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Mittwoch, N. Zuni 1950

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. (34 Zweites Blatt

Sichtbare" Reparationen?

Der deutschnationale Parteiführer hat sich in einer seiner letzten Reden unter anderem auch mit der AeparationSfrage besaht und dabei das Postulat aufgestellt, daß in der deutschen Han­dels- und Wirtschaftspolitik die Reparationen .sichtbar" gemacht werden mühten. Und zwar forderte er. dah die gesamte deutsche Ein­fuhr mit einem besonderen Repara- tionszollzuschlag belastet werde, der auch als solcher zu kennzeichnen sei. Hugen- berg ging hierbei von der Erwägung auS, dah das Ausland. dah insbesondere unsere Kriegsgeg­ner handelspolitisch am deutschen Markt außer- ordentlich interessiert seien und dah man sich dies Interesse auf deutscher Seite getrost mit dem oben gekennzeichneten Zuschlag honorieren lassen könne.

Es ist nicht zu leugnen, dah der Beweis­führung auf den ersten Blick etwas Bestechendes innewohnt. Es ist ja auch ein au schöner Ge­danke, dah unsere Kriegsgegner durch besondere Zollzuschläge die Reparationen, die sie von uns verlangen, selbst bezahlen sollen. Wir hal­ten eS auch für falsch, die Forderung des deutsch­nationalen Parteiführers so rundweg abzuleh­nen, wie das bereits in teilweise hämischen, auf jeden Fall aber sehr unkritischen Glossen in der Presse der Linken geschehen ist. Allerdings: so einfach, wie es sich vielleicht die Deutschnatio­nalen und ihre politischen Gesinnungsfreunde im Lande ausmalen, ist den Dingen nicht beizukom- men, so einfach lassen sich prinzipiell wünschens­werte Ziele in unserer Wirtschaftspolitik nicht erreichen. Denn es ist nicht zu leugnen, dah be' dem komplizierten Meistbegünstigungs- shstem, auf dem die Wirtschaftspolitik und das Gebäude der Außenhandelsbeziehungen Deutsch­lands in den letzten sechs Jahren wieder aufge­richtet worden sind, die Umsetzung der Hugen- bergschen Forderungen in die Praxis zum min­desten außerordentlich erschwert, gegenwär­tig sogar unmöglich ist.

Hinzu kommt eine politische Machtlosigkeit, die es uns nun einmal nicht, wie etwa den Bereinigten Staaten, gestattet, Hochschuhzollpoli- tik ausgeprägtesten Charakters zu treiben und deren Anerkennung durch die anderen Staaten nötigenfalls zu erzwingen. Wir verfügen endlich nicht über die notwendige wirtschaftliche Autarkie, das heiht, wir sind nicht in der Lage, unseren Lebensmittel- und industriellen Rohstoffbedarf aus den eigenen Bodenschätzen so zu decken, wie das Amerika jederzeit leicht kann. Bei genauerem Zusehen zeigt sich, dah die Hugenbergschen Forderungen aus besondere Reparationszölle angesichts unserer wirtschafts­politischen und handelspolitischen Gesamtlage nicht anders wirken können als irgendwelche gc- wöhnlichen Zolltariferhöhungen. Sie würden uns bestenfalls neue langwierige Zollverhandlungen mit allen unseren Handelsvertragspartnern brin­gen. Cs ist aber tausend gegen eins zu wetten, dah es hierbei nicht bleiben würde, sondern dah an allen unseren Wirtschaftsgrenzen Han­delskriege entstunden, deren Ausgang noch un­gewisser wäre als der Zvllkarnps. den wir Jahre hindurch mit Polen zu führen hatten.

Trotz allem bleiben die Anregungen Hugen- bergs prinzipiell beachtlich. Sie können unter Umständen den Anstoh zu einer grundlegen­den Aenderung unseres ganzen handelspoli­tischen Systems führen, dessen jetzige Gestaltung sich in der Mehrzahl der Fälle praktisch nicht gerade besonders günstig für die deutsche Han­dels- und Zahlungsbilanz ausgewirkt hat. wie das ja auch von demokratischer Seite mehr als einmal offen zugegeben worden ist. Wir haben uns mit dem System der uneingeschränkten Meist­begünstigung einigermaßen sestgelaufen, wir sitzen damit in einer Zwangsjacke, die uns nach man­cher Richtung hin die notwendige Bewegungs­freiheit raubt und die alles in allem bisher jedenfalls mit Erfolg verhindert hat baß wir unsere Zahlungsbilanz aktivieren konnten. Zuge­geben. dah nach dem Kriege die notwendigen Erfahrungen auf dem Gebiete der wünschens­werten und der notwendigen Ein- und Ausfuhr

Adolf von Harnack-s-

Heidelberg, 10. 3uni. (TU. Funkspruch.) Am Dienstag um 18 Uhr starb im 79. Lebensjahr in der Universitätsklinik der wirkliche Geheimrat Prof. Adolf v. h a r n a d , Dr. theol. et phil., Dr. med. et jur. h. c., Präsident der kaiser-w ilhelm-Gesell- schaft zur Förderung der Wissenschaft. Exzellenz von harnack hatte sich auf der Reise -von Berlin nach Heidelberg zur Tagung der Generalversammlung der üaiser-wilhelm-Gesellfchaft leicht erkältet. Nachdem bereits eine Besserung des Befindens eingetreten war, stellte sich in den letzten Tagen hohes Fieber ein. Die Einäscherung soll in Berlin stattfinden, doch ist der Tag der Ueberführung noch nicht festgesetzt.

Harnack entstammt einer altangesehenen lu­therischen Theologenfamilie und wurde am 7. Mai 1851 in Dorpat als Sohn eines Professors der Theologie geboren. Er absolvierte in seiner Va­terstadt das Gymnasium und studierte daselbst auch Theologie. Im Jahre 1874 habilitierte er sich in Leipzig als Privatdozent, wurde dort zwei Jahre später außerordentlicher Professor und folgte 1879 einem Rufe als ordentlicher Professor nach Gießen. In gleicher Eigen­schaft kam er 1886 nach Marburg, und 1889 nach Berlin. Hier wurde er 1890 zum Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften er­nannt.

2lls Theologe war Harnack der Führer einer modernen Gruppe, die, ausgehend von Albrecht R i t f ch l und gestützt auf kritische Untersuchung der geschichtlichen Quellen, eine Versöhnung des Christentums mit dem Bewußtsein des natur­wissenschaftlich Gebildeten anstrebt. Sein Haupt­werk ist seine dreibändige Geschichte des christlichen Dogmas. Bedeutsam ist auch seine Geschichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1906 wurde Harnack zum Direktor der königlichen Bibliothek in Berlin ernannt Anfang 1914 wurde er in den erblichen Adels­stand versetzt. Harnack hat übrigens auch den evangelisch-sozialen Kongreß ins Leben gerufen und lange Jahre hindurch geleitet: außerdem hat er die Kaiscr-Wilhelms-Gesellschaft zur Förde­rung der Wissenschaften geschaffen, deren Präsi­dent er gewesen ift.

Als Wissenschaft^ -5«- Persönlichkeit wurzelte der Gelehrte öui^uujö tu iXn Traditionen des neun-

noch fehlten und daß diese Erfahrungen erst ge­sammelt werden mußten. Heute aber, da wir seit mehr als fünf Jahren wieder von der Meist- begünstiaungsklaufel des Versailler Diktats be­freit sind, dürften genug Erfahrungen vorliegen, und man könnte jetzt vielleicht daran denken, das System der deutschen Handelspolitik mindestens für die Dauer des Reparationszwanges umzu- wandeln etwa in ein System der Kontingente oder sonstiger zweckentsprechender Maßnahmen, die die entbehrliche Einfuhr wirksamer als bis­her drosseln, dem deutschen Export aber, ohne dessen Ausweitung an Reparationszahlungen auf die Dauer ja gar nicht zu denken ist, die Wege nach draußen besser als gegenwärtig ebnen.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir aber die Anregungen des deutschnationalen Parteiführers noch einmal nach einer anderen Richtung hin ausweiten. Wie wäre es, wenn die Reichsre­gierung sich endlich dazu entschlöße, gewisse Steuerarten in bestimmten Prozentsätzen a l s Reparationssteuern zu deklarieren? Wir könnten uns vorstellen, dah man die Aus­wirkung der deutschen Tributlast wirksam und sichtbar machen könnte, indem man beispielsweise alle Tabakcrzeugnisse mit besonderen Bande­rolen für diesen Zweck versieht, indem man be­stimmte Anteile der Lohn- und Einkommensteuer, die als solcheauf dem Lohnzettel erkenntlich gemacht werden müßten, hierfür bestimmt usw. Die fiskalischen und außenpolitischen Bedenken, die hiergegen sprechen, wiegen unseres Erachtens nicht so schwer wie die politisch-erziehe­rischen Vorteile, die die Reichsregierung bei konsequenter Durchführung dieses Systems aus die Wählerschaft erzielen kann. Rur wenn man jedem einzelnen immer wieder und täglich

vor Augen führt, daß er selbst es ist, der die Reparationszahlungen aufzubringen hat. dann wird man in der gesamten Ration den Abwehr­willen großziehen, ohne den eine künftig« Revi­sion der jetzigen Abmachungen schwerlich zu haben fein wird.

Zwei deutsche pi-eisträg-'r.

Links: Studienrat Dr. Anton Gabele (Koblenz) erhielt, wie bereits gemeldet, den Jugendpreis Deut­scher Erzähler 1930 in Höhe von 10 000 Mark für seinen BauernromanIm Schatten des Schicksals". Rechts: Bildhauer Josef Henselmann (Mün- chen) erhielt denBilla-Roinana"-Preis, her neben einem Barpreis von 2000 Mark die Gewährung von Wohnung und Atelier m der bei Florenz ge­legenen Villa Romana umfaßt.

Tumen, Sport und Spiel.

pftngflrvünötrfabrf des Deu schen Nanuverbandes

Die vom Oberrhrin- und Mainkreis des Deut­schen Kanuverbandes während der Pfingsttage auf der Lahn veranstaltete 6. Wanderfahrt hat die an sie gestellten Erwartungen voll er­füllt. Don herrlichem Sommerwetter begünstigt, war die Veranstaltung ein Ereignis für die Städte im Lahntal. Wohl blieb die Beteiligung an der Fahrt ziffernmäßig hinter denen der letzten Pfingstwandprfahrten zurück, da sich man­cher Paddler durch die vielen Schleusen der Lahn abhalten ließ, aber darunter litt nicht der herz­liche Empfang, der den Kanuten durch die Be­völkerung zuteil wurde Schon am Dienstag begann die Lahnfahrt von Marburg aus. Es waren nur etwa 60 Boote, die die Fahrt über Gießen, Weilburg nach Runkel antraten. Arn Pfingstsamstag aber rollten Züge um Züge mit Paddlern in Runkel ein. ilm Ufer der Lahn wuchs aus dem Boden heraus eine Zeltstadt von über 200 Zelten, das Ziel vieler Schaulustiger. Die Feuerwehrtapelle gab. ein. Freikonzert und Begrüßungsansprachen wurden gehalten. Ein Fackelzug führte etwa 2000 Teilnehmer durch die festlich illuminierte Stadt. Stadt», Ufer- und Burgbeleuchtung erhöhte die Festesfreude. Für die verfchiedenen Begrüßungskommerse langten die Lokalitäten der Stadt nicht aus. Runkel hatte einen Fremdenverkehr wie nie zuvor.

Am nächsten Morgen (1. Pfingstfeiertag) wurde die Wciterfahrt angetreten. Ebenso schnell wie die Zeltstadt erstanden war, verschwand sie auch wieder. Etwa 600 Boote machten sich aus die Reise tal­abwärts nach Diez. Dieses wurde gegen Abend er­reicht. Auf der Brücke und an den beiden Ufern stauten sich die Menschenmengen. Böllerschüsse krach­ten, Musik spielte. Wieder schossen die Zelte wie Pilze aus dem Erdboden. 240 solcher Zelte zählte man. Den Höhepunkt der Veranstaltung in Diez bildete der Festabend im Hof von Holland, dieser konnte leider nicht alle Teilnehmer fassen. Es spra­chen Vertreter der Regierung, der Vorsitzende des Lahntalverkehrsbundes und der Bürgermeister der zehnten Jahrhunderts: gegen spekulative ©c- schichtsphilofophie verhielt er sich skeptisch. Eine gewisse Rüchternheit und kühle Sachlichkeit kenn­zeichnen seinen Stil wie seinen Vortrag. Die neueren mystischen und metaphysischen Richtungen in der Theologie blieben ihm fremd.

An seinem 78. Geburtstag wurde ihm zu Ehren das Harnack-Haus in Berlin-Dahlem ein- geweiht, das. von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft errichtet, als deutsches Auslandsinstitut für aus­ländische Gelehrte dienen soll. Verheiratet war Prof. v. Harnack mit einer Tochter des Prof. Thiersch. einer Enkelin des berühmten Agri­kulturchemikers Liebig.

Gießener Siadttheaier.

Srcb Antoine Angermayer: »Flieg', roter Adler von Tirol!".

Die neue Spielzeit wurde mit einem stärkeren und ernsteren Akkord eröffnet, als man es seit­her zu Beginn der sommerlichen Saison gewohnt war. Man hörte das im Herbst 1929 in Bremen uraurgefübrte, inzwischen mit großem Erfolg über viele Bühnen im Reich gegangene brciatiige Volksstück »Flieg, roter Adler von Tirol!" von Fred A. Angermayer.

Ein Stück von ausgesprochen nationalem Te­nor, unter Dauern am Brenner spielend, das seinem Thema nach eher von Schönherr stammen könnte, und das aus der Hand Angermayers, übrigens eines geborenen Oesterreichers (Linz 1889), immerhin ein wenig überraschend kommt, wenn man sein bisheriges Schaffen überblickt.

Angermayer, der mit Stücken wie »Komödie um Rosa", ^Komödie um Mittag" und .Kirsch­wasser" wechselnden Erfolg hatte, als »Prophet und Rachahmer Georg Kaisers" in die Literatur­geschichte eingeführt wurde und sich in man­cherlei merkwürdigen expressionistischen Versuchen gefiel, schrieb hier mit routinierter Feder ein ziemlich unliterarisches, sehr aktuelles Zeitstück, das allenthalben einer breiten und unmittel­baren Theaterwirksamkeit sicher fein kann. ob­wohl cs stellenweise durchaus undramatisch ge­formt ist.

In der Zentralgestalt der alten Eggthalerin, die den einsamen Ber^aslhos an der Brenner-

Stadt Diez. Besonders vermerkt wurde die An­wesenheit des Ehrenvorsitzenden des Deutschen Kanu- verbandes. Aus allen Ansprachen heraus klang die Freude, daß der Deutsche Kanuverband die Lahn für seine Pfingstfohrt ausersehen hat.

Der nächste Morgen (2. Feiertag) sah schon früh frohes Treiben in der Zeltstadt. Choralbläser vom Schloßhof und ein Feldgottesdienst waren das Zeichen zum Aufbruch, und unter Musik- klängen und den begeisterten Jubelrufen der Be­völkerung zogen die Kanuten weiter. Die Mine­ralquelle Fachinger hatte einen besonderen Emp­fang vorbereitet. Wimpelgeschmückt empfing sie die Paddler, labte sie durch einen Freitrunk, überraschte sie durch Festgeschenke und führte sie durch ihre Quellenanlage. Von hier aus grüßte Stadt um Stadt die stromabwärts sahrenden Paddler, überbrachten ihnen Grüße der Lahn- bevölkerung und ließen sie wissen, wie gern» die Paddler gesehen wurden. Am Abend aber fuhr die Flottille, etwa 600 Boote stark, in Obernhof ein. Während ein Teil der Paddler von hier aus die Heimfahrt antrat, wurde den bleibenden Kanuten wiederum ein herzlicher Empfang zuteil. Eine große Beleuchtung des Klosters Arnstein bildete den Abschluß der Wan­derfahrt. Am Mittwochmoraen setzen etwa 350 Kanuten die Weiterfahrt bis Köln über Bad Ems. Koblenz und Mehlem fort.

Deutsches Turn- und Sportabzeichen.

Laut Beschluß des Ausschusses für das Deut­sch e T u r n - und Sport abzeichen und des Reichsjugendabzeichens des DRA. sind die Be­dingungen für Gruppe I (Schwimmen) wie folgt festgelegt worden:

A. Männer: a) Schwimmen über 300 Qlleter in 9 Minuten. In stehendem Wasser ober hin und zurück in fließendem Wasser. Ist der Strom zum Zurückschwimmen zu stark (die Entscheidung hierüber liegt lediglich in den Hän­den der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwimm­verband Deutsche Turnerschaft, deren ausdrück­liche Genehmigung vorliegen muß), so kann eine Zeit von 15 Minuten ohne Unterbrechung gc- grenze in Tirol noch rüstig beherrscht, die wel­schen'Blutes ist, aber seit Jahrzehnten auf deut­schem Boden lebt, ist ein gleiches (inneres, menschliches und dramatisches) Problem beschlos­sen wie in Schickeies elsässischem »Haus im Schnakenloch": die ewige Friedlosigkeit deS zwi­schen zwei Vaterländern, zwischen zwei seelischen Bezirken im Ungewissen schwebenden Menschen an der Grenze. Freilich war bei Schickele das Problem wirklich ins Innere getrieben, gestaltet und ausgetragen. Bei Angermayer wird es an­geschlagen und wieder verloren, wird das mensch­liche Problem ins politisch Aktuelle gewendet, der dramatische Kern in Episoden, Erzählungen und Tatsachenberichte aufgelöst, zerredet unb mit einer stellenweise sehr dick auf getragenen Gefühlsselig­keit und manchen handgreiflichen Symbolismen verwässert.

Die Eggthalerin ist beschuldigt, eine Verräte­rin zu fein und die eigenen Landsleute zu be­spitzeln: sw soll den Tod der Botenfrau ver­schuldet haben, die heimlich deutsche Zeitungen über die Grenze brachte und angeblich von den fremden Soldaten erschlagen wurde. Der Ver­dacht ist falsch, der Täter war ein Italiener: die Eggthalerin, anfangs von den Tirolern ge­mieden und gehaßt, ist zuletzt vollkommen ge­rechtfertigt: sie bricht chr trotziges (unb nicht immer begreifliches) Schweigen unb bekennt sich zum deutschen Lanb, wo sie groß geworden ist. und zu den Leuten diesseits der Grenze mit ihrer Rot, ihren Sorgen und Hoffnungen. Und zuletzt richtet He den roten Tiroler Adlerschild über dem House auf, das nicht mehr Grenzhof, sondern Tiroler Hof heißen soll für die Zu­kunft.

Um die Eggthalerin herum eine Reihe ge­schickt gezeichneter Bauerngestalten: zwischen dem unausgetragenen Drama der alten Grenzbäue­rin die wirkungsvoll inszenierten Episoden, Stimmungsbilder und Berichte aus Südtirol, die sicherlich »um großen Teil auf Tatsachen­material beruhen und mit viel Rachdruck und patriotischem Schwung auf die Bühne gebracht werden. Stellenweise allerdings auch mit einer Redseligkeit und theatralischen Pat^tik, die zu der schlichten, Wurzelhaften und verschlossenen Gemütsart des Bergvolkes wenig zu passen scheint. Auch kommt die Lösung, soweit es f" ' überhaupt eine j u-&en L.ai, em u

schwömmen werden. Treibenlassen ist auf jeden Fall verboten.

b) Grundschein der Deutschen Leben-re ttung-- Gesellschaft.

B. Frauen: a) Schwimmen über 200 Meter in 7 Minuten. Der Rachsatz ist der­selbe wie unter A. Männer.

Urkunde hefte mit Wirkung vom 1. April b. 3. ab werden nur dann anerkannt, wenn jede Prü­fung neben den Unterschritten der beiden Prüfungsabnehmer auch den Verband-stempel (Kreis-, Bezirks-, Gaustempel) trägt. Der bisher auch gültige Vereinsstempel wird allein nicht mehr als ausreichend anerkannt.

Vorstehende Bestimmungen treten sofort in Kraft.

Rach den neuen Bestimmungen werden Prü­fungen für Männer und Frauen am kommenden Sonntag. 15. Juni, vormittags 11 Uhr. in der Müllerschen Badeanstalt in Gießen abgenommen. Teilnahme ohne vorschriftsmäßig ausgefülltes Urkunbehest ist ausgeschlossen.

Um die SanddaUmeinerschafi der VT.

vorwärts Breslau im Endspiel der Frauen. Ulm 6:0 (2:0) geschlagen.

Vor nur wenigen Zuschauern standen sich im Wie­derholungsspiele der Zwifä-enrunde zur F r auen» Handball m ei st erschuft der DT. die Mann­schaften von Vorwärts Breslau, dem Titelver­teidiger, und des süddeutschen Meisters, Turner­bund Ulm, gegenüber. Bis zur Halbzeit mußten die Süddeutschen bei ausgeglichenem Spiele zwei Tore des Gegners hinnehmen, ohne selbst eine ihrer zahlreichen Chancen ausnutzen zu können. Nach Pause lieferte der Breslauer Sturm ein ganz glän­zendes Spiel und erzielte noch vier Tore, so daß Ulm mit einem Ergebnis von 6:0 ausgefchaitet wurde. Im Endspiel am 22 Juni trifft nun Dor- märte Breslau in Breslau mit der Berliner Turner- schäft zusammen.

ÄaS Marlnedentmal In Möltenort bei Mel.

Die feierliche Einweihung des Denkmals.

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Am Pfingstsonntag wurde das Ehrenmal für die 5132 Kriegsopfer der deutschen U-Bootflotte in Möltenort bei Kiel feierlich eingeweiht. Zahlreiche ehemalige Marineangehörige wohnten der Feier bei.

zu überraschend, zu unvermittelt und zu ge- flisfentlich.

Die Aufführung, von Peter F a s s o 11 insze­niert, war eine tüchtige und abgerundete Lei­stung: die Regie hatte mit sicherem Instinkt die aktuelle unb populäre Theatralik ber Szenen­folge erkannt unb brachte bie zeitnahen Kon­flikte ber politischen Fabel mit kräftiger unb unmißverständlicher Steigerung zu lebhafter Wirkung.

Mit ber Gestalt der alten Eggthalerin im Zentrum ber drei Akte verabschiedete sich Liese­lotte Fuhrmann vom hiesigen Publikum. Es ist die letzte, große unb ernste Rolle, die sie bei unS zu spielen hat. Rach ihrer starken unb unvergessenen Leistung in denTroerinnen" wirb es niemanden mehr überraschen, dieser noch sehr jugendlichen Schauspielerin in der Rolle einer Greisin zu begegnen. Sie Hot boch Wohl eine stille unb sicher gut begründete Vorliebe für derartige Figuren, und man muh sagen, daß sie auch hier wieder ihre Ausgabe ausgezeichnet gelöst hat. Man sah eine schöne, klare und kräftige Gestaltung aus einem Guß, rund und sicher, ohne falsche Töne und unter anerkennens­wertem Verzicht auf billige Effekte umrifsen. Fräulein Fuhrmann darf mit dieser Leistung, die gewiß zu den besten ihres reichhaltigen Reper­toires zu zählen ist. einen großen Teil des Er­folges der Reueinstudierung für sich in Anspruch nehmen. Sie hätte sich kaum einen vorteilhafteren Abgang wünschen können.

Auch alle übrigen standen mit löblichem Eifer ihren Mann. Den Toni Eggthaler gab Wese - ner mit frischen Gefühlstönen und kräftigem Ausbruch: den Lorenz spielte Arzdorf kernig und bieder, wie er im Buch steht. Ein paar gut ausgearbeitete Chargen boten Hais (Moser­schmied). Hub (Fasserloisl). Haeser lJackl), Volck iKramer) und Louise Schubert- Jüngling (Kräuterwaberl,: Linkmann (Kapuziner) schien vom pathetischen Tlcberschwang seiner Rolle ein wenig beeinträchtigt, Dom- misch (Kramerpoldl) im Dialekt nicht ganz takt­sicher. Ilse Jahn unb Georg Eilert in kleine­ren Ausgaben vervollstänbigten bas Ensemble.

Der Besuch war recht mäßig; der Beifall stark und einmütig. hth,

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