Geschichten aus aller Welt.
Kopenhagener Porzellan
(s) Warschau.
Eine gewiß niedliche Geschichte, die zudem noch den Vorzug hat, nicht erfunden zu sein, passierte dieser Tage aus einem Warschauer Gericht. Einen reichen polnischen Kaufmann trifft in einem vornehmen Restaurant auf der Marszalkvwska das Mißgeschick, eine Tasse durch eine unbedachte Bewegung auf den Fußboden zu werfen und zu zerbrechen. Er ist natürlich bereit, dem Wirt den Schaden zu ersehen und läßt diesen rufen. Erstaunt horcht er aber auf, als dieser — über 1000 Zloty (500 Mark) dafür verlangt. Ja, sagt er, die Tasse stamme aus einem Service aus Kopenhagener Porzellan, das diesen Wert besitze. Ls sei aber völlig wertlos, wenn auch nux eine Tasse sehle. Deshalb. ... Der Kaufmann protestiert. Da der Wirt auf seiner Forderung besteht, geht er zum Kadi. Lind dort entwickelt sich zwischen dem Richter und dem geschäftstüchtigen Wirt folgendes Zwiegespräch- „Sie behaupten also, das ganze Service repräsentiere diesen großen Wert, während die Einzelteile wertlos seien?" — „Jawohl, Herr Richter." — „Gut, in diesem Falle hat der Kaufmann T. nichts zu bezahlen, — denn die von ihm zerbrochene Tasse ist wertlos." — Der Wirt soll ein sehr langes und keineswegs geistreiches Gesicht gemacht und sich darauf mit der freiwilligen Zahlung einer Entschädigung von 10 Zloty durch den Kaufmann einverstanden erklärt haben.
Sterbt nicht aus Liebe!
(o) Tokio.
Wer heute Tokio, Vokohama oder Kobe besucht, kann ein merkwürdiges Schauspiel erleben. Auf hohen Stangen werden Plakate durch die Straßen getragen, die das außergewöhnliche Interesse aller Passanten erregen. Fragt man einen Japaner noch dem Sinn der geheimnisvollen Inschrift, so erhält man etwa folgendes zur Antwort: Seit langer Zeit ist die japanische Regierung in einem Kampf mit einem besonders heimtückischen
Feind begriffen, dem Selbstmord. Er hat sich au einer förmlichen Seuche entwickelt, insbesondere unter jungen Liebesleuten. Lind da hat die Regierung eben zu dem modernsten Mittel der Propaganda für eine Idee gegriffen, sie macht Reklame. Denn auf diesen Schildern wird zu Veranstaltungen eingeladen, die unter dem Motto stehen: „Sterbt nicht au- Liebel", und zu dem Besuch von Kinovorstellungen, die die alten japanischen Sitten verherrlichen, die durch die europäische Zivilisation und durch die — amerikanischen Filme gelitten haben.
Es ist im allgemeinen nicht so, wie man in Europa annehmen mag oder wie vielleicht das Auftreten Japan- auf den großen Konfereiuen glauben machen kann, daß Japan Europa schon vollkommen verdaut hat. Der alte japanische Familien- und Ahnenkult ist auch heute noch überall im Lande lebendig und lehnt die modernen Begriffe über Ehe und Liebe ab, die durch das »Gift der europäischen Zivilisation" und im besonderen Maße durch die amerikanischen Filme Einzug halten. Richt die persönlichen Reiaungen sind bei einer ehelichen Verbindung in Japan ausschlaggebend, sondern der Wunsch deS Familienrates! nicht Subjekte sind japanische Liebende und Ehekandibaten, die nach freiem Ermessen ihre Wahl treffen können, sondern Objekte des Willens der Ahnen, der vorherrscht. Aber die Jugend hat doch schon genug von dem amerikanisch-europäischen Gift getrunken, um seine Süßigkeit auSgekostet zu haben... Lind wo der grausame Wille der Ahnen das Ideal einer Reigung mit gefühlloser Hand zu zerstören sucht, dort bleibt scheinbar eben nur ein Mittel, der Selbstmord. Rach einer Statistik ist der Selbstmord im jugendlichen Alter geradezu zu einer Epidemie geworden, die sich immer weiter ausbreitet. Die Regierung sucht vorläufig dem Liebel durch gütliches Zureden, durch Reklame, durch Schaffung einer eigenen Filmproduktion und Zollerhöhung auf die amerikanischen Filme zu begegnen, die so verhängnisvoll Stimmung für die freien Beziehungen zwi
schen den Geschlechtern, für die Reigungsehe und für die .unjapanische" Liebe gemacht haben. Sie will aber sogar weiter gehen und — den Selbstmord verbieten und bestrafen Rur weiß sei noch nicht recht, wie.
Wenn die Feuerwehr ihren Durst löscht . . .
(p) Bukarest.
Eoracol ist eine Stadt im Königreich Rumänien. Mit allen westlichen Errungenschaften der Reuzeit reichlich ausgestattet. Eoracol besaß bis vor kurzem nicht nur eine vorbildlich geschulte städtische Feuerwehr, sondern sogar eine allen Anforderungen entsprechende Feuerwehrkaserne. Es war einmal; hellte hat Eoracol weder eine Feuerwehr noch eine einschlägige Kaserne mehr. Die Kaserne ist niedergebrannt und die Feuerwehrmannschaft wanderte ins Kittchen vom Kommandeur bis zum jüngsten Hilfslöscher. Diese zwei bedauerlichen Tatsachen hingen leider organisch miteinander zusammen. Die Kaserne geriet nämlich eines Rachts urplötzlich in Brand, und die Bemühungen der Bevölkerung, das Feuer zu löschen, blieben in Ermangelung von geeigneten Apparaten gänzlich erfolglos- Die wackere und, wie gesagt, vorbildlich geschulte Feuerwehr selbst konnte an der Löscharbeit aus technischen Gründen nicht gut teilnehmen; und beschränkte sich lediglich darauf, ihren Durst zu loschen. Man feierte nämlich in einer vom Zentrum weit entfernten Vorstadtkneipe den Geburtstag eines Kollegen. Da an der netten kleinen Fete die ganze Gesellschaft vollzählig teilnahm, ohne auch nur einen einzigen Diensthabenden au Hause zurückgelassen zu haben, wurde die Kaserne einfach ^schlossen. Dafür nahm man alle Dienstwagen mit auf den Bummel. Diese .Rebenum- stände" machten die Rettungsarbeit der Bürgerschaft von vornherein so gut wie unmöglich. Rachdem der Durst der Leute sormvollendet gelöscht war, kehrten sie gegen Morgengrauen mit frischfrohlichem Tuten beim, und wunderten sich nicht wenig, kein Heim vorzufinden. Eine halbe Stunde später sah dann die ganze Gesellschaft hinter schwedischen Gardinen. Es war einmal: Eoracol hatte eine städtische Feuerwehr und eine stolze Feuerwehrkaserne...
Kirchliche Nachrichten.
Katholische Gemeinden.
Gießen. Anläßlich des 47. Stiftungsfestes der Verbindung Kalhol. deutscher Studenten chosso» Rhenania ist Samstag, den 12. Juli, 9 Uhr, Gcdächtnisgottesdienst fiir die verstorbenen und besonders die im Kriege gefallenen Mitglieder mit Generalkommunion und Predigt und Sonntag, den 13. Juli, 9 Uhr, Hochamt mit Predigt.
Israelitische Gemeinden.
Israelitische Rellgionvgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 12. Juli. Vorabend: 7.45 Uhr; morgens: 8.30 Uhr; abends: 8.55 und 9.35 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschasl^ Sabdatseier den 12. Juli. Freitagabend 7 45 Uhr ; Samstagvormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.35 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.15 Uhr.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bi» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen
Der Mensch bringt die Anlage zu gesundem Haar mit auf die Welt. Wenn er dieses schöne Erbe im Laufe der Jahre verliert, so ist oft nur mangelhafte Pflege daran schuld.
Zur Pflege des Haares und der Kopfhaut gehört vor allem eine regelmäßige und intensive Kopfwäsche. die das Haar geschmeidig und leicht frisierbar macht. Lim diese Wirkung zu erreichen, nimmt man das bekannte Pixavon-Sham- p o o n, das immer zu einer gepflegten und anmutigen Frisur verhilft. 2228v
Jean Weisel, (Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. M88
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Oberhessischer Geschichtsverein
SOMMER-AUSFLUG
Sonntag, den 20. Juli 1930 4987d
nach Hirzenhain, Lißberg, Ortenberg, Selters, Konradsdorf Die Führung haben übernommen die Herren Univ.-Prof. Dr Rauch, Lehrer Sauer, Ober-Lais, Lehrer Heusohn, Lorbach. — Abfahrt mit Post-Omnibus um 9 Uhr vorm. vom Ludwlgsplatz (Fahrpreis je nach Beteiligung 4—5 RM.) Mittagessen in Hirzenhain (im Kasino des Eisenwerks); trockenes Gedeck 1.50 RM. — Ankunft in Gießen gegen 7 Uhr nachmittags. — Anmeldung bis spätesten* 17. Jnli erbeten. Der Vorsitzende: Ur. Ebel.
ninimimnmminmimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiii
SPORTPLATZ 1900
Sonntag, den 13. Juli, ab vormittags 8 Uhr
IWelsterschaftskämpfe
Stemmen * Ringen * Boxen * Tauziehen
Am Start 150 Konkurrenten
Ab 8 Uhr abends auf der Llebigshöhe Preisverteilung • Unterhaltung »Tanz
I. Kraft- und Sportklub 1893, GieOen.
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Gesangverein Teutonia/Heuchelheim
Am 12., 13. und 14. Zull' 1930, auf dem Sportplatz
anläßlich des 75jahn'gen Bestehens
Samstag, abends ab ö Uhr, großer Festkommers, Musik- und Gesangs-Dorträge sowie Sonder-Dorführungen der beiden Turnvereine und des Radfahrervereins Heuchelheim Sonntag,? Uhr Weckruf,- ab 10.30 Uhr Konzert auf dem Festplatz,-14 Uhr großer Festzug. — Anschließend Gesangs- Dorträge und Dolksbelustigung
Montag, io Uhr Frühschoppenkonzert. Ilachm. Volksfest
Die Musik wird ausgeführt von der gesamten Kapelle des Ausbildungs-Äatl. Infanterie-Regiments Nr. iS, Marburg l^ahnj, unter persönlicher Leitung des Herrn Musikmeisters Große. — Es laden freundlichst ein: wsd
Der Festausschuß Oer Festwiri
Es ist ein Pendelverkehr der Diebertalbahn eingerichtet (Sonntagskarten)
Theater-Cafe
Ernst Ludwig
Morgen Samstag, 4 Uhr
Tanz-Tee
Abends - Gesellschafts-Tanz
Eisspezialitäten - Erfrischungen
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Photofreuden I im Strandbad gibt es immer lustige Szenen, die wert sind, geknipst zu werden! Angenblicksbilder sind die schönsten. Aber ein „flinker“ Apparat gehört dazu. Sie finden ihn (gar nicht teuer) bei
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am Sonntag, dem 13. Juli d. J.
auf der Burg Staufenberg (Burg-Restaurant Bieraul.
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landwirtschafil. Gegenstände, Haus- und Küchengeräte, Oefen, außerdem 60 Rodelschlitten, 135 verz. Wärmflaschen, 70 Wärmkruge, 36 Bratpfannen, 130 Kinderspielgarnituren, 100 Portiergarnituren usw. 49990
aus Treuhandmaffe Samstag, von vormitt. 6 bis nachmitt. 6 Uhr, Frankfurter (Sfr. 34, Hintergebäude.
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Wie Lie obneHungeru zuckerfrei werden, ioat Jedem unentgeltlich Pb. Hergert,Wiesbaden, Rückertetr.169
Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Heinrich Schwab und Frau Gertrud, geb. Rosenau
Gießen Wetzlar
den 12. Iuli 1930
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Gisela
Oie Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an
Eugen Magnus
und Frau Aenne, geb. Oieh
Gießen, den 10. Juli 1930
(z. 3- Gvangel. Schwesternhaus)
04376
Oie glückliche Geburt ihrer Tochter zeigen hocherfreut an
Prof. Woenckhaus und Frau Lisabeth, geb. Lyncker
Gießen, den 9. Iuli 1930
4985D
Statt Kotten!
Für die uns in so reichem Maße anläßlich unserer Der- mählung erwiesenen Aufmerksamkeiten banken wir herzlich
Äaupraktikant Emil Lang und Frau Elfriede, geb. Steckenmeffer
Gießen, den 11. Juli 1930.
04363
EieenbahoFahrkarten L, 1L und 111. Klasse Fahrscheinhefte, Schlafwagen- u. Platzkarten
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Schiffs- u. Flugpassagen / Vermittlung v. Auto- Gesellschaftsfahrten / Gesellschaftsreisen
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