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OiewirtschastlicheLageFrankreichs.

Die Haager Konferenz lenkt die Aufme k aink.it der Oeffentlichkeit auch auf die W i r t s ch a f t s - läge der großen Gläubigerländer, besonders Frankreichs. Eine besonders auf­schlußreiche Darstellung über die Wirtschaftslage dieses Landes gibt der jetzt erschienene Jahres­bericht der Reichskreditgesellschaft, in dem aus­geführt wird: Frankreich ist von der Anspannung, die das laufende Jahr fast allen im Weltkredit­verkehr miteinander verflochtenen Ländern ge­bracht hat, verschont geblieben. Seine wände» rungsfähigenKapitalien sind außer­ordentlich groß. Frankreich ist gegenwärtig eines der am meisten zu Ausleihungen an das Ausland befähigten Länder und zugleich auch das Land, das seine Gelder am stärksten dem aus­ländischen Markte vorenthält. Cs ist, wie heute erkennbar, als eines der reichsten Län­der aus dem Kriege hervorgegangen. Aus dem Handels-'. Fremden- und Kapitalverkehr fällt Frankreich ein Betrag zu, welcher hinter demjenigen der Vorkriegszeit kaum zurücksteht. Außerdem bezieht es von Deutschland in der Form der Reparationszahlungen eine über die interalliierten Schulden hinausragende politische Rente von jährlich etwa 0,5 Milliarde Mk. Das Ergebnis ist eine von Monat zu Monat wachsende Goldanhäufung in Frankreich, die gegenwärtig den außergewöhnlichen Betrag von nahezu 7 Milliarden Mk. allein in der Hand von Frankreich erreicht hat. Der Gold- und Devisenbestand der Bank von Frank­reich ist, auf den Kopf der Einwohner berechnet, in Frankreich viel höher als ebenfalls auf den Kopf der Einwohner berechnet der gesamte Goldbestand Amerikas einschließlich der Gold­münzen, Goldzertifikate und alles anderen mone­tären Goldes in Amerika. Der Rotenumlauf I

ist zu 100 v. H. durch Gold und Devisen gedeckt. Die Verfügung über so große, zur Ausleihung befähigte Kapitalien hat Frankreich im Kapitalverkehr $um billigsten Lande der Welt gemacht. Die Zinsbildung auf dem Geldmärkte ist von der Verteuerung in den übrigen Ländern kaum berührt worden und auf dem Kapitalmärkte sogar noch gesunken.

Die günstige Kapitalversorgung hat schon im Jahre 1928 eine bedeutende Investi­tionstätigkeit ermöglicht, die im Jahre 1929 noch zugenommen hat. Frankreichs in­dustrielle Produktion ist bis zum Herbst auf 141 v. H. des Vorkriegsstandes gestiegen. Probleme der Arbeitslosigkeit existieren in Frankreich nicht. Der Verbrauch des Volkes ist nicht in ähnlichem Umfange gestiegen, da kein nennenswertes Wachstum der Bevölkerung zu verzeichnen ist. Die K a p i t a l bi l d u ng muß daher außerordentlich groß sein. Cs kann angenommen werden, daß die bedeutende in­dustrielle Aktivität des Landes zunächst noch fort­bestehen wird. Die Fähigkeit Frankreichs zur Ausleihung an das Ausland dürfte, wie bisher, auch in der nächsten Zeit durch die Beanspruchung des inländischen Marktes nicht wesentlich beein­trächtigt werden. Ob aber Frankreich dem W e l t- kavitalmarkte die Unterstützung leihen wird, zu der das Land auf Grund seines Reichtums be­rufen ist, und die Amerika und England dem Weltmärkte geliehen haben, wird davon abhän­gen, wann Frankreich seine Politik der Kapi­taleinsperrung aufgibt. Möglicherweise wird die Begebung der Mobilisierungsanleihen, die im Verfolg der Reparationsregelung aufge­legt werden sollen, zu einem erheblicher Teile in Frankreich erfolgen und einen stärkeren fran­zösischen Kapitalexport einleiten.

Erholung eines richtigen Feiertages! Mehr als irgendein anderes Volk fühlt sich gerade der Russe als Teil der Massen will gemeinsam mit der Umgebung schuften und feiern, Sorgen und Frohsinn teilen. Er bedarf daher zur richtigen Erholung der allgemeinen Feststimmung, auf daß seine Seele mitschwinge. Solche Stimmung kann aber nicht aufkommen, wenn rings um ihn % der Genossen in ewigem Einerlei ihrer schweren Alltagsfron in Rauch und Lärm, in Staub und Schmutz nachgehen, auch wenn er selbst für. einen Tag davon befreit ist. Verschlimmert wird die Sache noch dadurch, daß es iorganisatorisch völlig unmöglich ist, auch nur die Mitglieder einer Familie in die gleiche Wochenschicht einzureihen. Die Familien werden ganz auseinander­gerissen werden, Eltern,' Kinder und Ge­schwister niemals mehr dazu kommen, trauliche Mußezeiten gemeinsam zu verbringen.

Tatsächlich wendet sich hiergegen auch einer der schärfsten Einwände der einfachen Leute, und diese allein werden allenfalls noch einiger Be­achtung würdig erachtet seitens der Wirtschafts­diktatur. ImTrud" (Arbeit) war z. B. zu lesen, wie in einer Textilfabrik die weibliche Belegschaft sich gegen die Einführung der Fünftage-Woche auflehnte, unter den Rufen:Wir wollen am Sonntag mit unseren Männern und Kindern aus­ruhen!"Man raubt uns die letzte Möglich­keit, zur Kirche zu gehen und zu Gott zu beten." Mit dem zweiten Protestruf ist der andere rich­tigste Einwand ausgesprochen. Das ganze kirch­liche Leben wird erstickt. Das gilt freilich, vom Standpunkt der Sowjetherrscher als ein großer Vorzug der neuen Zeiteinteilung und lag von Anfang an in der Absicht der Reformatoren, als höchst erwünschte Rebenwirkung der Mecha­nisierung und Schematisierung der Lebensgestal­tung der werktätigen Massen.

Betroffen werden freilich nur die städtischen Gewerbe, insbesondere die Jndustriebevölkerung. Man plant, zwar auch die Behörden in das tote Schema zu zwingen und sogar das Schulwesen im geistlosen Schichtwechsel zu betreiben. Aber die Masse des Russenvolkes bleibt dagegen ge­feit. Das sind die Dauern. Der Landbau richtet sich nach Wind und Wetter, Regen und Sonne; kennt keinen Schichtwechsel, keine Verzettelung der Arbeiten. Auch nicht auf allerhöchstes Geheiß vom Kreml! Sonst würde ganz Rußland dem Hunger verfallen.

Zweite Mtenberger allgemeine Geflügelschau in Lang-Göns.

Der Geflügel- und Kaninchenzucht­verein Lang-Göns hielt vom Freitag bis Sonntag eine allgemeine Geflügel­schau ab, die außerordentlich gut beschickt war. Mehr als vie .Hund.rt Rumm rn warm vertreten, eine ganze Anzahl Bewerber mußte zurückge­wiesen werden. Die Vorbereitungen waren auf das gewissenhafteste unter der rührigen Leitung des Vereinsvorsitzenden, Wagnermeisters May, getroffen worden, und der Erfolg der Ausstel­lung war voll und ganz verdient. In der Haupt­sache waren Hühner und Tauben vertreten, wäh­rend von Kaninchen nur wenige zu sehen waren. Die Schau zeigte aber, daß es auch in unserer Geflügelzucht, besonders in der Rassegeflugel- zucht, start aufwärts geht. Wohl waren recht viele Aussteller aus anderen Orten, aber auch die Züchter von Lang-Göns konnten mit ganz vorzüglichem Material aufwartcn. Als Preisrich­ter wirkten für Geflügel die Herren Wilhelm R e r n, Pohl-Göns, 6 ö Mer, Rieder-Gemün­den, Andreas, Frankfurt a. M., für Kanin­chen Ludwig Gerhard, Kirch-Göns. Don Privatpersonen und einzelnen Firmen waren zahlreiche Ehrenpreise gestiftet worden. Da das Wetter für die Geflügelschau sehr günstig war, kamen auch sehr viele Drsucher ans Lang-Göns

Der Tram vom Glülk.

Vornan von E. Lovett und M. v. Weißenthurn.

Copyright by Marie Brügmann, München.

5. Fortsetzung. Raddruck verboten.

Kurt nämlich, der seinen Eltern gegenüber nicht allzu egoistisch erscheinen wollte, hatte sich ein für allemal nach dem A'.endessen von den Damen beurlaubt, um mit seinem Vater Dillard zu Spielen, was dessen liebste Unterhaltung war. Während dieser Zeit muhte Sabine also die Gegenwart ihres Verehrers entbehren.

Außerdem unterhält man sich schlecht zu dreien", fuhr Sabine fort. Dann erzählte sie Doris viel von ihren Reifen, die sie durch halb Europa geführt zu haben schienen, von ihren Freunden und Verehrern, die unzählbar sein mußten; aber sobald Kurt mit seinem Vater den Salon betrat, nahm sie keine Rotiz mehr von der kleinen, infolge ihrer Laune herangezogenen Ge­sellschafterin, die nun wieder völlig übersehen wurde, so daß sie die erste Gelegenheit ergriff, um den Salon zu verlassen.

Mit erwachender Ditterkeit empfand sie, daß Sabine sie nur dann bemerkte, wenn sie sich langweilte. Das betrübte sie um so mehr, als sie selbst sich von dem schönen Mädchen immer unwiderstehlicher angezogen fühlte. Sabine schien ihre wahren Gefühle ost unter einer zur Schau getragenen Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit verbergen zu wollen, besaß aber zweifellos echt weibliche, gediegene Gesinnungen, die trotz Selbst­sucht und Unaufrichtigkeit gelegentlich zum Vor­schein kamen. Unter der Leitung einer besseren Mutter wäre sie das erkannte Doris deutlich sicher ein gutes, edles Mädchen geworden.

Und wenn Kurt sich jetzt mit ihr verlobt, werde ich sie dennoch lieben müssen!" schloß sie ihre Detrachtungen.Wie konnte ich anders, als derjenigen meine Liebe schenken, die er sich aus­erkoren. Oh, wäre sie seiner doch wert!"

Frau von Wildhosen sprach, wenn sie mit Doris allein war, oft recht offen über ihre Gäste.Frau von Rechten ist wirklich eine fein- gebildete und höchst anziehende Frau", äußerte sie eines Morgens, während Doris damit be­schäftigt war, die Menükarten für die heutige größere Abendgesellschaft zu schreiben.

Du weißt, daß dein Onkel und ich die Da­men gebeten haben, unsere Gäste zu sein, solange es ihnen gefällt; es scheint, daß ein anderer noch geplanter Besuch ihrerseits sich zerschlagen hat und so bleiben sie vorläufig bei uns. Was ich an der älteren Dame am meisten schätze, sind ihre vorzüglichen Anschauungen und Grundsätze."

Doris legte die Feder aus der Hand und blickte schnell auf.

und der Umgebung. In einigen Rachmittags- stunden war das Gedränge einfach beängstigend. Jedenfalls kann der Verein auf seine diesjäh­rige Ausstellung mit Stolz und Befriedigung zurückblicken. Cs folgt hier das Ergebnis der Prämiierung. Wir können wegen des Rau­mes nur die Züchter anführen, die mit Ehren­preisen (E.) oder ersten (1.) Preisen bedacht wurden:

A. Hühner (Stämme): Italiener, rebhf., Willi Frey, Lang-Göns, E., 1. Wyandotten, weiß, Rorbert Grünebaum, E., 1. Einzel- Hühner und Hähne: Langshan, schwarz, Ludw. Zimmer, Lich, E., 1., 1. Wyandotten. weiß, Rorbert Grünebaum, E., 1., 1. Wyandotten, schwarz, Heinrich Hardt, Ridda, E., E., 1. Wilh. Reusch HL, Lang-Göns, 1. Wyandotten, hell, Otto Weil, Leihgestern, E. Wyandotten, ge­streift, PH. Schäfer, D'.ngenheim, 1. Orpington, gelb, Frau Epruck, Großen-Linden, E.. 1. Ply­mouth Rocks, gestreift, Wilh. Henrich, Lang- Göns, E. Otto Hceb, Lang-Göns, 1. Rhode- länder, Hch. Pfeiffer, Steinberg, E.; Karl Stoll, Lang-Göns, 1.; Wilh. Melior, Großen-Buseck, 1. Sussex, hell, Otto Eckhardt, Lang-Göns, E. Süsse-, bunt, Otto May, 1., 1.; Wilh. Müller, Hörnsheim, 1. Barnevelder, Joh. Ant. Weber, Hochelheim, E.; Wilh. Müller V., Lang-Gons, 1.; Willi Ranst, Allertshausen, 1. Minorka, schwarz. Otto May, Lang-Göns, E. Sachsenhühner, Karl 2aüber, Lang-Göns, E., 1. Leghorn, weiß, Hch. Köster, Riederkleen, 1. Italiener, rebhf., Ober­leutnant Ester, Butzbach, C., E.; C. Vogt L, Lich, 1. Italiener, silberhalsig, Wilh. Mül er IL, Hörnsheim, E., 1. Italiener, gelb, Konrad Wagner, Muschenheim, C.; Fritz Andermann, Lützellinden, 1. Italiener, schwarz, Wilhelm Müller V., Lang-Göns, E. Wilh. Altenheimer, Lützellinden, E.; Ernst Köhler, Bettenhausen, 1. Dominikaner, Alfred Rompf, Lang-Göns, E.

Sie ist wirklich eine sehr edel veranlagte Frau!" bekräftigte Frau von Wildhofen das Vorhergesagte in nachdrücklichem Ton.

Inwiefern, Tante Hanna?" fragte Doris ge­spannt.

»Run, hinsichtlich ihrer Tochter. Du siehst, was für ein schönes Mädchen diese ist, und wirst es daher ganz begreiflich finden, daß Kurt sich ein wenig in sie verliebt hat. Das würde manche Mutter an meiner Stelle sehr beunruhigen; Frau von Rechten hat sich aber so offen und rückhalt­los über diesen Punkt gegen mich ausgesprochen, daß ich nicht die geringste Besorgnis hege."

Wirklich?" Doris tauchte ihre Feder von neuem ein.

Höre nur, wie tief durchdrungen diese Frau von ihren mütterlichen Pflichten ist: Sie hegt den Grundsatz, ihre Tochter unter keinen um* ständen mit einem heiratsfähigen jungen Manne allein zu lassen, und betreibt alle die Dinge, wie Schlittschuhlaufen, Radeln, Tennisspielen und und fo weiter nur, um bei ihrer Tochter zu fein. Das ist wirklich eine große Gewissenhaftigkeit, und ich sage offen, daß ich eine noch höhere Mei­nung von ihr hege, seitdem ich das weih. Wenn ich eine Tochter hätte, ließe ich sie ebenfalls nicht aus den Augen."

Doris erwiderte nichts, obwohl ihr ein flüch­tiger Moment von gestern nachmittag lebhaft vor die Seele trat. Auf der Heimkehr von einer längeren Spazierfahrt mit ihrer Tante hatte sie nämlich auf einem Rebenwege ganz deutlich die Silhouetten der beiden jungen Leute, dicht nebeneinander dahinradelnd, gesehen, während hinter chnen in großer Entfernung ein kleiner Punkt sichtbar wurde, in dem sie kaum die Ge­stalt der wachsamen Mutter erkennen konnte.

Das mochte wohl chre gewöhnliche Fahrordnung sein, dachte sie in lebhafter Erinnerung an Sa­bines energische Verwahrung gegen die Dreizahl in geselligem Beisammensein.

Roch unter diesem Eindruck stehend, konnte sie sich nicht versagen, die harmlos llingende Frage zu stellen:

So würdest du es also nicht gern sehen, wenn Fräulein von Rechten sich allein in Kurts Ge- sellschaft befände, Tante Hanna?"

Ratürlich nicht! Ihre Mutter hat mir offen gesagt, daß sie leider nicht in guten Verhält­nissen sind. Sie besitzt nichts als die Pension, die sie seit chres Gatten Tod bezieht, unser Sohn aber muß eine bessere Partie machen."

Aber da er doch euer einziger Erbe ist, so..."

Mein Kind, ich weiß, was du sagen willst. Sind doch alle romantisch veranlagten jungen Mädchen der Meinung, daß ein reicher Mann immer ein blutarmes Mädchen glücklich machen müsse, aber das ist wirklich rechter Llnsinn. Geld gehört zu Geld, und auch Frau von Rechten Weitz das so gut wie ich. Kurt macht ihrer Toch- ter jetzt auffallend den Hof er ist und bleibt

Rheinländer, schwarz, Anton Zörb, Hörnsheim, E.; Ludwig Hamel, Großen-Linden. E. R.ichs- hühner, weiß, Jakob Zimmer V., Ried rweisel, 1. Hamburger Silberlack, W.lh. Martin, Hochel­heim, 1.

B. Zwerghühner: Wyandotten, rebhf., Jean Kolter, Dad-Rauheim, E.; Otto Doller, Lang-Göns, 1. Wyandotten, weih, Otto Hetz, Lang-Göns, E., 1. Wyandotten, schwarz, Otto Heß, Lang-Göns, C.; Adam Görlach, Gam- bach, 1. Wyandotten, dunkel, Paul Schäfer, Mar­burg, 1 Langshan, schwarz, Karl Müller IL, Lang-Göns, E. Antwerpener Dartzwcrge, Hars George, Großen-Linden, 1. Porzellans. Zn>:rge ohne Dart, Karl Müller II., Lang-Gons. E., C., 1. Porz, mit Dort, Karl Müller IL, 1. Dlaupor- Zellanf. m. B., Heinr. Hofmann, Marburg, 1. Zwergkämpfer, birfenfarb., Karl Philipp IV., Steinberg, E., 1. 3ti>:rgfäm;f r, gol'.h Ifig, W.lh. Aeusch UL, Lang-Gors, 1. Deutsche Zwerge, Hch. Wagner, Großen-Linden, 1. Silber-Bantam, Hch. Hofmann, Marburg, 1. Bantam, schwarz, Aug. Felsing, Gießen, E., 1.

C. Tauben: Koburger Lerchen, fiEber m. D., Wilh. Diedenkopf, Münster, E. Kob. Lerchen (gelercht), Heinrich Köster, Riederlleen, E., 1. Storchtauben, rot, Rudolf Rosenbaum, Gießen, 1. Schönheitsbriestauben, dunkel, Hch. Hofmeister, Büdingen, E., 1.; Eugen Appel, Friedberg- Fauerbach. 1. Steinhe'.mer Bagd.tten, weiß, Karl Sieg, Münster, E. Kröpfer, engl., Rudolf Rosen­baum, Gießen, 1. Schles. Wcis;platt!r pfer, filber, Wilh. Lamp, Rieder-Bessingen, E. Steiger­kröpfer, schwarz, Jakob Burk, Londorf, E. Elster Kröpfer, rot, Georg Spengel. Bersrod, 1. Elster Kröpfer, schwarz, Ludw. Lich, Londorf, E. Hess. Kröpfer, Risselkopf, Georg Reuhl, Rie- der-Hademar, 1. Hess. Kröpfer, schwarz, Tiger, Georg Reuhl, Rieder-Hademar, C. Hess. Kröpfer, Tiger, Th. Vogt, Reichelsheim, 1. Hess. Kröpfer,

nun einmal ein übermütiger Geselle aber un­ter den Augen einer Mutter, wie Frau von Rechten, bin ich ohne Sorgen, daß sich daraus etwas Ernsthaftes entwickeln könnte."

Tante Hanna", begann Doris nach einer Kei­nen Pause mit etwas unsicherer Stimme:Hast du irgendeine Vermutung, wer Frau von Rechten eigentlich sein mag?"

Frau von Wildhosen nahm hastig die Brille ab. Olein, dieses Mädchen! Wer und was sott sie anders sein als eben Frau von Rechten, die Witwe des Majors von Rechten, der durch einen unglücklichen Sturz vom Pferde seinen Tod fand!

Lind du glaubst, sie würde es nicht gern sehen, wenn chre Tochter sich mit einem reichen Manne, wie zum Beispiel Vetter Kurt es einmal sein wird, verheiraten könnte?" setzte Doris das Thema fort wie es ihrer Tante schien, mit ein wenig zu viel Beharrlichkeit.

Lächelnd erwiderte diese:

Oh, sie würde wohl kaum etwas dagegen ha­ben, aber, wie ich sie beurteile, denkt sie viel zu vornehm, um die ihr erwiesene Gastfreundschaft dahin auszubeuten, daß sie den einzigen Sohn und Erben einzufangen sucht. Sie sagte mir über­dies, daß sie gar nicht den Wunsch hege, ihre Tochter $u verheiraten, denn sie könne den Ge­danken einer Trennung von ihrem einzigen Kind nicht ertragen, und auch Sabine möchte chre Mutter nicht verlassen. Sie hätte darum schon einige vorzügliche Part'en zarückgewiesen, dar­unter auch einen Ausländer von fürstlichem Reich­tum, dessen Bekanntschaft die Damen auf einer Reise, ich glaube in Abbazia, gemacht haben."

Sie müssen viel auf Reifen fein! warf Do­ris ein.

Ja, sie sind in der Residenz mit vielen Aus­ländern in hohen Stellungen bekannt geworden, und erhielten dann von manchen Einladungen, sie in ihrer Heimat zu besuchen. Frau von Rech­ten hat allem Anschein nach sehr distinguierte Verbindungen."

Olllem Anschein nach!" wiederholte Doris ein wenig respektwidrig, setzte aber schnell hinzu:

Was für eine wundervolle Erscheinung mutz doch Frau von Rechten in ihrer Jugend gewe­sen fein!

In diesem Augenblick trat ein Diener ins Zim­mer und überreichte der Schlotzherrin ein Billett, das ein Reitknecht soeben abgegeben hatte.

Ach, wie unangenehm!" rief Frau von Wild- Hofen, als sie es gelesen hatte, und setzte dann rasch hinzu:Ist der gnädige Herr bereits von seiner Ausfahrt zurück, Matthias?Roch nicht, gnädige Frau!"

Dann muß ich mit meinem Sohn Rücksprache nehmen. Liebe Doris, möchtest du schnellstens an den See gehen?"

Wünschen gnädige Frau, daß ich gehe?" fragte der Diener.

Rein, ei ist mir lieber, wenn Fräulein Harter

dunkelscheck, Th. Vogt, Reichelsheim, C. Hess. Kröpfer, schwarz, Georg Reuhl. Ried.r-Hademar, 1. Hess. Kröpfer, rot, Hch. Jäger, Oberhörgern. E., 1. Hess. Kröpfer, blau, o. D., Alb. Schmidt. Lang-Göns, E., 1. Hess. Kr. m. B., Wilhelm Moritz Müller. 1. Hess. Kr.. fahl o. B., Hch. Wagner, Grohen-Linden, 1., 1. Hess. Kr.. w., Th. Vogt, Reichelsheim, C.; Richard Kaifer, Lang-Göns, E., C., E., C. Brünner Kröpfer, schwarz, Th. Vogt, Reichelsheim, 1. Brünner Kröpfer, Weitz, Hch. Hofmann, Marburg, C.; Wilh. Größer, Grohen-Linden, 1.

D. Kaninchen: Weiße Wiener. Wilhelm Größer, Großen-Linden, 1. Belg. Riesen, Wilh. Ludw. Metzger, Sambach, E.. 1. Chinchilla, groß, Heinr. Dauer, Duhbach, 1.; Hch. Görlach, Holz­heim, 1. Erau-Si.ber, dunkel, Ant. Jak. Wag­ner, Lang-Göns, 1. Gelb-Silber, Ant. 3(5. Wagner, Lang-Göns, 1. Hermelin, Ant. Jak. Wagner. Lang-Göns, E., 1.; Ph. Zimmermann, Großen-Linden, 1. Dlaue Wiener, Hch. Dauer, Duhbach, E.

Oberheffen.

Vertreieriag

-es Wetter al-Sängerbundes.

Am Sonntag tagte in Bettenhausen der Vorstand des Wettertal-Sängerbundes, der wohl zu den kleinsten seiner Art gehört, da er nur fünf Vereine zählt. Alle Vereine hatten ihre Vertreter entsandt. Durch das Ausscheiden, bzw. den Wegzug zweier Vorstandsmitglieder war Neuwahl nötig ge­worden. Zum Bundesvorsitzenden wurde Lehrer Glück, Langsdorf, gewählt, zu feinem Stellvertreter der Präsident des Männerchors Trais- Münzenberg, Herr H a u b. Rechner wurde Herr Hahn, Bettenhausen, Schriftführer Herr Mül­ler, Birklar.

Das Bundesfest soll am 15.Juni 1930 in Trais-Münzenberg stattfinden, dessen Verein Fah­nenweihe hat. Wertungssingen findet in 1930 nicht statt.

Der Beitritt zum Hessischen Sänger­bund, ein Thema, des schon mehrmals auf der Tagesordnung mar, wurde diesmal einstimmig b e s ch l o f f e n. In Anbetracht dessen mußte der Bei - trag für Wettertal-Sängerbund und Hessischen Sän­gerbund auf 1 Mark festgesetzt werden. Keinesfalls aber soll durch den Beitritt zum Hessischen Sänger­bund die Selbständigkeit aufgegeben werden, da sich der Wettertal-Sängerbund bewährt hat. Hoffen wir, daß wahrer deutscher Sängergeist und Treue den kleinen Bund zusammenhalten zur Pflege des deut­schen Liedes und echter Kameradschaft.

Landkreis Gießen.

Bg. Grohen-Duseck, 6.Jan. Im festlich beleuchteten Saale des Gastwirts Wllh. Wagner veranstaltete der Gesangverein(Sänger* Zran$" ein Konzert. Der Veranstaltung lag ein von feinem bewährten Dirigenten Konrad R i c o l a i außerordentlich glücklich zusarnmen- gestelltes Programm zugrunde. Sämlliche Chöre legten Zeugnis ab von sorgfältiger Einstudierung durch den Chormeister und verständnisvoller Mit­arbeit der Sänger. Eine prächtige Leistung war der ChorMorgenlied". Wohlverdienten, stürmi­schen Anklang fandHeimkehr zum Rhein", ein Ehor von Werth, der in feiner Ausgeglichenheit eine Gipfelleistung des Vereins darstellte. De- fonöeren Deifall fanden auch die heiteren Lieder Die Keine Rachbarin undEin luftiger Bub", sowieDer kleine Postillon", ein Chor mit Trom­petensolo. Otts Solisten wirkten mit Exnst Schneider, Gießen, der durch sein prächtiges Cellospiel erfreute, Fräulein Eckhardt, Gießen, als verständnisvolle und fertige Begleiterin am Klavier, Max Pomih, Wetzlar, dem feine beiden Darbietungen auf dem Tylophon stürmischen Bei­fall einbrachten, und Fräulein Paula Schnei- d e r, Gießen (Sopran). Die sympathische Sän- gerin bot mit ihren LiedernDie Vöglein im

glei chpnit meinem Sohn spricht. Sagen Sie Herrn von Sydows Reitknecht, daß es keiner Antwort bedarf."

Als der Diener daS Zimmer verlassen hatte, fuhr Frau von Wildhofen, zu Doris gewandt, fort:

Hole dir Hut und Mantel, mein Kind, und sieh zu, ob du deinen Qktter auf dem Eise finden kannst. Sage ihm dann, daß Herr von Sydow soeben habe sagen lassen, seine Frau sei zu stark erkältet, um uns heute abend zu besuchen. Frage ihn, was nun zu tun wäre. Ob sein Freund, der Rechtsanwalt Hagenau, ohne Dame zu Tisch gehen soll, oder ob es ihm besser erscheint, noch schnell eines der jungen Mädchen vom Pfarrhvf einzuladen. Ich Weitz nicht, was Kurt zu dieser plötzlichen Aenderung sagen wird. Er war so froh, in der geistreichen Frau von Sydow eine so passende Tischdame für seinen Freund ge­funden zu haben. Es scheint, daß dieser etwas eigentümlich ist, und sich mit Damen leicht lang­weilt. Kurt wird über die Olbsage recht ver­stimmt fein.

Sein Freund könnte ja Fräulein von Rechten zu Tisch führen! rief Doris.

Geh nur, und frage Kurt um fein: Meinung! Ich habe den Diener nicht zu chm geschickt, um Mißverständnisse zu vermeiden; möchte natür­lich auch nicht, daß diese Angelegenheit vor den beiden Damen verhandelt wird. Suche ihn allein zu sprechen."

Doris befand sich gleich danach auf dem Wege zum See; sie ging quer durch den Park, einen kleinen Abhang hinunter, der, mit leichtem Reif bedeckt, wie überzuckert schien. Die Luft war kalt und still; der Himmel hatte sich aber be­zogen und sah grau und düster aus. Ein Witte­rungswechsel entweder Schnee oder Tauwet- ter lieh sich erwarten.

Da es völlig windstill war, wie so häufig bei starkem Frost, konnte Doris schon aus der Ferne das scharfe Geräusch der Schlittschuhe auf dem Eise wahrnehmen. So waren sie also dort! Wie herrlich mußte es sein, sich Tag für Tag dies prächtige Vergnügen zu gönnen, besonders im herein mit einem Partner wie Kurt von Wild- hosem Was für ein glückliches Mädchen war doch diese Sabine! Trotz allem, was Tante Hanna ihr vorhin gesagt hatte, war Doris fest davon Erzeugt, daß die beiden jungen Menschenkinder Nch liebten, und Frau von Rechten, weit entfernt öaüon, die gewissenhafte, vornehm denkende Ola- tur zu sein, als die sie sich der arglosen Tante gegenüber hinzuftellen wußte, örüdte nicht nur beibe Augen zu, sondern half nach und schürte die olomme, so viel sie konnte. Doris konnte ihr das nicht Übelnehmen, fand es von deren Standpunkt aus nur allzu erklärlich wer hätte eine Mutter tadeln können, wenn sie das Glück ihres Kindes wollte?

(Fortsetzung blgt)