Oie Wetterlage.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
3. Mörz 1930
20. Zfehungstag
47023 47960
61091
64250
9379 21358 21774 49490
112748
147988
223242
Helfi alle die RoggenspeiHer leeren: EßlmehrRoggenbrol!
43899
87014
124704
193409
205767
253632
289070
351725
21057
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76462
93519 1 128604 144791 156579
167171
188996 199197 225757 252953
275283 288765 305020 329388
365369 375205
Im Gewinnrade verblieben- 2 500000, 2 Gewinne zu je 75000,
53522 104191
324779
60272
15430
93101
55202
69685
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191536
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239429
280239
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364836
373607
127081
213474
264223
70629
91991
129053 148505 156785 167798 191739 210050 230168
258420 276793 292869 308800 330159 366268 376752
116596
162056
199171
236190
278235
334670
378873
Prämien zu je 2 zu je 50000,
130398 193754 207740 262287 291398 365127
142294 154537 159984 178243 198016
212022
246982
263156 278416 297359 315136 359618
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104773
153837
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212633
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324698
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136372 152037 158529 170733 195716 211152 242360 260946 277898 295713 309842 346934 369003 383779
48373
65927
84289
109914
155263 197093 213508 268243 328932 378148
138601 154009
158745 175065
196611 211342 246845 262127
278083 296770 313407 347574
369621 389618
54227
66378
85440
77865 89945 157111 173511 309635 311549 314283
337176 349547 359821 370716 389386
2 Gewinne ju 10000 M.
8 Gewinne ,u 5000 M. 186871
8 Gewinne in 3000 M. 319283
8 Gewinne,o 2000 TL 363048
32 Gewinn« jn 1000 M.
Effekten 311 erkennen roar, erhalten. Geschäft hat ich bisher aber noch nicht entwickelt, und Sturfc waren nicht zu hören, doch rechnet man bei den Banken eher mit weiteren kleinen Kauforders des Auslandes.
2 zu je 25000, 32 zu je 10000, 42 zu je 5000, 168 zu je 3000, 262 zu je 2000, 676 zu ft N00, 1402 zu je 500, 3788 zu ft 300 M.
Amtsgericht Grünberg sprach die Angeklagten frei, weil es auf die Aussage des Verletzten allein, der auch betrunken war, keine Verurtei- lung stützen zu können glaubte. Zwar ergaben sich auch jetzt wieder sehr starke Verdachtsmomente, doch reichten diese nach Ansicht des Gerichts zu einer Verurteilung nicht aus. Die von der Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung wurde daher zurückgewiesen.
Wegen Diebstahls von 12 Mark war durch das Amtsgericht Büdingen ein Arbeiter zu einer Geldstrafe verurteilt worden, während ein» anderer Mangels Beweises sreigesprochen worden war. Der Verurteilte verfolgte Berufung, die Erfolg hatte. Obwohl er sich dadurch sehr verdächtig gemacht hatte, daß er dem Geschädigten Schadensersatz anbot, bestanden anderseits doch Zweifel an seiner Täterschaft, so daß auch er. wie der Mitangeklagte, mangels ausreichenden Beweises freigesprochen wurde.
Eine inzwischen verheiratete Frau, die einem auswärtigen Polizeibeamten nachgesagt hatte, er habe sich ihr in unsittlicher Weise genähert, war durch das Amtsgericht Büdingen wegen Beleidigung zu einer erheblichen Geldstrafe verurteilt worden. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit fand die Verhandlung unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Da die Angeklagte den Wahrheitsbeweis ihrer Behauptungen nicht erbringen konnte, auch aus der Art der Verbreitung die Absicht der Beleidigung zu erkennen war. wurde das erstinstanzliche Urteil aufrecht erhalten, aber mit Rücksicht auf die ärmlichen Verhältnisse der Angeklagten di-, erkannte Geldstrafe entsprechend herabgesetzt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Mittwoch, den 5. März.
Stadtkirche. 6 Uhr: 1. Passionsandacht, Pfarrer Becker.
Freitag, den 7. März.
Kapelle des Alten Friedhofs. 6 Uhr: Passionsan- dacht, Pfarrer Lenz.
Katholische Gemeinden.
Mittwoch, den 5. März.
Gießen. Austeilung der geweihten Asck)c.
Donnerstag, den 6. März.
Gießen. 17.30 Uhr: Beichtgelegenheit.
Freitag, den 7. März.
Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt.
Gcwinnauszvg
5. Klasse 34. Preußisch-Süddeutsche (260. Preuß.) Klassen-Lotterie
Berliner Börse.
B e r l i n , 4. März. (WTB. Funtspruch.) Nachdem sich heute früh in der innerpolitischen Situation keine Beränderung ergeben hat, konnte sich der freundliche Grundton, der auch gestern abend für
Amtliche Winlersportnachrichten.
Schwarzwald. Feldberg: Klar. 3 Grad, 1 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
111 Reifeprüfung an der Studien- anstatt. Sämtliche 18 Oberprimanerinnen der Srudienanstalt bestanden gestern die mündliche Reifeprüfung. Das hessische Kultusministerium war durch Staatsrat B l ock vertreten.
" Städtische B r e n n h o l z v e r st e i g e ° r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Stadl-- waldf wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter pro Raunimeter 13,00 Eichenscheiter 8,20, Fichtenscheiter 7,00, Buchen- knüppel 10,40, Fichtenknüppel 5,00. Buchenstöcke 5,60. Eichenstöcke 4,CO, Buchenreisig 2. Klasse pro 100 Wellen 24,00, Eichenreisig 2. Klasse 16,00, Fichtenderbstangen 1. Klasse pro Stück 2.00. 2. Klasse 1,50. 3. Klasse 0,70 Mk.
*'•' Ständchen in Gießener Kliniken. Der Gesangverein „Germania" Großen-Linden unter der Leitung seines Chormeisters, Dberreab lehrer Heinrich Blaß, brachte am Sonntagvor- mittag den Kranken in der Chirurgischen und der Medizinischen Klinik Ständchen dar. Die Darbietungen des Vereins wurden von den Kranken und den übrigen Zuhörern dankbar aufgenommen.
©wollten!»! onener. ona1» oeoecKt. 9 womig. • oeoeext •Kegen v Schnee a Graupeln. 5 NeDel K Gewitter.^)Wind5tiUc<H Mf» ttcnier Os» massiger Südsüdwest. q stürmoener nordwes* Ott Pfeire fliegen mn dem winde. Pie oeiden Stationen stehenden Za* ien geDen die Temperatur an. Die Linien veroindeo Orte mit gleiche^ «et Meeresniveau umoereennetei» Uilldrucfc
Wettervoraussage.
sind die Bestimmungen darüber denn auch sehr alt. Die Synode von Benevent im Jahre 1091 ordnete an. daß am Aschermittwoch die Asche von gesegneten Palmzweigen aus dem Vorjahre den sich zur Frühmesse einfindendcn Gläubigen auf die Stirn gestrichen werde. So entstand der Raine Aschermittwoch.
Die Asche' ist das Symbol des Todes nach der Auffassung unserer Väter. Wer sich der Richtig- keit altes Irdischen erinnert, indem er seine Sünden angesichts des Häufchens Asche bereut, das da auf dem Altäre liegt, der beweist seine bußfertige Gesinnung. Ihm wird hie Fastenzeit nicht schwer falten; im Angedenken an den Stifter unserer christlichen Religion und an seine Leidcnszeit. kann er leicht die Tage überstehen, die zur Karwoche hinübcrleiten. hinter der das Fest der Auferstehung des Herrn verheißungsvoll ausleuchtet. Es ist schon etwas Richtiges und Rühliches, wenn der Mensch einen Schuß Eulenspiegelei im Blute hat und die Schwierigkeiten freudig überwindet, weil er weih, daß nach ihrer Bewältigung die Erleichterung folgt. Kl.
Morgen Karnevalschluß!
Das Polizeiamt weist darauf hin, daß von Aschermittwoch ab alle öffentlichen k a r n e v a l i st i s ch c n V e r a n st a l t u n g e n , wie Maskenbälle, Kostüm- und Trachtenfeste, Kappenabendc usw. verboten sind. Die Poli- zsibearnten sind angewiesen, die Einhaltung der vorstehende 'Bestimmungen aufs strengste zu überwachen und gegen Zuwiderhandlungen jeder Art unnachsichtlich einzuschreiten.
Daten für Mittwoch, 5 März
Sonnenaufgang 6.38 Uhr, Sonnenuntergang 17.46 Uhr. — Mondausgang 8.20 Uhr, Mondunter. gong 23.43 Uhr.
1512: der Kartograph Gerhard Mercatur in Ru- pelmondc geboren (gestorben 1594); — 1869: Kar-
345440 357531 375544 376079 382934
103 ffletoinne au 600 OT. 7723 18133 1 8343 23487 ----- 53552 65721 77143 82410 85866
------ ----------— 117372
79966 84265 ----- ------ ----- ----
99216 106842 106917 107897 117749 117941
----- ------ ------ ------ 144000
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 1,50 bis 1,80; Matte 30 bis 35. Wirsing 25 bis 35; Weißkraut 10 dis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40; Llnter-Kohlrabi 8 bis 10: Grünkohl 15 bis 20; Rosenkohl 35 dis 40; Feldsalat 1.80 bis 2,00; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 41 ’■ bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Russe 50 bis 80; Eier Stück 10 bis 12; Tauben 70 bis 80; Blumenkohl 50 bis 1,00; Salat 30 bis 40; Endivien 40 bis 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Radieschen Bund 25 bis 30; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4.00.
Bornotizen.
— Tageskale nderfür Dienstag. Stadttheater: „Weekend im Paradies", 20 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann im Dunkel" und „Die Peitsche des Gesetzes". — Ästoria- Lichtspiele: „Der Schrecken der Posträuber" und „Dolores — die Pantherkatze".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In dem morgigen ersten Gastspiel von Auguste P r a s ch - G r c v e n b e r g , Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, „Die heilige Flamm'" wirken ferner mit die Damen Doering, Fuhrmann, Heß und die Herren Arzdorf, Fassott, Hais, Tannert. Spielleitung hat Peter Fassott. Frau Prasch-Grevenberg spielt die Rolle der Mutter. „Die heilige Flamme" war in Berlin lange das erfolgreiche Repertoirstiick des Renaissance-Theaters.
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fe einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II _________
ffn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
6 ©ttoinne ,u 6000 W. 81768 92318 241454
4 »em.nne ,u 3000 M. 282184 348041
18 Gewinns »n 2000 M. 29400 40036 66802 70735
163893 156796 163247 214892 370164
44 Gewinne ru 1000 TL 9811 20519 28747 44830 63665 80740 98493 132445 135988 209625 219462 240173 252722 295363 307543 322890 342990
Amtsgericht Gießen.
‘ ® i c 6 e n , 25. gebt. Sechs Wochen ver- ch ä r f t e n A r r c ft und D i e n ft e n t l a s - ung so lautet heute die Strafe gegen einen Grenadier des hiesigen Bataillons wegen Unterschlagung zum Rachteil eines Kameraden. Dieser hat dem Angeklagten 60 Mark mit dem Auftrag übergeben, sie dem Kantinenwirt zu überbringen, der sie ihm während seiner Abwesenheit von Gießen aufbewahren sollte. Der Angeklagte kam aber dem Auftrag nicht nach und verbrauchte das Geld. Rachdem er seinen Kameraden durch allerlei Ausflüchte längere Zeit hingezogen hatte, gestand er, aber zu einer Zeit, als schon Anzeige erfolgt war. Er ersetzte dann auch das Geld. Der Angeklagte ist wegen Diebstahls zum Rachteil des nämlichen Kameraden, mit dem er die Stube teilte, schon
In der heutigen Nockmiitagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
Verbindung mit Montauban von allen Seiten | vollkommen abgeschnitten. Sn der Umgebung von Albi sind drei Drücken eingestürzt und drei Personen ums Leben gekommen. Bei Caras- f o n ne ist ein Tunnel an der Strecke Dordeaur— Eette infolge der anhaltenden Regengüsse singest ü r z t Die Reisenden werden mit Postautos weiterbefördert Bei den Aeberschwemmungen im Tarngebiet sollen mehr als 10 Per so ne n ums Leben gekommen sein. Rach dem
Gcho de Paris" soll die Zahl der Toten bereits auf 20 gestiegen sein.
Frühjahrspläne des „Graf Zeppelin".
Wie die Telegraphen-Union von zuverlässiger Seile erfährt, wird zur Zeit hinter dem Fahrgast- raum des Luftschiffes „Graf Zeppelin" eine E let- r r o g o n d c l eingebaut, die Gondel war ursprünglich schon für die Polarfahrt vorgesehen. In diesem Ausbau werden sämtliche elektrischen Apparate in einer Zentrale vereinigt. Anfangs Mai wird das Luftschiff „Graf Zeppelin" eine Südamerika- fahrt nach Pernambuco antreten, vorausgesetzt, diß die erforderlichen Vorbereitungen getroffen sind. Das Bildergeschäst der Bank für Deutsche Beamte.
Die jetzt in Liquidation stehende Bank für Deutsche Beamte hat gegen ihre früheren Letter und Aufsichteratsmitglieder Schadenersatz-' l lagen angestrengt mit der Begründung, daß deren fahrlässige Geschäftsführung den Zus a m - in e n b r it ch des Beamtenfinanzinstitutes her- beigeführt hat. Einer dieser Prozesse ist jetzt bereits zugunsten der Bank für Deutsche Beamte entschieden worden, I und zwar die Regreßklage gegen Alois Weber wegen eines Bildergeschäftes, das erhebliche Verluste gebracht hat, da die Gemälde, die als Deckung für Millionenkredite gedient haben, nur sehr problematischen Wert haben. Das Berliner Landgericht III hat der Klage der Bank für Deutsche Beamte stattgegeben, nach der Direktor Alois Weber zum Schadenersatz verpflicht t c t und die Fahrlässigkeit seiner Geschäftsführung festgeftellt wird. Zunächst sind nur 10 000 Mark1 eingeklagt worden, um die Vergleichsmasse nicht durch zu hohe Prozeßkosten zu belasten.
Zwanzig Menschen beim Fischen eingebrodjen.
Ein schweres Anglück hat sich auf dem Plate- liai-See, etwa 30 Kilometer von Litauisch- Krottingen (Memel) ereignet. Am frühen Morgen war eine Anzahl Fischer aus Plateliai und Umgegend mit Schlitten auf den See hinausgefahren, um dort zu fischen. Rach- mittags kehrten zwei Schlitten, die aneinander- gebimoen waren und von einem Pferd gezogen wurden, über das Cis zurück. Auf den beiden Schlitten befanden sich insgesamt 20 Personen. In der Mitte des Sees brach d e r c r st e Schlitten ein und riß den zweiten mit sich in die Tiefe. Mit großer Mühe gelang es einem der Fischer, sich zu retten und auch noch einen zweiten aus dem Wasser zu ziehen, der aus dein nächsten Dorfe Hilfe holte. Insgesamt konnten elfPersonengerettet werden. Acht Männer und eine Frau sind e r t r u n k e n.
dinal-Erzbischos von München-Freising Dr. Michel von Faull)aber in Heidenfeld (Unterfranken) geboren.
provinzialauSschuß-Sitzung.
Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Gießen unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor G r aef eine öffentliche Sitzung des Provinzialau sschusfes der Provin z Oberhessen statt.
Als erster Punkt der Tagesordnung wurde verhandelt die Klage des Wilhelm Fischer in Gießen gegen das Kreisamt Gießen wegeii Versagung eines Wandergewerbescheins für 1 930. Der Klage wurde stattge- geben und der nachgesuchte Wandergewerbeschein erteilt. Die Kosten oes Verfahrens wurden dem Kläger zur Last gelegt. Streitwert 500 Mk.
Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde verhandelt der Antrag des Kreisamts Friedberg auf Entziehung der Erlaubnis des Adolf Word zu Rödgen zum Betriebe einer Echankwirtschaft. Tatbestand und Beweisaufnahme ließen erkennen, daß der seitherige Wirt» schastsbetrieb in einer Art und Weise geführt wurde, die Veranlasfung gab, das Konzessionsentziehungsverfahren einzuleiten. Der Provinzial- ausschuß erkannte zu Recht, die dem Adolf Worel (Rödgen) am 5. Dezember 1925 erteilte Schankkonzession z u entziehen. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Antragsgegner zur Last gesetzt. Streitwert 500 Mk.
Als dritter Punkt der Tagesordnung wurde ; verhandelt die Berufung der Gemeinde i Alsenborn (Kreis Büdingen) gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Bü- dingen vom 10.Dezember 1929 betr. Entschädigungsanspruch der Gemeinde 11J enborn gegen die Gemeinde Hirzenhain für Wege- herstellungskosten aus Anlaß der Abtrennung des Gemarkungsteils Margaretenthal von der Gemarkung Usenborn und Zuteilung zur Gemarkung Hirzenhain. Beide Gemeinden waren in dem Termine anwaltlich vertreten. Auch das Kreisamt Büdingen war vertreten. Es handelte sich um Kosten für Herstellung eines Weges im Betrage von 560 Mk. nebst Zinsen vorn 23. September 1929 an. die die Gemeinde Usenborn von der Gemeinde Hirzenhain beanspruchte. Der Provinzialausschuß hat sich mit der Abtrennung des I Gemarkungsteils Margaretenthal früher befaßt und durch Urteil vom 23. September 1922 zu Recht erkannt, die Fluren XIII und XVIII der Gemarkung Usenborn abzutrennen und mit der Gemarkung Hirzenhain zu vereinigen, und zwar unter besonderen Bedingungen. Ein Entschädigungsanspruch wurde seinerzeit nicht geltend gemacht und daher ein neuer Rechtsstreit von der I Gemeinde Usenborn begonnen. Der Kreisausschuh des Kreises Büdingen als erste Instanz hatte in der Entschädigungssache durch Urteil vom 10. Dezember 1929 zu Recht erkannt; 1. die K läge der Gemeinde Usenborn ist kostenfällig a b - zuweisen; 2. Auf die erhobene Widerklage festzustellen, daß irgendwelche weitere öffentlich- rechtlichen Ansprüche aus Artikel 14 Absatz 3 LGO. nicht bestehen. Die Kosten der Widerklage wurden dem Widerbeklagten auferlegt. Der Provinzialausschuß wies, insoweit sich die Berufung aui Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils bezieht, als unbegründet zurück; soweit sich die Berufung auf die Widerklage bezieht, wurde ihr statt- gegeben und die Widerklage als unzulässig verworfen. Die Kosten des Verfahrens wurden gegeneinander aufgehoben. Streitwert 1000 Mk.
Wieseltev Wochcnmarktprcisc.
Aus Oer provinzialhauptfiadt.
Gießen, den 4. März 1930.
Aschermittwoch.
Der morgige Mittwoch hat einen besonderen Klang. Er bedeutet ein Erwachen aus der Zeit des Taumels, wie ihn die Faschingszeit mit ihrer gesteigerten Lebensfreude hervorrief. Vielleicht, daß dieser oder jener während des Karnevals es zu toll und zu üppig getrieben hat. Run folgt eine Ernüchterung, die sicher nicht immer als schön zu bezeichnen ist. Es läßt sich verstehen. daß manche Menschen es für notwendig halten, vor Beginn einer ernsten, strengen Zeit, die mancherlei Entbehrungen fordert, noch einmal den gesteigerten Lebensgenuß wahrzunehmen. Führen sie das durch, so wird der Aschermittwoch gewiß nicht sonderlich angenehm lein, jede Ueberreizung rächt sich irgendwie einmal.
In unseren Tagen fehlt allerdings meist wohl der enge Zusammenhang mit der tiefen religiösen Bedeutung des Aschermittwochs, wie er ehemals bestand. Die derbe Lebensfröhlichkeit unserer Altvorderen wollte es nun einmal so haben, daß eine lebhafte 3eit des überfdjäu- incnöen Genusses jäh abgerissen wird durch einen Tag. der in seinem Ernst und in seiner Strenge um so genauer und peinlicher an den Beginn d e r F ast e nz e i t erinnert. Die Zeit der Fasten beginnt mit dem Mittwoch nach Cstomihi, es toair daher nur folgerichtig, wenn die Kirche von sich aus diesem Mittwoch erhöhte Bedeutung gab. indem sie besondere Vorschriften für seine Beach tung erließ. So
398052
246 »ttomne »u 300 M. 215 6733 11766 14282 16241
21096 21770 29615 29891 37846 37983
----- ----- ----- ---------- 68437-
vorbestraft, und zwar erst im März v. I. Diese, Vorstrafe, namentlich aber die Tatsache, daß es sich in beiden Fällen am Eigentumsvergehen gegen Kameraden, also um einen ganz groben Vertrauensmißbrauch, handelte, rechtfertigt die eingangs erkannte Strafe.
Ebenfalls wegen eines durch Diebstähle
Arbeitskollegen g eg en übet: her übten i Ueber gQn3 Deutschland lagert heute morgen eine Vertrauensmihbrauchs stand ein 21?ähriger Ar s^cbe(, unö Dunstdecke. Die Temperaturen gingen better vor Gericht. <Äe bewohnten gememschaft- £ »Niederungen vielfach bis unter Rull zurück, heb ein Zimmer, dcS Ä^^^^uch anderen besten hatte Temperaturen bis 7 Grad
Personen leicht zugänglich war. Die gestotnenen ‘ _ ruhige nebelige Wetter, tagsüber
S°ch°n. °e°s-hi-d-n- Geldbeträge und -m Ober. ru^8e
bemb, touröen ÖW n«J öemwestlichen Winden fort, wobei der nächtliche lenv geflagten Dernnfjt to^alb buperaturrürfqang weiter abgeschwächt wird. Die Weiden wegen Diebstahls gestraften An P scheint die nächsten Tage noch anzuhalten, geklagten richtete. Em in seinem fBeftft befmo I . . biirftc spater die Rebclbildung nicht mehr zu- licher Schlüssel paßte auch m deni bersch offenen Ach durste pa er v,e lokaler Art sein. Koffer, aus dem cm Teil der Sachen gestohlen ' ' ' ' . ,
worden war; deshalb war auch Anklage wegen V o r a us fa g e für Mit wo qualifizierten Diebstahls erhoben worden, da die auch wolkiges Wetter, tagsüber aufheiternd, Oeffnung des Koffers durch den Angeklagten I trocken, Temperaturen um Rull. _ mittels' eines fremden, wenn auch passenden,! OcnLinm Sr
Schlüssels erfolgt sein sollte. Der Angeklagte | weise Rebclbildung, sonst wenig Acnderung der leugnete. Trotz Hinzukommens noch weiterer Ver- Wetterlage. a s
dachtsmomente konnte ein lückenlos vorhandener Lufttemperaturen am 3. Marz >'""ags 9,3 G a Indizienbeweis nicht angenommen werden, und abenbs 2,2 ®rab am „2!°^24
es erfolgte Freisprechung. —1,1 Grad. Maximum 10,4 Grad Minimum —2,4
I Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. März abends 5,2 Grad, am 4. März morgens k^irUYlUllllllv» 12 Gr>id Celsius. — Sonnenscheindauer 8 Stunden.
• Gießen, 28. Febr. Mehreren Pächtern von Grabstücken „An der Hohleich" war im vergangenen Herbst mehr als ein Zentner Meerrettich gestohlen worden. An dem folgenden Tage war einem Fcldschüh ein älterer Mann aufgefallen, der auf einem Handwagen etwa die gleiche Menge Meerrettich verdeckt mit sich führte und auf Befragen über die Herkunft des Meerrettichs ausweichende Antwort gab. Außerdem war auf einem Grabstück ein alter Hut gefunden worden, der von Rachbarn als dem betreffenden alten Mann gehörend erkannt wurde. Auch war dieser in der vorausgegangenen Rächt in der Altstadt von einer Polizeistreife mit einem Spaten angetroffen worden, den er, „weil er sich fürchte", mitgenommen haben wollte. Diese und sonstige Verdachtsmomente verschafften dem Amtsgericht Gießen die Lleberzeugung, daß er nur der Dieb fein konnte. Er wurde daher zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Auch das Berufungsgericht tarn jetzt zu dem gleichen Ergebnis und verwarf kostenfällig die von dem Angeklagten eingelegte Berufung.
Mehrere junge Burschen waren der gemein» schaftlichenKörperverlehung eines anderen Burschen gleichen Alters angeklagt. Das
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Montad, 3. März. 1930,7* abflS
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316754
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47170 50409 85222 86553 93397
97360
111717
113201
115079
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