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Samstag, 12. April 1930

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Nr. 87 Drittes Blatt

Wirtschaft.

GparkaffenzinS und ^eichsbankdiskont

Don der Bezirkssparkasse Gießen wird uns ge­schrieben: Die wiederholten Diskontsenkungen der Reichsbank in den letzten Monaten, die etappenweise zu einem Banksatz von 5 o. H. führten, haben Hoff­nungen auf ein Erstarken des Kapitalmarktes und vor allem auf eine Berbilliguna des langfristigen Kredites hervoraerusen. Es sind in der Tat, wie die Belebung am Markt der festverzinslichen Papiere zeigt, Anzeichen vorhanden, daß die Entspan­nung auf dem Kapitalmarkt allmäh­lich Fortschritte macht. Man darf jedoch nicht übersehen, daß dies nur sehr zögernd geschieht und die Entwicklung des Reichsbankdiskonts keineswegs etwa durch innerdeutsche Kapitalmarktverhältnisse be- dingt war. Die letzte Diskontsenkung stand sogar, wie die Reichsbank ausdrücklich heroorhob, ausge­sprochen unter dem Einfluß der ausländischen Märkte. Daran ändert auch die Flüssigkeit des Geld- Marktes nichts, die sich auf den Kapitalmarkt bisher nicht ousgewirkt hat. Wenn daher die Spar­kassen der letzten Diskontsenkung mit einer ent- sprechenden Ermäßigung ihrer langfristigen Zins- sätze im allgemeinen nicht gefolgt sind, so liegt dies in der augenblicklichen Lage des Kapitalmarktes be­gründet. So erwünscht ein weiterer Abbau der Kosten des langfristigen Kredites ist, so bleibt doch zu berücksichtigen, daß die Sparkasien bereits Anfang März ihren Zinssatz für Hypothekenkredite senkten, ohne daß die übrigen Teilgebiete des Realkredites bisher folgten. Der Zinsabbau geht hier, wie die zur Zeit noch außerordenlliche Höhe der Pfand- briefzinsen erkennen läßt, verhältnismäßig sehr langsam vonstatten. Eine weitere Senkung der Ein- lagezinsen könnte daher im Augenblick leicht be­deuten, daß sich Teile des Sparkapitals gerade dem Teil des Realkreditmorktes zuwenden, bei dem der Zinsobbau am langsamsten fortschreitet', damit würde die erwünschte Realkreditoerbilliguntz nicht gefördert, sondern nur aufgehalten. Erst bei einer nachhaltigen Besserung am Kapital- markt, wozu in erster Linie eine Senkung der Pfandbriefsätze gehört, läßt sich eine weitere Herabsetzuna der Einlagezinsen bei Sparkassen ver- antworten. Die Senkung der T e r m i n g e l d e r soll dagegen möglichst bald durch Verhandlungen mit den Verbanden der privaten Geldinstitute erreicht werden.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

Zu Beginn der Benchtswoche war die Tendenz an der Börse fest. Man begrüßte die innerpolitische Entspannung, und die Kulisse schritt iu größerem Ausmaße zu Deckungen. Das Geschäft konnte aber, obwohl ungünstige Nachrichten nicht Vorlagen, kei­nen so großen Umfana annchmen, da der Auftrags­eingang erheblich nachgelassen hat. Dem ziemlich lange vernachlässigten Montanmarkt wandte sich jetzt mehr Interesse zu, und hier ergaben sich, da bei ein­zelnen Unternehmungen höhere Dividenden zur Aus­schüttung gelangen, recht erhebliche Gewinne. Stahl- vereinsaktien lagen seit langer Zeit wieder einmal über Parität. Aber auch Kunstseidewerte traten in den Vordergrund, besonders von holländischer Seite waren Aku gesucht. Auch die übrigen Märkte konnten von der Festigkeit einzelner Werte profitieren, wenn auch das Geschäft nicht so lebhaft war. Die Stim­mung blieb unvermindert freundlich, doch trat in Reaktion der ziemlich starken Aufwärtsbewegung auf Gewinnmitnahmen eine Abschwächung ein. Na­türlich hatten Spezialaktien stärker darunter zu lei­den. Der Grundton der Börse ließ gute Widerstands­kraft erkennen, da auf der anderen Seile ungünstige Momente vollkommen fehlten. Es lagen vielmehr nur oorttilhafte Nachrichten vor.

Dor allem fanden die internationale Geldmarkt­verflüssigung und die festen Auslandsbörsen, sowie einige günstige Wirtschaftsberichte, die eine Besse­rung der Zukunft prophezeien, rege Beachtung. Es machte sich wieder erneute Nachfrage nach Spezial­aktien bemerkbar. Schiffahrtswerte konnten auf die nunmehr endgültige Regelung in der Freigabe­angelegenheit stärker in Erscheinung treten. Später bekam die freundliche Stimmung jedoch durch er­neut aufkommende Zweifel hinsichtlich einer baldi­gen Erledigung der Steuervorlagen einen starken Dämpfer, denn es kamen Zweifel auf, ob die neue Regierung infolge sich erneut ergebender Schwierig- keiten in der Steuerfrage von Beständigkeit fein

könne. Das Geschäft schrumpfte wieder mehr zu- sammen, doch erhielt sich für Spezialitäten weiter einige Nachfrage. Die Kursrückgänge nahmen eigent- lid) nie größeres Ausmaß an, doch kamen später einige ungünstige Momente hinzu, so daß Kursrück­gänge teilweise in größerem Umfange nicht mehr zu vermeiden waren. Dor allem verstimmte der starke Rückgang der Waldhofaktien, die insgesamt gegenüber den Kursen der vergangenen Woche bis zu 30 o. H. verloren. Auch in Rütgerswerke kam Material heraus, und im Einklang hiermit in Deut­sche Erdöl; selbstverständlich wurden die übrigen Märkte hiervon ungünstig beeinflußt. Auch bei Rüt­gerswerke soll eine Dividendenreduktion vorgenom­men werden. Dieses Papier verlor 9 o. H. Kunst­seidewerte blieben im allgemeinen von der Um­gestaltung der Tendenz fast unberührt. Aku lagen 8 o. H. fester, dagegen mußten Bemberg einen Verlust von 5 v. H. hinnehmen. Weiteres Interesie bestand aus den bekannten Gründen für Conti Gummi bei einer Besserung von 8 v. H.

Zum Wochenschluh wurde die Tendenz wieder fteundlicher, da der politischen Lage wieder eine günstigere Beurteilung zuteil wurde. Die Kulisse schritt zu Rückdeckungen, doch konnte das Geschäft nur in Spezialaktien lebhafter werden, da der Order­eingang sehr gering blieb. Auf der anderen Seite lagen aber nur günstige Momente vor, die der Börse ein recht zuversichtliches Gepräge gaben. Vor allem fanden der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Reiche, die sehr günstigen internationalen Geldmarkt­verhältnisse, in deren Zusammenhang mit baldigen Diskantsenkungen in einzelnen Ländern gerechnet wird, und der ziemlich optimistische Wirtschaftsbericht der Dresdner Bank Beachtung. Es konnten wieder Kursgewinne erzielt werden, so daß die im Laufe der Woche eingetretenen Verluste zum Teil wieder ausgeglichen werden konnten. Stark hervortraten besonders Kaliwerte, die in Erwartung günstiger Abschluhziffern an einem Tage bis zu 9 v. H. ge­wannen. Gegenüber der vergangenen Woche lagen Salzdetfurth' 4 v.H. fester, während Aschersleben gut behauptet lagen und Westeregeln sogar einen Verlust von 2 v. H. aufwiesen. Gerade dieser Markt war zwischendurch stärker gedrückt, da der etwas zurückgegangene Kaliabsatz im März Material an den Markt brachte. Mehr Nachfrage bestand noch für Deutsche Linoleum, I.-G.-Farben, Conti Gummi und Schiffahrtspapiere. Zum Schluß wurde die Ten­denz jedoch wieder etwas schwächer. Rheinische Braunkohlen lagen gegenüber den Kursen der ver­gangenen Woche 7 v.H. schwächer. Im übrigen er- oaben sich bei den nicht erwähnten Papieren zumeist Rückgänge bis zu 2 v. H. Norddeutsche Lloyd lagen fester. Am Rentenmarkt war das Geschäft zeitweise noch sehr lebhaft, wobei besonders deutsche Anleihen profitierten. Am Geldmarkt war Tagesgeld sehr leicht. Vorübergehend wurde der Satz auf 3,5 v. H. ermäßigt, doch waren 4 v. H. das Höchstmaß. Am Devisenmarkt hat sich wenig ergeben. Der Dollar konnte sich etwas befestigen.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Der Franlfurter Schlachtoiehmarkt verzeichnete in dieser Woche in allen Dichgattungen etwas leb­hafteres Geschäft als seither. Im Hinblick auf die bevorstehenden Osterfeiertage war der Auftrieb (mit Ausnahme von Schafen) sehr groß, ohne daß jedoch Ueberftanb verblieb. Namentlich aus der Um­gebung des Frankfurter Wirtschaftsgebietes waren die Käufer zahlreich am Markt, so daß der Ab­trieb nach auswärts ziemlich stark war. Aber auch die Frankfurter Metzger deckten ihren Feiertags- bedarf trotz der immer noch angespannten Wirt­schaftslage in ziemlich großem Ausmaße. Die Preis- steiaerungen gingen nur bei Kälbern bis zu 8 Mark, während die übrigen Märkte nur kleinere Gewinne zu verzeichnen hatten.

Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb stärker, als in der Vorwoche. Der Handel begann zunächst ruhig, setzte aber bald flott ein und war während des ganzen Marktes ziemlich rege. Gute Dualität war sehr reichlich vorhanden. Infolgedessen wurde nahezu ausverkauft. Etwa 50 v. H. des Auf­triebs ging wieder nach auswärts, und zwar haupt­sächlich nach Hesien-Nasiau, der Rheinprovinz und Hessen (insbesondere nach der Provinz Starkenburg). Auf dem Schweinemarkt war die Beschickung

ebenfalls sehr stark. Das Geschäft setzte ruhig ein, wurde später lebhafter und ausverkauft- Kälber wurden bei lebhaftem Geschäft und stark anziehen­den Preisen geräumt. Schafe ruhig, ousverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1652 Rindern, darunter 398 Ochsen, 90 Bullen, 600 Kühen und 424 Färsen, ferner aus 2091 Kälbern, 296 Schafen und 6207 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 225 Rinder, 432 Kälber, 12 Schafe und 687 Schweine mehr angetrieben.

Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: al 5559, a2 5054, bl 4619. Bullen: a 5356, b 4852. Kühe: a 4650, b42 bis 45, c 3541, d 2834. Färsen: a 5760, b 5456, c 5053. Kälber: b 8388, c 78-82, d 7077. Schafe: al 5052, b 4249. Schweine: a 6970, b 6970, c7071, d 7071, e 6769. Im Ver­gleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Kälber um 8 Mark, Ochsen, Kühe, Färsen und Schweine je 1 Mark anziehen. Bullen und Schafe unverändert.

* Die Preußische Landespfandbrief­anstalt in Berlin (Grundkapital und offene Re­serven über 31 Millionen Mark), die satzungsgemäß Darlehen zur Herstellung und Erhaltung von Klein- und Mittelwohnungen gewährt, zeigt im heutigen Anzeigenteil an, daß sie in der Zeit vom 12. bis 30. April einen Teilbetrag von 4 Millonen Gold- mark ihrer 8prozentigen Goldmark-Kommunal- Obligationen, Reihe XX zum Dorzugskurse von 94,50 v. H. zur öffentlichen Zeichnung auflegt. Diese Kommunal-Obligationen sind reichsmündelsicher; sie werden an den Börsen zu Berlin, Frankfurt a. M, Köln, Düsseldorf und Essen voraussichtlich mit 95 v. H. eingeführt werden; die Lombardfähigkeit bei der Reichsbank in Klasse A wird demnächst bean­tragt werden. D'e Stücke sind zu 100, 200, 500, 1000 und 5000 GM. lieferbar. Zahlung kann bis 10. Mai erfolgen. Alle durch den Verkauf der Pa­piere aufkommenden Beträge werden ausschließlich für den Wohnungsbau verwendet.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.M., 12.Aprll. Tendenz zurück­haltend. An der Wochenschlußbörse machte sich wie- der eine stärkere Zurückhaltung und eine gewisse Unsicherheit im Zusammenhang mit der heute zu er­wartenden Abstimmung im Reichstage über die Steuer- und Finanzfragen bemerkbar. Das Geschäft bewegte sich in sehr engen Grenzen, die Kurse lagen gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist leicht gedrückt, da die Kulisse bei ihrer Vor­sicht vereinzelt zu Gewinnsicherungen schritt. Die Grundstimmung war jedocy nicht unfreundlich, und es machte sich eher eine gewisse Zuversicht bemerk­bar, da man mit einem guten 21 u s gang der politischen Angelegenheiten rechnet. Auftrage waren kaum eingetroffen, und auch die zum Schluß schwä­cher gewordene gestrige Neuyorker Börse wurde als geschäftshemmender Faktor empfunden. Am Elek- tromarkt eröffneten Siemens gut behauptet. (Beffürel lagen 1,75 und A E G. 1,40 v. H. niedriger. Don Chemieaktien gaben I.-G.- Farben knapp 1 v. H. nach, während sich für Scheideanstalt einiges Interesse mit plus 1 v.H. bemerkbar machte. Montanwerte lagen ebenfalls still und bis zu 1,5 v.H. niedriger. Man- nesmonn gewannen dagegen geringfügig. B a n k e n lagen zumeist etwas fester, die Umfatztätigkeit war an diesem Markt im Gegensatz zu den anderen Markte-bieten etwas lebhafter. Ferner bestand auch heute für Schiffahrtsaktien noch einige | Nachftuge bei leicht gebessertem Kurse. Don Waren­hausaktien verloren Tietz 1 v. H. Kunstseide- a 11 i e n lagen dagegen etwas gebessert. Am K a ki­rn a r k t kam weiter etwas Material heraus, bei er­neut gedrücktem Kurse, Renten lag uneinheitlich. Im Verlaufe wurde das Geschäft etwas lebhafter, und die Stimmung war ausgesprochen freundlich. Vereinzelt sollen Aufträge eingetroffen fein, und die Kulisse schritt im Zusammenhang hiermit zu Rück­deckungen; die anfänglichen Verluste wurden voll­kommen ausgeglichen, teilweise ergaben sich gegen Anfang sogar Erhöhungen bis zu 1,5 v.H. Im Vor­dergründe standen weiter die anfänalid) schon bevor­zugten Werte. Trotz des guten Abschlusses und der höheren Dioidendenaussichten bei Holzmann war in diesem Papier das Geschäft gering. 2lm Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 v. H sehr leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1895, gegen Pfund 20,378, London gegen Kabel 4,8660, gegen Paris 124,21, gegen Mai­land 92,80, gegen Madrid 39,07, gegen Schweiz 25,10, gegen Holland 12,11.

Berliner Börse.

Berlin, 12. April. Wie nicht anders zu ermat­ten war, ftagniertc das Geschäft zu Beginn der heu­tigen Sanistagsbörse vollkommen. Vor allem ver­stimmte die starke Unsicherheit vor der heutigen Entscheidung im Reichstage ('Beginn der Sitzung um 12 Uhr) und ließ die Umsatztatigkeit sehr gering bleiben. Das 'Ausland bekundete eben­falls nur kleines Kaufintereffe, zumal neue Wirt­schaftsmomente nicht vorlagen. Die Spekulation zeigte zum Wochenschluß eher Realisationsneigung, doch waren die ersten Notierungen trotzdem relativ widerstandsfähig, und die Verluste hielten sich in erträglichen Grenzen. Auf die anwachsendcn Halden- beftanbe verloren Rheinische Braunkohle 3 v. H. Don sonstigen Papieren waren Deutsche Linoleum, Reichsbank, Danatbank, Olavi Minen, Schlesische B. - Gas starker gedrückt, wahrend Hohenlohe 2,5 v. H. gewan­nen. Deutsche Anleihen waren ruhig. Aus­länder behauptet. Ungarn leicht nachgebend. Der Psandb/iesmarkt war noch unentroidcll, aber zumeist widerstandsfähig. Der Geldmarkt lag unverändert leicht; lagesgelb 2,5 bis 5 v. H., Monatsgeld 6 bis 7 v. H., Warenwechsel zirka 4$ v. H. Diese Tatsache war wohl auch im Ver­laufe für die Tendenzentwicklung ausschlaggebend. Anscheinend hat die private D i s k o n t e r in ä ß i- g u n g gestern bei der Provinzkundschaft einige Kaufneigung ausgelöst, denn die Banken zeigten plötzlich für Spezialwerte Interesse. So lagen Schiffahrtsaktien, obwohl die Bondsge rächte als zu früh bezeichnet wurden, lebhafter. Berger waren auf die bevorstehende Generalver­sammlung und in Erwartung der von uns bereits erwähnten Opposition im Verlause um 7,5 auf 33 v. H. erhöht. O st w e r k e gewannen 3,5 v. H. Am K u n st s c i d e m a r k t fanden höhere Auslandmel- düngen Beachtung. Auch onst konnte man 1- bis 2prozentige Kursgewinne eststellen. H o 1 z m a n n , die trotz des guten Abschlu fes und der Iprozentigen Dividendenerhöhung 1,25 v.H. niedriger einsetzten, holten diesen Verlust später wieder ein. Beachtung fand die gemeldete Beratung über eine evtl. Er­mäßigung der Börsenspesen.

Letzte Nachrichten. DerAeiWag vor del Auslösung? Keine Einigung der Leutschnationa en. Auslöjung^ordcr bereits unter,eichnei. Berlin, 12. April. (MTS. Eigene Vrahtmel- dung.) Die Fraklionsfihung der Deutsch- nationalen Volkspartei gingen gegen zw.ls Uhr zu Ende. Line Einigung über eine einheit­liche Stimmabgabe konnte ich! erzielt werden. Die Abstimmung wurde deshalb den Fraktionsmitglie­dern freigegeben. Es ist danach anzunehmen, daß die etwas Heine Mehrheit der Fraktion für den ent­scheidenden Paragraph la und die Finanzgefehe stimmen wird, während eine starke Minder- heil dagegen stimmt. Stimmenthaltung werden nur ganz wenige deutschnationale Abgeordnete üben. Das hängt auch noch davon ab, ob von der Regie­rung gewisse von diesen Abgeordneten gestellte wünsche erfüllt werden. Mit diesem Ausgang der deutschnationalen Fraklionsfihung ist das Schick­sal des Reichstags von einigen weni­gen Stimmen abhängig. Ls ist ungewiß, eine Prognose zu stellen, da man noch nicht weiß, wieviel Kommunisten heute sehlen werden, gegen die ein Strafverfahren schwebt und die besürchlen müssen, daß gleich nach der Auflösung des Reichstages gegen sie von der Polizei einge­schritten wird. Die Sozialdemokraten haben be­schlossen, gegen den Paragraph la zu stimmen. Der Reichspräsident hat die Auslösungs­order mit dem heutigen Datum bereits unter­schrieben. Uebrigens ist es nicht wahr, daß der Reichspräsident in der Frage der Abstimmung einen Druck aus die Deutschnationale Volkspartel ausgeübt hat. Lr hat sich vielmehr bei dieser Frage vollkom­men jeder Einflußnahme enthalten, wie wir erfahren, soll der Parteivorstand der Deutschnationalen Volkspartei nach der heutigen Abstimmung wieder cinberufen werden. Es verlautet, daß die Parteiführer beabsichtigen, die Konsequenz aus der Abstimmung zu ziehen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 p. H-, Lombardzinsfuß 6 v H.

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Englische.Noten........

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6,375

67,83

20,43

16,435

168,51

6% Deunche iReidiMiuetbe von 1927

7% Deutsche Relchsanleihe von 1929

Tcuijcht ütnl.»Ablöf.-Schuld tnü

Üuelol.-Stditcn

Drtfll. ohne AuLlol.-Rechte

8% Heil. Bolksstaat von 1929 (rüctmhlb. 102%)

Cberfriicn Provinz - Anleihe mit SluSwi. Rechten

Seatfdw fiomm. Sammel ab l.

Anleihe Serie 1

8% Krankl Hvv.-Ban« CBolbpfe.

r^amdurg-ülmertka tatet . <

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113.4

113,25

Bereinigte Stahlwerke

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Kaliwerke Aschersleben ... K

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salrdetkurtb . . . 15

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100 61,75 221 5

225

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178,13

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11,2

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11.25

Hamburg-Südom. Dampstchill n

Hansa Dampfschiff w

Norddeutscher Lloyd - . 8

Allgemeine Deutsche Tceditanst. 10

Barmer Bankverein 10

Berliner Handelsgesellschaft 12

113.5

117

134

175

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172 159,75 113 5

117,25

134 175,5

60.5 113.25 117,25

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176.5

221

225

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220,5

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22,11

11,78

53,88

2,47

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81,14

22,19

112,22

59.12

2.49

112.67

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93.4

Lommer;- uns Vrioat-Bank 11

Darmstädter und Rationalbant 12

Deutsche Bank und

Lisconto-Selelllchast, . . 10

161,75

241.5

162

162

241,5

162

239

154

155

84,75

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . .

Ungarische Noten

Deoifcnmartl Berlin

52,28

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Rütgerswerke ........ 6

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172

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Ddlltov Holzmann......'<

Zementwerk Heidelberg . . IC

109,75

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N «peil

12 April

XIII unkündbar die 193-1

<% Krankl Hno-Bank (Bolbpte unkündbar bis 1932

<y,% Rheinische Hnp.-Bank öiqu. «oldpfe.

6% Pr. Lanbe«vsanddriesanKall.

Pfandbriefe R. 17

8% Pr Londe-psandbrielanstall, ffomm^Cbl. R. 16

7% Pr. Londespfandbriefanstall, Pianvbriese R. 10

Ä.E.G abg. Lorttiege-Obligatio, nen. rückadlbar 1932

34

134

Amilichc Iloiierunq

Amtliche Jiolitrung

89.9

_

Dektr. Lieferungegelelllchasi 10

172

172

Gementroerf Karlstadt. ... 10

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Schultdets PaKenhcster . . . U>

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142,5

90,4

117

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117,25

Geld

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Geld

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85,15

98

1 1

97

Licht und Kraft 10

,Viten & Guilleaume 7JJ

Gesellschaft für elektrische

Unternehmungen 10

Homburger ElektrizttütS-Werte 10

Rheinische ßlthruttat .... 9

Schlesische Elektrizität. ... 10

175,5

130

184

182,25

175 130.25

184.5

133.5

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299,5

252

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115

flmfL-'Jlott. Bn:n--Aires Brss.-Antw- Kbriftiania. Kopenhagen Stockholm . HelnngiorS. Italien. . . London. . . 'l/eanork .. Paris.... Schwei; . . Sva^ ica - Japan . Mio de Jan- Wien in D-- Ceft abgeft- Prag . . . Belirad . . Budapest. . Bul arten Lissabon T anzig. . . Sonst.ntio. Alben. . . Ccmada Uru ttati. . Lotto . . .

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12,05 112,08 112,48 10.537 21,945

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148

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Zellstoss Dalbhos .... 12'/.

Zellstoff Alchaf'enburg ... 12

Charlottenburger Wasser ... 8

Dessauer (Saä .....ö

190,5

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Tranrradio . . ....... 8

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Deutsche Erdöl . . ® Essener Steinkohle ...... 6 Gelsenkirchener ....... 8

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174,25

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174,5

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Deutsche Linoleum .

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Leonhard Tietz .. 10

363

-

I

152

252 49,75

79,13

153

361

249,5

49,25

79,5

152,5

361

81,29

52,55

2,072 0,490

59,09

81,13

52.52 2,063 0,491

58 .Sri'

81.29

52,62

2,072

0.493

59.095

4% Ungarische Staaurentrv. 1910

<y.% dc4gl. von 1919

4% Ungarische firontnrente

4% Türkische Zollcmleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I

4% Brtfil. Serie 11

5% Rumänische vereint,. Rente von 1903

ty,% Rumänische vereint,. Rente von 1913 ..........

1% Rumänische veretuh. Ratte

22,4

2,6 7.4

7,4

9,8

16.55

8,13

Illi II 1 II

22.13

23,25

2.6

7,6

2,6

7,5

9,8

16,4

8,13

1 ®*"i | l| 1 |l

8 61

106.5

>09,5

105

237,5

110

115,25

113,5 230,5 106,5 >10.5 110,13 107,65

74,75 109,65

105 237.5

116,75

110

107

109,25

104,9 i 234,5 1 115,6

frankfurter Mmchme» . . . . <

Grinner .......6

Hellligenstaedl ........

Iunghans Lechwerke...... =

Mainkrastwerke Höchst a. SR.. 8

Miag .....JO

Gebr. Roeder.......1°

Boigt & Haelkner .«.

Süddeutsche Zucker 1®

41

38,5 06.5 97.75

132

102.5 213 160

1 1 1 1 1 13 1 I 1

35 40,25

38.5

132,5

218

161

2

132,5

12,397

7,403

73,09

3,034

18,78

81,39

1,785

5.44

4,183

3,916

20,875

12,417

7,417

73,23

3,040

18,82

81.55

1,789

5.45

4,191

3,924

20,915

12,404

7,405 73,12

3,034

18.78

81,40

1,784

5,45

4.183

3,916

20,88

iU24

7.4TS-

73,26 3,040

18,82

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5,46

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20,92