V. f. B.
Die Ligamannschaft hat sich für kommenden Sonntag der Liga des Sportvereins Hessen 09 Kassel zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Der Gastgeber gehört der Be° zirksliga, also der obersten Spielklasse an. In der letzten Verbandsspielsaison schnitt er, z. T. durch Pech, ungünstig ab und endete aus dem letzten Platz der Tabelle. Nnch ihren in letzter Zeit erzielten Resultaten, u. a. ein glattes 5:0 gegen den Gruppcnmeister F. V. Ockershausen und ein 2:0 gegen V. f. B. Kurhessen Marburg, zu urteilen, haben sie ihre Spielstarke inzwischen wi-der gut verbessert. Die Spielweise der durchweg körperlich sehr kräftigen Hessenmannschaft ist technisch nicht besonders reif, dafür aber sehr forsch, und wenn es sein muh, auch hart (was allerdings nicht mihzuvcrstehen ist mit unfair). Die V. f. D.-Els hat in den Spielen gegen „Alemannia" Worms und „Union“ Niederrad gezeigt bekommen, daß es für sie noch viel zu lernen gibt. In den kommenden Spielen, und so auch in dem Treffen gegen Hessen 09 sollte sie Gelegenheit nehmen, die aus den Niederlagen gezogenen Lehren in Nutzanwendung zu bringen. Infolge Erkrankung bzw. Verhinderung einiger Spieler muh sie ersatzgeschwächt und in veränderter Aufstellung nach Kassel fahren, so dah ihr kaum eine Chance für einen knappen Sieg zugesprochen werden kann, zumal der Gegner den Vorteil des eigenen Platzes hat.
Die Ligareserve fährt zum Sportverein 1914 Schotten, der zur süddeutschen /X-Klasse gehört, und wird sich dort sehr anstrengen müssen, wenn sie gewinnen will.
Die vierte Mannschaft ist Gegner des Sp. V. N i e d e r w e i s e l auf dortigem Platz. Der Ausgang ist offen.
Dagegen hat sich die dritte Mannschaft die e r st e Steinbergs als Gegner verschrieben. Obgleich die D. f. B.-Elf auf eigenem Platz spielt, sollte sie gegen die spielstarken Steinberger, gegen die sie.bei der letzten Begegnung mit 1:3 verloren, einen schweren Stand haben.
Auch die Alte-Herrenmannschaft versucht sich wieder in einem Spiel, und zwar hat sie die A.-H. Dillenburgs zu Gast. Wenn die Platzelf in stärkster Aufstellung steht, sollte sie gegen Dillenburg einen glatten Sieg landen können.
Kußball in Steinbach.
Kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft Steinbachs die zur 1.Gauklasse gehörige 1. Mannschaft Ettingshausens, die den Einheimischen in bezug auf Ballbehandlung, wie auch Stellungsspiel vieles voraus haben wird. Während Ettingshausen aller Voraussicht nach komplett antreten wird, müssen die Einheimischen wieder Ersatz einstellen.
V. f. B. Leichtathletik.
Jugendklubzweikampf 2Tlto. * *— v. f. B. auf dem Daldsportplah.
Am kommenden Sonntag stehen sich die Iu- gendabteilungen des Männer-Turnvereins und des Vereins für Bewegungsspiele im leichtathletischen Wettkampf gegenüber. Cs muh als ein außerordentlich glücklicher Gedanke bezeichnet werden, nachdem erst am vergangenen Sonntag zum erstenmal Turnerinnen ■ und Sportlerinnen gemeinsam starteten, schon am ^nächsten Sonntag die Iugend folgen zu lassen. Der einladende, sowie der Gastverein zeigen damit, dah es ihnen ernst ist mit der Verwirklichung der großen Einigungsidee. Für die Begegnung am Sonntag sind folgende Konkurrenzen vorgesehen: 50-, 75-, 100-, 200- und 800-Meter-Läuse, Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen, Hoch- und Weitsprung, sowie eine 4x50 und eine 4xl00-Meter-Staffel. Gestartet wird in den Klassen A, B, C und D. Beide Vereine verfügen über eine ganze Anzahl sehr guter Kräfte. Ueber den möglichen Ausgang der Kämpfe kann verständlicherweise nichts vorausgesagt werden.
Der Sportverein „Germania" Horbach im Dillkreis veranstaltet am kommenden Sonntag im Nahmen seiner Iubiläumsseier leichtathletische Wet.tkämpse, an denen vom V f D. drei Aktive teilnehmen. M o h l und I a k o b bestreiten das Kugelstoßen, letzterer hat außerdem für die 100 Meter gemeldet, Büttner startet im 800-Meter-Lauf.
Handball im Turnverein 1846 Gießen.
Die 1. Mannschaft folgt am nächsten Sonntag einer Einladung des Tv. Großen-Buseck. Wie immer, wird dos Spiel wohl einen knappen Aus- gang nehmen, der Glücklichere wird Sieger werden.
Handball in Heuchelheim.
Für kommenden Sonntag hat Heuchelheims erste die zweite Mannschaft vom Tv. 1846 Gießen nach hier verpflichtet. Die Heuchelheimer werden wohl gegen die verstärkt antretenden Gäste nicht allzuviel ausrichten können und müssen deshalb, wollen sie ehrenvoll bestehen, alles aus sich herausgeben. Man darf auf den Ausgang des Spiels gespannt fein.
Dorher stehen sich die Iugendmannschaften beider Vereine im Gesellschaftsspiel gegenüber. Hier wird Gießens körperliche und technische Ueberlegenheit den Ausschlag geben.
Handball im T. D. Großen-Buseck.
Kommenden Sonntag erwartet die 1. Mannschaft des Turnvereins die gleiche vom To. 1846 Gießen Zu einem Freundschaftsspiel. Da Großen-Buseck eine Umstellung der Mannschaft vorgenommen hat, kann man eine Boraussage über den Ausgang des Spieles nicht machen.
^Roöiport im Lahngau
Kommenden Sonntag finden in Krofdorf die Gau- Soalmeisterschaften statt. Neben den 2er- und 3er- Radball-Spielen kommen noch ler- und 2er-Kunst- fofiren und Kunstreigen zum Austrag.
VII. Bad Wildunger Automobil - Wettbewerb.
Die Ausschreibung für das große Pfingst-Turnier des Bergisch-Sauerländischen Automobil-Clubs (Bob- Club Sauerland) (A. o. D.) ist erschienen. Zum 7. Male wird das bekannte Bad Wildunger Turnier veranstaltet. In diesem Jahre sind vorgesehen: Sternfahrt mit und ohne Spitzenwertung G e « schicklichkeitsprufung im Rurgarten, große Fuchsjagd durch das idyllische Waldecker Santi. Wer das weltberühmte Bad Wildungen anläßlich der früheren Turniere besuchte, wird auch in diesem Jahre gerne wieder die Pfingsttage benutzen, um im schönen Waldecker Land sportlich und gesellschaftlich anregende frohe Stunden zu verleben.
Arbeiter-Turn- und Sporibund.
Der kommende Sonntag ist ein Ruhetag im Verlauf der Frühjahrsrunde der diesjährigen Serien» spiele. Nur für die technischen Leiter und Jugendleiter der einzelnen Fußballabteilungen und IBereine findet in Wetzlar im Stadion ein Kursus statt. Dieser beginnt am Samstagnachmittag und endet am Eonntagnachmittag. Den Abschluß bildet ein Fuß» ballspiel zwischen einer zusammengestellten Bezirksmannschaft und der 1. Mannschaft von Wieseck. Da die Bezirksmannschaft eine sehr gute Zusammenstellung erfahren hat, dürfte ein Spiel geboten werden, in dem sich Wieseck sehr anstrengen muß, um nicht mit einer hohen Niederlage heimzukehren.
In Launsbach findet am Sonntagnachmittag ein Gerätewettkampf zwischen den Vereinen Launsbach und Wieseck statt. Je eine Mannschaft von 6 Teilnehmern wird ihre Kräfte an den drei Hauptgeräten und in einer Kürfreiübung messen. Im Vorkampf siegte Wieseck mit einem knappen Vorsprung. Ob es auch diesmal Sieger werden wird, steht in Frage.
Oderheffen.
Kreistag des Kreises Schotten.
* Schotten, 8. Mai. Heute hielt im Rathaussaal zu Schotten der Kreistag des Kreises Schotten seine diesjährige ordentliche Tagung ab. Der Kreisdirektor Dr. I a n n begrüßte die fast vollzählig Erschienenen. Er wies auf die umfangreiche Arbeit, die im Kreis geleistet worden fei, hin. Die Zahl der Einläufe am Kreisamt belief sich auf 51 698 Stück. Der Bahnbau Hartmannshai n — B i r st e i n. an dem sich der Kreis mit 10 000 Mark beteiligt hat, wird in Kürze in Angriff genommen. Alsdann verpflichtete der Kreisdirektor die neu in den Kreistag eingetretenen Herren.
Die Dorgeprüfte Rechnung des Rj. 1928 wurde genehmigt, sie schließt mit einem Ueberschuß von 37 904 Mark ab. Der Verwaltungsbericht des Kreis- ausschusses aus 1928 wurde vom Kreistag entgegengenommen und genehmigt.
Alsdann trat man in die Beratung des Kreisvoranschlags für 1930 ein. Die U m > l a g e n Jinb dieselben geblieben wie im vergangenen Jahre, yür die allgemeine Verwaltung wird ein Betrag von 20 061 Mark (gegenüber 17 000 Mark in 1929) verausgabt. Das Kapitel Polizeiwesen verlangt 5640 Mark. Der Kreisausschuß hatte beschlossen, die Regierung zu ersuchen, von der verlangten Anstellung eines Baukontrolleurs abzusehen, da die Bautätigkeit im Kreis in der kommenden Zeit sehr gering fein wird und die Kosten für einen neuen Beamten daher eingespart werden können. Der Kreistag schloß sich dieser Auffassung an. Die im Voranschlag dafür eingestellten Kosten werden gestrichen und dem Reservefonds zugeschrieben.
Für Schulwesen sind 1900 Mark vorgesehen. Es wird angeregt, einen Betrag von 600 Mark für die Abhaltung von hauswirtschaftlichen Kursen in den Gemeinden einzustellen. Die Notwendigkeit der Kurse wird anerkannt. Eine längere Aussprache über diesen Punkt schloß sich an. Der Kreistag be- willigte schließlich den Betrag von 300 Mark für diese Zwecke der hauswirtschaftlichen Kurse.
Besonders hohe Ausgaben, 114 918 Mark, verursacht das Kapitel Wohlfahrtspflege, Ge- fundheitswesen und soziale Fürsorge. Für die schulärztliche Untersuchung der Schulkinder, die sich auf alle Schulrekruten erstrecken soll, wird ein besonderer Betrag bewilligt. Der Kreistag muß jedoch Wert darauf legen, daß auch eine wirkliche Untersuchung und dauernde Ueberwachung der Schulkinder durch den Kreisarzt ftattfinbe. Dazu ist nötig, daß der Posten des Kreisgesundheitamtes wieder besetzt wird. Die Kreisfürsorgeschwester muß zu den Untersuchungen der Kinder herangezogen werden. Die. Ueberwachung der Schulkinder sollte zu den Pflichtaufgaben der Kreisgesundheitsämter gehören. An die Regierung soll ein entsprechender Antrag eingereicht werden: auch soll die Regierung ersucht werden, die Stelle des Kreisgesundheitsamtes im Kreis Schotten bald zu besetzen, da die seither gemachten Erfahrungen eine baldige Ueberwachung des Kreises in gesundheitlicher Hinsicht burth einen Kreisarzt dringend erfordern.
Für die Krankenhäuser in Schotten, Gedern, Laubach wird ein Betrag von 1000 Mk. bewilligt.
Die Kreisumlagen sind im Voranschlag wie im Vorjahr, auf 100 000 Mk. festgesetzt worden. Lieber die Art des Steuerausschlags und die Höhe der Ausschlagsähe entsteht eine kleine Debatte. Der vorgeschlagene Ausschlagsah für Grundstücke wird von 8,2 Pf. auf 7,8 Pf. ermäßigt. Der Kreisausschuß wird ermächtigt, den nötigen Ausgleich zu schaffen. Die übrigen Aus- schlagsähe, 4,3 Pf. für Gebäude, 13 bzw. 14,9 Pfennig für Sondersteuer, 40 Pf. für Gewerbe- ertreg werden angenommen.
Der gesamte Voranschlag wird hiermit einstimmig angenommen.
Der Kreisausschuß wird ermächtigt, ohne dah er die Steuern erhöhen darf, die vorläufigen! Steuern in endgültige Steuern umzuwandeln.
Linier Punkt „Verschiedenes" wird berichtet über das Ergebnis der vom Kreistag bestimmten Kommission bei der Vorsprache am Ministerium des Innern wegen Wiederbesetzung des Kreisgesundheitsamtes und Erhaltung des Kreises Schotten. Der Kreistag setzt in die hessische Regierung und den Landtag das Vertrauen, daß der Kreis Schotten nicht abgebaut wird. Eine Ersparnis würde für den Staat nicht erzielt, die Bevölkerung würde den Schaden tragen.
Lieber die Einführung der Trichinenschau wird noch gesprochen und Vorschläge darüber gemacht. Cs wird ein Antrag gestellt, daß die Trichinenschau allgemein im Kreis obligatorisch eingeführt wird. Die Dringlichkeit dieses Antrags wird verneint. Der nächste Kreistag wird sich weiter mit der Frage beschäftigen.
Landkreis Gieften.
-s- Alten -Buseck, 7. Mai. Der hiesige S p a r- unb Vorschußverein G. m. b. H. hielt in der Gastwirtschaft von Otto Braun bie biesjährige G e - neraloerfammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Vorstandes sei kurz erwähnt: Das ab- gelaufene Geschäftsjahr 1929 zeigt bas gleiche Bild wie bas der übrigen Sparkassen auf dem Lande. Cfinc bemerkenswerte Zunahme hat bie Zahl ber Mitglieder zu verzeichnen. Sie ist im Berichtsjahre oon 127 um 13 auf 140 gestiegen; ausgeschieden sind 3 Mitglieder. Die Spareinlagen betrugen zusammen 72 484 Mark, der Reservefonds 1445 Mark, bie Betriebsrucklage 308 Mark. Der Reingewinn stieg im Geschäftsjahr auf 1883,76 Mark, der in entsprechender Weise verteilt wurde, indem dem Reservefonds, der Betriebsrücklage und dem oer- zinsbaren Geschäftsanteil die 'nötigen Summen zu- geteilt wurden. Der Kassenbestand betrug 1559 Mark, die Geschäftsguthaben 3000 Mark, die Darlehen auf
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 262.
Don M. Wrobel.
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1
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E
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Weitz.
Schwarz, d e
g h
Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.
Weih: 9 Steine. Kh8; Del; Ta5, 18; Le3, f5; Sc8, hb; Bf3.
Schwarz: 12 Steine. Ke5; Dd5; Tg2; Lai, bl; Sg8, H2; Ba2, e6, e7, g3, g5.
Endspiel Nr. 84.
Lehrreiche Partiestellung.
Die Partie Iates gegen Bogoljubow aus dem internationalen Turnier zu San Remo ergab nach dem 40. Zuge folgende interessante Stellung. Dem kleinen listenreichen Engländer, dessen Partie sehr schlecht stand, gelang es in der Verzweiflung, durch einen verblüffenden CinfaU die Partie zum Remis zu führen.
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Schwarz: Bogoljubow. a b c d e f g
Weih: IateS.
Weih: 8 Steine. Kgl; Tfl; Le7; Sf5; Ba5, b3, g2, h3, Schwarz: 9 Steine. Kg8; Lc2, e5; Sf7; Ba6, b4, c5, d6, H5. ,
Es geschah: 41.Sf5Xd6H Daß nun 41. .... LxS wegen 42. Txf7 usw. nicht geschehen kann, erscheint klar, dah aber auch 41.....Sxd6 nicht
ausreichend ist, kann man weniger leicht durch
schauen.
Cs folgte: 41.....
41. Sf7xd6
42. Tfl-cl!
42. Lc2xb3
43. Tclxc5 43. Le5 - f4
44. Tc5-c6 44. Sd6-f5
45. Le7xb4 45. Lb3-d2
46. Tc6Xa6 und Bogoljubow muhte froh noch ein Remis erreichen zu können.
fein,
Lösung des Problems Nr. 259. Don G. Thoren.
1. Kd4Xd5!, Tdl-d2 2. Tg7-g6, beliebig
3. Dc3-h8 matt.
1...... T beliebig 2. Dc3xd34-, K beliebig
3. Dd3 —h7 malt.
1. Kh3-h2 oder h4 2. Dc3-e5 bzw. f6+ usw.
♦
Richtige Lösungen zum Problem Nr. 256: G. Pfaff, E. Riese, Gießen: Dr. K. Müller, Dornholzhausen; zum Problem Nr. 257: G. Pfaff, Gießen; Dr. K. Müller, Dornholzhausen.
Offenbacher Jubiläumsschachlnrnicr.
Dleutgen, Mainz, gewinnt die hessische Meisterschaft.
Der Kampf um die hessische Schachmeisterschaft, welchen die Of ste-n b a ch e r Schachgesellschaft aus Anlaß ihres 50- jährigen Bestehens veranstaltet hatte, verlief bis zum Schlüsse interessant und anregend. Noch bis zur letzten Runde war es zweifelhaft, wem die Siegespalme zufallen würde, Orth, Darmstadt, dem letztmaligen hessischen Meister oder Bleut gen. Die Partie Röhrich, Gießen, gegen B l e u t g e n, Mainz, war für die Reihenfolge der Preisträger entscheidend; ein Remisausgang hätte Orth, Dr. Niemann, Offenbach, und B l e u t g e n mit je 5 Punkten an die Spitze gebracht, wobei jedoch Orth nach dem System Sonneborn-Berger erster Preisträger geblieben wäre. Bleutgen muhte daher auf Gewinn spielen und wie es dabei so oft zu gehen pflegt, geriet er -im fetzten Augenblick in eine glatte HZerluststellung, welche jedoch Röhrich trotz längeren Nachdenkens nicht ausnutzte, wodurch der Mainzer dann die Partie für sich entschied. Trotz dieser Llnterlassungssünde muh jedoch Dleutgen unzweifelhaft mit Orth als stärkster Spieler des Turniers bezeichnet werden, ja er hat sogar in diesem Turnier am besten gespielt. Als ganz ausgezeichnetes Resultat muh man den Erfolg des jungen Offenbacher Schachspielers Dr. Niemann bezeichnen, der mit Orth den 2. bis 3. Preis gewann. Durch die Niederlage gegen seinen Klubkameraden Sech kam Orth um wohlverdiente Chancen. Als eine Kraftleistung ersten Ranges muh ferner der Erfolg von Prof. Weihgerber, Gießen, gebucht werden, welcher mit Anth es, Offenbach a. M., den 4. Preis teilte und eine Anzahl vortrefflicher Leistungen aufzuweifen hat. Die Herren Röhrich und Sech haben beide gutes Schachtalent, anscheinend jedoch noch wenig Turnierübung. Herr T r c e r trat nach der vierten Runde zurück. Stand des Turniers: Dleutgen, Mainz, 1. Preisträger und Meister von Hessen mit 5l/2 Punkten; Dr. Niemann, Offenbach a. M., und Orth, Darmstadt, 2. bis 3. Preis, get., mit je 5 Punkten; Anthes, Offenbach a. M., und Prof. Weihgerber, Gießen, 4. Preis, get, mit je 3l/2 Punkten. Stand des Haupttumiers: Dr. Schweißgut h, Alsfeld, 1. mit 5 Punkten; Dr. Grimm, Höchst, 2. mit 5 Punkten (nach System Sonneborn-Berger); Fl and er, Darmstadt, 3. mit 4Vs Punkten; Enequist, Frankfurt a. M., und Dr. T h o m a e, Offenbach a. M., 4. Preis, get., mit 4 Punkten. Das Nebenturnier bereinigte 22 Spieler und wurde nach dem Schweizer System ausgetragen. Cs ergab den Sieg von Spatz, Darmstadt, mit 51/2 Punkten vor Roh, Frankfurt a. M., Peter, Darmstadt, Früh auf, Hanau, und Hoffmann, Mainz, mit je 5 Punkten, die den 2. bis 5. Preis teilen; 6. Preisträger wurde Z erb an, Mainz, mit 4Vs Punkten. Die Offenbacher Schachgesell- schast kann mit dieser Veranstaltung, welche einen wohlgelungenen Verlauf nahm, recht zufrieden fein.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.
Die kleine freche Rübe.
„Als ich so alt war wie du," wirkte der Vater erzieherisch auf den Iüngling ein, der mit scheelen Augen auf den Teller sah, „habe ich oft nur trocken Brot zu essen gehabt und war noch froh, wenn ich wenigstens das kriegte."
„Da kannst du aber froh sein, dah du jetzt bei uns bist, Papa!" tröstete ihn der Sünder.
(Lust. Dl,)
Gelehrtes Huhn.
„Ihr Vetter, der Philologe, hat also. durch den Unfall die Sprache verloren?"
„Was heiht Sprache? Acht Sprachen hat er verloren!" (Lust. Dl.)
Schuldscheine waren auf 21876 Mark angewachsen, die Bankguthaben in Form von Termingeldern betrugen 18 515 Mark, die Guthaben der Genossen in laufender Rechnung 43 030 Mark; so daß die Summe der Aktiven und Passiven mit 91179 Mark abschließt. Dem Vereinsrechner wurde Entlastung erteilt. Nach einigen internen Angelegenheiten, die eingehend besprochen wurden, schloß der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Müller, die Generalversammlung.
* Staufenberg, 7. Mai. Am vorigen Sonntag gab der Gesangverein Staufenberg fein er ft es Konzert. Bei der Aufstellung des Programms hatte der Chorleiter Otto Rudolph (Launsbach) eine feine musikalische Auswahl getroffen. Während im ersten Teil volkstümliche Werke unserer Klassiker zu Gehör kamen, brachte der zweite Teil Volkslieder und Volksmusik. Die Chore, die zum Teil große Anforderungen an die Sängerinnen und Sänger stellten, wurden mit großer Hingabe zu Gehör gebracht. Die gemischten Chöre „Frühlingsahnung", „Abschied vom Walde", „Frisch gesungen" von Silcher, sowie die herrliche Vertonung des Liedes „Innsbruck, ich muß dich lassen" von Jsac konnten als besonders gute Leistungen der Sängerschar bezeichnet werden. Der Chor „Die Himmel rühmen" (Männerchor mit Orchester) gab dem Konzert eine gute Einleitung. Auch die Frauenchöre wurden von der stattlichen Mädchenschar, die über sehr gutes ©timmaterial verfügt, schön zum Vortrag gebracht. Frl. Ina Siebener, Sopran (Gießensang Lieder von Schumann und Schubert, sowie einen Konzert-Walzer von Arditti Ihre Darbietungen fanden großen Beifall und haben zur Verschönerung des Ganzen viel beigetragen. Den instrumentalen Teil hatte die Kapelle Krengel-Topp (Gießen) übernommen, die ihrer Sache vollständig gerecht wurde. Der Verein, der sich in kurzer Zeit unter dem Stab seines jungen Leiters eine achtbare Höhe gesichert hat, darf mit Stolz auf seine Veranstaltung zurückblicken.
© Winnerod, 6. Mai. Hier feierten die Eheleute Heinrich Schmitt und Katharina
geb. Hainbach das Fest der goldenen Hoch zeit. Aus diesem Anlaß fand im Hause eine kirchliche Feier statt, zu der sich die Kinder und Verwandten des Jubelpaares eingefunden hatten. Im Anschluß an die Feier überreichte Pfarrer Schmidt (Beuern) dem (Jubilar als langjährigem Kirchenvorsteher und Kirchendiener von der Kirchenbehörde ein Gedenkblatt und ein Gesangbuch mit entsprechender Widmung und vom Kirchenvorstand eine Dilderbibel von Rudolf Schäfer. Darnach verlas Bürgermeister Becker (Bersrod) ein Glückwunschschreiben des Ministers des Innern und des Kreisamts und gab zugleich Kenntnis, davon, daß dem Iubel- paar vom Ministerium ein Geldgeschenk überwiesen fei. Zahlreiche Glückwünsche und Geschenke gingen bei der nachfolgenden Familienfeier ein. Möge es dem Jubelpaare, das noch sehr rüstig ist und den Kindern viel bei der Arbeit hilft, vergönnt sein, das Fest der diamantenen Hochzeit zu erleben.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 9. Mai Der gestrige Schweinemarkt war mit 277 Ferkeln beschickt. Es wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen 42 bis 46 Mk., von sechs bis acht Wochen 46 bis 50 Mk., von acht bis dreizehn Wochen und mehr 50 bis 58 Mk. Der Handel war gut, es blieb nur ein geringer Lleberstand.
Mrciö Büdingen.
U Büdingen, 6. Mai. Da die am 17. November v. I. erfolgte Gemeinderatswahl angefochten worden war, konnte der neue Ge - m e i n b e r a t nicht in sein Amt eingeführt werden. Der Einspruch gegen die Wahl wurde bis vor Den Provinzialausschuh gebracht, aber kurz oor Denen Entscheidung zurückgezogen. Bürgermeister H i l d n e r konnte deshalb erst in der letzten Sitzung den neuen Gemeinderat in fein 21 m t e i n f ü b r e n. Anschließend schritt man zur Wahl der Deputations- und Kommissionsmitglieder. Sämtliche Mitglieder wurden neuge-
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