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MANOLI PRIVAT 6 PFENNIG ZIGARETTE OHNE MUNDSTÜCK
nertaen gewerbsmäßigen Vtellenvermittler von litten des Lerch- entschädigen muh. wofür iinnerbin eine Summe von schätzungsweise 10 hii 15 Millionen in Frage kommen, dle Sei der heutigen Knappheit an Mitteln schon eine -echt fühlbare Belastung für die Reichsfinanzen ) ar fiel len. Aus diesem Grunde sind auch Erwägungen ausgetaucht, ob man den Termin der Ablösung nicht durch eine neue gesetzliche Lege, una ganz oder teilweise verschieben soll, iber der Vorschlag eines solchen Ausweges durste nicht allzuviel Aussicht aus Verwirklichung haben. Aijuu kommt noch, daß auch für die Leichsanstalt in einem jetzt noch nicht voraussehbaren Umfange durch die Ablösung der freien Stellen- Vermittlung eine M e h r b e l a st u n g d u r ch Aufwendungen für neue Ar b eits - träft e entstehen kann. Lach einer Aufstellung btt Leichsanstalt wurden im vergangenen Jahr mSacsamt 1549 gewerbsmäßige Stellenvermittler feftflcftcllt. Lei der landwirtschaftlichen Arbeits- permil tlung bestreitet die freie Stellenvermittlung 27 Prozent, bei den weiblichen Arbeitskräften 37,5 Prozent, bei den Gesamtvermittlungen un Saftwirtsgewerbe macht die freie Vermittlung 20 2 Prozent, bei den Hausgehilfen sogar 41.8 Prozent axfö und bei den künstlerischen Berufen beträgt die freie Vermittlung 46,2 Prozent (werb- lich 71.5 Prozent).
Die hessischen Demokraten.
tinc Entschließung deS LandeSvorstandcs.
DSL. Frankfurt a. M.. 8. Mai. Der Erweiterte Landesvorstand der Demokratischen Partei in Hessen hielt eine Versammlung ab. in der nach einem Referat deS Landtagsabgeordneten Reiber über die politische und finanzielle Lage in Hessen und Dr. Rcubauers über die politischen Vorgänge im Reich folgender Antrag deS Landesvorsitzenden der Partei angenommen wurde: „Der Erweiterte Landesvorstand der Deutschen Demokratischen Partei in Hessen, der mit Besorgnis die Beteili- gung der demokratischen Reichstagsfraktion an dem rechtsorientierten Reichskabinett Dr. Brü-
I ning-Schiele verfolgt, nimmt mit Genugtuung von der Erklärung der ReichStagSfraktion Kenntnis, bah sie die angeforderte Rate für den Panzerkreuzer B unbedingt ablehnt. Sr erwartet, daß die demokrattsche Reichstags- fraktion und das demokratische Mitglied der Reichsregierung ihre Beteiligung am Kabinett Brüning und dessen Unterstützung in dem Augen- blick ein stellen, wo die durch die demokrati- fchen Grundsätze auch für die Reichstagsfraktion verbindliche politische Linie überschritten wird Der Vorstand hält die Bestrebungen auf Bildung einer großen, den heutigen Staat aufrichtig bejahenden Miitelpartet unter Teilnahme der Demo- traten im gegenwärtigen Zeitpunkt für nicht durchführbar und bekennt sich nachhaltig zur Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der Demokratischen Partei als einer unentbehrlichen Stühe des Werkes von Weimar. Der Vorstand erwartet, daß auch der Reichsparteivorstand jede irgendwie geartete Jusionsbcstrebung a b lehnt und im übrigen eine größere Aktivität als bisher zur Selbstbehauptung der Partei entfalte."
Oie Lebensdauer des he fischen Landtags.
Darmstadt, 8. Mai. (WTB.) Der Gesetz- gebungsausschuß des Hessischen Landtags behandelte den Gesetzentwurf über die Verlängerung d er Legislaturperiode des gegenwärtigen Landtags um ein 3 a h r. Nach kurzer Aussprache wurde die Vorlage mit 9 gegen 4 Stirn, men des Landbundes und der Deutschen Volkspartei angenommen. — In der Frage der Henbcrung des Verficherungsgefehes für gemeindliche Beamte wurden ein fünf- gliebriger Unterausschuß eingesetzt, der die vorliegen, den Anträge und das noch angeforderte Vergleichs- Material zunächst sichten soll. Im übrigen wn 'den verschiedene Eingaben entsprechend der Recsierungs antwort für erledigt erklärt.
Aus alter Welt.
Lxplofionskatastrophe in einer Fleifchkonfervenfabrlk.
In St. Joseph (Missouri) wurde das fünfstöckige Lagerhaus der Fleischkonservenfabrik Amour & Co. durch eine Explosion zerstört. Vier Personen wurden dabei getötet, 22 Personen werden vermißt. Die Katastrophe wurde offenbar durch die Entzündung eines groben Ammoniaktanks herbeigeführt. Die Srplosion schien das ganze Gebäude hoch zu heben, das dann zu einem großen T ru m - inerhaufen zusammen stürzte. Teilweise liegen die Trümmer von drei Stockwerken übet- einander. so daß die Bergung der ums ßefren Gekommenen voraussichtlich zwei Taste in Anspruch nehmen wird. Da die Ruinen von Ammvniakgasen angefüllt sind, so vermutet man, daß diejenigen, die nicht von den Trümmern erschlagen sind, den Ersttckungstod erlitten Huben. Der Körper eines jungen Mädchens konnte nach mehrstündiger Rettungsarbeit unter den Trümmern hervorgezogen werden.
Lin vorbildliches Slabtparlamenl.
In Chemnitz kam es am Donnerstag zum Lchluh der Stadtverordnetenversammlung zu einer lebhaften Auseinandersetzung, die schließlich in eine Schlägerei ausprtete. Der sozial-
demokrattsche Stadtverordnete Dr. Glaser hatte einen Antrag seiner Fraktion begründet, der das Verbot der Luftakrobatik auf dem Chemnitzer Flugplatz wünschte. Die Rational- sozialisten erklärten, gegen diesen Antrag zu stimmen, worauf Dr. Glaser ihnen die Absurdl- tät ihrer Ablehnung vorhielt, daß sie als Arbeiterpartei das Leben der Arbeiter nicht schützen wollten. Als der nationalsozialistische Stadtverordnete Lasch mit Beleidigungen antwortete, erhob sich bei der Linken ein ungeheurer Lärm, und die Sozialdemokraten rückten geschlossen gegen die Sitze der Rattonalsozialisten an, die sofort umringt waren. Der Stadtverordnete Lasch hojb, als er sich schwer bedrängt sah, seinen Stuhl hoch und schlug damit auf den sozialdemokratischen Stadtverordneten Rank ein, worauf sich eine allgemeine Faustfchläge r e i entspann. Der Vorsitzende sah sich außerstande, dem Tumult, an dem sich auch d i e T r i - bünenbesucher beteiligten, Einhalt zu gebieten. Erst nach ungefähr 10 Minuten trat wieder Ruhe ein. Der Vorsitzende richtete nun eine Ermahnung an die Allgemeinheit und erteilte dem Etadtvötordneten Lasch einen Ordnungsruf. Daraus wurde die Sitzung nach 2 Uhr nachts geschlossen.
Das deutsche Geschwader in Griechenland.
DaS deutsche Geschwader, bestehend auS zwei Kreuzern und einem Zerstörer, ist im Phale- ron, dem Hafen von Athen, vor Anker gegangen, wo es von der griechischen Flotte begrüßt wurde. Admiral O l de k o p stattete in Begleitung des deutschen Gesandten dem Marine- Minister einen Besuch ab. Die Besatzungen finden überall herzliche Ausnahme. In A r g o - stoli ist der Kreuzer „Schleswig-Holstein" mit fünf Zerstörern eingelaufen.
Ans der Provmzialbouptstadt.
Gießen, den 9. Mai 1930.
Oer Wirtschastsplan.
Ich habe mir einen Wirtschaftsplan gemacht, wie sich das für einen ordnungsliebenden Staatsbürger ziemt. Frühere Erfahrungen zwar haben mich belehrt, daß ein Wirtfchaftsplan nur dazu dient, einem vor Augen zu führen, daß die schönsten Berechnungen nicht stimmen. Aber man ist in seinen Hoffnungen unverbesserlich. Cs geht einem wie dem Lotteriespieler: Wenn er hundertmal durchfällt, kann er beim hundert- erftenmal das große Los gewinnen.
Mein Wirtschaftsplan ist gewissenhaft, eher zu vorsichtig. Was einigermaßen als Einnahme unsicher ist, wurde von vornherein ausgeschieden. And da heutzutage fast nichts mehr sicher ist, blieb nicht all zu viel übrig. Dafür habe ich die Ausgaben so hoch wie möglich berechnet, denn in dieser Hinsicht kann man sich nicht genug vor Aeberraschungen sichern. Meine Frau sah den Plan „Wo bleibt mein Frühjahrsmantel?" — „Gestrichen. Kein Geld " — „Mein Sommerkleids — „Dito." — „Ein Paar Schuhe brauche ich." — „Hier, 8,50 Mark. Mehr ist nicht übrig.“ — „And du brauchst einen Anzug." — „Verzichte. — „Wo dein Anzug schon so schlecht aussiehtr — „In der Kasse sieht es noch schlechter aus."
Cs war keine angenehme Auseinandersetzung, und wenn eine Scheidung nicht viel Geld kostete, wäre es vielleicht dazu gekommen. Aber man muß in unfern Zeitläuften vernünftig sein.
Ich war so vernünftig, daß mein Haushaltplan wirklich ausbalanciert erschien. Zwar war es keine leichte Rechenaufgabe, aber ich habe sie bewältigt. Mein Mathematikprosessor seligen Angedenkens, der mir stets nur die Vier gab, hätte angesichts dieses Lechenkunststücks eine Delobi- Sung erteilt Cs ist gut, daß der Wann diese rde schon verlassen hat Die Belobigung wäre für ihn eine Blamage geworden. Denn — der Plan stimmt doch nicht.
DiS vor kurzem stimmte er noch. Aber jetzt ist's schon vorbei. Allerdings — ich bin nicht schuld daran. Trotzdem trage ich die Verantwor- tung dafür. Er stimmt nicht, weil er nicht die so und so viel Erhöhungen berücksichtigt hat, die ihn über den Hausen geworfen haben. Die Stadt kommt und sagt: „Meine Betriebe arbeiten mit Fehlbetrag: ich muß erhöhen." Die Reichsbahn sagt: „Meine Lage ist katastrophal: ich muh er- höh<m." Die Steuerbehörde bereitet sich vor zu der Ankündigung: „Ich mutz erhöhen." Kein Wunder, wenn die Rechnung nun nicht mehr stimmt. ,
Aber damit allein ist die Sache ja noch nicht abgetan. Ich weiß, daß noch allerlei Leute sagen werden: „Ich bin gezwungen, mehr zu verlangen, weil von mir mehr verlangt wird."
Mein armer Wirtschaftsplan aber wird einsam und untröstlich stehen, und es wird keiner sein, der ihm hilft, datz er wieder gerade wird. Ich werde bestimmt keinen Wirtschaftsplan mehr ausstellen, denn warum soll ich mir selbst schwarz auf weitz bestätigen, daß ich ein schlechter Rechner bin? 0.6.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Spiel- Vereinigung 1930: Jugend-Vollversammlung, 20 Ahr, bei Steck, Hammstrahe. — Schühengesell- schaft Gießen e. V.: Jahreshauptversammlung, 20.30 Ahr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tonfilm „Zwei Herzen im 8/1 Takt". — Astoria-Licht- spiele: „Teure Heimat".
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns- Fritz Schlotthauer, ehemaliger mürttenv
bergischer und preußischer Hofschauspieker, zählte viele Jahre zum Ensemble des Mainzer ctabtibea- ters und Hal mehr als einmal dem Mainzer Karneval durch feine Büttenreden di« recht« rheinisch- heitere Note gegeben. Die Intendanz hat diesen Vortragsabend, der um 20 Uhr beginnt, als Frem- benoorftcHung angesetzl, um durch die niedrig gehaltenen Preis« jedem den Abend zugänglich zu machen.
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Ein neuer Führer durch Gießen. Der Vorstand des Gießener Derkehrsoereins ist zur Zeit mit der Heraus gab« eines neuen Führers durch Gießen beschäftigt. Der Führer wird neben den textlichen Erläuterungen eine große Anzahl guter Bilder enthalten, die dem Fremden ein umfassendes und anschauliches Bild von den vielfachen Schönheiten unserer Stadl geben werden. Der Führer wird Ende dieses Monats der Oeffenllichkeit übergeben werden.
Dien ft Jubiläum bei der Reichsbahn. Am Mittwoch konnte der Reichsbahnloko- molivführer Paul Li« bau vom Bahnbetriebswerk Gießen fein 40. Dienstjubiläum bei völliger Gesundheit feiern. Es wurden ihm aus diesem Anlaß Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten, des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft und des Präsidenten der Reichsbahndirektion zu Frankfurt a. M. überreicht. Auch seine Vorgesetzten und Kollegen brachten ihm ihren Glückwunsch dar. _
*• Auszeichnung Gießener Tanz- künstler. Der Gießener Tanzlehrer Ewald B ä u l k e und Frau errangen auf dem Internationalen Tanzturnier um den Großen Preis und die Frühjahrsmeisterschaft von Baden, das am Dienstag in Mannheim stattfand, bei sehr starker Konkurrenz den zweiten Preis. Die Tanzdarbietungen des Gießener Tanzkünstlerpaares fanden den stärksten Beifall der zahlreichen Besucher.
♦♦ Zirkusbesuch in Gießen. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, stattet de» Z o o - Zirkus A. Fischer in der nächsten Woche unsrer Stadt einen Besuch ab. Wie man uns mit- teilt, hat der Zirkus bei seinen Besuchen in zahlreichen anderen deutschen Städten starken Eindruck bei der Bevölkerung gemacht, die über die Leistungen des Unternehmens außerordentlich befriedigt gewesen sei. Der Zirkus bringe eine große Schau von Tieren, die sicherlich hier wie auch anderwärts das vollste Interesse der Besucher finden werde.
♦* E i n Möbelhändlef als reisender Einbrecher. Der Polizeibericht meldet: Di« Täler, die in der Nacht zum 30. April in dem Kolonial- Warengeschäft Maternus einen Einbruch verübten und etwa 14 Mille Zigaretten und zirka 200 Mark Bargeld entwendeten, wurden am gestrigen Donnerstag auf Veranlassung der hiesigen Krimi- nalpolizei in Köln festgenommen. Dank der Aufmerksamkeit eines jungen Mannes von hier, der in der Tatnacht in der Nähe des Tatortes einen unbeleuchteten Personenkraftwagen stehen sah, dessen Erkennungszeichen er sich merkte, konnte die Spur nach den Tätern ausgenommen werden. Nach der Festnahme leugneten die Einbrecher zunächst. Als sie sich aber durch eine Plüschdecke, die sie als Pack- material für die Zigaretten mit entwendeten, über- führt sahen, gaben sie den Einbruch zu. Die Zigaretten sind angeblich restlos abgesetzt. Den Einbruch zum Nachteil Richter stellen die Täter noch m Abrede. Es ist aber mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß sie auch diesen Einbruch begangen'haben. Der Personenkraftwagen, der von beugen in dieser Tatnacht gesehen wurde, ist der Beschreibung nach derselbe, wie derjenige, den die Diebe beim Einbruch Maternus benutzten. Auch bet einem großen Zigarettendiebstahl in Marburg wurde ein Personenkraftwagen in der Nähe des Tatortes gesehen. Als tätet kommen der Möbel- Händler Karl Rüger, geb. 8.5.96 zu Ober-Zella, in Köln wohnhaft, und ein Angestellter von ihm m Frage, die zusammen die nächtlichen Diebesfahrten unternahmen. _ «...
♦* Fahrraddiebstähle. Wegen Fahrrad- diedstahls wurden gestern zwei Brüder von hier feftgenommen. Es find ihnen bereits einwandfrei drei Fahrraddiebstähle nachgewiesen. Noch den bisherigen Ermittlungen ist anzunehmen, daß die beiden noch für weitere Diebstähle in Betracht kommen.
♦♦ Einbruchsdieb stähle. In der Nacht zum 6. Mai wurde in dem Bootshaus „Hellas" und in der Nacht zu in 8. Mai in dem Studentenheim im Burgraben je ein Einbruchsdiebstahl ausgesührt. Die Täter hatten es vorwiegend auf Lebensmittel abgesehen.
" Wer ist Eigentümer? Bei der Kriminalpolizei ist ein Boschdynamo eines Fahrrades sichergestellt. Der Gabclhalter ist repariert. Wer Eigentumsrechte geltend machen kann, wird gebeten, bei der Kriminalabteilung, Zimmer 24, vorzusprechen.
** Zeuge gesucht. Am 26. April 17% Uhr wurde an der Kreuzung Ludwigstraße-Dismarck- straße ein älterer Mann von einem Radfahrer angefahren, so daß er zu Fall kam und sich Verletzungen zuzog. Der Radfahrer fuhr unerkannt davon, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Passan- ten, die den Vorfall beobachtet Haven und Angaben zur Feststellung des Schuldigen machen können, wer- den gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminal- abteilung, Zimmer Nr. 64, mitzuteilen.
** E i n Sonderzug zu den Passiv ns» spielen in Oberammergau verkehrt am 29. Mai von Westfalen aus über Frankfurt. Die Rückreise erfolgt am 2. bzw. 3. Juni. Das Siemer- Reisebureau labt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur Beteiligung an dieser Fahrt ein. Gieße- ncr Reifebureaus nehmen Bestellungen entgegen. — Näheres in der Anzeige.
•• Uraufführung eines Bad -D au» Heimer Heimatsplels. Man schreibt uns:
Am Donnerstag, 15. Mat. gelangt tm großen Bühnensaal des Dad-Rauheimer Kurhauses das Hcimatspiel .Der Lchachttneister" zur Uraufführung. Cs handelt sich um daS Werk eines Bad-Rauhcimcr Einwohner-, Carl Piorkow. Das Stück schildert in wirkungsvoller Weise, gestützt auf historische Tatsachen, die Entstehung der Dad-Rauheimer Quelle 7. Im Mittelpunkt der Handlung steht die kraftvoUe Figur des Lchacht- meisters in ihrer mannigfachen Beziehung zum historischen Hintergrund, der seinerseits über das Bühnengeschehen gewaltig emporragt und daS Werk zu einem VolkSstück im besten Sinne dcs Wortes macht, das alle Heimatfreunde und Freunde des Bades aus der näheren und weiteren Umgebung fesseln und interessieren wird. Die Begleitmusik wird von 20 Mitgliedern des Kurorchesters auSgefuhrt. Die Ausführung leitet Schauspieler OSkar Feigel. Bad-Rauheim, früher Mitglied deS Gießener Stadttheaters und Bad-Rauheimer KurtheaterS. F e i g c l spielt auch die Titelrolle. Sämtliche übrigen Rollen liegen in den Händen von einheimischen Kräften. Die in dem Stück vorkommenden Tänze der Gnomen und Elfen werden von Mitgliedern des Turnvereins 1860 unter Leitung von Turnlehrer Sinn well auSgeführt. Die feit langem tm Gang befindlichen sorgfältigen Vorbereitungen bieten Gewähr für eine abgerundete, sehenswerte Aufführung. Näheres in der morgigen Anzeige.
Amtsgericht Gießen.
• Dießen, 29. April. Wegen Heber- tretung der Aeberholungsvorschrtf- ten erhielt der Führer eineS Lastkraftwagens eine mäßige Geldstrafe. In einem Nachbarort fuhr vor ihm auf der Straße ein landwirtschaftlicher Wagen, während auf der Straßenseite zwei Langholzfuhrwerke hielten. Cr suchte den ersteren vorschriftsmäßig links-tu überholen, beschädigte ober dabei das eine Langholzfuhrwerk. Den dadurch entstandenen Schaden ersetzte er. Bestraft wurde der Führer des Lastkraftwagens um deswillen weil cr an einer Stelle überholte, an der die Fahrbahn durch andere Wegebenuher — die Langholzfuhrwerke — verengt war Mit seiner Verteidigung, der Führer deS überholten Fuhrwerks habe zu lange gezögert, um rechts auszuweichen, konnte er nicht gehört werden: er hatte warten müssen.
Wiederum wegen Entwendung von Meerrettich hatte sich ein älterer, schon mehrfach vorbestrafter Fuhrmann zu verantworten, der erst kürzlich ebenfalls wegen Meerrettichdieb- stahls in zwei Instanzen zu Gefängnis frerur- teilt worden war. Er wurde auch überfuhrt. Diesmal erfolgte seine Bestrafung aber nn Rahmen des Feld- und Forststrafgesetzes. ES handelte sich nur um zirka 4 Pfund minderwertigen Meerrettichs, den der Angeklagte auf einer städtischen Wiese in der Schwarzlach ausgegraben hatte. Seine Verteidigung, die Wiese sei ja bereits abgeerntet gewesen, half ihm nichts. Er erhielt eine H a f t st r a f e von 4 Tagen, insbe- sandere wegen seiner Vorstrafen. Zudem nahmen damals die Felddiebstähle in einer Weise zu. die Milde nicht zulieh. ___________________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen.
Frau Professor K.
ist 73. Wer die eite Dame näher kennt, weiß, daß ihr Lebensabend wie eine Folg« sonniger Herbsttage ist.
„Es ist - so schrieb sie einmal ihrem Sohn - ein Gebot der Lebensklugheit, Genuß und Freude zu suchen, aber, um das bekannte Wort des alten Buddenbrook zu benutzen, nur solche, die uns bei Nacht ruhig schlafen lassen/7
Nach diesem Grundsatz handelt sie auch. Seit Jahren trinkt sie Kaffee Hag. Er gewährt ihr alle Kaffeefreuden, aber enthält nichts, was irgendwie schädlich oder störend wirken könnte. Kaffee Hag ist coffeinfrei und vollkommen unschädlich, er regt an, aber nicht auf.
Kaffee Hag trinken ist Lebensklugheit?


