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llr. 60 Zweites Blatt
iAbschluß der Darmstädter Gegelflugtagung.
WER. Darmstadt. 10. März. H-ate vor- ttag fanden die technischen Dorträge if der ersten wissenschaftlichen (Segelf lug- igung in Darmstadt chr Ende. Dach mehren Kommissionssihungen, über die Angaben cht gemacht wurden, sprach Diplomingenieur a a r m a n n , Frankenhausen, über .Die Aus- crtung technischer Erfahrungen für die Weiter- jttoidlung der Segelflugzeuge". Heber die leit- und Segelflugschulung sprach der bekannte Flieger ©tarnet von der Wasserkuppe, wäh- ■enb Diplorn-Jng. Hirth aus Stuttgart über ) e Bedeutung des Segelfluges für Motorflug i3ch interessante Einzelheiten gab. Dipl.-Jng. ü' d e to von der Akademischen Fliegergruppe karmstadt behandelte noch Grundsätzliches zum Entwurf und Bau von Segelflugzeugen. In- icnieur Hrfinus, Frankfurt a. M., sprach 'inn das Schlußwort an die Tagungsteilnehmer. 5os Ergebnis der Tagung sei außerordentlich befriedigend für die Deranstalter gewesen und Kibc den Teilnehmern reiche Anregungen gebracht.
Am Dachmittag fand auf dem Flugplatz eine HlugveranHaltung statt. Dabei wurde ein ; luganhängeaggregat des Höhen- Jrschungsinstitutes vorgeführt. Das Schleppflugzeug mit seinem Anhänger wurde von kobenhausen nach hier überführt und erregte in bet Stadt lebhafte Aufmerksamkeit. Die Aka» kinische Fliegergruppe und die Firma Müller, vriesheim, führten ihre neuen Apparate vor. Die zunächst verbotenen Startversuche 11 n e 8 Segelflugzeuges der Hessenflieger hinter einem Auto wurden spüle r doch noch vorgenommen und verliefen sehr interessant. Professor Eberhard vom Höhen- lorschungsinstitut war mit seinem Freiballon zu einer Fahrt aufgestiegen.
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Internationaler Zusammenschluß der Segelflugbewegung
WSD. Darmstadt, 10. März In Derfolg bet zwischen der Dhön - Rossitten - Geieilschaft und mehreren ausländischen kegelflugorganisationen bereits be-
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Dk Köniagrätzerstraße in Berlin wird zum Gedächtnis an Den verstorbenen Reichsaußenminister in „Stresemannstrahe" umgetauft.
Beethovens Pastorale und Leonoren-Ouvettüre Ur. 3. 3um III. Symphonie-Konzert des Konzertvereins.
Dach den Kämpfen mit dem Schicksal, von deren Beethovens fünfte Symphonie kündet, erscheint es als eine natürliche Reaktion, daß .in dem Meister die Liebe zum Idyllischen erdacht, und sein überaus starkes Derbundensein mit der unberührten Datur läßt die Pastoral- tzpmphonie herauswachsen.
■3eit seines Lebens hatte Beelhoven eine Sehn- *ud)t nach dem Freien. Hier konnte er sich un° cVtnbert durch den Verkehr mit seiner Umwelt irnerlich sammeln. „Wie froh bin^ ich, einmal m Gebüschen, Wäldern, unter Bäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können! Kein Mensch kann tii» Land so lieben wie ich! Geben doch Wälder, Felsen, Bäume den Widerhall, den der Mensch vLnscht." (An Therese Malfatti.) „Ist es )»H, als wenn jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande." „O, Gott, welche Herrlichkeit in trec solchen Waldgegend. In den Höhen ist Rmfje, Ruhe Ihm zu dienen." Am treffendsten vielleicht Richard Wagner in seiner i)«ethopen-Studie das Innere des Meisters bekochtet. „Die äußere Welt war Beethoven ganz triold)cn, nicht etwa, weil Erblindung ihn ihres riAblickes beraubte, sondern weil Taubheit sie mdlich seinem Ohre fernhielt. Doch nun er» leuchtete sich des Musikers Auge von innen. 3er$t warf er den Blick auf die Erscheinung, die, >u.rch sein inneres Licht beschienen, in wunder- )o[lem Reflexe sich wieder seinem Innern mit- ttilte. Jetzt spricht wiederum nur das Wesen >:i Dinge zu ihm und zeigt ihm diese in dem nchigen Lichte der Schönheit. Jetzt versteht er feit Wald, den Dach, die Wiese, den blauen Aether, die heitere Menge, das liebende Paar, Vt Gesang der Vögel, den Zug der Wolken, )vs Brausen des Sturmes, die Wonne der selig kioegten Ruhe. Da durchdringt all fein Sehnen mb Gestalten diese wunderbare Sjciterteit, die nft durch ihn der Musik zu eigen geworden ist. Le löst die Klage, so innig ureigen allen Tönen, beschwichtigt sich zum Lächeln: die Welt gewinnt Hre Kinderunschuld wieder. ,Mit mir seid ihr knie im Paradiese!' Wer hörte sich dieses irlöserwort nicht zurufen, wenn er der Pastoral-
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Mittwoch, 12. März 1950
Die letzte Fahrt des Grohadmirals von Tirpitz: Der Sara des Großadmirals Tirpitz wird auf einer Geschützlafette zum Münchner Waldfriedhof gebracht.
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stehenden freundschaftlichen Beziehungen ist anläßlich der zu Ende gegangenen ersten wissenschaftlichen Segelflugtagung in Darmstadt ein Zusammenschluß der in Darmstadt anwesenden Vertreter des deutschen, französischen, belgischen, holländischen, italienischen, ungarischen und amerikanischen Segelflugs erfolgt, um eine enge Zusammenarbeit dieser Lände r in wissenschaftlicher, wie sportlicher Hinsicht auf dem Gebiete des Segelflugs herbeizuführen. Es wurde beschlossen, diese Organisation „Internationale S t u d i e n k o m m i s s i o n für den motorlosen Flug" zu benennen. Die vorbereitenden Arbeiten wurden einstimmig der Rhön-Rossitten-Gesellschoft übertragen. Die endgültige Gründung wird erfolgen, sobald die Genehmigung des in Darmstadt getroffenen Abkommens durch die zuständigen Stellen der betreffenden Länder vorliegt. Auch von Seiten des Oesterreichischen Aeroklubs und der englischen Aeronautical Society, die verhindert waren, Vertreter zu der Darmstädter Tagung zu entsenden, liegt bereits die prinzipielle Einverständniserklärung zur Beteiligung an der .Internationalen Studienkommission für den motorlosen Flug" vor.
Oberbeffen.
Evanaelische Zraueniagmig in Rödgen.
.. Der Kreisverband Gießen des Verbandes evang.-kirchlicher Frauenvereine in Hessen hielt am Sonntag eine von etwa .350 Mitgliedern besuchte Tagung in Rödgen ab. In dem Eröffnungsgottesdienst in der dichtbesehten Kirche predigte der Ortsgeistliche, Pfarrer Bönning, über das Evangelium von Maria unck Martha und das Iesuswort über Maria: „Sie hat getan, was sie konnte". Anschaulich zeichnete er ein Bild von der Last, die gerade die Gegenwart auf die Schultern der beut-
Symphonie lauscht." Hans Pfitzner beurteilt das Werk als die beglückendste der Symphonien Beethovens.
Wegen ihres außermusikalischen Inhaltes zählt man diele Symphonie zur Programmmusik, die ja zumal gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine besondere Pflege erfuhr: besonders reisende Orgelvirtuosen boten damals oft in ihrem Programm eine musikalisch-illustrie- rende Darstellung des Gewitters.
Diese äußeren Anregungen mögen sich vielleicht bei der Anlage des Werkes mit ausgewirkt haben, aber dennoch muß es besonders betont werden, daß Beethoven ein äußerliches musikalisches Abschildern von Vorgängen völlig ferngelegen hat In dem Programm zur Uraufführung der Symphonie setzte der Meister der Heberschrift ..Erinnerung an das Landleben" hinzu: „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei." Damit kennzeichnete er seine Stellung zu dem leitenden Programm und weist der Musik ihr ureigenstes Gebiet zu, Aufschluß über unser Innerstes zu geben, wie es auf die von außen herkommenden Eindrücke reagiert; das Programm ist ihm keine Fessel für die Phantasie, sondern es stellt nur eine Basis dar, von der aus sich das geistige Erleben der Datur- erscheinung im Musikalischen ausstrahlt. Hnb für den innerlich mitgehenden Hörer des. Werkes sollen die Heberschriften, die Beethoven den einzelnen Sähen vorausschickt, Fingerzeige, Wegweiser sein, um ihm in seinem Empfinden beim Erleben der Datur folgen zu können.
Dem Inhalt des Werkes ist auch sein Stil völlig angepaht. Im Vergleich zur fünften Symphonie, die ja mit der Pastorale zusammen uraufgeführt wurde, finden wir nicht die Straffe des architektonischen Aufbaues mit seinen gipfelnden Höhepunkten, sondern ein weiches Fliehen des Motivischen, dem Innerlich-Erfülltsein Raum gebend. Dem ist auch die Klangfarbe angemessen; so treten die Trompeten erst im dritten Satz dazu, und Pikkoloflöte, Posaunen und Pauke geben der Gewitterschilderung ein farbkräftiges Gepräge.
Der erste Sah trägt das Motto: „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande." Die Einheitlichkeit der festgelegten Stimmung wird in dem ganzen ©ah gewahrt, denn alle weiteren auftretenden schematischen Gebilde entwickeln sich aus diesem Anfangsmotiv. Das Andante schildert eine „Szene am Dach" —; ein
schen Frau legt, und die Hilfe, die bet Christenglaube ihr bei der Lösung ber ihr gestellten Aufgaben bietet. Die anschließenben Derhanblungen würben im ©aal von Wagner geführt; -bie Bewirtung bet Gäste mit Kaffee hatte der Verein von Rödgen übernommen. Anwesend waren außer ihm die Vereine von Annerod, Alfen-Dufed, Trohe, Bersrod, Lindenstruth, Saasen und Wie- seck; auch aus Gießen waren in Begleitung ber Vorsitzenben des Kreisverbandes, Frau Else K r e u be r, verschiebene Mitglieber erschienen. Hauptgegenstanb ber Verhandlungen war das Thema: „Die Rot ber Landwirt schäft und die Hilfe durch die evangelischen Frauenvereine" Den einleitenden Vortrag hielt die Vorsitzende Einige Zahlen, zeigten erschreckend, wie deutsches Geld von Jahr zu Jahr in steigendem Maße für Auslandware weit über die im Friedensvertrag uns auf erlegten Pflichten ins Ausland geht, während die deutsche Landwirtschaft ihre Erzeugnisse nicht absehen kann. Es muh doch zu denken geben, wenn deutsches, faul gewordenes Obst im Bodensee versenkt wird, während an seinen Hfem Wagen auf Wagen mit italienischen Apfelsinen heranrollt! Tut jede dem großen Evangelischen Frauenbund ange- hörenbe Frau hier durch Rückkehr zur Einfachheit und Steigerung ber heimatlichen Probuktion in ihrem Hause ihre Pflicht, bann wird eine Besserung nicht audbleiben. Besprochen wurden weiter verschiedene Verbandsangelegenheiten. Der Gießener Kreisvetband ist ber größte der hessischen Kreisvetbänbe und kann nur durch Teilung in Hnterbezirke seine auch für die Stärkung des Bandes zwischen Stadt und Land so wichtige Arbeit tun. Der Chor des Frauenvereins Lindenstruth fang unter Leitung von Lehrer Hahn trefflich drei Chöre, wie auch gemeinsamer Gesang die Versammlung begann und beschloß. Hm zur Inangriffnahme örtlicher Aufgaben zu ermuntern, berichtete Pfarrer Bönning über die dortige Kleinkinderschularbeit,
Schwelgen in den Schönheiten, die auf den Komponisten einftrömen, ein Erleben des Idyllischen im Geiste der Musik, doch nicht abmalend, zeichnend. sondern nur im Klanglichen zum Hörer sprechend. Zum Schluß erhalten Rachtigall, Wachtel und Kuckuck das Wort. Mit innerer Beglücktheit klingt ber Sah aus. In eine frohe, übermütige Tanzstimmung („Lustiges Zusammensein der Landleute"-, führt der dritte Sah ein. Es ist als machte es dem Meister besondere Freude, hier die schlendrige Art ber Dorsmusikanten mit ihrer Rachlässigkeit im Rhythmischen zu karikieren. Die Oboe kommt immer um einen Taktteil zu spät zu ber eintönigen Begleitung, und das Fagott poltert mit den primitiven Grundbässen dazu. Mögen im Dreivierteltakt sich die Dorfschönen gedreht haben, im Mittelsah stampfen die Burschen mit unverfälschter Hrgewachsenheit im Zweitakt. Der Sah im Dreivierteltakt kehrt wieder, jedoch läßt eine plötzliche Generalpause ahnend innehalten, und wenn man sich gerade wieder in ber schönsten Stimmung fühlt, bricht der Sah jäh ab. Tremoli in den Bässen künden Unheil, hastende Diolinfiguren mögen auf die sich flüchtend zerstreuenden Tänzer beuten; der Sturm bricht los. ein Gewitter erhebt sich mit elementarer Gewalt. Den Höhepunkt ber Naturerscheinung beutet ein starres Derweilen im Fortissimo des Orchesters auf dem verminderten Septakkord an, dazu das Heulen der Dässe. Das Unwetter verzieht sich, und der „Hirtengelang" kündet „frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturme". Klarinette, Schalmei und Horn stimmen diesen sich in einer einzigen Grundstimmung ausstrahlenden Lobgesang an. „Es ist ein Lobgesang aller Kreatur, gewaltig aufsteigend und zum Schlüsse anschwellend zum allgemeinen, volltönenden, heidnischen Ratur- hymnus. — Er schweigt, der Abend senkt sich nieder. Friede der Felder — — — Abendschein. Ganz von fern noch die letzte Schalmei;--das
Hohelied der freundlichen Ratur tlingt aus."
• (Hans Pfitzner.)
Beethovens Ouvertüre Leonore Rr. 3 war zu ber Wiederaufnahme ber Oper „ Fidelio" im Jahre 1806 gespielt worden. Sie stellt eine gestraffte Umarbeitung ber Leonoren-Ouvertüre Rr. 2 dar und kann als eine symphonische Dichtung über das Leonoren-Drama aufgesaßt werben. Die freie thematische Entwicllung nimmt verschiedentlich auf bie Musik ber Oper Bezug, so auf Florestans Arioso; ber Trompetenruf,
viele besuchten bann noch die reizende Klein- kinberschule. ein Lebenswerk des verstorbenen Pfarrers Groth. Seiner gedachte mit warmen Worten der die Grüße des Dekanats überbringende Dekanstellvertreter, Pfarrer Sattler (Wieseck). Zur Uebemahme ber Tagung 1931 erklärte sich ber Verein von Alten-Buseck durch Pfarrer Hartmann bereit. Einen Rachruf widmete die Vorsitzende der am Donnerstag in Saasen zur Ruhe gebetteten Der einsvorsitzenden, Frau Lehrer Herber; ihr Andenken wurde in ber üblichen Weise geehrt.
Aus dem Bad-Nauheimer Siadlrat.
4 Bad-Rauheirn, 11. März. Zu 'Beginn der heutigen Sitzung beS © tadtrats gab Bürgermeister Dr. A h l Kenntnis von ber Heber* reichung bes Ehrenbürgerbriefes ber Stadt Bad-Rauhcim an Frau Luise Kerckh off in Los Angeles durch Vermittlung des Auswär* tmen Amtes. Frau K e r ck h o f f hat in herzlicher Weise den Dank für die Ehrung ausgesprochen Gleichzeitig stellte Bürgermeister Dr. Ahl ausdrücklich fest, daß Mitteilungen, wie sie dieser Tage über den Bau des Kerckhoff-Instituts verbreitet worden seien, jeder Grundlage entbehrten. Ein Antrag, den Punkt „Verlegung des Stadthauses" in öffentlicher, nicht in geheimer Sitzung zu behandeln, fand keine Mehrheit. Das Stadthausprojekt wurde in geheimer Sitzung behandelt. Die Beratungen wurden aber nicht zu Ende geführt und werben am Donnerstag nochmals eine nichtöffentliche Sitzung beschäftigen. In ber öffentlichen Sitzung nahm die Reufestsetzung des Stromtarifs ab 1. April einen breiten Raum ein. Richt weniger als sieben Anträge waren dazu gestellt worden. Auf Antrag von Bürgermeister Dr. A h l erfolgte Zurückverweisung des Gegenstandes an den Verwaltungsrat des Lichtwerks. Beschlossen wurde dann u. a., das Dermessungs* amt Friedberg mit der Aufnahme eines neuen
ber im Drama die Ankunft des Ministers verkündet und damit dem Schicksal deS Helden die rettende Wendung bringt, stellt die Verbindung mit dem Geschehen ber Oper her; ihm antwortet aus bem Orchester das Thema aus dem Kerker- quartett „Ah, bu bist gerettet". Das Erwachen ber Hoffnung steigert sich zum Siegesjubel in ber Stretta mit strahlenber Mächtigkeit unb bem Kraftbewußtsein wiedererlangter Freiheit. Ein Werk, das. für sich gesehen, mit der Große seines architektonischen Aufbaues unb ber übertoältigen- ben Wirkung ber Stimmungen des Bangens, des Zagens, des Hoffens und des Jubels einzig in ber gesamten Oubertüren-ßiteratur basteht.
Dr. H.
Rotkäppchen.
Jedes Kind stellt sich das Rotkäppchen mit einem roten Mützchen vor, wie es auch auf den Bildern zu dem Märchen zu sehen ist. Es kommt ihm dabei nicht zum Bewußtsein, dah da ein kleiner Teil der Bekleidung der ganzen Gestalt den Ramen gegeben hat. Aber auch die Erwachsenen, auch die Maler, wissen nicht, daß die Kappe ursprünglich keine Kopfbedeckung war, sondern ein Mantel für den ganzen Körper. Man könnte das noch erschließen aus den Wörtern Rachtkäppchen und Kinderkappe, die ein Schlafgewand von mehr als Hemdenlänge bezeichnen, auch aus dem Sprichwort: Gleiche Brüder, gleiche Kappen — an der Ordenstracht erkannte man die zusammengehörigen Ordensbrüder. Die Tarnkappe war ein den ganzen Körper umhüllender Mantel. Das Wort Kappe ist spätlateinischen Hrsprungs: cappa war ein auch den Kops deckendes Obergewand für Männer und Frauen, das ja noch heute getragen wird, freilich unter dem englischen Ramen Cape. Besonders berühmt war die Kappe des heiligen Martin, der sie, d. h. seinen Mantel, mit dem Dettler teilte. Das Wort für die Tracht der Mönche, Gelehrten, Bergleute u. a. wurde dann beschränkt auf die Kopfbedeckung, die wir auch als Kapuze oder Capuchon kennen. Sie wurde, mit Schellen versehen, das Kennzeichen des Rar- ren: jedem Rarren gefällt seine Kappe. Aber noch immer gebrauchen wir das Zeitwort Verkappen nicht vom Aufsehen einer Art Mütze, sondern vom Hnkenntlichmachen nicht bloß deS Kopses, sondern des ganzen Körpers oder deS wahren Wesens. C. At,


