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P rzemhsl und Lemberg waren Linsingens Werk, durch das die russische Kampfstellung in Polen erschüttert wurde. So war die Heeres­gruppe Linsingen ein festet Pfeiler in dem öster­reichischen Teil der Front. Auch in den weiteren Kriegsjahren war die von Linsingen geführte Armee eine nicht zu erstürmende Derteidigungs- mauer der Ostfront. Am 7. April 1918 wurde der General durch kaiserliches Handschreiben zum Generalobersten befördert und, da dem Kriege an der Ostfront ein Einhalt geboten war, zum Nachfolger des Oberkommandierenden in den Marken, Generaloberst von Kessel, ernannt. 3m November 1918 reichte er seinen Abschied ein.

Die Aussichten derEtatvorschlage

Die Paueien

zu dem Programm .^oldenhauers.

Berlin, 10. Febr. (Prio.-Tel.) Obwohl es der Reichsfinanzminisler verstanden hat, seine Pläne hr oorzutragen, daß die Parteiführer sie zumindest für diskutabel halten, sind selbstverständlich von den verschiedenen Parteien eine ganze Reihe von Vor­behalten und Gegenforderungen gemacht worden. So verlangen die Sozialdemokraten, daß die Steuererhi.hungen lediglich für die Zeit der Sa­nierung der Reichefinanzen, also für das neue Etatsjahr begrenzt werden. Man geht da­bei wohl in der Annahme nicht fehl, daß die So­zialdemokratie befürchtet, die jetzigen Erhöhungen könnten im Jahre 1931 der Durchführung des Steuersenkungsprogramms zur Grund­lage dienen. Gegenüber den Vorschlägen hinsichtlich der Sanierung der Arbeitslosenver­sicherung, die der Reichsfinanzminister machte, bringt die V o l k s p a r t e i vor allem den Vorbe­halt vor, daß diese Regelung mit der Zusage der Reform der Versicherung, sobald dies nach Lage der Dinge möglich ist, verknüpft wird. Gewiß ent­stehen dadurch eine ganze Reihe rveiterer Schwie-. rigkeiten, doch überwiegt die Ansicht, daß es mög­lich sein wird, im Hinblick auf die Finanzpolitik eine glatte Erledigung der Gesetze herbeizuführen. Damit dürften aber auch die Forderungen des Zentrums auf Priorität der Finanz- fanierung zu erfüllen [ein, zumal die Bier- steuererhöhung, da sie schon im Reict'stags- ausschuß liegt, bereits in der nächsten Zeit ohne weiteres vom Reichstage verabsch'edet werden kann. Um vor der dritten Lesung die Sanierung an sich wenigstens im gewissen Sinne zu legalisieren, soll in Bezug auf die übrigen Finanzgesetze ein Ab­kommen zwischen den Parteien zustande gebracht werden, so daß das Kabinett v o r der dritten Le­sung der Pounggesetze den geordneten und parla­mentarisch gesicherten neuen Haushaltsplan ver­abschieden kann.

Um eine Verminderung der Gchankstätien.

Berlin, 9. Febr. (Priv.-Tel) 3m Volks­wirtschaftlichen Ausschuß des Reichs­tages wurde heute bei der Beratung des Schankstättengesehes ein vom Abgeordneten Mumm (Christlich-National) und von den So­zialdemokraten gestellter Antrag angenommen, wonach die Zahl der konzessionierten Schank st ütten zur Einwohnerzahl im Verhältnis von 1 z u 400 stehen soll. Das würde eine Verminderung der Schankstätten bedeuten, denn jetzt überschreitet die Zahl der Schankstätten die in dem Ausschußbeschluß festgelegte Relation um rund 7000 0. Beim Besitzwechsel ton Gastwirtschaften würde sich die vom Ausschuß beschlossene Bestimmung auswir­ken, wenn der Reichstag die Ausschußbeschlüsse übernimmt. Das ist aber zweifelhaft: denn der Ausschuß hat heute seinen Beschluß mit einer Zufallsmehrheit von 15 gegen 13 Stimmen gefaßt, die dadurch zustaai e kam, daß der christlich-soziale Abg. Dr. Mumm im Gegen­satz zu seinem Fraktionsgenossen Hanse mit den Sozialdemokraten, Kommunisten und dem Zen­trum für die Relation stimmte.

Estländischer Staatsbesuch in Warschau.

Polen feiert den baltischen Staatenbund

Warschau, 9. Febr. (WTD.) Der estländi- sche Staatsälteste Strandmann ist in Polen überaus prunkvoll empfangen wor­den. Schon an der Grenze hatten sich zu seinem Empfang zahlreiche Würdenträger eingefunden.

3n Warschau hatten sich zum Empfang Strandmanns am Bahnhof die höchsten Würden­träger mit dem Staatspräsidenten und ganzen Regierung an der Spitze eingefunden. Aw Mllitärspal'.er stand vom Bahnhof bis zum Schloß, wo Strandmann Wohnung genommen hat. Der Staatsälteste trug den tatsächlichen pol­nischen Verhältnissen Rechnung, indem er nicht nur dem Präsidenten, sondern auch dem Kriegs- mtmftcr Mar.chatt Pi 1 sudski einen offiziellen ^wch abstattete. Natürlich nimmt auch das dw'.ge diplomat.sche Korp^ an den Fest ichkeiten teil, doch hat der sowjetrussische Ge- sandte vor ihrem Beginn die Stadt ver­lassen.

Als Strandmann am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz niederfegte, waren dort

< oldaten als Ehrenwache auf* gefteut. Diese ungewöhnliche Verwendung von Morosen ist darauf zurückzuführen, daß Polen gleichzeitig mit dem estländischcn Besuch daS zehniahng.' 3ab'lläum des p o 1 n i s ch e n K o r r i- ? ? t8 o. h also^ des Zugangs zum Meere S : Straßen der Stadt werden

Kriegsschiffe aus Pappe mit Ge- 'chutzen und voller Armierung herum- getragen. Am Samstag fanden hier Festtersamm- langen zur Erinnerung an die Angliederung Pommerellens statt. Ein Redner erklärte u. a daß die polnische 3ugend die Fahnen Polens nach Oppeln und Königsberg tragen werden. Er wies dabei darauf hin, daß dieses Gelöbnis der Entschließung les allpolni- 'chen Studentenkongresses entnommen sei.

®le Warschauer Sonntagspresse widmet dem estlandischenStaatsältesten lange Be- gruhungsartikeln. So heißt es u. a., daß Est­land Polen unter allen Randstaaten am nächsten stehe, da Estland für einen baltischen Staatsbund von Finnland bis Polen eingetreten sei. Ein Teil der Presse betont be­sonders d,e Eigenschaft Dolens als baltischer Staat. Polen müsse eine baltische Politik treiben. Diese Politik habe sich darin zu äußern,

Die Regiermiganiworlel demSessischenSMeiag

Oie Schuldsten. Oie Mittel für den Wohnungsbau.

Darmstadt, 9. Febr. (Wolff.) Zur Entschlie­ßung des Hessischen Städtetags wird von der Hessischen Regierung zunächst auf die bereits mitgeteilten Ziffern über die Schulbelastung und gleichzeitige Einnahme st eigerung aus der E ch u l g e 1 d e r h ö h u n g für die höheren Schulen hingewie.en und dann fol­gendes erklärt:Von allgemeinem 3ntereffe dürste aber noch sein, daß die Regierung im Staatsvoranschlag 1933 einen Betrag von 15 0 0 0 Mark vorgesehen hat, der zur iln« terstützung leistungsschwacher Ge­meinden bei der Aufbringung der Stellen­beiträge zur Volksschule dienen soll. Es wird nochmals darauf hingewiefen, daß sich für ein­zelne Städte eine Mehreinnahme und für andere eine wesentliche Herabsetzung der Belastung er­gibt. Die Notlage der Städte steht zweifellos fest: sie wird vom Staat keineswegs verkannt. 3mmer wieder hat er z. D. daraus hingewiefen, wie stark gerade die hessischen Städte im Zu­sammenhang mit der Desatzungsnot über den Reichsdurchschnitt hinaus belastet werden. Wie aber schon aus dem Beispiel der Schul­belastung hervorgeht, sind die Maßnahmen des Sparprogramms keineswegs von der großen Be­deutung. wie ihnen durch die Agitation in der Öffentlichkeit zugewiesen wird.

Das g'lt auch für die Frage der Kürzung der Z w e i t h y p o t h e k e n , die die Regierung in Höhe von zwei Millionen Mark vorgesehen hat. Wenn der Städtetag der Auffassung widerspricht, daß die hessische Regierung den Wohnungs­bau in den letzten 3ahren mehrfach über die gesetzliche Verpflichtung hinaus gefördert habe, und daß zurzeit doch keine Ersthypothe- k e n für den Wohnungsbau zu erhalten seien, so erklärt die hessische Regierung dazu: Hessens Zuwendungen für den Wohnungsbau, für die nicht nur der Anteil der HauszinZsteuer, son­dern auch Anleihemittel zur Verfügung gestellt wurden, bewegt sich nicht unter dem gesetzlich v o r g e s ch r i e b e ne n Maß. 3m 3ahre 1927 wurden 527 003 Mark rechnungs­mäßig mehr, als nach den Reichibestimmun- gen erforderlich gewesen wäre, ausgegeben. 1928 waren es 118 003 Mark mehr. Wenn im Fahre 1929 der volle zur Verfügung gestellte Betrag verwendet wäre, so würden es sogar zwei Mil­

lionen Mark mehr sein. Voraussichtlich wird aber eine Ermäßigung auf 1,3 Millionen ein­treten weil ein Betrag (höchstens 700 000 und nicht eine Million Mark) unverwendet blei­ben muß, da die erforderlichen ersten Hypo­theken nicht beschafft werden können. Auch im 3ahre 1930 würden mehr als 1,5 Millionen Mark über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus für den Wohnungsbau verwandt werden, falls die vorgeschlagene Kürzung nicht eintritt.

Eine besondere Betrachtung verdient noch die Frage des inneren Lastenausgleichs. 3m Verhältnis der andern Lander ist die Lasten­verteilung wesentlich günstiger für die» Gemein­den als der Durchschnitt des Reichs und auch Preußens zeigt. Eine genaue Gegenüberstellung ergibt ein völlig anderes Bild als nach ein­zelnen Presseäußerungen angenommen werden kann. Fest steht, daß erst nach genauer Durch­prüfung der Tatsachen den hessischen Gemeinden die bescheidene Mehrbelastung zuge- mutet wurde.-

Oie Mainzer Demokraten gegen das Sparprogramm.

-lutzaabcnsenkung und Berwaltungsrcsorm, nicht Lastenverschiebung!

Mainz, 9. Febr. (Wolff.) Die Deutsche Demokratische Partei Mainz beschäf­tigte sich mit dem Sparprogramm der hessischen Regierung und faßte eine Ent­schließung, in der zum Ausdruck gebrecht wird, daß das Sparprogramm weiter nichts als eine Verschiebung der Lasten vom Staat auf die Kommunen bedeutet. Von einer Reduzierung der Verwaltungs­ausgaben und einer Verwaltungs­reform sei in diesem Programm k e i n e R e d e. Die Partei fordert die Fraktion im Landtag auf, den Antrag zu stellen, allen unnötigen Leerlauf in Verwaltung und Re­gierung und die staatlichen Zwischen­glieder soweit wie möglich aufzugeben, um mit dem Endziel des Einheitsstaates die Aufgaben von Kommunen und Reich für die Dauer durchführen zu können.

Die Kulmbacher Mordaffäre.

Schwere Gasexplosion in Kulmbach. Oie Mutter des Arbeiters Popp getötet.

Kulmbach, 8. Febr. (WB.) Samstagmorgen wurde bas Haus Overhagen Nr. 9 durch eine Gasexplosion fast vollständig zer° stört. In dem Hause wohnte die Mutter des in der Meußdörfser - Affäre verwickelten Arbeiters Popp, der fein Geständnis widerrief. Die Mut­ter des Popp wurde auf der Stelle getötet. Weitere Menschenleben sind nicht zu beklagen. Das Haus muß vollständig abgetragen werden. Eine Ge­richtskommission von Bayreuth ist unterwegs. Wie Tempo" berichtet, gehen in Kulmbach Gerüchte um, die wissen wollen, daß die Gasexplosion nicht, wie man zunächst vermutete, von Frau Popp selbst, son- dern von dritter Hand ins Werk gesetzt worden ist. Von anderer Seite wird behauptet, daß Frau Popp aus Haß gegen die i,n gleichen Hause wohnende Familie Schuberth das Haus in die Luft sprengen wollte. Nach Bekundungen der Nach­barn war Frau Popp, die in den Jahren 1899 und 1900 als Köchin beim Kommerzienrat Meußdörffer tätig war, und noch bis zuletzt an ihrer alten Herrschaft hing, der Ansicht, daß ihr Sohn von Schuberth zu allen möglichen Unredlich­keiten verleitet worden sei. Ob die alte Frau im Falle Meußdörffer wirklich an eine Schuld ihres Sohnes glaubte, steht noch dahin. Der Sohn sitzt noch immer in Untersuchungshaft.

Die Explosion erfolgte gegen 8.45 Uhr vormittags. Die Seitenmauer des Hauses wurde herausgedrückt. Das untere Zimmer, in dem Frau Popp wohnte, wurde vollkommen zerstört. Die Explosion wurde dadurch herbeigeführt, daß ein Abschlußhahn an der Hauptgasleitung abgeschraubt wurde. Ebenso ist fest­gestellt, daß an dem Gaszuleitungsrohr unterhalb des Abschlußhahnes gefeilt wurde. Durch die ko­lossale Gewalt der Explosion wurde Frau Popp an- scheinend zu Boden geschleudert. Mauerteile sowie ein Schrank fielen auf sie, so daß sie unmittelbar nach der Explosion tot im Zimmer aufgefunden

wurde. Durch die Gewalt der Explosion wurde in den gegenüberliegenden Anwesen und sogar in dem etwas entfernter gelegenen Verwaltungsgebäude der Stadt Kulmbach eine große Anzahl Fensterscheiben eingedrückt.

Die Sastentlaffung des Kommerzien­rats Meußdörffer abgelehnt.

3n Bayreuth fand der Haftprüfungs­termin statt, in dem über den Antrag des Verteidigers auf Haftentlassung des seit drei Monaten in Kulmbach in Anterfuchungshaft ge­haltenen Kommerzienrats Meußdörffer be­raten wurde. Die Bayreuther Staatsanwaltschaft teilte mit, daß der Antrag ab gelehnt wor­den sei. Die Ablehnung wird vom Generalstaats­anwalt Doell aus Bamberg damit begründet, daß die Geständnisse von Schuberth und Popp sich als unrichtig herausgestellt haben, während der Widerruf der Selbstbezich­tigungen durch die Alibis vollauf bestätigt worden sei. Ferner habe die amtsärzt­liche Untersuchung durch den Würzburger riniversitätsprosessor Dr. Herward Fischer ergeben, daß der Tod der Frau Meußdörffer nicht durch Herzlähmung oder Lun­genödem eingetreten sei, sondern durch Er­stickung. Außerdem seien die Handfes­seln erst nach dem Tode angelegt toor- fcen. Die Polizei verfolgt jetzt eine neue vpur. Den Kommissaren, die mit der Unter­suchung betraut sind, wurde die Mitteilung ge­macht, daß die frühere Braut des Ar- beitersPoppzu einer dritten Person Aeuße- rungen getan haben soll, die Popps Beteiligung an dem Mord wahrscheinlich erscheinen lassen. Das Mädchen, dessen Verbleib noch nicht er­mittelt werden konnte, wird eifrig gesucht.

bah Polen seine Beziehungen zu allen Ostsee­staaten festigen müsse. Gleichzeitig sei es not­wendig, das Gleichgewicht der Kräfte auf der Ostsee herzustellen. Die große Be­deutung des Baltischen Meeres liege nicht nur auf handelspolitischem Gebiet, sondern auch in der Sicherheit des Zuganges zu rKü st e und in der Organisierung der Verteidigung zur See. Das halbamtliche Pilsudski-BlattGazetta Polska" schreibt u. a der estländische Besuch be­weise, daß es um die gemeinsame Erhal­tung der Unabhängigkeit gehe. Aus­druck dieser Politik könne nur der baltische Staatenbund sein. Bei der Behandlung der politischen Entwicklung Estlands hält es ein War­schauer Reg.erungs latt für nct g, auf ba£ »Teu­ta n e n j o ch" hinzuweisen, doch spricht aus be­greiflichen Gründen keine einzige Zeitung über die Kulturautonomie der Minder­heiten in Estland.

Oie Errichtung der Inter­nationalen Zahlungsbank. Ter Franzose Quetznay wird vermutlich Präsident.

Basel, 10. Febr. (WB.) Der Vorsteher des Fmanzdepartements Dr. Miescher hatte Bespre­chungen mit dem Sonderausschuß für die Elnrichtung der Bank für 3nterna- t io n a len Zahlungsausgleich. Sehr tx>a15^2l-njKf) wird die Baseler Regierung der B. o. Z. das dem Bundeöbahnhos gegenüber­liegende Hotel Univers-Savoy borläu- tg zur Verfügung stellen. Das Hotel hat außer fünfzig Fremdenzimmern drei große Säle und ist verhältnismäßig rasch in Stand zu setzen, gur den Augenblick hat sich der Franzose Q u e s n a h mtt seinen Kollegen van See- Ian b bon der Belgischen Notenbank und S i e P - man von der Dank von England aut mit der

materiellen Organisation der B. 3. Z., die an­fangs April ihre Tätigkeit aufnehmen wird, be­schäftigt. Der Verwaltungsrat ist auf 6nöe März zu seiner ersten Sitzung einberufen worden. 3hm obliegt es, den Präsidenten mrd den Generaldirektor zu wählen. Die Kandidatur Quesnays für den Posten des Generaldirektors wird von allen Noten­banken mit Ausnahme der Reichs­bank unterstützt, die grundsätzlich der Mei­nung ist, daß dieser Posten nicht einem An­gehörigen der ehemaligen frieg- r o r e £ n Staaten anvertraut werden sollte. Dagegen werden unter den hauptsäch- uchsten Direktoren der Dank mehrere Deutsch? sein, um die Verwaltung per Dank international SU gestalten. Die wichtigsten Posten sollen nach einer noch festzusehenden Reihe für gewisse Zeit, etto« ein bis zwei 3ahre, durch führende Per- fonlichkelten der Notenbanken der europäischen Lander besetzt werden, um auf diese Weise eine nwfr engere Verbindung zwischen den europäi­schen Notenbanken herzustellen.

Aus aller Welt.

Verhaftung eines vierfachen Lustmörders.

Kriminalrat Momberg, der Leiter des Düsseldorfer Morddezernats, machte der Presse Andeutungen über die Verhaftung eines Mannes aus Nürnberg, der sich selbst eines Mordes an einem Wanderburschen be­zichtigte. Da die Vernehmung dieses Mannes noch nicht abgeschlossen war, konnte Kriminalrat Momberg noch keine näheren Angaben machen Es stand nur sest, daß der Verhaftete mit den Düsseldorfer Mordtaten nicht in Zusammenhang gebracht werden könne. DerDüsseldorfer Etadtanzeiyer" bringt nun hierzu Aufsehen er­regende Einzelheiten. Das Statt will wissen baß der Verhaftete ein umfassendes Ge­ständnis abgelegt habe, in dem er Dierßuft* mord« an jung«» Wanderburschen zu.

gibt, die mehrere 3ahre zurückliegen. An der Echtheit dieses Geständnisses könne nicht gezwei­felt werden. Der Festgenommene, der nach sei­nen Angaben Gutsverwalter gewesen ist, ver­füge über eine außerordentliche Intelligenz. Der Verhaftete lernte nach seinem Geständnis die jungen Burschen auf der Landstraße kennen, schläferte sie durch Veronaltabletten ein. Dann ermordete er die Burschen. Hierzu benutzte er einmal ein Stilett, bann ein Schlachtmefser und ein anderes Mal ein geschliffenes Taschen­messer. Bei seiner Verhaftung fand man noch Veronaltabletten vor. Einen Mord will er in der Gegend von Darmstadt, einen bei Hannoversch-Minden, einen dritten bei Travemünde und einen vierten zwischen Ke­velaer und der holländischen Grenze be­gangen haben. Tie Kriminalpolizei ist eifrig be­müht, diese Angaben nachzuprüfen.

Die Berliner Grüne Woche.

Der Reichspräsident besuchte Samstag in Begleitung seines Adjutanten, Oberstleutnant von Hindenburg, die Berliner Grüne Woche am Kaiserdamm, wo er von Bürgermeister Scholz, dem Präsidenten des Deutschen Jagdbundes, Prinz Isenburg, und dem Präsidenten des Reichsland- bundes, Minister a. D. Schiele, begrüßt wurle. Der Leiter der Grünen Woche, Hans Jürgen von Hake, übernahm die Führung durch die "Ausstellung Die Grüne Woche brachte den acht Hallen des Berliner Ausstellungsgeländes mitüber300 000 Besuchern einen der größten Berliner Ausstel­lungserfolge. Auch hinsichtlich des wirtschaft! chen Verkaufserfolges wird von einem befriedigenden, in einzelnen Abteilungen sogar besonders guten Ab­schluß gesprochen.

Lin Hagenbeck-Park für Berlin.

Wie dasBerliner Tageblatt" erfährt, dürfte der Plan, eilten Hagenbeckschen Tierpark nach dem Muster von Stellingen an der Peri­pherie Berlins zu errichlen, verwirklicht werden. Zwischen Hagenbeck und einem CBanfen- fonfertium haben eingehende Verhandlungen flattgefunben, die nunmehr erfolgreich zu Ende geführt worden sind. Die Kosten des Tierparkes werden unler Einschluß der Kauf- surnrne für das Gelände auf rund 12 Mil­lionen Mark veranschlagt. Mit dem Bau, der zwei 3ahre dauern wird, dürfte bereits im Mai begonnen werden. Der Park soll längs der Döberitzer Heerstraße angelegt wer­den und eine Fläche von einer halben Mil­lion Qudratmeter bedecken.

Das Fahrtenprogramm desGraf Zeppelin".

Die Hamburg-Amerika-Linie, als Generalvertrete­rin des Luftschiffbaues Zeppelin, hat das vorläufige Fahrtenprogramm des Luftsch sfesGraf Zeppelin" für 1930 bekanntgcgeben. Es sollen im April Flüge von 8 bis 10 Stunden Dauer im A 1 pen­ge b i e t, nach Oe st erreich und der Schweiz durchgeführt werden, für die der besonders niedrige Preis von 400 Mark angesetzt ist. Für Juli und August sind Nordlandfahrten von zwei bis drei Tagen b is zum Nordkap und zur Eis­grenze geplant. Für den Herbst sind mehrere Deutschland-, Oesterreich- und Schweizfahrten vorge­sehen, bei denen nach Möglichkeit auch Landun­gen in größeren Städten vorgenommen werden sollen, lieber weitere Fahrten schweben gegenwärtig noch Verhandlungen.

Tragischer Tod eines Reichslazsabgeordnelen.

Der sozialdemokratische Re'chZtagsabgeordne'e Dr. Paul Levi, der seit einer Reihe von Tagen an einer bösartigen Grippe erkrankt war, hat sich im Fieberwahn aus einem Fenstev seiner Berliner Wohnung an Lützowu es gestü zt. Der Tod trat auf der Stelle ein. Dr. Levi, ber im 47. Lebensjahre stand, war ein bekannten Anwalt.

Schweres Verkehrsunglück bei Preßburg.

Der zwischen Theben unv Preßburg verkey^nbe Autobus, der mit 15 Personen beseht war, geriet in Brand. Kurz hinter Theben ent­zündete sich plötzlich der vordere Motorteil und hohe Flammen schlugen aus der Maschine heraus. Die Passagiere, unter denen eine Panik ausbrach, sprangen aus dem Fenster. Trotzdem erlitten neun von ihnen teils schwere, teils leichte Brandwunden. Die aus Theben herbeigerufenen Aerzte leisteten die erste Hilfe. Der Autobus brannte vollständig nieder.

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$os Hochdruckgebiet wurde durch die Nördliche Storung etwas abgebaut, so daß es an Umfang ver­loren hat. Mehr teilförmig erstreckt sich jetzt der hohe Druck von den britischen Inseln in südöstlicher Rich, jung über Deutschland nach den Balkanländern hin. Etwas mildere Luftmasien hatten sich im südlichen Deutschland ausgebreitet und Nebelbildung, sowie Bewölkung verursacht, bei gleichzeitiger leichter Ab« Schwächung des Frostes. In anderen Bezirken hat der bestehende Witterungscharakter unvermindert angehalten. Die Temperaturen sind noch etwas w">- fer zurückgegangen. 6in« Lenderung der QBetterluu«

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