SinproiestimWehlarerKreisiag.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Z Wetzlar, 4. Ian. In der gestrigen Sitzung des Wetzlarer Kreistages, über die wir noch ausführlich berichten werden, gab die bürgerliche 21 r b e i t s g cm e i n f d) a f t für Stadt und Kreis Wetzlar am Schluffe der Sitzung folgende Erklärung ab:
„Die bürgerliche Oeffentlichkeit des Kreises Wetzlar und die bürgerlichen Kreistagsmitglieder haben mit starkem Befremden davon Kenntnis genommen, daß trotz der ablehnenden Erklärung in der Kreis- togsfitzung vom 9. August 1929 das preußische Staatsministerium auf Vorschlag des Innenministers die Ernennung des Mitgliedes M i ß der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands zum L a n d r a t des Kreises Wetzlar vollzogen hat, ohne im übrigen den Ausfall der Kommunalwahlen abzuwarten. Diese letzteren haben wiederum den Beweis einer bürgerlichen Mehrheit im Kreise Wetzlar erbracht. Die Bevölkerung empfindet daher diese Regierungsmaßnahme als in st a r k e m W i d e r s p r u ch mit den Grundsätzen der Demokratie stehend. Besonders verletzend wurde auch in weiten .Kreisen der Bevölkerung empfunden, daß bei der Besetzung sowohl des Landratspostens, wie auch des Vertreters in der Person des R e - gierungsassefsors keinerlei Rücksicht darauf genommen wurde, daß die Bevölkerung zu 92 v. ch. der evangelischen Konfession angehört. Die bürgerlichen Abgeordneten des Kreistags können sich mit dem durch die Staatsregierung gefaßten Zustand nicht abfindcn und werden von sich aus alle ihnen geeignet erscheinenden Wege gehen, um den ermähnten demokratischen Grundsatz auch für den Kreis Wetzlar Geltung zu verschaffen. Wenn die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft einschließlich der Wirtschastsgruppen sich zu dem Standpunkt einer sachlichen Arbeit an den Aufgaben der Krcisverwaltung entschließt, so geschieht dies mit dem besonders stark betonten Vorbehalt, daß der bürgerlichen Weltanschauung und den Belangen der Mehrheit des Kreises in vollem Umfange Rechnung getragen wird. Sie behält sich jederzeit eine Äenderung dieserBereitschaftzurgrundsätzlichen Mitarbeit vor, falls diese Voraussetzung sich als nicht gegeben in diesem oder jenem Falle Herausstellen sollte."
Frankfurt für enge Zusammenarbeit mit der Hekoga.
WSR. Frankfurt a. M.. 3. Ian. Der Magi st r a t der Stadt Frankfurt o. M. beschäftigte sich mit verschiedenen Anfragen der Stadtverordnetenversammlung, die die Verhältnisse bei der Frankfurter Gasgesellschaft betreffen. Es soll nichts unversucht bleiben, eine möglichst enge Zusammenarbeit mit der Hessischen Kommunalen G o sg esellsch af t (Hekoga) auch dann aufrechtzuerhalten, wenn diese Gesellschaft für den ausschließlichen Bezug von Ferngas von der Ruhrgas QI.-®, bzw. der Ferngasgesellschaft Saar m. b. H. sich entschließen sollte. Die Verluste der Frankfurter Gasgesellschaft im Iahre 1929 (Abstoßung der Gewerkschaft Friedrich bei Hungen) werden aus dem Ertrage des Jahres 1929, gegebenenfalls unter Inanspruchnahme der noch verbleibenden Mittel des Reservefonds, voraussichtlich abgedeckt werden können, so daß Ende 1929 die entstandenen Verluste beseitigt sein dürften und damit zu rechnen ist, daß, wenn nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, im Iahre 1830 bereits wieder mit einem Gewinnergebnis gerechnet werden .kann. Der Magistrat glaubt sagen zu dürfen, 'daß die unerfreuliche Verlust Periode der Frankfurter GasgeseIl s ch aft beendet und die Ertragsfähigkeit des Unternehmens wieder gewährleistet ist. Die Gasgesellschaft bemüht sich seit längerer Zeit, die Grube „Reue: Hoffnung" in Marienberg zu veräußern. Bisher hat man noch keinen Käufer finden können, doch werden die Bemühungen, das Objekt abzustoßen, fortgesetzt.
Gründung eines Wettmuseums der Oruckkunst in Mainz.
WSR. Mainz, 3. Ian. Die im Iahre 1901 gegründete Internationale Gutenberg- Gesellschaft hat jetzt einen Aufruf erlassen, in dem der Ausbau des gegenwärtigen Gutenberg-Museums zu einem Weltmuseum der Druckkunst propagiert wird. Das Programm des Gutenberg-Museums war seit der Gründung international, sein Sammel- und Arbeitsgebiet erstreckte sich auf a'le Länder der Erde, um die Geschichte der Druckkunst in allen Zeilen von Gutenberg bis zur Gegenwart zu erforschen. Dieses Programm ichlieht den Anspruch des Gutenberg-Museums in sich, das Weltmuseum der Druckkunst zu werden. Zahlreiche edelmütige Stiften haben die Internationale Gutenberg-Gesellschaft bisher so stark gestützt, daß sie in der Lage war, aus dem Gutenberg-Museum jetzt schon einen kleinen Ausschnitt des Weltmuseums zu machen. Man hofft, in kürzester Zeit das augenblickliche Gutenberg-Museum zu einem Weltdruckmuseum ausgestaltet zu haben.
Ein neues Kr nkenhaus in Darmstadt.
WSN. D a r m st a d t, 3. Jan. In den nächsten Tagen wird hier ein neues Krankenhaus eröffnet, und zwar das St. Marien-Hospiz, dos von der Genossenschaft der Schwestern von der göttlichen Vorsehung — einer Gründung des Mainzer Bischofs Ketteler — erstellt wurde. Es ist nach den Plänen von Regierungsbaumeister a. D. Dr. M e l s h e i m e r in der Nähe der Ludwigshöhe in herrlicher Lage am Martinspfad errichtet, mit allen modernen technischen Neuerungen ausgestattet und wird von den geschulten Schwestern, den sog. Ket- tcler-Schwestern, betreut.
Kirche und Schule.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 3. Ian. In unserer Pfarrei wurden im Iahre 1929 getauft: 55 Kinder (1928 57); 6 weitere Kinder wurden in Gießen getauft. Konfirmiert wurden 51 Kinder (68). Am heiligen Abendmahl nahmen teil 829 Gemeindcglieder (824). Kirchlich getraut wurden 48 Paare (41); kirchlich beerdigt wurden 29 Personen (30); hiervon verstarb eine in Gießen.
* Alten-Duseck, 3. Ian. Aus dem kirchlichen Leben der Gemeinde Alten- Duseck mit Trohe im Iahre 1929 ist folgen des zu berichten: Getauft wurden 23 Kinder (im
Mademoiselle Docteur im Kriege.
Das Spiel ist aus.
(Schluß.)
Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von H. R. Berndorff. Verlag Dieck & Co., Stuttgart.
Den Berg hinauf geht eine Gestalt. Sie trägt an den Füßen das Schuhzeug französischer Soldaten mit gewickelten Gamaschen, ein Osfiziersmantel umhüllt sie, die Rangabzeichen sind, wie in der vorder- sten Linie üblich, abgerissen, eine Soldatenmütze geht tief in das Gesicht. Dieser Mensch geht ruhig Schritt für Schritt die Marneberge hinauf und einmal bleibt er stehen, er sieht hinter sich, wie ausgeschwärmte Postenketten angefeuert durch Kommandorufe der Offiziere mit Spürhunden den Wald absuchen.
Vor der Postenkette, die aus sie zutreibt, flieht Mademoiselle docteur in die Nacht. Die Richtung weisen ihr der Kanonendonner, dem sie sich immer mehr nähert, und die Leuchtkugeln, die die Nacht erhellen. Sie vermeidet die Datteriestellungen und die provisorischen Unterstände einer Truppe, die den Rückmarsch der eigenen Formationen deckt.
Mit nachtwandlerischer Sicherheit und fast hellseherischen Gaben findet die Frau den Weg durch die weil auseinander gezogenen Postierungen der französischen Truppen. ri
Ein deutscher Artillerieoffizier, der im ersten Morgengrauen mit einem Unteroffizier und einer Ordonnanz über die erste Postenkette der eigenen Infanterie zur Erkundung vorgegangen ist, hört plötzlich im Walde vor sich Schritte. Er nimmt mit seinen Leuten, den Revolver im Anschlag, Deckung hinter einem Haufen geschlagenen Holzes und sieht plötzlich, wie ein französischer Soldat über eine Lichtung kommt.
„Halt!" schreit der Offizier, „Hände hoch!" Bereit zu schießen, sowie der tfeinb seinem Befehl nicht nachkommt.
Der Soldat bleibt sofort stehen. Sofort hebt er die Hände hoch. Einen Augenblick lauscht der Offizier in den Wald, aber als alles still bleibt, ist er mit einem Satz bei dem französischen Soldaten und ruft ihm zu:
„Gefangen! Prisonnier!"
Den Revolver in der Hand steht der Offizier jetzt dicht neben seinem Gefangenen. Da reißt dieser die Mütze herunter: „Gott sei Dank," sagt eine Frauenstimme in gutem Deutsch, „bringen Sie mich sofort zum nächsten Stab!"
Der Ofstzier ist sprachlos. „Machen Sie schnell," sagt die Frau in der Uniform eines französischen Soldaten. „Ganz schnell, ich bin ein« deutsche Spionin und habe die wichtigsten Nachrichten."
Der Offizier ist jung und intelligent. Er bricht sofort seine Erkundung ab, es geht im Eilschritt zurück durch die Vorpöstenlinie zur Truppe, zum Bataillonsstab, zum Regimentsstab, ein Kraftwagen der Division kommt an, und vor dem Generalstabsoffizier des Armeekorps fällt eine Frau in der Uniform eines französischen Soldaten in Ohnmacht.
Zwei Stunden später, als auch der Generalstabsoffizier der Armee herbeigeeilt ist, sitzt vor ihm an einem Tisch Mademoiselle docteur. Eine Krankenschwester hat ein Kleid yergegeben und ein Arzt empfing ein Geständnis. Morphium hatte Annemarie Lesser zu ihren alten Energien schnell zurückgebracht. Was die Spionin den beiden Generalstabsoffizieren erzählt, ist erschütternd. Von überall her find an der französischen Front neue Truppen im Anmarsch, gut ausgerüstet, glänzend verpflegt, ame- rikanisck)e Truppen in ungeahnten Stärken befinden sich wohlausgeruht und gut gelaunt in den Kräfte- reserooirs der feindlichen Armee. Auf den ausgebrei- teten Karten zeichnet Mademoiselle docteur das ein, was sie auf ihrer Fahrt vom Süden zum Norden hinter den französischen Linien gesehen hat, Truppenverschiebungen werden nach diesen Zeichnungen erkennbar, Flankenmärsche verlieren ihr sorgsam gehütetes Geheimnis, es wird erkennbar, > wo der Feind zum endgültigen Gegenstoß ansetzen will.
Bleich stehen die beiden Offiziere, als sie die ungeheure Macht des Feindes erkennen müssen. Der Generalstabsoffizier der Armee weiß, wer die Frau ist, die vor ihm sitzt, ihm ist bekannt, daß er mit
Vorjahre 16), konfirmiert 40 (29). Getraut wurden 11 Paare (19). Beerdigungen fanden 18 statt (24). Von den 18 Verstorbenen waren 17 Erwachsene, davon 9 über 70 Iahre (1 sogar über 90 Iahre) und 1 Kind. Am heiligen Abendmahl nahmen teil 1460 (1420).
o Saasen, 2. Ian. Aus der kirchlichen Statistik des Iah res 1929 sei mitgeteilt: Es fanden statt 11 Tau en und 1 auswärtige (1928 11). Konfirmiert wurden 6 Kinder (9 in 1928), Trauungen: 5 Veitsberg und eine auf dem Wir- berg(1928: 5 bzw. 1), Beerdigungen 10 (1923:7).
zWirberg,2. Ian. Aus der kirchlichen Statt st ik des Iahres 192 9: Beerdigungen 13 (1928: 12), Beltershain 3, Göbelnrod 3, Harbach 3, Reinhardshain 4; Taufen 17 und 3 auswärtige (1928 : 2t): Beltershain 6, Göbelnrod 3, Harbach 4 bzw. 2, Reinhardshain 4 bzw. 1; Trauungen 15 (1928: 13). Beltershain 5, Göbelnrod 3 bzw. 2 auswärtige, Harbach 4, Reinhardshain 2, Wirberg 1. Konfirmiert wurden 24 Kinder (1928: 32). Beltershain 7, Göbelnrod 7, Harbach 5, Reinhardshain 5.
Y Watzenborn-Steinberg, 2. Ian. Im abgeloufenen Iahre wurden in hiesiger evangelischer Gemeinde getauft: 48 Kinder, getraut: 26 Paare, kirchlich beerdigt: 18 Personen, konfirmiert: 33 Kinder, darunter 11 Knaben und 22 Mädchen.
0 Holzheim, 3. Ian. Aus unserer kirchlichen Statistik lei folgendes erwähnt: Im verflossenen Kirchenjahr wurden getauft: 24 Kinder (1928: 34); konfirmiert: 17 Kinder, 9 Knaben, 8 Mädchen; getraut: 7 Paare; beerdigt: 23 Personen — seit 1918 die Höchstzahl — darunter 5 Kinder; auf einen Gottesdienst entfielen etwa 730 Besucher = 84 Proz. der Erwachsenen; bei dem Abendmahl sind es 215 Proz. Wie groß die Opferfreudigkeit hier ist, beweisen folgende Zahlen: die Rheinische Mission, deren Boten feit 70 Iahren zu uns kommen, erhielt allein über 2000 Mk. Dazu kommen noch Sammlungen für andere Missionen, für Innere Mission usw. Insgesamt erreichten die kirchlichen Gaben eine Höhe von 7000 Mk. — 9 Mk. auf einen Erwachsenen. In dem Dekanat Hungen steht unser Kirchspiel (Holzheim-Dorfgüll) gewöhnlich an erster oder zweiter Stelle.
Kreis Büvingen.
ow. Ober-Wi ddersheim, 3. Ian. In unserer Gemeinde, die zusammen mit ihren Filialen Anter-Widdersheirn und Grund-Schwalheim 925 Seelen zählt, fanden im Iahre 1929 60 Hauptgottesdiensie, 21 Rebengottesdienste und
der größten und zuverlässigsten deutschen Agentin verhandelt, er weiß daher, daß ihre Nachrichten, so furchtbar sie sind, bis ins einzelne stimmen.
Das Flugzeug bringt Annemarie Lesser ins Große Hauptquartier. Jetzt in allen Details gibt sie ihre Nachrichten noch einmal zu Papier, das Erkundungsergebnis fliegt sofort auf die Tische der Generalstabsoffiziere aller höheren Kommandostellen der deutschen Westarmee.
Als Mademoiselle docteur in den vertrauten Räumen des Hauses in der Königgrätzer Straße eintrifft, vermag Matthefius seine Rührung und seine Freude nicht zu verbergen. Als sie in der Nacht beieinander sitzen und Annemarie Lesser ihm die Ergebnisse ihrer Erkundungsfahrt zeigt, da wird auch I. Matthefius bleich Dem Manne, der durch Jahrzehnte lang Schlüsse aus Agentennachrichten zu ziehen gewohnt war, diesem Manne fuhr bei den Aufzeichnungen seiner Kameradin der eisige Schrecken in die Glieder. Ihm wurde klar, was sich nun bald im Westen ereignen müsse.
In der Zeit, in der der Waffenstillstand geschlossen wurde, und in der daß Knattern der Schüsse, die die Revolution anzeigten, bis in die stillen Räume der dritten Etage des Hauses in der Königgrätzer Straße drangen, in diesen Tagen verbrannten Matthesius und Annemarie Lesser ihre Papiere. Sie warfen die Kartotheken, die Pläne, die Karten, die Stifte und die Zirkel den Papieren nach in die Flammen ihres großen Kamines. Das Spiel war ans. Mademoiselle docteur blieb zunächst in ihren Zimmern. Eines Tages eröffnete ihr Matthefius, den die Ruhe und die Untätigkeit körperlich zu vernichten begannen, daß er nach Budapest fahren werde. Dort, wo eine Zeitlang das Hauptgetriebe der Wrangelleute war, und wo sich die politischen Abenteurer der ganzen Welt ein Stelldichein gaben, dort hatte man auch ihm eine Tätigkeit angeboten, die auszuüben ihm Lebensnotwendigkeit geworden war. Er flehte Annemarie Lesser an, mitzukommen, aber sie wollte nicht. Sie saß jetzt stundenlang vor dem offenen Feuer des Kamins und starrte in die Flammen. Sie forschte jetzt zum erstenmal nach vielen Jahren nach, was aus ihrem Vater geworden war, sie erfuhr, er war gestorben, und das väterliche Erbe, das sie allerdings nicht mehr zu interessieren vermochte, war in alle Winde zerstoben.
Eines Tages kam ein früherer Offizier der deutschen Armee in das jetzt verlassene und verwahrloste Haus in der Königgrätzer Straße. Er sagte ihr, daß er der Mann gewesen sei, der seinerzeit den Hauptmann Carl von Wynanky mit dem Herrn I. Matthefius zusammengebracht habe und der nun auch die moralische Verpflichtung fühle, sich um sie zu kümmern.
Annemarie Lesser bezog ein kleines Häuschen in einem Garten in Zehlendorf. Aerzte bemühten sich um die Frau, die niemanden hatte, zu dem sie menschlich in engen Beziehungen stand. Es schien so, als ob man ihr helfen könnte, aber es wurde nicht zur Tatsache. Morphium und Kokain hatten die Nerven der Frau vernichtet, und so kam der Tag, an dem sie, begleitet von fremden Pflegerinnen, die Reise nach der Schweiz an trat, wo sie inmitten einer wunderschönen Landschaft die Mauern einer ge- sck)lossenen Anstalt umfingen.
Hier lebt diese Frau noch heute. Ihr Geist ist um» düstert, ihr Verstand vernichtet. Ab und zu, in Nächten, in denen der Bergwind an den Flächen des Hauses zerrt und poltert, in diesen Nächten fängt sie plötzlich an zu schreien. Das Personal hat Mühe, die Tobende zu halten. Namen für Namen schreit sie in die Nacht, es hat den Anschein, als ob sie einen Mann, der Coudoyanis heißt, vor den Gewehren französischer Soldaten retten will, es scheint, als ob sie mit Soldaten kämpft, die sie durch einen Wald verfolgen, es ist zu vermuten, daß sie im Geiste an einem Grabe weint, auf dessen Kreuz der Name Wnnanky steht.
Die Mauern einer Irrenanstalt haben sich für immer zu einem Grab über einer Frau geschlossen, die die größte deutsche Spionin des deutscAn Heeres im Weltkriege gewesen ist.
19 Kindergottesdienste statt. Die. Hauptgottesdienste waren durchschnittlich von 130 Erwachsenen besucht, die Rebengottesdienste von 35 Erwachsenen und die Kindergottesdienste von 65 Kindern. Getraut wurden im Lause des Iahres 7 Paare, getauft 13 Kinder, konfirmiert 7 Knaben und 2 Mädchen; beerdigt wurden 11 Personen; das heilige Qlbendmahl empfingen 829 Kommunikanten. Die Summe aller im Lause des Iahres gespendeten Gaben betrug 711 Mark, darunter 106 Mark für die Heidenmission, 55 Mark kür die Innere Mission, 110 Mark für beit Gustav-Adols-Verein; 440 Mark war der Ertrag der Kirchenkollekten und sonstigen Gaben.
Kreis Schotten.
§ Ulrichstein, 3. Ian. Im vergangenen Iahre wurden in der hiesigen Kirchengemeinde 14 Kinder getauft, gegenüber 17 int Vorjahr, und 15 Kinder konfirmiert, nämlich 7 Knaben und 8 Mädchen (int Vorjahr 14). Ferner wurden 8 Paare getraut (5) und 10 Verstorbene kirchlich beerdigt (8). Am heiligen Qlbendmahl nahmen 621 Personen teil (618) und zwar 304 Männer und 317 Frauen. Die Gottesdienste waren von 7656 Erwachsenen besucht (7597), nämlich 3751 Männern und 3905 Frauen, sow" von 1373 Kindern (1352). Die Zahlen für 1922 stHen hierbei stets in Klammer zugefügt.
§ Feldkrücken, 3. Ian. Im abgelaufenen Iahre wurden in unserer Gemeinde 6 Kinder getauft (in 1928 11) und 10 konfirmiert 6 Knaben und 4 Mädchen (6). 3 Paare wurden kirchlich getraut (3) und 7 Verstorbene beerdigt (2). Am heiligen Qlbendmahl nahmen 388 Gemeindeglieder teil (394), nämlich 202 Männer und 186 Frauen. An Besuchern der Gottesdienste wurden 2759 Erwachsene gezählt (2633), davon 1269 Männer und 1490 Frauen, außerdem 829 Kinder (1127). Die eingeklammerten Zahlen gelten für 1928.
§ Bobenhausen II.» 3. Ian. In unserem großen Kirchspiel, zu dem als Filialen noch die Dörfer Ober-Seibertenrod, Höckersdorf. Wohn- seld und Kölzenhain gehören, wurden im verflossenen Iahr folgende geistlichen Amtshand- lungen vorgenommen: 36 Taufen (23), 12 Trauungen (17) und 21 Beerdigungen (25). Konfirmiert wurden 34 Kinder (25), nämlich 15 Knaben und 19 Mädchen. Die entsprechenden Zahlen für 1928 find zum Vergleich in Klammer zugefügt.
-4- Groß-Eichen. 2. Ian. Im Iahre 1 9 2 9 wurden iin Kirchspiel 14 Kinder ge
tauft, 7 Knaben und 7 Mädchen, darunter -wer Knaben aus Klein-Eichen. Konfirmiert wurden 17 Kinder, 8 Knaben und 9 Mädchen, darunter ein Knabe aus Klein-Eichen. Sieben Paare wurden kirchlich getraut, darunter zwei Paare aus Klein-Eichen. Beerdigt wurden neun Personen, davon drei in Klein-Eichen. Der Gottesdienst wurde in Groß-Eichen von 8439 Erwachsenen und 3507 Kindery besucht, in Klein-Eichen von 1317 Erwachsenen und 230 Kindern. Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch betrug also in Groh-Eichen 133 Erwachsene und 55 Kinder bei einer Seelenzahl von 700 Evangelischen und in Klein-Eichen 54 Erwachsene und 9 Kinder bei einer Seelenzahl von 167 Evangelischen. Am Abendmahl nahmen in Groß-Eichen 788 Personen teil, in Klein-Eichen 184 Personen. Die Christenlehre wurde von 463 Iu- gendlichen und der Kindergottesdienst von 1154 Kindern fleißig besucht. An freiwilligen Spenden gingen im Kirchspiel insgesamt 876,99 Mark ein; das ist auf den Kopf der evangelischen Gemeindeglieder 1,01 Mark.
)—( Ruppertsburg. 3. Ian. Der kirchlichen Statistik unserer Gemeinde für das abgelaufene Iahr entnehmen wir das Folgende: Es wurden getauft 12 Kinder (4 Knaben und 8 Mädchen), konfirmiert 12 Kinder». (7 Knaben und 5 Mädchen), getraut 6 Paare. Es starben 14 Personen, und zwar 5 Ehemänner, 3 Ehefrauen, 2 Witwer, 3 Witwen und 1 Kind. An Gaben für religiös-kirchliche Zwecke gingen ein 990,96 Mark. f
w. Gedern, 2. Ian. (Kirchliche Person a l st a t i st i k 192 9.) In der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde fanden im vergangenen Iahre 1929 statt: 46 Taufen (25 Knaben und 21 Mädchen) gegen 53 in 1928: 16 Trauungen 18 in 1928, 19 Beerdigungen (10 Männer, vier Frauen, fünf Kinder) gegen 22 in 1928. Konfirmiert wurden 25 Kinder (15 Knaben, 10 Mädchen) gegen 43 in 1928. Die Zahl sämtlicher Gottesdienste betrug 105, welche von 16146 Erwachsenen (7475 Männern, 8671 Frauen) und 7374 Kindern (3265 Knaben, 4109 Mädchen) besucht wurden. An den 13 Abendmahlsfeiern nahmen insgesamt 1206 Gemeindeglieder (553 Männer, 653 Frauen) teil.
Kreis Wetzlar.
-o- Lützellinden, 3. Ian. Rach k i r ch M lichen Eintragungen wurden im vergangenen Iahre in unserer Gemeinde 14 Sterbe* fälle und 10 Trauungen beurkundet, ferner wurden 13 Schüler konfirmiert und 16 Kinder getauft
Berliner Börse.
Berlin, 4. Ian. (WTD. Funkspruch.) Rach- dem es gestern abend im Zusammenhang mit stärkerem Angebot in Akuaktien angeblich für holländische Rechnung allgemein schwächer war, ist heute vormittag eine zuverlässige Tendenz noch nicht zu erkennen. Reue Momente sind nicht vorhanden und auch Kurstaren werden noch nicht ausgesprochen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,93; London gegen Mailand 93,14 zu 93,18; London gegen Spanien 36,55^ zu 36,60; London gegen Amsterdam 12,0890; London gegen Schweiz 25,1350 zu 25,1400; London gegen Kabel 4,8755 zu 4,8760; London gegen Berlin 20,4340; Kabel gegen Berlin 4,1910 zu 4,1915 und Tokio gegen Kabel 49,13.
_
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.)
??? 1. Eine Erschwerung des Ueberwandlungs- rechtes durch die zur Duldung dieses Rechtes Verpflichteten ist unstatthaft, wenn Sie hierdurck) in Ihrem Rechte in erkennbarer Weise beschwert werden. Bei fruchtloser Aufforderung zur. Beseitigung der Belästigung ist Klage beim Amtsgericht geboten. 2. Sie können die Klage selbständig bei der Geschäftsstelle des Gerichts erheben. 3. Mit einem ftoftenbetrag von 100 RM. wird immerhin zu rechnen fein, zumal vielleicht eine gerichtliche Augenscheinnahme erforderlich wird. Die Höhe der Kosten richtet sich danach, wie hoch der Streitgegenstand angenommen wird und kann deshalb zur Zeit nicht bestimmt angegeben werden.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
* Das Amtsoerkündigungsblott Nr. 1 vom 3. Januar enthält: Berufung der Provinzial- tagsmitglieder. — Berufung der Kreistagsmitglieder. — Einreichung der Belege über den Steuerabzug.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag nach Neujahr, den 5. Januar.
Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schlaudraff;
5: Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Ausfeld. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Elifabelh-Sleln- kinderfchule. 9.45: Pfarrer Oie. Waas; 6: Pfarrer Oie. Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wieseck. 10. — Alten- B ufert. 10; 6. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Lollar. — Haufen-Garbenleich. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Haupt, gottesdienst; 11.30: Kinderkirche. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 10: Lehrer Hinkel.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 4. Januar.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 5. Januar. Sonntag nach Beschneidung.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.— Schollen. 10.30:.Hochamt mit Predigt. ^onntnqS>"knst d.Aerzte n.Avotbe'e ' am 5.1.30 Frau Dr. Marx. Dr. WoU. Hirschavotbeke.
Zahnarzt: Dr. Baum.__________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen.
Anzeigenaufträge sind lediglich cm die Geschäfts st elle tu richten
Für unverlangt eingesandte Manuskripte ehne beigefugte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen.


