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Nr. 160 Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Zreltag, U. Juli (930

Turnen, Sport und Spiel.

Don dem Mittelrheinischen Kreisturnfest

Günstiges Meldeergebnis.

-- In allen Gauen des großen Mittelrheinkreises der DT. rüstet man zur Zeit für das Kreistur n- f e ft, das die alte Turnerftadt Hanau in der Zeit Dom 31. Juli bis 4. August durchführen wird. Ein sehr günstiges Meldergebnis liegt für die Mehr­kämpfe der Männer und Frauen vor. Es werden in verschiedenen Stufen insgesamt 2325 Turner und Turnerinnen um den Eichenkranz -kämpfen. Besonders gut besetzt sind die Zwölfkämpfe der Männer. In der Oberstufe werden 206, in der Unterstufe 737 Wettkämpfer antreten. Die Turnerin- nen-Unterftufe weist 335 Bewerberinnen auf. Ein Stab>von 370 Kampfrichtern, Rechnern und Riegen- fürern wird für die glatte Abwicklung der Kämpfe Sorge tragen. Unser Heimatgau stellt 22 Kampf­richter und 9 Riegenführer und Rechner, die die Gauleitung bestimmt hat. Aus Gießen und näherer Umgebung feien genannt: an Kampfrichtern Gau­oberturnwart Will (Gießen), Karl Reuter (Gießen), W. Lang (Lang-Göns), Fritz Rinn (Heuchelheim), Wilhelm ße i'b (Krofdorf), Gau- frauhiturnroart R. Paul (Gießen), Karl Erb (Gießen): an Riegenführern und Rechnern: Karl Huske (Gießen), Hrch. Dechert (Gießen), W. Weiß (Großen-Linden), Ludwig Schneider (Gießen). Die Meldungen für die Spiele, das Schwimmen und die leichtathletischen Meisterschaften liegen noch nicht vor. Insgesamt kann aber mit rund 3000 Wettkämpfern in Hanau gerechnet werden.

Handball-Lokaltreffen

To. 1846 Mio. (1. und 2. Mannschaften).

Arn nächsten Sonntag kommen auf dem Mtv.- Platz am Schiffenberger Weg zwei Handball- Freundschaftsspiele zum Austrag, denen die ganze Gießener Sportwelt schon lange Zeit mit großem Znteresse entgegensieht. Die alten Lokal­gegner. Turnverein 1846 und Männerturnverein, werden sich mit den ersten und zweiten Mann­schaften in Freundschaftsspielen gegenüberstehen. Wenn man die bei den Lokaltreffen seither er­zielten Spielergebnisse betrachtet, so kann man feststellen, daß meistens sehr knappe Resultate mit nur einem Tor Unterschied erzielt wurden, ein Beweis dafür, daß auf beiden Seiten mit einem ungewöhnlichen Kampfeseifer gespielt wurde, obwohl mitunter der eine der beiden Vereine bei den Derbandsspielen an der Spitze und der andere am Ende der Tabelle stand. Da auch zur Zeit die ersten Mannschaften der beiden Vereine gleiche Spielstärke besitzen, wird man wohl auch am nächsten Sonntag wie­der mit einem knappen Resultat rechnen müssen, zumal der Männerturnvcrcin ohne die zur Zeit in Urlaub befindlichen Reichswehrsoldaten Salz, Rehren, Dohn und Decker an­treten müssen. Bei den zweiten Mannschaften hat die Mtv.-Mannschast ein kleines Plus, und wird, vorausgesetzt, daß sie in stärkster Auf­stellung antritt, das Spiel mit knappem Resultat für sich entscheiden können.

Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.

B. Kommenden Sonntag hält der Sportverein Hessen" 1911 Frankenberg (Eder) seine leichtathle­tischen Wettkämpfe ab. Die 1900er, die seit Zähren die Veranstaltung beschickt haben, entsenden auch dieses Zahr eine Vertretung in das schöne Eder- städtchen. Sie wird sich was die Aktiven angeht, in erster Linie aus jüngeren Kräften rekrutieren, denen wieder einmal ein breiteres Betätigungs­feld eingeräumt werden soll. Inwieweit unter diesen Umständen mit Erfolgen zu rechnen ist. muß abgewartet werden. Die Spielvereinigungs­leute werden jedenfalls gegen die Vertreter der kurhessischen Vereine, die wohl das Gros der Teilnehmer stellen dürften, einen schweren Stand haben. Mit etwas größerer Zuversicht kann man der Teilnahme der Zugendlichen entgegensehen. Die vorgesehenen Leute haben in dieser Saison schon verichicdentlich Proben ihres guten Könnens abgelegt und werden wohl auch in Frankenberg nicht txrfagen.

V. f.B. Leichtathletik.

Am kommenden Sonntag steht der Waldsport- Platz im Zeichen leichtathletischer Wettkämpfe. Die Frauen- und Iugendubteilung stehen den gleichen des VfL. Wetzlar im Klubkampf gegen­über. Als Konkurrenzen sind sämtliche Strecken von 50 bis 800 Meter sowie mehrere Staffeln, außerdem Hoch- und Weitsprung. Kugelstoßen und Diskuswerfen vorgesehen.

Dei den Frauen, die übrigens ihren ersten Klubkampf austragen, steht das erneute Zusam­mentreffen der Dezirksrneisterin Frl. Pfaff, VfL., und Frl. Etzelmüller vom VfB. beim 800-Meter-Laus im Mittelpunkt. Beide lieferten sich schon mehrfach scharfe Kämpfe, die bis jetzt stets Frl. Pfaff, allerdings meist nur knapp, für sich entschied. Man ist gespannt, ob es der VfDerin diesmal gelingt, ihre Gegnerin zu schla­gen. Auch in den anderen Konkurrenzen wird es durchweg scharfe Kämpfe geben.

Die Zugendabteilung mußte schon in den ver­schiedenen Klubkämpfen der Vorjahre gegen die Zugend des VfL. Wetzlar die Ueberlegenheit derselben anerkennen. VfL. hat ganz hervor­ragende Kräfte in seinen Reihen, von denen der A-Zugendliche Kilo der Beste ist. Er hat schon im Diskuswerfen 40 Meter und im Kugelstoßen

14,5 Meter erreicht. Außerdem ist noch Marx als 100- und E u l l m a n n als 400-Meter-Mann zu nennen. Vorn DfD. ist es L u h, der im Diskuswerfen vielleicht an Kilo heranreicht. 3m Kugelstoßen dagegen kann er ihm nicht gefährlich werden. Jäger sollte sich die 400 Meter der A-ÄIaffe kaum nehmen lassen. 3n der 8-Klasse ist VfD. durch Schäfer. Simon, Stroh und Paulus verhältnismäßig gut vertreten: nur fehlen ihm die Werfer in dieser Klasse. Die Kleinen der C* und 0-Klasse werden sich ebenfalls recht interessante Kämpfe liefern. Man darf gespannt fein, wer den Klubkampf gewinnt,

Leichialh etik-Meisterschasten des Lahn-Oünsberg-Gaues (AOT)

Zum erstenmal trug der Lahn-Dünsberg-Gau seine Leichtathletikmeisterschasten auf dem schön gelegenen Gelände des W i h m a r c r Platzes aus. He Besetzung der einzelnen Kon­kurrenzen war sehr stark und brachte die er­warteten guten Stiftungen. Es gab auch einige Ueberraschungen, wie die Riederlage von^Schic- s e r st e i n im 100-Meter-Laus; allerdings ist zu bemerken, daß der Sieger Gr oh Haus nur durch Frühstart dieses Rennen gewann. Sämt­liche weiteren Läuse brachten die erwarteten Sieger, bis auf die 4xl00-Meter-Staffel, welche wieder einmal an Ruttershausen ging. Die beste Leistung des Tages vollbrachte Schiefer st ein (Launsbach) mit 6,52 Meter im Weitsprung, ferner ist als besonders gut zu betrachten die Leistung von Hofmann (Alten-Duseck) im Steinstohen mit 7,95 Meter, der Speerwurf von Wifsemann (Lollar) mit 45,16 Meter, das Kugelstoßen von O lern oh (Kesselbach) mit 11,04 Meter und der Stabhochsprung von D e p l e r (Kinzenbach) mit 3,20 Meter. Die nicht so guten Zeiten in den Laufkonkurrenzen sind auf die schwere Dahn zurückzuführen.

Rachstehend die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Großhaus, Lollar, 11,8 Sek.: 2. Sauer, Rut­tershausen, 12 Sek.: 3. Schieferstein, Launsbach. Durch Frühstart kann Großhaus diesen Lauf gewinnen. 200 Meter: 1. Heitz, Rodheim, 26,7 Sek.: 2. Will, Ruttershausen, 26,8 Sek.; 3. Dep- ler, Kinzenbach. Erwarteter Sieg von Heitz, wel­cher allerdings schwer zu kämpfen hat, um Will zu schlagen. 400 Meter: 1. L. Depler, Kinzen­bach, 61,4 Sek.: 2. W. Müller, Wieseck, 62,4 Sek.: 3. G. Herrmann, Wißmar. 800 Meter: 1. L. Dep­ler, Kinzenbach, 2; 26,7 Min.; 2. Müller, Wieseck, 2:27,8 Min.: 3. Sons, Lollar. 3n Abwesenheit des Titelverteidigers Röhl, Wieseck, holte sich Depler beide Strecken sehr sicher vor dem je­weiligen 2. Müller. 1500 Meter: 1. Kachel, Wald­girmes, 4:47,2 Min.: 2. L. Depler, Kinzenbach, 4:50,8 Min.: 3. Dremer, Erda. Den Lauf gewann Grölz, Staufenberg, in 4,38 Wim, wurde aber disqualifiziert, wodurch Kachel, Wildgirmes, zu Meisterehren kam. 3000 Meter: 1. Grölz, Stau­fenberg, 10:12,2 Min.: 2. Kachel, Waldgirmes: 3. Sommer, Lollar. Auch In diesem Lauf siegte Grölz unangefochten in guter Zeit. 4X100-Meter- Stafsel: 1. Tv. Ruttershausen 49,9 Sek.: 2. SpG. Rodheim 50,4 Sek.: 3. Tv. Odenhausen 51,4 Sek. Dis zum letzten Wechsel liegt Rodheim noch in Führung, muß sich aber durch den guten Lauf des R. Schlußmannes um 1,5 Meter geschlagen bekennen. Hochsprung: 1. P. Schlierbach, Rod­heim, 1,60 Meter: 2. Wissemann, Lollar, 1,55 Meter: 3. W. Frank, Lollar, 1,55 Meter (durch Stechen). Weitsprung: 1. R. Schieferstein, Launs­bach, 6,52 Meter: 2. Schmidt, Rodheim, 6,08 Meter: 3. W. Leib, Kinzenbach, 5,94 Meter. Der Sieger erzielte bereits im Börkamps 6,47 Meter, um in der Entscheidung sich auf 6,52 Meter zu verbessern. Stabhochsprung: 1. W. Depler, Kin­zenbach, 3,20 Meter: 2. Reeh, Rodheim, 3 Meter; 3. Arnold, Kesselbach, 2,90 Meter. Unangefoch­tener Sieg Deplers: auch die Leistungen des 2. und 3. sind gut. Kugelstoßen: 1. Olemotz', Kessel­bach, 11,04 Meter: 2. Dietz, Lollar, 10,95 Meter: 3. Agel, Lollar, 10,47 Meter. Der Sieger Olemotz sollte bei mehr Technik noch Vi Meter weiter stoßen. Steinstohen: 1. W. Hofmann, Alten- Duseck, 7,95 Meter: 2. Agel, Lollar, 7,21 Meter: 3. Hasselbach, Rodheim, 6,71 Meter. Sehr sicherer Sieg des alten Kämpen Hofmann, welcher immer noch ein sehr gutes Können besitzt. Speerwerfen: 1. Wifsemann, Lollar, 45,16 Meter: 2. Schmidt, Rodheim, 44,44 Meter: 3. Pfeiff, Londorf, 43,69 Meter. Die Leistung des Siegers wurde bereits im Vorkampf erzielt, in welchem weitere drei Mann über 40 Meter kamen. Dietz, Lollar, konnte sich hier nicht faderen. Diskuswerfen: 1. Dietz, Lollar, 29,52 Meter: 2. W. Depler, Kinzenbach, 28,98 Meter: 3. Wifsemann, Lollar, 26,73 Meter. Mit dem dritten Wurf des Dorkampfes konnte sich Dietz an die Spitze setzen.

Zugend-Ergebnisse: 100 Meter: 1. K. Klein, Lollar,- 12,5 Sek.: 2. Klinkel, Lollar,. 12 6 Sek.: 3. Sack, Reiskirchen: 4. Donderheid, Hausen, 12,8 Sek. Die Zeiten sind als sehr gut zu bezeichnen. 1500 Meter: 1. Deilborn, Delln­hausen, 4:50,4 Min.: 2. W. Hofmann II., Alten- Duseck, 4:50,8 Min.: 3. H. Krämer, Ruttershausen, 4:51,2 Min.: 4. Seipp, Reiskirchen, 4,51,4 Min. Am Start waren in diesem Lauf nicht weniger als 25 Teilnehmer. Die Zeiten der vier ersten sind als sehr gut zu bezeichnen. Hochsprung: 1. Hofmann II., Alten-Duseck, 1,55 Meter: 2. H. Winter, Launsbach 1,55Meter (durchstechen): 3 Grote Lollar, 1,40 Meter: 4. Oestreich Dor­

lar, 1,40 Meter (durch Stechen bei 1,45 Meter entschieden). Die beiden ersten sind noch sehr verbesserungsfähig. Weitsprung: 1. Rühl, Beuern, 5,91 Meter, 2. Braun, Daubringen, 5,68 Meter: 3. Klein, Lollar, 5,66 Meter: 4. E. Winter, Launsbach, 5,61 Meter. Eine sehr schöne Leistung des Siegers. Kugelstoßen: 1. E. Winter, Launsbach 13,57 Meter: 2. Balser, Reiskirchen, 13,26 Meter: 3. Braun, Daubringen, 12,10 Meter. Wohl das beste Ergebnis der Zugendleistungen. Speerwerfen: 1. Rühl, Beuern, 42,25 Meter: 2. Grote, Lollar, 40,60 Meter: 3. Benner, Lon­dorf, 40 Meter.

Vereinsbestleistung für Senioren: 1. Lollar 19 Punkte: 2. Kinzenbach 15 Punkte: 3. Rodheim 15 Punkte.

Schwerathletik.

. Zu den am Sonntag, 13. Zuli, auf dem Sport- pfat)*1900 stattsindenden Meisterschafts- mp f en im Ringen, Stemmen, Boxen, Ham­mer- und Gewichtwerfen, Stein- und Kugelstoßen, Tauziehen usw. sind über 150 Konkurrenten ge­meldet, darunter fast sämtliche vorjährigen Gau- und Kreismeister vom 7. Kreis (Hessen) Deut­scher Athletik-Sport-Verband 1891. Vormit­tags Beginn der Meisterfchastskämpse im Stem­men der Zugend-, Alters- und aktiven Klassen, insgesamt 80 Konkurrenten. Anschließend Ra- senkrastsport und Leichtathletik: ferner Meist er - schastsringen der Zugend- und Altersklassen. Rachmittags Entscheidungsringen der sieben aktiven Klassen, insgesamt zirka 80 Konkur­renten. Es sind heiße Kämpfe zu erwar­ten, speziell im Ringen in den Feder-, Leicht» und Weltergewichtsklassen. Auch im Stemmen bürsten recht gute Leistungen erzielt werden. Am Start ist u. a. auch der junge Hersfelder Fr anzke, bekannter Meister im Hammer­werfen. Ein Wettstreit in diesen Ausmaßen wurde seit Vorkriegszeiten in Gießen nicht ver­anstaltet: daher kann der Besuch jedem Znter- effenten empfohlen werden. (Vgl. heutige An­zeige.) .

Orei Siege des Wassersport-Vereins Hellas in Offenbach.

Der Rheinmeisler ;um zweitenmal geschlagen.

Am 5. und 6. Zuli weilte der Wasser­sport-Verein Hellas Gießen in Offen­bach und beteiligte sich dort an der Zubiläums- regatta des Süddeutschen Ruderverbandes. Die Veranstaltung brachte dem Wassersport-Verein Hellas einen vollen Erfolg, war er doch mit Ausnahme des Mannheimer Vorwärts der er­folgreichste Verein. Hellas ging im Zungmann- Einer, Zunior-Einer, Senior-Einer, Leichtge- wichts-Schüler-Vierer und dem ersten Schüler- Vierer an den Start. Zm Zungrnann-Einer konnte Karl Becker trotz feiner guten technischen Lei­stungen gegen feine körperlich bedeutend stär­keren Gegner nicht aufkommen und mußte eine Riederlage hinnehmen. Dagegen war dec Zunior- Einer sowohl als auch der Erste ^Senior-Einer eine sichere Sache für Albert Schöndorf. Er schlug feine Gegner in beiden Rennen ganz überlegen. Besonders bemerkenswert ist sein Sieg über den Rheinmeister G u t f r u ch t, Mann­heim, welcher in diesem Iahre schon feine zweite Riederlage durch Schöndorf hinnehmen muhte. Schöndorf hat damit erneut den Beweis er­bracht, daß er der beste Skuller des ganzen Verbandes und des Meistertitels würdig ist. 3m Leichtgewichts-Schüler-Vicrer ruderte die Mann­schaft W. Dinges, L. Pfeil, E. Keibel, E. Walldorf, Steuer K. Becker einen siche­ren Sieg nach Hause. Sie sicherte sich auf dem ersten Teil der Strecke einen Vorsprung von vier Bootslängen und lieh sich diesen Vorsprung bis zum Ziel nicht mehr streitig machen. Zm ersten Schüler-Vierer startete dieselbe Mannschaft eben­falls. Sie konnte das Vorrennen ganz überlegen für sich entscheiden, muhte jedoch den Sieg im Hauptrennen Fechenheim überlassen. Trotz dieser knappen Riederlage hat die Mannschaft einen schönen Achtungserfolg errungen, indem sie den bedeutend stärkeren Gegnern den Sieg nicht leicht machte.

Radspv'i im Lahngau.

Am kommenden Sonntag, 13. Juli, findet das Vierer-Mannschaftsfahren" des Lahn- gaues im BDR. statt. Der Start ist in Gießen in der Marburger Straße: die Strecke führt über Daubringen, Treis a. d. Lumda, Grünberg, Großen- Buseck und Rödgen; die Strecke wird zweimal durchfahren.

Reitpferdeschau in Aachen.

Die großen Leistungsprüfungen an der ersten Sch au deutscher Reitpferde zu Aa­chen-Brand Dom 18. bis 21. Zuli ergeben in der Zusammensetzung der Pferde nach Al­tersklassen und Gewichtsklassen ein interessan­tes Bild. Zedes an der Schau teilnehmende Pferd muh sich einer Leistungsprüfung unter­ziehen, welche aus einem 2000-Meter-GaloPP über Hindernisse besteht. Die Einteilung erfolgt in Zcchrgänge. Zn bezug auf das Gewicht der Pferde wird in leicht, mittet und schwer geteilt. Gesucht sind heutzutage vor allem ältere Pferde, die ein schweres Gewicht zu tragen vermögen. Gemeldet sind rund 180 Pferde für schweres Gewicht, rund 90 Pferde für mittleres Gewicht

unv rund 50 Pferde für leichtes Gewicht. Di* groben deutschen Zuchtverbände beteiligen sich, soweit sie in die Zucht des Warmblutpferdes eingereiht sind, an der Schau. Besonders stark ist mit über 60 Pferden Ostpreuhen vertreten. Zn der Kollektion der Einzelaussteller findet man gegen 120 Pferde vertreten. Besonderes Aufsehen dürsten die vier Trakehner Zagdpferde erregen, die das Staatliche Hauptgestüt Trakeh- nen als die besten seiner Aufstellung von der Trakehner Auktion zurückgehalten hat, um sie in Aachen dem internationalen Publikum vorzu­stellen. An der Dressurprüfung für künftige Military-Pferde werden sich über 70 Pferde be­teiligen. Die Reichswehr entsendet ihr bestes Material an Reitern und Pferden.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 9. Zull.

Ein wiederholt vorbestrafter Händler war wegen Rückfalldiebstahls angeflagt. Von einem Kraftwagen, der in später Stunde vor einer Wirt­schaft in Heuchelheim stand, waren fünf wollene Decken, die auf dem Motor lagen, gestohlen worden. Gelegentlich einer Durchsuchung anläß- lich einer anderen Strafsache waren bei dem Angeklagten xtoei von diesen gestohlenen Decken gesunden worden. Dazu kam noch, dah der Ange­klagte in der Rächt, als die Decken entwendet wurden, in unmittelbarer Rähe des Autos ge­sehen worden war. Trotzdem wollte er jetzt nicht wissen, auf welche Weise 'er in den Besitz der Decken gekommen fei. Das Gericht hatte aber keinen Zweifel darüber, dah nur der Ange­klagte der Dieb war. Unter Versagung mildern­der Umstände wurde er wegen Rückfalldiebstahls zu einem Zahr vier Monaten Zucht­haus verurteilt.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter wegen eines Sittlichkeits­verbrechens verhandelt. Er hatte ein noch schul­pflichtiges Mädchen in seine Wohnung gelockt und sich dann an diesem vergangen. Das Gericht erkannte auf sechs Monate Gefängnis.

Eine verheiratete Frau hatte das von ihrem Mann zum Bezahlen von Rechnungen erhaltene Geld anderweit verbraucht und dann aus zwei Rechnungen die Quittungen gefälscht. Als später dann die Beträge von den Gläubigern gemahnt wurden, veranlaßte sie ihren Mann, die von ihr gefälschten Quittungen den betreffenden Gläu­bigern vorzulegen. Wegen fortgesetzter schwerer Privaturkundenfälschung in Tateinheit mit Be- trugsversuch wurde sie unter Zubilligung mil­dernder Umstände zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrase von einer Woche Gefängnis verurteilt.

Ein Bäckerlehrling, der die Prüfung als Kraft- wagensührer bestanden hatte, aber noch nicht im Besitz eines Führerscheins war, nahm auf seinem Motorrad, auf dem bereits fein Freund mit­fuhr, noch eine dritte Person, einen verheirateten, in dem gleichen Ort wohnenden Mann mit, der angetrunken war. Dieser hatte dem jungen Mann so lange zugeseht, bis er schließlich in die gefähr­liche Fahrt eintoilligte. Durch die vorschrifts­widrige Ueberbelastung des Motorrades wurde die Sicherheit in der Führung stark beeinträchtigt. Dos Motorrad schwankte hin und her. Trotzdem setzte der junge Mann mit seinen beiden Mit­fahrern die Fahrt weiter fort, bis plötzlich vor einer Kurve das Motorrad von der Fahrbahn abkam und kurz daraus umschlug, wobei der Führer mit weniger bedeutenden Verletzungen davonkam, während der dritte Mitfahrer so er­heblich verletzt wurde, dah er an dem folgenden Tage infolge eines Blutergusses in das Gehirn verstarb. Der Motorradführer wurde strafrecht­lich für den Tod mitverantwortlich erklärt, da er unter keinen Umständen den Verstorbenen in angetrunkenem Zustande auf seinem Motorrad hätte mitnehmen dürfen. Wegen fahrlässiger Tötung wurde er mit Rücksicht auf die Sonderheit des Falles entgegen der sonstigen Hebung deS Gerichts, worauf insbesondere hingewiesen wurde, an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis­strafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 1 0 0 Mk. und wegen Fahrens ohne Führer­schein zu einer Geldstrafe von 30 M evtl, drei Tagen Gefängnis verurteilt.

Daten für Lamstag, 12. Juli.

Sonnenaufgang 3.56 Uhr, Sonnenuntergang 20.14 Uhr. Mondaufgang 21.46 Uhr, Mond­untergang 4.58 Uhr.

100 v. Ehr.: der römische Feldherr und Staats­mann Eajus Zulius Eäsar geboren; 1536: der Humanist Desiderius Erasmus in Basel ge­storben: 1694: Eröffnung der Universität Halle: 1868: der Dichter Stefan George ist Büdesheim geboren; 1874: der Dichter Fritz Reuter in Eisenach gestorben; 1919: Aus­hebung der Blockade gegen Deutschland;1920: Abstimmungssieg der Deutschen in Ost- und West- preuhen.

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