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Reichsbahn-Rückblick auf 1929.
Oie Entwicklung des Personenverkehrs. — Oie Personalstärke.
Walde" unb „Swiger Frühling", beide mit Tello- und Klavierbegleitung, wahrhafte Glanzleistungen. 2luch sie muhte sich, wie sämtliche Solisten, zu einer Zugabe bereitfinden. Ein unter Leitung von K. Nicolai stehendes Orchester erfreute besonders durch die Ouvertüre zur Oper „Norma" von Bellini und den Strauhschen Walzer „Geschichten aus dem Wiener Wald". Der Vorsitzende des Vereins, Wilhelm Seipp, sprach den Dank an die Beteiligten aus, forderte den Verein angesichts des schönen Erfolges zu eifriger Weiterarbeit auf und ernannte in Anerkennung für langjährige, treue Mitgliedschaft eine Anzahl Ehrenmitglieder.
• Alten-Buseck, 7. San. Der hiesige Kegelklub „Gut Holz" veranstaltete am Silvesterabend sein diesjähriges Wintervergnü- gen. Der Abend wurde mit der Darbietung tfnet Kapelle eingeleitet, hierauf wurde ein Theaterstück flott gespielt und als Abschluß der Veranstaltung eifrig getanzt.
> Daubringen, 7. San. Am Samstagabend veranstaltete derGes angverein „D au- bringen" (Chorm. Berufsschullehrer Eberle (Lollar) im Saale der Wirtschaft Weimer sein diesjähriges Wintervergnügen. Eingeleitet wurde der Abend durch eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Herrn Roth, und einen von Mitglied Lehrer Weimer (Sellnrod) vorgetragenen Prolog. Die vorgetragenen Lieder brachten drei Grundgedanken zum Ausdruck. Die erste Gruppe mit den Liedern „Vespergesang" von Kämpf, .Sternennacht" von Schulten und „Das Mutterlied" von Eberle drückte die Abendstimmung aus. Die zweite Gruppe besang mit .Glückliche Liebe" von Hansen und „Heute scheid ich" von Ssemann der Liebe Glück und Schmerz. Sn der dritten Gruppe kam in „Holländisches Fuhrmannslied" von Ploner, „Oberbayerisches Volkslied" von Pley und „Gänsedieb" von Schaaf der § unter im Volkslied treffend zum Ausdruck.
ämtliche Lieder, die zum Teil erhebliche Schwierigkeiten aufwiesen, zeigten in Auffassung,. Reinheit und Betonung oas vortreffliche Können des Vereins. Ein Einakter, um dessen Einübung sich Dahnassistent Latsch verdient gemacht hatte, fand guten Beifall. Tanz hielt die Besucher in fröhlicher Stimmung noch lange beisammen.
V Mainzlar, 7. San. Am Samstagabend hielt der hiesige Männergesangverein seine diesjährige Generalversammlung bei Mitglied Hch. Vogel IV. ab. Der 1. Vorsitzende Ludwig Kreiling eröffnete und leitete die Versammlung. Den Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Sahr erstattete Schriftführer Karl Vogel, während über die Kasse der Kassierer Ludwig Fuchs Rcchnungsablage leistete. Der Abschluß ergab einen Heberschuß. Kassierer und Schriftführer wurden für chre mühevolle Arbeit der Dank des Vereins ausgesprochen. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde für das ausscheidende Vorstandsmitglied K. Grölz das Mitglied K. Müller gewählt, so daß dem seitherigen Vorstände durch die einstimmige Wiederwahl das Vertrauen ausgesprochen wurde. Unter „Verschiedenes" wurde u. a. die für dieses Sahr geplante Sängerfahrt nach Eveking in Westfalen ausführlich besprochen. Um die Kosten für diese Fahrt auf ein Mindestmaß zu beschranken, wurde bereits vor einiger Zeit eine Reisekasse gegründet. Die Beschlußfassung über Tag und Stunde der Fahrt wurde einer späteren Versammlung Vorbehalten. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles schloß der erste Vorsitzende mit Dankesworten die in allen Teilen gut verlaufene Versammlung. Man ging dann zum gemütlichen Teil über, wobei besonders das deutsche Lied noch zu seinem Recht kam.
v. L o n d o r f, 7. Jan. Das Anwesender Frau M. Rotschild Witwe, die nach Darmstadt verzogen ist, ging durch Kauf in den Besitz des Sattlermeisters Ernst Börger, Dreihausen (Kr. Marburg), über.
Kreis Büdingen.
△ Nidda, 7. San. Mit Beginn des neuen Jahres haben hier die Vereinsfestlichkeiten stark eingesetzt. Wie alljährlich, hielt gleich am Neujahrstag die Freiwillige Feuerwehr ihr Dintervergnügen im „Gambrinus" ab. Einer herzlichen Begrüßungsansprache des Kommandanten der Wehr folgte eist reichhaltiges Pro- . gramm in musikalischen und theatralischen Vorführungen und Kcnzertieren der Feuerwehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Bäcker von hier und zuletzt Tanzvergnügen. Am nächsten Tage hatte der SungoeutscheOrden,Bru- derschaft Nidda, seine Mitglieder und Freunde zur Weihnachtsfeier im „Gambrinus" «ingeladen. Sn seiner Begrüßungsansprache legte der Großmeister der Bruderschaft Nidda, Studienrat Braunewell. die Ziele und Fortschritte des Ordens klar. Musikvorträge eines Violinkünstlers, Theateraufführungen und vor allem die vorzüglichen Liedervorträge von Frl. Schade (Bad-Nauheim) ernteten wohlverdienten Beifall. Bahnmeister Struck von hier sprach allen Mitwirkenden den Dank der Gäste aus. Am 4. Sanuar hielt der V. H. C., Z w e i g v e r e i n Nidda, sein diesjähriges Wintervergnügen im »Gambrinus" ab, wobei gleichzeitig die Auszeichnung der verdienstvollen Wanderer aus dem vergangenen Sahre erfolgte, die der Vorsitzende des Zweigvereins, Oberlandmesser E i ch, hier, mit Worten der Anerkennung und besten Hoffnungen für die Zukunft vornahm. Auch hier bestand die Hauptunterhaltung in musikalischen Vorträgen, Theater und Tanzvergnügen. Als vierte Feierlichkeit im neuen Sahre ist die Weihnachtsfeier der katholischen Gemeinde Nidda am letzten Sonntag, 5. Sanuar, in der Turnhalle anzuführen, zu der die Gemeindeglieder mit ihren Familien aus dem ausgedehnten Kirchensprengel außerordentlich zahlreich erschienen waren. Vorzüglich eingeüote Chöre, ein mit tiefem Empfinden aufgeführtes Melodram und fröhliche Weih- nachtsspiele der Kinder fanden wohlverdienten Beifall.
]:[ Gelnhaar, 7.Jan. Zur Berichtigung des Berichts im „Gieß. Anz." Nr. 3 vom 4. Januar sei mitgeteilt, daß nicht Lehrer Schütz von Wibelsbach, sondern Lehrer Pfeifer von Rimbach bei Schlitz hie hiesige Lehrerstelle erhält, wie das Kullusmini- sterium im letzten Augenblick noch entschieden hat. Lehrer Schütz kommt demnach nach Rimbach.
Kreis Schotten.
xl Ulfa, 5. San. Schon längere Zeit war von Eingeweihten beobachtet worden, daß in den ausgedehnten Waldungen zwischen Schotten, Laubach und Hungen Spuren von Wildschweinen zu finden waren. Auf der in diesen Tagen hier stattgehabten Treibjagd des Iagdpächters Georg Reuß, Friedberg, auf Hasen und Füchse kamen in dem Trieb auch drei Sauen vor, die alle drei mit sicherem
WSN. Die Deutsche Reichsbahn veröffentlicht jetzt einen vorläufigen Rückblick über die Lage der Reichsbahn im Jahre 1929, worin über den Personenverkehr ausgeführt wird, daß dieser nicht ganz die Ergebnisse des Vorjahres er* reicht habe. Im Gesamtverkehr hätten die Einnahmen nur 99,2 v. H.» die beförderten Personen 99,4 v. S). und die Personenkilometer 96,4 v. S). gegenüber den Zahlen des Vorjahres betragen. Während im Stadt-, Ring* und Vorortverkehr von Berlin die Einnahmen um 6 o. $)., die beförderten Personen um 6,5 v. H. unb die Personenkilometer um 9,8 v. H. zugenommen haben, betrugen beim allgemeinen Ver- ! ehr die entsprechenden Zahlen nur 98,8, 97,1 und 94,7 gegenüber 1928. Der Anteil der Holzklasse an den Einnahmen, an beförderten Personen und Personenkilomelern ist im Vergleich zu 1928 vor der Tarifumstellung vom 7. Oktober des Vorjahres zurückgegangen, während bei der zwei* ten Klasse die Verkehrsleistungen und die Einnahmen gestiegen sind. Nachdem reichlich ein Jahr seit der Tarifreform und der Einführung des Zweiklassensystems vergangen ist, kann nach amtlicher Angabe das Ergebnis dahin zusammengefaßt werden, daß die durchgreifende Aende- rung der Personentarife für die Reichsbahn im allgemeinen das gebracht hat, was billigerweise erwartet werden konnte. Trotz des Rückganges des Fernpersonenverkehrs in feiner Gesamtheit, der feine Ursache sowohl in der ungünstigen allgemeinen wirtschaftlichen Lage, wie , auch in der Steigerung des Wettbewerbes des |
Die „Preußische Gesetzsammlung" Nr. 30 vom 23. Dezember 1929 veröffentlicht den Wortlaut einer neuenVerordnung zum Schutze von Tier- und Pflanzenarten in Preußen, die am 1. Sanuar 1933 in Kraft getreten ist und deren Kenntnis für alle Naturfreunde und Säger in Preußen oder in seinen „Grenzlanden", wozu wir in der G'.ehener Ecke ja gehören, von größter Bedeutung ist. Cs dürfte sich für die unmittelbar Snter:ffierten empfehlen, sich die Verordnung im Wortlaut zu beschaffen. Ausgabe dieser Zeilen soll und kann es nur sein, das Wichtigste hervor,uheben.
Durch den § 1 werden für b ie Dauer des ganzen Sahres im ganzen Staatsgebiet geschützt: 1. Folgende Tierarten: Apollofalter, Hirschkäfer, Sumpfschildkröte, alle in Europa einheim schen wildlebenden Vogelarten (Ausnahmen: Haubentaucher, Fischreiher, Hühnerhabicht, Sperber, Rohrweihe, Bleßhuhn, Haus- und Feldsperling, Elster, Eichelhäher, Raben-, Saat- und Nebel.rähe), Wildkatze, Edelmarder (außer in Fasanerien), Nerz. Haselmaus, Siebenschläfer, Biber, Reh und Elch, jedoch bekommen letztere gewisse Schußzeiten (s. später). 2. 30 Pslanzenarten (s. Verordnung). Verboten ist das Fangen, Töten, die Beschädigung von Puppen, Larven, Eiern und Nestern. Verboten ist die Verwendung von Licht, oder von Pfahleisen zum Vogelfang oder die Auslobung von Belohnungen für den Fang oder Abschuß von Raubvögeln.
Besonders wichtig für Säger ist der § 4, in dem es heißt: „Der Schrot- und Postenschuh auf Rot-, Dam- und Rehwild ist verboten. Das gleiche gilt für den Schuß mit gehacktem Blei."
Erfreulicherweise soll die Tierwelt auch gegen die herum stromernden Hunde und Katzen energisch geschützt werden. Ein Hund gilt als unbeaufsichtigt, wenn er sich so weit von seinem Herrn entfernt, daß diesem eine Einwirkung auf das Tier nicht mehr möglich ist, eine Katze, wenn sie mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt ist. Solche Tiere dürfen von dem Sagdberechtigten und seinen Beauftragten getötet werden (Aufnahme: Hirten-, Sagd-, Blinden- und Polizeihunde).
Schuß zur Strecke gebracht wurden. Anscheinend halten sich in dem Sagdbezirk noch mehr Schwarzkittel auf.
Kreis Alsfeld.
Nieder-Gemünden, 7.Januar. Herr K. Kratz aus Freienseen hielt gestern mittag im Saal der hiesigen Bahnhofswirtschaft einen von den Schulen Burg- und Nieder-Gemünden besuchten Lichtbildervortrag über „Die deutsche Marine in Krieg und Frie- d e n“. Sm ersten Teil seines Vortrages zeigte er die geschichtliche Entwicklung der deutschen Flotte durch die Sahrhunderte hindurch, mit den ersten Anfängen unter dem Großen Kurfürsten beginnend und mit den modernsten Riesendampfern endend. Alle Schiffsarbeiten wurden den Kindern im Bild gezeigt. Dazu gab Herr Kratz als alter Seemann die nötigen Erläuterungen. Sn dem zweiten Teil seines Vortrages zeigte er in Wort und Bild das Leben auf unb in dem Schiff. Die Vorführung dürfte einen bleibenden Eindruck bei den Kindern hinterlassen haben.
I M a u l b a ch, 7. San. Auf Veranlassung der D o r f k i r ch e n-D er ei ni gu ng für das nördliche Oberhessen fand hier in Verbindung mit dem Finkensteiner Bund vom 30. Dezember bis 5.Sanuar eine Singwoche unter Leitung von Lehrer Heinz Ameln, Kassel, statt. Etwa hundert sangesfreudige Mädchen, Burschen und Männer aus Maulbach und der Nachbarschaft haben mit gutem Erfolg daran teilgenommen, auch die Schüler der Maulbacher Schule übten fleißig mit. Die ständig im Wachsen begriffene Singbewegung will wieder zum rechten Verständnis des deutschen Gesanges erziehen. Sie ist inmitten der vielen Zerfallserscheinungen unserer Zeit ein erfreuliches Zeichen. Das Singen darf nicht Verstandessache fein, es muh Herzenssache werden. Seder Singende mutz das Gefühl haben: ich finge nicht für die anberen, sondern für mich selbst, zu meiner eigenen Freude und Erbauung. Die an der Singwoche beteiligt waren, haben dabei auch gelernt, wie man richtig und ohne Anstrengung singt. Da hörte man viele neue Anregungen und nahm sie auch zu Herzen. Man staunte weiter Über die reichen Schätze teert-
Kraftwagens findet, ist die Einnahme für einen Personenkilometer gestiegen. Auch die erwartete Auswanderung in die zweite Wagenklasse ist eingetreten. Die Steigerung der Einnahmen in der zweiten Klasse des Fernverkehrs betrug in den ersten acht Monaten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1928 rund 52 v. H. Die Erhöhung der Einnahmen aus den Schnellzugszuschlägen entspricht annähernd den Veranschlagungen. Die ein* geführten Eilzugzuschläge sind der Benutzuna der Eilzüge nid;! abträglich gewesen, im Gegenteil, der Verkehr in diesen Zügen hat zugenommen. Der veranschlagte Betrag ist wesentlich übertroffen worden. Nicht eingetreten ist dagegen die durch Verbilligung der Fernreisen in Eil- und Schnellzügen erwartete Derkehrssteigerung.
Das Ge s a m t p e r s o n a l der Reichsbahn hat im Jahre 1929 etwa 715 000 Köpfe betragen, war mithin gegenüber dem Vorjahr um 15 000 höher. Der ZuganL ist namentlich beim Betriebspersonal infolge des stärkeren Verkehrs unb der Verkürzung der Dienstdauer entsprechend den Anregungen des Ausschusses zur Untersuchung der Betriebssicherheit eingetreten. Außerdem hat während der Frostperiode Anfang 1929 ein stärkerer Personalverbrauch statt- gesunden. Die Zahl der Beamten, die nach Ansicht der Verwaltung zum Teil noch über den Rahmen des sachlichen Bedürfnisses hinausgeht, konnte entsprechend dem natürlichen Abgang und in Durchführung des Stellenprogramms um etwa 2500 Köpfe verringert werden'.
Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen ist untersagt. Präparatoren u. ä. Berufe müssen Bücher führen, aus denen die Herkunft von solchen Objekten nachgewiesen werden kann, die sich in ihrem Besitz befinden.
Die Anlage D zählt die Tiere auf, die der Sagdberechtigte zu besonderen Zeiten erlegen darf, während sonst alle Bestimmungen auch für ihn gelten.
Ausnahmen von der Verordnung kann in besonderen Fällen (wesentliche wirtschaft iche Schäden, wissenschaftliche Zwecke, Stubenvogelhaltung) der Regierungspräsident gestatten.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder Haft bedroht.
Die Verordnung ist, wie oben erwähnt, bereits am 1. Sanuar 1930 in Kraft getreten, sie seht aber noch nicht die weitergehrnde Wildschutzverordnung vom 8. Mai 1929 außer Kraft, die erst am 28. Februar 1930 abläuft.
Wir geben zum Schluß noch eine Liebersicht über die Schußzeiten derjenigen Tiere, die an sich durch die Verordnung geschützt sind, aber zu den jagdbaren Tieren gehören. Da der preußische Sagdschein z. T. noch andere Zeiten angibt, empfehlen wir entsprechende Abänderung.
Schußzeiten
(nur solcher Arten, die für unser Gebiet in Frage kommen könnten):
1. Wilde Gänse 1. Suli bis 28. Februar.
2. Wilde Enten 16. Suli bis 31. Dezember.
3. Haselhuhn 1. Oktober bis 30. November (nur mit bcs. Erlaubnis des Reg.-Präs.).
4. Auerhahn 1. Dezember bis 31. Mai.
5. Rebhuhn 1. September bis 30. November.
6. Fasanen: Hähne 16. September bis 31. Mai, Hennen 16. September bis 31. Sanuar.
7. Slrand-Wasserläuser und Gr. Brachvogel 1. September bis 28. Februar.
8. Waldschnepfe 1. August bis 15. April.
9. Bekassine 16. Suli bis 15. April.
10. Tauben 1. September bis 28. Februar.
11. Reh: Docke 16. Mai bis 31. Oktober, toeibl. Rehwild und Kälber 1. November bis 31. Dezember.
vollen alten Dolksliedergutes, das in unserem Volke verborgen liegt. Es aus den Tiefen zu heben und der Allgemeinheit wieder zugänglich zu machen, ist ein grotzes Verdienst dieser Sing- bewegung. Sn der überfüllten Schlußverfamm- lung am Sonntagabend konnten sich auch Nicht- tellnehmer einen Begriff davon machen, wie wertvoll und segenbringend die in der Woche geleistete Arbeit war.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
oo Wißmar, 6.Jan. Dieser Tage wurden Gemeindevorsteher Ludwig B i t t e n d o r f und sein Stellvertreter Heinrich Bittendorf, beide von der Gemeindevertretung neugewählt, nach ihrer Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde von Bürgermeister Brockmeier zu Krofdorf für ihr Amt verpflichtet und in dieses eingeführt.
0 Atzbach, 6. Jan. Die von der Gemeindevertretung wiedergewählten und von der Aufsichtsbehörde bestätigten Gemeindevorsteher Ludwig Brück mann und stellvertretender Gemeindevorsteher Ludwig Koch wurden in der jüngsten Ge- meinderatssitzung durch Bürgermeister Brock- m e i e r zu Krofdorf für ihr Amt wieder verpflichtet und eingeführt. — Für den Gemeindewald ist die Aufstellung eines Betriebswerkes erforderlich. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, die Kosten dafür nach Beendigung der seinerzeit im Gange befindlichen Umlegung der landwirtschaftlichen Grundstücke zu übernehmen unter der Voraussetzung, daß ein Extrahieb in dem Gemeindewald, den die Regierung in Aussicht gestellt hat, in solchem Umfange genehmigt wird, daß aus dem Erlös dieses Sonderhiebes sämtliche durch die Anfertigung des Betriebswerks entstehenden Ausgaben gedeckt werden.
0 Dutenhofen, 5. San. Die dieser Tage hier stattgefundene Treibjagd erbrachte 75 Hasen und zwei Fasanen.
Kreis Biedenkopf.
0 Rodheim a. d. D-, 7. San. Die Weleute Heinrich Schmidt und Ehefrau Margarethe feierten am Sonntag das Fest der goldenen Hochzeit. Die kirchliche Feier schloß sich dem
NachmittagSgottesdienst an. Pfarrer Domek legte seiner Feierrede den Text deS 91. Psalms, Vers 1 und 2 zugrunde. Anschließend wurde bem goldenen Hochzeitspaar eine schöne, große Dilder- bibel als Geschenk der Kirchengemeinde und ein Gedenkblatt des nassauischen Landesbischofs überreicht. Das Subelpaar erfreut sich bester körper licher und geistiger Frische.
Kreis Marburg.
0 Fronhausen (Lah n), 7. Jan. Auf der Landstraße Sichertshausen—Bellnhausen, in der Nähe der Bellnhäuser Mühle, ereignete sich am Sonntagnachmittag ein schwerer Autounfall. Die Witwe Karl Wölfel von Sichertshausen, die sich zum Abendmahl nach dem Vereinshause in Bellnhausen begeben wollte, wich auf der Landstraße einem Auto aus und wurde, als sie wieder nach der Straßenmitte zu ging, von einem plötzlich aus der entgegengesetzten Richtung herannahenden Kraftwagen erfaßt und überfahre n. Die Lenkerin dieses Autos versuchte, den Unglücksfall zu vermeiden und bog scharf nach rechts ab, jedoch wurde die bedauernswerte Frau von dem Wagen erfaßt, der außerdem noch gegen das Geländer der neuen Brücke stieß. Die Führerin des Autos verbrachte die Verunglückte sofort zum Arzt nach Fron- Hausen, von wo sie nach erster ärztlicher Hilfeleistung mit dem Auto der Chirurgischen Klinik in Marburg zugesührt wurde. Dort liegt sie mit schwere« Verletzungen ernstlich darnieder.
Neue Zraktionsbildung im Offenbacher Stadtrat.
Offenbach, 7.Jan. (WSN.) In der Vorstandssitzung der Demokratischen Partei, in der über den Zusammenschluß der beiden demo- kratischen Stadtratsmitglieder im neuen Stadtoarla» ment mit den drei Mitgliedern der Mittelstanosliste zu einer Fraktion beraten wurde, ergaben sich bei der Abstimmung in geheimer Wahl bei 21 Ab« stimmenden 14 Stimmen für den Anschluß und neun dagegen: ein Zettel war unbeschrieben. DurH diesen Beschluß scheiden die Demokraten, die nach dem Kriege mit neun Mandaten in das Stadtparlament einzogen, als selbständige politische Gruppe im Stadtrat aus. Die Wirtschaftspartei hat dis Fraktionsführung übernommen. Die neue Fraktion zeichnet jetzt mit dem Namen „Freie bürgerliche Mitte". Wie wir hören, soll jetzt noch eins zweite Arbeitsgemeinschaft gebildet werden. Es handelt sich um den Zusammenschluß der Opposition, des Kommunisten Galm und der Sozialdemokraten.
Einweihung des St.MarienkrankenhauseS in Darmstadt
2) a r m ft a b t, 7. Jan. (WSN.) Nachdem bereits gestern die kirchliche Weihe des von der Genossenschaft der Schwestern der göttlichen Vorsehung» eine Gründung des Mainzer Bischofs Ketteler, erstellten St. Marienkrankenhauses durch den derzeitigen Bischof von Mainz, Dr. Hugo, in Anwesenheit zahlreicher kirchlicher Würdenträger und der Zentrumsabgeordneten des Hessischen Landtags stattgesunden hatte, wurde heute das neue Krankenhaus offiziell feiner Bestimmung übergeben. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man dis Ministerialräte der Bauabteilung des Finanzministeriums, weiter Ministerialrat Dr. S ch r o h e von der Gesundheitsabteilung des Innenministeriums, Staatsrat Dr. v. E y f f vom Justizministerium, Oberbürgermeister Mueller, zahlreiche Vertreter der hiesigen Krankenhäuser, der Aerztekammer, des Aerztlichen Kreisvereins, der Krankenkassen, Stadt- ratsmitglieöer und auch die Gattin des zur Zeit in Rom weilenden hessischen Finanzministers Kirnberger. Dem Leiter des Krankenhauses, Dr. Melsheimer, wurden warme Glückwünsche und der Schwestern-Genossenschaft, die auch die Betreuung der Kranken übernimmt, herzliche Worte des Dankes für die große soziale Tat der Errichtung des Krankenhauses gewidmet. Die Schwestern-Genossenschaft hat in Hessen bereits in Mainz, Mainz-Mombach, Offenbach, Lampertheim und Hirschhorn Krankenhäuser erstellt, denen sich nunmehr das Darmstädter Haus anschließt. Das in ruhiger und prächtiger Lage in der Nähe der Ludwigshöhe gelegene Heim ist mit allen technischen Hilfsmitteln der Neuzeit ausgeftattet. Es ist für 110 Briten eingerichtet, von denen zunächst 25 bis 30 belegt werden.
SLrAusammelibruchderSausratG.m.b.H.
Frankfurt tritt dem Beschluß des Landesausfchuffes bei.
WSN. Frankfurt a. M., 6. San. Der Frankfurter Magistrat beschloß, in der Frage der Regelung der Verhältnisse bei der Hausrat G. m. b. H. grundsätzlich dem Beschluß des L and es a us sch u sse s Wiesbaden vom 28. Dezember beizutreten unter der Bedingung, daß das Vergleichsverfahren zustand« komme.
Kirche und Schule.
)( L i ch, 5. San. Sm Sahre 1929 wurden in der evangelischen Gemeinde Lich 41 Kinder getauft, 52 konfirmiert, 13 Paare kirchlich getraut und 31 Gemeindeglieder kirchlich beerdigt. Nach alter Sitte werden im Gottesdienst des Neujahrstages die „drei Kirchenältesten", d. h. die „drei ältesten der Verstorbenen des Sahres feierlich verlesen. Es waren im vergangenen Sahr: Anna Maria Heller, geb. Heller, 86 Sahre alt, Heinrich Schmidt V. 83 Sahre alt, und Sohcmn Sakov Dietz III. 82 Sahre alt. — Sn Nieder- Bessingen wurden 7 Kinder getauft. 3 konfirmiert. 1 Paar getraut und 6 Gemeinoegliedev beerdigt.
Berliner Börse.
Berlin, 8. San. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigte das selbe Bild, wie in den letzten Sagen. Die Llmsahtätigkeit war klein, die Tendenz ruhig, und die Stimmung freundlich. Neue Momente sind nicht vorhanden, doch nehmen die Haager Verhandlungen scheinbar einen normalen Verlauf. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87 bis 123,91, London gegen Mailand 93,10 etwa, London gegen Madrid 37,50 zu 37,60, London gegen Kabel 4,87 zu 4,8710, London gegen Berlin 20,4050 zu 20,41, Kabel gegen Berlin 4,1895 zu 4.19.
Aus dem Amtsverkündigungsblaii.
* Das Amtsverkündigungsblatk Nr. 2 vom 7. Sanuar enthält: Die Wahlen zum Kreistag. — Benachrichtigung der Gendarmerie- stationen durch die Ortspolizeibehörden. — Po- lizeiverordnung über den Kraftfahrzeugverrehe in der Stadt Gießen. — Dienstnachrichten.
Die neue preußische Tier- und pflanzen- schutzverordnunßvom^6.Dezember'1929
Wichtig für Ilaturschühler und Jäger.
Don Studienrai Ernst Holzel, Gießen.


