Ausgabe 
9.12.1930
 
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Aus Oer Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 9. Dezember 1930.

Prof. Dr. Honigmann t.

Am Montagabend verstarb der hiesige Arzt, der a. o. Professor Dr. Georg Honig- mann. Er war 1863 in Bres.au geboren, hatte seine Gymnasial- und Studienzeit in Breslau verlebt und war nach Absolvierung seines Staatsexamens 1886 an der hiesigen medizini­schen Klinik unter Prozessor Riegel bis 1893 Assistenzarzt gewesen. 1891 bat er sich für innere Medizin habilitiert. Bon 1893 bis 1918 war er als Spezialarzt für innere Medizin und Nervenkrankheiten. seit 1913 als Leiter eines Sanatoriums in Wiesbaden tätig. Seit 1918 wirkte er in Gießen als Facharzt für innere Medizin und Nervenkrankheiten, seit 1923 mit dem Titel a. o. Professor. An der hiesigen Uni­versität hielt er Dorlesungen über die Ge­schichte der Medizin.

Die ungemein reiche und vielseitige toiifcn- schastliche Tätigkeit Honigmanns rann in wenigen Worten nur andcutend gekennzeichnet werden. Seine früheren Arbeiten aus der Zeit der Wirk­samkeit an der hiesigen Medizin.s-^en Klinik und als Facharzt in Wiesbaden betreffen Fragen aus der Pathologie der Magendarmkrank.-eiten, Herz- und Rierenkrantheiten. Don besonderem Interesse ist, daß er 1902 einen Fall von Hirn­entzündung genau beschrieben hat, der in seinem Erscheinungsbild sehr starke Ähnlichkeiten mit den seit dem Kriege epidemisch aufgetretenen Fällen von sog. Kopsgrippe zeigt.

Schon in den früheren Arbeiten zeigt sich in der Art, wie Honigmann nicht nur die körper­lichen Erscheinungen des jeweiligen Krankheits­zustandes, sondern auch dessen Auswirkungen aus das Seelenleben des Menschen in sein« Ancllysen einoezog, eine Blickrichtung auf den ganzen Menschen. Diese Einstellung leitete ihn auch in der weiteren Epoche seines Lebens, als er sich größeren theoretischen Werten über Wesen und Bedeutung der Medizin und über die Auf­gaben des Arztes zuwandte. 1913 erschien das erste Werk vieler Act, ..Aerztliche Lebensfragen", 1922Das Problem der ärztlichen Kunst", 1924 Das Wesen der Heilkunde", das wohl als sein Hauptwerk betrachtet werden darf. Ergänzt wur­den diese Bestreuungen, in das Wesen der Me­dizin und deS Arzttums tiefer einzudringen, durch medizingeschichtliche Untersuchungen, aus denen das Werk ..Geschichtliche Entwicklung der Medizin" hervorgegangen ist, das eine kurz- gefaßte Ideengeschichte der Medizin darstellt.

Honigmann ist als Leiter und Herausgeber ver- sch.ebener ärztlicher Zeitschriften heroorgetreten. Er redigierte die Zeitschrift für praktische Aerzte von 1896 bis 1901. 1928 gab er eine neue Zeitschrift Hippokrates" heraus, die als Zeitschrift für die Einheitsbestrebungen der Medizin gekennzeichnet wurde. Er war ferner Herausgeber derPraktischen Differenzialdiagnostik". von der sechs Bande vor- liegen. Zn zahlreichen Aufsätzen, die vielfach auch in fremde Sprachen übersetzt wurden, hat Honig- mann seine Anschauunaen vertreten. Als Mitarbeiter an dem WerkDie Unfattneurofe" ist er für eine Revision der herkömmlichen Auffassungen in der Unfallneurosenfrage eingetreten. Ein für ein weite­res Publikum bestimmter Aufsatz über die wissen­schaftliche Problematik der Medizin feine letzte Veröffentlichung erschien im Oktober 1930.

Seme Beilreoungen yaven mchr nur tn Deutsch­land. sondern auch im Ausland großes Interesse gesunden. In den gegenwärtigen Kämpfen um eine Dertiefung unserer Au.fassungen vom Wesen der Medizin und des Arztes kommt ihm ein« hervorragende Rolle zu. Er war, wie seine frü­heren klinischen Arbeiten beweisen, von der hohen Bedeutung der exakten naturwissenschaftlichen Analyse durchdrungen, sah aber doch schon früh die Gefahr, in der die heutige Medizin schwebt, insofern ihr unter der Fülle des Materials und der Methoden der kranke Mensch zu verschwinden droht. Er trat dafür ein, daß die Medizin nicht die Mcg' b tOla urteilten chaften" teert.n dür e sondern sich ihrerin Freiheit bedienen müsse". Er sah, daß der Mensch in der Medizin nicht schon als naturwissenschaftliches Objekt, sondern erst in seiner Einordnung in die Gesamtheit seiner Lebenskreise, aus seinen sozialen und kul­turellen Derflechtungen voll begriffen werden könne.

Wie Honigmann aufgeschlossen für alle neuen Möglichkeiten medizinisch-ärztlicher Auffassungen, unbekümmert um die jeweils herrschenden Mei­nungen seine wissenschaftlich« Heberzeugung ver­trat, darin wird er den Jüngeren vorbildlich sein. Als Gelehrter, der mit scharf kritischer Denkweise eine ungembine Weite des DlickheldeS verband, als gütiger menschensreundltcher Arzt und vor allem als im Mensch von selten Inüfpiem und wahr­haftem Wesen wird Homchinann unvergessen bleiben. Dr. Storch: Privatdozent.

Konzert der Gesangschvtz Hp-nmann.

Die Schüler von 5rau pijia 'tni0d)uuCtf. mann wurden in dem zunp.BßUen i _ bej 3hnen bundes der Deutschen .^olonmlges^'«... &e5

anstalteten Konzert zum r > .e-

riege Aufgaben gestellt, ditz eynen (s? .^..cheit boten, eine öffentliche Prob« ihrer Leistungen zu geben. Das die Schul« nnh1* Schülerinnen nicht nur solistisch. sondern^ auch Im Ensemble zu hören waren, verdient al?-pädagogisch be­sonders wertvoll hervorgehoben zu werden. Der richtige Musiker offenbart sich erst im Ensemble, in dem er sich und sein Instrument, hier seine Stimme, dem musikalischen Geschehen in der Ge­samtheit unterordnen und jeden persönlichen Ehr­geiz, sich in den Vordergrund zu stellen, ver­meiden muß. Von diesem Gesichtspunkt aus ist. gerade im Gesangunterricht, ein gemeinsames Mu­sizieren von außerordentlichem musikerzieherischen Wert, das den solistischen Fähigkeiten nicht, toi« es so viele Schüler glauben, schadet, sondern im besonderen Maße förderlich ist. Die Programm­gestaltung und Durchführung gaben den päda­gogischen Tendenzen Frau Heermanns durch­aus recht und sicherten ihr einen starken Erfolg.

Im ganzen ist der Ausbildungsstand der vor­gestellten Schüler und Schülerinnen als recht gut zu bezeichnen. Atcmtechnik und Intonation, so­wie Deklamation und Treffsicherheit sind ebenfalls gut ausgebildet. Kleinere Mängel hinsichtlich der letzten beiden Punkte und einer stärkeren dyna­mischen Kontrastierung gehen auf das Konto der Aufregung und lassen sich leicht abstellen.

Der erste Tell der Vortragsfolge wurde durch ein Terzett aus der ll-Dur-Messe von Schubert eingeleitet, das von Frau Leonie Hummel. Herbert Kruger und Heinrich Dietrich sicher unb klanglich gut abgestimmt vorgetragen wurde. Es hätte unS interessiert, von Frau Hummel,

die sich hier mit gutem Material fein empfindend anglicb, auch etwas SolistischeS zu hören. Hanna Kellner fang recht eindrucksvoll eine Bach- 2Irie mit obligater Flöte, die von HellmM Eger mit guter Anpassung sauber geblasen wurde. Emely H o r st zeigte in einer Konzert-Arie von Mozart beachtliche stimmliche und technische Mit­tel. Heinrich Dietrich gab ein Rezitativ und Qlrie aus derSchöpfung" mit klarem und weichem Organ musikalisch überzeugend wieder. Von Hed­wig H o r n hörten wir sicher und geschmackvoll eine Arie aus HändelsAcis und Galathea". Martha Ludwig erwies sich als besonders klangfroh und warm und ihre Vortragsweise stand musikalisch und deklamatorisch auf hoher Stufe. Minna Stoll fang drei Lieder von Schubert mit bestimmter Tongebung und schön im Klang.

Der zweite Tell des Programms stand im Zeichen von WebersFreischütz". Senta Würz­burger gab mit guten stimmlichen Mitteln und sauberer Technik einer Arie des Aennchen recht lebendiges Leben. Eine Arie des Mar wurde von Herbert K o n g e r dramatisch gestaltet und gesanglich sehr gut wiedergegeben. Ebenso eine Arie der Aga'.he. von Martha Peter gelungen, deren Stimme sich in erfreulicher Entwicklung be­findet. Schließlich noch ein Duett (Martha Pe - t e r und Senta Würzburger) und ein Ter­zett (öle eben genannten Damen und Herbert Kruger). Alle drei verstanden sich im Ensemble gut, glichen sich sicher an und erzielten so eine einheitliche Leistung.

Reicher Beifall galt den Ausführenden, aber wohl in erster Linie ihrer Lehrerin, Frau Heer­mann, die mit den Leistungen ihrer Schüler durchaus zufrieden sein kann.

In die Begleitung teilten sich Frau Heer­mann und Frl. Warie Eckhardt. Beide paßten sich gut an und gaben den Solisten eine sichere Stütze. Bei Frl. Eckhardt hätte man sich hie uni) da eine etwas größere klangliche Zurückhaltung wünschen mögen. B.

Gichcner Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 1.30;- Butter 1.50 bis 1,60; Matte 30 bis 35; W r ing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rülen 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 25 bis 30; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 10; Meer­

rettich 30 biS 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3*/> bis 4; Aepsec 25 bis 40; Birnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 bis 1,00, Suppenhühner 80 bis 1,00; Gänse 80 dis 1.00; Nüsse 60 bis 70; Tauben Stück 50 bis 70; Käse (10 Stück) 60 biS 1.40; Eier 17 bis 18; Blumen­kohl 30 bis 70; Salat 15 bis 20; Endivien 10 diS 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zentner 2,20 biS 2,50; Weißkraut 3,00; Wir­sing 4,00; Rotkraut 5,00.

Taten für Mittwoch, 10 Dezember.

Sonnenaufgang 7.53 ilfor, Sonnenuntergang 15.52 ilfcr. Mondaufgang 20.52 Uhr, Mond» Untergang 11.57 Ahr.

1520: Luther verorennt in Wittenberg die päpstliche Bannbulle; 1889: der Dichter Lud­wig Anzengruoer in Wien gestorben; 1896: der Lheiniler Alfred Nooel in San Remo ge­storben.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadt, theater: Neidhardt von Gneisenau", 19.30 bis 22 Uhr. Goethe-Bund: Dichterabend Hermann Stehr, 20 Uhr. in der Reuen Sluia. Protcstversammlung geg. die hessischen Steuererhohungen. im Cafö Leib. 20.30 Uhr. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Leutnant warst du einst bei den Husaren". Astoria-Lichtspiele:Die Flieger von Kalifornien" undPrinz Louis Ferdinand"

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute zum letztenmal von Wolfgang GoetzNeidhardt von Gneisenau" unter der Spiel­leitung von Walther Bäuerle in der Besetzung der Erstausführung. Am Samstag erstmals unter der Spielleitung von Karl VolckGoldmarie und Pech- marie" von Aloys Prasch. ein Weihnachtsmärchen mit Gesang Musik und Tanz. Beginn 15.30 Uhr. Ermäßigte Preise.

** Dtenstjubiläum. Der Friedhofsarbeiter Konrad Döring konnte am Samstag. 6. Dezember, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Gießener Fried- hofsverwaltuna zurückblicken.

** Die Eisenbahn-Rückfahrkarten an WeihnachtenundNeujahr. Am diesjährigen Weihnachtsfest gelten die Sonntags-Rückfahrkarten von Dienstag, 23. Dezember, 12 Uhr. bis Sonntag. 28. Dezember, zur Hin- und Rückfahrt, und außerdem am Montag 29. Dezember, bis 9 Uhr zur Rückfahrt, d. h. bis 9 Uhr muß an diesem Tage die Rückfahrt

von der Zielstation der Sonntags-Rückfahrkarte aus angetreten sein. Die in der Zeit vom 20. bis 28. De­zember gelösten Arbeiter-Rücksahrkarten gelten in diesem Jahre bis einschließlich Montag, 5. Januar 1931.

Nationalsozialistisch« Deutsch« Arbeiterpartei. In einer von ettoa 800 Menschen besuchten Versammlung der National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sprach am Sonntagabend in der Turnhalle am Oswalds- garten der Kapitänleutnant a. 'S), von Kit­tinger über daS ThemaNationalsozialismus Bürgertum Marxismus". Er kennzeichnete die augenblickliche politische Situation in Deutsch­land als einen Kamps um die Behauptung zwi­schen drei- Weltanschauungen: der nationatsozia- listischen als der idealistischen, heldisch-germani­schen; der individualistischen deS deutschen Bür­gertums. der materialistischen des Marxismus. In knappen Sätzen umriß er sodann die Grund­ideen der nationalsozialistischen Bewegung und stellte alS erste Forderungen daS Pftichtbewußt- sein, die Wehrhaftigkeit und die Kameradschaft in den Vordergrund. In seinen weiteren Aus­führungen entwickelte der Redner di« Gedanken um die Führung unseres Volkes unter der star­ken Hand eines fähigen Mannes in der Zusam­menarbeit mit einem Direktorium, das mit Leib und Leben für fein Tun und sein Wirken dem VolkSganzen gegenüber verantwortlich sein müsse. Ferner sprach er gegen die moralische Ent­wertung der deutschen Iugend durch fragwür­dige literarisch« Produktion, forderte Recht­schaffenheit in allen Singen deS öffentlichen Le­bens und befaßt« sich ausführlich mit wirt­schaftlichen Dingen und der Abhängigkeit der deutschen Industrie vom internationalen Bank- kapital. Eingehend behandelte der Redner so­dann das Schicksal des deutschen Arbeiters und wies aus di« Zusammenhänge der i^arxistischrn Politik mit den augenblicklichen Nöten hin. Der Schluß bet ettoa zweistündigen Ausführungen deS Redners galt dem Verhalten der einzelnen Par­teien zur deutschen Außenpolitik. Der Vortra­gende wurde seiner Rede öfters durch lebhafte Zustimmung unterbrochen und fand zum Schluß den starken Beifall der Versammlung.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Lotterieverlegung. Dur* die allgemeine schwierige Wirtschaftslage und die Uebersüllung des Lotterie­marktes mußte die für 5. und 6. Dezember angesetzte Ziehung der Eisenacher Geldlotterie auf den 5. und 6. Februar 1931 verlegt werden.

Lange, schwere Kleider... Federhut... i

eingeschnürte Taille! torrad" um 1900. manchesmodern", stück der Cigarette.

So fuhr sieMo- j Ja, damals war so i Auch das Mund- } Wenn's auch das ;

Tabakaroma störte - das glitzernde Gold sah nach was aus". Überflüssiges gilt heute recht wenig. Wir sind anspruchs­voller geworden und rauchen gute Cigaretten nur noch ohne Mundstück.

selbstverständlich ohne Mundstück

1K 4\ H CIGARETTEN