P rzemhsl und Lemberg waren Linsingens Werk, durch das die russische Kampfstellung in Polen erschüttert wurde. So war die Heeresgruppe Linsingen ein festet Pfeiler in dem österreichischen Teil der Front. Auch in den weiteren Kriegsjahren war die von Linsingen geführte Armee eine nicht zu erstürmende Derteidigungs- mauer der Ostfront. Am 7. April 1918 wurde der General durch kaiserliches Handschreiben zum Generalobersten befördert und, da dem Kriege an der Ostfront ein Einhalt geboten war, zum Nachfolger des Oberkommandierenden in den Marken, Generaloberst von Kessel, ernannt. 3m November 1918 reichte er seinen Abschied ein.
Die Aussichten derEtatvorschlage
Die Paueien
zu dem Programm .^oldenhauers.
Berlin, 10. Febr. (Prio.-Tel.) Obwohl es der Reichsfinanzminisler verstanden hat, seine Pläne hr oorzutragen, daß die Parteiführer sie zumindest für diskutabel halten, sind selbstverständlich von den verschiedenen Parteien eine ganze Reihe von Vorbehalten und Gegenforderungen gemacht worden. So verlangen die Sozialdemokraten, daß die Steuererhi.hungen lediglich für die Zeit der Sanierung der Reichefinanzen, also für das neue Etatsjahr begrenzt werden. Man geht dabei wohl in der Annahme nicht fehl, daß die Sozialdemokratie befürchtet, die jetzigen Erhöhungen könnten im Jahre 1931 der Durchführung des Steuersenkungsprogramms zur Grundlage dienen. Gegenüber den Vorschlägen hinsichtlich der Sanierung der Arbeitslosenversicherung, die der Reichsfinanzminister machte, bringt die V o l k s p a r t e i vor allem den Vorbehalt vor, daß diese Regelung mit der Zusage der Reform der Versicherung, sobald dies nach Lage der Dinge möglich ist, verknüpft wird. Gewiß entstehen dadurch eine ganze Reihe rveiterer Schwie-. rigkeiten, doch überwiegt die Ansicht, daß es möglich sein wird, im Hinblick auf die Finanzpolitik eine glatte Erledigung der Gesetze herbeizuführen. Damit dürften aber auch die Forderungen des Zentrums auf Priorität der Finanz- fanierung zu erfüllen [ein, zumal die Bier- steuererhöhung, da sie schon im Reict'stags- ausschuß liegt, bereits in der nächsten Zeit ohne weiteres vom Reichstage verabsch'edet werden kann. Um vor der dritten Lesung die Sanierung an sich wenigstens im gewissen Sinne zu legalisieren, soll in Bezug auf die übrigen Finanzgesetze ein Abkommen zwischen den Parteien zustande gebracht werden, so daß das Kabinett v o r der dritten Lesung der Pounggesetze den geordneten und parlamentarisch gesicherten neuen Haushaltsplan verabschieden kann.
Um eine Verminderung der Gchankstätien.
Berlin, 9. Febr. (Priv.-Tel) 3m Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages wurde heute bei der Beratung des Schankstättengesehes ein vom Abgeordneten Mumm (Christlich-National) und von den Sozialdemokraten gestellter Antrag angenommen, wonach die Zahl der konzessionierten Schank st ütten zur Einwohnerzahl im Verhältnis von 1 z u 400 stehen soll. Das würde eine Verminderung der Schankstätten bedeuten, denn jetzt überschreitet die Zahl der Schankstätten die in dem Ausschußbeschluß festgelegte Relation um rund 7000 0. Beim Besitzwechsel ton Gastwirtschaften würde sich die vom Ausschuß beschlossene Bestimmung auswirken, wenn der Reichstag die Ausschußbeschlüsse übernimmt. Das ist aber zweifelhaft: denn der Ausschuß hat heute seinen Beschluß mit einer Zufallsmehrheit von 15 gegen 13 Stimmen gefaßt, die dadurch zustaai e kam, daß der christlich-soziale Abg. Dr. Mumm im Gegensatz zu seinem Fraktionsgenossen Hanse mit den Sozialdemokraten, Kommunisten und dem Zentrum für die Relation stimmte.
Estländischer Staatsbesuch in Warschau.
Polen feiert den baltischen Staatenbund
Warschau, 9. Febr. (WTD.) Der estländi- sche Staatsälteste Strandmann ist in Polen überaus prunkvoll empfangen worden. Schon an der Grenze hatten sich zu seinem Empfang zahlreiche Würdenträger eingefunden.
3n Warschau hatten sich zum Empfang Strandmanns am Bahnhof die höchsten Würdenträger mit dem Staatspräsidenten und ganzen Regierung an der Spitze eingefunden. Aw Mllitärspal'.er stand vom Bahnhof bis zum Schloß, wo Strandmann Wohnung genommen hat. Der Staatsälteste trug den tatsächlichen polnischen Verhältnissen Rechnung, indem er nicht nur dem Präsidenten, sondern auch dem Kriegs- mtmftcr Mar.chatt Pi 1 sudski einen offiziellen ^wch abstattete. Natürlich nimmt auch das dw'.ge diplomat.sche Korp^ an den Fest ichkeiten teil, doch hat der sowjetrussische Ge- sandte vor ihrem Beginn die Stadt verlassen.
Als Strandmann am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz niederfegte, waren dort
<iö oldaten als Ehrenwache auf* gefteut. Diese ungewöhnliche Verwendung von Morosen ist darauf zurückzuführen, daß Polen gleichzeitig mit dem estländischcn Besuch daS zehniahng.' 3ab'lläum des p o 1 n i s ch e n K o r r i- ? ? t8 • o. h also^ des Zugangs zum Meere S : Straßen der Stadt werden
Kriegsschiffe aus Pappe mit Ge- 'chutzen und voller Armierung herum- getragen. Am Samstag fanden hier Festtersamm- langen zur Erinnerung an die Angliederung Pommerellens statt. Ein Redner erklärte u. a daß die polnische 3ugend die Fahnen Polens nach Oppeln und Königsberg tragen werden. Er wies dabei darauf hin, daß dieses Gelöbnis der Entschließung les allpolni- 'chen Studentenkongresses entnommen sei.
®le Warschauer Sonntagspresse widmet dem estlandischenStaatsältesten lange Be- gruhungsartikeln. So heißt es u. a., daß Estland Polen unter allen Randstaaten am nächsten stehe, da Estland für einen baltischen Staatsbund von Finnland bis Polen eingetreten sei. Ein Teil der Presse betont besonders d,e Eigenschaft Dolens als baltischer Staat. Polen müsse eine baltische Politik treiben. Diese Politik habe sich darin zu äußern,
Die Regiermiganiworlel demSessischenSMeiag
Oie Schuldsten. — Oie Mittel für den Wohnungsbau.
Darmstadt, 9. Febr. (Wolff.) Zur Entschließung des Hessischen Städtetags wird von der Hessischen Regierung zunächst auf die bereits mitgeteilten Ziffern über die Schulbelastung und gleichzeitige Einnahme st eigerung aus der E ch u l g e 1 d e r h ö h u n g für die höheren Schulen hingewie.en und dann folgendes erklärt: „Von allgemeinem 3ntereffe dürste aber noch sein, daß die Regierung im Staatsvoranschlag 1933 einen Betrag von 15 0 0 0 Mark vorgesehen hat, der zur iln« terstützung leistungsschwacher Gemeinden bei der Aufbringung der Stellenbeiträge zur Volksschule dienen soll. Es wird nochmals darauf hingewiefen, daß sich für einzelne Städte eine Mehreinnahme und für andere eine wesentliche Herabsetzung der Belastung ergibt. Die Notlage der Städte steht zweifellos fest: sie wird vom Staat keineswegs verkannt. 3mmer wieder hat er z. D. daraus hingewiefen, wie stark gerade die hessischen Städte im Zusammenhang mit der Desatzungsnot über den Reichsdurchschnitt hinaus belastet werden. Wie aber schon aus dem Beispiel der Schulbelastung hervorgeht, sind die Maßnahmen des Sparprogramms keineswegs von der großen Bedeutung. wie ihnen durch die Agitation in der Öffentlichkeit zugewiesen wird.
Das g'lt auch für die Frage der Kürzung der Z w e i t h y p o t h e k e n , die die Regierung in Höhe von zwei Millionen Mark vorgesehen hat. Wenn der Städtetag der Auffassung widerspricht, daß die hessische Regierung den Wohnungsbau in den letzten 3ahren mehrfach über die gesetzliche Verpflichtung hinaus gefördert habe, und daß zurzeit doch keine Ersthypothe- k e n für den Wohnungsbau zu erhalten seien, so erklärt die hessische Regierung dazu: Hessens Zuwendungen für den Wohnungsbau, für die nicht nur der Anteil der HauszinZsteuer, sondern auch Anleihemittel zur Verfügung gestellt wurden, bewegt sich nicht unter dem gesetzlich v o r g e s ch r i e b e ne n Maß. 3m 3ahre 1927 wurden 527 003 Mark rechnungsmäßig mehr, als nach den Reichibestimmun- gen erforderlich gewesen wäre, ausgegeben. 1928 waren es 118 003 Mark mehr. Wenn im Fahre 1929 der volle zur Verfügung gestellte Betrag verwendet wäre, so würden es sogar zwei Mil
lionen Mark mehr sein. Voraussichtlich wird aber eine Ermäßigung auf 1,3 Millionen eintreten weil ein Betrag (höchstens 700 000 und nicht eine Million Mark) unverwendet bleiben muß, da die erforderlichen ersten Hypotheken nicht beschafft werden können. Auch im 3ahre 1930 würden mehr als 1,5 Millionen Mark über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus für den Wohnungsbau verwandt werden, falls die vorgeschlagene Kürzung nicht eintritt.
Eine besondere Betrachtung verdient noch die Frage des inneren Lastenausgleichs. 3m Verhältnis der andern Lander ist die Lastenverteilung wesentlich günstiger für die» Gemeinden als der Durchschnitt des Reichs und auch Preußens zeigt. Eine genaue Gegenüberstellung ergibt ein völlig anderes Bild als nach einzelnen Presseäußerungen angenommen werden kann. Fest steht, daß erst nach genauer Durchprüfung der Tatsachen den hessischen Gemeinden die bescheidene Mehrbelastung zuge- mutet wurde.-
Oie Mainzer Demokraten gegen das Sparprogramm.
-lutzaabcnsenkung und Berwaltungsrcsorm, nicht Lastenverschiebung!
Mainz, 9. Febr. (Wolff.) Die Deutsche Demokratische Partei Mainz beschäftigte sich mit dem Sparprogramm der hessischen Regierung und faßte eine Entschließung, in der zum Ausdruck gebrecht wird, daß das Sparprogramm weiter nichts als eine Verschiebung der Lasten vom Staat auf die Kommunen bedeutet. Von einer Reduzierung der Verwaltungsausgaben und einer Verwaltungsreform sei in diesem Programm k e i n e R e d e. Die Partei fordert die Fraktion im Landtag auf, den Antrag zu stellen, allen unnötigen Leerlauf in Verwaltung und Regierung und die staatlichen Zwischenglieder soweit wie möglich aufzugeben, um mit dem Endziel des Einheitsstaates die Aufgaben von Kommunen und Reich für die Dauer durchführen zu können.
Die Kulmbacher Mordaffäre.
Schwere Gasexplosion in Kulmbach. — Oie Mutter des Arbeiters Popp getötet.
Kulmbach, 8. Febr. (WB.) Samstagmorgen wurde bas Haus Overhagen Nr. 9 durch eine Gasexplosion fast vollständig zer° stört. In dem Hause wohnte die Mutter des in der Meußdörfser - Affäre verwickelten Arbeiters Popp, der fein Geständnis widerrief. Die Mutter des Popp wurde auf der Stelle getötet. Weitere Menschenleben sind nicht zu beklagen. Das Haus muß vollständig abgetragen werden. Eine Gerichtskommission von Bayreuth ist unterwegs. Wie „Tempo" berichtet, gehen in Kulmbach Gerüchte um, die wissen wollen, daß die Gasexplosion nicht, wie man zunächst vermutete, von Frau Popp selbst, son- dern von dritter Hand ins Werk gesetzt worden ist. Von anderer Seite wird behauptet, daß Frau Popp aus Haß gegen die i,n gleichen Hause wohnende Familie Schuberth das Haus in die Luft sprengen wollte. Nach Bekundungen der Nachbarn war Frau Popp, die in den Jahren 1899 und 1900 als Köchin beim Kommerzienrat Meußdörffer tätig war, und noch bis zuletzt an ihrer alten Herrschaft hing, der Ansicht, daß ihr Sohn von Schuberth zu allen möglichen Unredlichkeiten verleitet worden sei. Ob die alte Frau im Falle Meußdörffer wirklich an eine Schuld ihres Sohnes glaubte, steht noch dahin. Der Sohn sitzt noch immer in Untersuchungshaft.
Die Explosion erfolgte gegen 8.45 Uhr vormittags. Die Seitenmauer des Hauses wurde herausgedrückt. Das untere Zimmer, in dem Frau Popp wohnte, wurde vollkommen zerstört. Die Explosion wurde dadurch herbeigeführt, daß ein Abschlußhahn an der Hauptgasleitung abgeschraubt wurde. Ebenso ist festgestellt, daß an dem Gaszuleitungsrohr unterhalb des Abschlußhahnes gefeilt wurde. Durch die kolossale Gewalt der Explosion wurde Frau Popp an- scheinend zu Boden geschleudert. Mauerteile sowie ein Schrank fielen auf sie, so daß sie unmittelbar nach der Explosion tot im Zimmer aufgefunden
wurde. Durch die Gewalt der Explosion wurde in den gegenüberliegenden Anwesen und sogar in dem etwas entfernter gelegenen Verwaltungsgebäude der Stadt Kulmbach eine große Anzahl Fensterscheiben eingedrückt.
Die Sastentlaffung des Kommerzienrats Meußdörffer abgelehnt.
3n Bayreuth fand der Haftprüfungstermin statt, in dem über den Antrag des Verteidigers auf Haftentlassung des seit drei Monaten in Kulmbach in Anterfuchungshaft gehaltenen Kommerzienrats Meußdörffer beraten wurde. Die Bayreuther Staatsanwaltschaft teilte mit, daß der Antrag ab gelehnt worden sei. Die Ablehnung wird vom Generalstaatsanwalt Doell aus Bamberg damit begründet, daß die Geständnisse von Schuberth und Popp sich als unrichtig herausgestellt haben, während der Widerruf der Selbstbezichtigungen durch die Alibis vollauf bestätigt worden sei. Ferner habe die amtsärztliche Untersuchung durch den Würzburger riniversitätsprosessor Dr. Herward Fischer ergeben, daß der Tod der Frau Meußdörffer nicht durch Herzlähmung oder Lungenödem eingetreten sei, sondern durch Erstickung. Außerdem seien die Handfesseln erst nach dem Tode angelegt toor- fcen. — Die Polizei verfolgt jetzt eine neue vpur. Den Kommissaren, die mit der Untersuchung betraut sind, wurde die Mitteilung gemacht, daß die frühere Braut des Ar- beitersPoppzu einer dritten Person Aeuße- rungen getan haben soll, die Popps Beteiligung an dem Mord wahrscheinlich erscheinen lassen. Das Mädchen, dessen Verbleib noch nicht ermittelt werden konnte, wird eifrig gesucht.
bah Polen seine Beziehungen zu allen Ostseestaaten festigen müsse. Gleichzeitig sei es notwendig, das Gleichgewicht der Kräfte auf der Ostsee herzustellen. Die große Bedeutung des Baltischen Meeres liege nicht nur auf handelspolitischem Gebiet, sondern auch in der Sicherheit des Zuganges zu rKü st e und in der Organisierung der Verteidigung zur See. Das halbamtliche Pilsudski-Blatt „Gazetta Polska" schreibt u. a„ der estländische Besuch beweise, daß es um die gemeinsame Erhaltung der Unabhängigkeit gehe. Ausdruck dieser Politik könne nur der baltische Staatenbund sein. Bei der Behandlung der politischen Entwicklung Estlands hält es ein Warschauer Reg.erungs latt für nct g, auf ba£ »Teuta n e n j o ch" hinzuweisen, doch spricht aus begreiflichen Gründen keine einzige Zeitung über die Kulturautonomie der Minderheiten in Estland.
Oie Errichtung der Internationalen Zahlungsbank. Ter Franzose Quetznay wird vermutlich Präsident.
Basel, 10. Febr. (WB.) Der Vorsteher des Fmanzdepartements Dr. Miescher hatte Besprechungen mit dem Sonderausschuß für die Elnrichtung der Bank für 3nterna- t io n a len Zahlungsausgleich. Sehr tx>a15^2l-njKf) wird die Baseler Regierung der B. o. Z. das dem Bundeöbahnhos gegenüberliegende Hotel Univers-Savoy borläu- tg zur Verfügung stellen. Das Hotel hat außer fünfzig Fremdenzimmern drei große Säle und ist verhältnismäßig rasch in Stand zu setzen, gur den Augenblick hat sich der Franzose Q u e s n a h mtt seinen Kollegen van See- Ian b bon der Belgischen Notenbank und S i e P - man von der Dank von England aut mit der
materiellen Organisation der B. 3. Z., die anfangs April ihre Tätigkeit aufnehmen wird, beschäftigt. Der Verwaltungsrat ist auf 6nöe März zu seiner ersten Sitzung einberufen worden. 3hm obliegt es, den Präsidenten mrd den Generaldirektor zu wählen. Die Kandidatur Quesnays für den Posten des Generaldirektors wird von allen Notenbanken mit Ausnahme der Reichsbank unterstützt, die grundsätzlich der Meinung ist, daß dieser Posten nicht einem Angehörigen der ehemaligen frieg- r o r e £ n Staaten anvertraut werden sollte. Dagegen werden unter den hauptsäch- uchsten Direktoren der Dank mehrere Deutsch? sein, um die Verwaltung per Dank international SU gestalten. Die wichtigsten Posten sollen nach einer noch festzusehenden Reihe für gewisse Zeit, etto« ein bis zwei 3ahre, durch führende Per- fonlichkelten der Notenbanken der europäischen Lander besetzt werden, um auf diese Weise eine nwfr engere Verbindung zwischen den europäischen Notenbanken herzustellen.
Aus aller Welt.
Verhaftung eines vierfachen Lustmörders.
Kriminalrat Momberg, der Leiter des Düsseldorfer Morddezernats, machte der Presse Andeutungen über die Verhaftung eines Mannes aus Nürnberg, der sich selbst eines Mordes an einem Wanderburschen bezichtigte. Da die Vernehmung dieses Mannes noch nicht abgeschlossen war, konnte Kriminalrat Momberg noch keine näheren Angaben machen Es stand nur sest, daß der Verhaftete mit den Düsseldorfer Mordtaten nicht in Zusammenhang gebracht werden könne. Der „Düsseldorfer Etadtanzeiyer" bringt nun hierzu Aufsehen erregende Einzelheiten. Das Statt will wissen baß der Verhaftete ein umfassendes Geständnis abgelegt habe, in dem er Dierßuft* mord« an jung«» Wanderburschen zu.
gibt, die mehrere 3ahre zurückliegen. An der । Echtheit dieses Geständnisses könne nicht gezweifelt werden. Der Festgenommene, der nach seinen Angaben Gutsverwalter gewesen ist, verfüge über eine außerordentliche Intelligenz. Der Verhaftete lernte nach seinem Geständnis die jungen Burschen auf der Landstraße kennen, schläferte sie durch Veronaltabletten ein. Dann ermordete er die Burschen. Hierzu benutzte er einmal ein Stilett, bann ein Schlachtmefser und ein anderes Mal ein geschliffenes Taschenmesser. Bei seiner Verhaftung fand man noch Veronaltabletten vor. Einen Mord will er in der Gegend von Darmstadt, einen bei Hannoversch-Minden, einen dritten bei Travemünde und einen vierten zwischen Kevelaer und der holländischen Grenze begangen haben. Tie Kriminalpolizei ist eifrig bemüht, diese Angaben nachzuprüfen.
Die Berliner Grüne Woche.
Der Reichspräsident besuchte Samstag in Begleitung seines Adjutanten, Oberstleutnant von Hindenburg, die Berliner Grüne Woche am Kaiserdamm, wo er von Bürgermeister Scholz, dem Präsidenten des Deutschen Jagdbundes, Prinz Isenburg, und dem Präsidenten des Reichsland- bundes, Minister a. D. Schiele, begrüßt wurle. Der Leiter der Grünen Woche, Hans Jürgen von Hake, übernahm die Führung durch die "Ausstellung Die Grüne Woche brachte den acht Hallen des Berliner Ausstellungsgeländes mitüber300 000 Besuchern einen der größten Berliner Ausstellungserfolge. Auch hinsichtlich des wirtschaft! chen Verkaufserfolges wird von einem befriedigenden, in einzelnen Abteilungen sogar besonders guten Abschluß gesprochen.
Lin Hagenbeck-Park für Berlin.
Wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, dürfte der Plan, eilten Hagenbeckschen Tierpark nach dem Muster von Stellingen an der Peripherie Berlins zu errichlen, verwirklicht werden. Zwischen Hagenbeck und einem CBanfen- fonfertium haben eingehende Verhandlungen flattgefunben, die nunmehr erfolgreich zu Ende geführt worden sind. Die Kosten des Tierparkes werden unler Einschluß der Kauf- surnrne für das Gelände auf rund 12 Millionen Mark veranschlagt. Mit dem Bau, der zwei 3ahre dauern wird, dürfte bereits im Mai begonnen werden. Der Park soll längs der Döberitzer Heerstraße angelegt werden und eine Fläche von einer halben Million Qudratmeter bedecken.
Das Fahrtenprogramm des „Graf Zeppelin".
Die Hamburg-Amerika-Linie, als Generalvertreterin des Luftschiffbaues Zeppelin, hat das vorläufige Fahrtenprogramm des Luftsch sfes „Graf Zeppelin" für 1930 bekanntgcgeben. Es sollen im April Flüge von 8 bis 10 Stunden Dauer im A 1 penge b i e t, nach Oe st erreich und der Schweiz durchgeführt werden, für die der besonders niedrige Preis von 400 Mark angesetzt ist. Für Juli und August sind Nordlandfahrten von zwei bis drei Tagen b is zum Nordkap und zur Eisgrenze geplant. Für den Herbst sind mehrere Deutschland-, Oesterreich- und Schweizfahrten vorgesehen, bei denen nach Möglichkeit auch Landungen in größeren Städten vorgenommen werden sollen, lieber weitere Fahrten schweben gegenwärtig noch Verhandlungen.
Tragischer Tod eines Reichslazsabgeordnelen.
Der sozialdemokratische Re'chZtagsabgeordne'e Dr. Paul Levi, der seit einer Reihe von Tagen an einer bösartigen Grippe erkrankt war, hat sich im Fieberwahn aus einem Fenstev seiner Berliner Wohnung an Lützowu es gestü zt. Der Tod trat auf der Stelle ein. Dr. Levi, ber im 47. Lebensjahre stand, war ein bekannten Anwalt.
Schweres Verkehrsunglück bei Preßburg.
Der zwischen Theben unv Preßburg verkey^nbe Autobus, der mit 15 Personen beseht war, geriet in Brand. Kurz hinter Theben entzündete sich plötzlich der vordere Motorteil und hohe Flammen schlugen aus der Maschine heraus. Die Passagiere, unter denen eine Panik ausbrach, sprangen aus dem Fenster. Trotzdem erlitten neun von ihnen teils schwere, teils leichte Brandwunden. Die aus Theben herbeigerufenen Aerzte leisteten die erste Hilfe. Der Autobus brannte vollständig nieder.
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$os Hochdruckgebiet wurde durch die Nördliche Storung etwas abgebaut, so daß es an Umfang verloren hat. Mehr teilförmig erstreckt sich jetzt der hohe Druck von den britischen Inseln in südöstlicher Rich, jung über Deutschland nach den Balkanländern hin. Etwas mildere Luftmasien hatten sich im südlichen Deutschland ausgebreitet und Nebelbildung, sowie Bewölkung verursacht, bei gleichzeitiger leichter Ab« Schwächung des Frostes. In anderen Bezirken hat der bestehende Witterungscharakter unvermindert angehalten. Die Temperaturen sind noch etwas w">- fer zurückgegangen. 6in« Lenderung der QBetterluu«
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