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tritt zunächst nicht ein. zumal auch die Welle mil­derer Lust im südlichen Deutschland wieder weg» geräumt wird.

Wettervoraussage für Drens tag. Meist heiteres und trockenes Wetter mit Fort- dauer des Frostes.

Witterungs aussichten für Mitt­woch. Noch wenig Aendrrung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 0,3 Krad Celsius, abends2,6 Grad; am 10. Februar: morgens6.2 Grad. Maximum 0,7 Grad, Mini­mum 6,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 9. Februar: abends 0,1 Grad, am 10. Fe­bruar: morgens1,0 Grad Celsius. Sonnen« Weinbauer 8? Stunden.

Amtliche Winterfporlnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf:Kl.r, mi- nu8 S Grad. 15 Zentimeter Schnee, teils Pu.ver- schnee. teils verharscht, Sportmöglichkeit für öti und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe: Wetter: klar, minus 9 Grad, 2) oenti- meter Schnee, verharscht, Sportmöglichleit für Sli und Rodel sehr gut.

Sauerland. Winterberg: Klar, minus 8 Grad. 12 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Dportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.

Schwarzwald. Feldberg: K.ar, minus 13 Grad. 98 Zentimeter Pulverschnee. Sport- Möglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen. Klar minus 12 Grad, 12 Zentimeter Pulver­schnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Aus der Provinzialhauptstadl.

Gießen, den 10. Februar 1930.

Provinz a ausschußsihung.

Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Gie- ßen eine öffentliche Sitzung des Provinzial» ausschusfes der Provinz Oberhessen ftctt.

Als erster Punkt der Tagesordnung wurde ver­handelt der Antrag der Reichsbahndireltion Frank­furt a. M. auf Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Neu- h a u s b e i H o m b e r g a. d. O h m. Zu diesem Der- sahren waren geladen iMd erschienen der Vertreter der Reichsbahndirektion, ferner Wilfried Fre.herr Schenct zu Schweinsberg in Wäldershausen als be- irvffener Grundeigentümer und außerdem der Vor­sitzende der Lokalkommission bei dem Kreisamt Als» selb nebst zwei Mitgliedern der Kommission, sowie der Bürgermeister von Homberg a. d. Ohm und der Pächter des strittigen Geländes. Aus dem Bericht über den Tatbestand und den weiteren Verhandlun­gen war au vernehmen, daß unter Zugrundelegung der verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen Erlasse und Verfügungen hinsichtlich der Enteignung von Gelände zu Reichsbahnzwecken das Gericht Zweifel über die Gesetzmäßigkeit einer vollständigen Durch- sührung des Verfahrens hegte, da die Zustimmung des Reichspräsidenten von der Reichsbahndirektion nicht eingeholt war. Schließlich wurden Bergleichs­verhandlungen eingeleitet, über deren Ergebnis erst später berichtet werden kann. Der Provinzialaus- fchuh kam zu der Auffassung, daß zu der in Frage stehenden Enteignung die Genehmigung des Reichs­präsidenten einzuholen ist. Die Verhandlung wurde daher vertagt.

Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde das Gesuch des Heinrich Naaf in Gießen um Er­laubnis zur Ausdehnung seines Wirtschaftsbetriebs im Haufe Walltorftraße 34 zu Gießen verhandelt. Nach der Beweisaufnahme erkannte der Provinzial- ausschuß zu Recht, dem Gefuchsteller die Erlaubnis zur Ausdehnung feines Wirtfchaftsbetriebs auf ein Zimmer des Ersten Stockes im Haufe Walltorstr. 34 zu Gießen zu erteilen. Die Kosten wurden dem An­tragsteller zur Last gesetzt und der Wert des Streit­gegenstandes auf 500 Mark festgesetzt.

Als weitere Punkte der Tagesordnung wurden verhandelt: 1. Klage des Johann Höhn in Gie» h e n gegen das Kreisamt Gießen wegen Versagung eines Wandergewerbefcheins für 1930; 2. Berufung des Heinrich Groth in Bad -Nauheim gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Fried­berg wegen Nichtgenehmigung zur Inbetriebnahme einer Pferdedroschke; 3. Berufung der Stadt Alsfeld gegen das Urteil des Kreisauslchusses des Kreises Alsfeld in Sachen: Klage des Rechts­anwalts Dornseiff in Alsfeld als Konkursverwalter über das Vermögen von Karl und Richard List- monn in Alsfeld gegen die Stadt Alsfeld wegen Erhebung von Wertzuwachssteuer. Zu 1. wurde die Klage als unbegründet zurückgewiefen und der nach­gesuchte Wandergewerbeschein nicht erteilt. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Gefuchsteller zur Last gesetzt und der Streitwert auf 500 Mark festgesetzt. Zu 2. wurde die Berufung als unbegrün­det zurückgewiefen, und die nachgesuchte Genehmi­gung nicht erteilt. Die Kosten des Verfahrens mür­ben unter Zugrundelegung eines Streitwertes von 500 Mark dem Berufungskläger zur Last gelegt. Zu 3. wurde der Berufung, unter Aufhebung des vom Kreisausschuß des Kreises Alsfeld unter dem 26. September 1929 gefällten Urteils, statt gegeben und der angefochtene Beschluß des Gemeinderats zu Alsfeld vom 6. September 1929, wonach die Wertzuwachssteuer in Höhe von 1073 Mark aus der Koiikursmaffe zu erheben ist, bestätigt. Die Kosten des Verfahrens wurden dem .Kläger und Be- rufungsbetlagten zur Last gefetzt. Streitwert 925 Mark.

Gedenkfeier für August Streng.

Das Institut für Mineralogie und Petrographie an unserer Landesuniversität hatte für Samstagnachmittag zu einer Gedenk­feier anläßlich der 100. Wiederkehr des Ge­burtstages von Geheimrat Prof. August Streng, über dessen Lebenslang und 2 ^jähriges Wirken an der hiesigen llniDerfität wir am vorigen Montag berichteten, in die neuen Institutsräume im Dorlesungsgebäude der Universität einge­laden. Reben den Angehörigen des Instituts für Mineralogie und Petrographie trafen sich zahlreiche weitere Mitglieder der Universität und eine Anzahl anderer Bürger zu der Feier­stunde.

Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. L e h - mann schilderte nach seinen Begrüßungsworten an die Festversammlung, insbesondere an die heute noch unter uns weilende Frau Geheimrat Streng und den unmittelbaren Amtsnachso'ger Strenge, jetzt in Bonn wirkenden Geheimrat Professor Dr. Brauns, das Leben und Schaffen des verewig­ten Geheimrates August Streng und feine Be­deutung für die Entwicklung des Mineralogischen Instituts. Der Redner zeichnete dabei ein eindrucks­volles Bild von der Persönlichkeit Strengs und von der Größe seiner wissenschaftlichen Arbeit. Mit Worten herzlichen Dantes teilte er der Gedenkver- sammlung mit, daß Frau Geheimrat S t r e n g ein Bild ihres Gatten, das von Lorbeerbäumen um­rahmt im Versammlungsräume aufgestellt war, dem Institut für Mineralogie und Petrographie g.schenk» we.se überlassen hat, wo es nach der Mitteilung des Redners einen Ehrenplatz erhaben und Lehrer und Schüler ständig in Dankbarkeit und Verehrung an den Heimgegangenen erinnern soll.

Nach der Gedenkrede Prof. Lehmanns hielt Ge­heimrat Prof. Dr. Brauns (Bonn) einen fesseln- den Vortrag über künstliche Edelsteine, in dem er über die heutige industrielle Produktion dieser künst­lichen Steine und die wissenschaftliche Grundlage des Verfahrens berichtete. Eine Anzahl guter Licht­bilder bot zu dem gesprochenen Wort eine anschau­liche Ergänzung.

Hierauf sprach Prof. Dr. Vanselow als Dekan der Philosophischen Fakultät dem Institut für Mi­neralogie und Petrographie die Glückwünsche der Fakultät zu der Schaffung der neuen Jnstitutsräume aus. Den Abschluß der Gedenkfeier bildete eine B e sichtigung der neuen Räume des I n - stituts, die damit zugleich ihre Einweihung er­fuhren.

Das Iugendherbergswerk in Gießen und Oberheffen.

Die Ortsgruppe Gießen des Reichs- verbandes für deutsche Jugendher­bergen hielt am Freitagabend im Singfaal des Realgymnasiums ihre diesjährige Hauptversamm­lung ab. Der erste Vorsitzende, Studienrat Dr. Florke, eröffnete mit herzlichen Begrüßungs­worten die Versammlung.

Die Geschäftsführerin, Lehrerin Frl. Hotz, er­stattete sodann den Geschäftsbericht für das verstossene Jahr, aus dem nachstehendes entnommen ist. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1929 insgesamt 322 (1928: 240), von denen 266 Einzelmitglieder sind. Die übrigen sind körperschaftliche Mitglieder, wie Vereine, Schulen, Behörden und Gemeindever- bände. Im verflossenen Jahr wurden neben 169 Bleibenausweisen (1928: 118), 109 Führerausweise (1928: 100) ausgestellt. Die Uebernachtungszahl der Gießener Jugendherberge betrug 2058 (1928: 1863). Zwei Schlafräume wurden neu hergerichtet. Für das Jugendherbergswerk wurde in der Ocffentlich- teit durch Verträge und in der Presse durch auf­klärende Artikel geworben. Die Ende 1929 in Gie­ßen durchgeführte Sammlung zum Besten der Ju­gendherbergen ergab 300 Mark. Aus der günstigen Entwicklung im verflossenen Jahr ist zu schließen, daß sich die Erkenntnis, welch große Bedeutung das Iugendherbergswerk für unser Volk hat, immer weiter Bahn bricht.

Aus dem K a s f e n b e r i ch k des Rechners, Spar- kassensekretärs W olf, war zu ersehen, daß die Ein­nahmen 6942 Mark betragen In diesem Betrag sind enthalten der Zuschuß des hessischen Staates mit 3000 Mark, die Zuschüsse der Provinz Ober- Hessen mit 400 Mark, der Stabt Gießen mit 400 Mark und die Mitgliederbeiträge mit rund 1000 Mark. Die Summe der Ausgaben beträgt 6801 Mark. Darin sind enthalten die Zuschüsse zu der Gießener Jugendherberge mit 32 Mark, zur Her­berge auf dem Hoherodskopf mit 288 Mark, zur Herberge in Gedern mit 2200 Mark, für Büdingen mit 3000 Mark und für Laubach mit 44 Mark. Es verbleibt ein Rechnungsüberfchuß von 141 Mark. Nachdem die Rechnung schon vor der Generalver- sommlung von Prokurist Georg geprüft und für richtig befunden worden war, fand sie die Geneh­migung der Generalversammlung.

Der Aorstand, für den einige Mitglieder neu zu wählen waren, setzt sich jetzt wie folgt zusam­men: 1. Vorsitzender Studienrat Dr. Flörke, Rechner Sparkassensekretär Wolf, Geschäftsführe­rin und stellvertretende Vorsitzende Frl. Hotz, Bei­sitzer Lehrerin Frl. V a u b e l, der Vorsitzende des hiesigen V. H. C., Klemmrath, Studienrat Schaaf, Studienrat Heß und Bürgermeister Dr. Seid. Dem erweiterten Vorstand gehören an Stu­dienrat Dr. Appel, Pfarrer Becker, Prokurist Georg, Universitätsprofessor Dr. Harras so- w i tz, Rektor Kling, Lehrer Mattern, Karl Reuter, Frl. Stahlhacke, Studienrat Dr. H e u ß e l, Frau Ottilie, Frau Dr. Seid, Al­

fred Dörr, H. Rau und Lehrer K r a u s ch. Zu Rechnungsprüfern wurden Frl. Stahlhacke und Prokurist Georg gewählt.

Studienrat Dr. Flörke erstattete sodann den Jahresbericht über den Stand der Jugend­herbergen in Oberhessen, aus dem nach­folgendes entnommen sei: Der Neubau einer Ju­gendherberge in Gedern wurde in diesem Winter fertiggestellt. Die Stadl Gedern stellte den Bauplatz und den anliegenden Spielplatz kostenlos zur Ver­fügung und stiftete weitere 500 Mark in bar, der Kreis Scholten unterstützte das Werk mit 300 Mark. Weiter halfen noch der hessische Staat und der Gau Main-Rhcin-Lahn-Fulda des Verbandes der deut­schen Jugendherbergen mit, das Werk zu vollenden. Als Schuld ruhen noch 4000 Mark auf dem Bau. Die gesamte Bausumme betrug rund 10 000 Mark. Die Herberge ist in ihrem Inneren recht schön aus- gestattet und auch schon vorübergehend benutzt wor­den. Der Oberbau ist in Fachwerk gehalten und mit Holz verschalt, die Innenwände sind mit Holz getäf ?lt, das Dach ist mit Ruberoid gedeckt. Die In- nenräume enthalten neben dem Tageszimmer drei Schlafzimmer mit 18, 12 und 2 Betten. Da noch wei­tere 6 bis 8 Notlager im Tagesraum untergebracht werden können, so kann man mit 40 Lagerstätt.n rechnen. Als Einweihungstag, der zugleich als Ober­hessischer Iugendtag ausgestaltet werden soll, ist der 30. März ausersehen. In Büdingen wurde, nach­dem 1928 die dortige Jugendherberge geschlossen werden mußte, durch Kauf außerhalb der Stadt im Seemenbachtal ein neues Heim für den Preis von 5000 Mark von dem Gau erworben. Da dort ziemlich große Reparaturen notwendig sind, so kann die Herberge vor Frühjahr 1930 zur Benutzung noch nicht freigegeben werden. Auch in Friedberg scheint endlich die Schaffung einer neuen Jugendher­berge möglich zu werden. In Lauterbach, des­sen Herberge feit Herbst 1928 geschlossen ist, ist vor- erst noch nicht mit der Eröffnung einer neuen Her­berge zu recknen. Die dortige Bürgermeisterei sagte roobl ihre Mithilfe zu, doch sind die Kostenvoran- scbläge für einen eventuellen Neubau mit 20 000 Mark so außerordentlich hoch, daß ihre Durchfüh­rung vorerst noch nicht möglich ist. Am Schluß seiner interessanten M'tteilungen gab Dr. F 1 örke der Hoffnung Ausdruck, daß bei den zu erwartenden Sparmaßnahmen der hessische Staat das so not­wendige Iugendherbergswerk nicht in Mitleidenschaft zi"hen möge, da doch die große Bedeutung, die das Werk für unser Volk hat, nicht zu unterschätzen sei.

Unter PunktVerschiedenes" teilte der Vorsitzende mit, daß im Juni die Hauptversammlung des Gaues Main-Rhein-Lahn-Fulda in Gießen ftattfinM. Er bat um allseitige Un­terstützung für diese Tagung.

Dor und nach der Generalversammlung erfreute die Kapelle des VereinsWanderlust" unter Lei­tung von Hans Seitz die Berfammlungsteilnehmer mit guten Musikvorträgen. Reicher Bestall und der Dank des Vorsitzenden lohnten die Darbietungen der Kapelle.

Wob iätigke isaufführung zum Besten des Oberhe fischen OamenheimS.

Kinder, Buben und Mädchen, aus verschiedenen Gießener Schulen, hatten seit Wochen zu der WohltätigkeitsaufführungDie E i s k ö n i g i n, die zum Besten des Vereins Oberhessischer Damenverein" gestern auf der Lie- bigshöhe zum erstenmal gegeben wurde, eifrig gelernt und geübt, und haben ihre Sache sehr gut gemacht. Cingeleitet wurde die Aufführung durch einen vierhändigen Schubertschen Marsch, der von Lieselotte Erler und Rose Barbara Trümpert sehr flott und ausdrucksvoll ge­spielt wurde. Fräulein Ilse G r a e f sprach dann einen selbstverfaßten Prolog, der sinnvoll auf das folgende Victor Holländersche Singspiel nach einem Märchen von AndersenDie Eiskönigin" und den guten Zweck der Aufführung hinwies.

Die Hauptpersonen sangen mit bestem Gelingen: Hede Horn (Eiskönigin), Maria Peter (Gerda) und Marta Ludwig (Kai), drei be­gabte Schülerinnen der Gesangsschule Heermann, sowie Herta Richter (erstes Kind), die auch den Kinderchor anführte. Sämtliche Chöre: Kin­der, Sturmgeister, Schneeflocken, Zigeuner, Blu­men und Engel einstudiert durch Frau Dr. Spohr, Frau Schlesier und Fräulein Irm­gard Decker erfreuten durch deutliche Aus­sprache, frische Stimmen und tonreiche Wieder­gabe. Fräulein Ilse G r a e f hatte die Tänze und Reigen vorzüglich eingeübt. Das heikle Violinsolo spielte Waltraut Schüttler aufs beste. Entzückend tanzte Gisela Kern ihre Tanz- einlage und war den Kleinsten eine ausgezeich­nete Führerin beim Reigen. Zigeunermädchen und Schutzengel waren bei Irmtraut Wehl in besten Händen.

Frl. Irmgard Decker führte die Begleitung am Klavier in gewohnter klarer und präziser Art mit warmem Ton und feinstem musikalischen Verständnis aus. Sehr geschmackvoll war die Ausstattung des ganzen Singspiels, alle Kostüme (entworfen von Berta L a n b m a n n und Ilse Trümpert), be­sonders hübsch die Blumen (vor allem die Schnee­glöckchen), die Sturmgeister, die Schneeflocken und die Engel.

Die Oberleitung des Ganzen lag in Händen von Frau Dr. Spohr.

Der Saal war sehr gut besetzt, die Aufführung fand in allen Teilen den herzlichsten Beifall der Besucher. Möge die heutige zweite Aufführung ebensogut be­sucht sein, damit dem guten Zweck reiche Förderung zuteil.werde.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag. Kauf­männischer Verein und Orts^ewerbeverein: Alte Kammermusik. 20 Uhr, Neue Aula. Oberhessifches Damenheim: WohltätigkeitsaufsührungDie Eis­königin, 18 Uhr. auf derLiebigshöhe". Deutsche Demokratische Partei: Oeffentliche Versammlung, 20 15 Uhr. im Casö Leib. Naturheilverein: Vor­trag für Damen, 20 Uhr, Katholisches Vereinshaus. F. G. F.: Monatsversaminlung, 2015 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Sein bester Freund" (mit Harry Piel). Astoria-Lichlspiele:Kam um Mitternacht". , r

Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die neue Woche bringt nur Schau­spiel. Dienstag. 11. Febr., wird das Lustspiel Su wirst mich heiraten" von Louis Derneuil daS erste Mal wiederholt. Mittwoch. 12. Febr.. ist die erste Wiederholung von W:d.kind3 Sitten- gemälde ..Musil". Im grc.ta3ab0nncm.mt geht Die andere Seite" von Sheriff (Iourneys End") in Szene. Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. Sonntag. 16. Februar.Du wirst mich he.raten." Die nächste Premiere am 18. Februar beginnt ShakespearesWie es Euch geiäl t".

Ob erhesfischer Geschichtsverein. Nächsten Donnerstag abend im Hörsaal des Kunst­wissenschaftlichen Instituts Vortrag mit Lichtbildern überDie geopolitischen Grundlagen der Solmser Geschichte und ihre Auswirkung im Alter". (Siehe heutige Anzeige.)

** Iustizpersonalie. Der Bureaudirektor bei dem Landgericht in Gießen Joh. Peter Jäger wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1930 an in den Ruhestand versetzt.

* Von der Kraftpostlinie Gießen Kleebachtal. In ten Mona en April biS September 1929 war auf der Krastpostlinie GießenKleebachtal, die sonst eine rentable Strecke darstellt, ein Fehlbetrag entstanden. Rach dem jetzt vorliegenden Betriebsergebn s für das Vierteljahr Oktober bis Dezember 1929 war in diesem Zeitabschnitt ein Lleberschuß zu verze ch- nen, durch den der Fehlbetrag aus den vorher^ gehenden beiden Vierte.jahren gedeckt ist.

* gri ft ablauf für Elternrente. Die Kricgerkamcradfchaft Hri ia berichtet: Rach § 111 des Reichsversorgung lgesetze 3 laufen die Fristen für den erstmaligen Antrag auf Eltern­rente mit dem 31. März 1930 ab. Wir weisen daher darauf hin, daß Anträge von Eltern oder Elternteilen auf Versorgung nach dem Rcichs- versorgungsgeseh spätestens am 31. März 1930 bei dem zuständigen Dersorgungsamt eingegangen sein müssen.

** Wichtiger Sri ft ablauf für Pen­sion s a n f p r ü che ehemaliger Offi­ziere und Sanitätsoffiziere- Die Krie­gerkameradschaft Hafsia teilt mit: Rach 8 2 Ziffer 3 des Ofsizier-Pensionsgesehes 06 müssen ehemalige Offiziere und Sanitätsoffiziere des Friedensstandes Pensionsansprüche, die sie auf Kricgsdienstbeschädiaung (außer Verwundungen) stützen, bis zum Ablauf von 10 Jahren nach dem Friedensschluß geltend machen. Wie der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterblicbe- nen des deutschen ReichskriegerbundesKyff- häuser" mitteilt, weist der Reichsarbeitsminister in einem besonderen Erlaß darauf hin, daß diese zehnjährige Frist am 17. Februar 1930 abläuft. Etwa noch beabsichtigte, auf Kriegsdienstbeschä- digung gestützte Pensionsanträge müssen also bis zu dem genannten Tage bei den Versorgungs­ämtern eingehen. Stützt sich der Pensionsonspruch auf eine Kriegs Verwundung, so besteht keine Zeitbeschränkung für die Antragstellung.

** Ein Jnnungskursus. Die Sattler» und Tapezierer-Zwangsinnung für Stadt und Kreis Gießen läßt, wie uns mitgeteilt wird, zur Zeit einen Kursus über den Aufbau von modernen Polster- -möbeln und die Anfertigung neuzeitlicher Dekora­tionen abhalten. Leiter des Kursus ist der Vor­sitzende des Reichsfachlehrerverbandes M 0 ttschet- 1 e r (Offenbach a. M.).

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

W. 2. 1. Bei einer Dorkriegsmiete von mo­natlich 18 Mk. beläuft sich die jetzige Miete unter Zugrundelegung des gesetzlichen Satzes von 120 Prozent auf 21,60 Mk. 2. Die Bürger­meisterei hat mit der Angelegenheit nichts zu tun. Sie können wegen Verletzung der Paragra­phen 549, 550 des Bürgerlichen Gesetzbuchs beim Amtsgericht Klage erheben. Richten Sie zunächst mittels eingeschriebenen Briefs an Ihren Gegner die Aufforderung, den früheren, vertragsmäßigen Zustand herzustellen.

ft. h. Nach Ihrer Darstellung hat die Frau bas Geld nicht für sich allein gespart, sondern ge­meinschaftlich mit ihrem verstorbenen Ehemann. Oder lautet das Sparkassenbuch nur auf ihren Namen? Andernfalls ist bas Kapital errungenschaft- lich und gehört zur Nachlaßmasse bes Ehemanns.

Berliner Borie.

B e r l i n , 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der heu­tige Montagsfrühverkehr liegt geschäftslos und ohne Anregungen abwartend. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London genen Paris 124,12 zu 124,14, London gegen Mailand 92,94 zu 92,95, London gegen Spanien 37,13, Lon- do: gegen Kabel 4,8645, London gegen Berlin 20,36 zu 20,3625. Kabel gegen Berlin 4,1855 zu 4,1860.

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