrichten würde. Allein schon eine Gras­sameneinsäung würde in kurzer Zeit zum Vorteil des Straßenbildes sich auswirken. Hoffentlich ge­schieht auch an dieser Stelle recht bald eine erfreu­liche Tat.

" Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub e. V. (21. v. D.) Gie­ßen: Die Provinzialstraße Gr.-Linden Lang-Göns wird vom 15. Mai bis aus wei­teres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Leihgestern.

* Ein neuer Tonfilm wird vom Licht­spielhaus, Bahnhofstraße, unter dem TitelMe­lodie des Herzens" von heute ab herausgcbracht. Wer die bisherigen Tonsilmvorführungen besucht hat, wird wohl auch diesem Werke gerne seine Aufmerksamkeit schenken. Räheres ist auS der heutigen Anzeige ersichtlich.

Der europäische Barnum & Bai- l e y trifftinGiehcnein! Von dem Presse- bureau des Zirkus Fischer wird uns mitgeteilt, daß am morgigen Dienstag früh mittels zwei Cxtrazügen das Llnternehmen, das über fünf Jahre Europa bereiste, in Gießen zu einem drei­tägigen Gastspiel eintrifft. Auf Oswaldsgarten wird er feine Festspielhallen, die Weißen Zelt- Paläste, errichten, die allabendlich unter dem Schein von vieltausend Lampen taghell erleuchtet werden. Räheres in der morgigen Anzeige.

* Evangelisch-kirchliche Persona­lien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Adolf R i ch t m a n n, zur Zeit in Liver­pool, die evangelische Pfarrstelle zu Alsheim, Dekanat Oppenheim, dem Pfarrer Reinhard Deiß zu Gimbsheim die evangelische Pfarrstelle zu Dorheim, Dekanat Friedberg, übertragen und Stadtpfarrer Ferdinand K n e l l zu Lauterbach auf fein Rachsuchen aus dem Dienst der Hessischen Landeskirche entlassen.

"Personalien. In den Ruhestand verseht wurden der Lehrer an der Volksschule zu Allen- dorf a. d. Lda. Karl Eimer und der Gendar­meriemeister Gustav B e i n h o f f zu Hungen mit Wirkung vom 1. Juni 1930.

" Hei terer Vortragsabe n d. Der 2tc- zitator und ehemalige Hofschauspieler Fritz Schlotthauer gab gestern mit einem heiteren VortragHprogramm ein Gastspiel im Stadtthea­ter. Er begann nach einer improvisierten Ein­leitung mit einigen ernsten Rummern und ging nach dem bewährten Rezeptvom Hundertsten ins Tausendste" zu einer bunten und übrigens literarisch belanglosen Vortragsfolge über, die Gereimtes und Ungereimtes abwechseln lieh, mit allerlei Anspielungen und Anzüglichkeiten gespickt war, die beneidenswerte Beredsamkeit des Vor­tragenden bestens zur Geltung brachte, aber auch gelegentlich« Plattheiten und Geschmacklosigkeiten nicht vermeiden konnte. Rächst einer mehrfach variierten Gegenüberstellung der guten alten Zeit und der bösen Gegenwart fanden die immer be­liebten Dchulwihe und Aufsatzstilblüten beson­deren Anklang. Im zweiten Teil hörte man die unterschiedlichsten mundartlichen Scherze, sächsische, Berliner, ostpreuhische, bayerische und (am besten) einigeKöllsche Krähcher". Zuletzt ein paar recht nett pointiert« Couplets. Am Klavier begleitete Kapellmeister Duchwald. Der Besuch war sehr mäßig. Das Publikum schien sich vorzüglich zu unterhalten und spendete leb­haften Beifall, der mit etlichen Zugaben belohnt wurde.

** Zur Uraufführung des Heimat­spielsDer Schachtmeister" in Ba d- Rauheim wird uns geschrieben: Wie bereits mitgeteilt, sindet am Donnerstag, 15. Mai, im Großen Bühnensaal des Bad-Rauheimer Kur­hauses die Uraufführung des HeimatspielsDer Schachtmeister" von Carl Piorkow statt, bei der auch das Kurorchester mitwirkt. In diesem Werk wird den Besuchern ein Stück Heimatge­schichte gezeigt, und zwar das gewaltig« Raturer­eignis des Jahres 1846, die Entstehung des ersten großen Dad-Rauheimer Sprudels. Man sieht Menschenschicksal und Raturgeschehen in engster Verbundenheit, wobei der Erlösungsgedanke das Grundmotiv bildet, Volksszenen von der Arbeits­stätte am Bohrturm, den Weiheakt des Dohr- schachtes mit dem festlichen Auszug der Bür­ger, Salzsieder und Bergknappen, und ein ro­mantisches Traumspiel als Zwischenhandlung, in dem die Quellerlösung durch Märchengestalten symbolisch dargestellt wird. Den Grundakkord | zur Handlung bildet ein Treugelöbnis zur Hei­

mat. Auf die Aufführung fd auch an dieser Stelle empfehlend hingewiesen. Rach derBox> ftellung besteht für die Besucher noch Gelegenheit zur Rückfahrt. Man beachte die morgige Anzeige, "Deutscher Liedertag. Im Hinblick auf den am 29. Juni stattfindenden Deutschen Lieder­tag sand am Freitagabend im Schipkapah eine Besprechung der Gießener Gesangvereine ftatt Ls wurde beschlossen, an diesem Tage zur Ver­herrlichung des deutschen Liedes eine Kund­gebung auf dem Landgraf-Pbilipp-Platz zu ver­anstalten. Geplant ist ein Aufmarsch der hiesigen Gesangvereine mit ihren Fahnen, weiter sind Massenchöre vorgesehen. Außerdem soll der Be­deutung des Tages durch eine Ansprache de« Gauvorsitzenden E. Koch, Gießen, Ausdruck ver­liehen werden. Es wäre zu wünschen, daß di« Gießener Bürgerschaft durch rege Teilnahme an dieser Kundgebung ihr Interesse für die Pfleg« des deutschen Liedes bekundet.

Berliner Börte.

Berlin , 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der erst« Frühoerkehr der neuen Woche lag stimmungsmähig nicht unfreundlich, doch hatte sich bis zum Zeitpunkt der Berichtsabfassung noch kein Geschäft entwickeln können. In den Bankbureaus nennt man aus diesem Grunde noch keine Kurse. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,85 au 123,87, London gegen Mailand 92,67 zu 92,68, London gegen Spanien 39,80 zu 39,85, London gegen Buenos zirka 43,13. London gegen Kabel 4.85S0 zu 4,8585, London gegen Berlin 20,3613 zu 20,3640, Kabel gegen Berlin 4,1910 zu 4,1915.

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Wettervoraussage.

Der Englandwirbel ist unter Abflachung östlich weitergezogen und liegt Heute morgen über dem deutschen Küstengebiet. Die an seiner Rückseite noch zufliehenden ozeanischen Luftrnassen gestalten zunächst das Wetter noch etwas wechselhaft. Be­wölkung wird mit Aufheiterung abwechseln, ge­legentlich treten auch noch leichte Schauer auf, jedoch wird sich mit dem weiteren Vorstoß deS Azorenhochs von Südwesten her die Wetterlage allmählich beruhigen, wobei dann die Temperas turen tagsüber etwas anfteigen.

Wettervorhersage für Dienstag: Ruhiges Wetter, wechselnde Bewölkung mit Auf­heiterung, tagsüber etwas wärmer, nachlassend« Riederschläge.

Lufttemperaturen am 11. Mai: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 9,5 Grad: am 12. Mai: morgens 8,5 Grad. Maximum 12,4 Grad, Minimum 4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Mair abends 10,6 Grad: am 12. Mai: morgens 12 Grad. Niederschläge 16,5 mm. Sonnenscheindauer eine halbe Stunde.

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