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Sin neuer Grund zum Ausrüsten.

Diedeutsche" Armee bei den französischen

Manöver» weiter erfolgreich.

Paris. 7. Sept. (TU.) Der erste Teil der großen französischen Manöver in Lothringen ist beendet. Die blauen Truppen, theoretisch die einfallende deutsche Armee, ha­ben trotz des schlechten Wetters ihren Vor­mars ch fortgesetzt und die roten Truppen auf der ganzen Linie gezwungen, ihre Stellungen zurückzunehmen. Die Roten hatten den größten Teil ihrer schweren Artillerie auf der Linie Arra- court Dezanges La Petite zusammengezo­gen, aber General Mittelhauser hatte ohne den Wettergott gerechnet, der durch wolkenbruch­artigen Regen und starken Rebel jede Artillerie­beobachtung unmöglich machte und daher das Feuer so gut wie wirkungslos gestaltete. Später gingen die Blauen sodann zum Sturman­griff über, wobei sie von den Tanks wirksam unterstützt wurden. Arracourt wurde genommen und auch der rechte Flügel der Blauen drängte die Truppen des Generals Mittelhauser aus ihren Stellungen und lieh sie sich auf die Linie Mazerules Moncel BezangesLa Grande Iuvelize Gelucourt zurückziehen.

Für den zweiten Teil des Riesenmanövers, der nach dem sonntägigen Ruhetag am Montag beginnt, hat man dem Führer der Blauen, General Duffieux, einige Regimenter abgenom­men, um sie den roten Truppen des Generals Mittelhauser zu geben. Die Roten werden nun­mehr verhältnismäßig in der Llebermacht sein und sollen versuchen, Die erlittenen Verluste wie­der wettzumachen.

Die Gebühr für den Krankenschein.

Keine Voraussetzung für die Gewährung der Krankenhilfe.

Berlin, 8. Sept. (Täl.) Amtlich wird mitgeteilt: Sn der Presse ist in letzter Zeit wiederholt über Fälle berichtet worden, in denen Versicherte dadurch schweren Schaden an Leben und Gesundheit erlitten haben sollen, dah auf Grund der Rotverordnung des Reichs­präsidenten zur Krankenversicherung vor A u s - stellung des für die Behandlung notwendigen Krankenscheines die Zahlung der Gebühr von 5 0 P f. ver­langt worden sei. In einem Falle, der sich bei einer Berliner Detriebskrankenkasse zugetra­gen hat, soll die Verzöger ung der Be­handlung, die hierdurch herbeigeführt wurde, den Tod eines jungen Mädchens verursacht ha­ben. In einem anderen Fall in Kamenz sollen Kinder, die schwer an Diphtherie darnieder­lagen, nur dadurch gerettet worden sein, dah ein Arzt die Behandlung ohne Kranlenschein über­nahm.

Diese Rachrichten sind geeignet, Verwirrung in den Kreisen der Versicherten anzurichten. Es ist nicht richtig, dah nach der Rotverordnung die Ausstellung eines Krankenscheines ausnahms­los bis zur Zahlung der Gebühr verweigert werden muh. Das Reichsarbeitsmini­sterium hat bereits in einem Rundschreiben vom 2. August d. I. die Aufsichtsbehörden der Krankenkassen darauf hingewiesen, dah die neue Gebühr keine Voraussetzung für die Gewährung der Krankenhilfe bildet, sondern nur ein Sonderbeitrag des Ver­sicherten ist, der vor allem in dringenden Fällen auch nachträglich entrichtet wer­den kann.

Behördliche Erleichterung von Bauvorhaben.

Ein nachahmenswerter preußischer Erlaß.

Berlin, 8.Sept. (CNB.) Amtlich. In einem Erlaß des preußischen Ministers für Volkswohl­fahrt heißt es u. a.: Die große Zahl der Erwerbs­losen und die schwierige Lage der gesamten Wirt- schäft nötigen dazu, jedes Unternehmen, bei, dem Arbeitskräfte beschäftigt wer­den, in jeder Weise auch durch die Behör- den zu fördern. Aus diesem Grunde werden die Baupolizeibehörden, aber auch alle sonstigen bei der Ausführung von Bauten be­teiligten Behörden allen Bauvorhaben gegenüber größtes Entgegenkommen zeigen müssen. Dieses Entgegenkommen wird in erster Linie in einer möglich st beschleunigten geschäft- lichen Behandlung der Bauanträge zu bestehen haben. Wenn auch das Entgegenkommen nicht dazu führen darf, daß sich die Bauherren und Bauunternehmer willkürlich über die Forde­rungen Hinwegsetzen, die der Sicherheit und dem Bestreben auf Schaffung gesunder Wohnungen dienen, so wird doch in einer Zeit der wirtschaft­lichen Not von der Durchführung mancher Forde­rung im Wege der Ausnahme oder der Befreiung abgesehen werden können, deren Erfüllung zu anderer Zeit unerläßlich erscheint. Die Baupolizei wird in den Fällen, in denen sie das Bauvor­haben nicht unverändert genehmigen kann, dieses nicht einfach abzulehnen, sondern durch sach­gemäße Beratung des Bauherrn eine Lösung anzustreben haben, die eine möglichst beschleunigte Ausführung des Bauvor­habens ermöglicht.

Die Baiainvasion in Oberschlesien.

Tcheitern die Verhandlungen?

Berlin, 8. Sept. (Tel.-Un.) Der Zentrums­abgeordnete Lange- Dittersbach hat im preußi­schen Landtag folgende Kleine Anfrage eingebracht:

Zeitungsnachrichten zufolge soll die preu- ßische Staatsregierung beabsichtigen, den Klodnitz-Wald an den tschechischen Schuhindustriellen Bota zur Errich­tung einer Schuhfabrik zu verkaufen. Damit wurde sich die preußische Staatsregierung in Gegensatz zu den wiederholten Anträgen der Zen- trumsfraktion stellen, welche einen ftärferen Schutz der deutschen Schuhindustrie des Schuhwareneinzelhandels und des Schuhmacherhand­werks gegenüber der ausländischen Schuhindustrie forderten. Besonders für unsere gefährdeten schlesi­schen Gebiete würde sich die Bata-Niederlassung geradezu katastrophal auswirken. Auch die Arbeiter müssen bei Bata zu Bedingungen arbeiten, die sowohl dem Lohn als der Arbeitsweise nach für

Das vergewaltigte Oberschlesien.

Oie Revision der Ostgrenze. Oas Echo der Treviranuörede.

Auf einer Kundgebung der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschle- s i e r in Frankfurt (Oder) kam die wirtschaft­liche, soziale und kulturelle Rot dieses Landes zu starkem Ausdruck. Alle Redner betonten, daß Oberschlesien gegen alle Verträge vom Reiche abgetrennt worden sei und daß dieses Land wirtschaftlich ein unteilbares Ganze bilde, das nur in seinem Zusammen­hänge lebensfähig sein könne. Der abgetretene Teil müsse unter den heutigen Umständen ver­bluten. In einer Entschließung betonen die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier die unlösbare Verbundenheit aller deutschen Ostgebiete auf Gedeih und Verderb und fordern die Beseitigung der Versailler und der Genfer Fehlentscheidung über Oberschlesien. Sie be­grüßen die Erklärung der Reichsregierung, die die Forderung auf Revision derO st grenze angemeldet hat und bedauern den Rücktritt des Präsidenten der gemischten Kommission Ca­lo n d e r, durch den blitzartig die Bedrückung der deutschen Minderheit in Oberschlesien be­leuchtet wird. Die Entschließung klingt aus in den Sah: Ganz Oberschlesien i st deutsch!

Die Polen veranstalten inzwischen immer neue Massenkundgebungen gegen die Tre­viranusrede und die deutsche Revisionsforde­rung, ein Zeichen dafür, daß die Ausführungen des Ministers in Polen einen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Bemerkenswert ist übrigens,

daß diese Kundgebungen vom Westmarkenver- e i n, unter tatkräftiger Hilfe der polnischen Regie­rung, getragen werden. In den Entschließungen, die in diesen Kundgebungen angenommen wurden, wird unter anderm eine stärkere Bedrückung der Minder­heiten und ein Boykott deutscher Waren verlangt. Derartige Kundgebungen, wie sie die pol­nischen Städte um die Wochenende gesehen haben, sind nicht sonderlich tragisch zu nehmen, eben weil sie auf höheren Befehl zurückgehen und nicht die wirkliche Stimmung im Lande wider­spiegeln. Aber abgesehen davon glauben wir, daß man es sich in Warschau doch noch zehnmal über­legen wird, diese Forderungen zu erfüllen. Allein ein Boykott deutscher Waren würde für Polen b e - deutliche Folgen haben. Deutschland nimmt der polnischen Volkswirtschaft wertvolle Produkte ab, die es ebenso gut in anderen Ländern erwerben kann. Polen würde also im Falle eines Wirtschafts­krieges nur einen guten Kunden verlie­ren und dadurch die Wirtschaftskrise im eigenen Lande nur noch vergrößern. Aus dem gleichen Grunde wird Warschau auch von politischen Un­freundlichkeiten Abstand nehmen. Schließlich hat Polen allen Grund, sich nicht wegen der Forderun­gen irgendwelcher chauviniiter Heißsporne mit uns zu überwerfen, da es sich in einer geographisch wenig glücklichen Lage befindet und am besten ab­schneidet, wenn es den Frieden mit seinen Nach­barn nicht stört.

Dec paWnakonM im Völkerbimdsrat beigelegt.

Genf, 8. Sept. (Täl.) Der Dölkerbundsrpt behandelte am Montag in der ersten öffentlichen Sitzung den Bericht des Man datsaus- schusses über die Palästinafrage. Der sinnlän ische 2'ußenm nister P r o c o p e gab einen Kleber bl ick über oie Stellungnahme des Mandats­ausschusses und die Antwortnote der englischen Regierung. Er stellte dabei in vorsichtiger For­mulierung fest, daß die Aufgaben der englischen Regierung in Palästina außerordentlich schwierig seien. Es bestünde nur eine geringfügige Meinungsverschiedenheit hinsichtlich des Derwaltungsprogramms zwischen der engli­schen Regierung und dem Mandatsausschuß. Die älnruhen in Palästina hätten sich in keiner Weise gegen die englische Autorität in Palästina ge­richtet. Das Ziel der englischen Mandatsverwal­tung wird in dem Bericht kurz umrissen: Freie Entwicklung der verfassungsmäßigen Einrichtun­gen für eine freie Regierung und Sicherung des jüdischen Rationalstaates. Das Erreichen dieses Zieles sei nur möglich, wenn nicht nur die Man­datsmacht, sondern auch die beiden in Palästina wohnenden Rassen sich in gemeinsamer Arbeit zusammenfinden.

Der englische Außenminister Henderson er­klärte. die englische Regierung habe in der jüdi­schen Einwanderungsfrage bereits eine

Erklärung abgegeben, die alle Befürchtungen be­seitige. Die Einschränkungen der jüdischen Einwanderung tragen nur einen zeitweili­gen Charakter, da es sich keineswegs um ein grundsätzliches Einwanderungsverbot handele. Die englische Regierung stelle ferner fest, daß die Kritiken des Rabdats-Ausschusses nicht als ein Versuch anzusehen seien, sich an die Stelle der englischen Regierung in der Durchführung der Aufgaben in Palästina zu setzen. Die englische Regierung erkenne völlig das Recht des Man­datsausschusses zur Kritik an und sei mit dem Mandatsausschutz grundsätzlich in der Feststellung der Ziele des englischen Mandates in Palästina einig.

Der Vertreter Persiens gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß der Mandatsausschuß nicht auf die Sicherung der religiösen und zivilen Rechte der nichtjüdiscyen Bevölkerung hingewiesen habe. Er habe das Vertrauen in die englische Regierung, dah die Interessen der Andersgläubigen in Palästina nicht verletzt würden.

Darauf nahm der Völkerbund einstimmig die vom finnischen Außenminister vorgeschlagene Ent­schließung an, womit der Konflikt zwischen der englischen Regierung und dem Mandatsausschuh als beigelegt betrachtet werdeii kann.

Gegenrevolution in Argentinien?

Das neue Kabinett Llnburu. Neue blutige Kämpfe. Scharfe Zensur.

Buenos Aires. 9. Sept (IcL-Un.) DieLa ptenfa berichtet, gehören der von General U r i - b u r u gebildeten vorläufigen Regierung außer ihm selbst nur zwei Militärpersonen, der Marineminisler Konteradmiral Renard und der Kriegsminifter Oberst Medina an. Der Vizepräsident und die übrigen sechs Minister find Zivilpersonen und in ihrer Mehrzahl erfahrene Politiker, die der Konservativen Partei und den Demokraten, die aber in Wahrheit nur eine besondere konservative Gruppe darstellen, nahestehen. Diese Zusammen­setzung der vorläufigen Regierung scheint zu bewei­sen, dah die Aufrichtung einer Militär­diktatur nicht geplant und die baldige Rückkehr zu verfafsungsmähigen Zuständen beab­sichtigt ist. Vizepräsident Santa Marina ist einer der reichsten Großgrundbesitzer Ar­gentiniens. Der Außenminister Bosch, der deut­scher Abstammung ist. hat das gleiche Amt schon von 1910 bis 1916 bekleidet, Finanzminister Perez ist ebenfalls Fachmann.

DieAssociated Preß" teilt mit, dah sie gestern abend aus Buenos Aires in rascher Folge mehrere lakonische Telegramme erhielt, nach denerc die argentinische Flotte das Re­gie r u n g s g e b a u d e in Buenos Aires bom bardiert Hobe. Telegramme mit näheren Einzelheiten seien nicht mehr eingetroffen, was offenbar auf die Verhängung der Zensur infolge einer Gegenrevolution fchliehen lasse. Auchherald Tribüne" berichtet über den Ausbruch einer Gegenrevolution. Anscheinend haben sich er­neut Strahenkämpse abgespielt, wobei auher der Flotte auch Kavallerie und Infanterie gegen die neue Regierung revoltiert haben sollen. Auch in Montevideo (Uruguay) wurde, un­geachtet schärfster Zensur, die während der Rächt

über alle aus Buenos Aires ausgehenden Kabel­telegramme verhängt wurde, bekannt, dah es gestern abend in Buenos Aires blutige Kämpfe ge­geben hat.

Die Giraßenkämpfe in Buenos Aires.

N e u y o r k, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nach weiteren aus Montevideo auf telephonischem Wege hierher gelangten Meldungen sind die gestrigen Er- eignisse in Buenos Aires darauf zurückzuführen, daß einige Anhänger Jrigoyens auf die Wache am Po st amt feuerten, worauf sich in der Dunkelheit ein allgemeiner Straßenkampf ent- wickelte, da ein großes Truppenaufgebot aus dem Regierungsgebäude herbeieilte und das Postamt m i t Geschützfeuer zu belegen begann. Das Feuer- gefecht schien sich um den Regierungspalast und die benachbarten Straßen zu konzentrieren. Gerücht­weise verlautet, daß einige Regimenter gegen das neue Regime revoltierten, um Jrigoyen wieder ein­zusetzen. General Uriburu sandte um Mitternacht an die Presse eine Erklärung, wonach keinellrsache zur Beunruhigung bestehe und das Gerücht, wonach ein Teil der Armee sich gegen das neue Regime erhoben habe, unzutreffend fei.

Ltnruhen in Südbrasilien.

Reuhork, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Wie Ass. Preß ans Montevideo berichtet, hat die Re­gierung von Uruguay in der Rächt die offizielle Rachricht erhalten, daß in dem brasilianischen Staat Rio Grande do Sul eine revolu­tionäre Bewegung im Gange fei. Man rechnet damit, daß die Llnruhen in Brasilien weiter um sich greifen werden. In den bisherigen Meldungen wurde den älnruhen lediglich örtliche Bedeutung nachgesagt. Zur Sicherung der Grenze von Uruguat) wurden zwei Regimenter Kavallerie entsandt.

sie fast untragbar sind. Der ortsansäßige Han­del und das Gewerbe haben von einer Bata-Nieder- lassung keinen Vorteil, da Bata die ge­samte Versorgung seiner Belegschaft mit den wichtigsten Lebensbedürfnissen übernimmt und die Arbeiter zwingt, nur bei i h rn zu kau­fen. Schon jetzt macht Bata den Schuhgeschäften und dem Schuhmacherhandwerk in den Grenzgebie­ten schlimmste Konkurrenz. Hat er einmal eine deutsche Fabrik, so sind die wirtschaftlichen Fol­gen nicht abzusehen. Es wäre deshalb unverständlich, wenn gerade die preußische Staatsregierung zu einer solchen Maßnahme die Hand bieten würde. Ich frage: Sind die Zeitungsnachrichten richtig? Wenn ja, ist das Staatsministerium bereit, etwa begonnene Verkaufsverhandlungen mit der genannten auslän­dischen Firma sofort abzubrechen?

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Wie die Telegraphen-llnion erfährt, sind die Bedingungen, die der preußische Staat der Batagruppe für die Eröffnung einer Niederlassung in Oberschlesien auferlegt hat, insbesondere zum

Schutze der Interessen des schlesischen Handwerks, ferner in sozialpolitischer Hinsicht sowie zur Ver­meidung der Gefahr einer Ueberschwemmung mit leitenden tschechischen Angestellten so schwer, daß anzunehmen sein wird, daß sie für die Batagruppe nicht tragbar fein werden. Man glaubt in unterrichteten Kreisen, daß der ursprüngliche Plan des Staatsvertrages zwischen Preußen und dem Batakonzern an diesen Bedingungen scheitern werde.

Aus aller Wett.

Gedächtnisfeier für Andree in Iromsö.

Die Gedächtnisfeier für Andree und seine Ge­fährten in der Kirche von Tromsö gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feierlichkeit. Stadt und Hafen hatten überall Halbmast geflaggt. Lange vor Beginn des Gottesdienstes hatte sich eine große Menge vor der Kirche eingefunden. Tau­sende fanden keinen Platz mehr. Die Särge waren unter der Kanzel ausgestellt und mit der

schwedischen Flagge bedeckt. Fahnen in den nor­wegischen und schwedischen Farben standen zur Seite. Die Kirch« war stimmungsvoll mit Trauer­flor ausgeschlagen, der Altar mit Blumen in den Farben Rorwegens und Schwedens geschmückt. Unteroffiziere und Mannschaften von den beiden Schiffen ^Michael Sars" und Svens k-Sund" bildeten Spalier. Der Geistliche erinnerte daran, daß in der gleichen Kirche zwei Jahre zuvor eine Trauerfeier für Roald Amundsen stattgefunden habe. Rach abermaligem Gesang und Orchester­vortrag wurden die Särge von norwegischen Matrosen nach dem Südausgang der Kirche ge­tragen, wo sie vorläufig verbleiben werden. So­bald das RobbenfangschiffIsbjörn" mit den Gebeinen Fränkels eingetroffen sein wird, wer­den alle drei Särge von schwedischen Matrosen von der Kirche an Bprd der Svensk-Sund" über­geführt werden.

Unruhen in Santo Domingo.

Infolge des Mangels an Lebensmit­teln sind Hungerunruhen ausgebrochen. Die Mehrzahl der Bevölkerung hat seit dem letzten Mittwoch nichts zu essen ge­habt.^ Etwa 100 Personen versuchten die Werft zu stürmen, um sich der dort aufgestapelten Le­bensmittel und Vorräte zu bemächtigen. Sie wurden indessen von der RatipnalgÄrd»- zurück- getrieben. Während der Unruhen waren die amerikanischen Marinefoldaten alarmbereit.

Autostraße CalaisKonstantinopel.

Die Verkehrsinteressenten aller europäischen Länder sind augenblicklich mit der Ausarbeitung eines sehr bedeutenden Projektes beschäftigt, das die Schaffung einer großen transkontinen­talen Autostraße von Calais bis Konstantinopel vorsieht. Dieses Projekt, das deutscherseits von den großen Automobil­klubs aufs nachdrücklichste unterstützt wird, wird schon in der allernächsten Zeit auch den Be­hörden zur Begutachtung und Beschlußfassung vorgelegt werden. Es sieht neben dem Ausbau des vorgefchlagenen Verkehrsweges, der eine Länge von etwa 3000 Kilometer haben wird, die Ausbesserung und Erweiterung der bereits bestehenden Wege vor. die Beschüttung der ganzen Strecke mit staub­freiem Belag, eine durchgreifende Vereinheit­lichung der Direktions- und Gefahrensignale, wichtige Abmachungen über Paßrevision und Zolluntersuchungen, eine Vervollkommnung der tötete und Llnterkunftsstellen längs der ganzen tre-de und endlich die Schaffung eines be­sonderen Führers. Die Kosten des Unter­nehmens werden mit 40 Millionen Mark ver­anschlagt, die von den Ländern, durch die die groß« Straße führen soll, aufgebracht werden müssen. Bei der Bedeutung des Projekts für den Fremdenverkehr im besonderen und die Wirtschaft im allgemeinen ist kaum daran zu zweifeln, daß sich auch das Reich hervorragend an der Durchführung des Projektes beteiligen wird. Schon in den nächsten Wochen werden die großen Derkehrsorganisationen ihre Vor­schläge, die sie gemeinsam mit den ihnen be­freundeten Gesellschaften im Ausland ausarbei­ten, der Öffentlichkeit unterbreiten.

Brandkatastrophe in einem griechischen Hafen.

Ein Grohfeuer richtete in den Riederlagen der Standard Oil imPiraeus unübersehbaren Schaden an. Das Feuer ist dadurch entstanden, daß ein Matrose, nachdem er abgekocht hatte, einen noch glühendenBrandscheit insMeer warf. Da in der Rühe ein Segelboot Denzi n lud und das Meer ui seiner Umgebung m i t einer dünnen Benzins chicht bedeckt war, fing es sofort Feuer und steckte sogleich neun andere Segelboote und kleinere Boote, die alle

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Reihe der von Westen heranrückenden Störungen zeigt noch keinen Abschluß. So war gestern über dem Atlantischen Ozean ein neues Tiefdruckgebiet zu erkennen, welches heute bereits über Irland liegt. Dis über England und Rord- frankreich erstreckt es schon seinen Einfluß, so daß dort neue Riederschläge auftreten und dabei die Temperaturen ansteigen. Auch wir gelangen bei der östlichen Fortbewegung der Störung in das Regengebiet, wobei ebenfalls die Südwest­luft Erwärmung verursachen wird.

Aussichtenfür Mittwoch: Zunächst be­deckt und Riederschläge, wärmer, wechselnd wolkig.

Aussichten für Donnerstag: Wech­selnd bewölkt, dabei aufheiternd, etwas kühler und gelegentlich vereinzelte Schauer.

Lufttemperaturen am 8. September: mittags 16,3 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 9. September: morgens 12,0 Grad. Maximum 16,6 Grad, Mini- mum 6,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. September: abends 16,6 Grad; am 9. Septem­ber: morgens 14,4 Grad Celsius.- Niederschläge 0,6 mm. Sonnenscheindauer H Stunden.