Einzelbild herunterladen

oor, cm Ausgaben 17 249 774 Mars, also gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 2,4 Millionen Mark. Ein sozialdemokratischer Antrag, die staat­lichen Betriebskrankenkassen auszuhebcn, für die ein Ausgabebetrag von 1 179 871 Mark im Etat steht, wurde mit 8 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Annahme fand ein Zentrumsantrag, der eine Reihe von Stellen bei der Betriebskrankenkasse unter der Voraussetzung genehmigt, daß der Verroal- tungsap parat vereinfacht und auf «ine neue Grundlage gestellt wird, wie dos von der Re­gierung vorgeschlagen wird. Für Hilfskräfte werden bei der Kasse 15 000 Mark gestrichen, ebenso wird die Stelle eines Hauptberufskrankenbesuchers ab­gesetzt.

Der Londbunl) beantragt, um die Ausgaben für Ruhegehälter um jährlich eine Million Mark herabzuscyen, die Aufhebung des Alters- grenzengesetzcs. Hebet den Antrag ent­spann sich eine ausgedehnte Aussprache. Dom Bauernbund wurde dann der Eventualantrag gestellt, die Altersgrenze vom 65. a u f das 6 6. Lebensjahr zu erhöhen. Der Aus­schuß kam jedoch noch zu keiner Entscheidung. Auch über den Zentrumsantrag, der 200 000 TRt. erfordert für die Fälle, in denen durch die Streichung der Kindcrzuschläge vom 16. bis 21. Lebensjahr besondere Härten entstehen, kam der Ausschuß noch zu keiner Entscheidung.

Da zur Zeit die Witterung für den Bau­rn a r k t außerordentlich günstig ist, ersucht der Ausschuß die Regierung, letzt schon die Unter- haltungcharbeiten bei den staatli- chen Gebäuden und Einrichtungen zu ver­geben, um so eine Belebung des Baumarktes und eine Derringerung des Arbeitslosenheeres zu erreichen. Auch wurde der Wirtschaf tsrninister ermächtigt, bis zum Betrage von vier Millionen Mark schon jetzt verbilligte Baudarlehen an die Landgemeinden äu verteilen. Don der Re­gierung wurde erwidert, daß eine noch weiter­gehende Dorlage bereits in Arbeit ist.

Der Ausschuß setzt seine Beratungen morgen fort.

Ein außerordentlicher Parteitag der hessischen Demokraten.

. D a r m st a d t, 5. März. (WSR.) Am Sonn­tag, 6. April, findet in Frankfurt a. M. ein außerordentlicher Parteitag der Hessischen De­mokratischen Partei statt, auf dem insbesondere über d i e Frage des Anschlusses Hes­sens an Preußen eine Aussprache herbei- geführt werden wird. Wie erinnerlich, hatte Der Friedberger Kre i sverein der De­mokraten einen diesbezüglichen Antrag gestellt, dem der Landesvorstand nunmehr stattgegeben hat. Wie wir hören, besteht gegen den Fried­berger Antrag eine recht große Gegnerschaft.

Oie Opfer der Hochwasser­katastrophe in Güdsrankreich.

Paris, 6. März. lWTB. Funkspruch.) Die Aaence Havas veröffentlicht eine erste Heber» sicht über die Menfchenverlüste und die Schäden, die die Hochwasserkatastrophe in Südfrankreich angerichtet hat. Danach sind in Moissac 150 Tote zu verzeichnen, 500 Häuser sind zer­stört und 2000 Personen find unterstützungs­bedürftig. Rach einer Meldung der gleichen Agentur au« Toulouse soll die Gesamtzahl der Todesopfer 300 übersteigen. In Moissac allein dürfte die Zahl der Toten 200 betragen, da noch zahlreiche Leichen un­ter den Trümmern der eingestürzten Häuser lie­gen sollen. Aus Bordeaux kommend sind in Montauban mehrere leichte Motorboote ein» getroffen, die die überschwemmten Gebiete durch­fahren und Personen, die sich auf Bäume oder Dächer gerettet haben, abholen.

Die Departements Tarn und Garonne sind, obwohl dos Wasser weiter fällt, noch immer von der Hm welt abgeschnitten. In Dillebourbon sind mehr als 40 Häuser eingestürzt. Ein Handwerker, der mehr als 100 Per­sonen vom Tode des Ertrinkens ge­rettet hatte, mußte seinen Heldenmut mit dem Leben bezahlen. Ein anderer Hand­werker ist gleichfalls bei Rettungsarbeiten er­trunken. Ein beunruhigendes Steigen der Garonne wird aus La Re ole gemeldet, wo das Wasser mehr als elf Meter hoch steht. Die Bewohner haben während der Rächt mit der Räumung der Häuser begonnen. Aus an­deren Gegenden werden Dammbrüche gemel­det. Die Ortschaft Dillemur ist nur noch ein Trümmerhaufen. 130 Häuser sind hier ein­gestürzt. Die Zahl der Toten hat noch nicht festgestellt werden können: bisher sind sechs be­kannt. Im Dorfe A l b i a s sind zahlreiche Häuser durch die Fluten zerstört und bisher drei Tote zu beklagen. In Moissac sollen etwa 100 Hauser eingestürzt sein. Die Zahl der Toten, Derlehten und Dermißten scheint alle Befürchtungen zu übersteigen.

Aus aller Welt.

Wertvolle Entdeckungen in der Kasseler Galerie.

Wie dieB. Z." berichtet, hat bei der Re­staurierung von Gemälden der Kasseler Galerie der Leiter der staatlichen Sammlungen, Prof. Dr. L u t h m e r, aufsehenerregende Entdeckungen ge­macht. Ein bisher dem Holländer Cornelis de Dos zugeschriebenes Männerbildnis dritten Ranges wurde nach Entfernung der kranken Firnlsschicht einwandfrei als F r u h w e r k von Dyks erkannt. Ein Italiener, ein Herrenbildnis, konnte nach Beseitigung der Hebermalung ein­wandfrei als Werk des Tintorettos er­kannt werden. Cs entpuppte sich als eines der herrlichsten Bildnisse des Weisters, die in deut­schen Sammlungen ihren Platz haben. Ferner wurde an einem feit 1880 angezweifelten Ru­bens. derTrunkene Stlcn", nach Be­seitigung der Hebermalung und Anstückungen einwandfrei die Hand des Weisters festgestellt. Tragische- Ende eines deutschen Forschungsreisenden.

Eine in Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberto mit Verspätung eingetroffene Nachricht besagt, daß eine Streife der Gendarmerie am vergangenen Samstag 15 Meilen oberhalb der Lower Hay River-Niederlassung im 'JlorbroefMerri toriuni die zerfleischten Leichenreste des seit einiger Zeit vermißten deutschen Reiseschrist- stellers und Wissenschaftlers D r. Kurt Faber gefunden habe. Polizeipatrouillen und Funkstationen suchten Dr. Faber seit mehreren Wochen, um ihm auf Ersuchen des deutschen Konsuls Martin in Wim nipeg den Tod seiner Mutter, die in Ber­lin gestorben ist, mitzuteilen. Im September 1920

reifte Dr. Faber von Edmonton nach Nord. Don Fort Vermilion, das er im Flußboot erreichte, fuhr er nach der Poststation Upper Hay River im Kamt, wobei er sein Kanu von einem Fluß zum anderen trug. Es wird vermutet, daß ihn der Tod ereilte, als er nordwärts den Fluß entlang in Rich­tung auf den Großen Sklavensee paddelte. Nach der kurzen Meldung aus dem Lager der Staatspolizei scheint man dort anzunehmen, daß Faber v o r E r - schöpfung zusammengebrochen ist oder daß seine Leiche ans User gespült wurde, nady dein das Kanu in den Strom schnellen zer- schm e t t e r i worden war. Jedenfalls ist die Leiche vonWölfen gefunden und teilweise zerfleischt worden.

Eine üöpcnickiadc in Rom.

Rach dem Rezept des Hauptmanns von Köpe­nick haben zwei Laden'oieln gearbeitet, die ein Iuweliergeschäft in Rom gründlich ausgepl ndert babih. Der Iuwelier sah sich plöhl einem Offizier und einem Feldw < el der Karabinierie gegen­über, die Amtston erklärten, es sei Diebesgut im Laden und sie hätten Auftrag, cs im Wege einer Haussuchung sestzustellen und zu beschlagnahmen. Die Haussuchung er­folgte und es ist wohl kamst nötig, zu berichten.

daß Vie kostbarsten unfr am leichtesten zu trans­portierenden Stücke der Beschlagnahme verfielen. Damit begnügten sich die beiben Karabinierie nicht. Sie verhafteten auch noch den Besitzer des Geschäftes und lieferten ihn in aller Form im Gefängnis ab. Erst, als sie unbehelligt verschwunden waren, entdeckte inan, daß der Haftbefehl eine geschickte Fälschung darstellte und d i e Beamten verkleidete Diebe gewesen waren.

Schweres Unglück

auf einem amerikanischen Schulspielplah.

Auf dem Schulspielplah der Holtz Groß Pfarr­schule in Brooklyn ereignete sich ein schweres Hnglück. Während sich die Kinder in einer Spielpause auf dem Platze tummelten, brach eine Falltür über einem Aschen- auszug durch, und 15 Mädchen im Alter von 11 bis 16 Iahren stürzten etwa acht Meter tief in den unteren Raum. Alle Mäd­chen wurden verletzt, davon sieben so schwer, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die Rachricht von dem Hnglüd verbreitete sich sehr schnell in der Rachbarschast. und es kam zu aufregenden Szenen, so daß die Polizei ein- greifen mußte.

DerÄMiMpstag gegen den Hunger".

Oie kommunistische Propagandaaktion. Vorsorgemaßnahmen der Polizei.

Berlin. 5. März. (ERD.) Es dürste jetzt feststehen, daß die Kommunisten am Donnerstag unter allen Hmständen versuchen wollen, das Denwnstrationsvorbot zu durchbrechen, um den ..We l t ka mp s t a g gegen den Hunger" auch in Berlin und anderen deutschen Städten durchzuführen. In ihrer Zentrale am Bülow- Platz ist an die sogenannten Kampffunktionäre be­reits die Parole ausgegeben worden. Rach diesen Instruktionen sollen sämtliche Rotfrontkämpfer morgen in Sturmuniform auf die Straße gehen. Die Polizei rechnet damit, daß die Kommunisten dieselbe Taktik einschlagen wie am 1. Februar, und versuchen werden, an den Stempelstellen Erwerbslose zu ver­sammeln, die sich dann an bestimmten Zen­tralpunkten vereinigen sollen. Die Polizei hat aber alle Dorbereitungen getroffen, um dem Demonstrationsverbot Geltung zu verschaffen und alle Ansammlungen zu unterdrücken. In Kreisen des preußischen Innenministeriums wird erklärt, daß keine besonderen zentralen Anordnungen an die Polizeistellen im Lande ergangen seien. Die Polizei wisse, daß sie das Demonstrations- Verbot durchzuführen habe und werde danach handeln. Auch die Anordnung der großen Alarm­stufe bedeutet keineswegs, daß man sich wegen des Ausgangs des 6. März etwa Sorge mache. Ratürlich müsse man damit rechnen, daß es zu Zusammenstößen komme. Die kommunistischeWelt am Abend" berichtet auch bereits triumphierend, daß sich irgendwo in Berlin einige Rotfront- kämpferleute in Hnifotm und mit Fahnen zusarn- menrotten konnten, und kündigt an, daß die Kommunisten sich auch morgen dasRecht auf die Straße" nicht nehmen lassen wür­den. Die interessierten Behörden sind aber der Ansicht, daß nur mit lokalen Zusammenstößen zu rechnen ist.

Die Polizei hat sich auch ihrerseits auf den Weltkampftag" eingerichtet. Für den 6. März ist in Berlin die große Alarmstufe ange­sagt. Allein zum Straßendienst werden den Be­hörden an diesem Tage 7000 Schutzleute zur Ver­fügung stehen, außerdem Reservemannschasten in Bereitschaft. Bis gegen 14 Hhr werden sich die Maßnahmen der Polizei wohl nicht übermäßig bemerkbar machen, von 14 Hhr an aber soll auch auf den Straßen der höchste Bereit-

schaftsgrad eingesetzt werden: Beamte zu Fuß, zu Pferde, zu Rade, auf den Schnellautomo­bilen und den Lastkraftwagen der Polizei. Wie ernst die Lage von den Behörden aufgefaßt wird, geht u. a. daraus hervor, daß morgen die Polizeipatrouillen zu Fuß den Dienst i n einer Stärke von mindestens vier Mann zu versehen haben. Diese Patrouillen sollen zunächst nur mit ihren gewöhnlichen Waf­fen auf die Straße: Gummiknüppel, Pistole und Seitengewehr. Andere Waffen, wie Karabiner und dergleichen werden für den Rotfall in Be­reitschaft gehalten. Besondere Aufmerksamkeit ge­denkt die Berliner Polizei morgen den öffent­lichen Gebäuden der Stadt, Preußens und des Reiches sowie den großen Fabriken zu- zuwenden. Durch Abriegelungen und sonstige Maßnahmen wird sie dafür sorgen, daß bic Weltkampftag-Suppe bei weitem nicht so heiß gegessen wird, wie die Kommunisten sie zu kochen versucht haben.

Nervosität in Neuyork.

Zn Erwartung kommunistischer Demonstrationen.

N e u i) o r f, 5. März. (WTB.) Die Neuyorker Polizei hat mit Rücksicht auf die für Donnerstag geplanten großen kommunistischen Erwerbslosen­demonstrationen Vorsichtsmaßnahmen in dem Umfang getroffen, wie sie sonst nur für den 1. Mai üblich sind. U. a. werden Kirchen und öffent­liche Gebäude sowohl wie die Wohnungen bekann­ter Millionäre unter besondere B e - w a ch u n g gestellt. Man glaubt bei den Behörden nach den vorliegenden Anzeichen übrigens nicht, daß die Kundgebung den Umfang erreicht, den die Kommunisten ankündigen. Dagegen herrscht in der Neuyorker Bevölkerung beträchtliche Nervo s i t ä t, was sich darin zeigte, daß ziemlich starke Polizeikräfte durch unbegründete Warmgerüchte über geplante Bombenatlentate und Dernonstra Honen unnütz in Atem gehalten wurden. Der Prä sident der russischen Handelsgesellschaft, Amtorg B o g d a n o f f, hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er sich mit Nachdruck gegen die neuerdings ausgetretene Behauptung wendet, die Demonstra­tionen würden von der sowjetrufsischen Handelsgesellschaft finanziert.

Das Vertrauensvotum für Tardieu

Stürmische Kammersihung. - 316 Stimmen für und 263 Stimmen gegen das Kabinett Tardieu.

Paris, 5. März. (WTB.) Die Abgeord­netenkammer ist von einem starken Polizei- a uf gebot abgcsperrt. Iedc Ansammlung vor dem Gebäude soll verhindert werden. Die Teil­nehmer der Sitzung, sogar die Abgeordneten, müssen eine strenge Kontrolle durch­machen. Dor übervollem Hause eröffnet der Kammerpräsident um 15 Hhr die Sitzung. Als Ministerpräsident Tardieu die Tribüne be­steigt, um die R. gierungserklärung zu verlesen, wird er von rechts und von der Mitte mit Beifall, von links mit drohendem Murren emp­fangen, das sich während seines Dortrages wiederholt zu lauten Zwischenrufen steigert, die besonders gegen die in das Ka­binett eingetretenen radikalen Minister gerichtet sind. Rur schwer kann der Präsident dem Redner, dem von links Rufe wie De­mission, Demission entgegentönen, Gehör ver­schaffen.

Oie Regierungserklärung.

Seine Erklärung beginnt mit der Feststellung, daß die Regierung an das im ersten Kabinett Tardieu begonnene und durch die Regierungskrise unter­brochene Werk unter Berücksichtigung der durch den Gang der Ereignisse notwendigen Abänderungen an- zuknüpsen gedenke. Auf dem Gebiete der allgemei­nen Politik mache die Regierung die Vorschläge, die während der Krise als Grundlage eines Burgfriedens betrachtet worden feien, näm­lich: Verabschiedung des Budgets, Fortführung und Beendigung der internationalen Verhandlungen auf der Seeabrüstungskonferenz, die Z n k r a f t fetzung des Uoungplanes, den Zollfrieden unb die Ratifizierung der Schiedsgerichtsabkommen, im Anschluß daran Inangriffnahme der Finanz uud Steuerreform, Verabschiedung der So­zialversicherungsgesetzgebung und ihre Inkraftsetzung um 1. Juli und schließlich die Verabschiedung der Amnestievorlage, die eine Erweiterung erfahren könne. Während der Budgetberatung werde die Re­gierung für b e n unentgeltlichen Unter; richt unb für schleunige Bewilligung von Ko l on i a l a n le i h e n eintreten.

Das Finanzproblem erfordere vor allem die entschlossene Aufrechterhaltung des budgetären Gleichgewichtes. Daher sei rechtzeitige Derabschiedung des Budgets durch die Kammer notwendig, damit der Senat cs am 1. April in Angriff nehmen könne. Rach Der­abschiedung des Budgets seien mehrere fragen

zu regeln: 1. Der Aufbau und Ausbau der na­tionalen Wirtschaft, 2. die Steuersenkun­gen. 3. die Steuerreform. Die Regierung werde entschlossen die Politik der fortlaufenden Amor­tisierung der Staatsschulden fortsetzen. Die Re- gierung werde sich dafür Einsetzen, den G c - treidemarkt flüssiger zu gestalten, den Ab­satz der Produktion der französischen Weinbauern zu fördern und den Weinhandel überhaupt zu re­geln. An sich betrachtet, stießen die Aufgaben, die sich die Regierung gestellt habe, weder in der Kammer noch im Senat auf Einwendungen. Die einzigen Hindernisse auf dem Wege zur Verwirklichung ergäben sich nicht aus der Ratur der Sache, sondern aus der parlamen­tarischen Lage unb aus den Beziehungen unter den Parteien. Die Regierung werde das Werk in einem Geiste der republikanischen Eini­gung in Angriff nehmen.

Oie Debatte

Als der Ministerpräfidcnt seinen Vortrag be­endet hat, wird er von zahlreichen Abgeord­neten der Rechte unb der Mitte stark beju­belt. Hieraus gab der Kammerpräsident die vorliegenden Interpellationen bekannt. Minister­präsident Tardicu ist mit ihrer sofortigen Be­ratung einverstanden. Als erster Intervellant be­gründet der sozialistische Abgeordnete F r o f - surd die im Ramen seiner Fraktion eingebrachte Interpellation über die Allgemeinpolitik der Re­gierung. Er wird von der Rechten mit einem Pultdeckelkonzert empfangen, auf das die Linke erwidert. Troy der Mahnungen des Karnnrerpräsidenten läßt der Lärm nicht nach, so daß der Redner nicht zu Worte tommen kann und der Präsident die Sitzung auf­heben muß. Aach Wiederaufnahme der Sitzung beginnt der Abgeordnete Frossard seine Aus- Führungen mit einer Ironisierung des neuen Finanzministers Paul Rcnnaud. Sofort setzt der ßärm links und rechts wieder ein. Der Kammerpräsident unterbricht die Hitzung zum zweitenmal. Rach einer viertelstün­digen Pause kann der Redner endlich fortfahren. Er wirft Tardieu vor. daß er sich bisher immer auf die Rechte gestützt habe unb jetzt auf einmal an diejenigen appelliere, die er visher bekämvft habe.

Die radikale Interpellation wurde hierauf von dein Abgeordneten D a l i m i e r begründet. Er J erklärte, ök Radikalen würden heute gegen *

Das Kablnckt Tardieu stimmen, weil c9 nicht d ie Hnterstützung der Soziali­sten erhalte. Es gebe Erinnerungen, die die Sozialisten und die Radikalen gemeinsam hätten und die verlangten, daß beide fortan zusam- menhielten. Die Radikalen und die zialisten hätten in vollem Einvernehmen die Bestimmungen über die religiösen Kongrega­tionen bekämpft, und sie forderten gemcinfam die Steuersenkungen.

Tardieu

gab zunächst seiner (Genugtuung darüber Ausdruck, daß sich jetzt offenbar eine Gntfpannu . g be­merkbar mache. Er fei erstaunt über die Zwischen­rufe. Die Radikalen hätten bisher st e t s mit der Mehrheit gestimmt und nur von fD24 bis 1926 mit den Sozialisten. Das sei ein Beweis da­für, daß die Radikale Partei keine einheit­lichen Richtlinien verfolge. Das republika- iiifche Regime sei von einer Elastizität, die es ihm gestatte, die Schwierigkeiten zu überwinden, die an­deren Regimen den Tod bringen, würden Gemäß der verfassungsmäßigen Regel werde er seinver­fassungsmäßiges Handwerk" ausüben. Die Mehr­heit, die sich, wie er hoffe, um die Regierung scharen werde, sei die Mehrheit von 1928. In Ausführung des vom Lande 1928 zum Ausdruck gebrachten Wil­lens erfülle die Regierung ihre Pflicht, indem sie dem Parlament ein Arbeitsprogramm unterbreite. Die Regierung werde, da das Burgfriedensangebot abgelehnt worden fei, sich allein an die Durch­führung dieses Programms machen. Wenn das Werk beendet sei, bann werbe man roieber miteinander verhandeln.

Der Vorsitzende der Radikalen Kaminersraktion Edouard

Herriot

erklärt dann: Das Kabinett Tardieu sei ein ausgesprochen politisches Kabinett. Es entspreche nicht dem Wunsche TardieuS, der ein Burgfriedenskabinett habe bilden wollen. Auch er. Herriot, habe während seiner Regie­rung um einen Burgfrieden ersucht. Wan habe ihn aber verweigert. Dennoch feien die Radi­kalen 1926 in das Kabinett der Rationalen Eini­gung Poincares eingetreten, um die WährunaS- stabilisierung zu ermöglichen. Herriot äußert sich bedenklich wegen der Finanz-, Sozial- unb Laienpolitik des neuen Kabinetts. Iedenfalls iverde die Radikale Fraktion der Regierung das Vertrauen versagen.

Bei der in später Abendstunde erfolgten Ab­stimmung sprach die Kammer mit 316 gegen 263 Stimmen dem Kabinett Tardieu das Vertrauen aus. Die 263 Abgeordneten, die g:gen die Regierung gestimmt haben, verteilen sich auf folgende Parteien. 1 Hnabhängiger, 3 Par­teilose, 9 Radikale Linke (darunter Danielou), 1 unabhängige Linke, 9 Sozialrepublitaner der Richtung Patnleve (baraunter Painlevö selbst und Anteriou), 13 Sozialrepublikaner der Rich­tung Ehabrun, 111 Radikale, 10 Kommunisten und 100 Sozialisten. 13 Abgeordnete haben an der Abstimmung nicht teilgenommen, 6 waren beurlaubt, die übrigen 316 haben für bic R ile- rung gestimmt.

Oie Wetterlage.

Mittwoch.

st

fllriK

Vk Ja f- \o$lo r W-

/IQerdei fr

3\p

SOI

'i 7Lfl.<QTuna~Z

e woiKenros ® neuer. o naft> Oedecxt ® woixie. »edeext

Schnee a Graupeln, a hebet K üee/itter^)Wind$tilic«O- cirnier Osi natsiQU Südsüdwest b sturmfrcne» nordwes» die »feile fliegen mit dem Winde. Pie oci den Stationen dienenden Za*- <en oetxn die Temperatur an. Oie Limen verpmdeo Oru ort gleiche» neezesaiveau umoerccenetzo Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Kaltluft, welche von Skandinavien südlpärts vorgedrungen ist, Hai leichten Temperaturrückgang bewirkt, so daß narnenllich im nordöstlichen Deutsch­land die Temperaturen um den Gefrierpunkt und etwas darunter lagen. Auch hat sie im nördlichen Teile des Reiches unbeständiges Wetter unb verein­zelt Nieberschläge gebracht. Der hohe Druck hat sich wohl langsam etwas abgeschwächt, aber jetzt rot eher seinen Kern mehr über Mittel- unb Süd'beutschlanb ansgebreitet. Infolgedessen bürste sein Einfluß be- stimmenb für bic Wetterlage sein, wenn auch Be­wölkung unb vielleicht ganz vereinzelt geringe Nie­berschläge durch bic zufließenbe Kaltluftreste zu er­warten ftnb. Die Nebelbilbung nimmt roieber zu.

Wettervoraussage für Freitag: Rebcliges und wolkiges Wetter mit Aufheite- rung, meist trocken, keine wesentliche Temperatur­änderung.

Witterungsaussichten für 6 a m 6 - tag: Tagsüber milder, wolkig mit Aufheiterung, stellenweise auch nebelig.

Lufttemperaturen am 5. März: mittags 9 Grab Qdfiu«, abends 4,3 Grad: am 6. März, morgens 3,4 Grab. Maximum 9,4 Grab, Minimum 1,8 Grab Erbtemperaturen in 10 an Tiefe am 5. Marz: abenbö 4,8 Grab: am 6. März morgens 2,3 Grad (kelfius. Sonnenscheindauer 1 Stunde.

Amtliche Mntersportnochrichten.

Schwarzwald. Feldberg: Klar, minus 4 Grad. 40 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.

Alpen. Berchtesgaden: Wolkig, mi­nus 4 Grad, 11 cm Schnee, verharscht, Sport­möglichkeit für Ski gut, für Rodel mäßig.

Ich bin

Lar

So

Erste lockt fi Vater, Sintr« uns b<

Soniliä len 6^ Oli^ MS wiM

S)tt if* Lauern

Koh I#1 ctijaW

9k V. her Srü hinter d .liinmen lebhaft Toben, hab' bi FriM" QOibflW icbcn > Därme

Den len den gelber 3 ibn -rübi luaii au hell- uni ßs ist 1 Frühlin? graue P frost. Ä vor der nenuntc kaum zv voll aus

Mr Höher, einer zu riflcn Si Aus fern unb Tau Leben vo gekannt 1 dem z ahl Mtblümd Jahr. T Ulanzch Boden l

Zwei zu sein haben schüttelt. Mch die hungrig« Dehe d zweige schöne : denken, lern ifr SlWttgi lieblichen

T och to Gedanken

zugelas

19160

Frii H01 De Fri Sh

sir AI tei

Ei