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eigneten Mitteln bekämpfen. Nicht die wei­tere Dureaukratisierung des ärzt­lichen Standes und seiner Arbeit, sondern die Wiederher st ellung der ärztlichen Selb st Verwaltung schafft die nötigen Vor­aussetzungen für wirksame Sparmaßnahmen.

Eine Unterredung mit dem ehe­maligen Kronprinzen.

Wien, 4. Sept. (TU.) DasNeue Wiener Tag­blatt" veröffentlicht eine Unterredung eines seiner Mitarbeiter mit dem ehemaligen deutschen Kron­prinzen, der am Dienstag in Wien eingetroffen ist. Der Kronprinz sprach über die deutschen Wahlen und drückte die Hoffnung aus, daß ihr Ergebnis einen starken Zusammenschluß aller burgerli.chen und staatserhaltenden Parteien bringen werde, die dann gemeinsam in der Lage wären, die unbedingt notwendige R e - form auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet durchzufuhren. Der Kronprinz schilderte weiter die Weltwirtschaftskrise und ihre besondere Schärfe in Deutschland und Oesterreick). Die Verfasser des Ver­trages von Versailles hätten seinerzeit wohl selbst nicht die wirtschaftliche Auswirkung der Friedensbedingungen überblicken können. Die deutsche Wirtschaft werde durch die stei­genden Zollmauern, die Reparationszahlungen und die sozialen Lasten gehemmt. Die notwendige Re­form müsse von innen beginnen. Notwendig sei eine Reform der Arbeitslosenfürsorge, die vielfach den Charakter einer Rente angenommen habe und die es verursacht habe, daß die Arbeiter nur durch verhältnismäßig hohe Löhne einen Anreiz bekommen könnten. Der Kronprinz empfahl als Hilfsmittel die Einführung des Arbeits­dienst j a h r e s auf Grund einer allgemeinen Ar­beitspflicht. Die zweite Notwendigkeit fei die Her­absetzung der Verwaltungskosten. Der ganze heutige Regierungs- und Verwaltungsapparat in Deutschland sie zu k o st s p i e l i g. In diesen An­sichten fühle sich der Kronprinz einig mit weiten Kreisen des deutschen Volkes. Denn jedem Deut­schen sei es gleich ihm darum zu tun, dem Lande wieder jenen Platz an der Sonne zurückzuerobern, der ihm auf Grund seiner stolzen Geschichte gebühre.

Hugenberg spricht in Stuttgart.

Stuttgart, 4. Sept. (WTB.) In einer Wahlversammlung der Deutschnationalen Volks­partei führte Geheimrat Dr. Hugenberg u. a. aus: Wir Deutschnationale erstreben eine ehrliche und aufrichtige Abkehr von der bis­herigen inneren und äußeren Politik. Der Mar­xismus muh nicht nur aus den Köpfen der Marxisten, sondern auch des deutschen Bürger­tums herausgeholt werden. Wir übernehmen gern die Verantwortung für die Auflösung die­ses Reichstages, dagegen nicht für die Fort­setzung der elfiährigen Unglückspolitik in Deutsch­land. An die Reichsregierung richte ich die Frage, ob es wahr ist, daß Die deutsche Re­gierung in Frankreich eine Anleihe von zweieinhalb Milliarden zu niedrigem Zinsfuh gegen günstige Zugeständnisse aufneh­men will, um zu verwirklichen, was der Reichs­finanzminister neulich im Gegensatz zu seinen letzten Ausführungen im Reichstage verkündete, nämlich dah die deutsche Kassenlage gesund sei. Vom Ausgang der Wahlen wissen wir nur eins sicher: daß die Deutschnationalen gemeinsam mit den Rationalsozialisten da­für sorgen werden, dah das Zentrum nicht mehr die Schaukelpolitik zwi­schen rechts und links im Reichstag unter Aufrechterhaltung seines Bündnisses mit der Sozialdemokratie in Preuhen betreiben kann. Wenn dann das Zentrum von der Wahl steht, ent­weder mit- der Sozialdemokratie Deutschland zu­grunde zu richten oder es mit uns zu retten, so wird es nicht den ersten Weg wählen. Ich habe stets das Zutrauen zur Vernunft und Vaterlandsliebe eines nichtmarxistischen Gegners, daß er in entscheidenden Augenblicken sein Volk nicht verrät. Wenn aber nach den Wahlen das Zentrum noch einmal mit der Sozialdemokratie zusammen regieren sollte, dann durfte das ein kurzes Vergnügen für diese Herrschaften sein. Ein zweiter Wahlkampf wird dann die Lage endgültig klären.

Der Deutsche Katholikentag 1930

Münster hat alle Kraft daran gesetzt, dem Deut­schen Kacholikenlag einen in jeder Hinsicht festlichen Rahmen zu geben Nach einer Generalversammlung der katholischen Priester Deutschlands sprach zu den etwa 4000 münsterischen Kindern im Dom der chinesische Missionarbischof Buddebrok über die schwere Arbeit in den ausländischen Missionen. Während im Theater der Stadt Münster das Größte Welttheater" von Calderon in Szene ging, nahmen in beiden Festhallen die Eröffnungs- versammlungen ihren Anfang. Nach einleiten­den Chorliedern entbot der Bischof von Münster D. Johannes Poggenburg der Versammlung Gruß und Willkommen. Die Generalversammlung in Münster solle bekunden, daß die deutschen Katho­liken bei aller Treue zum deutschen Wesen und deut­scher Einheit hinter keiner Nation zurückstehen wollen in Der Bezeugung und Bewährung katho­lischen Glaubens und katholischen Sinnes. Die päpst­liche Enzyklika über die christliche Er­ziehung habe in dem großen Wirrwarr der pädagogischen Meinungen Klarheit und Wegweisung gebracht. Die religiöse und sittliche Not der Zeit zeige, daß die Religion in das Volk und in die schule hineingehöre. Deshalb würden die Katholiken nicht auf das Recht verzichten, in den Schulen die ewige Wahrheit zu lehren.

Graf Reipperg wurde dann zum ersten Präsidenten gewählt. Er erklärte: Wenn er unsere Zeit betrachte, fühle er sich 1500 Jahre zurück­versetzt in die Tage des großen Heiligen Augustinus, in denen das große römische Reich in seinen Grundfesten wankte. G ott- fremd war die Augustinuszeit: gottsrcmd sei die unsere. Wie wir, so erlebte Augustinus die Zer- setzung alles Vergänglichen. Zum Gott erhoben war damals wie jetzt das eigene Ich. Der Zersetzung und dem Un­glauben sei die Wahrheit entgegenzusehen, daß der Mensch und seine Umwelt nur zu verstehen seien als Geschöpfe Gottes und nicht an Gottes Stelle gesetzt werden können. Wahrheit, die ver­einigt sein müsse mit der Liebe, der liebenden Hingabe an die persönliche Wahrheit.

Sie nationalen Mndei heilen und Paneuropa.

Scharfe Absage an Briand. Oie wahren Europäer.

Genf, 4. Sept. (TU.) Auf dem Europäischen Minderheitenkongreh wurde die große Aussprache über den PaneuropaplanBriands durch eine programmatische Erklärung des früheren deutschen Sejmabgeordneten in Ostoberschlesien, Ulitz, eröffnet. Er betonte, daß die Minder­heiten als ein wesentlicher Bestandteil der «uro- väischen Menschheit vollen Anspruch an Der Mitwirkung der Reuordnung Europas hätten. Es fei die Frage, ob der Zeitpunkt für eine europäische Staatenver­einigung bereits gekommen sei. Der Plan Briands beruhe auf der Anerkennung der Sou­veränität der Staaten und der Soli­darität der europäischen Volker.

Wenn jedoch eine Wahlrede, die die Revision der europäischen Grenzen berühre, in einem anderen Lande Proteste auslöfe, so fei das keine Anerkennung Des Louveränitätsgedankens.

Wenn jede Erörterung der ungarischen Frage in den Rachbarländern zu einer Beunruhigung führe, so könne darin ebenfalls keine An­erkennung der Souveränität gesehen werden. Wenn man ferner sehe, wie Staaten gegen ihren Willen in Wirtschaftsabkom­men hineingezogen würden, so sei das kein Beweis für die Achtung der Souveränität und der Solidarität der europäischen Staaten. Es sei unmöglich, eine Reuordnung Europas a u f der Grundlage der heutigen Staa­tenordnung zu schaffen. Die Einigung Euro­pas sei nur möglich aufderGrundlageder Völker. Die Vorgänge im Osten Europas müßten die Staatsmänner nachdenklich stimmen. Die kommunistische Weltanschauung greife immer stärker auf den Westen Europas über. Poincarä habe versucht, dem Volkstum der Minderheiten das Todesurteil zu sprechen. Die Minderheiten feien aber die eigent­lich en Träg e r des europäischen Ge­dankens, weil sie durch ihr Schicksal zu euro­päischem Fühlen und Denken erzogen seien. Die Reuordnung Europas wurde nur auf der Grund­lage der europäischen Völkergemeinschaft erreicht werden können.

Solange es Staatengruppierungen gebe, die ihre deutliche Spitze gegen andere europäische Staaten richten, könne man wohl sagen, dah die Staats­männer Europas vom Flügelschlag der neuen

Zeit noch nicht berührt feien.

Der Assimilationstheorie, die P o i n c a r e ver­trat, würden die Minderheiten ihren unbeug­samen Lebenswillen gegenüberstellen. Herrn Driand müsse man zurufen, nicht nur fran­zösisch zu denken, indem er Staat und Volk gleichsetzte, sondern europäisch. Der jetzt eingeschlagene Weg führe noch nicht zum Ziele. Das Ziel müsse fein: Der Friede Europas auf

der Grundlage des Friedens ufiter den europäi­schen Volkern.

Die Aussprache ergab ilebereinftinrmung da­hin, daß die Minderheiten sich gezwungen sehen, gegenüber dem Paneuropaplan Briands unter grundsätzlicher Bejahung des Gedankens einer paneuropäischen Union dennoch einen entge­gengesetzten Standpunkt einzunehmen.

Die Auffassung geht dahin, dah der Grundsatz der nationalen Souoßänität in der gegenwär­tigen Entwicklung nicht mehr absolut aufrecht­erhallen werden könne, ferner, dah die gegen­wärtige Lage Europas nicht als etwas End­gültiges anzusehen fei. Eine Aenderung der heutigen europäischen Lage müsse vielmehr ohne Gefahr für den Frieden vorgenommen werden.

Für eine europäische Union im Sinne des fran­zösischen Außenministers sei heute die unerläß­liche moralische und psychologische Grundlage noch nicht gegeben. Die geistige Vorbereitung hierfür fei unzulänglich. Die Minderhei­tenfrage werde in dem Vorschlag Briands völlig beiseite gestoßen. Deshalb konn­ten die Minderheiten dem Vorschlag ihre Zu­stimmung nicht erteilen. Die Minderheiten ver­langen eine europäische Union der Europäer, nicht aber der Regierungen. Die europäische Union Briands sei eine Union der Pannationalisten, nicht eine wahrhaft europäische Union.

Ein Vorschlag

auf Aufteilung Belgiens.

Gemeinsames Borgehen von Wallonen und Flamen.

Genf, 4. Sept. (Tel.-Un.) Auf dem Minder­heitenkongreß forderte der bekannte flämische Abgeordnete Ward Hermans gemeinsam mit dem Vertreter der Wallonen R u s k a di« Zu­lassung zum Minderheitenkongreß als Vertreter der Wallonen und Flamen in Belgien. Vor der Sitzung hatten die beiden Vertreter mitgeteilt, daß sie die Absicht hätten, im Minderheitenkongreß die Forde­rungen wallonischer und flämischer Gruppen zu ver­treten, wonach der wallonische Teil Bel­giens an Frankreich, der flämische Teil an Holland und Eupen-Malmedy an Deutschland gegeben werden solle. Diese von den flämischen und wallonischen Vertretern dar­gelegte Auffassung würde nichts anderes als eine Aufteiluntz Belgiens bedeuten. Die Zu­lassung der beiden Vertreter zum Minderheitenkob- greß war jedoch in diesem Jahre nicht möglich, da die satzungsmäßige Anmeldung der flämi­schen und wallonischen Gruppe nicht erfolgt war.

Folgende Telegramme tourten abgesandt: Seiner Heiligkeit Papst Pius XI. Rom,

Vatikanstadt.

Zur 69. Generalversammlung sind die Katholi­ken In Münster i. W. versammelt zur Beratung über die Abwehr der christenfeind- lichen Bestrebungen der Gegenwart und insbesondere über die Enzyklika vom 23. De­zember 1929 über die christliche Erziehung ter Jugend. Sie entbieten Ew. Heiligkeit ihre ehr­fürchtige Gesinnung, die Versicherung des Gehor­sams und die Treue gegen den apostolischen Stuhl und erbitten ehrfürchtig den apostolischen Segen."

An den Reichspräsidenten von Hinden­burg.

Die 69. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands versichert dem hochverehrten Herrn Reichspräsidenten treuste Ergebenheit und eifrigste Mitarbeit bei ter Ueber- Windung ter schwierigen Zeitlage zum Wohle des deutschen Volkes."

Oer Oekumenische jRaf für praktisches Christentum.

Der Oekumenische Rat für praktisches Christentum nahm eine Verfassung an, die die Gesamtlei­tung und Geschäftsführung der internationalen Kir­chenbewegung vereinheitlichen und der Zu- sammenarbeit der Kirchen ein« erhöhte Wirkungs­möglichkeit sichern soll. Als Ziel der Bewegung gibt die Verfassung an, das Bewußtsein der Gemein­schaft der Kirchen in der Betätigung christlicher Grundsätze bei den sozialen Problemen des mo­dernen Lebens zu pflegen und zu fördern. Die Prä­sidenten der orthodoxen und der britischen Grupp« sind der oekumenische Patriarch von Konstantinopel und der Erzbischof von Canterbury. Di« europäisch-kontinen­tale Gruppe, deren Vorsitzender der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses D. Dr. Kapier- Berlin ist, zählt nach der neuen 23er« faffung 30 Mitglieder, die amerikanisch« Gruppe 19. Der Rat wird in Zukunft nur alle zwei Jahre zu­sammentreten. Der Vollzugsausschuß wird im Au­gust 1931 in Cambridge seine nächste Sitzung ab­halten Die nächste Weltkirchenkonferenz soll 1935 in London nach dem Vorbild der Stock­holmer Weltkonferenz stattfinden

Lohnschiedsspruch im Ruhrbergbau.

Essen, 4. Sept. (TU.) Unter dem Vorsitz von Professor Brahn fällte die am Mittwoch gebildete Schlichterkammer folgenden Schiedsspruch für den Ruhrbergbau:

1. Die bestehende Lohnordnung wird bis zum 31. Dezember d. I. verlängert.

2. Die Kündigung dieser Lohnordnung kann erstmalig am 30. November 1930 zum 31. De­zember 1 9 3 0 erfolgen. Wird zu diesem Termin nicht gekündigt, so läuft die Lohnordnung stets ein Vierteljahr mit monatlicher Kündigungsfrist weiter. ^3^6rf(ärunfl5frift bis 8. September, vormittags

Der Z e ch e n v e r b a n d hat den Schiedsspruch bereits in den Verhandlungen a b g e l e h n t. Die dringend notwendige E r m a ß i g u n g der S e l b st- kostenlage, von der ein Preisabbau ab­hänge, werde, so wird erklärt, durch den Spruch in verhängnisvoller Weise hinausgezögert. Die Aufschiebung des Lohnabbaues könne auf dem Ge­biete der Feierschichten und Entlassun­gen von weitreichenden Folgen sein, weil die durch den Preisabbau erwartete Steigerung des Absatzes unmöglich gemacht werde.

Aus aller Welt.

Die Untersuchung des Andreeschen Segeltuchbooles.

Der Andräe-Ausschuß in Tromso beschäftigte sich mit der Untersuchung des aufgefundenen Segelluchbootes, in dem man außer Karten, Zeitschriften und wissenschaftlichem Material einen präparierten Vogel fand. Zwei Gewehre wurden in dem Doot gefunden, ein drittes neben Andrte. Im übrigen hat diese Untersuchung eine Bestätigung der Meldung ge­bracht, wonach Strindberg von Andree begraben worden sein muh, da man in An­drees Taschen mehrere Gegenstände auffand, die Strindberg gehören können. Auch die übrigen Einzelheiten dieses Berichtes über das Ente von Andree und seiner Begleiter scheinen richtig zu sein. Weitere wichtige Untersuchungsergebnisse aus Tromso sind kaum mehr zu erwarten, ehe der Inhalt der Tagebücher bekanntgegeben wird. Der schwedische Ministerpräsident teilte mit, daß die Regierung beschlossen habe, einen beson­deren Ausschuß zu dem Empfang der Ueberreste der Andree-Expedition i« Schweden zu bilden. Der schwedische KreuzerSvensk- s u n d" hat am Donnerstagmittag Aalesund pas­siert und befindet sich jetzt auf direktem Wege nach Tromso.

Losles gewinnt den Easterwood-preis.

Das FlugzeugFragezeichen" ist nach Dal- l a s (Texas) abgeflogen, um zu versuchen, ten von Oberst Easterwood gestifteten Preis von 5000 Pfund Sterling zu gewinnen. Die,1900 Kilometer lange Strecke muh ohne Zwischenlandung zurückgelegt werden. Das Flugzeug ist am gleichen Tage um 17.29 Uhr in Dallas gelandet. Die beiden fran­zösischen Flieger haben damit den Preis ge­wonnen.

Ein polnisches Militärflugzeug in ein Haus geflogen und verbrannt.

Die polnischen Militärflugzeuge pflegen über­aus knapp über die Häuserdächer zu fliegen. Vun ist ein solches Flugzeug in einer Warschauer Vorstadt in Die SeitcntoanD eines Hau- s e s hineingeflogen und dort stecken­geblieben. Einen Augenblick später stand das ganze Flugzeug in Flammen. Die beiten Flieger konnten nur als Leichen geborgen werden. Ucberdies wurden durch herabtropfendes brennendes Benzin noch sechs Zivilpersonen ver­letzt. Auch ein kleines Wohnhaus, das sich unter dem brennenden Flugzeug befand, geriet in Brand. Die Feuerwehr konnte tem Umsichgreifen des Feuers Einhalt tun.

Das Katapultflugzeug 15 Stunden vor derBremen in Reuyork.

Das Äatapultflugzeug Neuyork startete am 3. September mittags etwa 1100 Kilometer von Neuyork vom SchnelldampferBremen" des Norddeutschen Lloyd und traf bereits um 20 Uhr in Neuyork ein. Da der Schnelldampfer selbst erst am 4. morgens gegen 10 Uhr in Neuyork er­wartet wurde, konnte somit ein Zeitgewinn von an­nähernd 15 Stunden erreicht werden.

Schwerer Transportunfall bei Basel.

Don einer Transportkolonne, die sich auf tem Wege von Zürich nach Basel befand, geriet bei Effingen ein mit schwerem Zeltmaterial beladener Lastwagen mit Anhänger infolge Versagens der Bremsen in rasche Fahrt, rannte gegen die Mauer

eines Gasthofes und durchschlug diese. Der An­hänger wurde durch den furchtbaren Anprall in ten Lastwagen hineingeschoben. Der Chauffeur und sein Begleiter wurden sofort getötet.

Gräber der Herzöge vön Brabant wiedergefunden.

In der Trappistenabtei Afflighern (Provinz Brabant) wurden nach langen Forschungen Gräber mit Ueberreften von Herzögen von Brabant aufge­funden, insbesondere von Herzog Gottfried I., den Bärtigen, sowie von seinem Sohne Heinrich und seiner Tochter Aleyda, der Gattin König Heinrichs I. von England, die im 12. Jahrhundert lebte.

Die Uedcrholung des Fernsprechwesens.

Die bereits angedeuteten Pläne der Deutschen Reichspost, die darauf hinzielen, das gesamte Fernsprechwesen umzuorgancsieren, und die in ter letzten. Zeit toieterbolt im Zusammenhang mit tem Arbeitsbeschaffungsprogramm genannt worden sind, haben, wie wir Horen, weiterhin Fortschritte gemacht. Der angestrebte Heber- gang vom Handbe trieb zum Selb st- anschluhbetrieb, ter einen Wegfall von mehr als 90 Prozent des beim Handbetrieb nötigen Personals bedingt, und ter rwch ein Kapital von mehr als 500 Mill. Mk. benötigt, soll nach ten neuesten Plänen"-bis zum Jahre 19 32 beendet werden. Gegenwärtig sind rund 46 Prozent aller Fernsprechanschlüsse in Deutschland zum Selbstanschlußbetrieb urnge- ftellt. Die restlichen 54 Prozent sollen in ten nächsten Jahren modernisiert werten. Gleichzeitig denkt man daran, das un terirdis che Fern- kabel netz, von dem augenblicklich 9100 Kilo­meter im Betrieb sind, weiter auszubauen. Für die Durchführung dieser Pläne sind weitere 150 Millionen erforderlich. Die Reichspost steht auf dem Standpunkt, dah die Aufbringung dieser 150 Millionen Mark am notwendigsten ist, da die Ersetzung von Oberleitungen durch ein unter­irdisches Fernkabelnetz für die reibungslose tech­nische Durchführung am dringlichsten ist. Datei wird die wirtschaftliche Bedeutung der Umwand­lung des alten oberirdischen Leitungsnetzes in ein Kabelnetz sehr hoch veranschlagt. Die Kabel ermöglichen nicht nur einen leistungs­fähigen Fernsprechweitverkehr auf fast unbegrenzte Entfernungen, sie erhöhen auch die Sicherheit des Betriebes und ver­billigen durch den erheblichen Minterver- brauch von Material die Anlagen und Betriebs­kosten auf nahezu 40 Prozent.

Frau oder Fräulein?

Jrn Rahmen der Vorschläge, die der deutsche Erziehungsbeirat für verwaiste Ju­gend in diesen Tagen dem Reichstage hat zugehen lassen und die sich in der Hauptsache mit Abände­rungsanträgen zu dem neuen Gesetzentwurf über das Unehelichen-Recht beschäftigen, wird auch eine Forderung erhoben, die darauf hinaus- läuft, daß einer Mutter, der d i e elterliche Ge­walt über ihr uneheliches Kind zusteht, das Vor­mundschaftsgericht auf Antrag das Recht erteilen Fann, f i ch Frau zu nennen. Der Erziehungs­beirat geht dabei von der Dorausfetzung aus, daß es ganz allgemein im Interesse Des Kindes liegt, daß seine Mutter sich nicht Fräulein, sondern Frau nennt. Der beachtliche Vorschlag unterstützt die Anregungen, die von zahlreichen Frauenverbänden und Frauenorganisationen schon seit Jahr und Tag erhoben worden sind. Bei Dem allgemeinen Inter­esse, das Die Vorschläge Des Erziehungsbeirates in Der Oeffentlichkeit gefunDen haben, steht es zu er­warten, Daß sich Der Reichstag bei nächster Gelegen­heit auch eingehend mit Der angeführten Frage be­schäftigen wirD.

Oie Wetterlage.

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111 v v v vu u v i a ß

Durch den allgemeinen Luftdruckfall baut sich der hohe Druck langsam ab und die Atlantik- störung gewinnt immer mehr an Raum. Ihr Kern liegt bereits nördlich der britischen In­seln. Wenn auch an der Vorderseite durch die aus dem Hochdruckrücken ausflicßenden kontinen­talen Luftmassen zunächst noch heiteres Wetter herrscht, so wird doch mit der Zeit durch das Vordringen feuchter Ozeanlust Bewölkung auf­kommen. Die Temperaturen steigen zunächst noch etwas an, gehen aber später wieder zurück.

Aussichten für Samstag: Auftom- mende Bewölkung, Temperaturen zwischen Tag und Rächt sich mehr ausgleichend, stellenweise auch Reigung zu Riederschlägen.

Aussichten für Sonntag: Etwas wech­selhaftes, teils wolkiges, teils heiteres Wetter.

Lufttemperaturen am 4. September: mittags 18 Grad Celsius, abends 12 Grad: am 5. September: morgens 9,1 Grad. Maximum 18,1 Grad, Minimum 5,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. September: abends 22,5 Grad; am 5. September: morgens 14,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 10>4 Stunden.