Ausgabe 
5.3.1930
 
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Fasanengelege. fte rauben spater auch die Küken. Man kann ihre Horste zerstören, man kann die Drutvögel am Horst abschiehen, aber man wird mit all diesen Methoden nur Teilerfolge erzielen. Heute, wo man in Kreisen der Schad- lingsbekämpfer von einerwesteuropäischen Krähenplage" redet, verspricht nur die Anwen­dung von Gift einigermaßen Erfolg, wobei von einer Ausrottung der Kähen auch nicht im ge­ringsten die Rede sein lann. Spatzen und Krähen sind Auhnieher der Kultur im gleichen Der- hältnis, wie andere Tiere daran zugrunde gehen. Um die Gefährdung anderer Tiere zu verhin­dern, verwende man nur Phosphor in Eiern. Doch bleibe man dabei etwas von Waldrändern weg, wo Fasanen vorkommen. Denn unter ihnen

-gißt es auch Eierliebhaber.

3n trockene Durchlässe, Hecken und Remisen, Reisig- und Steinhaufen gehören Klappfallen, die für wenig Geld (etwa 1,70 Wk) zu haben sind. Mit ihnen soll das große Wiesel, der Erzfeind der Riederjagd, auf seinem Wechsel unschädlich gemacht werden. Solche Fallen mühten in größerer Zahl über jedes Revier verbreitet sein. Der Jahresbericht eines norddeutschen Hege­bundes berichtet von unternormalen Hasenstrecken im letzten Winter, dagegen von übernormalen in zwei Revieren mit energischer Wiesel­bekämpfung.

Schließlich aber gilt in den Folgemonaten der Kampf mehr denn je wildernden Hunden und streunenden Katzen. Sie vermögen eine Jagd völlig zu ruinieren. Hubertus.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

U Großen-Linden, 3. März. Der E i - senbahnvere i n Großen-L i nden und Umgege n d hielt am Sonntag im Saale des Gastwirts Faber seine diesjährige Haupt­versammlung. Aus dem Geschäftsbericht, den der erste Vorsitzende, Reich5bahnsekretär Speh- re r erstattete, war zu entnehmen, daß sich der Mitgliederstand fast auf derselben Höhe wie im Jahre 1928 bewegte: vier Mitglieder verstärken im Laufe des Jahres, ihr Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. Die Erwachsenen- und Kinderfürsorge, die Hauptaufgabe des Vereins, wurde in weitgehendstem Maße gefördert. Der Kassenbericht zeigte in Aufgabe einen höheren Betrag als in Einnahme: der Unterschied ist durch Überschüsse aus früheren Jahren gedeckt, so daß der Kassenstand als günstig bezeichnet werden kann. Rach dem Bericht des Rechnungs­prüfers wurde dem Rechner und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die diesjährigen Sommer­ausflüge sollen am 18. und 25. Mai nach Koblenz unternommen werden. Am Sams­tag beging der Radfahrer-Verein 1891 Großen-Linden in seinem Vereinslokal bei Gastwirt Schaum sein diesjähriges Winter­vergnügen. Der erste Vorsitzende Julius Braun sprach im Anschluß an seine Begrüßung lworte über Zweck und Ziel des Radsports. Ein flott gespieltes Theaterstück fand reichen Beifall, ebenso hatte ein Duett einen starken Lacherfolg. Sehr beifällig wurden auch die Schul- und der Flaggenreigen ausgenommen. Die Renn- und Wanderfahrer aus dem Jahre 1929 wurden bekanntgegeben und ausgezeichnet. Der musi­kalische Teil wurde von der Kapelle Köhler (Großen-Linden) in bewährter Weise bestritten. Gesellige Unterhaltung und Tanz hielt jung und alt bis in die frühen Morgenstunden beisammen.

O Holzheim, 4. März. Die Bruder­schaft Holzheim des Iungdeutschen Ordens veranstaltete dieser Tage im großen Rathaussaal einen öffentlichen Vortragsabend. Bruder Seipp begrüßte in einer kurzen An­sprache die überaus zah reich Erschienenen, beson­ders den Redner des Abends, Landwirt I e h -

Die blonde Sklavin.

Vornan von Hermann Weick.

22 Fortsetzung. *Jtad)b*'iKf verboten

Gelassen blickte Schulhofs dem anderen in das vom Zorne gerötete Gesicht.

3dj durchichaue heute Ihr feiges, heimtücki­sches Treiben I Zum offenen Kampf hat Ihnen der Wut gefehlt I Aber hinterrücks den Rivalen zur Strecke zu bringen, das hätte Ihnen so ge­paßt!"

Des anderen Züge zeigten Bestürzung. Also doch I...

»Rivale!... Ich Ihr Rivale?..."

Felix Schulhofs machte einen Schritt auf Hon- necker zu.

Lassen Sie jetzt das Dersteckspiel!... Wo ist Fräulein Witte?"

Für Sekundendauer schien Honnecker von Un­sicherheit befallen zu fein. Dann aber schrie er:

»Was geht das Sie an?"

Das wissen Sie so gut wie ich!"

Gar nichts weiß ich! Und um Fräulein Witte haben Sie sich nicht zu kümmern!"

Ich werde mich aber um sie kümmern!" stieß Schulhofs in wilder Erregung hervor.Lange ?:enug hat Eva unter Ihrer brutalen Macht ge­llten I Jetzt werde ich sie aber Ihren Hän^rn entreißen!"

Honnecker maß Schulhofs mit einem mitleidi­gen Blick.

Sie wollen mir Eva entreißen?" sagte er voll Hohn.Sie trauen sich viel zu!"

Er war nun wieder ganz Herr der Situation. Sr hätte sich vorhin von dem Eindringling nicht überrumpeln lassen, sondern ihn sofort wieder an die Luft setzen sollen! Er würde es jetzt aber nachholen! Er war schon mit anderen Leuten wie mit diesem Herrchen fertig geworden!

Der Spott in Honneckers letzten Worten hatte Schulhoffs Haß wieder aufgepeitscht.

Wollen Sie mir jetzt endlich sagen, wo Eva sich befindet?" rief er, seiner selbst kaum mehr mächtig.

Rem!" kam es kalt zurück.

Ich werde Eie zwingen!"

Honnecker lachte.

Machen Sie fich nicht lächerlich! Mich und zwingen!..." Und dann in beißendem Hohn Warum haben Sie denn Eva nicht gehalten, als sie mit Ihnen an der Ostsee war?... Da­mals hätten Sie zeigen können, was Sie vermö­gen! Aber Eva hat es vorgezogen, mit mir heim­zureisen!"

Schulhofs atmete schwer. Blitzartig tauchten jene schweren, sorgerwollen Stunden, als er bei

Oer Sternhimmel im März.

Sonnenaufgang von 6.50 bis 5.40 Uhr. Sonnenuntergang von 17.35 bis 18.30 Uhr. Lichtae st alten des Mondes: 1. Viertel am 8. März um 5 Uhr, Vollmond am 14. März um 20 Uhr, letztes Viertel am 22. März um 4 Uhr.

mf. Die gerade in diesem Monat rasch zuneh­mende Tageshelligkeit und die immer später ein­sehende Dunkelheit hat zur Folge, daß die im Westen stehenden Sternbilder nun ziemlich rasch

nämlich die Wega, den Arctur und die Spica schon in den frühen Abendstunden über dem Horizont.

Was die Wandelsterne anlangt, so ist zunächst ein Wort über die Sonne zu sagen. Eie wan­dert in diesem Monat so schnell nach Rorden wie in keinem andern. Um gut zwei Stunden nimmt die Tageshelligkeit im Verlaufe des Mo­nats zu, und am 21. um 9.30 Uhr ist der kalen- dermähige Frühlingsanfang, also der Augenblick,

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Mond: D1. Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel

STERNBILDER: GROSZE BUCH-. STABEN

Der die 24 Stundenzahlen von Müler* nacht bis Mülernachl eines Tages ent­haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei* ger der Himmelsuhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monalsmitte sicht­baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mülernacht der Mo- nalsmüle. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeü sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo-

Sterner

Kleine Buch­staben

nalsmüle ist der gerade Pfeil V3 Stunde arteten. ßraher< je 5 Tage nach der Monats* Q Venus mitte V1 Stunde später zu stellen. Man XX Mars vergleiche die nächste Monatskarte. Der H Mond nimmt die gezeichneten Stellun-

\l)Jupiter ^en cin> nenn er die angedeutete Licht- <&>Saturn gestalt zeigt.

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verschwinden. Zwar bleiben die eigentlichen Win­tersternbilder, also vor allem der Orion, der Stier und die Zwlllinge noch den ganzen Mo­nat über sichtbar: aber sie sind aus dem Haupt­blickfeld herausgerückt und in den westlichen Teil des Himmels gedrängt. Ten Hauptteil des Him­mels nehmen die neuen Herren ein, nämlich die Frühlingssternbilder, die nun immer entschie­dener Heraufziehen. Hoch am Himmel prangt die Sichel des Löwen. Zwischen ihr und den Zwillingen ist der Sternhaufen Praesepe sichtbar. Er steht uns verhältnismäßig nahe. Etwa 120 bis 150 Lichtjahre mag seine Entfernung betra­gen. Südlich vorn Löwen steht Alphard,der Einsame". Im Osten erblickt man nun die für den Frühling bezeichnenden Sterne erster Gröhe,

wo der Mittelpunkt der Sonnenscheibe den Him­melsgleicher in nördlicher Richtung überschreitet. Von den übrigen Wandelsternen ist vor allem auf die Venus zu achten. Zu Beginn des Monats steht sie der Sonne so nahe, daß sie unsichtbar bleibt. Aber schon nach Verlauf einer Woche kann sie unter günstigen Bedingungen am Abendhimmel erblickt werden. Man beachte, wie außerordentlich weit sie noch vom Jupiter ent­fernt steht, dem sie sich indessen in diesem und dem kommenden Monat mit der für diesen Stern der Liebe bezeichnenden Schnelligkeit zu nähern trachtet. Dem Jupiter scheint dies nicht ganz recht zu sein, denn er weicht, wenn auch in sehr gemächlichem Schritte, nach links aus.

st ermann.

n e r aus Schwalheim, Vorsitzender der Orts­gruppe Friedberg des hes.ischen Landbundes. Dieser sprach über das ThemaBauerntum und Volksnationale R e i ch s v e r e i n i » g u n g. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Dem Vortrage folgte eine längere Aus­sprache, in der sowohl der Redner, als auch Studienrat Schmidt (Gießen) mehrmals das Wort ergriffen, um alle Fragen zu beantworten. Ein Ortsausschuß ist gebildet, und über 100 Personen sind für die Volksnationale Vereini­gung gewonnen. Das Schlußwort sprach Land­wirt I e h n e r.

* Hausen, 4. März. Am Sonntag veran­staltete der Kirchenchor'Hausen, der sich im vergangenen Sommer aus einem gemischten Chor in einen Frauenchor umgewandelt hat, einen Familienabend, der einen außerordentlich guten Besuch aufzuweisen hatte. Auch von Gar­benteich waren viele Zuhörer gekommen. Im

Mittelpunkt des Abends standen die Chöre des Vereins unter Leitung seines bewährten Diri­genten, Finanzsekretär Sommer aus Wahen- born»6teinberg. Die Leistungen des Vereins haben trotz seines kurzen Bestehens eine erfreu­liche Höhe erreicht, bte innere Ausgeglichenheit der recht schwierigen Chöre war zu bewundern. Die Chöre waren umrahmt von Musikdarbietun­gen aller Art: Sologesängen, Duetten, Violin- vorträgen u. dgl. Ein luftiger Einakter und ein Singspiel, die mit großem Geschick aufgeführt wurden, gaben dem Abend neben den ernsten Darbietungen einen frohen Unterton. Diese frohe Stimmung erreichte ihren Höhepunkt bei dem Vortrag eines Gesangsscherzes, der in ori­gineller Weise einen Bubenstreich von Wilhelm Busch zu Gehör brachte. So bot der Abend in seinem abwechslungsreichen Vielerlei einen Strauß bunter Blumen, wie der Ortsgeistliche ihn in sei­nen Begrüßungsworten kennzeichnete.

seiner Rückkehr Eva nicht mehr angetroffen hatte, wieder vor ihm auf.

Ich weiß nicht, welcher Art die Macht ist, die Sie auf Eva ausüben..."

Honnecker sah den andern überlegen an.

Das kann ich mir denken! Davon hat sie wohlweislich geschwiegen!"

Cs ist mir auch ganz gleichgültig! Ich liebe Eva und gehe eher zugrunde, als daß ich sie noch einen Tag länger in Ihrer Gewalt lasse!"

Honnecker lehnte sich an den Schreibtisch. Wit gleichmütigem Gesicht sah er auf die Uhr.

Ich habe Ihr albernes Geschwätz jetzt satt!" sagte er kalt.Meine Zeit ist mir zu wertvoll, als daß ich mich noch länger mit Ihnen herum- streiten würde!"

Durch Schulhoffs Körper ging ein Ruck. Sprungbereit stand er da.

Wenn Sie in zwei Minuten nicht dieses Zim­mer verlassen haben, rufe ich die Polizei!" fuhr Honnecker gelassen fort und legte die Hand auf den Hörer des Telephonapparates.Die Poli­zei bringt Sie dann schneller in Bewegung, als Ihnen vielleicht lieb ist!"

Langsam, den Kops eingezogen, schritt Schul- Hoff auf den anderen zu.

Sie wollen mir noch drohen?" sprach er dumpf.

Dann, blitzschnell, sprang er Honnecker an. Seine Hände fuhren ihm um den Hals, drück­ten zu...

Wo ist Eva?... Wo ist sie?..." keuchte er.

Honnecker versuchte Schulhoffs Hände hinwea- zureißen, aber wie mit Klammern hielten sie seinen Hals umfaßt.

Sind Sie wahnsinnig?" brüllte er.

Ich will wissen, wo Eva ist!" stieß Schulhofs zwischen den Zähnen hervor, während ihm die Adern auf der Stirne von der ungeheuren Kraft- anftrengung hervortraten.

Lassen Sie mich los!" schrie Honnecker und hieb mit den Fäusten in Schulhoffs Gesicht.

Aber dieser schien nichts zu spüren. Wie ein wildes Tier, das sich in sein Opfer verbissen hat, hing er an Honneckers Hals. Seine Augen glüh­ten wie die eines Irren.

Er wußte nicht mehr, was er tat. Er sah nur das brutale, wutentbrannte Gesicht seines Fein­des vor sich, der ihn vernichten wollte... der Evas Leben zerstört hatte... Und die Worte jenes geheimnisvollen Mannes, der chn vor we­nigen Stunden auf Honneckers Spur gebracht hatte, dröhnten ihm wieder in den Ohren:... Er ist ein Hund, der es nicht besser verdient, als daß man ihn zu Boden schlägt!..."

Da traf ihn ein Hieb Honneckers ins Auge.

Ein Schmerzensschrei kam von feinen Lippen: feine Hände loderten den Griff um Honneckers Hals, dieser rang fich los ...

Jetzt ist es aber genug!" schrie Honnecker keuchend, ergriff einen Stutzt, schwang ihn hoch und wollte auf Schulhofs einbringen.

Seifen Hanb fuhr instinktiv in die Tasche, wo ber Revolver stak ...

Da wurde die Tür aufgeriffen.

Bleich, mit verstörtem Gesicht, stand Eva Witte da.

Für Srkundendauer verharrte sie regungslos, die entsetzten Augen auf die beiden Männer gerichtet, die bei ihrem Erscheinen herumgefahren waren.

Felixl" schrie sie verzweifell und wollte auf Schulhofs zueilen.

Aber mit schnellem Griff hatte Honnecker sie gefaßt und zurückgerissen.

Hierher gehörst du!"

Als sehe er eine überirdische Erscheinung, starrte Schulhofs auf Eva Witte. Seine Liebe rauschte brausend über ihn hin. Alle Rot bet letzten Zeit, alle Sorgen unb Zweifel verstummten.

Eva war ba und verlangte nach ihm ...

Aber der andere wollte sich zwischen sie stellen!

Lassen Sie Eva los!" herrschte er Honnecker an.

Dieser lachte höhnisch auf. Sein linker Arm hielt Eva umklammert, die sich vergeblich seinem Griff zu entziehen versuchte. Mit ber rechten Hanb hatte er bie Lehne des Stuhles gefaßt, ber ihm als Waffe biente.

Fällt mir nicht ein!" stieß er hervor.

Roch einmal: Lassen Sie Eva los!"

Unerbittlich bie Antwort.

Rein! Ich halte, was mir gehört!"

Eva Witte bäumte sich auf.

Ich gehöre nicht blr! schrie sie.

Schulhofs zog den Revolver hervor und rich­tete ihn auf Honnecker.

Lchsen Sie Eva frei, sonst schieße ich Sie nieder!"

Schreck zuckte in honneckers Antlitz auf. Dann aber lachte er schallend.

Wieder einmal ein Revolver!" Brutal stieß er Eva von sich weg.Gehe hin zu ihm und erzähle ihm bie frühere Revolvergeschichte!"

Eva Wittes Züge verzerrten' sich. Die wollte aus bem Zimmer fliehen: aber ihre Deine ver­sagten ihr den Dienst. Hilflos lehnte sie an der Wand.

Honnecker sah sie kalt lächelnd an.

Dazu fehlt dir die Courage! Das kann ich mir denken!"

Er trat auf Schulhofs zu, der verständnislos den letzten Vorgängen gefolgt war.

Stecken Sie das Schiehzeug wieder ein! Es ist wegen dieses Frauenzimmers schon genug Blut geflossen!"

Schulhofs fuhr zurück.

Was sagen Sie?"

Richts, als was ich mit eigenen Augen ge-

)( Lich, 4. März. Auf Veranlassung des Ro­ten Kreuzes fand in diesem Winter unter Leitung von Dr. S ch a a b, ber sich der Sacha in uneigennütziger Weife zur Verfügung gestellt hatte, in 18 Doppelstunden ein Au s b i l d u n g s- . kurfus für Frauen unb Mädchen statt, t der die Teilnehmerinnen in die erste Hilfe- 1 leistung bei Unglücksfällen und in die häuslich- , Krankenpflege einführte. Der Kursus wurde von r 25 Frauen und Mädchen besucht. Dieser Tage | wurde ber Kursus burch eine Schluhfeier im Parkhotel abgeschlossen, in beren Verlauf die Teilnehmerinnen dem leitenben Arzt aus Dank­barkeit ein prachtvolles Blumengebinbe über­reichen ließen. Demnächst soll ein ähnlicher Kur­sus in Steinbach abgehalten werden.

Kreis Büdingen.

G Berstadt, 3. März. Gestern verstarb der älteste Einwohner unserer Gemeinde, der Auszügler Ioh. Heinr. Stork, im Alter von 94 Jahren. Roch bis in die letzten Jahre konnte er seiner Beschäftigung in ber Landwirt­schaft nachgehen und alle Arbeiten in Hau- unb Feld ausführen.

Kreis Schotten.

V Gedern, 4. März. Heute sand hier Schweinemarkt statt. Der Austrieb war. wie gewöhnlich, ein sehr guter. 530 Tiere stan­den zum Verkauf. Da eine sehr große Zahl von Kaufliebhabern erschienen war, wurden recht hohe Preise erzielt. So wurden für 6 Wochen alte Ferkel 40 Mk. pro Stück, für 6 bis 8 Wochen alte 40 bis 50 Mk. und für Läufer je nach Qualität 70 bis 80 Mk. bezahlt. Trotz des sehr flotten Handels verblieb ein geringer Ueberstand.

Kreis Alsfeld.

--- Ober-Ohmen, 4. März. Der Ge« meinberat setzte bei feiner Voranschlag-- | beratnng die Gemeindeumlage von 8000 auf 7000 Mark herab, um bem früheren Spartrieb wieder mehr Geltung zu , verschaffen. Der Gesamtetat beziffert sich M Soll unb Haben auf 50 828,78 Mk.

preutzen.

Krofdorf, 28. Febr. Im vorigen Sommer machte sich hier in recht unliebsamer Weise fast täglich Wassermangel bemerkbar, worunter insbesondere die höher gelegenen Ortsteile zu leiden hatten. Auf Grund der Untersuchungen tarn man zu der Ansicht, daß unsere vor ungefähr 20 Jahren erbaute Wasserleitung mit ihren Lei­stungen den Bedürfnissen der heutigen Ein­wohnerzahl und der mancherlei Gewerbebetriebe nicht mehr genügt. Deshalb will die Gemeinde in nächster Zeit Dohrversuche zwecks Er­fassung neuer Quellen vornehmen lassen. Man glaubt in den Wiesen des Gleibachtales bie geeigneten Stellen gesunden zu haben. Die Ver­handlungen mit den Besitzern über eventuellen Ankauf des Geländes bei günstigem Resultat sind soweit abgeschlossen. Mit den Bohrungen wurde bie Firma Derlich in Wetzlar beauf­tragt.

O Odenhausen (Lahn), 1. März. Rachdem schon früher einmal für den Bau eines Kriegerdenkmals ein Fond- angesammelt worden war, ber leider durch die Inflation entwertet wurde, hat der hiesige Kriegerverein erneut die Initiative ergriffen, um nunmehr bte Errichtung des Denkmals zu verwirklichen. Durch die Opferwilligkeit der Gemeindeglieder ist es gelungen, zirka 1460 Mark bereitzustellen, wofür sich wohl ein schlichtes Denkmal errichten läßt. Als geeigneter Platz kommt der alte Friedhof vor der Kirche in Betracht. Als Zeitpunkt der Einweihung ist der Totensonntag vorgesehen.

Kreis Biedenkopf.

# Holzhausen b. Gladenbach, 26. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete

sehen habe! Ich war selbst dabei, als diese Dame, die es so fabelhaft versteht, das Un­schuldslamm zu spielen, eines Rachts ihrem Manne mit bem Revolver in ber Hand ent­gegengetreten ist ..

Gin Unartikulierter Laut kam von Schulhofs- Lippen.

Ihrem Manne? ..."

Honnecker lachte.

Hat sie Ihnen nicht gesagt, bah sie verhei­ratet war? ... Das zeugt nicht von großem Ver­trauen zu Ihnen, lieber Herr!"

Er weidete sich an der Bestürzung Schulhoffs» Run hatte et beide in der Hand! Et würde ihnen zeigen, was es hieß, mit ihm, Peter Honnecker, anzubinden!

Schulhofs fuhr sich zum Kopfe. War er denn verrückt geworden? ... Was sprach der Mensch ba für sinnloses Zeug? ... Eva fei verheiratet? ... Eva fei ihrem Manne mit der Waffe ent­gegengetreten? ...

Mit toirten Augen sah er zu Eva hinüber. Ihre Gestalt wat zusammengefunken. Es schien, als sei kein Leben mehr in ihr.

Honnecker war Schulhoffs Blicken gefolgt.

Da staunen Sie, nicht wahr!" stieß er hohn­voll hervor.So kann man sich eben täuschen! Er machte eine kurze Pause, bann sagte er scharf, schneidend:Auch mein Freund Reinhold Witte hatte sich in feiner Frau gründlich getäuscht! Er hätte nie gedacht, daß er eines Tages von ihr erschossen würde!"

Es wurde todesstill im Zimmer.

Felix Schulhofs war wie unter einem Banne. Er starrte in Honneckers Gesicht, das ihm wie eine grinsende Frabe erschien .... er wollte Mit Seite blicken, hinüber zu Eva Witte ..., aber die herrischen, brutalen Augen, in denen nun triumphierender Jubel lohte, liehen ihn nicht los .. .

Gewaltsam raffte er sich auf.

Sie lügen!" schrie er Honnecker an.

Dieser machte eine wegwerfende Bewegung.

Fragen Sie Eva!"

Schulhofs ging auf Eva Witte zu.. Er faßte sie am Arm. Eine Erschütterung ging bei seiner Berührung durch ihren Körper.

Sage mir, Eva, bah er lügt! ... Es kann ja nicht wahr fein! ... Er lügt, well er dich nicht bergeben will! ... Er möchte mich ab« schrecken von dir, aber es gelingt ihm nicht! ... Ich glaube an dich!"

Mit flehender Gebärde umfaßte er Eva- beide Hände.

Sage mir doch ein Wort, Eva!"

Langsam hob sie den Kopf.

Als Schulhofs in ihre Augen blickte, die üi trostloser Leere auf ihn gerichtet waren, wußte er die Antwort.

(Fortsetzung folgt.)

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