Samstag. 4. Januar MV
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 5 Drittes Blatt
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Lod und seinem Vermächtnis an dich und er dir Gatten- und Vatcrrechte zuerkannte, glaube, ich habe dir keines von beiden schmälert."
Er stand wortlos und vermochte nur
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daß Ich ge-
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10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Aepsel 10 bis 12, Dirnen 8 bis 10, Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk.
richtung einer ständigen Rettungswache durch die Kolonne notwendig. In 5 Fällen waren Mitglieder bei der Rettung von Personen aus den Fluten der Lahn beteiligt; davon bei vier mit dem Erfolg der Lebensrettung, in einem Falle waren zweistündige Wiederbelebungsversuche ersolglos. Vier Kolonnenmitglieder legten die Prüfung als Rettungsschwimmer ab und erwarben das Abzeichen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Die Schlagfertigkeit der Kolonne wurde glänzend bewiesen bei dem Grotzfeuer in den Gailschen Tonwerken, bei der unverhofften Alarmierung durch den Inspekteur am 29. August, abends, und bei der Teilnahme an der großen Rettungsübung auf dem Schwelwerk in Wölfersheim am 8. Dezember. Erinnert sei hier ferner an die wohlgelungene Ausstellung anläßlich der Reichs-
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zuteilcn. Er wagte sich kaum mehr aus Hause, um den Voten nicht zu verfehlen.
Ater es kam nichts!
Sein Gesicht wurde ganz fahl, und als
über England und holen es dort nach. Dann gibt es keinerlei Aufsehen und ist ohne viel Drum und Dran erledigt. And du kannst dich in dem Bewußtsein sonnen: Daß ich deine wirklich und wahrhaftig angetraute Ehefrau bin! — Du Spießbürger!"
Sein verdutztes Gesicht ignorierend, griff sic nach dem Bleistift, der auf dem Schreibtische lag und warf ein paar Worte auf ein Blatt Papier. „Sei so gut und lasse das bestellen! Ich habe Vater versprochen, daß ich sofort Rachricht gebe, wenn ich hier bin."
„Er weiß also?" —
„Ia! — Das lieh sich nicht umgehen. Aber er hat es ganz in Ordnung gefunden, daß ich dich wieder hole. Du brauchst nicht zu erröten, wenn du ihm entgegentrittst. Denn dann bin ich ja inzwischen wirklich deine rechtmäßige Frau."
Seine rechtmäßige Frau, dachte Akab, der die Unterhandlung bis auf den Flur vernommen hatte. Man muhte die Toten ruhen lassen. Das Geschick lag immer in den Händen der Lebendigen.
zwei Händen umschlossen und einen Mund, der sich immer und immer wieder mit dem seinen verband und dann ein tonlos schüttelndes Weinen an seinem Halse: „Es hat so bitter weh getan, vergeblich auf dein Vertrauen gewartet zu haben, Günther."
Er sah nichts, als das flimmernde Blondhaar an seiner Brust und fühlte das Beben des schlanken Körpers, der an dem seinen zitterte. „Du weißt von meiner Schuld, Brunhilde?"
„Ich habe es nicht als Schuld betrachtet." „Wer hat dir davon gesagt?"
„Du selbst! — Damals auf Capri. Ich machte noch einen Spaziergang nach den Klippen hin. Da sah ich dich kommen und Alsworth an deiner Seite. Ich dachte, ihr wolltet noch Erinnerungen austauschen und so erfuhr ich von Hans Peters
Gegen Abend suchte Anstetten vergeblich nach seiner Frau. Sie war weder im Garten noch im Haus zu finden.
Akab sah das verstörte Gesicht seines Ge- Kielers und legte den Finger auf die Lippen: „Rufe sie jetzt nicht, Sahib! — Sie ist zu dem Toten gegangen! Ihre Seele nimmt endgültig Abschied von ihm."
And als Brunhilde nach einer Stunde mit geröteten Augen und zuckendem Munde zurückkam, breitete ihr Günther in wortlosem Schweigen die Arme entgegen.
Sie lehnte ihr Gesicht gegen seine Schulter und fühlte sich immer fester an die Brust des Mannes gezogen. „Glaubst du, dalß' er uns segnet, Geliebte?"
Sie nickte und sah nach den Bergen, über bencn die ersten Sterne flimmerten.
„Gatten- und Vaterrecht hat er mir zugestanden und ich will sein Erbe heilighalten bis zur letzten Stunde meines Lebens," sagte Anstetten feierlich und hob das Gesicht der Frau zu sich empor, deren Lippen sich chm willig boten.
Arm in Arm gingen sie zurück, den Weg ins Lebeji, den ihnen der Tote durch sein Vermögen vorgeschrieben und bereitet hatte.
— Ende.—
50, junge Hähne 120 bis 130, Suppen- 100 bis 120, Gänse 110 bis 140, Rüsse
Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie bis 40 Pf. das Stück; Wirsing Zentner
langen, von Dardschiling wegzukommen.
An seinen Schreibtisch tretend, begann er die Korrespondenz zu ordnen. Es war feinfühlig von Akab, daß er nichts, auch nicht das Geringste im Bungalow verrückt oder umgestellt hatte. So kam es ihm eigentlich gar nicht zum Bewußtsein, daß er nur Gast und nicht mehr Eigentümer des Hauses war.
Er horchte nach dem Flur, wo der Hindu mit dem Aufrollen der Läufer beschäftigt war, hörte sich rufen. „Sahib! — Sahib!"
Er wandte das Gesicht, um nach der Türe zu gehen, durch deren Portieren etwas auf ihn zusprang und ihn mit wilden Armen umfaßt hielt.
„Rixa!"
Der Hund hielt seine Schultern umklammert und gebärdete sich wie rasend vor Freude.
And über sie hinweg, sah Anstetten ein helles Kleid leuchten und ein Gesicht in feinem Blütentone schimmern und hörte eine Stimme, die ihn taumeln machte: „Günther!"
Er wehrte Rixa von sich ab und kam ihr einen Schritt entgegen: „Gnädigste!"
Ein leises Lachen kicherte auf. „Das klingt sehr feierlich zum Empfang für die Frau, mit der man schon fünf Jahre verheiratet ist."
„Brunhilde!"
„Du erinnerst dich also! — Ich dachte schvNj du wolltest das Weib verleugnen, das du nun doch einmal zu dem deinen gemacht hast. And mit dem Jungen, den ich dir geboren habe!"
„Brunhilde!"
Ein neues Lachen tönte auf. „Was seid ihr Männer schwerfällig! Küsse mich doch und frag nicht lange!" And als er noch immer wie vom Blitz getroffen stand, fühlte er sein Gesicht von
beitgeber gezahlten Kränkenkassenbeiträge auch dann zum Arbeitslohn gerechnet, wenn der Arbeitnehmer selbst keinen Anspruch auf Krankengeld hat, sondern dieses dem Arbeitgeber zuflieht, wogegen der Arbeitnehmer Anspruch auf Weiterzahlung des Arbeitslohns hat.
Sind hiernach die vom Arbeitgeber ohne gesetzliche Verpflichtung gezahlten Beitragsanteile Teile des Arbeitslohns und damit steuerpflichtig, so sind sie anderseits nach § 17 des Einkommensteuergesetzes abzugsfähig. Zur Abgeltung dieser Beträge wird jedem Lohnempfänger beim Steuerabzug ein Pauschsah von 20 Mk. monatlich und 4.80 Mk. wöchentlich steuerfrei gelassen. Aeberstei- gen nun die Beitragsanteile des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung zusammen mit sonstigen Ausgaben (z. B. Lebensversicherungsprämien) und den Werbungskosten (z. B. Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Aufwendungen für Arbeitsmittel) den Betrag von 40 Mk. monatlich, so kann eine Erhöhung des Pauschsahes beim Finanzamt beantragt werden. Die Zulässigkeit der Erhöhung des Pauschsahes ist hinsichtlich der Beiträge zur Kranken-, Anfall-, Haftpflicht-, Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung, Witwen-, Waisen- und Pensionskassen, Sterbekassen, Versicherungsprämien und Ausgaben für die Fortbildung im Berufe auf den Jahresbetrag von 600 Mk. beschränkt. Dieser Betrag erhöht sich jedoch für die zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählende Ehefrau, sowie jedes zu seiner Haushaltung zählende und nicht selbständig zu. veranlagende minderjährige Kind um je 250 Mk. Der Antrag auf Erhöhung des Pauschsahes gern. § 75 Einkommensteuergesetz ist mit den zum Rachweis erforderlichen Unterlagen beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Die für das laufende Jahr ausgestellte Steuerkarte des Arbeitnehmers ist dem Antrag beizufügen. Ist der Antrag begründet, so versieht das Finanzamt die Steuerkarte mit einem Vermerk, daß her Pauschsah für Werbungskosten und Sonderleistungen um x Mk. erhöht ist und gibt dem Antragsteller die Steuerkarte zurück. Der Arbeitgeber darf die höheren Ausgaben erst berücksichtigen, wenn ihm die mit dem Eintrag des Finanzamts versehene Steuerkarte vorgelegt wird.
Aus den vorstehenden Ausfi'chrungen ergibt sich, daß der Arbeitnehmer, bei dem der Arbeitgeber die vollen Beiträge zahlt, gegenüber anderen Arbeitnehmern keinesfalls benachteiligt ist, wenn bei der Berechnung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn von der richtigen Lohnhöhe ausgegangen wird. Grundsätzlich ist für die Berechnung des Steuerabzuges der Bruttolohn und nicht der Rettolohn maßgebend. Auch ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, daß bei der heutigen enormen Steuerbelastung alle Steuerpflichtigen gleichmäßig besteuert werden.
stützenden Mitglieder, die durch Tod, Wegzug oder sonstige wirtschaftliche Rotlage ausscheiden, ich andere Mithelfer finden möchten, damit die Sanitätskolonne auch in diesem Jahre den immer mehr ansteigenden Anforderungen gerecht werden kann.
** Der Operettensänger Kurt Richter von hier ist nach erfolgreichem Gastspiel an bas Stadttheater Ingolstadt als erster Operettentenor verpflichtet worden.
♦♦ Ein Achtzigjähriger. Am 7. Januar begeht, wie man uns schreibt, der früher in Gießen ansässige Althändler Jakob Neustädter in gei tiger Frische und körperlicher Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Der alte Herr befindet sich seit cini gen Jahren bei seinem in Frankfurt a. M.-Höchst wohnenden Sohne, um dort nach einem arbeitsreichen Leben einen ruhigen Lebensabend zu Der-
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Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 4. Januar 1930.
Rechnungsrat Adolf Hanfult.
Am heutigen 4. Januar kann der Rechnungsrat Adolf Hanfult zu Gießen in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburts- t a g begehen. Der alte Herr wurde am 4. Januar 1860 in Wieseck als Sohn des Lehrers Hanfult geboren und war nach vollendetem Schulbesuch und bestandener Einjährigen-Prüfung u. a. in Darmstadt und Friedberg tätig, worauf er nach Viernheim als Leiter der dortigen Tabakverzollung übersiedelte. Von dort kam er nach Gießen als Leiter der Dezirkskasse I, in die er im Jahre 1898 verseht wurde. Im Laufe der Jahre wurden dann die Bezirkskassen I und II zusammengelegt, wobei Rechnungsrat H a n s u l t als Vorstand der beiden vereinten Kassen bestellt wurde deren Leiter er bis zu seinem Aebertritt in den Ruhestand im Jahre 1924 war.
Daten für Sonntag, 5. Januar.
Sonnenaufgang 8.05 Uhr, Sonnenuntergang 16.06 Uhr. — Mondaufgang 11.02 Uhr. Monduntergang 21.49 Uhr. %
1643: der Physiker Amd Astronom Isaac Newton in Woolsthorpe geboren (gestorben 1727); — 1846: der Philosoph Rudolf Euckcn in Aurich geboren (gestorben 1926).
Taten für Montag, 6. Januar.
Sonnenaufgang 8.04 Uhr, Sonnenuntergang 16.07 Uhr. — Mondaufgang 11.02 Uhr, Monduntergang 23 Uhr.
1412: die Jungfrau von Orleans, Jeanne d'Arc, in Domremy geboren (gestorben 1431); — 1822: der Altertumsforscher Heinrich Schliemann in Neubuckow geboren (gestorben 1890); — 1925: der Musiker Ferdinand Löwe in Wien gestorben (geboren 1865).
Gießener Wochcmnarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130 bis 180, Matte 30 bis 35. Käse HO Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 25 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl
Das Erbe des Herrn von Anstetten. Vornan von J. Gchneider-Foerstl.
Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Schluß.)
Run wird eine Depesche von ihr eintreffen, erwog Anstetten, die ihn, den vermeintlichen Vetter, bat, ihr Räheres über Hans Peters Sterben mit»
einer Woche noch immer keinerlei Rachricht aus Anstetten einlief, keine Frage, kein Schrei des Schmerzes! Keine Ditte: Legt Blumen für mich auf das Grab meines Toten, wurde er von Verzweiflung geschüttelt.
Run muhte Brunhilde auch den Brief bereits in Händen haben und war gezwungen, Antwort zu geben und für feine Teilnahme zu danken.
Richts!
Drei Wochen weiter in ständiger Erwartung von heute auf morgen! — Ein Monat bereits schon vorüber und immer noch das gleiche Schweigen. Anstetten schlief nicht mehr, er wandelte wie ein Skelett und lag Stunden unter der hohen Steineiche.
„So geht das nicht mehr, Baron," zürnte Alsworth. „Wenn man Schluß gemacht hat, muß auch alles zu Ende sein. Wem nützen Sie denn eigentlich mit Ihrer Untätigkeit und Ihrer Verzweiflung? — Riemandem! Ich erwarte gar nicht, daß Sie hier auf Dardschiling über Ihr Leid hinwegkommen. Reisen Sie! Rehmen Sie den Akab mit! Sie haben eine solche Menge Freunde! Folgen Hie irgendeiner Einladung und gehen Oie mit auf die Jagd! Oder für was Sie sonst Interesse haben! Sie werden sehen, das wirkt Wunder! Man muß nur etwas zu tun haben, um auf andere Gedanken zu kommen. Dann findet man sich wieder!"
So beschloß Anstetten, zu reifen.
Akab packte mit Fiebereifer, konnte dazwischen aber merkwürdig abwesend sein und vor sich
begann das schon Gepackte
legen und dann aufs neue hineinzuschichten.
Anstetten sah es und erwog blitzschnell, daß Alsworth recht hatte. Ein Längerbleiben in Dardschiling hieße dem Wahnsinn in die Arme gleiten. Akab hatte ja auch sein Teil an der Geschichte mit davongetragen. Es war Egoismus, immer nur an sich allein zu denken.
Er sprach sehr gut und zum ersten Male auch wieder ganz vernünftig mit dem Hindu, aber seine Worte wurden scheinbar gar nicht gehört. Wenn man nur erst fort war! Er hatte plötzlich eine solche Eile und ein unerklärliches Ver-
hühner Iw u™ .w, «uun xx«
50 bis 80 Pf. das Pfund; Tauben (Stück) 70 90, Kisteneier 17 bis 18, frische Landeier 19 20, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 35 bis Endivien 15 bis 40, Ober-Kohlrabi 10 bis
bis bis 40, 15, 10
ckMU । M3anuarl930 interne werte ihrteÄertrauenauch u bewahren.
20 bis 25. Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 60 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 Kartoffeln 4V> bis 5, Aepfel 10 bis 15,
Die Deiiräge zur Sozialversicherung beim Steuerabzug vom Arbeitslohn
Von W. Schumacher, Gießen.
Hände emporzuheben, um seine Lippen daraus zu pressen. „Weiß Bernd?"
„Rein! Es soll dein und mein Geheimnis bleiben. Und die noch darum wissen, sollen schweigen wie bisher. Der englische Detektiv ist zu mir gekommen und hat mir von deiner Rückkehr nach Benares berichtet. Die Sache ist also auch nach dieser Seite hin in Ordnung."
„Und Alsworths Telegramm von Hans Peters Tod?"
„Das hat niemand in Händen gehabt, als ich allein. Ich habe es sofort vernichtet. Auch den Brief, den du übrigens nicht selbst geschrieben hast. Ich vermute, es wird Alsworth gewesen sein."
„Er ist ohne jede Schuld, Brunhilde."
Sie nickte.
„Samstag wollte ich reisen." Anstetten hielt noch immer die geliebte Frau an sich gedrückt.
„Du brauchst deine Dispositionen nicht zu ändern," lachte sie zu ihm auf. „Wir fahren zusammen. Deinen Freunden kannst du ja irgend etwas vorschwindeln. Das überlasse ich ganz dir. — Denn so ein bißchen Schwindel, das liegt dir ja!"
Sein Mund schloß ihr die Lippen. Erst nach einer Weile fragte er, etwas kleinlaut: „Willst du, daß unsere Ehe sanktioniert wird?"
„Ich denke, das hat der kleine Peter schon getan.“ erwiderte sie ernst. „Aber ich sehe schon, das läßt dir feine Ruhe. Wir nehmen die Route
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hinbrüten. „Wann wollen
Sahib?"
„Samstagfrüh I"
„Samstag!" Der Hindu
bringen.
** Die Arbeitslosenversicherung beiträge für den Schafhirt. Von der !Bi germeifterei Usenborn wird uns folgende bedeutsame Mitteilung zugestellt: „Heber die Beitragspflicht der schafhaltenden Gemeinden für ihren Schafhirten zur Arbeitslosenversicherung Hot das Reichsoersicherungsamt vom 13. November 1929 in Sachen der Gemeinde U. Entscheidung dahin getroffen: 1. Eine Beschäftigung in der Viehwirtschaft ist auch dann als „Beschäftigung in der Landwirtschaft" im Sinne des § 71 Abs. 1 des Gesetzes über Arbeitsoermittelung und Arbeitslosenversicherung alter Fassung und der Paragraphen 71 Abs. 1, 74a des Gesetzes über Ar beitsoermittelung und Arbeitslosenversicherung neuer Fassung anzusehen, wenn die Viehhaltung nicht in wirtschaftlichem Zusammenhang mit einer an sich schon einen landwirtschaftlichen Betrieb bildenden Bodenbewirtschaftung steht. 2. Der Annahme eines landwirtschaftlichen Betriebes im Sinne der bezeichneten Vorschriften steht die Tatsache nicht entgegen, daß eine Gemeinde Arbeitgeber ist. Nach dieser grundsätzlichen Entscheidung des Reichsversicherungsamtes find nach § 71 des Gesetzes über Arbeitsvermittelung und Arbeitslosenversicherung die Gemeinden für ihre Hirten von den Beiträgen zur Arbeite losenoersicherung befreit, wenn ein Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit abgeschlossen ist, welcher nur mit sechsmonatlicher Frist gekündigt werden kann
unsallwoche. die Ausbildung einer Jugendabteilung. und die Veranstaltung eines Detriebshel- ferkurses für Mitglieder aller Berussgenossen- schaften mit nahezu 50 Teilnehmern. Durch die Ausbildung von einigen hundert Detriebshelfern in den letzten Jahren durch die Kolonne wurde bei vielen UnglüdSfällcn in den Betrieben durch sofortige sachgemäße Hilfeleistung größeres Unheil von den Betroffenen ferngehalten. In fast 250 Fällen wurden von der Sanitätskolonne Krankenpflegegeräte an Minderbemittelte aus- geliehen. Die großen Aufgaben der Kolonne ließen sich nur durchführen dank der Mithilfe edler Menschenfreunde, die als unterstützende Mitglieder der Kolonne ihren Teil an dem Gelingen des guten Werkes beigetragen haben. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn für diejenigen unter»
** Auslanddeutschtum und Schule. Das hessische Kultusministerium veranstaltet zusam- ijwn mit dein Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin Mitte Januar in Darmstadt, Mainz und Gießen Lehrgänge von zweitägiger Dauer über „Auslanddeutschtum und Schule", bei denen namhafte Fachmänner aus dem Auswärtigen Amt und den Reichsministerien sprechen werden. Für Lehrer wird, da der Besuch für sie verbindlich fein soll, jeweils am ersten Tage der Unterricht aus- fallen. Mit dem Kursus ist ein öffenllicher Vortragsabend verbunden, um der Bevölkerung bei frei.em Eintritt einen Einblick in die aktuellen Fragen des Auslanddeutschtums zu geben.
** Die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. In nahezu 3000 Fällen haben im Jahre 1929 Kolonnenmitglieder erste Hilfe geleistet und 1707 Kranken- und Derletz- tentransporte ausgeführt. Die erhöhte Inanspruchnahme der Sanitätskolonne machte die Ein-
Die Beiträge zur Sozialversicherung sind nach den gesetzlichen Bestimmungen vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam zu tragen. Bei der Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosenver- sicherung tragen beide Teile die Hälfte der Beiträge. während bei der Krankenkasse 3/s dem Arbeitnehmer und 1 /3 dem Arbeitgeber zur Last fallen. Beim Abschluß von Arbeitsverträgen werden nun vielfach Vereinbarungen getroffen, die dem Arbeitnehmer einen bestimmten Lohn zusichern, der ihm auch ungekürzt ausgezahlt wird, während es dec Arbeitgeber übernimmt, die vollen Versicherungsbeiträge für den Arbeitnehmer zu zahlen. In allen diesen Fällen wird alsdann der Steuerabzug von dem tatsächlich ausgezahlten Lohn berechnet und vielfach auch noch vom Arbeitgeber getragen. Bei diesem Verfahren ist der betreffende Arbeitnehmer gegenüber anderen Arbeitnehmern, denen die Beiträge zur Sozialversicherung und die Lohnsteuer vom Arbeitslohn in Abzug gebracht werden, begünstigt, und die gesetzlich zu entrichtende Lohnsteuer verkürzt.
Es ist daher sehr wichtig, daß bei. der Berechnung des Steuerabzugs von der richtigen Lohnhöhe ausgegangen wird. Rach der ständigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs find alle Beiträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer über die gesetzliche Verpflichtung hinaus entrichtet — z. B. freiwillig auf Grund einer besonderen Vereinbarung, oder auf Grund eines Tarifvertrags — als Teile des Arbeitslohns des Arbeitnehmers anzusehen und daher bei der Berechnung des Steuerabzugs dem Arbeitslohn hinzuzurechnen. Ebenso ist der Steuerabzug eine Leistung des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer. Verpflichtet sich der Arbeitgeber, "Die Lohnsteuer zu tragen, so erhöht sich damit der Arbeitslohn. Anders verhält cs sich mit den Deitragsanteilen, die der Arbeitgeber gesetzlich zu tragen hat. Diese Beiträge — bei der Angestellten-, Jnvaliden- und Erwerbslosenversicherung die Hälfte und bei den Krankenkassen V3 der Beiträge — gehören nicht zum Arbeitslohn des Arbeitnehmers und scheiden daher für die Berechnung der Lohnsteuer aus. Bei Arbeitnehmern, deren Arbeitslohn die Versicherungsgrenze überschreitet und die hierdurch aus der Pflichtversicherung ausscheiden, gehören die etwa vom Arbeitgeber für die freiwillige Weiterversicherung gezahlten Beiträge in voller Höhe zum Arbeitslohn..Auch wenn der Arbeitgeber im Einverständnis mit dem Arbeitnehmer einen Lebensversicherungsvertrag für diesen mit einer Versicherungsgesellschaft abschließt und die Prämienzahlung übernimmt, sind die gezahlten Betrüge als Arbeitslohn anzufehen. An dieser Rechtsauffassung kann auch eine etwa besonders gewählte Form des Arbeitsvertrags nichts ändern. So hat der Reichsfinanzhof in dem Urteil vom 13. Rovember 1928 VIA 922 28 (Reichssteuerblatt 1929 Seite 61) die vom Ar-
** Kein früherer Schluß der Hasenjagd i n H e s s e n. Entgegen anderslautenden Mel düngen, daß das hessische Innenministerium einen früheren Schluß der Hasenjagd verfügt habe, wird fcstgestellt, daß dies nicht richtig ist. Die Jagd auf Hasen in Hessen bleibt vielmehr offen bis 15. Ja nuar.
** Die Gießener Rudergesellschaft 1 877 eröffnete am Neujahrstage mit der alljährlich üblichen Neujahrsfahrt zur Badenburg die diesjährige Rudersaison der G. R. G. Am Nachmittag wurden beim Bootshaus zwei Vierer und ein Doppelzweier zu Wasser gebracht, die nach flotter Ruderarbeit der Mannschaften nach verhällnismäßig kurzer Zeit bei der Badenburg anlangten. Dort hatten sich mittlerweile einige Herren des Vorstandes eingefunden, mit denen die Ruderer zu einer gemütlichen Kaffeetafel sich vereinigten. Nach knapp einstündigem Aufenthalt wurde von den Mannschaften die Rückfahrt zum Bootshaus angetreten, wo man bei Beginn der Dämmerung wohlbehalten mit den Booten wieder eintraf.
** Fahrpreisermäßigungen t nt Rordatlantik-Verkehr. Wie von der hiesigen Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie, dem Hapag-Reisebureau Loeb, Gießen, mitgeteilt wird, werden für die Mehrzahl ihrer im Rordamerika-Dienst verkehrenden Pchsagierschiffe die MindSstfohrpreise der Kajüte ab 1. Januar um 7,50 bis 10 Dollar und diejenigen der zweiten Klasse um 5 Dollar herunter gesetzt mit entsprechenden Ermäßigungen in den Fahrpreisen für höherwertige Kammern. Mit Rücksicht aus die ständig steigende Rachfrage nach Deförderungs- gelegenheit in der dritten Kajüte für Touristen nimmt die Hamburg-Amerika-Linie eine beträchtliche Erweiterung dieser Schifssklasse vor unter gleichzeitiger- Herabsetzung der Mindestfahrpreisc- um 2 bis 4 Dollar.
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