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Hirschkäfer, der sein prachtvolles Geweih ge­wichtig über die Grashalme trägt.

Hier ist selige Stille und Feier. Wie bald wird's wieder vorüber seinl

Wanderfahrten.

Marburg Dagobertshausen Rimberg Caldern.

Wir beginnen unsere Wanderung am Barfüßertor in Marburg, von wo wir zunächst blauen Punkten nach die Calderner Straße aufwärts gehen. Auf der Höhe bieten sich uns reizende Blicke auf Marburg, das Lahntal mit dem Frauenberg, später Amöne­burg, Dünsberg und die Hinterländer Berge. Einige Zeit hinter dem Sellhof (Wirtschaft) treffen wir bei derBlauen Mütze" rote Striche, die uns jetzt das Geleit geben. Auf guter, teilweise von Birken umsäumter Landstraße kommen wir nach Dagoberts- Hausen (GastwirtschaftZur Königsruine"), einen kleinen Weiler. Hinter dem Ort führt uns das Zeichen erst über Feld, später durch Wald, zuletzt in kräftigem Anstieg hinauf zum 500 Meter hohen Rimberg, dessen Holzturm eine entzückende Rund- und Fernsicht bietet. Dem roten Strich nach steigen wir auf bequemem, vielfach gewundenem Wege ab­wärts, unterwegs hübscher Rückblick zum Rimberg, nach Caldern, von wo wir über Marburg heim­fahren. Wanderzeit,4 Stunden.

Friedberg Kapersburg Lochmühle Saalburg Homburg v. d. h.

Bon Friedberg (bis dahin Sonntagskarte) gehen wir gelben Strichen nach durch freie Gegend über Ockstadt, hinter dem alsbald der Wald beginnt, in zweieinhalb Stunden nach dem Römerkastell Ka­persburg. Die interessante freigelegte Anlage in parkartiger Landschaft lohnt schon eine eingehende Besichtigung. Im Blockhaus sind Erfrischungen zu haben. Wir gehen nun zunächst den gelben Strichen, später roten Strichen, auch liegendesU" nach, am Pfahlgraben entlang, der an manchen Stellen noch ziemlich hoch ist, in lt Stunden nach der Loch­mühle (Wirtschaft). Weiße Bierecke führen von hier in einer halben Stunde nach der Saalburg, einem der wichtigsten Römerkastelle, das vor mehreren Jahren aufgebaut wurde und ein sehenswertes Mu­seum besitzt. Bon der Saalburg benutzt man zweck­mäßig die elektrische Bahn nach dem Endziel Hom­burg, um noch die Kuranlagen, das Kurhaus und die Quellen der schönen Bäderstadt zu besichtigen.

Reiseliteratur.

Neue Prospekte der Wartburg- st a d t Eisenach. Der Derkehrsverein e. D, städtisches Verkehrs- und Reisebureau der Wart­burgstadt Eisenach, hat einen neuen Führer durch Eisenach und Umgegenb, dazu ein Hotel- und Gaststättenverzeichnis herausgegeben. Zn über­sichtlicher Anordnung, mit guten Bildreproduk­tionen versehen, erfüllt der Führer alle An­sprüche, die vom künstlerischen wie verkehrs­werbenden Standpunkt gestellt werden müssen. Das Hotel- und Gaststättenverzeichnis gibt über die Unter fünfte und Verpflegungsmöglichkeiten genaue Auskunft. Auch älnterhaltungsetablisse» ments und Zugendherbergen finden Erwähnung. Ein guter Llebersichtsplan erleichtert die Orientie­rung des Fremden.

Oberheffen.

Großfeuer in Brauerschwend.

£ Brauerschwend, 9. Aug. Gestern nach­mittag gegen 5 Alfjr bei einem schweren Ge­witter schlug der Blitz in die Scheune des Landwirtes Ern st Kreuder ein. Innerhalb weniger Minuten stand die ganze Scheune mit^sehr viel Erntevorrat in Flam­met. Die Feuerwehr von Brauerschwend, sowie die Wehren von Hergersdorf, Renzendorf, Unter- und Obersorg, Rainrod waren schnell zur Stelle und griffen mit mehreren Schlauchleitungen den Brand an, so daß das Wohnhaus, sowie die Rachbargebäude vor größerem Schaden bewahrt wurden. Äie Alsfelder Wehr, die später ver- Jlänbigt wurde, war schnell zur Stelle und griff mit der Motorspritze noch ein. Das Vieh konnte S e r e frt e t werden, während der gesamte Heuvorrat (60 Wagen), sowie.der gesamte Roggen und ein Teil der Gerste voll­kommen vernichtet ist. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt fein. Dor vierzig Iahren ist die Scheune schon einmal durch Blitz­schlag abgebrannt.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck , 8. Aug. Gestern abend befaßte sich der Gemeinderat mit einem Einspruch des Ortsgewerbevereins Wieseck ge­gen zwei Rubriken des Voranschlags für 1930. Bürgern?eister Schomber gab zunächst den Einspruch bekannt, aus dem folgendes zu ent­nehmen war: Der Ortsgewerbeverein erhebt Ein­spruch gegen die Art der Umlage des beim Autobetrieb Verlust g gegangenen Kapitals, sowie Hegen die planmäßige Finanzierung der Begräbnisse der Ortsbürger ohne Rück­sicht auf Bedürftige oder Richtbedürftige. Zn der Begründung werden die Verluste des Autobetrie­bes mit 72 663,17 Mk. errechnet, die somit eine jährliche Belastung von 7000 Mk. für 27 Zähre für die Gemeinde bedeuten würden, und hier lehnt der Gewerbeverein die nach seiner Ansicht einseitige Belastung des Gewerbes ab. Bürger­meister S ch o m b e r gab den Derlustbetrag nach dem Voranschlag 1930 mit 44 190 Mk. an. Ruch Mitteilung von Bürgermeister Schomber sei es gleich, ob für den Autoverlust die Rubrik 18 im Voranschlag (Verkehrswesen) wieder geschaffen wird, oder der Verlust - wie geschehen in anderen Rubriken erscheine, da ja hierdurch die Umlage sich nicht verändere. Im übrigen würden die Ausschlagsähe zu den Steuern vom Kreisamt vorgeschlagen. Rachdem sich niemand zum Wort meldete, ließ Bürgermeister Schomber über den Einspruch abstimmen. Der Einspruch des Ortsgewerbevereins wurde gegen fünf Stimmen abaelehnt. Ueber die kostenfreie Bestattung sämtlicher Ortsbürger entspann sich eine längere Aussprache. Auch dieser Einspruch wurde gegen fünf Stimmen abgelehnt, wenn auch allgemein anerkannt wurde, daß die Submittierung der Särge an einen Schreiner- meister für die anderen Schreiner eine wirtschaft­liche Härte bedeute. Die neue Straße soll Riederfeld st raße benannt werden, dem zu­gestimmt wird. Es folgten noch einige kleine Anfragen und Anträge, denen zugestimmt wurde. Gemeinderat Benner gab zwei persönliche Er­klärungen betr. den Schreibgehilfen Werner und den Ortsgewerbeverein ab.

Die Weltmeisterschaften der Studenten.

Der gestrige Freitag brachte in seinem Pro­gramm bei den Studenten-Weltmeisterschaften in Darmstadt nur

leichtathletische Wettbewerbe, die gegen Abend durch einen Gewitterregen ge­stört und schließlich auf Samstag verschoben wur­den. Ausgetragen wurden am Freitag die Ent­scheidungen über 110 Meter Hürden, Herren, 80 Meter Hürden, Damen, 100 Meter, Olympi­sche Staffel, 400 Meter und Weitsprung, die ersten vier Uebungen zum Fünfkampf und die Dorläufe über 800 Meter. Auf Samstag wurden verschoben der Hochsprung der Damen, die 200- Meter-Vorläufe und der zum Fünfkampf ge­hörende 1500-Meier-Laus.

Ueber llOMeterHürden befand sich kein Deutscher im Endlauf. Da Marchand (Frankreich) nicht antrat, nahmen nur fünf Athleten am Finale teil. Der Sieg fiel in 15,6 an den Iapaner Fu­jita vor dem Engländer Bowler (16,0), dem Polen Rowosielski (16,1), dem Iapaner Iwanaga (16,2) und dem Ungarn Boroh. Den 8 0- Meter-Hürdenlauf der Damen, den nut drei Teilnehmerinnen bestritten, gewann Frl. Friedheim (Deutschland) in 13,2 vor Frl. Schlottmann (Deutschland) 13,3 und der Oester- reicherin Braun (14,1). Drei deutsche Teilneh­mer starteten im Finale der 100 Meter. K ör- n i g siegte erwartungsgemäß in der annehmbaren Zeit von 10,6 vor Eldracher (10,9), der im Endspurt den Ungarn Raggambi (10,9) auf den dritten Platz verwies. Die weiteren Plätze: 4. Glaser (Oesterreich), Salz (Deutschland), Poshioka (Iapan). In der Olympischen Staffel gab es wieder einen deutschen Sieg, der aller­dings beinahe vereitelt worden wäre. Die deutsche Staffel mit Danz, Mehner, Eldracher, Lefeber hatte bis zum Schlußmann 30 Meter Dorsprung herausgeholt, die Lefeber bis auf Brustbreite an den Schlußmann der Italiener verlor. Ganz knapp wurde Deutschland mit 3: 32 Min. Sieger vor Italien (3:32,1), Iapan (3:33,6), Oesterreich, Frankreich und England. Ueber 400 Meter lief der Kölner Möller ein gutes Rennen und arbeitete sich nach anfänglich schlechter Position im Endspurt hinter dem siegenden Franzosen

Iackson (49,5) in 49,6 auf den zweiten Platz. Dritter wurde der Irländer Moore in 50 Sek. vor Haug (Rorwegen), Bartel und Knenizky (Tschechoslowakei). Im Weitsprung siegte der Iapaner Oda in 7,30 Meter vor Balogh (Ungarn) mit 7,26 Meter, dem Deutschen Maier und dem Letten Dimsa, die mit 7,145 Meter nach einem Stichkampf Dritter und Vierter wurden, sowie dem Finnen Tolama (7,13) und dem Ia­paner Oshima (7,09 Meter).

3n den noch nicht beendeten Konkurrenzen gab es auch harte Kämpfe. Im Fünfkampf, von dem Weitsprung, Speerwerfen, 200-Meter- Lauf und Diskuswerfen abgeschlossen sind, und der Lauf über 1500 Meter noch ausgetragen wer­den muß, liegt der Finne Tolama mit 3242,290 Punkten vor Dimsa, Lettland (3149,977), Bacsal- masi, Ungarn, und Ladewig, Deutschland, mit 2981,077 Punkten. Aus drei Vorläufen über 800 Meter qualifizierten sich für die Entscheidung die drei Deutschen Müller (1:57,7), Schwerdtfeger (1:59,4) und Danz (1:59,2), die beiden Franzosen Galtier und Ossart, ferner La­zar (Ungarn), Borulis (Lettland), Reuterswaerdt (Schweden) und Wentworth (Australien).

Dank der Studenten

an Staatspräsident Adelung.

WSR. Darmstadt, 8. Aug. Der Leiter des Turn- und Sportamtes der deutschen Stu­denten, Walter H i n s ch , hat an den Staats­präsidenten Dr. Adelung folgendes Schrei­ben gerichtet:Ramens der deutschen Studen­ten gestatte ich mir, den besten Dank aus­zusprechen für die freundliche Aufnahme, die wir hier in Darmstadt und bei Ihnen gefun­den haben. Ich darf gleichzeitig für die über­aus entgegenkommende Art, in der Sie alle un­sere Wünsche zu erfüllen sich bemüht haben, un­ser aller Dank aussprechen. Ihnen, nicht zu­letzt Ihrer Mühe, ist es zu danken, daß sich die deutschen Studenten und ihre ausländischen Kommilitonen in Darmstadt so wohlfühlen, wie es bisher der Fall war."

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 10. August.

7 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der ersten Gemeinde der Evangelischen Gemeinschaft zu Frankfurt a. M. 11: Don Salzburg: Iohann-- Strauß-Konzert, die Wiener Philharmoniker. 13: Stunde des Chorgesangs. 14: Stunde der Iugend. 15: Stunde des Landes. 15.35: Stadion Darm­stadt. Akademische Weltmeisterschaften. Leicht­athletikentscheidung 200 bis 800 Meter. 16: Don Dad-Rauheim: Konzert des Kurorchesters. 18: Laienspielbewegung , Vortrag von Studienrat Heller. 18.25: Stunde des Rhein-Mainischen Ver­bandes für Volksbildung:Bei den deutschen Bauern in der Dobrudscha", Vortrag von Dr. Diemer, Darmstadt. 19 20: Sportnachrichten. 19.30: Zitherkonzert. 20.15: Konzert des Philharmoni­schen Orchesters: Populäre internationale Musik. 22.45 bis 0.30: Tanzmusik.

Montag, 11. August.

7.30 bis 9 Uhr: Don Bad Wildungen: Konzert. 12: Don Berlin: Derfassungsfeier der Reichs­regierung im Reichstag. 13: Schallplattenkonzert: Sinfoniekonzert. Werke von Anton Dvorak. 16: Don Bad Wildungen: Konzert des Städtischen Orchesters Bremerhaven-Wesermünde. 18.05: Genie und Zähigkeit", Dortrag von Dr. Wilh. Hermanns, Berlin. 18.30:Ludwig Heck, Direktor des Berliner Zoologischen Gartens", anläßlich seines 70. Geburtstages, Dortrag von Dr. Kurt Priemei. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Liederabend. 20: Von Berlin: Derfassungsfeier im Sportpalast, veranstaltet von der Reichs­regierung, der Preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin. 22: Gottfried Benn lieft aus eigenen Arbeiten. 22.50: Unterhaltungskonzert.

Dienstag, 12. August.

7.30 bis 9 Uhr: Don Bad Wildungen: Konzert. 12.20: Don Bad Schwalbach: Konzert des Kur­orchesters. 13: Schallplattenkonzert: Orientalische Musik von slawischen Komponisten. 15: Haus­frauennachmittag. 16: Don Stuttgart: Rachmit­tagskonzert des Rundfunkorchesters. 17.30: Film- Reportage:Westfront 1918". 18.05: Walter

De st liest aus eigenen Werken. 18.35: Don Stutt­gart:Danzig", Dortrag von Dr. Richard Wag­ner. 19.05: Don Stuttgart:Fahrt durch die Pro­vence", Vortrag von Dr. Karl Loewenberg. 19.30: Heiteres aus eigenen Werken. Vorlesung von Hans Müller-Schlösser. 20: Klavierkonzert, Franz Osborn. 20.45: Von München: Der weib- scheue Hof. Oberbaherisches Volksstück in drei Akten von Albert Martens.

Mittwoch, 13. August.

7.30 bis 8.30 Uhr: Von Bad Homburg: Kon­zert des Kurorchesters. 12.30: Don Stuttgart: Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert: Trinklieder. 15: Stunde der Iugend. 16: Don

Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunk­orchesters. 18.05: Von Koblenz: Ein Gang durch die große GemäldeausstellungLandschaften aus dem befreiten Rheinland". 18.35: Von Stuttgart: Esperantokurs. 19.05: Von Stuttgart:Versail­les", Vortrag von Hans Lamberts. 19.30: Don Stuttgart: Bunter Abend: WienBerlin. 21: 2luf Sohle III. Ein Bergmannsdrama in drei Aufzügen von Carl Traut.

Donnerstag, 14. August.

7.30 bis 8.30: Don Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplattenkonzert: Italie­nisch-volkstümlich. 15: Stunde der Iugend. 16: Von Bad Orb: Konzert des Kurorchesters. 18.05. Zeitfragen. 18.35:Skandal aus dem Stegreif", Vortrag von Dr. Manfred Georg. 19.05: Fran­zösischer Sprachunterricht. 19.30:Glück in Oester­reich" von Emst Lissauer, vorgelesen von Georg Lengbach. 20: Von Salzburg: Mozart-Kammer­musik des Rose-Quartetts. 21.15: Lieder, Legen­den und Chansons. 22.20 bis 23.30: Tanzmusik.

Freitag, 15. August.

8 bis 9: Von Bad Ems: Konzert des Kur­orchesters. 12.20: Schallplattenkonzert: Aus Opern und Musikdramen von Richard Wagner. 15: Mein Zunge spricht zwei Sprachen", Gespräch zwischen Lehrer Otto Stückrath, Wiesbaden, und einer Mutter. 15.25:Die Aufbauschulen mit be­sonderer Berücksichtigung derjenigen in Hessen- Nassau", Vortrag von Oberschulrat Dr. Deiters, Kassel. 16: Von Stuttgart: Rachmittags-Konzert des Rundfunkorchesters. 17.50: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost:Postausweiskarten und son­stige Ausweismittel", Vortrag von Postinspektor Kaiser. 18.05: Buch und Film. 18.35: Von Stutt­gart:Der Aufbau unseres Stemsystems", Vor­trag von Professor Beutel. 19.05: Don Stutt­gart:Der Lizenzvertrag ein wichtiges Kapitel aus der Verwertung von Erfindungen", Vortrag von Patentanwalt Schwaebsch, Stuttgart. 19.30: Don Stuttgart: Zohann.°Strauß°Konzert. 20: Don Stuttgart: Schwäbischer Abend, geleitet von Martin Lang. 22.30: Von Stuttgart: Ein Tag in Weimar. 23.30 bis 0.30: Don Stuttgart: Tanz­musik.

Samstag, 16. August.

8 bis 9: Don Bad Ems: Konzert des Kur­orchesters. 12.20: Schallplattenkonzert. 14.30: Von Stuttgart: Stunde der Iugend. 16: Von Bad Ems: Konzert des Kurorchesters. 18.05:Das Iahr 1910" von Kurt Kersten. 18.35: Stunde der Arbeit:Was man als Arbeiter so erlebt^, Ge­spräch zwischen Dr. Laven unb Oskar Krüger. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Don Stuttgart: Historische Marschmusik und Soldaten­lieder. 21: Von Stuttgart: Der Tag der Tiere. 22.20: Erste Bekanntmachung zur Einbrecher- Fahndung des Rundfunks. 22.30 bis 24: Tanz­musik.

00 Klein-Linden, 8. Aug. Aus der Ge­meinderatssitzung vom gestrigen Don­nerstagabend ist als bemerkenswert zu berich­ten: Vor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorsitzende, Bürgermeister I u n g , mit, daß vom hessischen Staat zur Erbauung der Wasserleitung in unserem Ort ein Zu­schuß von 40 000 M k. genehmigt wurde und daß von feiten des Staates nunmehr beim Reich beantragt ist, auch die verstärkte Arbeits­förderung des Reiches der Gemeinde zugute kommen zu lassen. Diese besteht darin, daß das Reich bis zu fünf Prozent der Verzinsung der übrigen Kosten übernimmt, mithin der von der Gemeinde aufzubringende Zinssatz um fünf Pro­zent gesenkt wird. Eine längere Aussprache fand über die Erweiterung des Ortsbau­plans statt, die sich auf Teile in der Heeg­straße, Wann, Bergstraße, Frankfurter Straße, Gartenstrahe und Schildberg erstreckt. Angesichts der Wichtigkeit der Angelegenheit glaubt der Gemeinderat, in besonderer Sitzung in Gegen­wart von Baurat Wagner, Gießen, die An­gelegenheit regeln zu sollen. Beschlossen wurde ferner, daß die Llebernahme der Kosten für Krankenkasse und Invalidenversicherung für Aus­gesteuerte auf die Gemeindekasse erfolgen soll. Sollte sich die Zahl der ausgesteuerten Erwerbs­

losen besonders hoch stellen, so will her Ge­meinderat in späterer Sitzung erneut über die Angelegenheit beraten. Die Reuregelung der Besoldung des Bürgermeisters wurde mit 8 Stimmen bei 4 Stimmen Enthaltung ab­gelehnt.

g. Klein-Linden, 7. Aug. Am vergange­nen Sonntag fand hier das diesjährige Bun- desschießen des Lahn - Dill - Hüt- tenberg-Schützenbundes, verbunden mit einem Preisschietzen des hiesigen Schützen- ClubsR o l a n d", statt. Es trat eine statt­liche Zahl Schützen es waren etwa zehn aus­wärtige Vereine erschienen auf dem vom hie­sigen Schützen-Club neu errichteten und herrlich am Walde gelegenen Schietz stand zum Schießen an. Die Leistungen der Schützen sind als sehr gut 3" bezeichnen. Die Bundesmei st erschuft errang mit 138 Ringen der Schützenverein O b e r b i e I. An zweiter Stelle stand der hiesige Schützen-ClubRoland" mit 133 Ringen. Beim Preisschießen errang den 1. Preis H.umrich (Oberbiel) mit 36 Ringen, Stein (Klein- Linden), 36; 3. Wagner (Krofdorf), 36; 4. Kreutz (Krofdorf), 36; 5. Pfeiffer (Klein-Linden), 35; 6. Stoll (Großen-Linden-, 35; 7. Dietrich (Stein­dorf), 35; 8. Deitzmann (Löhnberg), 35; 9. Schütt­ler (Großen-Linden), 35 Ringen. Die übrigen 15

Preise wurden alle mit 34 Ringen errungen. Abends trafen sich die Schützen zu einem geselli­gen Beisammensein, bei dem der hiesige Gesang­vereinEintracht" verschiedene Lieder gut zum Vortrag brachte.

LI Grotz en-Linden, 7. August. Aus der jüngsten G e me i n d e r'a t s s i h u n g ist u a. zu berichten: Der Wirtschaftsplan für den Gemeindewald für 1931 mit einer Betriebs­ausgabe von 2675 Mark wird ohne Widerspruch genehmigt. Einem Antrag auf Genehmigung zur Erbauung eines Wohnhauses mit Vorgarten in einer neuen Straße wird entsprochen. Gleich­zeitig beschließt der Gemeinderat, daß alle in dieser Straße zu errichtenden Wohnhäuser mit Vorgärten zu versehen sind. Diese neue Straße beginnt in der Bahnhofsstraße und läuft parallel mit der Bismarckstratze. Der schrift- liche Einspruch einiger Gewerbetreibenden und Landwirte gegen den Voranschlag 1930 soll ohne Stellungnahme dem Kreisamt vorgelegt werden. Der Gemeinderat lehnt eine Stellung- nabme ab, weil eine Festsetzung der Ausschlags­satze noch nicht erfolgte und die Eingabe eine Begründung und Angaben, in welcher Rubrik evtl, eine Ausgabensenkung möglich wäre, nicht aufweist.

'Londorf, 8. Aug. Vom R e rt** u n ö furnier in Londorf ist dem kürzlichen Bericht noch nachzutragen, daß bei dem Be- grußungsabend gleichzeitig ein Tradi- tiongabenb für das ehemalige Hessische Garde-Dragoner-Regiment stattfand. Die zum Turmer anwesende 5. Eskadron Reiter-Regi­ment 16 hat die Tradition des alten Regiments weiter zu führen. Diesem Umstand zu Ehren war die Standarte der Vereinigung ehem. Hess. Garde-Dragoner aus Darmstadt gekommen; sie ist eine Rachbildung der alten Originalstandarte, die im Museum in Darmstadt nach ruhmreichen Zeiten aufbewahrt wird. Eine größere Anzahl ehemaliger Hess. Garde-Dragoner der Haupt­gruppe Gießen begrüßte die jungen Reiter der Traditionseskadron in kameradschaftlichem Zu­sammensein und stiftete ein Bild in d er Friedens­paradeuniform für das Kameradschastsheim in Hofgeismar. Besonders sei noch erwähnt, daß es gelungen war, wohl den ältesten Angehörigen des ehemaligen Regiments, Herrn Philipp Krie- g e r aus Allendorf (Lumda), im Auto zum Be­grüßungsabend in den Kreis der alten Tradition zu bringen. Philipp Krieger hat das hohe Alter von 92 Lebensjahren und konnte noch in erfreu­licher Rüstigkeit an allem teilliehmen. Gedient hat er beim Regiment, das damals noch den RamenHessisches Gardechevaulegers-Regiment" trug, in den Iahren 1859 bis 1862; er war Kriegsteilnehmer von 1866. Der Vorsitzende der Haupfgruppe der ehem. Hess. Garde-Dragoner des Kreises Gießen überreichte dem Kameraden Krieger zur Erinnerung an diesen Abend einen silbernen Becher mit einer Eingravierung, bie ihn an dieses seltene Zusammensein mit Kameraden seines alten ruhmreichen Regiments erinnern soll.

Bettenhausen, 7. Aug. Dieser Tage veranstaltete der Geflügelzuchtverein R ö r d l i ch e W e f t e r a u eine Fahrt durch bas nördliche Oberhessen, die der Besichtigung von Geflügelfarmen und der Fühlungnahme mit ben Geflügelzuchtvereinen des Bezirks galt. In zwei Autobussen ging es am Morgen zunächst nach Griedel, wo die Hühnerfarm von Christ eingehend besichtigt wurde. Don hier aus fuhr man nach Butzbach, wo man mit den Mitgliedern des Butzbacher Vereins einen Rundgang unternahm, auf dem man die Hühnerzuchten der Herren Ester, Binzer, Mel­chior, Bechtold und Hotum, sowie her Geflügel­farmWilhelyishöhe" besichtigte. Rach dem Mit­tagessen führte die Weiterfahrt nach Lang- Göns, wo die Hühnerzuchten der Herren Karl Müller II., Lehrer Hofmann, Ludwig Schäfer, Eckart, K. Stoll, Willi Dechert, O. May, Heß, Henrich. Frey und Grünebaum das Interesse der Besucher lebhaft fesselten. Hierauf wurde die Fahrt über Holzh eim nach G a m b a ch fort­gesetzt, wo man der vorgeschrittenen Zeit wegen in beiden Orten auf die vorgesehenen Besich­tigungen verzichten und sich mit einem kurzen Gedankenaustausch mit den dortigen Geflügel­züchtern beschränken mußte. Zum Schluß besuchte man Ober-Hörgern, wo der Bezirksvor- sitzende Iäger die Besucher empfing. In allen besuchten Orten wurden die Mitglieder des Ver­eins in freundlichster Weise ausgenommen und ihnen bereitwilligst die Möglichkeit zu eingehen­der Besichtigung geboten. Dabei empfingen die Besucher eine ganze Reihe wertvoller Anregun­gen und Winke, die sie in ihren Zuchtbetrieben mit gutem Ruhen werden verwenden können.

Kreis Schotten.

Saubad), 7. Aug. Am kommenden Sonntag begeht der hiesige Bezirkssparkassenrechner Johann Lost sein 25. A m t s j u b i l ä u m. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Laubach hat den gewissenhaften und diensteifrigen Beamten mit einer entsprechenden Ehrung bedacht.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 8. Aug. Dieser Tage sand hier im Gasthaus zumHessischen Hof" die erste Vorstandsversammlung des 2. Bezirkes Oberhessischer Geflügelzucht ver­eine statt. Zu diesem Bezirk gehören bie Ge­flügelzuchtvereine Lauterbach, Schlitz, Homberg an der Ohm, Rieder-Ohmen und der Kreis­geflügelzuchtverein Alsfeld. Die Reueinteilung, die unter Mithilfe des Landwirtschaftskammer­ausschusses der Provinz Oberhessen in Gießen vorgenommen wurde, wird hauptsächlich das Ausstellungswesen günstig beeinflussen. Die kleinen Lokalschauen sollen möglichst ver­schwinden, in jedem Iahre wirb eine größere und wertvollere Dezirksschau stattfinben. Die diesjährige Bezirksschau wird Mitte Dezember in Rieder-Ohmen veranstaltet, im Iahre 1931 erhält sie Homberg ober Alsfeld. Die Ausstel­lungsfreudigkeit und der Wert einer solchen Ausstellungsbesichtigung werden sich ohne Zwei­fel heben. Bei der Vorstandswahl für den zwei­ten Bezirk ergab sich folgende Zusammensetzung: Otto Soeöler, Rieder-Gemünden, erster Vor­sitzender; L. Stoll, Altenburg, zweiter Vor­sitzender; Reinhardt, Schlitz,. Rechner; H ü - benthal, Homberg, Schriftführer; Geisel, Rieder-Ohmen, erster Beisitzer. Den zweiten Beisitzer hat Lauterbach noch zu wählen. Die Satzungen sollen in Rieder-Ohmen gelegent­lich der Dezirksschau festgelegt werden.

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