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Mittwoch, N. Sebruar 1930

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 36 Zweites Blatt

Oer Besuch des estnischen Staatspräsidenten in Warschau

Einzug des Staatspräsidenten in Warschau.

Staatspräsident Strandmann bei Marschall Pilsudski.

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Na.-druck verboten

4 Fortsetzung.

Eva Witte,

laterial, dem e und Tatet > Aussehen, hmack, un- äuren, leid- 's Prospekt­en Sie bitte

anders hu. >everwend- itme Relnl- 'eraüstllch,

Honnecker trat ein.

Bei seinem Erscheinen erhob sich die am Fenster gesessen hatte, ^lhr Gesicht war

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®uten Tag, Eva!" sprach Peter Honnecker.

Eva Witte machte einige Schritte auf ihn zu. Dann stockte ihr Fuß.

Wie in einer grenzenlosen Angst sah sie Peter Honnecker an.

Freust du dich gar nicht, daß du wieder bei mir bist?" fragte Honnecker.

Sie wollte seinen Augen ausweichen, aber diese hielten sie fest.

Doch...", antwortete sie kaum hörbar.

Da nahm er sie herrisch in seine Arme und küßte sie.

Ihre Lippen waren eiskalt, und ihr Leib zuckte tn der Umarmung.

VI.

Felix Schulhofs ging über das weitläufige Bau­gelände

Wie ein Wald von Stämmen erhoben sich über­all die Gerüststangen. Ein Heer von Bauarbei­tern war damit beschäftigt, die Fundamente zu legen Stimmen erfüllten die Luft, Maschinen liefen ratternd, Automobile brachten in unab­lässiger Folge Baumaterialien herbei..., wohin man blickte, sah man arbeitende Menschen.

Freudiger Stolz erfüllte Felix Schulhofs.

Run war das große Wert im Gange. Sein Werk!

Hier würde Gestalt gewinnen, was er ge­plant .. bald würden die Mauern sich er­heben ..., mit ledern Tag mehr zur Höhe emporwachsen. ., im weiten Rund ..ein neuer Stadtteil würde hier erstehen.... gebaut nach sei­nem Sinn..., den Menschen, die hier wohnen würden, zur Freude... (Fortsetzung folgt)

SÄS- er'Esor»^

Grünberg, 11.Febr. Der der Deutschen V o l k s p a r t e i angegliederte F i l m d i e n st zeigte hier im Saale desRaupen" vor einem zahlreichen Publikum sein diessährtges Winterprogramm. Wie wir es im vorigen Jahre gesehen haben, so stand auch in diesem Jahr die Vorführung auf einer beachtens- werten Höhe. Das Publikum zeigte sich dankbar und spendete reichen Beifall.

Kreis Büdingen.

I! Büdingen, 11. Febr. Die Markt- k o m m i s s i o n unter dem Borsitz des Bürger­meisters hatte die Borsihenden der Büdin- ger Vereine eingeladen,_ um über den für den Juni vorgesehenen Büdinger Jubi­läums markt zu beraten. Es wurde einstim­mig beschlossen, einen großen hist o r i s ch e n Festzug zu veranstalten, um den Marktbe­suchern einen Begriff von der Bedeutung des Büdinger Marktes zu vermitteln.

Kreis Schotten.

x Schotten, 10. Febr. Aus dem Ge­meinderat: Die Ortssahung der

städt. Wasserleitung wird dahin ergänzt, dah künftighin Reparaturen an der Wasserlei­tung nur bis an die äußere Gebäudemauer von feiten der Stadt vorgenommen werden, alle übrigen Reparaturen im Innern des Gebäu­des. besonders auch an den Entleerungs-Abstell- hähnen. haben die Gebäudeeigentümer selbst zu tragen. Eine Wassermesferbenuyungsgebühr von halbjährlich 1 Ml. wird erhoben. Die Min­desttaxe für jeden Anschluß wird auf 5 Mk. halbjährlich festgesetzt. - Die Mitglieder des Gemeinderats sollen st ä d t i s ch e A r - beiten und Lieferungen nur mit Wis- fen des Gemeinderats übernehmen. - Die 33er- kehrskommission soll mit den übrigen Inter­essenten einen Kostenvoranschlag über die An­lage am Bahnhof und Kreisamt, wo­selbst ein Raturbrunnen, Blumenanlage u. dgl. m.

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ernteten reichen Beifall. Auch die Vorführungen der Turner, Freiübungen, Turnen am Pferd und Bar­ren, unter Leitung von Hugo Germer, zeigten einen günstigen Stand, des Turnens und wurden mit viel Beifall ausgenommen. Gipfelleistungen auf dem Gebiete des Radsports zeigten die Mitglieder des Arbeitcr-Radfahrer-KlubsSolidarität" von Gro- ßen-Linden, die mit ihrem Kunstfahren viel B^ wunderung erregten. Lobend erwähnt feien noch die schönen Liedervorträge der Gesangsabteilung der Freien Turnerschaft unter ihrem Dirigenten Wil­helm Lenz. Die Verdienste aller Mitwirkenden würdigte Diplom-Ingenieur Kuntzemüller, Gießen, der über Zwecke und Ziele des 'Arbeiter- Turn- und Sportbundes sprach. Humoristische Ein- lagen, gesellige Unterhaltung und Tanz der Jugend beschlossen die Feier.

§2)aubringen,10. Febr. Die Holzh au e r» arbeiten sind beendet Jtet)r als die alljährlich vorgesehene Holzmenge von rund 400 Festmeter wurde auch in diesem Winter, nicht geschlagen Durch die Beendigung des Holzhauens ist wieder eine A n - zahl Arbeiter arbeitslos geworden.

* Großen-Buseck, 11. Febr. Der Fuß- ballklub 1 926 Großen-Buseck, der un Gau Gießen-Wetzlar Mitglied des Westdeutschen Spielverbandes ist, hielt am Samstag im Vereins­lokalZum Busecker Tal" seine Iahresschlußver- sammlung ab. Nach einem Rückblick des 1 Vorsitzen­den über die Arbeit im verflossenen Jahre, in dem Ersprießliches zum Wohle der Jugend geleistet wor­den ist, ging man zur Vorstands- und Ausschußwahi über. Der alte Vorstand sowie die Unterausschüsse waren sich darin einig, auch für das kommende Jahr weiterhin sich dem Verein zur Verfügung zu stellen, woraus einstimmig Gesamtwiederwahl erfolgte. In spielerischer Hinsicht kann der junge Verein auf ett^i großen Erfolg zurückblicken, denn es ist ihm inner­halb von zwei Jahren gelungen, eine beachtenswerte Stellung in der Gauklasse A, die sich meistens aus Landvereinen zusammensetzt, zu erringen.__________

Der Makler Ricolas hatte an dem Tisch, an dem außer ihm noch fünf Herren sahen, wieder Platz genommen. ,, , . .

Vorerst ist Herr Max Schulhofs noch da und, Wie ich mich gestern überzeugen konnte, auch in der Lage, sich um sein Geschäft zu kümmern I Aber selbst wenn sich dies ändern würde: sein Sohn Felix ist der geistige Vater des ganzen Projekts, er hat selbst das größte Interesse an seinem Gelingen!"

Dr. Krieck lächelte verbindlich

Ganz recht, lieber Herr Ricolas! Ich schätze den jungen Herrn Schulhofs auch als hervor­ragenden Architekten, ich bewundere geradezu sein Projekt... Ob er aber auch im rem Ge­schäftlichen diese Qualitäten bescht? ... Sie wisser^ Künstler sind in finanziellen Dingen oft Phon tasten ... große Kinder.. ."

Der Makler Ricolas fuhr sich durch die sträh­nigen roten Haare. Dieser Krieck lnachte chn mit seinem Geschwätz noch rasend! Richt genug, daß seine Bank sich von dem Geschäft zuruckzog, brachte er es schließlich noch fertig, die anderen Finanzleute, die sich an der Sache beteiligen wollten, zum Abspringen zu veranlassen.

Man durste nur die Gesichter von einigen der Anwesenden betrachten! Da malte sich plötz­lich Sorge, Unruhe... man sah verlegen vor sich nieder... schien zu überlegen, wie man sich am besten aus der Affäre wieder herauszog -

Das sind natürlich nur theoretische Erörte­rungen," meinte Dr. Krieck leichthin, während seine schmalen Finger mit einem goldenen Blei­stift spielten.Wie ich vorhin schon bemerkte, liegt die Ursache unserer veränderten Haltung in anderweitigen dringlicheren Verpflichtungen meiner Dank begründet." n k

Uni) Sie, meine Herren? sagte Ricolas und sah die übrigen Anwesenden fragend an.Wie denken Sie über die Sache?"

Anfangs herrschte betretenes schweigen, bann begann einer der Herren in gewundeiwn Worten zu erklären dah er unter diesen Umstanden sich die Sache natürlich nochmals gründlich überlegen müsse... ein anderer, der Inhaber eines klei­neren Bankhauses, gab vor, zunächst mit seinem Kompagnon Rücksprache nehmen zu wollen der dritte wollte überhaupt nichts mehr von diesem Finanzgeschäft wissen, wenn die Europa- banl nicht daran beteiligt war

Der Makler Ricolas lachte zornig auf.

Dann kann ich ja gehen und Herrn Schulhofs Bescheid sagen?" rief er. warf die Papiere, die er

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geschaffen werden soll, aufstellen. Ein Stück Gelände, das für die Durchführung eines ös- fentlichen Weges zum Krankenhaus benötigt wird, soll eventuell im Weg der Ent­eignung erworben werden. Ein städtisches Daudarlehen für einen Privatbau in der Vogelsbergerstrahe wird unter den üblichen Bedingungen (6 Prozent Zinsen, 4 Prozent Til­gung) bewilligt.

Schotten, 9. Febr. In seiner gestrigen Sitzung ernannte der hiesige Bezirksleh­rerverein feinen lang übrigen Obmann Leh­rer i.R. Carl Linck, Schotten, einstimmig zum Ehrenobmann. Der feit einigen Jahren im Ruhestand Lebende stand 32 Jahre ununter­brochen an der Spitze des Dezirksvercins. Wah- rend dieser langen Zeit hat er sich durch seine hingebende Wirksamkeit große Verdienste um den Verein und die Schule erworben. Seine ziel- bewußte, entschlossene und fortschrittliche Tätig­keit im Dienste des Hessischen Landeslehrerver­eins und der Entwicklung des hessischen Schul­wesens fand allzeit Anerkennung und Würdi­gung, was auch der jetzige Obmann, Blei, Schotten, zum Ausdruck brachte. Die Versamm­lung beschäftigte sich außerdem mit der vor­handenen Kriegsliteratur und hörte einen tief­schürfenden Vortrag von Kreisschulrat Hasen- z a b l überDas Kriegserlebnis und die Schule".

Kreis Alsfeld.

L Ober-Ohmen, 10. Febr. Bürgermeister Euler legte dieser Tage aus Gesundheitsrück- fichten fein Amt als Vorsteher unserer Gemeinde nieder, nachdem er seit dem 15. Dezember vorigen Jahres beurlaubt war. Heber 27 Jahre, zuerst als Rechner, dann als Oberhaupt der Gemeinde, war er in ihrem Dienst tätig. Die Dienstgeschäfte führt einstweilen Beigeordneter Horst. Die Bür- germeister-Reuwahl ist für den 23. März fest­gesetzt.

in der Hand hielt, auf den Tisch und wollte das Konferenzzimmer der Curopabank verlassen.

Einen Augenblick, Herr Ricolas!" klang da befehlend eine harte Stimme.

Der Makler kam wieder an den Tisch zuruck.

Herr Honnecker?" fragte er und blickte bei) Herrn, der ihn gerufen hatte, fragend an.

Es war ein Mann von etwa fünfundvierzig Jahren, eine breitschultrige, mutige Gestalt. Sein Gesicht war finster, häßlich; ein herrischer, brutaler Zug lag um den wulstigen Mund.

Er hatte sich bisher an der Unterhaltung der Finanzleute nicht beteiligt. Mit abwesendem Ge­sicht, als gehe ihn die ganze Sache nichts an, hatte er dabeigesessen.

Run hob er ruckartig den kurzgeschorenen Kops.

Bleiben Sie, Herr Ricolas I" sagte er herrisch. Und zu den anderen Herren gewandt: Sie wollen sich also an der Sache nicht beteiligen?... Dann werde ich die Finanzierung allein durch­führen!" , , .

Die Anwesenden fuhren auf. Bestürzt sahen sie Peter Honnecker an. Man redete durchein­ander, auch Dr. Krieck verlor sein gemessenes Wesen, er hatte sich erhoben und war zu Hon- necker getreten.

Sie halten das Geschäft-wirklich für sicher. Herr Honnecker?"

Etwas Geringschätziges war in dem Blick, mit dem Honnecker den jungen Dankdirektor be­trachtete. _ ,

Sicher oder nicht... das Geschäft muß ge­macht werden!"

Die Augen der übrigen Anwesenden hingen an dem Munde des Finanzgewaltigen. Es schien, als gehe von ihm eine Macht auä.. eine un- heimliche, erdrückende Macht, der sie sich tollten- los beugen mutzten.

In Honneckers häßlichem Gesicht regte sich fein Zug, während er gleichgültig fortfuhr:

Ich habe die Pläne des Projekts genau studiert. Wer solche Ideen besitzt und so Ge­waltiges wiU wie dieser junge Schulhofs, dem muh geholfen werden! Der darf nicht an der Kleinmütigkeit und Aengstlichkeit der Geldgeber febeitern !u

Büßender Hohn klang durch seine letzten

Dr. Krieck machte ein betretenes Gesicht. Er schien zu überlegen, dann sagte er hastig zu Honnecker. . _ c

Ich mühte jedenfalls nochmals nut Herrn Direktor Rapp sprechens Entschuldigen Sie mich, bitte, einen Augenblick!"

Honnecker machte mit der Hand eine knappe Bewegung der Zustimmung, bann erhob er sich unb trat zum Fenster.

Die übrigen Herren redeten eifrig mttem- anber. Immer wieder gingen ihre Blicke dahin, wo Peter Honnecker stand und ihnen den Rucken

zukehrte. Sein großer, wuchtiger Körper füllte beinahe die Fensterbreite aus.

Etwas Ueberlegenes, Verachtendes war in der Art, wie er nun hier allein, von den anderen getrennt, stand und sich um ihre Unterhaltung nicht kümmerte. ,

Sie fühlten diese Ueberlegenheit und Gering­schätzung ihnen gegenüber, die er offen zur Schau trug; aber ihre Äugen umfingen doch in scheuer Bewunderung den Mann, dessen Reichtum ins Märchenhafte ging, dessen Macht im wirtschaft­lichen Leben ohne Beispiel war.

Es gab kaum ein bedeutendes Finanzunterneh­men. kaum einen Industrie- oder Handelskonzern, in dem nicht Peter Honnecker maßgebenden Ein­fluß besaß ileberall hatte er seine Hand im Spiel, wie ein Herrscher feine Truppen, so warf er, ein kalter Rechner und doch abenteuerlich in der Kühnheit feiner Dispositionen, die Millionen von einer Stelle zur anderen.

Immer aber blieb er selbst im Hintergrund. Die wenigsten Menschen, die seinen Ramen kann­ten. die seine Macht bestaunten und fürchteten, kannten ihn von Angesicht zu Angesicht.

Etwas Geheimnisvolles, Unheimliches wob so um die Erscheinung Peter Honneckers. Riemand wußte woher er gekommen war .. wie sein früheres Leben ausgesehen hatte Riemand konnte sich rühmen, ihm nähergetreten zu sein.

Man sah ihn nie im Verkehr mit anderen Leu­ten. In sein Haus fand kein Fremder Einlaß. Es war ein großes, schlohartiges Gebäude, das von einer hohen, unüberfteigbaren Mauer um­geben war.

Diese Mauer war Sinnbild für Peter Hon­neckers Verhalten gegenüber seinen Mitmen­schen ...

Dr Krieck war wieder etngetreten. Die Herren nahmen Platz. Auch Honnecker kam langsam herbei.

Ich habe mit Herrn Direktor Rapp gespro­chen". sagte Dr Krieck. zu Honnecker gewandt. Wir werden uns an der Finanzierung des Schulhoffschen Projekts beteiligen.

Auch die anderen Herren erklärten jetzt mit auffälligem CUer ihre Bereitwilligkeit.

Peter Honnecker lächelte spöttisch.

Wozu dann die ganze Aufregung! Wir haben dadurch nur unnötig Zeit verloren!"

Die erforderlichen Formalitäten waren nun rasch erledigt Die Europabank trat, wie vor­gesehen. Max Schulhofs gegenüber als Geldgeber auf Der Makler Ricolas sollte am Rachmittag die Verträge durch Schulhoff unterschreiben lassen.

Pcter Honnecker reichte ledern der Herren flüch­tig die Hand zum Abschied, zündete sich eine Zigarre an und verlieh das Konferenzzimmer.

Vor dem Hause stand seine Limousine. Der Chauffeur öffnete den Wagenschlag.

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Ist Fräulein Witte angekommen?" fragte Honnecker kurz.

Jawohl, Herr Honnecker."

Fahren Sie nach Hause!"

Honnecker las, während der Wagen westwärts fuhr Zeitungen. Plötzlich sah er aus.

Ein herber Dust war im Wageninnere Er erkannte Evas Parfüm. Langsam sog er die Luft ein. In seine kalten Augen kam ein Glänzen, und seine Lippen öffneten sich etwas.

In das Polster zurückgelehnt, ein brutales Lächeln im häßlichen Antlitz, legte er den Rest des Weges zurück.

Der Chauffeur gab, am Ziele angelangt, einige Hupensignale, worauf ein großes Tor geöffnet wurde, durch das der Wagen fuhr.

Run hielt er vor einem prächtigen, dreistöcki- gen Gebäude.

Peter Honnecker ging rasch die Treppe hinaus. Er durchschritt einen breiten Gang und klopfte an eine Tür.

Herein!" klang drinnen eine leise Stimme.

Die blonde Sklavin.

Vornan von Hermann Weick.

Oberheffen.

Grünberger Gemeinderat

4- Grünberg. 11. Febr. Zu der jüngsten Ge m e i n d e r a t s s i tz u n g , die unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller stattfand, waren 11 Eemeinderäte erschienen, auch der Zu- börerraum war wieder stark besetzt^ Der Deige- ordnete gab Kenntnis von einem Schreiben des Kreisamtes, das die Revision der Stadt- lasse betrifft, worin dem Stadtrechner Geh- ringer Lob für die tadellose Kassenfuhrung ausgesprochen wird. In der Angelegenheit

Verkauf des Färbgrabengelandes wurde mit sieben gegen vier Stimmen bei einer Enthaltung nochmals Ortsbesichtigung zwecks Einigungsverhandlungen mit den beiden Inter­essenten beschlossen. - In einem Prozeß wegen Schadenersatz, den die Inhaber n tot Bahnhofswirtschaft gegen die ©tabt ange­strengt hat und der zugunsten der Stadt ent- «hieben wurde, hat die unterlegene Klägerin Revision beim Landgericht Dießen .inucmclbet. Ein Gießener Rechtsanwalt soll mit ixr Vertretung der Stabt beauftragt werben. Einer Anregung bes hiesigen Obst- und Garten­bauvereins, der eine größere ilmbfrob- !fungs-undSprihaktionandenObst- bäumen seiner Mitglieder durch uhren will und zur Beteiligung hierbei auch die Stadt mit ihren Obstanlagen auffordert, will man nähertreten, gleichzeitig wurde die Erwerbung der Mitglied­schaft für dir Stadt bei diesem Verein beschlossen. Am Weg nach Lauter hat die Sirma Jakob Repp jun. ein Fabrikgebäude für eine Weberei errichtet. Die im Lageplan vorge­sehene Baufluchtlinie wurde gutzehrihen. - 2k>n der diesjährigen Fällung von etwa 600 Fest - Meter F i ch t e n s ch n i 11 h o l z so len 10 Fest- Meter von der Submission ausgeschlossen bleivrn unb für die Holz benötigenden Handwerker zur Versteigerung kommen. Mehrere Anlieger in | Der Londorser Straße führen Beschwerde wegen Kanalanschlußgebühren, da die, be- treffenden Anschlüsse von ihnen nicht gewünscht und nur auf Betreiben der Stadt vorerst als tote Anschlüsse für später eintretende Fälle gelegt worden seien. Es sollen erst weitere Erhebungen angestellt werden. - Der M u s i k v e r e l n erhalt 2 Raummeter Buchenscheithol- zu Heizen seines Uebnngslolals zugesprochen. - Dem Architekten § Balser wurde die Anfertigung der Plane unb die Ausstellung eines Kostenvoranschlags für die Errichtung des neuen Spritzen­hauses und die ilebertragung der Bauleitung xu seinem Qlngebot von 4 Proz. der Bausumme erteilt. - In geheimer Sitzung wurden noch einige Fürsorgesachen erledigt.

Landkreis Gieren.

X Klein-Linden, 11. Febr. Aus Sparsam- keitsaründen war beabsichtigt, die hiesige G e n e i n b e f a ff e in das seither von der Burger» meifterei benutzte Lokal n der neuen Schule zu ver­legen. Die Unzulänglichkeit des Raumes, das Fehlen jeder Sicherheit und nicht zuletzt der Umstand daß die Schulbehörde Störungen bei dem Unterricht be­fürchtete liehen die Gemeindeverwaltung zu dem Entschluß kommen, die Kasse wie seither in einem Hrivathause gegen Weiterzahlung der Miete zu be-

Kl ein »Lin den, 11. Febr. Bei gut besuch. 1cni Hause veranstaltete am Samstagabend die Freie Turnerschaft Klein-Linden im Saale des GasthausesZur Deutschen Eiche" ein Winterfest. Die Begrüßungsanspraäxe hielt der Vor­sitzende fteinrid) Reu schling. Die turnerischen Darbietungen der Kinder und Turnerinnen, geleitet von Irl. Reu schling, gefielen allgemein und