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Nr. 180 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesfen) Montag, 4. August 1930

Wirble ins Leben!

Vornan von Anna Fink.

Llrheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau, 6.-QL

12 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Reginald sah schaudernd vom Rand der Straße aus hinab.

Das ist ja entsetzlich", sagte er leise vor sich hin. Man konnte zunächst den abgestürzten Wa­gen noch nicht sehen.

Wir werden jetzt hinabklettern", sagte der alte Richter.

Grundmann, du kannst vorangehen. Die Her­ren nehmen wir in die Mitte. Ich komme zu­letzt, und die jungen Burschen mögen uns leuchten I"

Langsam und behutsam kletterte der kleine Zug bergab. Der Boden war reichlich feucht und aus- gcwcicht, aber trotzdem kamen sie ganz gut hinunter.

Rach einer geraumen Zeit, die Reginald wie eine ganze Ewigkeit vorkam. rief Grundmann:

Wir sind sofort dal"

Man konnte jetzt schon die Umrisse des Autos erkennen.

Sie kamen nahe heran. 3a, das war Frau Barbaras Wagen! Er war verhältnismäßig glimpflich weggekommen. Er lag zu dreiviertel umgekippt, die Scheiben waren zertrümmert, und einiges war verbogen. Sonst ging es. Die Sträu­cher schienen den Anprall des Wagen sehr stark hcrabgemindert zu haben. Er hätte ja sonst ganz auseinander sein müssen.

Eie versuchten nun erst einmal, den Wagen etwas aufzurichten, und das gelang auch, wenig­stens soweit, daß man in das 3nnere der 2i- mousine steigen konnte.

Contius und der junge Landjäger fingen nun nun an, den Wagen auf das Sorgfältigste nach irgendeinem Gebrauchsgegenstand von Barbara abzusuchen.

Wo war Barbara? Was war mit ihr ge­schehen? Wenn sie irgendwie schwer oder gar tödlich verunglückt wäre, so hätte man sie doch in oder neben dem Wagen finden müssen.

Hatte sic jemand gefunden und von der Un- glücksstclle fortgetragen? Hatte man sie beraubt? War ihr irgend etwas Fürchterliches zugestoßen?

Diese Fragen jagten durch Reginalds Hirn, während er mit zitternden Händen jedes Polster

des Wagens umdrehte. Der Chauffeur beteiligte sich ebenfalls mit Eifer.

Aber alles schien vergebens. Der Wagen war vollkommen leer. 3n den Seitentaschen, unter den Polstern, nirgends war aber auch nur das ge­ringste zu finden, was von Barbara hergerührt hätte.

Plötzlich pfiff Grundmann leise auf. Alle hiel­ten inne und schauten nach ihm hin.

Was gibt's?" fragte Reginald eifrig.

Da schauen Sie einmal her!" erwiderte Grund­mann und hielt ihm behutsam etwas zwischen den Fingerspitzen hin. Contius griff danach. Es war ein feines seidenes Taschentüchlein, reichlich schmutzig und verdrückt. Aber es hatte noch den zarten, zugleich ein wenig herben Duft des Parfüms, das Barbara immer gebrauchte.

So", sagte er.jetzt haben wir wenigstens etwas, was man dem Hund zeigen kann."

Rex!" rief der alte Richter,komm mal hierher!"

Der Hund, der sich bislang ruhig verhalten hatte und nur aufmerksam den Männern zuge- schaut hatte, sprang auf ustd ging auf seinen Herrn zu.

Da!" sagte dieser und nahm das Tüchlein aus Reginalds Hand, hielt es dem Tier unter die Rase und fuhr eindringlich fort: ..Such, such schön, mein gutes Hundel!"

Rex hatte sosort begriffen, worauf es ankam. Er schnupperte lange und eindringlich an dem Tuche herum, bellte kurz auf und fing dann an, mit der Rase den Boden abzuschnüffeln.

Jetzt tut er die Fährte suchen", sagte der Alte und fügte mit gerührtem Stolz hinzu:Oh, der Rex ist ein sehr kluger Kerl, hat schon manchen Verbrecher gefunden und manche Schlechtigkeit aufgedeckt!"

Reginald seufzte tief auf.

Hoffentlich war Barbara nicht gar zu Schlim­mes zugcstohen.

3hm fiel die Vision ein, die er während der Fahrt gehabt hatte. Aber er konnte keine Ver­bindung zwischen chr und dem Llnglücksfall finden.

Der Hund schnupperte immer noch rund um das Auto herum. Plötzlich stutzte er, roch noch intensiver und fing dann an, mit der Rase am Boden langsam weiter und wegzulaufen.

So", sagte Grundmann,da scheint er eine Führte gefunden zu haben. Das beste ist nun. meine Herren, ein paar von uns gehen hinter­her."

Contius wollte auf jeden Fall mitkommen, der Chauffeur ebenfalls.Das genügt aber",

Mittelrheinisches Kreisturnfest in Hanau.

Neue Kreisbestleistungen am Samstag. - Winter-Eintracht Frankfurt Zwölfkampfmeister.

Dom Samstagvormittag.

Das 34. Mittelrheinische Kreisturnfest in Hanau brachte auch am Samstag wieder ausgezeichnete Leistungen in den verschiedensten Disziplinen. Es war unverkennbar, daß sich das Leistungsnioeau in der mittelrheinischen Turnerschaft stark gehoben hat, denn jeder Sieg und jeder Platz war heiß umstrit­ten. Besonders spannend verlies die Zwölf­kampf-Meisterschaft. Hier standen sich in Winter (Eintracht Frankfurt) und Leichum (To. Neu-Isenburg) zwei gleichwertige Könner ge- Scnüber. Hatte L e i ch u m sich in den volkstümlichen ebungen einen Vorsprung von 71 Punkten ge­sichert, so war ihm Winter erst in den letzten Konkurrenzen überlegen und konnte sich mit 3, Punk­ten vor die Kreismeisterschaft holen. Eine Kreis- Bestleistung gab es am Vormittag im beidarmigen Kugelstoßen der Turnerinnen, wo Frl Bormann (Stadtsportverein Frankfutt) die respektable Weite von 17^98 Meter erreichte. Die Ergebnisse des Vormittags waren:

Zwölfkampf der Turner:

1. Winter, Eintracht Frankfurt, 218 P.: 2. Leichum, To Neu-Isenburg, 215 P.; 3. Sinn- well, To. 60 Bad-Nauheim, 213 P.

tterätevierkampf der Turnerinnen:

1. Albrecht St. Johann Saarbrücken, 77 P.; 2. Müller, Tv. Offenbach, 75 P.; 3. Hieronymus, Tg. Friedberg, 74 P.

Leichtathletische Wettkämpfe:

400- Meter- Lauf: 1. Blittersdorf, Tv. Saar­brücken, 51,2 Set; 2. Braun, Homburger Tv., 51,5 Sek.; 3. Weber, Polizei-Spv. Frankfutt, 52,8 Sek.

800-Meter-Lauf: 1. Thyriot, Tv. Völk­lingen, 2,04 Min.; 2. Schneider, Tv. Mainz 1817, 2:04,8 Min.; 3. Blößer, Homburger Tv., 2:05,1 Minuten.

Weitsprung: 1. Schank, To. Tiefenstein, 6,59 Meter; 2. Triesch, Tv. Kreuznach, 6,43 Meter; 3 Kirsch, Stadtsportverein Frankfurt, 6,43 Meter.

Stein st oßen: 1. Dietzel, Tv. 60 Frankfurt, 8,83 Meter, 2. Schmitt, Tv. Schwanheim, 8,79 Me­ter; 3. Groh, Tv. Bestheim, 8,56 Meter.

Turnerinnen.

Diskus: 1. Maisch, Tg. Bornheim, 30,64 Meter; 2. Oerlicke, Tv. Vorwärts Bockenheim, 29,39 Meter; 3. Bormann, Stadtsportverein 28,59 Meter.

Weitsprung: 1. Pfusch, Tbd. Wiesbaden, 4,85 Meter; 2. Brandt, Tv. Mainz 1817, 4,77 Meter; 3. Buschner, To. Mainz 1817, 4,72 Meter.

Kugelstoßen (beidarmig): 1. Bormann, Stadtsportverein Frankfurt 17,98 Meter (neue Kreis Bestleistung); 2. Maisch, Tg. Bornheim, 17,97 Meter; 3. Ritzel, Tbd. Wiesbaden, 16,49 Meter.

Schlagball - Weitwurf: 1. Maisch, Tg. Bornheim, 52,04 Meter; 2. Roth, To. 60 Nauheim, 51,06 Meter; 3. Ritzel, Tbd. Wiesbaden, 49,46 Meter.

Vom Samstagnachmittag.

Waren die Kämpfe schon am Vormittag sehr gut besucht, so war am Nachmittag das weite Rund des Platzes des To. Hanau dicht gefüllt. Befon- ders erfreulich sind die zahlreichen Krcis-Bestleistun- gen, die an diesem Tage erzielt wurden. So durch- lief Irieft, Tv. Bad Kreuznach die 110-Metcr- Hürden in 16 Set, Tv. Völklingen erzielte in der Olympischen Staffel mit 3:41,9 Min., und Wiener, Tv. 60 Bad-Nauheim stellte im beidarmigen Speer- werfen mit 80,22 Meter eine neue Kreis-Be st- l e i st u n g auf. Bei den Turnerinnen war dieser Erfolg dem

Mio. Gießen mit 52,1 Set für die 4XlOO-ni-Staffel und im Speerwerfen mit 33,92 Frl. Oerlecke, To. Vorwärts Bockenheim, beschicden. Ergebnisse:

Lcichtalhletifchc Wettkämpfe:

100-Meter-Lauf: 1. Mährlein, Tv. Mainz 1817, 10,7 Eck. 2. Rehrn. Et. Johann-Saarbrücken, 10,8 Sek. 3. Wagner, Tv. 60 Frankfurt, 11 Set

200-Meter-Lauf: 1. Mährlein, Tv. Mainz 1817, 21,9 Sek. 2. Feistel. Eintracht Wiesbaden, 22 Sek. 3. Dabucke, St. 3ohann-Saarbrücken, 22,4 Sek.

400-Meter-Laus: 1. Blittersdorf, Tv. 48 Saarbrücken, 51,2 Sek. 2. Braun, Tv. 51 Hom­burg, 51,5 Set 3. Weber, Polizei ED. Frank­furt, 52,8 Set I

800-Mcter-Lauf: 1. Thyriot, Völklingen, 2:02 Min. 2. Schneider, Tv. Mainz 1817, 2:04,8 Min. 3. Blöser, Tv. Homburg, 2:05,1 Min.

110-Meter-Hürden: 1. Trieft, Tv. Bad Kreuznach, 16 Sek. (neue Kreis-Bestleistung). 2. Duhrne, Tg. Rödelheim, 17,1 Sek.

4x1 00-Meter-Staffel: 1. St. 3ohanner Tschst. Saarbrücken, 43,1 Set 2. Tv. Mainz 1817, 43,9 Sek. 3. Tv. 1860 Frankfurt, 44.4 Sek.

3X1 000-Meter-S taffel: 1. Tg. Koblenz, 8:08,6 Min. 2. Tv. 60 Frankfurt, 8:18 Min. 3. Tv. Völklingen, 8:30,2 Min.

4x4 00-Meter-Staffel: 1. Tv. Saar­brücken, 3:33,8 Min. 2. Tv. Vorwärts Bocken­heim, 3:33,8 Min. (Druftbreite zurück). 3. Tg. Koblenz, 3: 34,3 Min.

Olympis che Staffel: 1. Tv. Völklingen, 3: 41,9 Min. (neue Kreis-Bestleistung). 2. Polizei Frankfurt, 3: 45 Min. 3. Tg. Koblenz, 3: 47,4 Min.

Hochsprung: 1. Elfeld, Rackenheim, 1,75 Meter. 2. Schnell, Tv. Felzen, 1,70 Meter.

Weitsprung: 1. Schank, Tv. Tiefenstein, 6,59 Meter. 2. Tttesch, Tv. Bad Kreuznach, 6,43 Meter.

Stabhochsprung: 1. Spieler, Tv. Damm, 3,40 Meter. 2. EteineS, M t v. Gießen, 3,30 Meter.

Kugelstoßen (bestarmig): 1. Wengenroth, Tv. 60, Frankfurt, 12,36 Meter. 2. Heinz, Tv. Deitsroth, 12,26 Meter.

Stein st oßen (bestarmig): 1. Dietzel, Tv. 60 Frankfurt, 8,83 Meter. 2. Schmitt, Tv. Schwan­heim, 8,79 Meter.

Speerwerfen: 1. Kern, Tv. Mainz 1817, 52,80 Meter. 2. Kretschmar, Tv. Mainz 1817, 50,60 Meter.

Echleuderball: 1. Wengenroth, Tv. 60 Frankfurt, 54,52 Meter. 2. Langsdorf, Tv. 6 0 Bad-Rauheim 53,80 Meter.

Diskus: 1. Wagner, Tg. Sprendlingen, 38,58 Meter. 2. Reuther, Tv. Meerholz, 36,55 Meter.

Wettkämpfe der Turnerinnen.

100-Meter-Lauf: 1. Brückner, Tv. Mainz 1817, 12,09 Sek.; 2. Brand, Tv. Mainz 1817, 13,03.

4xl00-Meterstaffel: 1. Mtv. Gie­ßen 5 2,01 Sek.; 2. Tv. Mainz 17 52,06;

Hochsprung; 1. Else Bickelhaupt, Mtv. Gießen, 1,48 Meter; 2. Erna Alt­haus, Mtv. Gießen, 1,43 Meter.

Weitsprung: 1. Pfusch, Tbd. Wiesbaden, 4,85 Meter; 2. Brand, Tv. Mainz 17, 4,77.

Kugelstoßen: 1. Maisch, Tg. Bornheim, 10,74 Meter. 2. Bochnik, Tv. Reu-Isenburg, 10,64.

Speerwerfen: 1. Oerleck, Tv. Vorwärts Frankfurt, 33,92 Meter (neue Kreisbestleistung); 2. Bormann, Stadtspottverein Frankfutt, 32,58.

Diskus: 1. Maisch, Tg. Bornheim, 30,64 Meter; 2. Oerlecke, Tv. Vorwärts Bockenheim, 29,39.

Siebenkampf (ohne Schwimmen).

1. Schmitt, Tg. Koblenz, 127 P.; 2. Scheller, Eintracht Frankfutt, und Gemind, Tv. Oberstein, 123; 3. Fuchs, Tg. Sachsenhausen, und Remy, TG. Reunkirchen, 122.

Siebenkampf (mit Schwimmen).

1. Schröder, Tv. Dietz, 114 P.; 2. Kunkel, Tv. Völklingen, und Wömer, TFC. Hanau, 112; 3. Funk, Tg. Rödelheim, 111.

Spiclkrciömcisterschaftcn:

Faustball der Männer: 1. Licht- und Luftbad Frankfurt. Faustball der Aelteren: 1. Licht- und Luftbad Frankfutt. Faustball der Frauen: 1. Tv. 1848 Saarbrücken. Schlagball der Männer: l.Tv. 48 Saarbrücken. Schlcuderball der Männer: 1. Mtv. Saarbrücken.

Schwimmen:

200 Meter Brust: 1. Hagedorn, Tg. Offen­bach. 3:142.

400 Meter beliebig: 1. Witthauer, Tv. Reu-Isenburg, 5:522.

Turmspringen: 1. Koller, Vorwärts Bockenheim, 94,50 P.

Drettspringen: 1. Brunn, Tv. 60 Aschaf­fenburg, 113,85 P.

50-Meter-Streckentauchen: 1. Schä­fer, Tg. Friedberg, 42,2.

4x100-Meter-Lagen staffel: 1. TG. Darmstadt 5:37,4.

Schwimmen der Turnerinnen:

100 Meter Rücken: 1. Kasten, TD. Darm­stadt, 1:45,8.

10 0 Meter Brust: 1. Riebner, Tv. Offen­bach, 1:39,8.

4X100 Meter Brust: 1. Tv. Offenbach 769.

4xl00-Meter-Lagen staffel: 1. Tv. Offenbach 6:59.

4x 100-Meter-Freistil st affel: l.TG.

Darmstadt 6:42.

Fechten:

Degenfechten: 1. Herrmann, Tv. Offen­bach, 2. Bauer, Eintracht Frankfurt; 3. Glück, Eintracht Frankfurt.

Säbelfechten: 1. Wahl, Tv. 60 Frankfutt; 2. Glück, Eintracht Frankfurt; 3. Dauer, Eintracht Frankfurt.

Florettfechten der Turnerinnen: 1. Haß, Tv. Offenbach; 2. Leonhard, Tv. Offenbach; 3. Iüngst, Tv. Offenbach. (Die drei ersten Plätze mußten durch Stichkämpfe entschieden werden.) Oer Ausklang am Sonntag.

Das 34. Mittelrhein-Kreisfest fand am gestrigen Sonntag einen glänzenden Abschluß. Nur ein hef­tiger Regen konnte anfangs etwas die ausgezeich­nete Stimmung der Massen beeinträchtigen. 'Doch bald hörte auch der Regen auf, und unter Sonnen- schein fetzte sich

Der zweite Tag der in Darmstadt abgehaltenen Internationalen Meisterschaftender Studenten brachte am Samstag mit dem Einmarsch der Rationen und dabei geleisteten Schwur der Teilnehmer nach olympischem Vor­bild einen ersten Höhepunkt. Leider wurde diese Zeremonie durch plötzlich einsetzendeS Gewitter beeinträchtigt. Um 4.20 Uhr begann

der Einmarsch der Rationen.

Unter Dorantritt ihrer Fahnen marschierten die Vertreter von 25 Rationen in die Arena und nahmen nach dem Rundgang im Mittelfelde Auf­stellung. Rach einer Ehrung der Gefallenen aller Rationen, die in einer Kranzniederlegung an dem Gefallenendenkmal der Technischen Hochschule

her Festzug

in Bewegung. Neber 15 000 Turner und Turne­rinnen aus dem ganzen Gebiet des Mittelrheinkrei- fes waren daran beteiligt. Es war ein prächtige» Bild, das sich in den Straften von Hanau, die die Menschenmajfcn kaum aufnehmen konnten, bot. ?urd) zahlreiche Festwagen der Hanauer Vereine und Korporationen erhielt dieser Festzug ein färben- buntes Gepräge. Uebcraus herzlich wurden die Teil­nehmer begrüßt, besonders die zahlreichen Turner und Turnerinnen aus dem Saargebiet wurden förmlich mit Blumen überschüttet. Aus großen Transparenten bekundeten diese Vertreter der Saar ihre unwandelbare Treue zum Deutschen Reich.

Oie Massenvorfühfungen am Nachmittag.

Am Nachmittag stand dann der Festvlatz wieder im Mittelpunkt des Kreisfestes. Zehntausende füllten das weite Oval, als die M a f f e n v o r f ü hrun - gen begannen, die in dieser Größe und Geschlossen- beit einzigartig waren. Den Reigen eröffnete zu- nächst ein Handball-Werbespiel der Gau« Main Offenbach-Hanau gegen Frankfurt, wobei bi« Frankfurter Vertreter sich mit 4:3 geschlagen geben mußten. Dann gab es Sondervorführun- gen bcrlurncrinncn, ein MassenSchleuber- ballrocrfcn, Vorführungen in den verschiebensten Disziplinen. Spanncnb verlief vor allem ber Gau- Staffellauf über lOXi Runbe, in bem bie Frankfurter Turner Sieger blieben. Der Saar- Bliesgau würbe auf bie 2. und ber Gau Main- Offenbach-Hanau auf bie 3. Stelle verwiesen. Den Höhepunkt bes Festes bilbeten bie Massenf r e i - Übungen, nachdem vorher bie Fechter bes Krei­ses mit oerschiebenen Ftthtvvrführungen zur Be- reicheruna bes Programms beigetragen hatten. Bet ben Massenfreiübungen waren über 3000 Turner unb Turnerinnen beteiligt, bie bie versammelten 60 000 Zuschauer mit ihren exakten Hebungen in Bann hielten unb begeisterten Beifall erhielten. Eine Fahnensäule von 170 Fahnen verschönerte wir­kungsvoll bas imposante Bilb, das der Fcftplatz in diesen Stunden bot. Die Siegerehrung bildete das Ende des 34. Mittelrheinkreisturnfestes.

Zum Schlüsse ergriff der Protektor des Festes, Oberbürgermeister Or. Btaum noch einmal das Wort, um seiner Anerkennung der vorzüglichen Leistungen, die der Mittelrheinkreis in Hanau geboten hat, Ausdruck zu geben. Seine Hoffnung ging dahin, daß der Erfolg auch weiterhin ber Deutschen Turnerschaft beschiebcn sei. Als Ver­treter ber preußischen Staatsregierung überreichte , hieraus Oberregierungsrat Fletsch bem Kreis- oberturnwart Frey (Mainz), sowie dem Zwölf­kampfsieger Winter (Frankfurt) unb ber Sieben­kampfsiegerin Frl. Schmitt (Koblenz) bie Staats Plakette. Nach einem Dankwort bes Kreisoberturnwarts erfolgte der Abmarsch ber Tur­ner unb Turnerinnen.

durch den Dorsihenden deS Internationalen Stu­denten ko miteeS bestand, und nach Hebergabe den Spiele durch den Leiter deS deutschen Tum- und Sportamtes erklärte der Komitee-Dorsihende die Spiele sür eröffnet. 2000 Dtteftauben flogen auf, um diese Kunde in alle Welt zu tragen. Dann folgte der feierliche Abschluft durch Ab­legung des für diese Spiele verfaßten Schwüre-, den der Darmstädter Student Schi l gen sprach. Rach Erledigung diese- Aktes erfolgte der Ab­marsch der Teilnehmer.

Am Samstagnachmittag legte die gesamte i t a * lienische Mannschaft vor dem Gefalle- nen-Gedenkstein am ehemaligen Residenz» schloß einen Kranz mit Schleife in den italiem-

Me Studenten-Wellmeislerschaslen.

Oer zweite Tag. Einmarsch der Nationen. Handball-Propagandaspiet.

meinte der junge Landjäger,die anderen können vielleicht zum Auto von Herrn Contius zurück­kehren und dott auf uns Wärtern"

Gewiß", stimmte man allgemein dem Dorschlag bei, nur der Alte schien nicht einverstanden.

Ich will auch mit, erklärte er, und nur mit Mühe konnten ihn Grundmann und Reginald von seinem Dorhaben abbringen.

Brummend kletterte er mit den beiden Bur­schen wieder den Hang hinauf, während der dritte sich den anderen anschloß.

Er ist schon zu alt für eine solche Kraxelei", fiOflte der junge Kollege.Die Gicht plagt ihn schon oft genug, aber er will noch immer mittun wie ein Iunger, und der Weg wird böse werden."

Der Hund lief kreuz und quer durchs Gestrüpp. Meistens ging es bergab. Oft lagen große Felsbrocken im Wege, und die Männer konnten zuweilen kaum folgen.

Endlich hätten sie, wie der Hund stehenblieb und zu winseln anfing. Contius stand als erster neben dem Tier und leuchtete den Fleck ab. Richts war zu sehen. Er verstand nicht, warum der Hund nicht weiterlief. '

Er leuchtete ein Stück geradeaus: Da ging es mehrere Meter steil in die Tiefe hinunter.

Sie anderen waren indessen auch hinzuge­kommen.

Großer Gott", sagte Grundmann,die Dame wird doch nicht etwa da hinuntergestürzt sein! Don hier aus kommen wir nicht weiter. Wir müssen wieder zurück und versuchen, auf einem anderen Weg hinunter ins Tal zu gelangen.

Also los!" befahl Contius.Wir müssen un­bedingt hinunter." Schweigend fletterten sie wie­der zurück.

Mir ist es gänzlich rätselhaft, wie die gnä­dige Frau hierhergekommen ist", unterbrach der Chauffeur die Stille.

3a, meinte der Landjäger,sie wird eben versucht haben, wieder auf Die Straße zu kom­men. In der Dunkelheit tarnt sich ja jeder, der sich hier nicht auskennt, nerirren.

Rach etwa zwei Stunden hatten sie das Tal erreicht, das eigentlich nichts weiter war, als das steinige Bett eines Gebirgsbaches.

Hier ist die Stelle, wo der Felsen so steil ab­fällt, sagte Grundmann.

Sind Sie dessen sicher?" fragte Contius.

Ich kenne diese Gegend hier ganz genau, gab der andere zurück und fuhr fort:Wir wollen einmal sehen, was der Hund jetzt an- gibt.

Alle verfolgten mit gespannter Aufmerksamkeit

da- Gebaren des Hundes. Der fing wieder eifrig an zu suchen. Aber er fand die Fährte offenbart nicht recht wieder.

Die anderen untersuchten den Platz. Es deutete nichts, aber auch gar nichts darauf hin, daß hier jemand abgestürzt war. Das Gras war nicht zertreten. Die Sträucher waren nicht geknickt, alles machte einen vollkommen unberührten Gin^ druck.

Euch, Rex, so such doch!" feuerten sie das Tier an. Das Tier gab sich augenscheinlich die größte Mühe und endlich drehte es sich ein paarmal um sich selbst, stieft ein klägliches Ge­heul aus und duckte sich dann auf die Erde nieder. Cs drückte den Kopf auf die beiden Dorderpfoten, winselte leise, wedelte leicht mit dem Schwänze unb sah Grundmann und die anderen abwechselnd so flehentlich an, als wollte es um Verzeihung bitten, daß es nichts ge­sunden habe.

Ra, das ist aber eine schlimme Sache", brummte der Landjäger.Ieht versagt sogar unser guter Rex. Was fangen wir nyn an?"

Die anderen standen mit bedrückten Mienen daneben.

Haltet ihm nochmal das Tuch unter die Rase", rief der Chauffeur. Grundmann tat's.

Der Hund erhob sich und beschnupperte ein­gehend das Taschentuch. Daraufhin hob er den Kopf zum Himmel, witterte etwas und begann dann anhaltend und klagend zu heulen. Schauer­lich klang es durch die stille Rächt.

Contius ging es kalt über den Rücken. Ieht erst merkte er, wie erschöpft und fertig er war. Er lieft sich, wo er stand, ins Gras gleiten und sah dann zu Grundmann hin. Der schüttelte für sich den Kopf und zuckte die Schultern.

Der Hund findet nichts, Herr", sagte er be­dauernd.Es ist das erstemal, daft er versagt. Im Augenblick können wir gar nichts machen. Der Hund ist müde, und wir alle sind es. Da- beste wird fein, wir gehen zum Wagen zurück, und fahren heim. Morgen früh kann man ein­mal sehen, was man anfängt. Ietzl hat's wirk­lich keinen Einn mehr."

Reginald nickte refigniert mit dem Kopfe. Rie­dergedrückt und bekümmert folgte er den andern, die den Rückweg antraten.

Rach geraumer Zeit hatten sie die Landstrafte mit Muchs Wagen erreicht. Der alte Richter wanderte vor dem Wagen auf und ab und hielt Llmschau.

(Fvttsetzung folgt)